Indiana Tribüne, Volume 26, Number 250, Indianapolis, Marion County, 12 June 1903 — Page 3
Jndiana Tribüne, R2. Juni 1908
Alexander's ndDraga's Ermordung
ebroljt derr tntern crt.
Einzelheiten der Blutthat Rarageorgevitch als König proklamirt. Belgrad im Zubel ob der schaurigen That. Die ermordeten Minister. Auch Draga's Geschwister nicht verschont. Angeblich ein legitimer Sofyn ZNilan's am Leben. Sonstige Nachrichten aus auswärtigen Ländern.
Die serbische Tragödie. Belgrad, 11. Jnni. Die Leiche des Königs wird wahrscheinlich im Kloster von Rakowza bestattet; die der übrigen Opfer auf dem hiesigen Friedhofe. Als Signal des beginnenden Mordens wurden Kanonen abgefeuert, und zu gleicher Zeit, als Truppen gegen den Palast voraückten, wurden auch die Wohnungen der Minister von Militär umzingelt. Nach der Tragödie im Palast galoppirten Offiziere durch die Straßen und verkündeten die Neuigkeit von der Ermordung des Königspaares. Königin Draga soll zahlreiche Wun' den erhalten haben. Um 11 Uhr Morgens wurde eine posr rnortern Untersuchung an den Leichen im Palaste vorgenommen. Die Berichte in den hiesigen Zeitungen sind mit allen möglichen außerordeutlichen Einzelvorsällen verbrämt. Nach einem solchen Berichte wurden die Leichen der Königspaares aus einem Fenster des Palastes in den Garten geworfen und in einem Gepäckwagen weggeführt. Eine Mittheilung, es seien während der gestrigen Nacht gegen 100 Personen getödtet worden, wurde von Rom nach London gemeldet, aber der Bericht wird anderwärts nicht bestätigt. Die amtliche Lifte der Getödteten lautet: König Alexander, Königin Draga, die be'den Brüder der Königin, Prenlier Markovitch, der Kriegsminister, 2 Adjutanten und 2 andere Qffiziere. Als Zeit der Ermordung wird amtlich 2 Uhr Morgens angegeben. Bezüglich des Begräbniffes ist noch nichts Entgültiges entschieden. Das neue Ministerium erließ Abends eine Erklärung, die nach einer Dar legung der Geschehnisse die Ueberzeugung ausspricht, daß es der Regierung gelingen werde, für die neue Ordnung die Sympathie aller europäischen Mächte zu erringen. Es wird zugleich wiederholt, daß die nationalen Vertreter sich am 15. dersammeln, um einen Souverän zu mählen und die Leitung der Angelegenheiten, die bis dahin in Händen der provisorischen Regierung ruht, in die Hand zu nehmen. Die Erklärung der Regierung beginnt mit den Worten: Gewisse Differenzen bei Hos haben zum Einschreiten . der Armee und einem Conflikt geführt, bei welchem der König und die Königin das Leben verloren." Schickosvich, der neue Justizminister, wurde früher zu 20 Jahren Zuchthaus wegen eines Mordanschlags auf König Milan verurheilt. Paris, 11. Juni. Die Nachrichten aus Belgrad wurden dem Präsi denten Loubet von Minister Delcasse überbracht. Die ehemalige Königin Natalie, die Mutter Alexanders, wohnt mit ihrer Schwester, der Gattin des rumänischen Gesandten Prinzen Ghika im Hotel Reservoie zu Verfaill?s. Sie erhielt die ersten Nachrichten per Telephon vom auswärtigen Amt und zog sich sofort in ihre Privatgemächer zurück, jeden Besuch außer dem der rächften Freunde ablehnend. An den Foyers der Kammer und des Senats bildete die Belgrader Tragödie das allgemeine Gesprächsthema ;. man glaubt jedoch, daß die europ. Politik höchstens im Falle unvorhergesehener Ereignisse beeinflußt wlrd. Wie der hiesige Leiter einer der an. gesehensten amer. Versicherungsgesell. ,. . - - m rr Mit !i schaften der floc. Prene mmyem, wurden verschiedene Versuche gemacht, das Leben des serbischen Herrschers zu versichern, die Applikationen jedoch we aen des Risicos abgelehnt. Ein Haupt-Beamter der Gesellschaft, iitr hnr 3 Wochen in Belgrad war, ist über die Tragödie nicht überrascht Eine Katastrophe war drohend und das Königspaar wagte nicht mehr den Pa last zu verlassen. Ueber die kühle, planmäßige Aus führung des Mordes herrscht hier tiefe
Frieden schwerlich.
Entrüstung; die Debats" geben der herrschenden Meinung Ausdruck mit den Worten : Dieses Drama findet nur eine Parallele in den Tagen des Barbarenthums oder unter modernen Barbaren." Sofia, Bulgarien, 11. Juni. Man befürchtet hier, daß die Ereignisse in Belgrad in Verbindung mit der madänischen Bewegung zu internationalen Verwicklungen führen werden, mit verhängnißvollen Folgen für Bulgarien. Zur Berathung über besondere Maßregeln wurde sofort ein Minifterrath einberufen. Wien, 11. Juni. Nach Belgrader Nachrichten war die feindliche Stimmung in der Armee gegen das Königshaus seit Suspension der Verfassung im Wachsen begriffen. Die Reoolution war schon seit Wochen geplant. Geheime Comites bildeten sich im Lande und wirkten in Ge meinschaft mit der Armee. Die Führer der Revolution sollen die neuen Minister der Justiz und der Finanzen sein, sowie der Commandeur des 6. Jnfanterie-Regiments in Belgrad, der zur Ausführung des Schlages bestimmt wurde. Die Revolution ollte erst später losbrechen, wurde aber beschleunigt, da man befürchtete, das neue Parlament werde die Thronfolge regeln. Mit der Ausführung des Planes wurde der Adjutant des Königs. Oberst Naumovics, betraut. Gestern Nacht 11 Uhr, als er im Paast Dienst hatte, sprengte er die Thür zum Schlafgemach des Königspaares mit einer Bombe und trat dann ein, von Mischics und jüngeren Offizieren begleitet. Die Schloßwache war schon vorher überwältigt und ihr Befehlöhader getödtet worden. Naumovics legte dem Könige eine Abdankungsurkunde zur Unterzeichnung vor. In dem Dokument stand, der König habe durch Heiraty mit einer öffentlichen Dirne" Serbien erniedrigt und müsse abdanken. Des Königs Antwort bestand darin, daß er N. auf der Stelle niederschoß. Mischich? hob das Dokument auf und legte es abermals vor, worauf der König, dk Gefahr erkennend, mit Draga. beide im Nachtgewande, auf das Dach des Palastes floh. Die Offiziere folgten und schössen schließlich das Königspaar herunter. Den Schuß auf den König soll Major Lazarewics, seit 2 Jahren in Ungnade, abgegeben haben. Um 2 Uhr Morgens wurden die beiden Brüder Draga's in ihren Wohnungen erschossen, ebenso der Premier und die übrigen umgekommenen Minister. Während sich diese Vorgänge im Palaste abspielten, waren die Straßen der Stadt bereits von Soldaten besetzt und das Schloß wurde von Truppen umzingelt. Pferde und Geschütze der Artillerie - Batterien waren, gleichwie zu einem Feste, mit Immergrün geschmückt. Ein Versuch zur Rettung der Dynastie wurde vom Commandeur der Donner - Division gemacht. Er machte den Versuch, das 8. Jnf.-Regt. zum Schutze des Königs in die Stadt marschiren Izu lassen, aber ein Theil der Truppen unter Oberst Gagrowitz widersetzte sich. Bei dem Streit, wel cher sich hierüber erhob, wurden die beiden erwähnten Officiere getödtet. Eine Erklärung über die Tragödie. die sich als amtlich ausgiebt, wurde im Laufe des Tages in Belgrad ausgegeden. Sie besagt: Nach dem abendlichen Diner am Mittwoch saßen König und Königin mit einigen Verwandten und Ministern auf dem Balkon des Palastes. Der König verlangte plötzlich von Draga, sie solle das Land verlassen. Sie weigerte sich und wurde von einigen Mini ftern unterstützt. Als der König den Widerstand sah, ordnete er militärische Besetzung des HalafteS an. Mittler, weile waren die Freunde der Königin auch thätig gewesen und hatten ihre Anhänger gesammelt. Es war bei
dem Kampfe dieser beiden Fraktionen, daß König und Königin getödtet wurden." Die erschüt:ernde Kunde von Belgrad störte die alljährliche Corpas-Christi-Procession in einer Weise, wie sie sich noch nie unter Franz Joseph's langer Regierung ereignet. Als die Proces gegenüber der Hofburg ankam, theilte ein Kammerherr dem Kaiser mit, der Minister des Aeußern Goluchowski habe ihm eine Nachricht zu überbringen. Der Kaiser war sichtlich ergriffen und setzte unverzützlich den Thronerben Erzherzog Franz Ferdinand in Kennt-
niß. Eine Depesche an das auswärtige Amt meldet, daß das aus den 15. Juni zusammenberufene Parlament den Prinzen Karageorgevitch nur dann zum Könige wählen wird, falls Oesterreich und Rußland nicht opponiren. Oesterreich würde kaum Einspruch erheben; denn der Prinz, obwohl früher ein erbitterter Feind Oesterreichs, hat seither wiederholte Zuficherungen gegeben, daß er im Falle seiner Thronbesteigung freundschaftliche Beziehungen zu Oesterreich unterhalten wolle. Die Frage einer österreichischen Intervention stand bis jetzt nur für den Fall des Ausbruches eines Bürgerkrieges zur Berathung. Selbst dann dürfte es zu bewaffneter Intervention nur auf Ersuchen der Signatarmächte kommen. Gerüchten zufolge soll die Candidatur des Bruders der Königin auf den Thron aufgehoben worden und ein Plan im Gange gewesen sein, den Prinzen Mirko, zweiten Sohn des Fürsten v. Montenegro, zum Thronerben zu proklamiren. Berlin. 11. Juni. Einer Depesche an die National-Zeitung" zufolge war der eigentliche Führer der Mörder Oberst-Leutnant Mischich, der die Königin selbst ermordete. Sie selbst wie ihr Bruder und ihre Schwester wurden mit einer Art erschlagen. Die Königin starb augenblicklich. Wie man hört, hat der hiesige Sekretär der serbischen Gesandtschaft seiner Regierung mitgetheilt, daß das hiesige auswärtige Amt die dortigen Ereignisse als eine rein innere Angelegenheit be. trachtet. Eine spätere Nachricht aus Semlin an die Nationalzeitung stimmt mit anderen Nachrichten darin überein, daß die Leichen des Königspaares aus dem Schlafzimmer in den Park geworfen wurden. Alexander wurde beim ersten Schuß in den Hals getroffen und ist durch jöie Masse des hervorquillenden Bluts erstickt. Die Königin erhielt verschiedene Schüsse; nachdem sie todt war, hieben die Mörder auf die Leiche mit ihren Säbeln ein, sie vollständig zerstückelnd. Die Teppiche in dem kgl. Zimmer mared mit Blut getränkt, das sich über den Boden ergoß. Fenster wurden eingeschlagen und Kunftgegenstände in sinnloser Zerstörung vernichtet. Die Mörder umarmten sich dann und beglückmünschten sich. Als die Brüder der Königin an ihren Schußwunden im Sterben lagen, küßten sie sich gegenseitig. Die Minister wurden in ihren Wohnungen, theilmeise in Gegenwart ihrer Familien-Angehörigen, getödtet. Auf diese Weise wurde die Tochter des Todormitch verwundet. Er selbst entkam gleichfalls verwundet. Der Hofmarschall suchte Zuflucht in der österreich. Gesandtschaft. Etwa 150 Offiziere waren in dem Complott, das mit erstaunlichem Ge heimniß gewahrt wurde. Die Straßen waren Nachmittags ruhig. Soldaten verrichten Polizeidienft. Schickosvich hielt 3 Reden an's Volk, worin er die Nothwendigkeit der That begründete. Bankdirektor Petrovitch, Schwager der Königin Dragas und einer der bit terften Feinde des Königspaars, erbt ihr Vermögen. Die Depesche schließt, daß ungeheure Freude in Belgrad herrsche. Deutschland hat keine besonderen politischen Interessen in Serbien und die Lage wird jedenfalls dadurch, daß Alexander mit keiner regierenden Fa milie Europas verwandt war, vereinfacht. Brüssel, 11. Juni. Nach dem Petit Bleu" ist die Obrenovitch.Dy. naftie nicht erloschen. König Milan hinterließ einen zweiten Sohn von Madame Chrifties. der legitimirt ist und seine Thronansprüche geltend machen will.
Algerien. Unterwerfung der GrenzStämme. B e n i - O n n i f. 11. Juni. Die franz. Operationen gegen die Figuig Stämme sind zu Ende. Ihre Häuptlinge haben Gen. O'Connor's Bedingungen erfüllt: Waffenftreckung. Zahlung einer Entschädigungssumme von $13,800 und die Stellung von Geißeln. Niederlande. Königinnichtkrank. Im Haag. 11. Juni. Offizieller Mittheilung zufolge sind die in Amerika verbreiteten Berichte, bei Königin Wilhelmine haben sich Schwindsuchts-
Symptome gezeigt, ohne Begründung. Ebenso die Meldung, 'sie wolle gesundheitshalber Madeira oder Cairo aufsuchen. China. Shangai-Nanking-Bahn. Peking, 11. Juni. Heute wurde ein Dekret erlassen, welches zum Bau der Shangai-Nanking-Bahn durch eine britisch-chinesische Corporation bevollmächtigt. Die Bahn, für deren Vollendung 5 Jahre in Ausficht genommen sind, darf nur unter britische Controlle gebracht werden. Die chinesische Regierung garantirt eine 5-procentige Anleihe von 3,250,000 Taels. Italien. Der Papst. Rom, 11. Juni. Der Papst hielt am heutigen Festtage Messe ab. zu der nur Familienglieder und Freunde Zutritt hatten. Er erklärte verschiedentlich. daß er sich völlig wohl fühle. Philippinen. Ein unvorsichtiger Ins u r g e n t. Manila. 11. Juni. Die Con stabler nahmen gestern in der Rizal Provinz Fauftino Guillermo gefangen. den berüchtlgsten Gesetzesverüchter aus der Insel Luzon. Guillermo näherte sich einem Con stabler-Dctachment und wollte die Leute unter Bestechung bewegen, sich ihm anzuschließen. Er wurde aber überlistet und gefangen. G. hat'viele Mord- und Raubthaten verübt. Rumänien. Rockefeller's Abfuhr. B u k a r e st, 11. Juni. In Folge der Opposition der Regierung sind die Vertreter der Standard Oil Co., welche ein Abkommen über die rumänischen Oelfelder abzuschließen suchten, heute heimwärts nach New York gereift. Schiffsnachrichten. Angekommen. New Jork: Pretoeia" von Hamburg New Jork: Germanic" von Liver pool. London: Columbian" von Boston. Liverpool: Saxonia" von Boston. Havre: La Savoic" von New York. Abgefahren: New Aork: Fürst Bismarck" nach Hamdnrg; La Bretagne" nach Havre: Numidian" nach Glasgow; Bremen" nach Bremen. Glasgow: Carthagenian" nach St. Johns, Halifax und Philadelphia. Queenötown: Westernland" nach Philadelphia; Majeftic" nach New York. Cherbourg: Kaiser Wilhelm II." nach New York. Base-Ball. AmericanAssociation. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Indianapolis, 11. Juni. Jnd'plö 4 1 04 4 00 00-13 Milwaukee ... 00102 003 410 Toledo. 11. Juni. St. Paul ....10020300 06 Toledo 00001100 02 National'Liga. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Cincinnati, 11. Juni. Cincinnati. 0000000000 0 0 New York .0000000000 22 St. Louis, 11. Juni. St. Louis.... 00022100 16 Boston 11010200 38 Pittsburg, 11. Juni. Pittsburg . . . . 03400200 9 Brooklyn ....0000000000 Chicago, 11. Juni. wZm ! Spi. R''N.
Europäische Nachrichten. Mecklenburg. M a l ck o w. Das fteft der aoldenen
öochzeii feierte das Förster Waaner'sche Ehepaar. Der Großherzog übersandte dem Jubelpaare sein Bild mit eiaenkandiaer Uniersckrlft: der GutsHerr, Kammerherr von Flotow, schenkte eine Prachtblbel. Rostock. Zum ruffischen Viceconsul ist der hiesige Kaufmann Ernst Brockelmann berufen worden. Der seitherige Consul Commerzienrath A. Crotogino hat den nachgesuchten Abschied erhalten. Der außerordentli che Professor Dr. rnr. Julius Binder Hierselbst ist zum ordentlichen Professor des römischen und deutschen burgerllchen Rechts an der Universität Erlancen ernannt worden. Schönberg. Lehrer a. D. Simon sein 50jayriges Amtsubuaum gefeiert. S i g g e l t o w. Feuer zerstörte die Büdnerei des Büdners Nieß, sowie die Wohnhäuser der Erbpächter Harm und Behrens. Stavenhagen. Steueraufseher a. D. Maack beging mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Der Großherzog erfreute das Jubelpaar durch ein Glückwunschschreiben und Uebersendung seines Bildes. Zarnewenz. Auf der Schulzenstelle ging eine mit Korn gefüllte Scheune in Flammen auf. H5denburg. Oldenburg. Emil Haberle, Beamter der oldenburgischen Sparund Leih-Bank, feierte den Tag, an dem er vor 25 Jahren in die oldenburgische Spar- und Leih-Bank eintrat. Brake. Weinhändler Karl Müller hat sein an der Bahnhofstraße gelegenes, von Bäcker Eilers und Ingenieur Petersen bewohntes Haus an Eiswaarenhändler G. von Recken für 27.5D0 Mark verkauft. I e v e r. Die Behausung und die Scheune des Herrn Siebels zu Steperhausen bei Blexen wurde mit sammtlichem Eingut und dem Viehbestand von etwa 40 Rindern ein Raub der Flammen. Wangerooge. Der hiesige Grenzaufseher Nitz ist als Herrschaftlicher Vogt der Insel Wangerooge bestellt und verpflichtet worden. Zsreie Stcidte. Hamburg. Ein Doppeljubiläum beging der Präsident der Sattler - Innung Franz Meyer. Derselbe feierte sein 50jähriges Meisterjubiläum und beging mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit. Beim Abdichten des im Hafen liegenden Schiffes Prinz Adalbert" fiel Zimmermann Schröder in die Elbe und ertrank. Ihren 90 Geburtstag feierte eine unserer alteren Mitbürgerinnen. Frau Marie Simmelheber. aeb. Strohecker. Die Dame erfreut sich trotz ihres hohen Alters noch einer wirklich staunenswerthen körperlichen und geistigen Frische. Bei dem hiesigen Radrennen im Velodrom" kam der Rennsahrer Franz Rötzler beim Dauersahren über 25 Kilometer zu Fall. Er fuhr, als er während der 48. Runde aus der Endkurve herauskam, in seinen Motor hinein, wurde von dem Triebrad hochgeschleudert und gegen die scharfe Kante eines Eisenpfeilers geworfen, so daß ihm der Kopf gespalten wurde. Rößler verstarb nach kurzer Zeit. Das bekannte DelikatessenHaus P. I. Schröder Hierselbst, alter Steinweg 7 80, Inhaber Wilh. Schröder, beging den Tag des 25jährigen Bestehens. Die aus der Primus" - Affäre bekannte Barkasse Teut" ist in der Mündung der Stör infolge starken Wellenschlages voll Wasser geschlagen und gesunken. Der als Steuermann fungirende Sohn des Inhabers, Willi Hagen, und der Mafchinist, Uder, sind ertrunken. Im 73. Lebensjahre beging der an der hiesigen Börse sehr bekannte Makler Johann Hauschild, Alsterdamm 16 17, sein 50jähriges Geschäftsjubiläum. Kapellmeister Gille vom hiesigen Stadttheater stürzte bei einer Automobilfahrt in einen Straßengraben und erlitt erhebliche, jedoch nicht lebensgefährliche Kopfverletzungen. Bremen. Der bisherige verdiente Leiter der Lloydagentur in Bremerhaven, Oberinspektor Hamelmann, trat in den Ruhestand. Er wird seinen Wohnsitz von Bremerhaven nach hier verlegen. Der Direktor des hiefigen ElektrizitatSwerkeS, Jordan, der die Anstalt in hervorragender Weise leitete, ist nach kurzer Krankheit gestorben. Kapitän Wiegand, der 15 Jahre lang als Vorsteher des hiesigen Heuerbureaus des Nordd. Llohd fungirte, trat in den wohlverdienten Ruhestand. Lübeck. Oberbaudirektor Hin ckeldeyn in Berlin, ein Lübecker von Geburt, ist in das Ministerium für öffentliche Arbeiten als Ministecial direktor ernannt worden. Professor Dr. Karl Eurtius. seit 1874 hier thätig, legte sein Lehramt am hiesigen Kathrineum, das er beinahe 30 Jahre ausübte, nieder, führt dagegen das ihm 1879 als Nachfolger von Professor Mantels übertragene Amt als Stadtbibliothekar weiter. Dem Revisionsaufseher Friedrich Schmidt wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Die hiesige Bürgerschaft hat beschlossen, eine Gasfernleitung nach Travemünde zu legen, um die Stadt mit Leuchtgas zu versehen.
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