Indiana Tribüne, Volume 26, Number 234, Indianapolis, Marion County, 25 May 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, 25. Mai 1903.

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C. G. Darrow

Ueber die den Gewerkschafte drohenden Gefahren. Nur Erlangung politischer Macht kann wirklichen Erfolg stchcrn. Beschränkung der Kinderarbeit Lehigh-Gegend. ltt Abermals Opfer an! Menschenleben durch Sturm. Gewaltige Verheerungen bringt das Hochwasser. Noch eine Neger - Schandthat Lawrenceburg. :n Neuer Hülfs-Secretär sür's Schatzamt ernannt. C. S. Darrow überdie Gew e r k s ch a f t e n. Chicago, 24. Mai. Clären S. Dairow, der Hauptanwalt der Gru benarbeiter vor der Hartkohlen-Streik-Commission, sprach vor dem Henry George Verbände über die Gefahren des Gewerkschafts-Wesens." Der Vortrag !befaßte sich vovnehmlich mit der Behauptung, daß Arbei-ter-Organisationen die Principien, nach denen sie gegründet seien, nicht derstehen. Redner sagte u. A.: Die Gewertschastsbewegung bedeutet in letzter Linie den Versuch den Arbeitsmarkt zu Monopolisten, genau so. wie der Trust die Produktion zu Monopolisten sucht. Das große Emporblühen der Gewerkschaften in den letzten Jahren führte zur Aufnahme zahlreicher Leute, denen Wesen und Werth der Gewerkschaftsbewegung fremd sind. In dem Wachsthum der Gewerkschaftsbewegung scheint man ihreGrundprincipien vergessen zu haben, welche zuletzt auf Herrschaft" hinauslaufen. Das Capital wurde vom Combinationsfieber ergriffen, bis es auf die krankhafte Bahn der Corporationen und Trusts gerieth. Ebenso wurde die Ar beit vom Gewerkschaftsfieber erfaßt und wendet nun ihre ganze Macht und Energie auf die Neugründung von Organi sationen. Falls diese Kräfte nicht zur Er langung politischer Macht oder zu wirk samen Methoden für Besserung der industriellenVerhälinisse, anstatt zum Gewinn zeitweiliger oder persönlicher Vor theile, verwandt werden, so muß diese ganze große Bewegung im Sande derlaufen." Traurig genug. H a z e l t o n, Pa., 20. Mai. Die Kohlengesellschasten der Lehigh Gegend beginnen morgen mit der Durchführung dps neuen Altersarenen-Gesetzes. das die Anstellung von Knaben in und au Kerbalb der Gruben reaelt. Unter dem M Gesetze dürften etwa 500 Jungen ent lasten werden. In vielen Fällen dedeutet dies schwere Sorge für deren Familien. die fast ausschließlich auf die Unterstützung ihrer minderjährigen Mitglieder angewiesen find. Sturmschaden. G u t h r i e, Okla., 24. Mai. Ein Tornado in Fors zerstörte 18 Häuser, tödtete ein Epepaar nebst Tochter und verletzte zahlreiche andere. In Folge des Sturmes der gestrigen Nacht find die Telegravhendrähte in vielen Richtungen niedergerissen und es ist daher unmöglich, über die Gewitter, und Tor nadv'Schäden in Yukon, Marshall und Carmen bestätigende Nachrichten zu er. halten. C h i ck a s h a . I. T.. 24. Mai. Chickkasha und das Washita Thal wur den gestern Nacht von einem schweren Regenfturm heimgesucht, der große Verheerung anrichtete. Der Schaden betrifft in erster Linie die Rock Island und San Francisco Bahnen. Zwei Rock Island Brücken mit über 800 Fuß Geleisen find weggespült. Bei einer Entgleisung nördlich von hier wurden gestern einige Paffagiere leicht verletzt. Auch zwei Brücken auf der Francisco Linie zwischen hier und Oklahoma City wurden zerstört. Vom Blitze erschlagen. P i t t S b u r g, Pa.. 24. Mai. Ein schrecklicher Gewitterfturm suchte diese Gegend heute Nachmittag heim. Ein Mann kam um's Leben und der Eigenthumschaden ist groß. M. V. Robinson fuhr nach dem Shenley Park, um im Kreise von Freunden einen frohen Tag zu genießen.

Als der Sturm losbrach, suchte er Schutz vor dem Regen unter einer großen Esche. Wenige Minuten darauf schlug der Blitz in den Baum, denselden in Stücke zerreißend und Robin-

son's sofortigen Tod herbeiführend. Seine nur 25 Fuß entfernten Freunde entkamen völlig unversehrt. In Braddock traf der Blitz einen Straßenbahnwagen und rief eine Panik unter den Passagier hervor, von denen viele absprangen und einige sich hierbei verletzten. Die Schattenbäume erlitten großen Schaden. Dem Regen stürm folgte Hagelschlag. H o ch f l u t h. T o p e k a, Kas, 24. Mai. Hochwasser verursacht große Unbequemlicheitm für die Bahnen in Kansas. Die Santa Fe Bahn meldet, daß bei dem Osage City Zweig bei Quenemo 180 Fuß Geleise weggespült stnd. Der Bahnbetrieb der Rock Island Bahn m Norden ist gestört und auf der Hauptlinie der Missouri-PacificBahn ind die Geleise in böser Verfaffung; der Verkehr auf der Umon-Pacinc-Bahn läßt sich nur mit großen Verzögerungen bewerkstelligen. In Topeka steht der Kansas Fluß 13$ Fuß überhalb der niederen WasierGrenze und steigt rapid; indessen wird hier kein Schaden befürchtet. In Emporia ist der Cottonwood über eine Ufer getreten und ergießt sich über Farmland. Auch in Floren steigt der Fluß rapid. Seit einer Woche regnet es stark in Kansas, ebenso heute wieder im mittleren Theile des Staates. L afavette, Ind.. 24. Mai. Sturm, Regen und Hagel verursachten heute Abend den Saaten beträchtlichen Schaden. Heimathlos. E n i d, I. T., 24. Mai. Hun derte von Personen sind heimathlos geworden und Eigcnthumsschaden, den man allein m den nlo-'Alederuncnn auf $300, 000 schätzt, wurde durch einen Gewitterfturm in der letzten Nacht verursacht. Um 12 Uhr ergoß sich eine drei Fuß hohe und 200 Fuß breite Strömung durch die Niederungen, Häuser und Alles andere niederreißend. Das Unglück kam ganz unerwartet über Enid und die meisten Bürger 'lagen im Schlafe. In wenigen Minuten ftan den hundert Häuser ganz oder theil weise unter Waffer. Das Hilfewerk begann sofort und die ganze Nacht hindurch wurden Leute aus gefährdeten Stellungen gerettet und aus ihren Wohnungen geholt. Am Morgen stellte es sich heraus, daß mehrere Hundert obdachlos geworden. Es feolte nicht an zahlreichen erschütternden Scenen, als die Leute herumstanden, auf den Ablauf des Waffers harrend. Viele haben ihre gesammte Habe verloren. Die Bürger thun alles, um das Elend zu lindern, doch die Mittel sind beschränkt. Der Regenfall der letzten 10 Tage war der reichlichste in Oklahoma's Geschichte und die Anzeichen deuten auf weiteren hin. Auch westlich von hier dürste der Schaden groß sein. G u t h r i e, O.T., 24. Mai. Heute früh, am 24. unterbrochenen Regentaae. wurde biete (seaend von einer weiteren zerstörenden Hochfluth heimge sucht. Cimarron und Costonwood Flüffe sind jetzt an der Gefahrlinie an gelangt. Noch eine Schandthat. Lawrenceburg, Ind., 24.Mai. Der heutige Tag sah das County in ungeheuerer Erregung anläßlich der Er morduna von Rosa Kaiser und dem mörderischen Angriff auf ihren Vater am letzten Freitag. In Guilford, Manchester und anderen Plätzen versammelten sich Farmer und drohten offen den Schuldigen zu lynchen, falls er identificirt werden könne. Sheriff Axby hatte Abends eine sehr starke Wache von Hilfssheriffs im Gefängniß, wo Louis Everson, als Black Ponto" bekannt, als verdächtig festgehalten wird. Ohne Zweifel wäre dieser Neger heute gelyncht worden, hätte man nicht angekündigt, daß der aus Manchester eingetroffene Albert Darling in ihm nicht die Person erkenne, die im Hause von Frau Mary Griffin kurz vor dem Verbrechen vorsprach. Auch die übri gen Nachbarn vermochten den Gefangenen nicht zu idcntificiren. Als die Leute in das Städtchen strömten, ging eine Depesche ein, daß eine weitere Unthat im County verübt worden sei. Dadurch wurde die Auf-

merksamkeit vom Gefängniß abgelenkt. Sheriff Axby war Morgens mit Hilf.sheriffs nach Weisburg gerufen wor den. wo ein unbekannter Neger gegen zwei kleine Mädchen des Farmers

George Smith einen unsittlichen Angriff verübt hatte. An der Jagd betheiligten sich viele Farmer und auch M. C. Cowdry mit seinen Bluthunden. Nach langem Suchen fand man, daß der Neger Nachmittags auf der Station Cunman einen Frachtzug bestiegen hatte. Als man auf den Zug Depeschen sandte, konnte der Neger nicht gefunden werden. Er ist vermuthlich vor der nächsten Station abgestiegen, war aber doch lange genug auf dem Zug. daß die Hunde seine Spur verlieren konnten. Der Sheriff kehrte Abends nach dem Gefängniß zurück, aber die Farmer mit den Hunden durchstreifen noch immer das Land. Sheriff Axby ist der Anficht, daß der aus Weisburg entkom mene Neger sich mit den Attentäter auf die Kaiser'sche Familie deckt. Neuer Hilfsschatz-Se k r e t ä r. Washington, 24. Mai. Im Schatzdepartemcnt wurde heute die Ernennung von Charles Hallamm Keep als Hilfsschatzsekretär angekündigt. Er ist der Nachfolger des kürzlich ausgeschiedenen Milton E. Aisles. Herr Keep hat sein Domizil in Buffalo, N.J., und vollendete seine Rechtsstudien an der Harvard Universt tät. Seitdem war er, jetzt im 41. Jahre stehend, als Rechtsanwalt in Buffalo thätig. Man nimmt an, daß Keep's Er Nennung sowohl Senmor Platt als Gouverneur Odell genehm ist l.nd der Congreß - Abgeordnete Alexander, zu deffen Distrikt er gehört, hat sich eingehend für ihn verwandt. Als Sekretär Shaw vor einigen Wochen beim Präsidenten in Iowa war, überließ letzterer dem Sekretär die Ernennung eines HUfsschatzsekretürs. Als Herr Shaw zu seiner Entscheidung gelangt war, theilte er sie indchen dem Präsidenten telegraphisch mit und erhielt eine zustimmende Antwort. Herr Keep wird sein Amt am Mittwoch an treten. Noch keine Schlichtung. Washington. 24. Mai. Der erste Bice-Präsident des National-Ver-bandes der Maschinisten, P. I. Cou lan, empfing heute eine Anzahl Telegramme bezüglich der Schlichtungs Bedingungen beim Streik mit der Union Pacific-Bahn. Coulan erklärte, daß noch kein Abkommen zwischen den Maschinisten und der Gesellschaft abge schloffen worden, der Streik vielmehr wie bisher noch im Gange sei. Der italien. Botschafter. Washington. 24. Mai. Eine Depesche aus Rom Hot Herrn Major des Planches, den hiesigen italienischen Botschafter, als wahrscheinlichen Nach folger des italieuischen Botschafters in Wien, des Grafen Nigra, genannt Es verdient jedoch ei wähnt zu werden, daß auf der hiesigen Botschaft von einer derartigen Aenderung nichts bekannt ist. Geschenk des jungen R o ck e f e l l e r. Washington, 24. Mai. Die Post" macht morgen die Ankündigung.' daß John D. Rockefeller der hiesigen .Voung Mens' Christian Association" 550,000 geschenkt hat. Ein kundiger Postmeister. G uth rie, O. T., 24. Mai. -Amos Leedy, der 60jährige Postmeister von Leady, Okla., hat sich gegenüber der Anklage für schuldig bekannt, werthnolle Briefe, die Grundeigen-thums-Streitfälle betrafen, zurückgehal ten zu haben. Der Fall ist eigenthümlich deshalb, weil diese Briefe in dem Postamt von Niemand rcklamirt wur den und weil Leedy, da er nicht wußte, was thun, sie einfach in den Papier korb warf. In Rücksicht auf sein Alter kam der Angeklagte fttt einer Geld strafe weg. Viehzüchter und Farmer im Kampfe. Guthrie, O. T.. 24. Mai. Frank Speer, ein bekannter Viehzüch ter, wurde in Tuloga, Okla., wegen Mordversuchs gegen Heimftättenbefitzer prozessirt und auch verurtheilt. Die Schießerei war der Gipfelpunkt einer langen Fehde zwischen Viehzüchtern und Farmern im westlichen Oklahoma. Auch noch einige andere Viehzüchter ftehen unter Anklage; die Prozeffe wurden aber bis zum nächsten Termine vertagt. Den Fällen kommt Wichtigkeit wegen der angesehenen Stellung der Viehzüch ter zu.

Warnung vor Südafrika. Washington. 24. Mai.

Generalconsul Bingham in Capstadt sendet dem Staatsdepartement eine Warnung gegen die Ankunft solcher Einwanderer, die den Erfordernissen der neuen und strengen Einwanderungssetze in Südafrika nicht zu genügen vermögen. Unter dieser Klasse befin den sich zahlreiche russische Juden. Der Präsident. Seattle, Wash., 2t. Mai. Der Präsident verbrachte einen ruhigen Sonntag und wohnte Vormittags der Gedenkfeier der G. A. R. im Grand Opera Haus bei. Die Rückreise nach dem Osten wird Montag früh 3 Uhr angetreten. Kurze Depeschen. S p r i n g f i e l d, Jll. Während eine Gewitterfturmes wurde ein Einwohner Abends vom Blitze erschlagen. B o st o n. R. W. Emerson's 100. Geburtstag wurde in der SymphonieHalle unter dem Vorsitz Senator Hoar's, der eine Anrede hielt, gefeiert. B r a z i l. Die Arbeiten an dem Bau des neuen Carnegi: Bibliothek-Ge-bäudes haben eingestellt werden MÜssen, weil keine Steine mehr aus Bedford eingetroffen sind. Schiffsnachrickten. Angekommen. New tyoxl: Bluecher" von Hamburg, La Gascogne" von Havre; Dresden" von Bremen; Columbia" von Glasgow. Queenstown: Jvenia" von New York. St. Johns: City of Bombay" von Glasgow und Liverpool nach Philadelphia. Abgefahren: London: Cambrian" nach Boston; Minneapolis" nach New York. Queenstown: Umbria" nach New Bork. Southampton: Moltke" nach New Vork via Cherbourg. M I, W Base-Ball. American-Association. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Milwaukee, 24. Mai. Milwaukee Louisville ..00 1 002 0 1 - 4 ..10000000 0 1 Minneapolis, 24. Mai. Minneapolis.. 5 0 1 0 0 0 7 0 13 Columbus ...20000000 24 St. Paul, 24. Mai. St. Paul ...00000010 0 1 Toledo 00100000 23 Kansas City, 24. Mai. Kansas City.. 40 1 03200 10 nh'hss 00020020 0 4 t Schnitzel. Allerlei Interessantes aus allerlei Ge biet Für Jeden etwas. Die Kinder eines rothhaa rigen Elternpaares sollen stets früh zeitig graue Haare bekommen. Die Perser haben für jeden Tag des Monats, wie für die Tage der Woche, einen besonderen Namen. Die Taliputpalme auf Ceylon treibt zuweilen Blätter von 20 Fuß Länge und 17 Fuß Breite. Mehr Millionäre und mehr Arme, als in ganz Esgland. gibt es in der russischen Großstadt Moskau. Gegen den Geheim-Me-dizin-Schwinde! sind in Japan sehr scharfe Gesetze erlassen worden. Die Lokalregierun Londons kostet jedem dortigen Einwohner 4 4 Shlllmge ($19.74) :m Jahre. Der B e w ä s f e r u n g in den Ver. Staaten dienen mehr als 20,000 Gräben und Kanäle mit einer ' Ge samtlänge von 50,000 Meilen, Mit Fußböden a u S Gummi, die dauerhafter und billiger als Asphaltböden sein sollen. stellt man in Deutschland Versuche an Das Philadelphiaer Stadthaus, mit seinem Grund und Boden, hat nach oftizreller Schätzung einen Werth von $13,604. (XXX Die Kapitalsanlagen Englands im tropischen Amerika smd öfter, als Diejenigen auer an deren Nationen Europas zusammenge nommen. :n der Elektrotechnt bat B a n a k o k, Siam, während der lten bn ?kabre wunderbare Fortschritte gemacht. Eine dortige Ge sellschaft für Elektrotechnik verfüg über ein Kapital von üuu,uuu.

plc drukschcn Craindattaillone.

Ihr, Entstehung, ihre KriegSthätigkeit und ihr jetziger Bestand. Als nach den großen Kriegen, aus denen das geeinte Teutschland glänzvoll entstand, die Militärwissenschaftliche Forschung sich daran machte, die Feldzüge im Einzelnen zu erörtern, war naturgemäß die Darstellung des Ganges der Begebenheiten die erste Ausgabe, die sie zu lösen suchte. Dann kamen Strategie und Taktik zu ihrem Recht. Was hinter der Front geschehen war. wurde kaum gestreift. Ueber der Thätigkeit der Infanterie, der Reiterei und Artillerie vergaß man die Leistungen des Trains. Und dabei war etwa ein Fünftel aller Truppen, welche die französische Grenze überschritten hatten, verwandt worden, um den geregelten Nachschub an Bedürfnissen aller Art von der Heimath aus zu den Streitkräften vor dem Feind zu sichern. Es folgten, wenn einmal ein Armeekorps auf ei??er Straße marschirte, hinter den fechtenden Truppen noch lange Kolonnen von Fahrzeugen, die mehrere Meilen einnahmen. Diese Jmpedimenta" der Bewegungen haben sich seitdem nicht vermindert, sondern gesteigert, und sie richtig zu leiten, ist mehr und mehr eine der schwierigsten Aufgaben der obersten Heerführung geworden. In der Gegenwart wird der Schulung und dem Ausbau des Trains mit Recht mehr Werth zugemessen und Aufmerksamkeit geschenkt. Von dem halbmitleidigen Uebersehen dieser Waffe ist man abgekommen. Ein halbes Jahrhundert geht die Geschichte des preußischen Trains als Waffe zurück, und neun seiner Bataillone feierten kürzlich die 50. Wiederkehr des Tages, an dem durch eine Ka- ' binettsordre Friedrich Wilhelms IV. der Grund zur jetzigen Organisation gelegt wurde. Die Mobilmachungen in der gerade vergangenen stürmischen Zeit hatten !o viel Mängel m dem Fuhr wesen des Heers an das Licht gezogen, daß eine Besserung sich nicht länger aufschieben ließ, vor allem galt es. schon im Frieden nicht nur das todte Material, sondern auch das Personal bereitzustellen, das für emen Feldzug nöthig war. Die Armee-Reorganisa-tion durch König Wilhelm I. führte dann den Abschluß der Entwicklung des Trains herbei. Für denselben ordnete eine Kabinettsordre vom 2. Juni 1860 an, daß künftig jedes Armeekorps em Trambataillon zu zwei Kompagnieen haben sollte. Die Trainsoldaten traten am 1. Mai und 1. November z halbjähriger Dienstzeit ein. Am Krieg gegen Dänemark nahmen nur das Garde- und das Trainbataillon des 3. Armeekorps theil, gegen Oesterreich und seine Verbündeten rück ten alle 9 Bataillone m's Feld. Die gesammelten Erfahrungen führten eine Reihe von Veränderungen herbei, vesonders hatte sich herausgestellt, daß die Proviantkolonnen nicht ausreichten und als der Feldzug gegen Frankreich begann, wurde bei zedem Armeer?rps ein Fuhrpark von 400 Wagen, die sammt Vterden und Kutschern vom Lande miethet oder gestellt waren mobil gemacht. Die Formationen eines Trainbataillons umfaßten 1870 den Stab, 5 Proviantkolonnen, 1 Feld bäckereikolonne. 1 Pferdedepot, 3 Sa nitätsdetachements und 1 Trainbeglei-tungs-Schwadron, die in 5 Abtheilungen die 5 Fuhrparkskolonnen, jede zu 40 Wagen, überwachen sollte. D An spruche der Heerfuhrung an d Marschfähigkeit des Trains wurden unter den schwierigsten Verhältnissen erfüllt. Ein Zeichen, wie der Train sich bewährte, ist, daß sämmtliche aktive Offiziere, die in's Feld rückten, das Eiserne Kreuz erhielten. i Mit der Vermehrung des deutschen Heeres hielt auch die Erweiterung des Trainwesens Schritt. Die 17 Trainbataillone haben jetzt jedes drei Kompagnieen und unterstehen zunächst einer der vier Traindepot-Direktionen, die über sich als oberste Waffenbehörde die Traindepot-Jnspektion haben. Die Durchschnittsstärke eines Trainbataillons beträgt 14 Offiziere. 1 Arzt. 1 Zahlmeister und 316 Unteroffiziere und Mannschaften mit 190 Pferden. Im Jahre 1902 wurde zum ersten Male der Verpflegungsdienst bei den Kaisermanövern durch Proviantkolonnen ausgeführt; neun Bataillone fanden dabei Verwendung Eine andere Formation der letzten Zeit sind die Bespannungsabtheilungen. welche die schwere Artillerie des Feldheeres zu fördern haben. Sie sind von ihren Bataillonen abgezweigt und den Fuß-artillerie-Regimentern zugewiesen, damit schon im Frieden die Uebungen sich kriegsmäßiz vollziehen können und das richtige Zusammenarbeiten durch volles Verständniß gelernt wird. Die Bildungen bei der Mobilmachung umfassen jetzt 6 Proviant-. 7 FahrparkKolonnen. 12 Feldlazarethe. 1 Pferdedepot, 1 Feldbäckerei-Kolonne und verfchiedene Reserveformationen, sowie Abgaben für den Korps-Brücken-Train, die Korps-Telegraphen-Abtbei-lung, die Divisions-Brücken-Trains und die Sanitäts-Kompagnieen. Hohe Auszeichnung. Das Institute de France" erkannte kürzlich dem Pariser Profeffor Emil Rour, Leiter des Pasteur'schen Instituts, den Preis von 100,000 Francs zu. den der Bankier Osiris für hervorragende EntDeckungen der letzten drei Jahre gestiftet hat. Emil Roux hat sich vor allem durch seine Pestserumforschungen einen bockaeachteten Namen erworben.

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