Indiana Tribüne, Volume 26, Number 251, Indianapolis, Marion County, 13 June 1903 — Page 7

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Das Dpfcr örr Schwrstrr. Roman von Margneritc PoradowsKa. (Fortsetzung.) 20. Kapitel. Ä?rn Vibliothekzimmer bei alten Herrenhauses saß Ambroise (3- Ostoya in seinem pelzverbrämten Hausrock. Um ihn her reihten sich die verstaubten Werke der berühmtesten polnischen Schriftsteller, die Wände waren mit cUen, kostbaren Teppichen und einigen mit Edelsteinen eingelegten krummen Säbeln geschmückt, die von den früheren Kriegen mit den Türken und Tataren erzählten. Dem alten Edelmanns gegenüber stand sein Sohn. So willst Tu also wirklich." murmelte der Greis in trauriaem Tone, jenes eitle, lcichtfertige Mädchen in unsere stolze, ehrenwerthe Familie bringen?" Andres Augen flammten, nur mühsam bezähmte er sich. Vater!" stieß er stöhnend hervor. Still! Suche Tich zu beherrschen und bedenke, wie viel es mich selbst kostet, ruhig zu bleiben. Wie ich Dir schon sagte, habe ich als Gattin für Dich ein einfaches Mädchen aus einer unserer kleinen Adelsfamilien gewünscht, die mit dem unseren Polinnen eigenen Liebreiz die Tugenden einer guten Hausfrau verbände. Läßt sich aber ein Mann, der in den Stand der Ehe treten will, bei der Wahl einer Lebensgefährtin von einer Laune, einer Kunstlergrille leiten, so ist er ein Narr oder ein Kind. Zu einem solchen Manne möchte ich sagen: Warte, bis Dein Verstand gereift ist!" Warten! Ich bin dreißig Jahre und Herr meiner Vernunft. Das Mädchen, das ich mir erwählt habe, verwirklicht nicht nur das Ideal meiner Künstlerphantasie. sondern ist auch ein liebenswürdiges, mit Verstand begabtes Wesen, das sich bald alle häuslichen Tugenden aneignen wird, die Du, lieber Vater, so hoch preisest. Mein Entschluß. sie zu heirathen, steht fest." Tu bist Dein eigener Herr, aber wisse, daß der Schmerz, den Du mir dadurch bereitest, zu den bittersten gehört, die ich in meinem Leben erfahren habe, denn Du verwundest dadurch nicht nur mein Herz, sondern auch meinen Stolz. Rechne also nicht darauf, daß ich den Brautwerber für Dich mache. Auch werde ich Deiner Hochzeit nicht anwohnen, denn eine Handlung, die ich in meinem Herzen mißbillige, kann ich unmöglich durch meine Gegenwart gutheißen. Bist Du aber einmal verheiralhet. so habe ich nichts dagegen, daß Du mit Deiner Frau hier wohnst. Ich werde ihr mit all der Rücksicht begegnen, die derjenigen gebührt, die unseren Namen trägt." ..Da Du es unter Deiner Würde hältst, der Trauung anzuwohnen, und Tu Dich nicht scheust, mir eine solche öffentliche Kränkung anzuthun, kann ich auch meine Gattin nicht unter Dein Dach führen. Ich werde also so lange ein Landhaus miethen, bis das kleine Pachtgut, das ich von meiner Mutter geerbt habe, in Stand gesetzt ist." Andre war außer sich. Was werden wohl Noemi und ihre Eltern dazu sagen?" Da es ihm jedoch unmöglich war. den Entschluß seines Vaters den ?eznars selbst anzuzeigen, so betraute er den Starost damit. Diese Nachricht rief natürlich große Bestürzung in der Familie hervor. Man muß seinen Antrag ablehnen!" sckrie der Hilfsrichter. Meine Tochter auf einem elenden Pachthof!" jammerte Frau Vincente. 2e: Fürst aber trat versöhnend dazwischen. Na, na, Ruhe! Nur nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Die Hauptfache ist, daß geheirathet wird, das andere findet sich dann von selbst. Aber was sagt denn Fräulein Dcoemi. die Hauptbetheiligte. dazu?" Das junge Mädchen harte den Mund noch nicht geöffnet. Mit blassem Gesichl wohnte sie der Verhandlung bei. ohne daß audb nur ein Muskel ibres Gesicktverrathen hätte, was in ihrer Seele vor sich ging. . Endlich sagte sie mit großer Ruye: "tä hab? Herrn Ostoya mein Wort gegeben und werde es nicht zurücknehmen." 21. Kapitel. 'atra-Füred ist ein reizender, am südungarrMn noyang oer Karpathen gelegener Badeort und ualeich der Ausgangspunkt für die malerischen Ausflüge in's Sebnae. r . Bor einem hübschen Gahof, um des' sen Balkon sich wilde Klematis rankten, hielt ein Wagen mit weißer Plane, aus dem eine lebhafte alte Dame, auf den Arm ihres Doktors.eines rosigen.wohlbeleibten jungen Mannes, gestützt, herausschlüpfte. Hi, Frau Marschallin. Es geht zehn Stufen hinaus." Ein mit Gepäck beladener Kammerdiener folgte. , Tragen Sie alles auf mem Zrmmer und erkundigen Sie sich, ob Graf Adalbert schon angekommen ist!" sagte die alte Dame, indem sie sich auf der von Touristen überfüllten Terrasse an einem

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kiemen Tische niederließ. Dann besteüie sie ein aus verschiedenen, ziemlich schwer verdaulichenNationalgerichten bestehendes Diner, das sie trotz der eifrigsten Einsprache des Doktors mit größtem Appetit verebrttpuaqicu, Sonnenschein lag jetji auf dem Hochplateau, wo sich der kleine Badeort befand, und beleuchtete ein reizendes buntes Bild. Touristen in den verschiedensten Aufzügen, die Hüte mi; Edelweiß geschmückt, kamen von ihren Bergpartien zurück, unter ihnm die stolzen Gestalten der Gebirgsbewohner in ihren himmelblauen Westen und weißen Tuchjacken. Dazwischen sah man eine Gesellschaft Bosnier.die ihre Bären vor einer Anzahl- deutscher Bauern und Bäuerinnen, die in ihrer Nationaltracht erschienen waren, tanzen ließen. ..Man könnte sich wabrhaftig in die Opera comique in Paris versetzt glauben!" rief die Marscallin. die an die Balustrade getreten war, entzückt aus. Wie wäre es. wenn wir uns den Kaffee hierher bringen ließen?" In diesem Augenblick wurde so heftig mit einem Stock auf den Fußboden gestoßen, daß die Marschallin erschrocken zusammenfuhr. Ein alter Herr mit blaurothem Gesicht und mächtigem iveißem Schnurrbart hatte einen Kellner soeben heftig zurechtgewiesen, weil er auf die in polnischer Sprache an ihn gerichtete Bestcllung auf Deutsch geantwortet hatte. Das lasse ich mir gefallen," dachte sie, das ist der Typus eines Gutsbesitzers nach meinem Geschmack!" Und ohne sich weiter zu besinnen, ließ sie ihr Tischchen neben das des alten Herrn bringen. Zwei Minuten später plauderte sie bereits in tollstem Durcheinander mit ihm, als ob sie ihn von jeher gekannt hätte. Sie sind also, wie mir scheint, ein wüthender Patriot. Ich aber habe mir im Gegentheil diesen kleinen ungarischen Badeort nur deshalb ausgesucht. um meinen neoen anosleulen einmal ein bischen aus dem Wegt- zu gehen." So, so," antwortete der Gutsbesitzer in spöttischem Tone, und als Bekräftigung Ihres Glaubensbekenntnisses lassen Sie sich vom ersten besten Landsmann, der Ihnen in den Weg kommt, so unwiderstehlich anziehen.daß Sie ihm die Ehre Ihrer Gesellschaft erweisen. Doch das entspricht ja nur der Logik Ihres Geschlechts. Was nun aber mich anbelangt, so habe ich die polnische Grenze nur ungern überschritten, und sobald die Angelegenheit, die mich hierher führte, abgewickelt ist, gedenke ich sofort wieder nach Hause zurückzukehren." Die flatterhafte Marschallin aber hörte ihm schern nicht mehr zu. Ueber die Brüstung der Terrasse gebeugt, unterhielt sie sich damit, einer Schaar hübscher Bauernkinder kleine Geldmünzen hinunterzuwerfen. Na. da sind Sie ja auf dem besten Wege, das Volk zu verderben," grollte der Greis. Ach, und was für eine stolze Rasse diese Gebirgsbewohner einst waren, die fernab von der übrigen Wel! in ihren Bergen hausten! Kaum aber war der Städter bei ihnen eingezogen, so begann er langsam aber systematisch sein oemoralisirendesWerk. Jetzt schämen auch sie sich nicht mehr, einen auf unwürdige Weise verdienten Lohn hinzunehmen." Sie scheinen mir ganz zu vergessen," erwiderte die alte Dame, in ihr hohes, zirpendes Lachen ausbrechend. ..daß alle diese guten Leute h:er die Enkel und Urenkel von Räubern sind." ..Das ist ja aber gerade ihr Ruhm!" rief der alle Edelmann in heftiger Erregung. Allerdings waren ihre Borfahren Räuber, aber großmüthige, ntterliche Rduber, die bei lbren Unternen mungen das Leöen auf's Spiel setzten. wäbrr.'.d die abaefeimten Diebe, die heutzutage um uns her überhand.'.ehmen. höchstens Gefahr laufen, ein paar Monate in s lÄctananiN aeiteckt zu werden. Den besten Beleg dafür haben wir in einem Prozeß, der gegenwärtig den ganzen Distrikt m Aufruhr verhetzt He. Kellner!" Nachdem der alte H:rr sich Papier und Schreibzeug hatte bringen lassen, warf er mit seiner großen Schrift ra'ch einige Worte bin. siegelte den Brief und Übergab ihn mit allerlei Verhaliungsmaßreaeln einem Ertrabten. Hierauf erhob er sich und verabschiedet? sich mii einer ceremoniellen Verbeugung von vcr Marschallin. Kaum l,atte er den Rücken gewandt so rief st:: Rasch. Zenowicz, erkundi- . , . rvi v;.r.-5 gen Sie pch nach Dem warnen cieic Originals." Ich habe gehört," antwortete ber Tottor, es sei ein zursbeuJec uu Umacaend. Namens Ostoya." Ojtoya?" wiederholte die Marschal lin nachdenklich. Wo konnte ste meze Namen wohl schon gehört haben Allein das Besinnen half nichts, ihr Ce dächtniß ließ sie im Stich. Ah, da kommt ja Adalbert!" 5n der That kreuzte sich in diesem Augenblick auf der zur Terrasse führenden Treppe ein bildschöner junger Mann in tadellosem Anzug, einen Strauß Edelweiß im Knopfloch, mit Dem alten Edelmann. W ist ds?" fragte Adalbert, seiner Großtante die Hand küssend. Ein etwas närrischer, aber ganz interessanter Gutsbesitzer des Distrikts Namens Ostoya. mit dem ich soeben eine sehr angenehme halbe Stunde verbracht habe." Adalbert war leicht zusammengezuckt. Lautete s nicht der Name des Malers, der nach Abgabe der Zeitungen Noemi

geoerrathet hatte? Und nun erinnerte er sich auch wieder des merkwürdigen Abenteuers, das er am Tage vorher erlebt hatte. Als er nämlich zu Pferd den Abhang eines Berges hinaufgentten war. hatte er sich plötzlich mitten in einer Schaar Kinder befunden, die unter Anleitung eines schönen jungen Mädchens das Alphabet stammelten. Und dieses junge Mädchen hatte er im ersten Augenblick für Noemi gehalten.

freilich für eine gänzlich verwandelte, aber nicht weniger reifende Noemi. m ernstem, traurigern Ausdruck. Wer weiß, vielleicht wohnte sie in diesem Distrikt. O welche Wonne, sie sich so nah zu wissen! Aber ach. sie war ja verheirathet. einem Anderen gehörte dieses anmuthige Geschöpf, das ihn einst so be?aubcrt hatte! Na." rief die Marschallin, Du bist ja wie ' ecsteinert! Hat Dich eine der hübschen Ungarinnen da drüben behext? Was würde Fräulein Elisabeth dazu sagen?" Er machte eine Geberde der Ungeduld. Das soll durchaus kein Tadel sein; asniene nur ein hn so lange als möglich. Der dumme Streich, Dich zu verheirathen. bleibt Dir immer noch. cr" n 1 rr . . Onfi fyntl XiClJl iU IUU, JUCIUI XU .ui v;ui, so gehen wir heute Abend auf den Ball I . im Kursaal. 22. Kapitel, tz oemi! Noemi! Eine große J i Neuigkeit!" Die junge Frau, die nachlässig in einer am Rande einei Sturzbachs schwebendenHängematte lag, hing träumerisch ihren Gedanken nach. Nach den Aufregungen der Hochzeitsreise, dem Aufenthalt in den verschiedenen eleganten Gasthöfen, dem Besuche der modernen Theater, wo ihre Schönheit Aufsehen erregt hatte, bildete freilich die einförmige Ruhe des Gebirges einen rauriaen Gegensatz. Fern laa der tolze Gedanke an einen festlichen Einzug als Schloßherrin in Schwarzensee! Dieser eitle, an der Feindseligkeit eines eigensinnigen Greifts gescheiterte . , . Wunsch lockte sie jetzt mcht mehr, denn ein anderer weit großartigerer Zuunftstraum erfüllte sie. Der Anblick groyer Städte, wie )bsitn unv Pest, hatte ihre Sinne auf ein neues Ziel gerichtet. In einer Hauptstadt wollte sie eben, als beneidete Gattin eines berühmten Künstlers, dessen Spezialität es wäre, eleaante Modeschönheiten zu malen. Leider hatte sich Andre bis jetzt diesen Plänen wenig geneigt gezeigt. Nun ich Dich erobert habe, mein Liebling," hatte er gesagt, habe ich keinen weiteren Ehrgeiz mehr auf der Welt!" ..Was. keinen Ehrgeiz rncyr: oacyle s. ncy Die kippen piimg - ... , , . . I oeMno. wayreno oocy mein eigenes erz oavon verzeyrr wiro: imt grone Aemgien, noemii e, c ri o - - w . . a n i, fr... .r. m. -t i 'in rn Treuoigixcn ionc unu um iitui ViA si ri i t V k s i r a2 st (XXA ;ciuxm c,iu;i wxwiuvut cs u? vuue, u einem r, u an . ; i -: 4T . c v . v aus sie zueilte. Denke Dir, mein Vater ist in der Nähe, nur wenige Kilometer von hier entfernt! Er erwartet uns, lädt uns zu sich ein er kommt, um Frieden mit uns zu schließen. Er. der stolze Mann. der seine Besitzung niemals verläßt! Und Thränen traten Andre in die Augen. Mit der Spitze ihres Füßchens hemmte Noemi das Schaukeln der Hängematte und warf ihrem Gatten i crnui s r einen veiiurzien na zu, uenn vieier Schritt beunruhigte sie. störte ihre neuen Pläne. War eine Sympathie zwicven ihr und zenem alten scanne jemals möglich? Und dann kam auch dies Entgegenkommen viel zu spät, Der ungünstige Eindruck m der Gegend. in de?i Augen der Nachbarn und ver ienerimast lren stch ja doch nicht mehr verwischen. Der gute alte Mann," wiederholte der Maler, er muß uns trotz allem doch sehr gern haben!" Ich würde doch lieber nur in der Einzahl sprechen," sagte sie, spöttisch den Mund verziehend. Ndn. nein, meine Liebe, der Brief ist an uns Beide gerichtet; als geliebte Tochter will mein Vater Dich begrüßen. Wie könnte er auch dem Zauber meiner kleinen Fee, meiner geliebten Mika widerstehen?" Dcbei war er vor der iungen Frau niedergekniet und bedeckte ihre weißen Hände mit heißen Küssen. Eine unbeschreibliche Freude erfüllte sein Herz. Durch dieses unerwartete Entgegenkommen seines Vaters waren seine besten, edelsten Gefühle wachgerufen worden. Das nach Süden gelegene Zimmer muß sogleich in Stand gesetzt werden," fuhr er glückselig fort, wir können meinen Vater unmöglich im Gasthof wohnen lassen! Mein Gott, mir ist, als träume ich. Ach, wie glücklich werden wir nun alle drei sein! Nun habe ich überhaupt keinen Wunsch mehr. Aver was hast Du denn, Mikachen? t.. r n : cm x cv n. cts.. jou ugi ju icui xuuii. tfrcuix -jdu Dich denn nicht, daß diese für uns alle so peinliche Lage nun ein Ende hat? Mein Vater ist lange nicht so schrecklich, als Du Dir ihn Vielleicht vorstellst, Einige kleine Rücksichten und Aufmerksamkeiten Deinerseits für ihn und bald wird auch er Dir zu Füßen liegen wie ich wie wir alle." Langsam richtete sie sich auf, fah ihn mit ihren großen Augen an und sagte, ein Gähnen unterdrückend, in schmollendem Tone: Und was soll aus dem Ball von heute Abend werden; hast Du ihn denn ganz vergessen? Du versprachst mir doch, mich hinzuführen."

201 Nu stand er mit gerunzelter! Siirne neben ihr, während ein eisiger

Scyaucr sein Herz durchzuckte. Was sagte sie? War es möglich, daß sie in dem Augenblick, wo er einen Ausdruck der Liebe und Theilnahme von ihr zu erwarten das Recht gehabt hätte, Inteteffe für solch' nichtige Tinge an den Tag legte? Er war tief verletzt und enttäuscht. Theilte sie denn seine Freude und Rüh-. rung nichts Ein fast kalter Blick traf sie. Beruhige Dich, Noemi. Du sollst gewi nicht um Deinen Ball kommen. Eben im Kursaal wünscht mein Bater mit uns zusammenzutreffen, auch er wird Tich gewiß nicht um dies erbarmliche Vergnügen bringen wollen." Sie resuckte nicht, ihre kalten Worte durch ein freundliches Wort zu mildern, sondern fügte nur. als sie ihn erregt davongehen sah, in nachlässigem Tone hinzu: Du gehst wohl in's Haus zurück? Dann sage doch, bitte, der Jungfer. sie solle mein blaues Gazekleid zurechtlegen." Ihr blaues Gazekleid!" murmelte er, mit geballten Fäusten dem Hause zueilcrid, wahrend zum ersten Male eine Ahnung von der Härte ihres Herzens ? r t f 1 -r t ? T t n .O fsOsni"r rti Vnol ri' in um uu iity. -uiuuuu, (iiu ivtiu gerührter Freude hättest Du eine solche J V Y I P I U Nachricht aufgenommen!" 23. Kapitel, einem Nebcnsalon des Kursaals, in dem ein mit Blumen geschmückter Eßtisch stand, erwartete der alte' Ostoya seine Kinder. Mit echt ritterlicher Höflichkeit und einer sanften Rührung, die Andre nicht entging, empfing er sie auf der Schwelle und sprach, nachdem er sie Beide in seine Arme geschlossen hatte, mit ernster Stimme Worte der Aussöhnung. die nunmehr allen Groll und alle MißHelligkeiten verwischen sollten. Das liebenswürdige Entgegenkommen des alten Herrn überraschte Noemi in hohem Grade und schmeichelte ihrer Eigenliebe nicht wenig, so daß sich ihr "v - - I l"T " -7 föericflt ,ur arofecn eude Andres rasch aufhellte. Kaum saßen sie bei Tisch, so bzQam ihr gewohntes Geplauder und erzählte allerlei spaßhafte Reiseerlebnisse. Währenddessen beobachtete der alte Edelmann beim rosigen Scheine der Lampe, die diese erste vertrauliche Familienmahlzeit beleuchtete, aufmerksam seine Schwiegertochter. Sie war in der That sehr hübsch, diee junge Frau, in deren Händen das Glück der gegenwartigen und zukunstigen Glieder der Familie Ostoya lag. Wie schön diese Augen, die seinen Sohn so sehr be,aubert hatten! Die Blicke rir,n,z s?, ,s rmr nsiVm nn rem unde diesem untrüglichen vw v vv.. vv - - y?rräh?r d?r aebeimiten Seelenreaun üpn ß- rockte nock so sckön. von l O"- ' f i ' tadellosem Schnitt und frisch und roth i m:, WrtThprhhrrrp sein lelbNI -- - - - unerschütterlicher Wllle. vor ii' ' ' ' slcm a6-r b e leiden'ckaftlickne Gefall sucht waren dennoch darauf zu lesen. Bange Sorge erfüllte das Herz des Edelmanns, wenn er an Andres ukunft dachte! Allem dank des von ihm gefaßten Entschlusses, dem jungen Paar sem Haus zu öffnen, konnte dem Uebel ja wohl noch Einhalt gethan werden. Die Hauptsache war. daß diese zunge Frau so rasch als möglich auf den rechten Wea aebrackt wurde. Nur in der gefunden, arbeitsamen Umgebung aus ' . . i m .. dem ute lonnle itt) oer binn rur Häuslichkeit und für ein geregeltes Leden. das ihr bis jetzt noch fremd zu sein schien, entwickeln. ..Sobald hr in Schwarzensee seid. mein? liebe Noemi. wird Tbekla Dick in alle Einzelheiten der Milchwirthschast. deren Ertrag Dir künftighin allein zufallen soll, einweihen. Sage 'mal. lie des Kind, fühlst Du die Neigung in Dir, eine echte polnische Hausfrau zu werden?" Etwos bestürzt auflachend, sagte Noemi kühn: Durchaus nicht, lieber Vater. ?lch gedenke im Gegentheil, die gute Thekla zu bitten, uns ihre kostbaren Dienste auch fernerhin zu wid men." Das wäre sehr unklug von Dir, meine Tochter, denn von jeher haben sich die Frauen unseres Hauses diesen interessanten Theil der Landwirthschaft vorbehalten, dessen Einkünfte für vie täglichen Ausgaben des Haushalts und für ihre Toilette bestimmt waren. Meine Großmutter stand schon um vier Uhr Morgens auf und besichtigte im Winter mit Stulpstiefeln und einer Laterne in der Hand die Ställe. Meine und auch Andres Mutter waren nicht weniger thätig, dies hinderte sie indeß durchaus nicht, auf den vornehmsten Bällen unserer Gegend zu glänzen." Der Geruch der Milchkammer hat mir von jeher Uebelkeit erregt," sagte Noemi in etwas gekränktem Tone, , fürchte nichts, mein liebes Kind, man wird Dich gewiß nicht zwingen. Ein so großes Gut, wie das unserige, i , . , rv.fv et (. i; ,; Vierer ein reicyes el uct Migwu, denke nur an das Einmachen von Früchten, Gemüse und Fleisch und dergleichen mehr. Uebrigens hoffe ich," fügte er hinzu, als er nicht das geringste Interesse auf den Zügen seiner Schwiegertochter gewahrte, daß der liebe Gott Dir bald eine noch weit interessantere Beschäftigung schickt und Du in der würdigen Erziehung der Erben unseres Namens volle Befriedigung findest." Der Ausdruck aufrichtigen Entsetzens malte sich auf Noemis Gesicht. Gott bewahre mich vor der Erfüllung einer solchen Prophezeiung!" rief sie, dunklroth werdend. Ich habe Kin-

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oer niemals gern gehabt; ich finde, sie machen nur Lärm, sind schmutzig un-

ausstehlich und wenn ich je eines bekommen muß. dann jedenfalls nur em einziges und so spät als möglich!" Ein trotziger Blick traf dabei Schwiegervater und Gatten. Dieser alte Mann verdroß sie nachgerade mit seinem schulmeisterlichen Ton; er sollte nur merken, daß sie sich nicht dadurch einschüchtern ließ. Andre, der über das seltsame Benehmen seiner Gattin sehr unglücklich war. versuchte das Gespräch in's Komische zu ziehen. Ter alte Herr aber schien sich über die Ansichten seiner Schwiegertochter kaum zu wundern. Die Sache war ja vollständig logisch: ihn hätte das Gegentheil viel eher üöerraschi. Weder für Kinder noch für ein häusliches Leben hat sie also Sinn. Wird sie dann wenigstens eine gute Gattin sein?" fragte er sich besorgt. (Fortsetzung folgt.) Das StolleriM. Sommerliches Volkssett in wendische Dörfer der Niederlaufiy. Wie die Teutschen zum Einzug des Sommers auf heiligen Bergen Johannisfeuer anzündeten, so hielten die Wenden in der Niederlausitz schon in früben Jahren am Johannistage das Fest des Stollereitens" ab. Das Pferd war ihnen das Sinnbild der Kraft und des Muthes, und deshalb wurde ein Wettreiten um den Siegespreis veranstaltet. Diese Stollereitenfeste werden noch heute in den wendisch gebliebenen, aber auch in den deutsch gewordenen Dörfern Da Stollereiten. abgehalten. Schon Wochen vorher wird zum veste gerüstet, das aber jetzt nich mehr überall gleichzeitig abgehalten sondern aus mehrere Sonntage vor und nach dem Johannistage vertheilt wird damit die Bewohner des einen Ortes auch an dem Vergnügen des andern theilnehmen können. Jeder Bursche und noch mehr jede Dorfschöne mutz bei dem Feste m neuem Staate pran gen. Ter Putz der Mädchen ist beson ders bunt und strahlend, und oft rech kostbar. Weite, seidene Schurzen um schließen den buntfarbigen, weitab stehenden Nock. Von dem schwarzen Sammtmieder heben sich die wechen spitzenbesetzten Hemdchen mit buntem fc i w V V f i Y. o TL uientucy voriyenyasi ao. juclss Hin terhaupt wird von dem kunstvoll ge wundenen seidenen Kopftuch bedeckt Die weißbestrümpften Füße stecken in feinen Lackschuhen. Die Burschen tra gen theils Hüte, theils Mützen, die mi schmalen, seidenen Bändern geschmück sind. An der Brust hat jeder emen buntbebänderten Blumenstrauß. Die Burschen hoch zu Roß, die Mädchen zu Fuß. so versammeln sich alle auf dein Dorfvla. Ems der Mädchen, die Erste" in der Spinn stube, tragt aus ihren Armen eme Stolle, ein aus Kuchenteig brodartig geformtes Gebäck, das vollständig M bunte, feidene Tücher eingehüllt ist. Dann begibt sich der bunte Zug auf einen Brachacker, um den Wettritt zum Austrag zu bringen. Die Mädchen bleiben am Male stehen, während die Burschen auf ihren Pferden sich ungefähr z Meile weit entfernen und dort aufstellen. Auf gegebenes Kommando lassen sie ihren Pferden die Zügel schießen und treiben sie durch Gerten zum schnellsten Laufe an. Dem Sieger wird die Swlle zutheil; doch auch der letzte wird nicht vergessen: er bekommt ein buntbebändertes Thonpfeifchen. Unter dem Jubel der Zuschauer geht es dann zum Tanzboden, wo das Volksfest in später Nacht seinen Abschluß findet. Kaffeebohnen liefert jeder Kaffeebaum in Honduras durchschnittlich z Pfund. Die neuen Filipinosmünzen sollen am 4. Juli in Mamla in Cirkulation aelanaen. JnderFeldmarkvon Massa di ornrna (Unter-Italien) fand ein Ziegenhirt ein Kreuz, wie es die Bauexn an Stellen von Unglücksfällen ode: Mordthaten zu setzen pflegen, damit die Vorübergehenden eine Fürbitte sprechen. Es fiel ihm auf. daß die Erde unter dem Kreuz frisch umgchackt war. und von Neugier getrieben, begami er zu scharren und fand -u seinem Entsetzen die Leiche einer etwa 40-jäh-rigen Frau. Wie sich herausstellte, war die Frau von einem Bauern Namens Gennaro Papcrio. den sie des Felddicbstahls beschuldigt hatte, dort lebendia bearaben worden. i

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Illinois und Vichigan Pesvivania und 14. 9 Senate Ave. und 18. ti No. 1 Spritzenhaus Jnd Ave naheMichiga i2 Meridian und Walnut !4 Ealifornia u msnt Z5 Blake und New Dort 3 Ind. . u. Et. Slair !7 City Hospital S Blake und North 39 Michlgan und AgneS tl No. s Spritzenhaus Washington nah Weft t2 sendors u Wash. 43 Missouri u New Kort tö Meridian u Wash 16 Jllmois und Ohlo 17 Eepitol v. u Wash 48 mgau'S PorthauS 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Etr öl No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 62 JllinoiS u Louifiana 63 Weit und Souch 64 West und McCarty 66 Eente Lv. u Henry 67 Meridian und Rah 6 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Morvi 59 Madiion Av. u Dunlop 61 No 2 Haken LeiterhauK South nahe Delawar 62 Penn, u Merrill S3 Telaware u, McEarttz 4 äst und IMM 6 New Jersey u. rill 67 Birg. Av. u Bradsha 8 East und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. ll Spritzenhaus Bir Av. mlhe Huron 72 East und Georgia 73 Ceda und Elm 74 Davidson u Seorgt 76 English Av. u Pine 7 Shclby und Bäte 7? No, 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelbs 79 Fletcher Av. u Sdelby 31 Market u. New Jersey 2 Delaware und Wash. 55 East u Washington 84 New York u. Davids 86 Taubstummen Anstalt 56 Ber. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. Sl No. 13 Svritzenbau Marvland nahe Mer. 2 Meridian u. Gcraia. 93 Meridian und Louth 94 Pennwlv u. Louisiana 5 Virini? Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 grand Hotel. g Capital Ave und Dt)i .23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 1. ,26 Central Ave und lt. 126 ?andS und 15. 127 Brooksid und Jupiter 128 Eentral Ave und 17. 129 Dklaware und 19. t3l Alabama und 11. 132 Bcllesontaine und V. 134 College Ave und 2. 136 Delawar und 13. 136 Alabama und RorH 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 13? Cornell Ave und 18. 141 Hände und 19. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey Mit 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hillfide Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 162 Part Ave und 2. 15? 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Pleasan 726 Prospck undleasani 726 Orange und Harla 7 Liberty und Wen 729 9?0lU UNd LvUth 81. No. 16 SpritznhauS Ost Washington S 815 Markt und Noble 14 Ohio . Highland v gib Michigan u. Highlanl Sl Market u Arsenal Aw 817 Oft la Union Bahn eleis. S21 Pan Handle 82 Vermont und akott 824 Wash. und Stadt A. 82 adden'SLoungk Kak 826 T ucker und Dorsey 827 Wash. und evile X 82 Ro. 1 SrtzenhauS Bcville nahe Michiga, Sl Coutheaftern se Woodsite. 8S2 Wash. und Dearbor, 84 Southeastern und Arsenal AveS. 8 New York d Tenchk V12 JllinoiS und Naryl 91 JllinoiS und artet. 914 Perm, nd ftafr 167 Atlas und Pike. 163 Bloyd und Pawvaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood l2 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd i5 St. Clair u. eystone 167 Arsenal Ave und 23. 168 Bellesontaine und 28. 15 Delaware und Spezial-Signale. krsten 2 Schläge, zweiter Alarm, Zweiten Schlage, dritter Alan.,. Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 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