Indiana Tribüne, Volume 26, Number 249, Indianapolis, Marion County, 11 June 1903 — Page 6

Jüdinn Tribüne, 11. Juni 1903.

A A A A A A A A A V V V w V V V V V V Nicht glücklich! K V A er kann es sein mit V JJyspepsia und 'A A A A A A A A A A V Silagen leiden. V V V V V V Wir flnd viel zu nackläsffg in Behandlung dieser Leiden und en mir dagegen tu a thun ist cS gewvknllch ,u spät. Wrßkald gebraucht an nicht ein einfaches und sicdkret Heilmittel V Dr. Auc-ust tvoenio-'a vDamburgevA v Dropsen. A V A V V A A A welche das ganz Cnftcnt ändern und wohlthuend auf den Vage einwirke. A ffl)fK Sie das Beste wünschen das es gibt in Möbeln. Teppichen . . . .und .... ...Oefen... so gehen Sie ZU WILLIQ'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. Vaar oder Credit. Wem WtW9lA mm 14 Nord Pennsylvania Stratze, Hauptqusrtier für rillen und Operngläser. Win werde nach neu beften Methoden den ugtn kwrftliche ugen werden schmerzlos eingesetzt. jos. R. Adtt.m ...Painter... Spezielle Aufmerksamkeit wird Training. Calcmtning, Tintinq und Glaser Arbeit ge Ich erden, Ro. 11 Hudson Str. Cffia relephon 9ttu 751. otznung Telephon 9ltul 604 gtntttt, Eiseu und Blech-Arbeiten, Joseph ardner. 3741 entuckq Avent Telephon 322. Dachrinnen, Waffen obren und Reparaturar beite besorgt. Dentsche Buchhandlung. arl tngvank. ir,wia oe.. 34. (ernbroft Arcade.) UUCE ERIE & WESTERN R. R. ... Fahrzeit der Züge.. . Abfahrt nkunft Chicago und ich,gan zvrei... 7. 16 10.2 SettPit und Chicago Lim 12.20 f 3.t ittz, TOnncte u.Lafayetttpl..7 7.25 tl0. ausgenommen onnig.

V

' Tr - v T

XywRn 1S!&

Luroväische lackrickten. feinern. Manche n. Der frühere Oberstaatsanwalt am VerwaltungsgerichtsHofe Dr. v. Hauck vollendete das 80. Lebensjahr. Dr. v. Hauck war ehedem ein langjähriges und einflußreiches Mitglied des Centrums im bayerischen Landtage und im deutschen Reichstage. Oberlandesgerichts - Präsident Reichsrath v. Hessert ist unter Vekleihung des Prädikates Excellenz in den dauernden Ruhestand versetzt worden. Sein Nachfolger ist Oberstaatsanwalt Wilhelm, bisher am hiesigen Oberlan desgericht. Dem Porträtmaler Karl Langhorst hier wurde der Schaumbürg - Livpe'sche Orden für Kunst und Wissenschaft verliehen. Joy. Bapt. Ritter und Edler v. Peßl, Landgerichtsrath a. D., ist im 69. Lebensjahre gestorben. Der fahrige Kaufmann Joseph Wild wurde wegen Urkundenfalschung und Diebstahls zu 1 Jahr 4 Monateu Gefängniß verurtheilt. A r n st e i n. Von der Mainzer Strafkammer wurde das 15jährige hier gebürtige Dienstmädchen Wilhelmine Denne, weil sie das 13 Monate alte Kind ihrer Herrschaft mit Schwefelsäure vergiftet hatte, zu zwei Iahren Gefängniß verurtheilt. Von der Anklage der Brandstiftung gegen eine frühere Dienstherrschaft wurde die Denne freigesprochen. V u r g a u. Wagnermeister Georg Hornung stürzte so unglücklich von der Treppe der Pfarrkirche, daß er sich eine schwere Gehirnerschütterung zuzog und starb. Donauwörth. Bürgermeister Gebhardt beging unter großer Theilnähme unserer Stadt sein 25jähriges Amtsjubiläum. E g e n h o f e n. Lehrer Georg Keller Hierselbst wurde nach langer Amtsthätigkeit pensionirt. F o r st l a h m. In einem Anfalle von Geistesstörung erschoß sich GastWirth Fritz Seifert. G l ö t t. Im Alter von 91 Jahren starb Hierselbst Kaufmann Christoph Schmid, der letzte Neffe des bekannten Jugendschriftstellers Christoph von

Schmid. I n g o l st a d t. Büchsenmacher I. Vogl des 2. Bat. Jnft. - Regt. No. 10 feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. I e t t i n g e n. Das Fest der goldenen Hochzeit begingen hieiselbft Zim mermeister G. Schnitzler und Frau. A t u rn a r f t. In dem Brauhause des Brauereibesitzers Johann Jberle hier brach Feuer aus, welches das Brauhaus bis auf den Grund einäscherte. Die Transmissions - Einrichtung, etwa 200 Tauben und 400 Hektoliter Malz wurden ein Raub der Flammen. Oberdorf. Der in weiten Kreisen bekannte Großhändler Albert Zillibiller wurde zum Commercienrath ernannt. Diese Auszeichnung, die der eigenen Initiative des Prinzregenten entsprang, wird als eine besondere Ehrung der Gemeinde und des ganzen Allgäus empfunden. P a s s a u. Der bischöfliche Secretär Domvikar Karl Götz feierte sein 25jähriges Priesterjubiläum. Röthenbach. In einem Anfalle von Schwermuth hat sich der Gerbereibesitzer I. Spieler im Dachraum seines Hauses erhängt. Rosenheim. Hauptlehrer Theodor Roiger der hiesigen Präparandenschule verstarb infolge eines Herzfchlages. Straßbessenbach. Taglöhner Fritz Schmitt fand auf der Straße eine Dynamitpatrone, auf welcher er zu Hause mit einem Hammer herumschlug. Die Patrone explodirte und verletzte Schmitt schwer. T r o b e s. Durch eine Feuersbrunst wurde das halbe Dorf in Asche gelegt. 11 Wohngebäude sammt Nebengebäuden wurden ein Raub der Flammen. Untermeitingen. Durch Brandstiftung wurden das Schloßgut, eine Brauerei, sowie vier Bauernhöfe eingeäschert. Wasserburg. In Vurghausen wurde der erst kürzlich aus dem Gefängniß zu Traunstein entflohene Michael Danzer von hier verhaftet, nachdem er zuvor noch mehrere Einbrüche begangen hatte. MUrlt-ncerc;. Stuttgart. Der hier gebürtige Tagelöhner Wilhelm Stotz wurde vom Schwurgericht in Ulm wegen Brandstiftung zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Goldarbeiter Karl Grub feierte bei der Firma Gebrüder Wall sein , 25jähriges Arbeitsjubiläum. Dieselbe Feier beging in der lithographischen Kunstanstalt von A. Gatternicht Maschinenmeister I. Goller. Blaubeuren. Der im Dienste der Wittwe Breitinger stehende 68jährige Sattler Streeb wurde beim Füttern von Zuchtsauen so von einem derselben an den Barren gedrückt, daß das Rückgrat brach. Streeb war s9fort todt. B ö n i g h e i m. Weingärtner Frd. Weberruß beging mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Der König ließ dem Jubelpaar ein Geldgeschenk überreichen. Degerloch. Das Schwurgericht in Stuttgart verurtheilte den Tagelöhner Christian Sternhuber von hier wegen Brandstiftung zu einem Jahre Zuchthaus. D i tz i n g e n. Der 24jahrige Bauer Friedrich Renschler, welcher den 28

Jayre alten Bauer Ernst Stahl durch 15 Messerstiche tödtete, wurde vom Gericht in Stuttgart zu 5 Jahren 2 Monaten Zuchthaus verurtheilt. Eßlingen. Musikdirektor Professor Fink wurde vom hiesigen Oratorienverein. den er über 40 Jahre lang in erfolgreichster Weise geleitet hat, zu seinem Ehrenmitglied ernannt. Gundelsheim. Der 35jährige, ledige Bauernsohn Josef Erlewein von hier wurde von einem Knechte, dem er auflauerte, aus Eifersucht erstochen. K a n n st a d t. Privatier Daniel Kauderer feierte mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Der König und die Königin ließen dem Jubelpaar ihre Bildnisse nebst einem Glückwunschschreiben übersenden. Ludwigsburg. Im Steinbruch des Pjlästerers Friedrich Graber im Zuckerberg wurde der 58jährige Steinschläger Christian Metzger durch Felsstücke verschüttet. Metzger war sofort todt. Waden. Karlsruhe. Sein 50jähriges Berufsjubiläum feierte Lithograph Carl Kohl. Die Wittwe des Dichters Wilhelm Sehring, Luise Sehring, verstarb hier im 85. Jahre. Der Maler Professor Wilhelm Trübner ist zum Professor an der Meisterabtheilung der hiesigen Akademie der bildenden Künste ernannt worden.

A ch e r n. Franz Wölfle verstarb hier im Alter von 90 Jahren. B i r k i n g e n. Der 12jährige Schüler Franz Weite stürzte beim Holzsetzen von der Laube herab und starb infolge innerer Verletzungen. Donaueschingen. Kammer rath Kettner feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Fürst von Fürstenberg verlieh ihm aus diesem Anlasse seinen Namenszug in Brillanten. F r e i b u r g. Unser ältester Bürger, der älteste Corpsstudent und der älteste-Mediziner Deutschlands, Medizinalrath Dr. Würth, trat in sein 99. Lebensjahr. Auf dem Bahnhofe gerietb der Ranairer M. Bürklin zwiIchen zwei lLtjendahnwagen und wurde todtgedrückt. G a l l e n b a ch. Im Steinbruch des Peter von Seelighof bei BadenBaden wurde der hier gebürtige Wittwer I. Hase von einem Felsstück erschlagen. G r i e s b a ch. Durch Feuer wurde der Franzenshof vollständig zerstört. Heidelberg. Der Kunsthistoriker außerordentlicher Professor Dr. Carl Neumann hier hat einen Ruf als Professor an die Universität Göttingen erhalten und wird demselben Folge leisten. K e n Z i n g e n. Im Alter von 90 Jahren verschied der Pflästerermeister Anton Buet. Mannheim. Eine Gaserplosion verursachte in der Vadischen Brauerei großen Schaden; außerdem wurde der Maschinist I. Ebcrts und Nachtwächter L. Jmhoff schwer derletzt. In seiner Wohnung vergiftete sich der 30 Jahre alte unverheirathete Chemiker Dr. Reichel. Der bisheriqe erste Bureaubeamte der hiesigen Staatsanwaltschaft, Expeditor Franz Ueberrhein, wurde vom Schwurgericht wegen Unterschlagung im Amte zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. O f f e n b u r g. Vermißt wird die hiesige Kaufmannsfrau Blattmann, welche sich in einem Anfalle von Geistesgestörtheit entfernte. R a st a t t. Die Hauptlehrer K. Brüschle und C. Laible feierten ihr 50jähriges Dienstjubiläum. R ü t t e. Das Anwesen des Landwirths Biehler brannte vollständig nieder. Sein 91jähriger Schwiegervater kam in den Flammen um. St. Georgen. Bürgermeister Wintermantel und Gemeinderath A. Maier legten ihr Amt nieder. Weil. Von einem umstürzenden Heustock vom Boden aus die Tenne ymavgescyleudert und getodte: wuroe der 68jährigeLandwirth Joh. SchöneOßwald. Zell. PostVerwalter E. Kühn starb Hierselbst im 48. Jahre. ?1r)einpscrrz. S p e y e r. Seinen Verletzungen erlegen ist im Hospital Kaufmann August Crainer, der sich vom 3. Stockwerk auf die Straße herabstürzte. D a m m h e i m. Der 25 Jahre alte Mechaniker Friedrich Hoppe versetzte seiner 20 Jahre alten Braut Catharina Pfaffmann im Garten ihres elterlichen Anwesens nach kurzem Wortwechsel mehrere wuchtige Schläge mit einem Spaten auf den Kopf, wodurch das Mädchen so schwer verletzt wurde, daß es bald darauf starb. Hoppe wurde verhaftet. Gommersheim. Im Alter von 9212 Jahren verstarb Hierselbst die Wittwe Katharina Gödelsmann. H e r r h e i m. Durch Kinder wurde der seit einiger Zeit vermißte 51 Iahre alte Ackerer Kuntz von hier in der Scheune des Ackerers Johann Jakob Gilb erhängt aufgefunden. Kuntz zeigte in letzter Zeit Spuren geistiger Störung. I m s w e i l e r. Der 18jährige Sohn des Ackerers Greth schlug dem 15jährigen Sohn des Kaufmannes Pfeiffer mit einer Hacke auf den Kopf, daß er lebensgefährlich verletzt wurde. Der Verletzte ist gestorben. Greth wurde festgenommen. Gltah-Lsthringen Straßburg. Regierungsassissor Vogel hier ist zum Regierungsrath und Mitglied der Generaldirection der Eisenbahnen in Elsaß - Lotbrinaen er-

nannt worden. Dem vertttenen Gendarmen Alexander Ganz wurde die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Generalvikar Prälat Schmitt ist Hierselbst gestorben. Der Verstorbene war 1839 geboren, wurde 1862 zum Priester geweiht und 1891 zum Generalvikar ernannt. D i e d e n h 0 f e n. Dem hiesigen Stabs- und Garnisonarzt Dr. Zoller ist das Officierkreuz des Ordens der italienischen Krone für die Behandlung italienischer Matrosen in China verliehen worden. H a g e n a u. Als Candidat der elsa-lothringischen Landespartei für die Reichstagswahl hat das Wahlcomite des Wahlkreises Hagenau-Wei-henburg den Notar Wiltberger von Lauterburg aufgestellt. K 0 l m a r. Oberförster Forstmeister Doinet ist vom 1. Juli d. Js. ab in

ocn Ruhestand versetzt. Die beiden Schutzleute Bischof und Bürcklen wurden in der Grillenbreitstraße, wo die Kiener'sche Fabrik sich befindet, von einer 15 20 Mann starken Bande, die größtentheils von ausgesperrten Arbeitern von der Kiener'schcn Fabrik bestand, überfallen und in der rohesten Weise mit Rebpfählen und Zaunlatten mißhandelt. Metz. Dem Schutzmannswachtmeister Best in Metz wird vom BezirksPräsidenten eine öffentliche Belobung ausgesprochen für die unter großer Gefahr bewirkte Rettung eines fünfjährigen Knaben. Allerlei ffiT Haus. Helle Glacehandschuhe reinigt man, indem man sie auf die Hände zieht und sie so lange mit Terpentinspiritus abreibt, bis der Schmutz völlig geschwunden ist. Kitt für Risse in eisere n Oefen. Holzasche wild fein gesiebt, mit Kochsalz vermischt, dieses unter Zugießen von Wasser zu einem Teig gerührt und dem Ganzen noch ein wenig Lehm zugefügt. Fässer vom Schimmel zu reinigen. Man läßt das schimmelige Faß ganz austrocknen und gießt so viel concentrirte Schwefelsäure hinein, daß durch Umrollen des Fasses alle Stellen des Innern von der Säure bedeckt werden. Dann wird mit Wasser gut nachgewaschen und aller Schimmel ist zerstört. Das Ankleben der Stärke am Bügeleisen verhütet man durch Bestreichen des heißen Eisens mit Bügelwachs, worauf man mit demselben quer über ein ungehobeltes Brett fährt, aus welches feines Salz gestreut wurde. Meistens haftet die Stärke an kleinen Roststellen, welche nach mehrmaligem Abreiben verschwinden. Um vergilbte Wäsche wieder weißzumachen, weicht man sie in sauer gewordener Buttermilch und läßt sie eine Zeit lang darin liegen und zwar gröbere länger als feinere. Alsdann wäscht man sie mit Seife in lauwarmem Wasser und trocknet sie. Hilft dieses Verfahren das erste Mal nicht ganz, so muß es wiederholt werden. Bei feiner Wäsche darf die Milch nicht sauer sein. Kaffeeflecke in feinem Tuch werden dadurch weggebracht, daß man sie mit einer Lösung von 5 Theilen Glycerin, 5 Theilen Wasser und Theil Salmiak überstreicht, diese Reinigungsmasse 6 bis 8 Stunden darin läßt, dann die Stelle mit einem reinen Tuche abreibt, hierauf völlig klares Wasser zum Abreiben verwendet und den Stoff zwischen reinen Tüchern preßt. Schutz von Eisen und Stahl gegen Rost. Hierzu wird gewöhnlich eine Auflösung von Wachs in Benzin verwendet. Ein gleich wirksames Mittel läßt sich durch Zusammenschmelzen von gleichen Theilen Terpentinöl und Wachs darstellen. Man trägt die Substanz äußerst dünn auf und giebt durch Verreiben derselben mit einem Leinwandläppchen eine Art Politur. Fächerpalmen sind ganz harte Zimmerpflanzen, die so leicht keiner Pflegerin eingehen, auch überall in den Wohnräumen neue Blätter treiben. Das Absterben der Blattspitzen bei Palmen verhindert man dadurch, daß die Pflanzen stets Feuchtigkeit und Wärme haben. Die Palmen oehen zu Grunde, wenn sie zu werug Wasser erhalten. Man soll sie nur mit sehr warmem Wasser begießen. Man gebe ihnen so viel Wasser, daß dasselbe ziemlich hoch im Untersatze steht, der aber nach einer halben Stunde geleert werden muß, sonst faulen die die Wurzeln. Durch häufiges Abwaschen der Blätter mit heißem Wasser und einem weißen Schwamm erhalten sich diese vorzüglich. In eine qualvolle Lage wurde dieser Tage die New Aorker Schauspielerin Grace George gebracht, welche im bürgerlichen Leben die Gattin des Regisseurs William A. Brady ist. Während die Schauspielerin durch ihre Tänze und ihre Scherze den lauten Beifall des Publikums errang, lag in ihrem Hause ihr einziges zwei Jahre altes Kind im Sterben. Sofort nach dem Schlug e der Vorstellung eilte die Schauspielerin nach Hause. Leider erfuhr sie hier, daß ihr Kind kaum den anderen Morgen erleben werde. Dieser Schlag war für die Schauspielerin ein so erschütternder, daß man befürchtet, daß sie demselben erliegen wird.

?tn rntzicssranoak. Dem Daily Cronicle" wird auZ Dublin berichtet, daß in dem 21. Ulanen-Regiment ein Offiziersskanda! stattgefunden habe, der augenblicklich untersucht werde. Den Grund zu diesem Skandal soll die Ernennung einiger Kolonialen, die sich im Fcldzuge ausgezeichnet hatten, zu Offizieren des Regiments hervorgerufen haben. Unter diesen Leuten befand sich ein Leutnant, der sich im Verkehr zurückhaltend zeigte und deshalb von den andern belästigt wurde. Nach einem Festessen zum Andenken an die Scdlacht von Omdurman haben sich nun angeblich einige der Offtziere in die Wohnung des Leutnants begeben und dort einen Angriff auf ihn gemacht. Man prügelte ihn, zerschnitt seine Kleider und warf ihn schließlich die Treppe hinunter. Zwei oder drei andere Offiziere , die ebenfalls wegen Auszeichnung vor dem Feinde u Mitgliedern des Offizierskorps ernannt worden waren, diesem aber nicht gefielen, sollen in änhlichcr

Weise mißandelt worden sein. Schießlich batten nach dem Daily Chronicle" die Leutnants auch an dem Reitlehrer des Reaiments ihren Groll auszulassen versucht, weil dieser Offizier aus der Front hervorgegangen ist. Der Reitlehrer wußte sich aber ganz energisch seiner Haut zu wehren und machte außerdein an das Krieqsministerium Meldung. Lord Roberts wird demnächst in Dublin erwartet und, wie man nach seiner letzten Rede im Oberhause annehmen kann, unter den Offizieren der 21. Ulanen gründlich aufräumen. Trci Morde. Drei Blutthaten sind seit wenigen Tagen in Trier und der näheren Umgebung zu verzeichnen. Dem Mordanfall des Gutsförsters auf dem Gute Stceg bei Wittlich auf den GutsverWalter Walter und dessen Frau folgte die Ermordung des Försters Junk im Gusterather Walde durch Wilderer und die Ermordung der 68jährigen alleinstehenden Rentnerin Wittwe Lurtz. In der etwas einsam gelegenen Helenenstraße bewohnte die wohlhabende Frau mit ihrer Haushälterin ein Haus allein. In dem ersten Stock schlief die Wittwe Lurtz. in dem zweiten die Dienerin. Als die Letztere am Sonntag Morgen ihre Herrin wecken wollte, lag diese in dem Bett starr als Leiche mit blutüberströmtem Gesicht und Hals. Die erstarrte rechte Hand war in der Richtung nach der elektrischen Schelle ausgestreckt. Kisten und Kasten waren aufgebrochen und ihr Inhalt lag in Unordnung im Zimmer umher. Nach der ärztlichen und gerichtlichen Feststellung war die Wittwe erwürgt worden. Der Mörder hatte nach vollbrachter That seine blutbespritzten Finger an dem Küchenhandtuch gereinigt. Die Spuren deuten aus zwei Thäter. Sie waren von dem Garten aus in das Haus gedrungen, hatten die vorher mit Seife einaschmierten Küchenfenster eingedrückt und sind so in das Innere des Hauses gelangt. Mit den Oertlichkeiten waren sie allem Anscheine nach durchaus vertraut. Wie man bis jetzt festgestellt hat, sind mehrere Werthpapiere, zwei goldene Uhren, mehrere Ringe und andere Schmucksachen, sowie auch etwas baares Geld und zwei Regenschirme geraubt worden. Die Spur der Thäterschaft lenkte sich bald auf zwei junge, gut gekleidete Leute, die in einem Krämerladen Schmierseife und einen Knäuel Bindfaden kauften. KcuocU'Anckdotcn. Der kürzlich verstorbene deutsche Diplomat Robert v. Keudell war sehr musikalisch und wohlthätig. Vielen Künstlern hat er beigestanden, und wcnn es galt, für einen guten Zweck zu sammeln, fand man feine Thür nie verschlossen. Bei einer solchen Gelegenheit trat er auch mit dem Bankier v. Bleichröder in Beziehung. Es galt, für einen kranken, talentvollen Komponisten, der in einem ärmlichen Hinterhause drei Treppen hoch lebte und sein und seiner Mutter Leben durch Stundengeben fristete, einen größeren Geldbetrag zusammenzubringen. Keudell gab als einer der ersten sein Scherflein, schrieb aber gleichzeitig dem Kassenwart: Schicken Sie doch die Liste auch an Bleichröder! Er wird gewiß das Doppelte geben als wir anderen. Sie müssen natürlich ihm die Sachlage genau auseinandersetzen." Dieser Brief wurde an Bleichröder geschickt. Am nächsten Tage trafen keudell und der Bankier bei Bismarcks zusammen, und Bleichröder flüsterte Robert v. Keudell lächelnd in's Ohr: Ich habe Ihren Wechsel acceptirt." Daß Keudell keinen Unterschied der Person kannte, und jeder Ehrenmann ihm im Palazzo Caffarelli zu Rom willkommen war, erregte in manchen Kreisen Anstoß; ein preußischerJunker. der sich auf der Durchreise in der ewigen Stadt aufhielt, äußerte in dieser Hinsicht einmal: Der Keudell empfänat aber auch Krethi und Plethi bis zum Künstler hinab." Auch daß der große Saal im Botschafterpalais oft ausgezeichneten Musikern für ihre Konzerte zur Verfügung gestellt wurde, fand in Berlin kewen Beifall. Keudell kümmerte sich aber wenig um Andeutungen in dieser Beziehung; unter anderen spielten Grieg, Sgambati und Heckmann aus .öln in dem Saale. Als Keudell Rom verlassen hatte, hörte natürlich diese Gastfreundlichkeit auf.

Ein Schlangcnsrrnlid. Eigenartia Thiersammlunq un -Ttndle eine ,ener elehrle. Ein Mitarbeiter d Wiener Morgenzeitung" berichtet über einen Besuch, den er dem dortigen Privatdozenten Dr. Franz Werner in dessen Vivarium abgestattet, unter Anderem Folgendes: Der Gelehrte ist umgeben von lebenden und todten Tropenthieren. Neben dem hohen Bücherregal erheben sich Wandschränke, auf deren Tragbrettern sich viele Hunderte von Gläsern mit Präparaten aneinanderreihen. Durch die Glaswände schillert die bunte Hautfärbe riesiger Schlangen, der schildartige Rücken kleiner Alligatoren, und die wunderlichsten Formen fremdlänbischer Eidechsen und Chamäleone sind da zu sehen. In einem Käfig winden sich gewaltige Riesenschlangen an einem Kletterbaume empor. Dort wieder liegt eine 1 Fuß 11 Zoll lange, nordafrikanische Eidechse träge auf dem Kieselboden in ihrem Glashause. Werner zeigte mir eine 8 Fuß 2 Zoll lange Wasser-Riesenschlange, die e? aus dem Käfig nahm und sich um den Hals legte. Es ist das einzige lebcnde Exemplar in Europa. Die Schlange wird monatlich nur einmal gefüttert und erhält als Nahrung einen Süßwasserfisch in der Länge von 9 bis 11 Zoll. Als ich meine Verwunderung über die lange Verdauungsfrist äußerte, erzählte mir der Gelehrte, eine seiner Riesenschlangcn habe durch 14 Monate jede Nahrungsaufnahme verweigert, ohne an Agilität und Munterkeit zu verlieren. Eine ähnliche Beobachtung habe er an einem jungen Krokodil gemacht, das sechs Monate lang nichts zu sich nahm. Mit diesem Krokodil habe die Wasserschlänge einmal ein Renkontre gehabt. In einer Nacht wurde der Gelehrte durch das laute Quacken und Fauchen des Alligators geweckt und sah, daß die Schlange den Leib des Krokodils umschlungen hatte und die angestrengtesten Versuche machte, ihr Opfer, das sich eneroisch wehrte, zu ersticken. Nach einem viertelstündigen Kampfe mit der Schlange gelang es. das Krokodil aus seiner fürchterlichen Lage zu befreien. Die fremdländischen Schütztefohlenen des Gelehrten werden mit Sorgfalt gepflegt. Unter den Glaskäfigen befinden sich Nitro-Gasöfen, welche die Temperatur immer auf 77 Grad Fahrenheit erhalten. Werner bezeichnet es als eine Unzulässigteii, daß in den Vivarien die Temperatur für Tropenthiere auf 95 Grad gesteigert wird, und meint, daß die häufigen Sterbefälle auf diesen Uebelstand zurückzuführen seien. Mein Spezialfach." so sagte er. wird stets die Beobachtung der Riesenschlange bleiben. Ich hatte einen Bestand von zwölf lebenden Exemplaren, doch wurden mir zehn durch die Mundfäule weggerafft. Ueber das Wesen dieser Thiere ist man sehr falsch unterrichtet. Ihr Temperament ist ein ausgeprägt individuelles, und man wurde durch Verallgemeinerung der Gewohnheiten einer Schlange oft irregeführt. Die Grausamkeit der Schlange ist eine Fabel; auch die plumpeste Schlange tödtet ihr Opfer mit größter Schnelligkeit und verschlingt es nie, bevor es ganz todt ist. Fast niemals bleibt dem Opfer Zeit, auch nur einen Schrei auszustoßen. Der Körper einer fest um einen Gegenstand geschlungenen Riesenschlange fühlt sich steinhart an. Auch nicht dem stärksten unserer großen Raubthiere ist es möglich, ohne Unterbrechung und ohne Ermüdung, so wie die Riesenschlange, stundenlang seine Muskeln anzuspannen. Die Lebensdauer der Riesenschlänge konnte bisher nicht festgestellt werden, dürfte aber viele Jahrhunderte erreichen. Ich habe noch an keinem dieser, wenn auch noch so altem Thiere Altersveränderungen wahrgenommen, so daß man glauben könnte, die Rieienschlangen sterben überhaupt nur durch unglückliche Zustille." In einem anderen Käfig befand sich eine mit mächtigen Krallen versehene 1 Fuß 11 Zoll lange Waran-Eidechse. Als erste Mahlzeit wurde ihr eine Ratte vorgesetzt. Der Waran blickte das Thier gutmüthig an und machte keine Miene zum Angriff. Die Ratte aber schien die Situation zu verkennen, rückte der nordafrikanifchen Eidechfe an den Leib und nagte der vor Schmerz sich Krümmenden ein Stückchen Schweif an. Die in Spiritus konfervirten Reptilien Dr. Werners bilden die größte derartige Privatsammlung Oesterreichs. Sie umfaßt 1500 Arten in 10,000 Exemplaren. Endloser Prozeß. Die Gemeinden Gallio und Foza an der südöstlichen Grenze von Tirol prozessiren schon seit 400 Jahren wegen eines großen Waldes miteinander. Dabei scheint der Prozeß noch lange nicht seinem Ende entgegengehen zu wollen. Unterdessen hat der Forst, in dem kein Baum geschlagen werden darf, das Aussehen eines richtigen Urwaldes angenommen und enthält Stämme von ungeheuren Dimensionen. Noch jetzt zeigt man in dem Urwalde die Stellen, wo vor 200 Jahren, als die Erbitterung auf beiden Seiten s:hr groß war, die Angehörigen der zwei Gemeinden sich förmliche Gefechte lieferten. Auch jetzt fällt dort zuweilen ein Schuß, der aber keinem Wilde gilt. Madras-Erdnüsse wurden in Marseille im Jahre 1902 107.000 Tonnen gekauft, um bei der Erzeugung von Ölivenölfeife Verwendung

zu finden.

tWWMMkMMkWikNUMM