Indiana Tribüne, Volume 26, Number 251, Indianapolis, Marion County, 13 June 1903 — Page 5
Indiana Tribüne, Juni 1S0S.
VelrcffS veörätt, t russ scher 3w.i, . Es ist völlig festgestellt, daß die scheußlichen Greuel gegen die Juden
zu ZiiÄinen oder ttncmneiij. Der
Im gcKcilMtttt ..,..t,
9Rerfwürij Rettung t:i;& rvoli Tage (
dendig begrabenen ccRtamic. Vor Kurzem brachten die deutschen
Hauptstadt der südn?ost-russischen Pro- Zeitungen interessante Berichte über die
vinz Bessarabie. in dem anfänglich Rettung eines wackeren Seemanns aus
geschilderten Umfange stattgefunden höchster Gefahr. Darnach hatte der Ei-
haben. Allerdings beging der cnt- genthümer und Kapitän der Kufftjalk
menschte Pöbel bei derselben Gelegen- ss.nkte " Knoelland. nachdem er auf
heit zugleich Gewaltthaten gegen Chri- hn von Rirbö'ft in der Ostsee mit
sten, zerstörte auch einzelne Christen- nem Schiffe gekentert war, in der hauser und raubte auch eine Kirche R m des kleinen Sealers. der wie eine
aus. Aber diese zusätzlichen Gewalt- Taucherglocke von der Luft im Schiffsthaten sind nur ein neuer Beweis Df schwimmend erhalten wurde. 12
dafür, daß Seitens der Negierung aa. Islnsl ausaebalten. Von Sckmie-
nicht die gehörigen Maßregeln zur den und Schlossern mußte er aus seinem Verhinderung oder Unterdrückung der Gefängniß befreit werden. ry jf i r i r jt . L L O . ' i ' .
yanoiy5ien oes icnon voxijti im 0'- Ueber diese merkwürdige Rettung stände der Gähruna begriffenen Pö- rnn mm ock folgende ergänzenden
bels ergriffen wurden. Und Die seither Mjttheilunqen vor. Als sich Kapitän r 1 e .r L. cr - - w . '
crroigtc Avoerusung oes rooinziul- Enqelland der Thatsache bewußt wurde.
gouverncurs von Raabe durch vie haß das Schiff auf dem Wasser trieb, russische Regierung ist eine schwäch- baute er zunächst ein Gerüst, auf dem er liebe Maßnahme. Ob die Regierung stehen konnte. Sein Schiff hatte elf betreffs der Bestrafung der Greucltha- Liefe, und er konnte ausmessen, ter kräftiger zu Werke gehen wird, muß daß er über sich noch fünf Fuß Raum
Ilch erst noch zeigen. hatte. Unten war alles offen; die See
Sicher ist Eins: unter den Millio- schlug von unten in die Kajütsräume
nen von Juden in Rußland wird nun ein und zertrümmerte alles, was in den- . . M m i w , nrr t
die Auswanderung, zumal vie nacy feiocn voryanoen war. n;ti urnne ge-
d:n Vereinigten Staaten, in unge- lang es Kapitän Engelland, einigen
heuerem Maße zunehmen. Darob Proviant und mehrere Werkzeuge her-
macht sich der treubewahrte jüdische veizuschassen.
Menschenfreund Simon W o l s Das Tageslicht brach von unten
in Washington leine Gedanken. Nach- durch das Wasser hindurch unv warf dem er die Scheußlichkeitcn von Ki- in den Raum einen Schein, der unge-
chineff gehörig beleuchtet hat, sagt er: fähr dem Mondlicht vergleichbar war.
.Ich ,ik, wi. we unsere Regie- 3Ä .
rung in Mcf Sache gchen tarn, D,e '1 'STSL'IJZ
Grundsatze, welche in der deruhnileu .7". "
rumänischen ftote des StaaiSministcrs vfv -, ois -ST (ft.
Hau so gioszartig verkündet werden. "" " ' ' " tf 1 I t U iZ I hif r,ifls)n mit inm VSnmmpr nnn
VV3klU IVII Hl 14 HIIHIl fIllV VJVVJV.t
ße
Eröss nung
am
Montag Abend,
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Juni,
von
sind auf die gegenwärtige Lage der rv . v 1 m..tf cVrrt
die Schiffswände, um sich den vorüber-
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r, i Tr, Zw hH iiiw fahrenden Schissen bemerkbar zu ma. Jahr 18.0. aU nur ein W W m gnt ie bc, T ÄÄ mJELu sorgk. davon leg, der Hammer ein be. ?un ? Sud' .us Ä; ledies' Zeuanik ab. er ist nämlich an
lancii wui, iuucuu vtuiiwu vy i u . ... -iutM i-
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uu, .nein JüUjjuuuu uu uuu. ftinhiirrfi frhT.f ffnNnnh tnt
gt Kwsburg Andrew en schweb er solle seine guten Dienste L JL f..s n. f.'. m
cr 1 , 1 r , .UUII'IU vuiuuvui uui, v uuuv vi ! Kiel ew Neservesegel verstaut und fand
vviiwiw "iuuuu ' .5 außerdem dort mehrere Kartoffelsäcke. Kriegsgouverneur von Pennlylvanien. diesen Materialien, die vollständig darauf seme voll, Sch'. und . locken waren, machte er sich sein Nacht-
An u"., au.iu.uuua V1' lacicr zurecht.
den zu verhindern. Die neuesten
Schandthaten in Rußland werden zu
einer vermehrten Auswanderung fuh-
ren; das, was im Falle Rumäniens nur eine Brise war. das wird im Falle
Rußlands ein Wirbelsturm werden
Unsere Städte an der Meeresküste
sind überfüllt, unsere Unterstützungs-
Mittel beinahe erschöpft; und wenn di.r Auswandererstrom fortdauert, so
müssen entweder die Thore geschlossen
werden, oder muß man die Gesetze
liberaler machen; denn die jüdischen
Bürger- der Vereinigten Staaten allein
können die Lasten nicht trauen, die
aus den Grausamkeiten Rußlands
erwachsen. So wird die Sache das
Gesammtvolk unserer Republik an
Am Tage seiner Rettung horte er
plötzlich das Geräusch von Fußtritten
über seinem Kopfe und er gab sofort
mit dem Hammer ein Zeichen seines
Daseins. Der Dampfer Aurora"
hatte ungefähr 18 Seemeilen von Rir-
höft das Schiff treiben fehen und ein Boot mit dem Steuermann und zwei Matrosen nach dem Wrack geschickt. Der Steuermann meldete sich sofort auf das Klopfen und versuchte Engelland aus seiner schlimmen Lage zu befreien. Er löste zunächst eine Niete. Durch das entstandene Loch trat jedoch die Luft heraus, wie das Gas aus einem geöffneten Gashahn. Da man fürchtete, daß durch das Ausströmen der Pust ein Sinken des Schiffes ver-
gchen. und das jüdische Problem Eu- laßt werden würde, so wurde daö ropa's wird unglücklicher Weise ein vch wieder durch einen Kork geschlos- . r i : r cv n.. v, m...;; . ' . . . , . ,
poiuiiajrc tfuuui m vzn cicuuyitu jcn UUü das schiff im chlepplau nacy vnrVn rtTitrn f nssio WiP I t n i r .t .1
siiumti. iwvvvv.i. m oem naajiien jyufeu geuraci. qjui ciRegierung der Bereinigten Staaten foIgte die Befreiung des Unglücklichen, die Großmächte Europa's einladen. ?er Kavitän istZlakre alt und ver-
für Civilisation und Menschlichkeit zu. heirathet. Sein Zustand war trotz aller
sammenzuwirlen uno an oen zar zu überstandenen Entbehrung und Aengappelliren." sten körperlich wie geistig normal.
Mas Simon Wolf oben über den Trinkwasser hatte er vollständig ent-
m , I tul ..mV am TaIam CV ÄMM X- rt A O V
von iym veranlatzien erfoiareicyen vcuri uilv um iizn uyc uiit w
von Präsident Grant zu Gunsten der reits calzwasser genoffen, um femen
Juden in Bessarabien gethanen Schritt urft zu fnuen.
1 ? : r -Tx7 s 1 feR;-' coziesr Place ' the Cy M
.Concert von Veisers Orchester..
Jedermann ist fendttchst eingeladen.
Eintritt frei !
Man nehme die Nord Illinois Str. Car bis zur 26. Straße und gehe einen halben Square westlich.
Des Staates Pfleglinge
In den Straf und Wohlthätigkeits-Anstalten.
Aus dem gestern veröffentlichten Be
richte des Secretärs Butter von der
sagt, ist buchstäblich wahr. Am fünf- ? a AatJUMi für Mnltispit CosfiwFletcher PackingCo
zehnten Juni aber wird er mit einer ummar,,mco magren. ZI mlZtT . tT 7 ?T Ww Automobile Co O l V cm : df ;.;... . . I t .sl(it,i(ti hi h.rhnr Artf mh. " 17
nrn-r fnn fsf - b irftfN evu atiON -tUIC MQH IIN ziuiUC;V)Cüicic cjicucui i civ.siiiuum vur ndvl. Waredoule (5o
Audienz harn Staatsminister Hay eintreibt, wird in russischen Blättern rend der am 30. April abgelaufenen 6 Jrior Mfg. Co 300
haben, um diesem seine obigen Ideen foigenoermaven gqa)uoeri grn w Monate die Zahl der Pfleglinge in den Jnter-State Ear Co
vorzutragen.
In dem von Simon
Connth-Revifions-Behörde.
Die 5ounty - Rev isions-Behörde hat den Steuerwerth des Eigenthums fol gender Firmen im County wie folgt festgesetzt:
1903. 30,000 4.000
19,57
Wolf ange
führten rumänischen alle bat der
Appell unserer Regierung an die euro-
päischen Mächte freilich bis jetzt bei
diesen wenig gewirkt. Aber einem Ap
pell betreffs Ruhlands könnten sie sich, angesichts der Greuel von Kichinefs, doch nicht so leicht verschließen. Und wenn Hay seine Einmischung in die rumänische Judenfrage mit dem Einströmen bedrängter rumänischer Juden nach den Vereinigten Staaten begründete, so wäre eine solche Begründuna hinsichtlich des Zuströmens bedränoter russischer Juden noch äugen fälliger. Der Washingtoner Menschenfreund hofft, durch eine Einsprache der Ver. Staaten und anderer Mächte, wie er sich dieselbe denkt, eine Besserung der Lage der Juden in Rußland herbeizuführen, und eben dadurch einer Ueberfluthung der Ver. Staaten durch russNch-jüdische Einwanderung vorzu-beugen.
y - f . ft rl rx T Hllll WH xj" tHi(iiiii v. , i-viviiv ie xw .. .. ÄÄjÄlÄ S'a.sanstal.n ,unmmm i Jn....S..e
gaben stark im Rüastand ist. Erver- yar, oeionoers oie oer jnian o sichert auch diesmal hoch und theuer, Jrrenasyle. Ueberhaupt ist die Zahl
daß er nicht eine Kopeke besitze, daß die er Pfleglinge der letzteren Anstalten
hochwohlgeborene Beyorve noch war- letzten 5 Jahre stetig ge
icn IlllillC Ul UZl lUKlliiy Ullll .' Irr 1 i k-it-s,ns,,it fiiMm würde u s. w. wachsen, wie folgt:
VVllVjVIVVjVIIV( v IVW '
2,000
1902. 60,000 2.000 18,500 Neu Neu
41,650 Neu
Generalleutnant v. Ein e m. der demnächstige preußisch? Kriegsminister, ist am 1. Januar 1853 zu Herzberg in Hannover geboren, hat also erst vor kurzem sein fünfzigstes Lebensjahr vollendet. Beim Ausbrück des französischen Krieges trat cc als Fähnrich in das 2. Hannover'che Ulanen-Regiment No. 14 ein. legl,' später eine glänzende Laufbahn ::i Generalstabe zurück, war kurze Zeit Kommandeur der 4. Westfälischen 5Hi rassire und von 1895 bis 1898 Chef dse Generalstabs des VII. Armeekorps in Münster. Seit Ende September 1898 gehörte er dem Kriegsministerium an. zunächst als Abtheilungschef und seit dem Frühahr 1900 als Direktor des allgemeinen Kriegsdepartements.
Als Grizko endlich fertig ist. steht der Gemeindeälteste phlegmatisch aus, zieht ihm einen Stiefel vom Fuß. sperrt die-
sen in den Schrank unv fagt: so
lange Du Deinen Beutel nicht offnen.
geehrter Grizko. bleibt der Stiefel hier
und Tu kannst sehen, wie Du mit entern
Stiefel auf Arbeit gehst." Lange par-
lamentirt Grizko und schwört bei allen
Heiligen, daß ein Menich und seine
Stiefel für ewig zusammengehören.
aber Niemand antwortet ihm. selbU der
sonst so mittheilsame Gemeindeschre,
ber thut, als wenn Grizko Luft" für
ihn wäre. Endlich holt Grizko seus
zend und stöhnend den Beutel aus der
Johnson Woodbridge Co.. 21,500
3500: 19023700: Kamv'S fttstj & Ödster Co. 610
Kiefer Drug Co 128,280 128,280 Kipp BroS 80,000 80,000
1899 Durchschnittszahl 3100; 1900
-3200; 1901
19033800.
Im Ganzen befanden sich in den
Staatsanstalten am 30, April 1903;
554 parolirte mitgerechnet, 9353
Pfleglinge.
Verglichen mit der Zahl der Staats-
Pfleglinge am 30. April 1902 stellte
sich die der heurigen wie folgt:
1903. 102.
Johnson's Practical Rail way Cor. School,
Huntington & Page,Seeds wen 10,680 German M.dicai Elec. Co. 1.180 Jungclaus, W. P., Co.... 17,500
100 Neu
6.500 2,400 17.500 21,500 Neu
Hurrege.
Central-hospital für Irrsinnige. 1.785
Nördl. Hospital für Irrsinnige. 784
54 1 507
Tasche leat fünf Rubel auf den Tisch
des Hauses und kauft seinen Stiefel Oestl. Hospital für Irrsinnige aus war druckt er das Geld ae- Südl. Hospital für Jrrsmmge
rade zum ??rüblina sehr nothwendig. Soldaten-Heim.
aber mit einem Stiefel kann er doch Soldaten- und Matrosen. Mai.
nickt arbeiten aeben! sen-.yaus 090
w 1 . - r t r 1 1 r sr
Xauoitummen-nnal! auo
(7 in I UIat(( 8, liNden.Änttalt VAl
w . .. - - - . - -
b l a t t" wird seit Kurzem vom kai- Schule sur schwachsinnige m
f.fTir ftrtHfHssn Osrnt in SAorlin der. .. 905
i v vv 1 v v7' 1
herausgegeben. Ter Zweck des Blat- Staats-Zuchthau, 7o3
tes ist die Mittheilung aller erbalt- Neformatormm yoy
liehen Arbeitsnachweise, dann die Frauen-Gef. ngmh 53 (SrniTWimrt dS 9Trff il?,rnrtrf im ?lndustrieSchule für Mädchen. . 188
V V.GV s. -v ..-....-........-. I -W W
In- und Auslande. Ferner bringt das Jndiana Knaben-Schule 570
neue Blatt Mittheilungen über Arbei-
1,721 775 15 631 552 581 310 135 822 844 913 56 154 513
terschutz, Statistik und Gesetzgebung, so weit von ihr die Arbeit oder die Arbeiter betroffen find und die Einigungsämter. Tausend Vereinigungen von Arbeitern und Arbeitgebern,
Krankenkassen und Emzelfirmen ha-
Total 8,799 8,022
Die Pferde-Ausstellung, welche unter den Auspicien der Herbst' ferl'Bereinigung veranftalt wird, wird
ben sich bereit erklärt, dem Blatte regel- wahrscheinlich in der Woche vom 21.
mäbiLe Berichte zu erstatten. 26. Sevtember abaebalten werden.
UM Petroleumlampen schnell und leicht zu reinigen, reibe man Brenner und Glasbecken von innen und außen ohne Wasser mit trockener Holzasche und weichem Papier tüchtig ab. Die Asche zehrt alles Betroleum auf und das Becken wird spi'!gelklar. Diese Methode ist dem vielsach gebräuchlichen Auskochen mit Seife und Soda bei weitem vorzuziehen, da bei letzterer Behandlung mit der Zeit die den Brenner und Becken verbindende Alaunverkittung durch die scharfe Lauge gelöst wird. Sammt zu waschen. Zwei Rindsgallen werden mit etwas Honig und Seife in weiches Wasser gethan, gekocht und fleißig umgerüff.t. Der Sammt wird dann auf ein reines Brett gelegt und mit obiger MischunH mittels eines Läppchens ziemlich stark befeuchtet; daraufhin wickelt man ihn auf ein Mangelholz und i)llt ihn, bis der Schmutz verschwunden ist; als dann wird er durch reines Wasser gezogen, nochmals gerollt und endlich aufgehängt, dcnit er halb trocken wird. Mit in Wasser geweichter und aufgekochter Hausenblase wird der halbtrockene Sammt naß gemacht, zwischen ein Tuch geschlagen, so lange, bis er trocken ist, gerollt und zuletzt mit einem Tuche wieder abaerieben.
Ueber einen komischen Zwischenfall bei der letzten Kaiserparade in Wien wird von dort berichtet: Während des musterhaften Vorbeimarsches der Landwehr - Infanterie kam ein heftiger Windstoß, der die Truppen in eine Staubwolke hüllte und ihnen die Hüte vom Kopf riß. Artilleristen hoben die Hüte auf und trugen sie den Jnfanteristen, die stramm und ohne mit den Wimpern zu zucken an dem Kaiser vorbeimarschirten, nach, ein Ereigniß, das wohl in keinem Exercier - Reglement vorgesehen ist. Für Jeden, der selbst einmal den Hut mit stolzem Federschmuck trug, ist dieses Ereigniß nicht unbegreiflich. Der Hut ist zwar recht malerisch und kleidet den Mann prächtig, aber er sitzt wohl trotz des Sturmbandes nicht fest genug, um einem hestigen Windstoß Widerstand zu leisten. Der Tschako, der weniger kleidsam ist, sitzt dagegen wie angenagelt auf dem Kopfe und hält auch einen Orkan aus. So kommt es, daß Jägern und Landwehr - Infanteristen, die den Hut tragen. das Malheur passiren kann, daß sie plötzlich barhaupt werden, insbesondere, wenn Habt Acht!" commandirt ist und sie ihre Hände zum Halten der im Winde unsicheren Hüte nicht verwenden können. Johann Peter Hebel erzählt in seinem ..Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" eine derartige Soldatengeschichte. die er Hutregen" nennt und die ihm nicht ganz glaubwürdig erscheint. Nachdem er Mancherlei Regen", z. B. den Steinregen von Stammern in Mähren, der am 22. Mai 1808 fiel, beschrieben, findet er es am unbegreiflichsten, daß es einmal Soldatenhüte geregnet haben soll. Ein Bürger aus einem kleinen Landstadtchen in Sachsen soll eines Nachmittags nicht weit von einem Berg auf seinem Felde gearbeitet haben. Auf einmal ward der Himmel stürmisch, der Mann hörte ein entferntes Donnern, die Luft verfinsterte sich, eine große, schwarze Wolke breitete sich am Himmel aus und ehe der gute Mann es sich versah, fielen Hüte über Hüte rechts und links aus der Luft herab. Das ganze Feld ward schwarz, und der Eigenthümer desselben hatte unter vielen Hunderten die Wahl. Voll Staunen lief er heim, erzählte, was geschehen war, brachte so viele Hüte mit. als er in den Händen
tragen konnte, und der Hutmacher des Ortes mag keine große Freude daran gehabt haben. Nach einigen Tagen erfuhr man aber, daß hinter dem Be.-g in der Ebene ein Regiment Soldaten exerciert hatte. Zu gleicher Zeit kam ein heftiger Wirbelwind oder eine fogenannte Windsbraut, riß den meisten die Hüte von den Köpfen, wirbelte sie in die Höhe über den Berg hinüber und ließ sie auf der anderen Seite wieder fallen. Ganz unmöglich, meint Hebel, wäre wohl die Sache nicht, indessen gehöre eine starke Windsbraut und folglich auch ein starker Glaube dazu. Mehl von ausgewachsenem Getreide brauchbar zu machen. Oft, wenn Brot- oder Kuchenteig gemacht wird, bemerkt man, daß er immer dunner wird und Glanz bekommt. Beim Backen UN) Kochen wird er dann unansehnlich, weil er auseinanderocht. In diesem Falle macht man den Teig etwas fester an und gibt zum Einmachen einen Eßlöffel, zu größeren Mengen auch mehr, reinen Kornbranntwein. Der Teig geht auf. Alkoholgeschmack behält er keinen. Schutz gegen Verquellen d e s H 0 l z e s. In Pint Benzin wird so diel geschabtes Paraffin aufgelöst, bis das Benzin gesättigt wird. Mit dieser Lösung werden bei trockenem Wetter die ungeschützten Holzflächen mittelst eines feinen Pinsels bestrichen. Das Benzin dringt sehr schnell in das Holz ein und nimmt so viel Paraffin mit sich hinein, daß die Außenfläche des Holzes ganz glatt wird und leicht gleitet. So behandelte Thüren. Schubladen u. a. verquellen nicht mehr. Eine Zahnradschmiere, welche sich bei schnell laufenden Getrieben sehr gut bewährt haben soll, besteht aus einem Gemenge von Graphit (graphite) und Kerosin. Man nimmt guten Graphit, schlemmt denselben so rein wie möglich, so daß alle Unreinigkeiten sicher aus ihm entfernt sind, und bereitet dann durch Zusatz des Oeles eine Schmiere, welche jedoch nicht zu dickflüssig sein soll. Diese Schmiere ist auch deshalb empfehlenswerth. weil sie lange vorhält und nicht oft erneuert werden muh. John Weber's Wirthschaft, No. IM West Nortk Str.
