Indiana Tribüne, Volume 26, Number 249, Indianapolis, Marion County, 11 June 1903 — Page 5

Jndiana Tribüne, N Juni 1903

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Der Stellvertreter. Humoreske aus dem Französischen. Als Arnold Lavirot um die Abendstunde in sein EafH kam, um dort wie gewöhnlich mit seinen Freunden Karten zu spielen, war er merkwürdig zerstreut. Die Mitspieler schimpften daher nicht schlecht, besonders sein Freund Merka. der wegen seiner Grobheit und Heftigkeit bekannt war. Merka fuhr an dem Abend mit besonderer Bitterkeit aus den guten stillen Lavirot los und beschuldigte ihn der greulichsten und verderblichsten Unaufmerksamkeit. Was steckt Ihnen denn heute im Kopf?" schrie er. Natürlich ein Frauenzimmer; das ist immer Anfang und Ende eben haben Sie wieder gestochen zur unrechten eit wollen Sie heirathen, Lavirot? ' Nein," sagte Lavirot bescheiden, so weit ist es noch nicht. Erstens kenne ich die Betreffende noch nicht " Und dann wollen Sie gleich darauf los heirathen?" Nein erst soll ich Die Dame sehen eine Verwandte hat mir von einer älteren, aber noch sehr stattlichen Dame, die Wittwe und reich ist, erzählt." So, reich?" meinte Merka, der aufmerksam wurde. Und Sie gefallen der Dame?" Ich saate ia schon, hak wir uns

noch nicht kennen. Man hat ihr auch nur von mir erzählt, und im Princip ist sie nicht abgeneigt. Ich werde nun nach Paris fahren und sie aufsuchen. Sie erwartet morgen meinen Besuch." Wo wohnt sie denn?" fragte Merka aus tiefem Nachdenken heraus. Honorchlatz 394. Buriton ist ihr Name ich soll mich einfach als der Herr aus Nerville" anmelden las sen auf die Art sind wir Beide gar nicht gebunden " Das ist sehr praktisch!" stimmte Champin zu, und ich wünsche Ihnen viel Glück, lieber Lavirot! Sie sind ein braver Mensch und verdienen es!" Die anderen Anwesenden stimmten dem bei; nur Merka sagte nichts oder .doch wenigstens nichts für den Augenblick denn als er bald darauf nach Hause ging, hielt er für sich allein lange Gespräche, und wenn ihm Jemand gefolgt wäre, so hätte er zwischen einem spöttischen Auflachen die Worte hören können: Ja, das wäre ein feiner Streich!" Gnädige Frau, da ist ein Herr, der hat mir gesagt, ich soll der gnädigen Frau sagen, er wäre der Herr aus Nerville"." Bei dieser Meldung des Mädchens stieß Frau Buriton einen Schrei der Ueberraschung und der Freude aus, der allerdings jedes Wohltlanges entbehrte und große Aehnlichkeit mit dem Commandoruf eines Kürassierwachtmeisters hatte. Uebrigens rechtfertigte Frau Buriton's äußere Erscheinung vollständig einen militärischen Vergleich. Größe und Umfang, ja selbst ein ganz stramnies Bärtchen auf der Oberlippe waren vorhanden, nur die Uniform fehlte. Seien Sie mir willkommen, mein Herr," sprach die würdige Dome mit einer tiefen Baßstimme, kch erwartete Ihren Besuch bereits!" Mit diesen Worten wies sie dem Gast einen Lehnstuhl an unv zwar mit einer Bewegung, wie man sie wohl macht, wenn man einen Faustschlag ausführen will. Donnerwetter," dachte der Besucher, das ist ja ein wahrer Riese Goliath! Die Frau würde den armen Lavirot ja wie eine Mücke zerdrücken! Ich wollte ihm nur einen Streich spielen, und nun rette ich ihm noch das Leden, indem ich die Heirath vereitle!" So dachte Merka, denn er war der Herr aus Nerville", wieder scharfsinnige Leser wohl schon erfahren hat. Er wollte sich auf Kosten Lavirot's einen Spatz machen, und da er wußte, daß dieser kein Frühaufsteher war, so hatte er selbst den ersten Zug benutzt und sich mit dem ihm so arglos anvertrauten Losungswort eingeführt. Es war seine Absicht, wenn nöthig ein bischen den liebenswürdigen Schwerenöiher bei der Wittwe zu spielen und sich dann zu drücken. Wenn darauf Lavirot kommen würde, so würde er für einen zudringlichen Manschen gehalten und einfach abgewiesen werden! Auf d i e Art wurde aus der Heirath nichts und die Skatpartie kam nicht in Gefahr. Ich weiß, weshalb Sie kommen, mein Herr," begann Frau Buriton mit Stentorstimme, und muß Ihnen sagen. daß ich langes Fackeln nicht' liebe. Geschäft ist Geschäft, und eine Ehe ist auch nichts weiter als ein Geschäft! Da es sich nun um unsere Ehe handelt " Merka unterdrückte nur mit Mühe einen kleinen Schauder. Nach einem Augenblick, während dessen die Wittwe ihn prüfend betrachtet hatte, fuhr sie S sind ja nicht gerade hübsch aber es gibt noch Häßlichere." Merka schnitt ein Gesicht, das ihn just nicht verschönte. Ich lege übrigens auf Aeußeres nicht viel Werth, ' fügte Frau Buriton hinzu. Stehen Sie doch bitte einmal auf." Das war in einem Tone gesagt, dah Merka nichts weiter übrig blieb, als aufzustehen. Recht klein und schwächlich," sagte Krau Buriton. mein erster Mann war

stärker als ich. Für's Geschäft war das auch nöthig. Wenn wir 'mal handgreiflich wurden, so zog ich immer den Kürzeren. Sie wissen doch, daß wir eine Schlächterei hatten " Das wußte ich allervtngs nicht stotterte Merka. Jawohl, fünfzehn Jahre! Und nun habe ich ein nettes, kleines Vermögen beisammen, so an die 250,000 Francs wie finden Sie das? Ich weiß ja, daß Sie nichts haben aber das macht nichts in Nerville oder in irgend einem anderen Nest kann man damit schon ganz gut leben. Ich will nur auf's Land muß Felder und Wiesen sehen!" Und Vieh darauf!" entfuhr es Merka. Hahaha, hohoho!" lachte Frau Buriton, daß das Zimmer zitterte und die Uhrkette sammt den Berloques auf ihrem Busen nur so tanzte. Sie sagen das, weil ich eine Schlächterei gehabt habe Das ist witzig so 'was gefällt mir. Ich lache gern sehen Sie, so bin ich nun. Ich sag's Ihnen ganz offen: Sie passen mir so weit ganz gut! Ich hätte ja vielleicht mit meinem Gelde noch höher hinaus können, aber das macht nichts. Wenn'S Ihnen auch paßt, dann sind wir einig! Topp und Handschlag! Und Zurückziehen gibt's nicht mehr!

Merka war seit einigen Augenblicken in einer ganz merkwürdigen GemüthsVerfassung. Dieser weibliche Goliath lahmte ihn, beherrschte ihn. Er, der sonst bei dem friedlichen Skat immer als gestrenger Herr commandirt hatte, war keines Widerspruches mächtig. Auch hatte sich das Aeußere Frau Buriton's, seit sie von ihren 250,000 Francs gesprochen, in seinen Augen ganz verwandelt ihre colossale Figur kam ibm mit einem Male höchst stattlich und würdevoll vor, und selbst das Schnurrbärtchen erschien ihm nur als etwas Originelles und Pikantes. Plötzlich sagte Frau Buriton: Ist's Ihnen recht, wenn wir ein bischen zusammen ausgehen dann können wrr uns noch ausplaudern! Natürlich nehmen wir einen Wagen! Ich bezahl' ihn auch!" Merka fühlte, daß das Schicksal über ihn entschieden hatte. Er nickte zustimmend, halb ängstlich, halb erwartungsvoll, und sagte: Gut denn, also vorwärts!" Im Laufe des Tages wurde dann auf Frau Buriton's Vorschlag in einem Restaurant gegessen, für das sie früher die Fleischlieferung hatte (und feines Fleisch! sag' ich Ihnen") der Wirth wurde dazu eingeladen. Man trank Bordeaux und dann Champagner. Beim Dessert nannte Frau Buriton Merka bei seinem Vornamen Gustav" und erlaubte ihm, Adolfine" zu ihr zu sagen. Beim Kaffee und Likör wurde der Hochzeitstag bestimmt: genau drei Wochen später. Frau Buriton hatte das so gewollt, denn sie liebte es nicht, wenn die Dinge so langsam erledigt wurden. Inzwischen harte sich Lavirot bei der Wittwe Honor6platz 394 gemeldet, hatte die Dame natürlich nicht zu Hause getroffen und war höchst enttäuscht wieder nach Nerville heimgekehrt. Seitdem sind etwa zwei Jahre vergangen. Ab und zu aber nur sehr selten erscheint Merka im Caf6 zur Sonne". Er hat ein sch?ucs, gedrücktes Wesen, und wenn er sich eine Erfrischung bestellt, so ist es stets nur ein Schnitt Helles . Die Bekannten Merka's ziehen aus dieser Wandlung viele Schlüsse; sie vermuthen, daß die junge Frau Merka, verwittwete Schlächtermeister Buriton, ein strenges Regiment führt und Merka Ordre Pariren muß. Und sie vermuthen ferner, daß von den so verlockenden 250,000 Francs Merka nur höchst selten einen zu sehen bekommt. Denn," so folgern die klugen Nerviller Bürger, würde er sonst immer nur einen Schnitt Helles bestellen?" Und wie die Menschen nun einmal sind, so lachen sie wohl ab uno zu schadenfroh über Merka's Geschick er hätte sie ja seinerzeit Alle genug gequält. Nur Lavirot hat für seinen früheren Peiniger ein aufrichtiges Bedauern, dem sich freilich auch vas Gefühl der Dankbarkeit beimischt. Wenn ich bedenke," vertraute er neulich seinem Freunde Champin an, daß der arme Merka mir wider Willen einen so großen Dienst geleistet hat! Denn was wäre wohl erst aus m i r geworden, wenn ich als Erster bei der Wittwe erschienen wäre! Ach du lieber Gott!" Beide spielen jetzt nur noch Piquet, da ihnen zum Skat der dritte Mann fehlt. Ehrlich. Schwiegermutter: Herr Schwiegersohn, immer sind Sie traurig, wenn ich da bin." Schwiegersohn: Ich weiß, Sie lieben keinen Galgenhumor!" Sehrzweideutig. Erster Kannibale: Wie gefällt Dir denn unser neuer Missionär ckus New Z)ork?" Zweiter Kannibale: Ach, den hab' ich im Magen." Mißverstanden. Herr: Wissen Sie auch, daß ich Sie gekannt habe, wie Sie noch kurze Kleidchen trugen? Fräulein: O, Sie wissen,., bafc ich früher beim Ballet war?

Der Nmfchwuna n dc? britische Politik. Im Pendelspiele der britischen Politik vollzieht sich ein Umschwung. Was Chamderlain's Birminghamer Rede erwarten ließ, ist eingetroffen: das Ministerium hat sich für den Uebergang vom Freihandel zum Schutzzoll ausgesprochen. Der Premierminister Balsour allerdings nur leise uns schüchtern, der Kolonialminister aber offen und rückhaltlos. Herr ChamberIain ging sogar soweit, offen zu erklären, daß ihn die Abneigung der Arbeiter gegen die Vertheuerung der

Lebensmittel nicht abschrecke, weit er den Beweis führen wolle, daß höhere Löhne die Mehrausgaben reichlich ausglichen, und daß ein Theil der Zollcinnahmcn zur Durchführung von Sozialreformen, wie beispielsweise Altersversorgung, verwendet werden könnte. Herr Chamberlain weiß ohne Frage, daß er ein sehr riskantes Spiel treibt, das sogar bei vielen seiner Parteigenossen mit großem Mißtrauen oetrachtet wird; er wagt es aber, weil ,r die Aufmerksamkeit der vielen Unzufriedenen im Lande irgendwie öeschäftigen muß. und weil es gegenwärtig in England sehr volkstümlich ist, zum Zollkriege gegen Deutschland zu schüren. Herr "Chamberlain erklärte vor noch gar nicht langer Zeit, daß er' seine Zollvereinspläne bis auf gelegenere Zeit verschieben wolle; und die Aufnähme, welche seine Birminahamer Rede selbst im Ministerium fand, war wahrlich nichts weniger als geeignet, diesen Vorsatz zu erschüttern. Wenn er trotzdem wieder sein Steckenpferd besteigt, und der Premierminister Balfour ihm Gefolgschaft leistet, so scheint das zu lehren, daß das britische Ministerium sich gegenwärtig in einer thatsächlich großen Verlegenheit befindet. Und das ist erklärlich. Der Rationalismus läßt sich augenblicklich nicht nutzbringend verwerthen. In der Kriegspolitik hat das britische Volk ein Haar gefunden. Die ungeheuren Kosten des südafrikanischen Feldzuges und die klägliche Niederlage im Somalilande haben das Kriegsgeschrei in hohem Grade mißliebig gemacht. Der wirthschaftliche Aufschwung, welcher dem Kriege folgen sollte, ist ausgeblieben, es hat im Gegentheil eine Art wirthschaftlicher Fastenstimmung in den Vereinigten Königreichen Platz gegriffen. Den Finanzminister drückt der Schuh; er muß sehr genau rechnen; die Consols sind tief im Preise gesunken, die Steuerschraube zieht an, oie Lebensmittel werden theuerer und oie Einnahmen gehen zurück. Von einer eigentlichen Wirthschaftskrisis ist wohl kaum zu sprechen, man hat aber ganz gewiß keine guten Zeiten". Da es in England üblich ist, die Regierung dafür verantwortlich zu erklaren, wenn es dem britischen Volke nicht so gut geht, wie es zu verdienen glaubt, so muß das Ministerium Balfour-Cham-derlain viele unfreundliche Kritik über sich ergehen lassen. Kann es dem Volke wenigstens imponiren. so braucht die Stellung eines britischen Kabinetts nicht nothwendiger Weise als geschwächt zu gelten, wenn es Einbuße an seiner Volkstümlichkeit erleidet. Balfour und sein Kabinett haben aber das Gegentheil vom Imponiren zu Wege gebracht und sich nicht nur von den politischen Gegnern, sondern aus dem eiaenen Lager den Vorwurf des Dilettantismus, der Verschwendung und des Mangels an Fähigkeit aefallen lassen müssen. Ob diese Vorwürfe in jedem Punkte begründet sind, mag dahin gestellt bleiben; Thatsache ist aber, daß sie allgemein geglaubt und nicht nur durch eine Reihe vorgelegte? Beweise, sondern auch durch fast spruchwortlich gewordene Bemerkungen der Minister selbst erhärtet werden. Herrn Balfour preßte die Verlegenheit die Bemerkung aus: Ich bin das reinste Kind in solchen Dingen". Der Unterstaaissekretär des Auswärtigen Amtes, Lord Cranborne, bezeichnete die diplomatischen Verwickelungen in dem Venezuela - Handel rund heraus als Schweinerei", und einer seiner Kollegen fügte, gleichsam begütigend, hinzu, es komme nicht darauf an, was für ein Unsinn angerichtet werde, wenn man nur glücklich durchzuwaten" versiehe. Derartige Aeußerungen ist man von einer ernsten Regierung nicht gewöhnt; und wenn die Freunde des Kabinetts sie auch als Kleinigkeiten bezeichnen, so sind sie doch ganz gewiß nicht dazu geeignet, das schwache Vertrauen des Volkes zu den Ministern zu stärken. Herr Chamberlain hat nun nach einem neuen Halt für sich und das Ministerium oder mindestens für ffch selbst gegriffen und sich dabei wieder als br starke Mann" des Kabinetts gezeigt. Ob es ihm aber gelingen wird, diese Rolle auch vor dem englischen Volke zu spielen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls wird er den britischen Wählern des Arbeiter- und des sonstigen kleinen Mittelstandes sehr viel versprechen müssen, um sie zur Aufgabe der alteingefleischten Ansicht zu bewegen, daß sie sich bei dem FreiHandel wirthschaftlich am besten stehen, weil dieser ihnen die Gewähr für billige Lebensmittel leistet. Ein gutes Beispiel giebt die Gewerkschaft der Railway Trainmen: sie hat in ihrer Jahresversammlung eine Resolution angenommen, in welcher sie entschieden Stellung gegen die Sympathie-Streiks nimmt, die seinem Kontraktbruch gleichkommen.

Vom Auslande.

Die Frau eines BerliNtt Kaufmanns gab kürzlich ihrem Dienstmädchen den Auftrag, einige Blumentöpfe in den Keller zu tragen. Kurze Zeit darauf kam das Mädchen mit einer Schnur um den Hals und Erde im Munde aus dem Keller zurück und sagte ihrer Herrschast, daß ein fremder Mann sie im Keller überfallen, ihr die Schnur um den Hals gelegt und die Erde in den Mund gestopft hätte; der Ä!ann hätte versucht, sie zu erwürgen. Nach ernstlichen Vorhaltungen gestand sie später ein, daß sie selbst die Erde in den Mund genommen und die Schnur umgelegt hätte, um Gelegenheit zu haben, nach Hause zu fahren. 5 n den fiskalischen Wäldern zu Zabrze und Zaborze in Obcrschlesien haben die Erdlenkungen in jüngster Zeit einen bedeutenden und bedrohlichen Umfang angenommen. Es sind nach und nach Risse zu Sage getreten, die eine Länge bis zu 700 Fuß und eine Breite bis zu 7 Futz haben. Die Tiefe dieser Senkungen konnte wegen der mit der Untersuchung verbundenen Gefahr noch nicht ermittelt werden, daß sie aber auch recht erheblich fein muß. geht daraus hervor, daß zahlreiche Waldbäume von beträchtlicher Söhe spurlos in dem Risse verschwunden sind und von anderen Bäumen nur noch die obersten Wipfel yervorragen. Von der Bergbaubehörde sind umfassende Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Bei einem Berliner Schlä.termeister hatte ein Dienstmädchen durch die Confusion, mit der sie viele Aufträge erledigte, schon so viel Unannehmlichkeiten bereitet, daß ihr gegenüber nicht die beste Stimmung obwaltete. Da vollbrachte das Mädchen eines Tages einen neuen Streich, invem sie fünf zusammengerollteHandtücher in die Ofenröhre legte urfo dadurch einen solchen Qualm herbeiführte, daß die Küche und mehrere Zimmer davon voll waren. Der Meister gab dem Mädchen eine Ohrfeige. Später ist sie in der Charit6 ärztlich behandelt und dort für irrsinnig erklärt worden. Der Irrsinn soll durch die Ohrfeige entstanden sein, und auf diese Annahme gründet sich der gegen den Meister erhobene Anspruch von $7000 zur Versorgung des Mädchens. DieserTageistinAlexändrien ein Posten Baumwolle eingetroffen, die von einem Griechen auf der Dülinfel Gesira bei Chartum gebaut worden ist. Nach dem Urtheil von Sachverständigen soll die Faser dieses sudanischen Erzeugnisses fester snn, als die der besten egyptischen Sortex, dagegen richt ganz deren Länge erreichen, ein Fehler, der sich freilich in Zukunft durch Verwendung besserer Saat leicht vermeiden läßt. Der Grieche hat nur eine kleine Fläche Landes zur Probe mit Baumwolle bepflanzt und dabei den großen Durchschnittsertrag von 15 Centnern unenttörnter Baumwolle von jedem Faddan (42,000 Quadratfuß) erzielt, während der egyptische Fellah höchstens eine Ernte von 8 Centnern auf den Faddan erreicht. Dieser Versuch zeigt, welcher landwirtschaftlichen Entwickelung gewisse fruchtbare Striche des Sudans, besonders die Nilinseln, fähig sind. König M w a n g a von Uganda ist nach einer telegraphischen Duldung von den Seychellen - Inseln dort gestorben. Er war der Nachfolgn des seiner Zeit viel genannten Mteia, des mächtigen Keboka", jenes centralafrikanischen Reiches am Nordufer des Victoria Nyanza, der den ersten europäischen Forschern im Gebiete der Nilquellen, Speke, Grant. Baker. Stanley u. A., Gastfreundschaft erwies. Mtesa starb 1884. Sein Nachfolger Mwanga zeigte sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger sehr feindselig gegen die Europaer; die Ermordung des Missionsbeschofs Hamington ist sein Werk gewesen, und auch Emin Pascha, der als Gouverneur der egyptischen Aequatorialprovinz sein politischer Nachbar war, hatte viel von seinen Nachstellungen zu leiden. Die Annexion Uganda's durch die Engländer machte der Herrschaft Mwanga's ein Ende und versetzte ihn, wie so manchen anderen Negerkönig, auf eine einsame Jnstl des Oceans. Im Hauseeinesjungen Kaufmanns Alexopoulos inAthen hatten sich mehrere befreundete Familien zu einer privaten Feier zusammengefunden. Obwohl die Stimmung bei Becherklang und Reigentanz schon recht animirt war, schien sie einem der Geladenen den gewünschten Höhepunkt noch nicht erreicht zu haben. Er warf plötzlich eine Dynamitpatrone an die Decke des Zimmers, und die unter Höllenlärm erfolgende Explosion hatte auch die erwartete Wirkung. Schreiend versteckten sich die Damen unter dem Gelächter der Männer hinter Stühlen und Schränken. Alexopoulos aber war noch nicht befriedigt. Er riß einen Revolver von der Wand und feuerte mehrere Schüsse gegen die Decke des Zimmers. Als er sämmtliche Patronen verschossen zu haben glaubte, setzte er den rauchenden Revolver trotz der Angstrufe der Damen feiner jungen Frau Chrysola auf die Brust und drückte ab. Die Unglückliche stürzte, von der letzten, in der Waffe noch zurückgebliebenen Kugel tödtlich getr-zf-sen. zu Boden. Sterbend bat sie, daß ihr Mann nicht bestraft werden solle.

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