Indiana Tribüne, Volume 26, Number 250, Indianapolis, Marion County, 12 June 1903 — Page 6

6

Jndiana Tribüne, R. Juni I903

Sein Heldenstuck. chen mit Grandezza an und erhob sich, kann die feinsten Handarbeiten ma-' Werbung auch bei Ihnen, gnädige so hurtig es ihm nur möglich war, auf chen, versteht auch vom Zuschneiden Frau, vorzubringen, mir erlaube, bitte Humoreske von Anna Vogel v. Spiclberq mc kurzen Beine, um dem künftigen etwas und im Kochen kennt sie sich sehr ich, mir die ergebene Frage zu gestatPapatschi." schmeichelte Ellv dem Schwiegersohn entgegen zu gehen. gut aus, die Elly. Alles, was recht ist: , ten, was Sie, verehrte Gnädigste, ge-

dicken Herrn mit dem behäbigen rothen mn le-chtes Anklopfen, und Otto als Kocym ym, mmmt 1 es icyon gen eme Verbindung Ihrer Tochter Vollmondsgesicht, darin die kleinen ! r? ejn- Dem feierlichen Anlaß ge- mit jeder auljit das muß ich mit mir eigentlich einzuwenden ha-

wasserblauen Aeuqlein fast versckwan

den, du bist so gut und hast mich doch so gern du mußt also mein Glück

maß im ??rack. mit meiner Salsbinde. sagen, wissen Sie? Da hat die. Mutter 6en?'

ocn Klappyut in der grau oehand- schon drauf geschaut. Und wie! Sie Die ruhige Ueberlegenheit seiner schuhten Hand. hat die Elly überhaupt sehr Wirth- Worte liefe fsrau Vflanzl momentan

r n . r ir : j w tv..5:x . , .

So, Mädel schrie er, ihr entge. genstapfend, auf sie ein und nahm sie hastig bei der Hand. Da hast ihn, deinen Bräutigam er deutete auf Otto ... Ich will es so, dein Vater. der dein Glück will! Und wenn's der Mutter zehnmal nit nach Wunsch

ls . . . Hat sie vielleicht jemals mir was nach Wunsch g'macht? Ja, beim Bä-

The Victor.

iihrtlprHfi (stnhrt m 5 1 , ' s v r. " a, c x r : j& ... t..;r:x I i . . -

- 1 1 - rr . i r- i . i l l 11 iili in im -i 1 i i i i i r m l i m i mii i i i i i i im u m r r j i i i i tr i - üi ri m n rr i t m w " 11 . . .. . - i i

rooutn. MS NN0 ICt) der nur mtt j'sirj1 T-,7 5 LT'H, , Tf' "fZ; 2 " Sä ur U" ?l'un9 3aiqen.: atm G chundkn hat r mich ll mtin: kern Jngcnieur. dem Otto Meißn, ' l'' ? Achtung! Und kurzum: meine Ke.n Wunder. In ihrer verbissenen 1 CeMon," wetterte er entfess?,t arauf Du wirst also Ja sagen, wenn er heute 22 ? mT5!"m r 1 1 J SS" Ä '"brave, Saremgenommenheit hatte sie sich d,e- j los. indem er in jäh erwachter Selbst. ! kommt. Du wirst es thun. Papatschi? !JftÄ,,2 iMÄA? vl" "Men ,m Grunde genommen ! erkenntnif, in drastischen Worten sei-

OJeit; .f ' ' vlv vulu wcu 4 uii iiuiiuiiici jjiuuii w uiuuui, uuu uu' gunz anoers oorgenelli; nun 10.9 nem Herzen iuft machte- (5in'n ,Na. weikt du. Maus,, meinte der .doch sehr gehoben. tt. .mm - Herr Pftanzl holte zu etnem aber einen Mann von Welt oor stch. ! Hanswurscht, ein'n Narren, ein'n Ak.

91111 vvn uci ir utuuuueii zeroeu- jicucuiukii, uuii qciuumuen mau pern oer aar mans yiUnDteiitp hnttfa an

gute Papa, indem er mit verzwickter Miene sich den wie ein Billardball glänzenden Schädel kraute, ich möcht's schon sagen, aber wird's was nutzen, wenn die Mama nichts davon wissen will? Verflixte G'schicht' das mit so einer Frau! Wenn die einmal bockig is, da richt't niemand nichts gegen sie r40." Du bist aber doch der Mann, Papatschi," schmeichelte das Töchterlein 1s reichen Wiener Spitzenhändlers ihm weiter. Sie muß wollen, die Mamatschi, wenn nur du einmal ernstlich willst. Und das mußt du jetzt, du mußt ihr einmal den Herrn zeigen und " Uijegerl" entschlüpfte es unwkllZürlich Herrn Pflanzls Mund, und

leine Hände griffen hastig nach dem

ops. Der elnen Herrn zeigen wol

gung, die der Herr k. k. Staatsinae

rneur ihm machte. Das nahm den Vater Ellys sofort für den töchterlichen Freier ein. Aeußerst würdevoll erwiderte er die Verbeugung und reichte dann in impulsivem Dränge dem anderen die Hand. Freut mich sehr, Herr Ingenieur, Ihre werthe Bekanntschaft zu machen," nahm er gleich selbst das Wort. Meine Tochter hat mir schon alles erzählt, und und " Er wurde ein wenig verwirrt, der gute dicke Herr, und wußte nicht weiter. Nur das wußte er, daß er soeben auf dem besten Weg

geweien war, dem jungen, hübschen Mann seine Elly förmlich selbst anzutragen. Na ja, er war's so wenig gewöhnt, in seinem Hause etwas zu bedeuten und das Oberhaupt der Familie vorzustellen, daß er gar nicht dar-

1?T hfli V ftltS mir -i ' rr r& W Ur

ans fnhnr r nnf rwn 9siiSiinnnhnnfT ftrf Krr ;,s. t.ii. . , . .a . ' .

w t r , 1Z2 l ' 7 1 "v v,cuclui yanc ia jeiji ooruoer, und oeswea n er und Kern ferner langen Rede zuruckge- gefallen können, wenn nickt eben das führte Elly Otto zu und leqte ihre Öft"! ualThin 7 Vorurtheil, das sie gegen ihn hegte, in Hände ineinander - da habt's euch stens so weit es sich um m tx n e Per- ihr machtlger gewesen wäre als gerech- Binder! Und mein'n Segen auch da son handelt wirklich sehr geehrt te Einsicht. Aber so ... Nein! Man zu" burch Rnn Antrag und indem, daß hatte sich zu einem Eomplotl gegen sie : Mit einer Hand faßte er (5lly, mit ich als Vater reden thu sag ich hm vereinigt hohe es gewagt, über sie ! der anderen Otto beim Kopfe, drückte hm - mcht Nein dazu, Herr In-, ganz einfach hinweg zu gehen, als wäre ' sie einander zum Verlobunaskuß entschenar. Sie haben etwas an sich , sie gar mcht auf der Welt, man stieß gegen und wandte sich dann mit dem was mir sehr gut gefallen thut und sie absichtlich vor den Kopf . . .und das Gebühren eines Triumphators. die - ? V m bCm Taschentuch machte sie unversöhnlich gegen alle Hände in die Hüften stemmend, an seiem paarSchweißperlen von der Stirn, j drei. Am meisten wohl gegen den In-! ne ?rau: ..So, Leni: ietz'n siert' Und die ihm die ungewohnte Anstrengung i gemeur Und aufgestachelt darüber, ! jetzt sag Nein, wenn's dir was' nutzt. in i)lntnonKiii Va -.f HJP V.fc .. : I"i : . rn . n v iUr. ' R . ' ""9"

1 sl 0 c wu'Viti'"u'715 rrD Zl ulHJn8 oriieuungen, , :mas will t denn ausrichten aeaen uns nrpnt Itrtn tnrtvt a. Kam i aTi.m X.a .a tlJU c . ' 1 's l i ; . . . ' o

mSBi' li BiSB ; " '

Ecke Noble und St. Elan Str. Ich erlaube nrn meine Freunden und anntk luinge. daß lch unter dem Namen "The Victor" an obengenavntem Plct,e eint in jeder r,,etz, ernt lasse Wirthschast eröffnet habe. wird mein Bestreben sei, ein in jeder e,iehn, espektable Hau i stthren und an meine eschast freunde, bei coulanter Bedienung, du beskn Qul taten an imvortirten und einheimischen eine. Liqubren. igarren. Vier. etc. ,n verabreiche. V wird mir ,nr lzre gereichen. in meinem letzt, n Lokale begrützen ,u können. Achtungsvoll HENRV VICTOR.

mit kann ich denn dienen?

Ich liebe Ihre Fräulein Tochter."

gestand Otto Meißner nach einem kleinen Schweigen, befangen und errö-

len . . . Na, das könnt' schön werden, äuf einr t Zr SZi ?JrI Men wir zwei gute Mausi! g 5 Das is ia kein Weib, das is ein k. 1; uZ?: ri t : , a

a Vi I1" icö ujun üiauiUI.

-Ciiuilll 13 UU9 UUil Clll UUJ, UCIIIC lic- flsPtT nffav. si W u Wurwi Kr kJJ offenem Munde stand er em

wwwhl runden Weste 'und & .?" "hastigund

N ck! m s mlnnrfns;fm MoXrM-i. . 3 "a4 1V !... 15U

v vl v V V V- V l ir"" ausdruck. i e hat mir meine Herr-

icyatt Mon lanqjt abgenommen . . .

Ach Herrgott, ja." Er seufzte tief und

i.,.i.r: v rt . r

ciuic uuu utiiui ucn stvpj. furX Ix w . . kkt i. -!c.i v m lyeno, und ich werde von ihr wieder So darfst du aber nicht reden, Pa- npru . ' S ' i

t..is4.: , rcs it. .je öv.lVV4. i i mit uuci itiucr aum

1stck.eaufdemÄ 7 ÄÄM ihm hin und chmiegie ihre Wanne an '

seine SAulter . 51n8 ,in, WI n "'". ""' W uy in

h,i MÄ 5 Luh. fc-rfiT L- T. wtIe'": 8 stauben habe, nachdem ein ZSZL b,fJIl bu b,t lustiger Zufall uns r einem Jahre

Das Lebe7w es r n.ch" ü& ! SRanatMi' lind mi nh nttn mirr .3$ . ich weik. warf Papa

du dann n ,K:Zr V''.an,mtt gu,muth,gem Lächeln ein.

i " n l "'v. vvi wll, i ,a Itallt Ui VT3 tl

fn AsürfTt Osss st rnK;: '' vui uumuiö gcrao ein neues

du sngstganz kstimmt ein feste Ja - e'nsdfäa Ki. wunl w rh.n m f.;. e'enä ganze Schleppe ahgeirete,

. . ivi- h.lt itrr .mV. : .

nen .firtsci ,tnh srfini, ihn hn ,,r,rn r' 1""""" ,Ütirc ,

I v 'V" hihi i l-orr W t i L.1- m

Herauf so bittend und vertrauend an, .M v,c, v,. c-., . ' lanntjchast Halt anaesanaen."

vuq lllll UUS Hl UMMClCIl UUll. CV frt vP .tt"l 1 W .3 Gottes Namen. Maust " m- m"J- WhSS! ,'?'

snrack st idr rnuthi., mprrvnh v 7 a.n zarnm,er

djallthu, was du vn mir Ha- ?su.e.n war

lUPt 1t0 fotr ü4n.-.d n tii.

. Mein Goldpapatschi!" rief eä'i

TUDcino und über chuttete lbn mit einer i 7. wL 7:,"

FlutH von Küssen, denn die rfctt. I .JTO

ihn herumzukriegen, war nicht leicht T n.r,n uL rjL l lyr vielmals entschuldigen ... so

st7a'Ä

ging . . . Und dann " er erröthete neuerdings da mich das Fräulein Z -- ; fr- i r.., . . .

Ki)i iniere irie, führte ick den Xuuill.

ihr wieder zu begegnen, herbei und . ." ..Und so weiter, und so weiter," fiel r- nrk . .. . '

llys Äater behaglich schmunzelnd.

ihm ins Wort. Und dann haben Sie

l?."h hrt 4 1 ...(:X I

Hand anhalten wollte, als Eidam auch 'ZJ'T'X"?'??

wirklich acceptiren würde. Zwischen ,mm n i ,nk ihr und dem Manne ihrer Wahl war '7! undr Elly Mn Verkehr

:'. 5."Ä" Ibn, daß dieser die ' z f

vri aqutaiiaen s,;tw (m.it,.. !' ...

benutzen solle, um vou dem Wr7 Ü7s dem Mun da 7 wi

das Herz schwer gemacht, ohne ihm den

Schrecken vor der Mutter austreiben

zu können. Und jetzt, da die Mamatschi" nicht daheim war, hatte Elly so energisch auf sein Vaterherz und sein

mannliches Selbstgefühl losbombar dirt, bis sie ihn endlich so weit hatte

daß er den Freier, der heute um ihre

Papa die bindende Zusage zu erhalten.

uns nicht mehr gesehen und uns

TOimtt rniTPr sütw rttnrwrM,; '" "55. OTF

; r w rr c- 'cv' ' christlich verstand gt. Und somit, da ich dank' dir tausendmal dafür. In IZ: ' j.f ; v . JL . ' Dan.har.ei. iüß.e S ihm Äe WM Es .hat ihm wohl. Es rührte ihn. I?-. 2j S f! j10.

Auch war er über sich selbst sehr ge- T ? 3.ZS

rüfir 1TVs v,fi,r:4; tv wtuyuiiy uui einen va rui TÄÄ! SA-en ulein Ellys Na ia, wir halten halt unser drei " mki.s r.-:

zusammen," sicherte er Elly nun frei- leistn Sahaue de7hrf7rcht V ivlllig zu. Und sie, die Alte es sw . Z!ttL

Vnnr f,i3 iM rrr.rf, r,;r Hrt..rtw, IVVI- Uic lUlUUlCIll iN

,vV. vu, .in, vvtyvtuuL.n.i, s,i,m Sofien fffn sMpsHrSon hnm

" V V4r L VVlil 1 41 1

er es wagt so blasphemisch n mel nach wänlig lan 7n Iah n im sner Frau zu sprechm - soll dann Sadist seiner Gattin. Ach. w if. ""'IL1'" ä das wohl .hat! Und das Bewusttsein.

IVtiä UUSl

Xir w iv it.

itui i. unu war s 101 Knc, -r rtrt, ss.; ac. v.. ffi ir.

srfn ntt 5' .;r.,l k-. If,n' Kfc v a i3 uuuu uvu V19 UIU Ul

1 ; "TTT ' v ".4 ' wj? einer Tochter und des jungen Mannes S nur allem nach entscheiden hatte, füllte ihn mit

tiefer Rührung, .

..Er gab sich einen Ruck nach auf-

il 17 f. ' v warts, der seine kleine Tonnengestalt chd. größer erscheinen ließ und beruhte

vie,eu llgeuollll sll)lllg oie lch m sem joviales Gesicht einen feiWohnungsglocke an. Elly fuhr zu- erlichen Ausdruck zu legen, als er nach sammen. kräftigem Räuspern zu entsprechender

u n, rc jcin, Pkparslnl, Erwiderung dis üort ergriff, raunte sie dem Vater zu. Sie horchte Indem daß Sie, Herr von Meißangestrengt hinaus und sprang mit ner, mir die große Ehre erwiesen habrennenden Wangen auf, als sie von be. um meine 7nrhtr nmuhnU

üufeen Ottos Stimme hörte, die das kann ich hm, muß ich hm. . . will

iiciiuc icniirnaüan naa? errn ich hm . . . Ihnen zuerst etwas saPflanz! fragte. n," begann Herr Pflanzl in dem Be-

Papatjchl. also . . . flüsterte sie streben, ein tadelloses Hochdeutsch loshastig. Ich hab' dein Wort. Sei nur zulassen. Nur kam. da er allzu aewis-

recht lieb mit ihm." Und wie der Blitz senaft die Vokale betonte, etwas sehr . t m - , . . I Li .

war ne zur nacysien .yur yinaus. Gequältes vabei heraus. Knapp bevor durch die andere das Ganz natürlich," fuhr er mit qro

Dienstmädchen hereinkam. ßer Ernsthaftigkeit fort, will ich als

in Herr ,s oraunen," lautete d Vater doch haben, daß hm, mein Meldung in wichtigthuerifchem Tone, Kind glücklich wird. Ich gfotf auch rund hat gefragt, ob der gnä' Herr für gern, daß sie bei Ihnen dieses Glück i kr Hl shrtfffn r'n r ' TJ W CLW , C - r . - .

iyii z ikw . jyic JVUUCil UU TUIÜCN WUO, IDIC iC YM, kS verDlChat er mir auch 'geben." nen thut. Sie ist ein so gutes Kind, Sie reichte dem Gatten ihrer Gebie- die Elly, ein so lieber Schatz," hub er ierin Ottos Visitenkarte, die Herr nun an. der Tochter Lob zu smgen und Pflanzl gravitätisch ergriff. Er that ihre Vorzüge einzeln aufzuzählen, hat dabei, als würfe er nur einen flüchti- alles gelernt, was ein Mädel aus bes-

gen Blick darauf; in Wahrheit jedoch serem Haus können soll, auf den Kopf schielte er sehr interessirt auf sie her- ist sie gerad' auch nicht gefallen, in der

nieder. Der Titel: k. k. Staatsinge- schule hat sie immer gute Ausweise nieur" machte sich gar nicht übel. gehabt, sie spricht Französisch, tanzen

Na, alsdann führen S' ihn halt kann sie großartig, Schlittschuhlaufen

herein, den Herrn, wies er das Mad-' auch, ptt wunderschön Klavier.

schlössen in die Rumpelkammer

und desweg'n sag' ich, Herr Jnschenär," schloß er von dem selbst auferlegten Zwang befreit, wie neugebo-

ren kreuzfidel in den unverfälscht?n Lauten seines angeborenen Dia-

lekts. Desweg'n ... na, wissen S', i bin kein Freund nit von viel Faxen,

unv wenn man halt schon so quisiquasi mit zur Familie g'hört, so " Er breitete einladend die kurzen Arme aus und fiel dem überraschten Freier ziemlich temperamentsvoll um den Hals so desweg'n: na, grüaß di' Gott, Herr Schwiegersohn!" Auf eine so jähe Wendung war Otto Meißner nicht vorbereitet gewesen, doch ließ er es sich gern gefallen und erwiderte, still belustigt über die Wandlung des dicken Herrn, die Umarmung so kräftig, als er nur konnte. Oho!" erscholl da plötzlich hinter ihnen in halb verblüfftem, halb aufae-

brachtem Tone eine tiefe Frauenstimme. welche die beiden sofort auseinanderfahren ließ. Was schwiegersohnt sich denn da in meinem Haus, ohne daß ich was davon weiß? He?" Im Rahmen der kleinen Tapententhür im Winkel, zu der eine schmale eiserne Wendeltreppe aus der Pflanzl'schen Spitzen- und Bandwaarenhandlung direkt in das Wohnzimmer hinaufführte, stand mit starrem Blick und einem wahren Medusenantlitz die Mutter Ellys, die soeben unerwartet bald von einem Besuch heimgekehrt war und, wie sie das manchmal that, den kürzeren Weg durch das Geschäftslokal genommen hatte.

lliiegerl!" entfuhr es unwillkürlich

m liebem iscyreaen Frau Magdalenes Gatten. Die Macht der Gewöhnheit übte doch noch ihre Wirkung, die mi . fl.j. r . .

ilaoerei iieaie t0m gU jehr im als daß ihn das plötzliche Erscheinen

seiner Gattin nicht aus dem seelischen

Vieicygewicyt geworfen hatte. Ein Augenblick lastender Stille

folgte. Papa Pflanzl befand sich in - r, . ' ! '

einer äußern unbehaglichen Situation unter dem Kreuzfeuer der Blicke, denen er von beiden Seiten ausgesetzt war. Die der Gattin bohrten ihn durch und

vurcy und durch und die des Schwiegersohnes ruhten groß und beredt, mit einem seltsamen Gemisch von Befrem-

oung und Aufforderung auf ihm.

Na? Wird man wohl die Gnade haben, mich aufzuklären, wieso auf

einmal ein Herr Schwiegersohn im

Haus ift, und wer der Herr da ist?"

begehrte Frau Pflanzl in schroffem

Tone zu wissen, während sie langsam näher kam und ihre dunklen Augen gebieterisch auf Otto Meißner heftete. r?: :n & . T '

"ic icu wein, yaoen wir lerne ver

heiratete Tochter, und die einzige, die wir überhaupt haben, die hat noch keinr ... , ..

nen rauiigam. .Falsch eingespannt!" ließ sich da Papa Pflanzl plötzlich vernehmen. Der klägliche Rückfall in furchtsame Leibeigenschaft war überwunden, das stolze Bewußtsein des Familienoberhauptes wieder da, und Ottos Gegenwart erfüllte ihn mit todesverachtendem Muthe. G'habt hat s' ihn freilich noch nit, den Bräutigam, die Elly," fuhr er fort, aber jetzt'n hat s' ihn, ihren Bräutigam, denn ich hab' ihn ihr 'geben, liebe Leni " wie souverän und herablassend das klang und stell' dir ihn da vor als den Herrn kaiserköniglichen Staatsinschenär Herrn Otto Meißner. So . . ." Mit kühner Bewegung warf er den Kopf in die Höhe, faltete in gesättigter Befried!gung die Hände über der Weste und wirbelte die Daumen umeinander. Und jetzt gebt's euch die Händ'. Meinetswegen auch ein ordentliches Busserl, wie sich's gehört. Ich hab' nichts dagegen." Diese Aufforderung blieb von beiden Seiten unbefolgt. Frau Magdalena rang, vor Empörung sprachlos, vergeblich nach einem Worte, während Otto Meißner ein unangenehmes Empfinden abzuschütteln hatte. Ich bitte vielmals um Verzeihung, gnädige Frau," wandte er sich mit einer Verbeugung in ehrerbietigem Tone an sie, daß ich gegen Ihren Willen es gewagt habe, bei Ihrem Herrn Gemahl

als Freiwerver zu erscheinen; aber was blieb mir bei der Aufrichtigkeit meiner

, i'u,.. uiu in ufi uu;ic "lliIlllll)IIge UUIY. Was ich gegen Sie einzuwenden ' Mit einem hrM-mrf.ww sirf mtf ,5.

SSTJSä cä scharf und spitzig, in i ren Mann ging sie zur Thür und 4 mMma sL) - f. ' m i . Y rw-fc 1 l r w 19 U

tiefer Gehässigkeit, aus ihrem Munde. Das wird der Herr sich wohl auch sel-

oer lagen sonnen. Em Mensch, der etwas auf sich hält, steigt einem anständigen jungen Mädchen nicht auf der Gasse nach und gibt sich mit ihr Rendezvous hinter dem Rücken der Eltern! Ein anständiger Mensch, der stellt sich zuerst der Mutter vor und bittet um die Erlaubniß, ins Haus kommen zu oürfen, um mit der Tochter besser bekannt zu werden. Ja, so ist's," fügte sie mit hämischer Genugthuung hinzu, da sie den jungen Mann auf ihre beleidigenden Worte bin zu-

sammenzucken sah, und aus ihren Augen funkelte ihm nur so die Bosheit entgegen. So thut's ein anständiger Mensch! Und wer's nit so macht, der is in meinen Augen kein honetter Mensch und hat in einem rechtschaffenen Bürgershaus nichts zu suchen." Die Männer tauschten einen stummen Blick aus und waren beide blaß geworden. Dann schoß dem dicken kleinen Herrn das Blut zu Kopf, daß sein kugelrundes Gesicht wie der purpurn auftauchende Vollmond aussah. Nimm das zurück, Leni," keuchte er, an seiner Aufregung beinahe erstickend. Du hast kein Recht, so zu reden . . . du warst auch einmal jung und hast dich mit mir heimlich getroffen, und ich bin doch g'wiß kein unanständiger Mensch nit g'wesen und hab' dich zu nichts Schlechtem verleiten wollen,

oan o es weißt. Nimm das also zurück, Weib, sag' ich dir. sonst . . ." Na, sonst?" fiel sie ihm. wütbend

über diese Reminiszenz, ins Wort und

pellte sich flammenden Blickes, mit gekreuzten Armen herausfordernd dicht

vor iyn yin. Was denn sonst? Willst du mir vielleicht gar drohen? Schau

lieoer, vatz du weiter kommst und laß mich mit dem Herrn da allein. Ich möcht' ihm noch ein paar Wörtl sagen, die sonst niemand zu hören braucht . . .

ÄlSdann geh'! Dort is die Thür!" Gebieterisch wies sie mit der Hand darauf hin. Das schlug aber dem Faß den Boden aus! Das war für Papa Pflanzl denn doch zu viel! Ihn so hinzustellen vor dem Schwiegersohn, den er als solchen acceptirt! Und er zerbrach nach zwanzigjährigem, geduldig ertragenem Sklavenjoch die Kette, an die ihn seine Gattin geschmiedet hatte. Er schäumte auf in einer Wuth, die für sein eigenes Befinden die nachtheiligsten Folgen befürchten ließ. Sakra!" donnerte es los, und seine Aeugl?in rollten unheimlich in den Höhlen, jetzt hab' ich's aber satt. Jetzt sollst es einmal sehen, Weib, wer dcr Herr im Haus is: ich oder du. Glaubst vielleicht, weil ich zwanzig Jahr ein guter Patsch war und mein Recht nit gebraucht hab', ich werd' mir von dir alles g'fallen lassen? Und werd's zugeben, daß du dein Kind unglücklich machst und daß du einen anständigen Menschen, von dem du dir's nur zur

größten Ehre anrechnen kannst, dak

er dich als Schwiegermutter mit in den

Kauf nehmen will, so infam beleidiast. .i. tn i l .

iuic uu yauun qai . . . uno oay du mich vor ihm als wie ein'n auskneckt

hinstellst, den man einfach hinausjagen kann, wann's einem so beliebt?

Oho. Weib! Da bist du auf 'm Holzweg! Ich bin ein Esel gewesen, daß ich dich mir hab' so übern Kopf wachsen lassen; aber Gott sei Dank! der

Mann bin ich, der Herr im Haus bin ich, befehlen kann ich, und du hast hübsch zu folgen, daß d' es nur einmal weißt! Und darum . . . heda. Ellv!"

brüllte er nach seiner Tochter mit einer Kraft, daß die Wände fast ins Wackeln

kamen und die Leute im ganzen Hause zusammenliefen, Elly. komm herein!

Hereinkommen sollst gleich. Elly! Hörst's?"

Er wollte auf die Thür losstürzen.

aver Elly, die ohnehin tm Nebenzimmer von Anfang an gelauscht, war

schon da, zitternd vor Erregung, mit blutrothen Wangen, einen Ausdruck

schlug sie hinter sich zu. daß es krachte.

via ja," meinte Papa Pflanzl, der sich nach der gewitterartigen Entladung seiner Seele stolz wie ein Triumphator fühlte, in gesättigter Genugthuung: jetzt hab' ich ihr das Wilde abig'räumt. G'sund is's ihr g'wesen, daß sie mit ihrem gottverlassenen Mundwerk einmal zu g'spüren 'kriegt hat, daß ich wenn's grad sein muß auch ein Mundwerk hab', das was ausgibt. Und jetzt. Kinder, freut's euch, daß ir euch glücklich habt." Er schloß beide gerührt in seine Arme und freute sich an ihrem Glück nicht minder als an dem großen Heldenstück, die zwanzigjährige Pantoffelknechtschaft gründlich abgeschüttelt zu haben.

Seitdem der rt 1 1) BC Goldschmied Ruchomowski sich als der Verfertiger der berühmten Tiara des Saitaphernes" entpuppt hat, interessirt man sich plötzlich in Paris auch für seine anderen Werke. Sein Meisterwerk, das vielleicht ein Erfolg des nächsten Salons sein wird, ist einSarkophag aus massivem Silber, an dem Ruchomowski neun Jahre gearbeitet hat. Auf der oberen Seite sieht man einen Zug des Todes". Auf der Grenze eines Beinfeldes schreitet der Tod vorwärts: er trägt ein Gewand mit starren Falten und die Sichel über der Schulter. Hinter ihm marschiren ein alter Lebemann im Frack, ein Herrscher, ein Soldat, eine Krau in auffal

lendem Anzug. einKind, das auf einem Baumzweig reitet .... ein ganzes Gefolge von Personen aller Klassen und Altersstufen. Um die Zeichnung zieht sich ein Rahmen, der aus Dornen gebildet ist. in deren Mitte Kindergesichter lachen, weinen und Grimassen schneiden. Das Ganze ist sehr fein ,..?c.':. cw x. .. ' .. '

uui.n-.uuri an nen C?ettenwan5en des Sarkophags sieht man die sechs Lebensalter. An den vier Kanten bilden stilisirte Todtenköpfe die Füße. DieKöniginvonRumänien vollendete sou eine große dramatische Scene in englischer Spraehe. Diese Thatsache wäre an sich nickt so bemerkenswerth, da die königliche Dichterin sich bekanntlich von Morgens 3 Uhr bis in die späte Nackt im 5kab-

ren. Reiten, Stehen und Sitzen schriftf .ss-lr JC. trj"r.. . . . 'ZL '

"eicyasligt: das Unteren an:e

leooch ist. daß die Königin von Rumä

nien. wahrend thatsächlich in Rumä-

nien jeivn Judenverfolgungen stattfin

den, eme verzweifelte, vertriebene Jübin zur Heldin ihrer von Mitleid er-

suuien Dichtung machte.

Wa Sie daß Beste wünsche

das es gibt in Möbeln, Teppichen

und

...Oefen... so gehen Sie zu WllXIG'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. aar oder Credit.

kLE0.IANDG

142 Nord Pennsylvania Strahe, HauPtqurkin für Brillen und Operngläser.

ifgOS

r.YL-mmSh

sMl'"

iwifl

i,

ifwauMfü

!3Tn

Pt

0C

d

cuarY

Brillen werde nach oen besten Methoden den ngt angepaßt. önstliche Augen werden schmerzlos eingeseit.

BigFourBahn ...Ercurfionen...

Der Gestrenge.

Äer Herr Oberinsvektor Planmeier

hat wahrend des Urlaubs einen Kol-

legen bei dem benachbarten Bahnamt

Tutenberg zu vertreten. Weil aber

Sonntag, 14. Juni,

dort Mittags ein bequemer Zug abgeht, Lawrenceburg, Aurora und fahrt er regelmäßig herüber nach M w . sl 4 . . ? P M. ftL 1

Hause. Auch heute will er das. Er

wird jedoch im Bureau festgehalten

Es ist schon Abfahrtszeit. Er eilt und

keucht. Aber es wird wohl Alles um.

sonst sein, denn bis er an die Station

nmmt, sind bereits fünf Minuten über

bu Zeit verstrichen. Doch sieh' da! Ter 7.20 Uhr Abends

Zvischenftationen.

(tu-m gg oder weniger für öle qPJL.UU Rundfahrt

Abfahrt des Spenalmgs von hier um

30 Uhr M"rgens; Rctourfahrt von Aurora

Zug hält noch. Der aufmerksame

stationsvorstand, der die Gepflogen-

heit seines Vorgesetzten kennt, hat den Zug warten lassen. Planmeier klettert

m das diensteifrig geöffnete Koupo.

Der Vorstand gibt das Zeichen zur Ab-

fahrt der Zug setzt stch rn Bewegung.

Da läßt der Herr Oberinspektor das Fenster herunter und donnert auf den

H. M. Bronson, A. G. P. A.

Kurze Depesche.

11. Juni. Inland. Washington. Präsident Roose

verblüfften Beamten hinaus: Na, das velt ift aus Cleveland zurückgekehrt, ist ja hier eine recht nette Bummelei m .c.t.

'Jitwyoii. ei ser Weniaor.

harter Pein in den Augen. Sie schämte sich für ihre Mutter und über den un-

erhörten Auftritt, den jene heraufbeschworen hatte. Aber sie stund mit ib-

rem Herzen dock aanz auf (5it ibres

Neigung für Fräulein Elly ander Vaters, für den sie nun wirklich Be übrig? Und somit, bevor ich meine ' wunderung empfand.

Grausige Leichenwache, der drei Pokal'Vertheidiger siegte ReIn Keuschberg in Sachsen hat unlängst liance" über die Conftitution" um 5 ein geisteskranker Sohn drei Wochen in Min 52 Sek Gesellschaft seines verstorbenen Vaters ' . ' . zugebracht und sich während dieser Zeit E b t c a g o. AbendS gingen dle eifrig bemüht, die Leiche durch Ein- gesummten Arbeitskräfte in Kinsley'S Packungen zu erwärmen. Als die Restaurant an den Streik. Wie di SinstU und die Pottzei Uebrigen. fordern sie bedingungslose herbeiriefen, war die Verwesung schon ,.',' w weit voraesk5riii,n Anerkennung der Gewerkschaft.

weit vorgeschritten.

Die lateinischen Völ. k e r in Frankreich, Italien, Spanien

uno Portugal, den verschiedenen Bal

Ausland. Genf. Lady Somerset ift wieder

zur Präsidentin der W. W. Chr. T.

f mfrtrtt ttvtV r . i I i

,.", ,S"Z' wlhtt, gtau Skn US Pol,

, "f .yuum VtIVU

000,000 Köpfe.

land. Me., Vice.Präs.

i

.