Indiana Tribüne, Volume 26, Number 228, Indianapolis, Marion County, 18 May 1903 — Page 6
Europäische Nachrichten. . FVUrttcmverg. Stuttgart. Die an der HZes gen Technischen Hochschule erledigte ordertliche Professur für Bauconstructionslehre und Eisenbahnhochbau ist dem Baurath Mörike bei der Ministerialabtheilung für das Hochbauwesen unter Verleihung des Titels und Ranges eines Oberbauraths übertragen worden. Im Alter von 78 Jahren ist Commercienrath Friedrich August Steinköpf, Theilhaber der Firma I. F. Steinkopf, hier, gestorben. Das Musikinstitut Buitschardt (Direction K. Musikdirector Karl Buttschardt) beging das Fest des 25jährigen Bestehens. Berg. Der 18 Jahre alte Schlosser Albert Beck von hier wurde wegen schweren Diebstahls zu zweijähriger Gefängnißstrafe vecurtheilt. D o r n h a n. Stadtschultheiß Knaus hier ist nach 25jähriger Amtsthätigkeit aus Gesundheitsrücksichten um seine Pensionirung eingekommen. E l l w a n g e n. Das hiesige Amtsgericht fordert den am 14. Juli 1856 geborenen Johannes Geist, der vor 20 Jahren nach Amerika ausgewandert und seitdem verschollen ist, auf, sich spätestens in dem auf den 31. October 1903 anberaumten Termin zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgt. F e l l b a ch. Weingärtner Häußermann, langjähriger Vorstand der Weingärtner - Gesellschaft, der kürzlich seinen 90. Geburtstag feierte, ist an Altersschwäche gestorben. G m ü n o. Polizeiinspector Günther ist nach mehr als 50jähriger Dienstzeit in den Ruhestand getreten. Hall. Der frühere Landtagsabgeordnete des hiesigen Bezirks, Haigold, ist hier gestorben. H o f st e t t. Aus nicht aufgeklärt Ursache brannte hier das Wohn- unö Oekonomiegcbäude des Bauern Fr Stoll vollständig nieder. H o h e n st a u f e n. Hier brach ein Großfeuer aus, dem die Scheuern und Stauungen des Postboten Wahl, des Wagners Mühlhäuser, des Söldmrs Müller und der Wittwe Lipp zum Opfer fielen. Sämmtliche Gebäude brannten bis auf den Grund nieder. I l l i n g e n. Bei der üblichen Rundfahrt der Rekruten durch's Dorf fiel der Wagen um. Mechaniker Karl Herb kam hierbei um's Leben. Ludwigsburg. Im Amtsgerichts - Gefängniß h:er hat sich der ledige Taglöhner Ernst Häberle von Bilsingen a. E., der sich wegen Verdachts der Brandstiftung in Untersuchungshaft befand, erhängt. L ü b z. KUrschnermeister Edmund Kläger stellte seine Zahlungen ein. M a l ch i n. Der langjährige Leiter der hiesigen Eisenbahn-Bauinspektion. Oberbauinspektor Greverus, wird in's Privatleben treten. Neubrandenburg. Im 85. Lebensjahre starb hier nach längerem Leiden der Rechtsanwalt Geh. Hofratb Ahlers. Derselbe ist in weiten Kreisen dadurch bekannt geworden, daß er eine lange Reihe von Jahren als meck-lenburg-strelitzscher Landspndikus auf den mecklenburgischen Landtagen thätig war. R o st o ck. Bei den im hiesigen Amtsgerichtsbezirk stattgehabten Wahlen zur mecklenburgischen Handelskammer sind Geh. Commerzienrath Element, Dr. Fr. C. Witte und Kaufmann C. Klössendorf gewählt worden. Zum Rektor der hiesigen Landes - Universität pro 19034 wurde Professor Dr. Geinitz gewählt. Derselbe tritt sein Amt am 1. Juli an. Feuer richtete im Tapetengeschüft von Richard Wecker, Blutstraße 24, großen Schaden an. Tübingen. Bankier Bräuning hier wurde wegen Unterschlagungen vom Schwurgericht zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Waren. Sämmtliche Gebäude der Klein'schen Holzsägerei brannten nieder. "23aöett. Karlsruhe. Der Großherzog hat dem Privatdocenten für neuere Zkmstgeschichte an der Universität hier, selbst. Dr. phil. Karl Cornelius, den Charakter als außerordentlichen Professor verliehen. Friedrich Wolff jaL, der ehemalig Chef der Parfü-merie-und Toilettenseifen - Fabrik F. Wolff & Sohn hier, erhielt den Titel Commerzienrath. A ch e r n. Joseph Sträub legte die Redaktion der hiesigen Mittelbadisehen Nachrichten" nieder, um Verlag und Redaktion des Badischen Volksblattes" zu übernehmen. Seine Stelle versieht vorläufig der Verleger der .Mittelbadischen Nachrichten". Karl Eitler. B c ii 1 1 b a es). Großes Aussehen erregt in unserer Gemeinde die VerHaftung einer 68 Jahre alten Wittwe, Namens Göpferich. und eines in den 70'er Jahren stehenden Mannes, Namens Scherer. wegen Sittlichkeitsverdr?chens und wegen Verleitung eines 13jährigen Volksschülers hierzu. Die Beiden sind in Untersuchungshaft im Amtsgefängniß in Breiten. E t t l i n g e n. Ein Fuhrwerk des Sodawasserfabrikanten Morath von hier, welches der Kutscher K. Sterzenecker. 32 Jahre alt, führte, wurde m der Nähe der hiesigen Spinnerei von einem Auge der Albthlabahn übersah-
ren. wobei der Kutscher getödtet wurde. Furtwangen. Bürgermeister Josef Hölderle ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Kirr lach. Beim Umpflanzen eines Hovfenackers kam der Landwirth oyann tfreicei einem aufgestellten Stangenhaufen zu nahe. Dieser fiel in sicki zusammen und traf den bedauernswerthen Mann derart, daß er sofort todt war. Mannheim. Im nahen Stahlwerk Rheinau zersprang der neu in Betrieb gesetzte Schleifstein. Die Stücke zerschmetterten dem 28jährigen Dreher I. Schlachter den Kopf, so daß der Tod sofort eintrat. M e n z i n g e n. Der 33 Jahre alte verheirathete Cigarrenmacher I. I. Bürkle ließ sich von einem Barbier einen Zahn ziehen. Bald darauf trat Blutvergiftung ein, welcher Bürkle erlag. N e ck a r e l z. Im Verlaufe eines Streites brachte der 23jährige Tüncher Sittig drei Burschen Messerstiche bei. Zwei sind schwer verletzt, einer erlag seinen Wunden. Der Thäter wurde in Haft genommen. N e u b r u n n. Das Anwesen des Landwirthes Anton Hornstein ging in Flammen auf. Der Brand entstand dadurch, daß der 3jährige Knabe des Eigenthümers in der Scheune mit Streichhölzern spielte. Oberspitzenbach. BeimSpielen fiel das Kind des Landwirthes Hurg in einen Kessel heißen Wassers und verbrühte sich so stark, daß es starb. R a n d e g g. Im hohen Alter von 81 Jahren verschied hier nach längerem Leiden der Rabbiner E. Picard. R e i ch e n a u. Eheleute Edmund Egenhofer feierten die goldene Hochzeit. Myempfarz. Speier. Bischof Dr. v. Ehrle vollendete das 70. Lebensjahr. Im Laufe dieses Jahres wird er auf 25 Bischofsjahre zurückblicken können. Bosenbach. Das 6jährige Kind des Ackerers Appel kam unter ein Fuhrwerk und wurde todtgefahren. Ludwigshafen. Anläßlich des in diesem Jahre stattfindenden 50jährigen Jubiläums unserer Stadt ist die Anlage eines Jubiläumsbrunnens auf dem Brückendreieck geplant. N e u h o f e n. Der 25 Jahre alte Erdarbeiter Martin Gaul von hier wurde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und wegen Körperverletzung zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. O b e r l u st a dt. Hier wurden zwei Kinder, ein 4 Jahre alter Knabe Ramens Lenz und ein 6 Jahre alter Knabe Namens Klos, von einem eisernen Thore, an dem sie spielten, erschlagen. Pirmafens. Maschinen - Fabrikant Aloys Ph. Schilling ist wegen betrügerischen Bankerotts verhaftet worden. Zweibrücken. LandgerichtsPresident a. D. Ritter v. Haas ist im Alter von 76 Jahren hier gestorben. Krsatz-Lothringen. S t r a ß b u r g. In der den Eheleuten Hatt gehörenden Wirthschaft Zum Grünenberg" erfolgte eine weithin hörbare Detonation; als die erschrockenen Anwesenden hinaus eilten, fanden sie die Scheiben eines Fensters am Tanzsaal zertrümmert und das Gesimse verkohlt. Da der Wirth vor Kurzem einen anonymen Drohbrief erhalten hat, scheint ein Racheakt vorzuliegen. C o l m a r. Regierungs - Assessor Federspil in Colmar ist der Polizeidirektion in Straßburg zur Beschäftigung überwiesen worden. Diedenhofen. Versetzt wurde Kreissekretär Walther in Diedenhofen als Polizeisekretär an die Polizeidirektion in Straßburg. H a y i n g e n. Die Gendarmerie verhaftete einen berüchtigten Wilddieb, den Bergmann Peter Hoffmann aus Hayingen. Derselbe hatte dem ebenfalls verhafteten Bergmann Engels in dem Wendel'schen Wald Wild abgefangen und schoß den ahnungslos den Wald durchschreitenden Privatsörster Wagner in's Bein. Metz. Luden Heiser, Küchenchef im Europäischen Hof" dahier, hat auf der ersten großen Kochkunst - Ausfiellung in Düsseldorf für hervorragende Leistungen in der höheren Kochkunst die goldene Medaille und einen werthvollen Ehrenpreis erhalten. MUlhausen. Zahlreiche schlesische Arbeiter sind hier eingetroffen, die auf den größeren Landgütern der Umgegend in Dienst treten. Rieding. Großes Aufsehen erregt eine Blutthat, die in dem Nachbarörtchen Großeich verübt wurde. Vor der Wirthschaft Luther wurde der 19jährige Ackerer Georg Wittmann von Großeich von dem "Dienstknecht Georg Fischer durch einen Revolverschuß getödtet. Z a b e r n. Matrose Stiegler aus Zabern gerieth in die französische Fremdenlegion in Algier. Dort legte er, aus Verzweiflung übe? die schlechte Behandlung, Feuer an die Käser und wurde dafür zum Tode verurtheilt, doch hernach zu zwanzigjähriger Zwangsarbeit begnadigt. Während der Verbüßung der Strafe gelang es Stiegler, zu entkommen. Jetzt dient er bei der ersten Mstrosen - Division in Kiel. Mecklenvurg. Schwerin. Die von demSchwur-
gerlcyt gegen den Schnitter Guffav Hoffmann aus Mechau erkannte Todesstrafe ist durch Gnade in lebenslängliche Zuchthausstraft umgewandelt. Die Lehrerin Fräulein Minna Singewald, die kürzlich am Rose'schen Seminar in Schwerin ihr Lehrerinnenexamen bestand, ist an die höhere Töchterschule in Laage berufen worden. Boizenburg. Bei der Wahl zu Bürger - Repräsentanten wurden gewählt: Sanitätsrath Dr. Berg. Hofschiffbauer Fr. Lemm und Kaufmamß Ph. Lazarus. G u st r o w. Gegen den Schweizer H. Mariens aus Mönckhagen wurde wegen Brandstiftung und Diebstahls auf sieben Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt. in schwerer Unglücksfall ereignete sich kürzlich in München vor den Augen des Prinzregenten von Bayern. Dieser besichtigte den gegenwärtig in München stattfindenden großen Pferdemarkt. Unter Anderem wurde auch ein Rassepferd gezeigt, das bei der Vorführung sehr unruhig war. Ein Schutzmann eilte hinzu, um das Pferd zu halten, wurde aber von den Hufen des Pferdes derartig gegen Brust und Unterleib getroffen, daß er auf der Stelle todt zu Boden fiel. In der 'Nähe von A sbury Park, N. I.. hat sich die Women's Christian Temperence Union mit der Monmouth County Law and Order League zum gemeinsamen Vorgehen gegen den Bierwagenverkehr vereinigt. Abtheilungsweise folgen sie jedem Bierwagen, wohin derselbe auch fahren mag. Mit Bleistiften und Notizbüchern bewaffnet, trotten sie geduldig hinter dem Wagen her, bis der Kutscher die Wassertanten riecht und auf die Pferde peitscht. Sie wollen eine Menge Beweismaterial über ungesetzliche Verkäufe gesammelt haben, das sie den Großgeschworenen vorlegen wollen. EinJrrsinnigerNamenS William Harmel lieferte kürzlich dem Sheriff Corbin von Baraboo, Wis., und dem Wärter Leonard Cafe von der Mendota - Anstalt einen harten Kampf. Er wollte entfliehen und schließlich gelang es ihm, aus seinem Ueberrock zu schlüpfen und dem Wisconsin - Fluß zuzulaufen. Hier sprang er in eine tiefe Stelle. Viermal tauchte er wieder auf, dann ertrank er. Die Leiche wurde einige Stunden später unterhalb der Stelle gefunden. Cafe wäre beinahe gleichfalls ertrunken bei den Versuchen, den Irrsinnigen zu retten. E i n Transport von etwa 30,000 Stück russischer Hühner und Enten, der von der Grenzstation Prostken (Ostpreußen) als choleraverdächtig angemeldet wurde, kam kür?lich nach ungefähr zweitägiger Fahrt auf dem Berliner Schlesischen Bahnhose an und sollte auf polizeiliche Anordnung nach dem Seuchenhof gebracht werden, um dort zur Abschlachiung zu gelangen. Hiergegen erhoben die Händler, an welche die Sendung gerichtet war, Einspruch, indem sie bestritten, daß die Thiere choleraverdächtig seien. Darauf mußte noch einmal bei dem zuständigen Regierungspräsidenten telegraphisch nachgefragt werden. Auf die ebenfalls telegraphische Bestätigung desCholeraverdachts wurden dann die Thiere, die ganz munter waren, in dem Seuchenhof abgeschlachtet. Bei einer Reihe von todten Thieren, die der Abdeckerei überwiesen waren, hat die Untersuchung in der That Choleraverdacht als begründet erwusen. Dem berühmten sranzösischen Kanzelredner Bossuet. dem Adler von Meaux", soll demnächst auf einem der Plätze in Meaux ein Denkmal errichtet werden, das der BildHauer Ernest Dubais soeben fertiggestellt hat. Der Bischof ist stehend dargestellt, in einer Haltung voll Leben und Energie; er hält eine seiner berühmten Leichenreden; am Fuße des Sockels Zinks sitzt der Dauphin, nachdenkend, ein Buch in der Hand, während hinter ihm Henriette von England steht und weint. Rechts vorn steht man Schwester Louise de la Mis6ricorde die früher das schöne und galante Fräulein von La Balliere geWesen war. Hinter ihr scheint Türenne, der große Feldherr, gepanzert, gestiefelt und gespornt, mit tiefer Aufmerksamkeit das Buch zu lesen, das seine Bekehrung herbeiführte. Hinten am Sockel bemerkt man in einem Medaillon das Reliefbild Cond6s. Eine pathetische Scene spielte sich in einem Brooklyner Gericht ab. Louis Alsgood, ein junger Mann von 25 Jahren, war aus Betreiben seiner um zwei Jahre jüngeren Gattin wegen böswilligen Verlassens vorgeladen worden nicht zum ersten Male. Bei früheren Gelegenheiten hatten die Magistrate stets versucht, die streitenden Eheleute auszusöhnen, es war aber niemals gelungen. Als dieses Mal der Fall aufgerufen wurde und Beide auf die Schranken zugingen, brach die junge Frau plötzlich mit einem leisen Aufschrei ohnmächtig zusammen. Wie der Blitz war der Mann hinzugesprungen, hatte sein Kind und sein Weib aufgefangen, und auf seinen starken Armen trug er die kleine Frau hinaus und half weinend bei denBemühungen, sie wieder zum Bewußtsein zu bringen. Die Klage aber wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Mann und Frau verließen ausgesöhnt das Gericht.
Temperenzler in ScisifAIan. Manche Leser werden ihren Augen nicht getraut haben, als sie in den leizten Wochen wiederholt in ihrer Zeitung Berichte Wer die Temperen;bewegung in Deutschland fanden, die sich sog auf studentische kreise er streckt. In Berlin haben in der zweiten c'dUtQ deö Arril jene Herren eine mehrtägige ikonventtlM abgehalten, an welcher nicht nur hervorragende Männer aus dem Reiche, sondern auch Abgesandte außerdeutscher Städte theilnahmen. Tor Konvent bestand auS Vefürwortern der Mäßigkeit im Trinken; aber auch aus Renten, welche nach Art unserer Probibitionisten" die Herstellung und den Verkauf geistiger Ve tränte verbieten und so im Wege dc: Gesetzgebung gänzliche Enthaltsamkeit erzwingen wollen. Die Argumente" dieser Serren waren dieselben, welche mcm liier so oft hört. Der Genuß geiniger Getränke sei überflüssig, er verschlinge riesige Summen und durch Unmäßig seit sei schon unendlich viel Elend über die Menschheit gekommen. Deshalb solle man Verstellung und Verkauf geistiger Getränke gesetzlich bindern. Allerdings ist der Genuß von Wein, Bier und Branntwein meist überflüssig: außer in Willen, m denen Aerzte den Gebrauch dieser Ge tränke verordnen. Aber wenn man Alles verbieten wollte, was nicht unbedingt nothwen dig zur Lebensfriftung ist, dann muß' tat die Menschen sich in 5ackleinewand kleiden, in ärmlichen Hütten
wohnen und van Brot und Wasser u . von. freilich wird für die unnAhigen geistigen Getränke sehr viel Geld an gegeben ; aber noch viel größere 3nm men kosten prächtige Häuser, sein Einrichtungen, kostbare Diamanten und Kleider, Kutschen, Automobile und anders ebenfalls unnötbige Zachen. Unmäßigkeit schadet in allen Tin gen. Es kann Jemand zu viel Geld für Wohnung, Kleidung, Essen. Ge sellschaften ausgeben-, ja er kann )U viel Brot essen und zu viel Wasser trinken. Ter Mißbrauch eines 0cnufmiittels oder einer Lebensbequemlichkeit beweist noch lange nicht, daß diese Dinge an sich verdmmnens wertb sind. Wollten wir Alles verbieten", was nicht unumgänglich nothwendig ist, und könnten derartige Verbote durchgeführt werden, dann würden wir Alle in Hütten leben und uns in die billigsten Stoffe kleiden und von trockenem Brote uns nähren müssen. Dadurch würden aber Millionen von Arbeitern, Fabrikanten und Kaufleu ten ihr Brot verlieren, welche jetzt von der Herstellung und von dem Verkauf dessen leben, was man unter der Be Zeichnung Lurus.Gegenstände" zu sammenfaffen kann. Die Ansicht, daß man durch Gesetze die Menschheit tugendhaft oder auch nur mäßig mache kann, ist eine irrige. Das kann nur durch Erziehung gesche hen. Bei uns gelang es den sogenannten Prohibitionisten, in einer Anzahl von Staaten die Herstellung und den Verkauf geistiger Getränke gesetzlich zu verbieten. Aber auf Grund langjäbriger schlechter Erfahrungen wurden jene Gesetze theilweise widerrufen. Die Trunkenheit nahm eher zu als ab. Denn mit dem Getränkehandel befaßten sich, da er verboten war, nur Gesetzesüberlreter. und diese verkauften den scheußlichstenBranntwein zu hohen Preisen auch an bekannte Trunkenbolde, was kein anständiger Wirth thut. Der heimliche Suff" blühte und die Gemeinern verloren die Einnahmen aus den Schanksteuern, die in Staaten ohne Prohibition sehr bedeu tend sind. In Chicago entnahmen im letzten Iah e 7150 Wirthe Gewerbescheine, für die $500 per Stück bezahlt wurden, und alle diese meist sehr anständigen Wirthschaften können jederzeit überwacht werden, was bei den Schnapshänzlern in den ProhibitionStaaten erfahrungsgemäß unmöglich ist. Daß man der Unmäßigkeit in allen Dingen, im Trinken, wie in den Ausgaben für Wohnungen, Kleidung und Gesellschaften durch Wort und Beispiel entgegen zu wirken sucht, ist lobenswerth. Niemand sollte über seine Mittel hinaus leben. Wer aber das Geld dazu besitzt, darf wohl seiner geliebten Frau schöne Kleider und Schmuckfachen, sich selbst abe" einige Gläser Bier oder Wein kaufen. Wer dagegen Einspruch erhebt, wird auf die Dauer keinen Erfolg mit seinen Wühlereien hab.r; am allerwenigsten in Deutschland. Trotz allen Lärmens befanden sich die Prohibitionisten auf dem Berliner Konvent in btx Minderheit. Einen oft angeführten lateinischen Studenspruch, welcher besagt, daß derMensch sich von dem Wasser trinkenden lieben Bieh durch das Biertnnken unterscheidet, hatte der Stammtisch zum sauren Hering" in folgenden Versen d?rb verdeutscht, die er dem Konvent zu schickte: Dem Ochsen gibt das Wasser Kraft, Dem Menschen Bier und Rebensaft, Drum laßt uns trinken. Bier undWein. Denn niemand will ein Rindvieh sein! Mit diesem Kraftworten wollen wir unsere heutigen Betrachtungen schließen.
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Inland - - - -i -f 'tr V c TTT Vr ! r Schwimmende Insel. Eilie 125 Fuß lange und 30 Fuß breite Insel, die anscheinend fest wie ein Felsen in der Nähe des östlichen Ufers d?s Garfield-Sees, Conn., stand, ist unlängst I Meile weiter fort geschwomwen. Vor 25 Jahren machte die Insel eine ähnliche Wanderung. Selbstmord eines SchulMädchens. Die 15jährige Edna Rotramel in Springfield, Jll., hatte von dem Prinzipal der Schule, die sie besuchte, einen Verweis erhalten, und als der Prinzipal, um den Eltern des Mädchens hiervon Mittheilung zu machen, noch nach deren Hause kam, entleibte sich das Mädchen, indem sie Gift nahm. Gewaltige Opiumeinfuhr. Eine der größten Opiumsendungtn, welche je :n San Francisco eingetroffen ist, hat jüngsthin der Dampfer China" nach der Stadt am Goldenen Thor" gebracht. Die Sendung bestand aus 815 Kisten, welche 33,415 Pfund enthielten. Der für dieses Opium zu entrichtende Zoll belief sich auf Z200.490 und der Handelswerth desselben auf $534,340. M u t h i g e Frau. Als vor Kurzem eine Frau Allen in Tekoa, Wash., ihren 23 Jahre alten Mann beim Holzflößen von einem Baumstamme in's Wasser fallen sah, sprang sie zu seiner Rettung ihm nach; sie würde aber ertrunken sein, wenn sie nicht von einem Manne Namens Whalen, der schleunigst in einem Boote nach der Unglücksstelle ruderte, in Sicherheit gebracht worden wäre. Frau Allens Gatte konnte nur als Leiche gelandet werden. Beinahe lebendig begraben. Frau Julia Giffoid in Coldwater, Mich., war lange krank gewesen und der behandelnde Arzt konstatirte jüngst ihr Ableben. Die Hinterbliebenen hatten bereits die nöthigen Anordnungen für die Beerdigung getroffen, als die vermeintliche Todte plötzlich Lebenszeichen von sich gab. Unter Anwendung geeigneter Mittel kam sie schnell wieder zu sich und erholte sich soweit, daß sie sich außer Lebensgefahr befand. Gelehrter Chinese. Nach sechsjähriger Abwesenheit hat kürzlich der Chinese Do Jack sich in Billing, Mont., wieder häuslich niedergelassen. Der schlitzäugige Sohn des himmlischen Reiches ist nicht nur in der englischen Sprache gut genug bewandert, um in den Gerichten als Dolmetscher dienen zu können, sondern schreibt auch richtiges Englisch, versteht die SchreibMaschine zu qandhaben, ist ein guter Musiker und versteht sich auch auf die Telegraphie. Sonst ist er Restaurateur. Dreizehn Jahre in Männerkleidung. Als Frau mit dem Namen Green entpuppte sich kurz vor seinem Tode der Farmer Aaron Park in Muhlenberg County, Ky. Frau Green kam vor 13 Jahren, in Männerkleidung, mit einem kleinen Kinde nach Muhlenberg County, wo sie seither auf einer kleinen Farm in einem und demselben Haus wohnte. Vor ihrem Ableben erzählte sie einer Nachbarin, daß sie aus Massachusetts sei und Männerkleidung angelegt habe, weil es ihr in der Verkleidung besser möglich gewesen sei, für sich und ihr Kind zu sorgen. Trekkende Buren. Die Buren-Kolonisten, die sich vor einem Jahre in Pottsville, Pa., niederließen, sind neulich nach Missouri tlufgebrochen, wo sie sich als Farmer ansiedeln wollen. Sie waren von Gt. Helena, wo sie sich in der Gefangenschaft befunden hatten, nach Pottsvikle gekommen und hatten von Anfang an eine große Abneigung vor der Arbeit in den dortigen Kohlenbergwerken, weshalb sie beschlossen, nur so lanoe zu bleiben, bis sie im Besitz der nöthigen Mittel sein würden, nach dem Westen zu ziehen. Viele von ihnen zeigen noch die Narben der Wunden, welche sie in den Schlachten in Südafrika davongetragen hatten. Scheußliches Vorhaben. In New Aork waren neulich eine Anzahl Arbeiter mit dem Hinaufwinden eines vier Tonnen schweren Geldspindes nach dem dritten Stockwerke eines Gebäudes beschäftigt. Als der iserne Schrank f seinen Tauen vor dem betreffendeiF Fenster hing und die beiden darauf Itehenden Männer mit Hilfe von aiMeren in dem Zimmer befindlichen ch abmühten, das Ungethüm in die Fensteröffnung zu bugsiren, vernahmßn sie das Klirren einer über ihnenlm vierten Stockwerke zerbrechenen Fensterscheibe. Gleichzeitig bemerkKn sie, daß ein Mann seinen mi: einem langen Messer bewaffneten Arm durch die Oeffnung steckte und mit dem Messer an den straffen Tauen herum sägte. Zum Glück hing der Spind bereits in der Fensteröffnung, so daß er. als die Taue durchschnitten auf die Straße hinabfielen, mit ganzer Wucht auf den Fenstersims zu stehen kam. Ein um den Schrank geschlungenes und im Zimmer durch einen Block gehendes Tau bewahrte dann den Spind und die beiden Arbeiter vor dem entsetzlichen Sturz auf die Straße. Als Attentäter wurde ein 35jähriger betrunkener Kerl esnittelt und verhaftet.
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