Indiana Tribüne, Volume 26, Number 248, Indianapolis, Marion County, 10 June 1903 — Page 3
Die UeberZchwemmung
St. Lonis immer noch in großer Gefahr. Traurige Zuftände in Topeta und Kansas City. Durch den Blitz getödtet. Der Besuch des europäischen Ge schwaders in Kiel. Verrathene Arbeiter. Tie Baumaterialien-Handler geben nach. Baer vor der zwischenstaatlichen Behörde. Der Monitor Nevada" untauglich. Brotnoth in Baltimore. Das H o ch w a s s e r. S t. Louis, 9. Juni. Ein noch nicht beftätigtes Gerücht berichtet über das heutige Ertrinken einer Frau nebst Kind, sowie von sieben Männern in Madison. Das Boot, in dem die Insasien der Strömung zu entrinnen suchten, soll gekentert sein. Der Fluß geht jetzt zurück, nachdem er ?z Fuß über die Gefahrlinie von 30 Fuß gestiegen war. Jede weitere Zerftörung kann jetzt nur von dem möglichen Einsturz untergrabener Gebäude kommen. Nach Berichten aus Madison, Granite City und Venice scheint die Todtenliste größer als zuerst angenommen wurde. Mindestens 20 Leute sind in jener Gegend ertrunken. In New Iork, 3 Meilen von Granite City, war ein Schulhaus, in dem 50 Kinder Zuflucht gefunden, Vormittags vom Einsturz bedroht; einem Appell um Hilfe konnte von St. Louis oder Ost St. Louis aus, den einzigen Puntten, welche Beistand leisten können, nicht entsprochen werden, da man an den bedrohten Ort nicht herankonnte. Von den Bewohnern von Venice sind 2500 in Booten auf die Miffouri-Seite gebracht worden. Taufend sind noch in ibren Häufern und im Schulhause daselbst. Das Hafenboot Mark Twain, mit mehreren Booten im Schlepptau, fuhr Mittags wohlproviantirt nach Venice. Der Pasiagierverkehr liegt darnieder und Abhilfe steht nicht vor Donnerstag zu erwarten. Die Bahnen dürften zusammen einen Schaden von $8,000,000 erlitten haben. St. Louis, 9. Juni. Kohn Station in Oft St. Louis war in großer Gefahr am Nachmittag, die Polizei preßte 100 farbige Müßiggänger zur
Arbeit an der bedrohten Levee. K a n s a s C i t y, 9. Juni. Drei kleine Kinder, gänzlich durchnäßt und von Hunger geschwächt, wurden aus einem im Flusse treibenden Hause gerettet. Kansas City, 9. Juni. Die Räumungs - Arbeiten in dem Fluthdistritt wurden heute durch Waffer und Arbeitermangel verzögert. Hunderte von Arbeitern sind nöthig und jeder, der unthätig ist, wird zum Dienst herangezogen. Die Cabellini? der 12. Str.. die in den Viehhöfe-Distrikt fährt, wurde heute nach zehntägiger Paus? wieder in Betlieb gesetzt. Der Miffouri ist seit gestern um 2 Fuß gefallen. Miffouri und Kam sind jetzt um 12 Fuß niederer als am letzten Dienstag; dennoch steht noch ein großer Theil von Armourdale und den Niederungen 2 bis 3 Fuß unter Waffer. T o p e k a, Kas., 9. J'mi. Keines der Geschäfte auf der Südseite schloß heute, um seinen Clerks zu gestatten, bei den Räumungsardeiten auf der Nordseite zu helfen. Der Bürgermcifter hatte gestern Abend in einer Protlamation darum gebeten, aber die Geschäftsleute kamen der Aufforderung nicht nach. Dagegen betheiligten sich etwa 100 Bürger an den Arbeiten. Alle Bahnen außer der Union Pacific haben jetzt wieder so ziemlich regelmäßigen Dienst außerhalb Topekas. Der Fluß fällt rapid. New Orleans. Monitor Arkansas" ist hier eingetroffen. Vom Blitze ge troffen. W o o st e r, O., 9. Juni. John Winkler, John Shook, S. E. Rebam und Clark Fisher wurden heute Nachmittag nahe Sterling. Wayne Co., vom Blitze getödtet. Die Männer wa. n damit beschäfeigt, einen Schuppen zu bauen. Sie trugen emen schweren Holzpfoften auf den Schultern. Der
Blitzstrahl traf den Pfosten und zer- ;
splitterte denselben. Die Splitter trafen die Männer mit solcher Gewalt, daß sie getödtet wurden. Pensionärinnen vom Blitz getödtet. B r o o k v i l l i, Pa., 9. Juni. Lulu Müllen 18 und Brice Kelso 15 Jahre alt, wurden im Schulzimmer der Corsica Academy vom Blitz getödtet. Prof. C. D. Carrier, Kittie McKinley und Annie Magill wurden schwer verletzt. Der Besuch in Kiel. Washington, 9. Juni. Auf der Fahrt nach Kiel wird das europäische Geschwader Kohlen in Southampton einnehmen und dort die Kearsage" treffen. Rear-Admiral Cotton wird die Admiralsflagge auf der Kear sage" hiffen. Nach dem Kieler Besuch wird die Kearsage" nach den Azoren abgehen, und der Kreuzer Brooklyn" wird dem europäischen Geschwader, als Admiralsschiff dienen. Verrathene Arbeiter. New York, 9. Juni. Samuel Parks, der Vertreter der Union der Hausschmiede wurde heute auf's Neue verhaftet. Er ist beschuldigt, Bestechungsgeldcr von den Hecla EisenWerken angenommen zu haben, um einen Streik abzucrklären. Mehrere Firmen erklärten, daß sie Parks je $300 bezahlt hätten, damit er Streiks enden sollte. Interessant waren die Aussagen von George D. Law dem Superintendenten der Hecla Co. Parks soll ihm gesagt haben, daß die Arbeiter die er beschäftigt, viel zu billig arbeiteten, er wolle auch etwas von dem großen Verdienst haben. Er verlange $1000 sonst würde er einen Streik anordnen. Er erhielt das Geld nicht, und ordnete den Streik an. Der Präfldent der Hecla Co. setzte sich nun mit Parks in Verbindung. Parks sagte ihm, daß sobald er das Geld erhalte, er den Streik abbestellen würde. Er habe Parks dann einen Check über 82000 gegeben und am nüchsten Tag sei der Streik aberklärt worden. Diststrikts-Anwalt Jerome gab an, daß er Parks von Geheimpolizisten überwaa?en ließ. Die Beamten berichteten, daß Parks von einem Bauuntcrnehmer Namens Brandt $300 erpreßte damit ein Ausstand beendet werde. Die Bau - MaterialienHändler geben nach. New York, 9. Juni. Das Executiv - Comite der BaumaterialienHändler beschloß nach einer Berathung mit dem United Board der Building Trades den Lockout" zu beenden und Baumaterialien 5u liefern. Die Arbeiter - Aussperr u n g e n. Pittöburg, 9. Juni. Die Anzahl der im Baugewerbe ausgeschlos sencn Ardeiter wurde heute auf 7000 erhöht. Es wird durch Gewerkschaftsbeamte versucht, eine Versöhnung zwischen den Organisationen der Maurer und Steinhauer zu Stande zu bringen, bevor die Verhältnisse eine noch ernstere Gestalt annehmen. Bedeutende UnterschlZag u n g e n. Washington, 9. Juni. Gegen JameZ Watson Jr., einen Clerk im Bureau des Auditors für den Distrikt Columbia, ist ein Haftbefehl wewen Unterschlagung von $75,000 Regierungsfonds erlassen worden. Die Betrügereien sollen sich über mehrere Jahre erstrecken. Watson soll auch eine Privat-Trust-gesellschaft geführt und Depositen von Angestellten angenommen haben. Die Budeleien in St. Lo'iis. S t. Louis, Mo., 9. Juni. Die Großgeschworenen sind weiteren Beste-chungs-Versuchen auf die Svur gekommen und neue sensationelle Enthüllungen über die Art und Weise, wie Gesetze in Miffouri gemacht werden, stehen bevor. DerAusftand in Philad e l p h i a. P h i l d e l p h i a, 9. Juni. 21 Firmen aus 500 haben die Forderungen der Weber bewilligt. Die Fabriken werden sofort in Betrieb gesetzt werden. Von 120 Färbereien haben 12 die verlangte kürzere Arbeitszeit und Lohnerhöhung bewilligt. Retter verliert sein Leben. Pittsburg, 9. Juni. Im Allegheny River ertranken August, Joseph, Frank und George Adams, alle vier noch unter 10 Jahre alt. Der 30jhrige Albert Lusk, der ihnen Hilfe bringen wollte, ertrank ebenfalls.
Untaugliche KriegsMaschine. Washington. 9. Juni. ViceAdmiral Bowles niachte folgende ftn gaben über die mit dem Monitor ?!evada" an der Küste von Virginien angestellte Versuche: Bei dem zweiten Versuche wurden die Rollen, auf denen der Thurm mit den Zwölf-Zoll-Geschützen ruht, beim Abfeuern von zwei Geschützen schadhaft, der Geschützthurm wird entfernt werden müssen, um die Reparaturen zu machen. Marcum-Prozeß. Jackson, Ky., 9. Juni. Die gestrige Nacht verging in Ruhe und beim Zusammentaten des Gerichtshofes heute Früh kam es zu keinen Zwischenfüllen. Jett war so zuversichtlich wie immer,
während White, obwohl er dieselbe Zelle mit Jett theilt, einen verzweifelten Ein druck machte. Jackson, Ku., 9. Juni. Die Geschworenen, welche über Curtis Jett und Tom White zu Gericht sitzen sollen, wurden gestern Abend vollzählig. Vorder zwischenstaatlichen Behörde. New York, 9. Juni. I. D. Childs, der Geschäftsführer der Ontario unb Western Bahn, gab auf die Frage über die Frachtraten während der Kohlennoth an, daß sie für Kohlen, für welche die Händler $5.00 erhielten, 35 Procent Fracht berechneten. Baer alsZeuge. New York, 9. Juni. Bei der heutigen Untersuchung über die Hearst'sche Klage gegen die Kohlenbahnen wurde Präsident Baer als Zenge vernommen. Er erklärte, die Reading Gesellschaft hätte bis jetzt kein Geld verdient, wenn sich aber $4.50 per Tonne als PreisBasis festhalten laffe, so werde sie zur Bezahlung von 4 Procent von AnlageCapital in die Lage kommen. Er zweifle, ob eine weitere Erhöhung von 50 Cents pro Tonne möglich sei, da man die Concurrmzverhältnisse in Rechnung zu ziehen habe. Baer gab zu, daß der Reading Co. das sämmtliche Eigenthum der Philadelphia & Reading Bahn und der Reading Coal & Jron Co. gehöre. Commiffär Pronty bemerkte dann, wie es dann irgend welchen Unterschied machen könne, welche Raten die BahnGesellschaft für Beförderung der Kohlen berechne. Baer erwiderte, unter den Gesetzen Pennsylvaniens seien die drei Gesellschaften getrennt und jede habe ihre eigenen Ausgaben zu decken. Baer erklärte, die Reading Bahn habe während des Sereikes allein an Fracht $1. 500,000 verloren. Als der Commiffär über eine in dem Jahresberichte angeführte Ausgabe von gegen $2,000,000 für Verbesserungen" nähere Auskunft wünschte, bemerkte Baer, eS sei ihm unklar, woher die Commission das Recht nehme, sich in die Buchführung der Reading Co. einznmengen. Bei der Vernehmung von C. S. Henderson, dem General-Direktor der Philadelphia & Reading & Jron Co., wollte Anwalt Shearn die Kohlen-Kauf-Contrakee zur Sprache bringrn, wurde aber von Ex-Richter Campbell verhindert, da der Commiffär mit dem Ankauf von Kohlen nichts zu thun habe. Wegen Verletzung des Einhaltsbefehls. Charlefton, W. Va., 9. Juni. Im Bundesgericht hörte Richter Keller heute die Anklagen gegen die ausständigen Grubenarbeiter, welche sich am 21. Februar ihrer Verhaftunci widersetzt hatten. Richter Keller hatte damals einen Einhaltsbefehl erlassen, der den Ausständigen verbot, die Streikbrecher einzuschüchtern. Der Marschall konnte die betreffenden Arbeiter, welche den Einhaltsbefehl verletzt hatten, erst nach zähem Widerstände, bei dem 5 Ausftändtge getödtet wurden, verhaften. Brotnoth in Baltimore. Baltimore. 9. Juni. Der Ausstand der Bäcker, der gestern begann, macht sich in unangenehmster Weise fühlbar. Hotels und viele Bäcker laden find völlig ohne dieses wichtige Nahrungsmittel. Der Restaurant - Streik. Chicago, 9. Juni. Die Reihen der streikenden Reftaurant-Angeftellten wurden heute um 200 Leute vermehrt, indem alle Bediensteten in den 3 Reftaurants der Kuntz-Remmler Co. die Arbeit niederlegten.
Hnndcrtftcr GcbnrtStaq deS ame r i k a n i f d) c n ) l j f o p b t u . Am fünfundzwanziasten Mai 18 03 wurde in Boston der einzige wirkliche Philosoph Amerika's, C; a i p h W a l d o Emerson, geboren. Wenn er auch kein Philosoph im großen Stil wie z. B. Kant war, so hat er in seinem sich bis zum siebenundzwanzigsten April 1862 erstreckenden Leben doch Viel zur Hebung amerikanischen Denkens und Fühlens beigetragen. VonHause aus rationalistischerTheolog und Unitarier-Prediger, wuchs er über seine Sekte bald hinaus und entfaltete dann als Privatmann. Schriftsteller und öffentlicher Redner ' von Concord in Massachusetts aus eine umfassende Thätigkeit. tfine aroße Erweiterung seines Gesichtskreises und seiner Kenntnisse holte er sich in Europa und besonders auch in der deutschen Literatur. Eifrig beschäftigte er sich namentlich auch mit Göthe, dessen Weltlichkeit und Sinnlichkeit" ihn anfänglich abstießen, dessen allumfassendem Genius" er aber in die Länge doch nicht widerstehen konnie. Seine einzelnen sckriftstellerischen Leistungen alle hier zu besprechen oder auch nur aufzuzählen, würde ermüdend sein. Vieles ist auch in's Deutsche übersetzt; und sein Verständniß in Deutschland wurde namentlich gefördert durch den vor Kurzem gestorbenen
Gnhekenner Herman Grimm. In geistreicher oft fesselnder Weise trägt Emerson seine auf's Uebersinnliche und Ideale gerichtete, jedem Menschentinde die höchste geistige Entwicklungsfähigkeit zutrauende Lebensweisheit vor. die zuweilen an die transcendente" Philosophie und ideale GeistesWelt des deutschen Philosophen Schelling erinnert, ohne daß jedoch Emerson irgend etwas von Schelling geborgt hat; denn Emerson's Werdegang war ein durch und durch selbstständiger und eigenartiger. Ganz von selbst entwickelten sich nach und nach Emerson's philosophische Anschauungen von der Natur als der Offenbarung Gottes, dessen Attribute Schönheit, Weisheit. Kraft und Liebe sind. Dem Geiste des Christenthums wird er dabei gerecht. Nicht so bedeutend wie als Philosoph ist Emerson als Dichter; und er konnte alZolcher schon weil viele der Gedichte zu schwer verständlich sind, sich nicht recht Bahn brechen; am schönsten offenbart sich feine große dichterische Begabung in einigen seiner in Prosa geschriebcnen Werke. Immerhin besitzen einzelne seiner Gedichte eine ergreifende Gewalt, so das über das Treffen bei Concord am 19. April 1775. wo die freiheitsliebenden Neu-England-Farmer sich so tapfer gegen die englischen Rotbröcke schlugen. Wie packend ist die Stelle: Ilere once thc ernbattlcd sannen stood, And fircd thc shotheard round thc world. Er war aber kein poetischer Träumer; und mit Schärfe griff er in die verschiedensten Lebensgebiete ein. So war er auch ein entschiedener Bekämpfer der Sklaverei und zumal ihrer Ausbreitung, wenn er auch sonst mit den Abolitionisten seiner NeuenglandHeimath wenig gemein hatte. Hoffentlich trägt Emerson's hundertster Geburtstag dazu bei. daß sein edler Idealismus wieder etwas auflebt, in dieser grell und grob Materialistischen amerikanischen Gegenwart, die ihn so sehr nöthig hat! Wie erbebend predigt er in seinen Schriften über Natur, über Gesellschaft und über große Menschen, wie in seinen klassisch schönen Vorträgen und kurzeren Abhandlungen ein edles reines Dasein, das seinen Lebenswagen an einen der Sterne knüpft und sich rein hält vom Schmutze der Welt! Wie hoch stellt er echte republikanische Bürgertugend und Bürgerqröße und ein uneigennütziges öffentliches Leben über die rohe Gier nach politischer Macht und nach Reichthum! Die Deutschen in Australien zählen 106.500. von denen 46.800 in Deutschland geboren sind. Sie bilden 2.3 Procent der Gesammtbevölterung. Mit den deutschen Schulen steht es schlecht. Westaustralien mit seinen 500 und Tasmanien mit 1000 Deutschen haben gar keine deutschen Schulen. Bei der weiten Zerstreuung dieser geringen Zahl Deutscher wird das wohl auch nie anders werden. Schlimmer ist, daß Neu - Seelands 12.000 Deutsche nur sieben Schulen und die 10.000 Deutschen in Neu-Süd-WaleA gar nur drei Schulen für die Erziehung ihrer Kinder zur Verfügung haben. Etwas besser ist's in Victoria, dessen 15.000 Deutsche elf deutsche Schulen untcrhalten; ja, der deutsche Schulverein in der Hauptstadt zählt 916 Mitglieder. Am Schlimmsten, ja sehr schlimm ist es in Queensland. wo auf 38.000. davon 15.000 noch im Mutterland geborene Deutsche, nur zwei deutsche Schulen kommen, wenn man davon absiebt, daß in den deutschevangelischen Kirchengemeinden wochentlich einmal deutscher Unterricht in Lesen und Schreiben und deutscher Konfirmandenunterricht ertheilt wiro. Erfreulich ist's, dagegen die Verhältnisse in Südaustralien zu betrachten. Dort unterhalten 30.000 Deutsche mindestens 53 deutsche Schulen mit etwa 1KOOO Scbiilern.
Der liebenswürdigr Polinst. Herr Wammerl. der sich den freundlichen Marktflecken Schnabelbach zur Sommerfrische erkoren, lagert an einem heißen Julitage am Ufer des Gemeindeteiches im Schatten einer Erle und schwitzt. Da naht sich der behäbige Polizeidiener des Ortes im gemüthlichen Schlenkerschritt, bleibt bei dem Sommerfrischler stehen und schnauft: ,,A' heißer Tag heut', was?" Ja, a' heißer Tag!" seufzt Wammerl und wischt sich den Schweiß von der Stirne. Sichtlich erfreut über diese wunderbare Uebereinstimmung mit seinen Ansichten, bietet Bostel. der Polizeidiener, dem Sommerfrischler eine Prise an. Das erfrischt und muntert zu weiterer traulicher Zwiesprache auf. Schad'," fährt Bostel fort, daß ich weg'n mein' Rheumatismus net baden darf; das Wasserl da schaut Einen gar so verlockend an. Wenn man da drin so herumplätschern könnt' 's is auch gar net tief, und die Leut' baden gern drin!" Bei diesen Worten des Polizeidieners kann Wammerl nicht anders: Er zieht fast mechanisch den Rock aus. Aha, nur scheint, Sie kriegen auch schon Lust?" lacht der liebenswürdige Polizist jovial. Recht haben S', heut' muß 's ja bacherlwarm sein, 's Wasser! Kommen S', ich hilf Ihnen
d' Stiefel auszieh'n Up! So. Keine Schwimmhos'n haben S'? Macht nix. nehmen S' halt 's Sacktüch'l; es kommt eh kein Mensch! So. steigen S' nur 'nein! Gelt, das thut halt wohl! Ja, ja! So, und jetzt bitt ich um Ihren werthen Namen! 's Baden is nämlich hier bei fünf Gulden Straf' verboten." Thierisches Hühners tt e r. Um Korn zu sparen, kam man auf den Gedanken, den Hühnern das Geschmeiß zu verschaffen, welches sie begierig fressen, indem man das Ungezieser erzog. Dies wird bewerkstelligt durch Herstellung einer Grube, in welcher am Boden ein Lager von sehr klein geschnittenem Roggenstroh, von einem halben Fuß Höhe, gemacht wird; dieses Stroh bedeckt man mit einer Lage Roßmist, alsdann mit einer Lage Erde. Nun wird Ochsenblut oder auch Blut von jedem anderen Thier aufgegossen, Traubentrester, Hafer, Kleie, thierische Eingeweide, Aas u. s. w. daruntergemischt, bis die Grube voll ist. Man bedeckt alles mit Gesträuch und breiten Steinen, um das Geflügel zu verhindern, darin zu scharren. Diese Schichte geht bald in Fäulniß über und erzeugt Tausende von Würmern und Insekten. Jeden Morgen zieht ein Mann mit drei bis vier Spatenstichen den taglichen Bedarf heraus und wirft denselben in einem Winkel des Geflügel Hofes den Hühnern vor, denn es wäre schädlich, das Geflügel nach Belieben, davon fressen zu lassen. Der Truthahn sollte in teinem größeren Hofe fehlen; er frißt alle sonst leicht zu Grunde gehenden Körner auf und kann leicht mit wenigem Nebenfutter unterhalten werden, ohne daß es anderen Hühnern schadet. Das Fleisch des Truthahnes wie der Henne, zahm oder wild, ist sehr zart, saftig, fett und wohlschmeckend. Die Eier, 30 bis 40 Stück jährlich, sind groß und von gutem Geschmack. Die Henne legt ihre Eier an möglichst versteckte Orte und brütet oft im Freien im selbst zubereiteten Neste. Brütezeit 26 bis 28 Tage. Die Aufzucht der Jungen ist schwer. Um diese etwas zu erleichtern, lege man in das Brutnest nach einer Woche einige Hühnereier. Die Küchlein schlüpfen dann zu gleicher Zeit mit den Truthühnern aus und lehren letztere das Aufpicken des Futters. Am liebsten fressen die Jungen Fliegenlarven, Ameiseneier und dergleichen, daneben trockenes, geriebenes Weißbrod, zuweilen auch zerbröckelten, hart geriedenen Teig aus Ei und Mehl und schon mit dem vierten Tage zerkleinerten Salat und Gras. Jede Nässe schabet den Jungen. Nur solche Ziegenlämmer, die frühzeitig, also im Februar bis April, geboren sind und von guten, kräftigen Thieren stammen, sollten zur Weiterzucht benutzt und dann noch in demselben Jahre zum Bock gebracht werden. Später geborene sollten mit wenigen Ausnahmen zu Schlachtzwecken dienen. Wer über mehrere Ziegen verfügt, richtet es auch wohl so ein, daß eine im Frühjahr tragend und dann zum Herbst, wenn die anderen anfangen, im Ertrag nachzulassen, frischmilchend wird. Es ist dies sehr angenehm und läßt sich auch ermöglichen, da die Brunst elf Tage nach der Geburt wieder eintritt. Vinzigr Grktärung. Bekannter: Vermehrt sich denn der Wildbestand in Ihrem Revier nicht?" I a g d p ä ch t e r (resignirt): Das weiß der Henker: ich hab' bis jetzt immer nur zwei Hasen zu Gesicht bekommen und das muß wohl Vater und Sohn sein!" Verbessert. Ein Vater besucht seinen Sohn, einen Studenten, in der Stadt. Die Beiden sitzen Abends in einem Gartenlokale. Vater: Du wirst ja in auffallend freundlicher Weise von so vielen Leuten gegrüßt, die anscheinend dem Handwerkerstande angehören. Sag' 'mal die warten wohl auf ihr Geld?" A l f r t b : Auf Deines, liebn Papa.-
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