Indiana Tribüne, Volume 26, Number 246, Indianapolis, Marion County, 8 June 1903 — Page 7

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Ds Dpscr drr Schwester. I Roman von Margucritc PoradowsKa. $$$$$4&4Qi4Z (Fortsetzung.) y. xapitci ihrem mit gelbem, wappengeschmücktem Brokatstoff ausgeschlagenen Boudoir schlief die in einen tiefen Polster stuhl zurückgesunkene Hofmarschallin so fest, daß ihre angefangene Stickerei zu Boden geglitten war. Wenige Schritte von ihr entfernt plauderte die auf einem kleinen Stuhl in sehr aufrechter Haltung sitzende Gräfin, ihre Nichte, mit einem geistlichen Herrn in violetter Sutane, der ihr, das Kinn in die blendendweiße Hand gestützt, so andächtig zuhörte, als befinde er sich in einem Beichtstuhl. Zwischen den schweren, leicht zurückgcnommenen Vorhängen kam ein Stilck des von der goldenen Herbstsonne beschienenen Parks zum Vorschein, während die gedämpften Klänge eines Orchesers, in die sich der verworrene Lärm fröhlicher, juqendlicher Stinkmen mtscyle. aus ver fitxnt yeruverdrang. Seit wann ist sie schon im Schloß?" murmelte der Bischof. Seit drei Monaten." antwortete die Gräfin, nachdem sie sich überzeugt hatte, daß die Marschallin noch immer schlief. Ich bin ja gewiß weit entfernt, ein voreiliges Urtheil über das junge Mädchen zu fällen, auch will ich gern glauben, daß sie nur unbesonnen, etwas kokett, vor allem aber ein recht verwöhntes Kind ist; aber Euer bischöfliche Gnaden, dessen gütige Rathschläge mir in den schwersten Stunden meines Lebens Halt und Stütze geboten, werden gewiß die Angst einer Mutter, die für die Zutunft ihres einzigen Kindes bangt, erklärlich finden." Soll das so viel heißen, meine liebe Gräfin, als daß Ihr Sohn Adalbert seine Gefühle schon gestanden hat?" Das nicht gerade. Er war stets sehr aufmerksam gegen das junge Mädchcn, doch nicht mehr als andere Herren auch. Seit einigen Tagen aber beunruhigt mich sein Benehmen. Ich sehe, wie seine Blicke ihr überallhin folgen; er ist aufgeregt, eifersüchtig, weicht meinen Fragen aus und hüllt sich mir gegenüber in geheimnißvolles Schweigen." Haben Sie Ihre Befürchtungen auch schon Ihrer verehrten Frau Tante, der Marschallin, anvertraut, mein liebes Kind?" Ja. aber sie lacht mich aus, behauptet, ich übertreibe. Uebrigens hat sie in solchen Sachen die unbegreiflichsten, wunderlichsten Ansichten." Wunderlich?" rief die alte Dame, aus ihrem Schlaf aufschreckend. Weil ich behaupte, daß es nichts Bildenderes für einen jungen Mann gibt, als in eine Frau oder ein jungeö Mädchen aus der Gesellschaft verliebt zu sein. Begreifst Du denn noch immer nichl, Du armes Närrchen. daß ein erlaubtes, im eigenen Salon sich abspielendes Liebesgetändel nicht nur die beste Schule für zarte Galanterieen, sondern auch das sicherste Mittel ist. seine schönen Söhne an's Haus zu fesseln. Ich bin überzeugt, daß Seine bischöfliche Gnaden als feiner Psychologe und welterfahrener Mann ganz meiner Ansicht ist. Was mich betrifft, so finde ich Noemi geradezu genial. Ich habe die Kleine neulich beobachtet, wie sie eine Schaar junger Herren, die ihr alle den Hof machten, mit einer Ungcnirtheit behandelte, um die jede erfahrene Weltdame sie beneiden könnte." Aber das heißt doch mit dem Feuer spielen. Und zudem ist Koketterie eine Sünde." Unsinn, meine Liebe' Wenn Du koketter mit Deinem Gatten gewesen wärest, wenn Du ihn mehr zu bezaubern verstanden hättest, so wärest Du erstens einmal glücklicher gewesen und wer weiß, vielleicht würde der liebenswürdige Mann heute noch leben, denn er hätte das nicht auswärts suchen müssen, was er zu Hause vermißte." Dunkle Zornesröthe war in's Gesicht der Gräfin gestiegen. Die unbarmherzige alte Dame aber fuhr, ohne ihre Nickte eines Blickes zu würdigen, fort: Du sagst. Koketterie sei Sünde, aber so lies doch das Alte Testament. Da gibt es kluge, kokette Frauen die Fülle, zum Beispiel Ruth, Esther, Judith. Glaubst Du, die hätten die Kunst der Koketterie nicht gekannt und nicht ihre ganze Liebenswürdigkeit entfaltet, um zu ihren Zielen zu gelangen? .hSie lächeln, in) djot liege i2naoen unu geben mir recht." Liede Tante." unterbrach die Gräsin" sie kalt, wie kannst Du nur immer die ernsthaftesten Dinge in's Lächerliche ziehen! Was aber würdest Du dazu sagen, wenn sich Dein Neffe Adalbert. den Du so sehr in's Herz geschlossen hast, plötzlich eigensinnig in den Kopf setzte, jenes Mädchen heirathen zu wollen?" Bah. dann wäre es immer noch Zeit, ihr die Thüre zu weisen. Man brauchte die Kleine ja nur einfach nach Hause zu schicken und das wollte ich schon besorgen. Vorläufig aber laß uns in Frieden. Dieses Mädchen gefällt mir. ich kann sie nicht entbehren. Acht Jahre habe ich die Kosten ihres Aufenthalts im Kloster bezahlt- da ist

es mcyl meyr als Mll:g. wenn ich nun auch etwas davon haben will." Damit erhob sie sich und ordnete die Falten ihres schillernden Seidenkleides. Ach, wie viel vernünftiger man doch früher war! Hin lote mci mein Grazie man die weltlichen Gebräuche mit der Religion zu vereinigen wußte! Euer bischöfliche Gnaden schweigen, aber ich sebo wohl, daß Sie meine Ansicht theilen." Ich bin nur ein einfacher Diener der Kirche, gnädige Frau, und wenig erfahren in derlei Dingen. Doch ist es eine Pflicht meines Berufs, dem Unglück ode? der Sünde vorzubeugen. Und so wage ich es. die mir von meinem Gewissen eingegebene Meinung auszusprechen, die dahin geht, den jungin Mann so rasch als möglich unter irgend einem Vorwand zu entfernen." Ein spöttisches Lächeln huschte um die Mundwinkel der Marschallin. Trotzdem küßte sie mit anscheinender Inbrunst den bischöflichen Ring, drehte sich im Kreise herum und begab sich zu der Jugend, deren ausgelayene Heiterkeit sie anlockte. Die Gräftn aber unterhielt sich wohl noch eine Stunde lang in klagendem Tone mit Seiner bischöflichen Gnaden über die besten Mittel, ihren Sohn jenem gefährlichen Einfluß zu entziehen. 10. Kapitel ' y uf einer der Schloßterrassen, Jrl von wo aus man die ganze Umgebung übersehen konnte, ging ein in einen scharlach-

rothen Shawl gehülltes junges Mädchen erregt auf und ab. Von Papa zehn Gulden ohne Mamas Wissen. Von Mama zwanzig Gulden hinter Papas Rücken, ohne Wissen der beiden Anderen fünf Gulden von Malwa macht zusammen fünfunddreißig Gulden. Unsinn, diese Heimlichthuerei! Was aber bleibt mir davon? Nicht ein Kreuzer, es ist schändlich! Und zu denken, daß mir meine Pathin. das alte geizige Weib, nicht einen .Gulden gibt! Ich sollte mich wirklich verbeirathen, wie Mama mir in jedem Briefe vorpredigt. Aber ich kann doch weder den Antrag des alten, reichen Bankiers in Wien, der mein Großvater sein könnte, annehmen, noch den des netten Tarlo, der so arm sein soll wie eine Kirchenmaus." Dabei hatte sie einen Brief entfaltet und begann ihn noch einmal durchzulesen. Sei nur ja nicht gar zu wählerisch," hieß es am Schluß, ich weiß wohl, daß Du bei Deiner Schl lbeit und Anmuth bis zu einem gewissen Grade dazu berechtigt bist; allein je früher ich Dich im Hafen der Ehe eingelaufen weiß, desto glücklicher werde ich sein. Warum sprichst Du nie von dem Sohn der Gräfin? Ist Adalbert nicht im Schlosse? Wie steht Ihr zusammen?" Dunkle Röthe färbte die Stirne des Mädchens. und ärgerlich zerknüllte sie den mütterlichen Brief. Im gleichen Augenblick aber hob sie beim Geräusch ines in den Hof fahrenden Wagens lauschend den Kopf. Sie sah den jungen Grafen aussteigen. seiner Mutter die Hand reichen, hierauf dem Kammerdiener das Tuch und Gebetbuch der Gräfin übergeben und da' .n einen ängstlichen Blick nach der Richtung werfen, wo sie stand. Da zauberte sie. sich heftig bezwingend, das entschwundene Lächeln auf ihre Züge zurück, versteckte hastig den Brief und lief rasch nach der Treppe, deren oberste Stufe sie gerade in dem Augenblick erreichte, als der elegante Kavalier unten anlangte. Sind Sie allein?" fragte er. Ja. die Marschallin hat den ganzen Vormittag Besuch." Da haben Sie sich gewiß schrecklich gelangweilt?" Weil Sie nicht hier waren? Welche Anmaßung! Beruhigen Sie sich, Graf. Tarlo hat mich im Kahn nach der Insel gefahren, mir Czardas und Kolomeytas aus seiner Violine vorgespielt, und ich habe dazu gesungen. Es war bezaubernd! Alle Spatzen in den Büschen haben mit eingestimmt." Die Stirne des jungen Mannes hatte sich umwölkt. Sie haben sich auf den See gewagt, trotzdem Sie wissen, wie gefährlich er ist?" Doch nicht in Begleitung von Tarlo? Der ist ja so muthig und überhaupt ein recht intereanter junger Mann einer, der wenigstens weiß, was er will." Hoch aufgerichtet stand sie vor ihm in ihrem hübschen blauen Wollkleide und fuchtelte ihm dabei übermüthig mit einem Zweig halb zerzauster Chrysanthemen unmittelbar oor dem Gesicht herum. O. Noemi. Sie bringen mich noch um mit Ihrer Koketterie!" Koketterie? Was fällt Ihnen ein? Mit welchem Recht wollen Sie mir verbieten, mit Leuten zu sprechen, die mir gefallen?" Er schien verlegen. Darf man wenigstens erfahren, was für interessante Dinge Ihnen dieser Tarlo gesagt hat?" fragte er endlich, während sie eine mit welken Vlättern übersäte Allee des Parkes betraten. Etwas herausfordernd sah sie ihn an. Nun ja; er hat mir einen Heirathsantrag gemacht." Einen Heirathsantrag?" Warum denn nicht 6 Wundert Sie das? Halten Sie es für unmöglich, daß ich Jemand eine ernste Neigung einflöße?" O, das meine ich nicht." Doch. doch, denn ich merkte ganz deutlich Ihre Bestüruna."

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Uno Tie haben den Antrag natürlich angenommen," sagte er mit halberstickter Stimme. Noch nicht, ich antwortete, daß ich mir die Sache noch überlegen und vorher meine Mutier und die Marschallin um ihre Ansicht fragen wolle." Mit einem lauernden Seitenblick beobachtete sie dabei den Eindruck ihrer Worte. Wissen Sie, daß Graf Tarlo auf einem sehr kleinen Gute lebt und Mutter und Schwester zu unterstützen hat?" Das ist nur ein weiterer Vorzug in meinen Augen, und wenn man selbst anspruchslos ist " Das sind Sie aber nicht, im Gegentheil, Sie sind ehrgeizig." Was wissen denn Sie davon?" antwortete sie schroff. In diesem Augenblick tauchte ein Schatten auf dem Schloßbalkon auf, und der junge Graf, der seine Mutter erkannte, runzelte leicht die Stirne. Da oben ist Ihre Mutter und beobachtet Sie," sgte Noemi höhnisch. Fliehen Sie schnell, sonst bekommen Sie Schelte. Es macht mir überhaupt den Eindruck, als überwache man Sie scharf seit einiger Zeit." Damit tänzelte sie. rückwärts gehend, einige Schritte von ihm fort und rief lachend: Auf Wiedersehen, ich will jetzt nach Hause schreiben Allein die Erregung, in die ihn das hübsche kokette Geschöpf an diesem Morgen versetzt hatte, ließ ihn all' seine gewohnte Klugheit vergessen. Hastig verfolgte er sie. Mika! Noemi! Versprechen Sie mir wenigstens, heute um sieben Uhr in die Orangerie zu kommen. Auch ich habe Ihnen wichtige Dinge zu sagen." Bedaure sehr, ich habe Theaterprobe mit Tarlo." Wieder er! Wollen Sie mich verrückt machen?" Nun also, meinetwegen; um elf Uhr heute Abend nach den lebenden Bildern." Spöttisch fügte sie hinzu: Dann ist es dunkel, das wird weniger gefährlich fein," und lachend huschte sie davon. Trotzdem schlug ihr Herz zum Zerspringen. Hatte die Stunde des Triumphes endlich geschlagen? Es war ihr. als habe sie einen Ausdruck der Entschlossenheit in Adalberts Augen aufblitzen sehen. Ach," dachte sie, die welken Blätter heftig aufwühlend, wenn ich ihm doch die Kraft einflößen könnte, seiner Mutter zu trotzen! Ist er nicht mündig? Was hilft alle Liebe, wenn man nicht den Muth hat, dafür einzustehen?" Im Grunde aber gefiel er ihr ungemein, dieser elegante, verwöhnte junge Herr, trotz der anscheinenden Geringschätzung, mit der sie ihn behandelte. Paßten doch ihre leichtfertigen, oberflächlichen Naturen im Grunde vortrefflich zusammen. In der großen Welt trug Adalbert den Beinamen die Salongardenie." und Noemis Ideal reichte nicht höher als zu diesem Ruhm. Es war elf Uhr. als sich Adalbert. noch sehr erregt von einer Unterredung, die er soeben mit seiner Mutter gehabt hatte, in die am Ende des Schlosses gelegene Orangerie schlich. Ha, man schmiedete Pläne, man wollte ihn entfernen, einen heimlichen Krieg gegen ihn führen, dessen Einsatz sein Glück war! Sei es denn! Auch er wollte mit denselben Waffen kämpfen. Er war einer Tvrannei müde, die den Zweck hatte, seinen Wünschen hindernd entgegenzutreten. Diese Wünsche aber gipfelten augenblicklich in Noemis Besitz, in dem reizenden, muthwilligen Mädchen, dessen Schönheit ihn form lich berauschte. Ein blasser Mondstrahl drang in das große, von weichem, betäubendem Blumenduft erfüllte Gewächshaus. Plötzlich ließ sich ein leises Rauschen der Blätter vernehmen, und im langen, weißen Gewände, das sie bei den lebenden Bildern als Königin Barbara Radziwill getragen, kam Noemi. die Palmblätter, die ihr Gesicht streiften, mit den kleinen Händen anmuthig zurückbiegend, auf den erregt Wartenden zu. Endlich." sagte sie. ist es mir gelungen. zu entschlüpfen, aber leicht war es nicht." Dann fügte sie mit schelmischem Lächeln hinzu: Nun. was sind denn das für geyeimnißvolle Dinge, die Sie mir nur im Dunkeln andertrauen wollen?'' Leicht erzitternd trat sie einige Schritte auf ihn zu, er aber zog sie ungestüm an sich. Was ich Dir sagen wollte, Mika, Du weißt es längst," flüsterte er. Ich liebe Dich, ich liebe Dich rasend und kann nicht mehr ohne Dich leben!" Ganz bestürzt über di,se ungewohnte Leidenschaftlichkeit, vers.ichte sie, sich aus seinen Armen zu befreien, er aber hielt sie fest umschlungen. Und deshalb. Geliebte, müssen wir einen ernsten Entschluß fassen.Sie war ein wenig blaß, doch lächelte sie. die Augen voll Neugierde zu ihm aufschlagend. Einen Entschluß." wiederholte sie. ach. dessen sind Sie ja niemals fähig!" O. verkennen Sie mich nicht! Sie wissen nicht, was ich alles zu thun im Stande bin, wenn man mich zum Aeußersten treibt. Allerlei Neues ist im Werk meine Mutter möchte mich entfernen, mich von Dir trennen. Ich aber, ich werde ihr trotzen. Wir lieben uns Dir gehöre ich an, ebenso wie Du mir. Ja, ja, ich weiß, ich fühle es." Wonnetrunken, athemlos lauschte sie jetzt seinen Worten. Und um uns ganz anzugehören, meine Mika," fuhr er. ihr tief in die

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Aigen blickend, fort, gibt es nur em Mittel, und das ist miteinander zu entfliehen." Ein Schrei, als ob eine Natter sie gestochen hätte, entfuhr ihren Lippen. Zusammen entfliehen! Sie wagen es, mir einen solchen Vorschlag zu machen!" Todtenblässe bedeckte ihr Gesicht und Thränen entstürzten ihren Augen. Großer Gott, das hatte sie nicht erwartet! Er aber, ganz hingenommen von seinem Gedankengang, sprach hastig weiter: Ja, zusammen wir gehen nach Wien, wohin mich meine Mutter schicken will ich führe Dich zu einer Vertrauensperson, einer einstigen, mir treu ergebenen Wirtbschafterin. die von meiner Mutter sehr hoch geschätzt wird. Dort bleibst Du so lange, bis ich die Einwilligung zu unserer Heirath erlangt habe." Mit vor Empörung bebender Seele hatte Noemi sich auf einen Sitz niedersinken lassen. Wohl wußte ich. daß Sie feige sind," zischte sie. aber bis zu diesem Grade hätte ich es doch nicht für mögich gehalten! Sind Sie nicht mündig ittb Herr Ihrer Handlungen? Warum mchr mtt erhobenem Haupte Ihren Willen verkündigen?" Er kniete vor ihr nieder und sagte, leidenschaftlich ihre kleinen Hände küssend, die sie ihm jedoch zornig entriß: Du bist ein Kind! Es gibt Verhältnisse. für die Du kein Verständniß haden kannst. Ist es denn so etwas Schreckliches, mit demjenigen zu entfliehen, der Dich mehr liebt als sein Leben? Im Uebrigen wird dieser Aufenthalt in Wien nur von kurzer Dauer sein, denn meine Mutter, die jeden Skandal fürchtet, folgt uns jedenfalls bald. Man wird uns heirathen lassen, und dann, Noemi welche Seligkeit! Dann gehen wir an die italienischen Seen, nach Rom, Florenz und Venedig. und im Frühjahr begeben wir uns auf meine schöne Besitzung bei Tarnow, wo Du dann Alleinherrscherin sein wirst." Mikas Thränen flössen bei dieser bezaubernden Aussicht allmälig weniger reichlich; ihre Willenskraft schwand mehr und mehr, und ängstlich neigte sie sich zu dem Versucher hinab. . Und was ich vorhin noch vergaß, auf der Durchreise bestellen wir in Pest em reizendes, kleines, mit braunem Atlas ausgeschlagenes Koupe." Lieber blau," verbesserte sie ihn mit fast unhörbarer Stimme, dann verbarg sie. beschämt über die ihr entschlüpften Worte, das Gesicht in beide Hände. Aber schon hielt er sie wieder umschlungen und bedeckte Haare und Stirne mit glühenden Küssen. Ja. blau, mein Liebling, alles, was Du willst, und dann plündern wir die Läden; denn ich will, daß Du nicht nur die schönste, sondern auch die eleganteste und glücklichste Frau der Welt sein sollst." Nun waren Mikas Thränen versiegt, ja sie vergaß im augenblicklichen Entzücken vollständig ihre Herzensangst von vorhin. Jetzt aber," sagte Adalbert, auf dem Gipfel des Triumphes, wollen wir unseren Feldzugsplan erwägen. Morgen wird der Namenstag der Marschallin gefeiert. Sogleich nach den lebenden Bildern, also etwa um zehn Uhr, verlasse ich das Schloß, um in X. den Schnellzug zu erreichen. Auf der Station angelangt, stelle ich mich, als reise ich ab. schicke den Wagen zurück und hole Dich mit einem Bauernfuhrwerk etwa um Mitternacht ab. Im grotzi'n Pavillon des Parks erwartest Du mich." In der nebenanliegenden Gallerie ließ sich das Gekläffe des kleinen AffenPinschers der Gräfin, der seiner Herrin stets voranzugehen Pflegte, vernehmen, so daß die beiden jungen Leute unwillkürlich auseinanderfuhren. Also. Noemi. nicht wahr, ich darf mich auf Dich verlassen," stammelte er hastig. Sprich, sprich!" Allein sie war ihm aus den Armen geglitten. O. ich habe nichts versprochen." murmelte sie, durch eine Geheimthür entwischend. 11. K a p i t e l. er Namenstag der Marschallin! 31 Groß ist der Lärm und Umtrieb im Schlosse. Eine Menge würdiger, vornehmer Persönlichkeiten sind erschienen, um der Solennizantka" ihre Glückwünsche darzubringen. Die übermüthige Alte aber, die solch' feierliche Huldigungen nicht liebt, hat sich in den Ballsaal geschlichen. So lange die Jugend mich noch gern um sich duldet." sagte sie zu ihrem Vetter, dem Grafen Eustachius. werde ich mich wohl hüten, bei Euch alten Leuten zu versauern." Hier in dem fröhlichen Treiben fühlte sie sich wohl. Um sie herum plauderte und tanzte man oder speiste an kleinen Tischen. Einige Gäste vollendeten eben die letzten Vorbereitungen zu den lebenden Bildern, die gleich nachher aufgeführt werden sollten. Die Wie immer sehr gefeierte Noemi bildete auch heute den Mittelpunkt der Jugend. Tarlo besonders war eifrig um sie bemüht. Wie zerstreut sie heute Abend ist!" dachte die Marschallin. Sollte am Ende doch die Liebe bei ihr spuken? Na. da will ich schon Ordnung schaffen! In diesem Augenblick kam Noemi quer durch den Saal auf die Marschallin zu. und trotz ihrer Blässe sah sie so hübsch in ihrem rosa Gazekleide aus.

van die alte Dame ein stolzes X!acyeln nicht unterdrücken konnte. Eben habe ich Tarlo den Laufpaß gegeben," sagte Noemi. Bravo! Gib mir einen Kuß. Es wäre ja doch nur ein ärmliches Loos gewesen an seiner Seite. Ich habe andere Pläne für Dich. So etwa in drei bis vier Jahren heirathest Du irgend einen reichen, nicht zu jungen Hofrath oder auch Bankier dem Dein hübsches Frätzchen den Kopf verdreht hat." Noemi wurde noch blässer, krampfhaft biß sie sich auf die Lippen. Das also war die glänzende Zukunft, die ihr die egoistische Alte in Aussicht stellte, nachdem sie ihr die schönsten Jugendjahre geopfert haben würde! Tiefe Empörung stieg in ihrem Herzen auf. Da sah sie Adalbert durch den Saal kommen. Ein leidenschaftlicher, flehentlicher Blick traf sie, und rasch ging sie auf ibn zu ihr Entschluß war aefaßt. (Fortsetzung folgt.) vogclschuv in Frankrcich. Nachahmenswerte Maßnahmen gegen dc VaffcnmorS der gefiederten Sänger. Die Klagen der landwirthschafilichen Vereine über das Ueberhandnehmen der schädlichen Insekten und das Verschwinden der insektenfressenden Vögel hatten schon im vorigen Jahre den damaligen französischen Ackerbauminister Dupuy veranlaßt, das Fangen der Lerchen und kleinen Vögel mittelst Schlingen für die Zeit zu verbieten, in welcher das Feldhuhn mit der Jagd zu verschonen ist. Wer mit dem französischen Jagdgesetz und den französischen Jagdgewcynyeiten nicht vertraut ist, wird schwerlich verstehen, warum nur für einen bestimmten Theil des Jahres der Schlingenfang verboten wird, und noch weniger, warum man gerade die dem Feldhuhn gewährte Schonzeit für geeignet zum Schutze der Singvögel hält. Zunächst kennt das französische Jagdgesetz nicht verschiedene Jagd- und Schonzeiten für die verschiedenen Wildarten, sondern die in der Regel in die letzte Au-gust-oder erste Septemberwoche fallende Eröffnung der Jagd gilt für alles Wild, auch für das weibliche. Das Feldhuhn hat also in Frankreich dieselbe Jagd- respektive Schonzeit wie z. B. Neh oder Hase. Der Schluß der Jagd erfolgt in der Regel Mitte Ja-

nuar, wiederum für alle Wildarten, abgesehen von dem schädlichen Wild (3.iucn u. s. w.), für das es überhaupt keine Schonzeit gibt. Während der Jagdsaison darf aber die Jagd nicht vor Sonnen-Aufgang und nicht nach Sonnen-Untergang ausgeübt werden. Der in Deutschland so beliebte Anstand und Pürschgang existirt also in Frankreich nicht. Eine weitere und zum Schutze des Wildes vortreffliche Maßregel ist das Verbot der Feldjagd bei Schnee. Nach diesen Mittheilungen wird man verstehen, daß das Verbot, Lerchen und die kleineren Vögel während der für das übrige Wild bestimmten Schonzeit mittelst Schlingen zu fangen, doch keine so halbe Maßregel ist. wie man zunächst annehmen möchte. Denn vor allem dürfen keine Schlingen mehr bei Schnee gestellt werden, wo der Hunger die erschöpften Vögel in die plumpen Fallen treibt, auch nicht während des Fröhjahrzugs und während des Nistund Brutgeschäfts. In Folge dessen erregte das Verbot eine große Unzufriedenheit, namentlich im Centrum, im Westen und Süden Frankreichs, wo das Schlingenstcllen eine Art Nationalsport ist. und die Abgeordneten nahmen sich so energisch dieser grausamen Liebhaberei ihrer ländlichen Wähler an, daß die Handhabung des Gesetzes eine sehr laxe wurde. Jetzt aber hat der Nachfolger Dupuys im Ackerbauministerium, Mougeot, das Verbot erneuert und trotz einer Interpellation im Senat die strikteste Handhabung angeordnet. So steht zu hoffen, daß die gefiederten Sänger, welche dem Massenmord in Spanien entronnen sind, in Frankreich nicht mehr der Schlinge zum Opfer fallen, wenngleich der beliebte Jagdsport, im Oktober und November die Lerchen über dem Spiegel zu schießen, vorerst noch keine Einschränkung erfährt. Auch die von der deutschen Jägerwelt im Frühjahr mit so viel Sehnsucht und Mordlust erwartete Schnepfe hat sich der Fürsorge des Herrn Mougeot zu erfreuen gehabt; auch ihr ist die Schonzeit des FeldHuhns gesetzlich zugebilligt worden, d. h. die Jagd auf Schnepfen im Frühling ist in Frankreich verboten. Zu Tode geschleift. In Foxhome. Minn.. wurde vor Kurzem Anton Martinson zu Tode geschleift als das Pferd, welches er in einem Leihstalle gemiethet hatte, durchbrannte. Martinson arbeitete in der Nähe der Stadt: seine Verwandten kennt man nicht. Bon Cowboys niedergeknallt. Philipp Buntz aus New Fork, ein Reisender für eine Vibelanstalt des Ostens, wurde jüngst in Fogan, Texas, getödtet, weil er einen seidenen Cylinderhut trug und an einer Bar ein Glas Limonade anstatt Schnaps bestellte. Diese beiden Verstöße gegen die landesüblichen Sitten" waren für die anwesenden Cowboys zu stark, so daß einer von ihnen Buntz ein Lasso um den Hals warf. Als er sich wehren wollte, wurde er von der Kugel eines schweren Colt-Revoloers nieder-gestreckt.

Feuer - Signale.

4 Pnmsvlv und Wartet 6 English'S Oper-Haus 6 Satt und 9?to Kork 7 Noblk und Michigan 5 91. Jersey u. Maff A S Pine und Nvrch 13 Startet und Pine 11 Bnmont nah Säst 12 91$. 8 Spritzenhaus Mass. Xtx nahe Noble 13 Devaware und Walnut 14 Jersey u Central A. 15 Maff. und EorneU Ave Ash und 11. Straße .7 Park Are und 12 Str .s Columbia und Hlllfld 19 Highland Ave u. Ptt kl Illinois und St. I i3 Pennsvlv. und Pratt II Meridian und 11. Str 15 No. 5 Spritzenhaus 15. nahe Jllinoiö 26 Senate Ave u. SttNai? 7 Illinois und Michigan 28 Pesvlvania und 14. 29 Senate Ave. und 15. U No. 1 Spntzsnhaus Ind Ave nahtichigan 32 Meridian und Walnut J4 California u Cement 35 Blake und New York Z Ind. v. u. St Elair 37 klity Hospital 28 Blake und Nortd 3 Michigan und Agnes 41 No. 6 Spritzenhaus Wajhingwn nah West 2 Vsndorf u Wash. 43 Missouri u New Kork 45 Meridian u Wash 46 JlllnoiS und Chio 47 Eapitol Av. u Wash 48 inganö PorkhauS 49 Straßenbahn Stall W. Washington Str 61 No. l Spritzenhaus Illinois u Merrill 6 Illinois u Louisiana 55 West und South 54 West und McCarty 56 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray 68 No. 4 Spritzenhaus RadifonAv.u MorriS 69 Madiion Av. u Dunlop 1 No 2 Haken LeiterhauS South nahe Telawar 62 Penn, u Merrill De laware u. McEarttz 4 afi und McEarty 65 New Jersey u. Merrill 67 Birg. Av. u Bradsha 68 Saft und Prospekt 69 Bicking und High 71 9to. ii EpritzenhauS Lir Ave. nahe Huron 72 East und Georgia 73 Ceda und Elm 74 Davidson u Seorgia 75 Snglish Av. u Pine 76 Sbclby und BateS 7? No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shelby H Fletcher v. u Shelby Sl Market u. New Jersey 2 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Dork u. Davids 85 Taubstummen Anstalt 86 Skr. Staaten Arsenal 87 Oricntal und Wash. 89 Frauen-Reformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Marvland nahe Mer. 2 Meridian u. iScbrqia. 93 Meridian und South 4 Pennsvlv u. Louistana 95 Virffini Ave u. Alab. 9 Hauptquartier. 97 rand Hotel. 93 Capital Ave und CU. 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und U. 126 9)ande4 und t. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bkllesontaine und. 134 College Av und 20. 135 Delaware und 13. 1S6 Alabama und North 137 Newmann nd 19. 138 College Ade und 1. 13? Cornell Ave und 13. 141 DandcS und 19. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey nd 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus HiLffte Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 7. 152 Part Ave und 22. 15? L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 19. 156 Ctoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood l2 Ar den und Depot 163 Brightwood und 26. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. cyftone 167 Arsenal Ave und 23. 163 Bellefontaine und 2. 169 Park v und 10. 212 Capital Av und 17. 213 Pennsyw. .ichig 214 JllinS und 20. 15 Senate Ave und 21. 216 Pennsylvania und 2. 217 Meridian nd 1. 218 Capital Ave und 24. 219 Broadway und 10. 231 Illinois und cLa 284 No. 14 EpritzenhauS Kenwood und 5. 235 JllinoiS und 33. 23 Annetta und 30. 237 No. 9. Spritzend. mS Udell und Raoer 238 Udeil Ladder Work 239 Jiadcl und 27. 241 Meridian und 24. 242' JllinoiS u St. Clff. 243 Eldrioae und 23. 312 West uud Walnut 313 West und . S14 Howard und 16. 315 Torbet und Paca 316 Capital Ave und IC 817 Northivestern Aveu 318 Gent und 18. 319 Canal und 10. 824 Cerealine W,r 324 Vermont und 8M 325 Bismak u (BrandvieM 826 No. 29 Spritzenhaus Hagbvlll. 827 Michigan u. Holme, 23 Michigan u, Concord 341 West und McJntyn 412 Missouri u. Marvland 413 Missouri und Ohi 415 Capitel Ave - 4corgia 416 Missouri entuckyA. 417 Senate Av u. ash. 421 P und t 423 Jrren-Hospitol. 424 Viley Ave u. I DuS 425 Wash and HarriS 42 No. 18 SxntzenhaiH W Washington 42? Oliver und Birch 423 Oliver und ttgood 429 Nordvke und York 431 Hadley Ave u. Morris 432 River Ave u. Morri 434 River Av und Statz 435 Harding . Big 4 R ? 436 Harding und Oltva 437 No. 19 SpritztnhaZ Morris und Harding 4 Howard udia6 430 Stocky 451 Reisner und kr 452 Howard ta flcc 453 ttorn und JtotttfS 456 Lambat und BeiyFnl 457 Nordyte Ave u. War rnon Works 612 West ab Ray 613 entueky Ave u. Merr 014 Merunan nd Morrtzt 614 Illinois nd anlas 517 Morr und Dakota 513 Morris und Church 619 Capital A. u McCarty 521 Meridian und Palmer 023 Pine un, Lord 624 Madisor Ave Lincoln 26 Meridian und Belt 9 027 CaroS und Ray 528 Meridian und Arizona 629 Meridian. Raymond 531 Meridian u. McCarty 632 No. 17 Spritzenhaus MorriS nahe West 12 Mlernan und Dougy 618 East u. Lincoln fc 614 Cast und Brecher 15 Wright und Sanders 617 McCarty und veattz 18 New Jersey u ir 71 Spruc und Prospect 7 Cngllsh tt. U. Launk 714 State Av u. elt R K 715 Shclby und Beechcr 716 Statt Ave nd Orang T18 Orange und Lal 7W Shelby u. Cwaue Avi 721 Lerington A. u Lu?i 723 Fletcher vu.Oxrua 724 Statt Ave. Pleasan725 Prowck und "Urs 726 Orange und Harla? 728 Liberty und Ma 729 tUStt und South 81 No. 16 Spritzenhaus Ost Washington EU i. Market und Robl 814 Ohio . Highland 9ll 816 Michigan u. Highlant 816 Market u Arsenal Av 817 Ost S. Clair und Union Bahn Selnse. 321 Pan Handle S hopS 823 Vermont und Waltttt 824 Wash. und Etat Atz. 825 Madden'S Lounge Kad. 82 Duck und Dorsetz 827 ash. und Bevllle Av, g,9 Ro. 12 Spritzenhaus Bevill nah Richiga 831 Couthaster Woodside. 882 Wash. und DearborA 804 Southeastern und Arsenal AveS. 335 New ork und Tempi 912 Illinois und Maryl. 91 Illinois und Mottet, 914 Penn, nd ash. 91 Delaware nnd Spezial-Signale. krsten 8 Schlägt, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schlag, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 3 Schlag, Wasserdruck ab. i. Schlage, l Uhr Mittags. Die so bezeichneten Signale werben nur vom Thu Wächter angegeben da an den betreffenden Straße? kreujung keine AlarinUsten angebracht find. Chicago und der große Nordwefie via A hl r laska 5awaii Pdil,VVne Inseln. Pier tägliche Schnellzüge nach Chicago. ff Bon der Monon 47. Str. Station. 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