Indiana Tribüne, Volume 26, Number 217, Indianapolis, Marion County, 5 May 1903 — Page 5

ndiana TrtWme, 3. Mai 1903

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v i i c $kU5, Hilf und Tstiib H 4 i l ! l 4 4 t l 'V t Flecken in gewebten Handschuhen. Man wäscht die Handschuhe, ganz gleich, ob sie buntoder einfarbig sind, in marinem Seifenwa,er, spült kalt nach, ringt sie tüchtig aus und breitet sie zwischen zwei Tüehern hin. um sie hier trocknen zu lasen. Auch bügeln kann man sie, doch müssen sie dabei immer zwischen den Tüchern belassen bleiben. Bei Moderflecken (Stockoder Schimmelflecken) in Leinwand und anderen Gewebestofsen ist in der Regel auch eine Strucktur des Gewebes zerstört; in solchen Fällen ist nur durch Einsetzen eines neuen Stückes des bct?effenden Stoffes zu helfen. Man kann di? Rasenbleiche einwirken lassen und das Weiterschreiten der Zerstörung aufhalten cder verhüten, indem man bisweilen trockene Luft und Sonnenlicht auf die Gewebe einwirken läßt. Roßhaare zu waschen. Man kocht die Roßhaare in weichem Wasser unter Zusatz von etwas Soda eine Weile, spült sie sehr gut aus, breitet sie auf einer Unterlage dünn in der Sonne oder trockener Luft aus, bis sie ganz trocken sind, und zupft, sie sorgfältig aus. Hat man nicht so große Keyel, um eine große Quantität auf einmal zu bewältigen, so läßt sich dies sehr gut in kleinen (5ntheilungen machen. Die Haare steigen beim Kochen OUf. . i n uj n 1 1 1 e n. Dünne Semmelschnitten werden in reichlich weißem oder rothem Wein, welcher mit gestoßenem Zucker und einigen Eiern verrührt wurde, gut eingeweicht, mdem man denselben daruberschüttet, sodann mit Semmelmehl bestreut, auf ein mit Butter Gestrichenes Blech gesetzt und nachdem auf jede Schnitte ein Stückchen Butter gelegt wurde, in der Röhre gebacken, übrig gebliebenen Wein schüttet man durch ein Haarsieb, gibt noch Wein und Zucker dazu und läszt ihn kochen. Nun richtet man di: Schnitten auf einer Platte an. bestreut sie mit Zucker und Zimmt und gießt den Wein darüber. Westfälische Schnitzel. Aus einer Kalbsnutz schneidet man handgroße, fingerdicke Scheiben, schlägt diese mit scharfem Messer etwas glatt. salzt und pfeffert sie leicht auf beiden Seiten, legt ste in kochende Butter und brät sie auf beiden Seiten zu schöner Farbe. Dann legt man die Schnitzel auf eine erwärmte, flache Schüssel, bereitet ein Spiegelei und legt dieses in die Mitte auf die Schnitzel, den Rand garnirt man mit gut gewässerten Sa?dcllenhäkften. Die Bratbutter verkocht man mit ein, wenig Wasser oder Fleisch-, brühe, etwas Citronensaft und einigen Tropfen Maggi und gießt dieselbe kurz vor dem Serviren unter die Schnitzel. Wenn die Kinder nicht einschlafen wollen. Bei ungefähr halbjährigen und älteren Kindern kommt es Abends bisweilen vor, daß sie nicht einschlafen wollen und schreien, trotz der vorgenommenen AbWaschung, trotzdem sie gesäugt wurden und man annehmen kann, daß sie müde sind. Es liegt dies daran, daß das kleine, sich ausbildende Gehirn, auf welches täglich nun schon neue Eindrücke einwirken, zu kurze Zeit vor dem Schlafengehen noch zu sehr beschäftigt wurde. Man vermeide dies zu thun, unterlasse also vor dem Zubettebringen des Kindes jedes Spielen und Scherzen mit demselben, gebe ihm lieder noch Gelegenheit, sich ordentlich auszuarbeiten, indem man es nach dem Abwäschen ein wenig auf seine Abendmahlzeit warten und, was meist der Fall ist. schreien und strampeln läßt. Ter Schlaf wird, sobald ihm die letztcre gereicht und das Kind zu Bett gebracht ist, sofort eintreten und ein anhaltender und gesunder sein. Bermciden muß man unter allen Umständen, das Kind daran zu gewöhnen, nur dann einzuschlafen, wenn sich Jemand in irgend einer Weise mit ihm abgibt, iön vielleicht ein Liebchen vorsingt, es streichelt u. s. w. Dies entspricht ebenso wenig als das Herumtragen oder Schaukeln einem natürlichen Bedürfnisse; für den betreffenden Erwachsenen aber kann eö. wenn gerade die Zeit fehlt, recht lästig und störend werden. Dochte. Um das Rauchen der Pekroleumlampen und das Verkohlen der Dochte zu verhindern, legt man diese in starken Essig, läßt sie trocknen und zieht sie dann erst in die Brenner. Hühnereier zum Ver. kaufe. Frische Eier gehören zu den Artikeln, die beinahe immer guten Absatz und gute Preise erzielen, wenn sie ordentlich behandelt werden. Eier behandeln! Ja, wie soll man denn Eir behandeln? dürfte mancher Leser denken und fragen. Leider wird mancher es fragen, denn die Frage zeigt nur. daß er die seinen nicht gut behandelt. Daher dann aber auch die Klagen der Aufkäufer und Privatabnehmer über schlechten Geschmack, Geruch u. s. w. Wer stets gut schmeckende Eier liefert, der kann die höchsten Preise verlangen und erhält sie. Um dieses aber zu können, beachte folgende Regeln: 1. Laß die Eier täglich zwei bis drei Mal aufsammeln. Wird nämlich ein bereits erkaltetes Ei durch die später legenden Hühner noch sechs bis acht Mal erhitzt, so erhalten sie dadurch den so verhaßten starken Geschmack. 2. Lasse keine

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Eier als Nesteier liegen, sondern brauche dafür Gips- und Porzellaneier ; wem ein paar Nesteier in die Finger fallen, die ein paar Tage untergelegen, der will von Dir keine Eier mehr. 3. Halte die Legcnester und ihre ganze Umgebung rein und proper, dann bleiben es auch die Eier. Nur ein reines Ei sieht frisch aus und macht einen appetitlichen Eindruck. Etwa trotzdem beschmutzte Eie7 wasche sofort mit Sodawasser ab, lege sie aber nicht etwa hinein, da sonst dcr schützende Klebstoff der Schale ausgezogen wird. 4. Der Aufbewahrungsort für die Vcrkaufseier muß luftig, kühl und frei von allen Gerüchen sein. 5. Stelle die Eier auf die stumpfe Seite, dadurch wird die stets eintretende Verdampfung möglichst zurückgehalten. 6. Die VerPackung geschieht sehr gut in trockenem Häckerling, niemals aber in Gras oder feuchten Stoffen. Reinlichkeit ist auch hier die Hauptsache. 7 Verkaufe die Eier möglichst rasch, Iae sie nicht lagern, um höhere Preise zu erzielen, sie verlieren mit jedem Tage an Geschmack und Werth. 8. Lasse, wenn möglich, den Hühnern freien Auslauf, das Futter ist nicht ohne Einwirkung auf den Geschmack. 9. Hast Tu nicht genug Eier, um sie täglich zum Verkäufer zu schicken, so thue Dich mit einigen Nachbarn zusammen und liefert Eure Eier gemeinschaftlich ab. Es lohnt sich. 10. Gib niemals Deine Eier als frischer an, wie sie sind. Das ist Betrug und rächt sich. Zur Fütterung der K ü b e. Erhalten die Kühe ein konzentrirtes, leicht verdauliches Futter, so genügen zwei Futterzeiten, jede auf drei Stunden berechnet. Ist dagegen das Futter sehr voluminös, so emvfehlen sich drei Futterzeiten. Zur Vcrdauung ist den Thieren möglichst Ruhe zu gewähren, weshalb es zw?ckmäßig ist, das Reinigen, Putzen und Ausmisten während der Fütterung vorzunehmen. Die Fütterung hat stets pünktlich zu geschehen, anderenfalls di? Kühe überhungern und dann zu gierig große Futtermassen aufnehmen, wodurch Verdauungsbeschwerden herbeigeführt werden. Stets ist das Futter in kleinen Mengen vorzulegen, weil das frische Futter den Appetit reger erhält. Ein häufiger Wechsel in den Futtermitteln ist nach Möglichkeit zu vermeiden. Wenn auch die neuen Futtermittel ebenso nahrhaft sind wie die früher gereichten, so leidet doch die Milcherzeugung durch den Wechsel, und die volle Produktion tritt erst nach einigen Tagen wieder ein. Ist ein Futterwechsel durchaus erforderlich, so darf derselbe nur ganz allmälig stattfinden; es wird alsdann selten ein Ausfall an Milch vorkommen. Ziegenzucht im Großen. Die Ziegenzucht eignet sich nicht nur für den kleinen Mann, sondern läßt sich auch im größeren Maßstabe betreiden. So manche Wirthschaft, in der früher Schafzucht getrieben wurde, läßt sich bequem dazu einrichten; denn die Stallungen. Krippen u. s. w. konncn auch für die Ziegen benutzt werden, und ebenso können sie wie die Schafe geweidet werden. Die Milch ist entweder nach der nächsten Stadt zu verkaufen oder in der eigenen Wirthschaft zur Aufzucht von Kalbern und Fersein, sowie zur Mästung und auch zur Käsebereitung zu verwerthen. Findet sich dazu, noch Absatz für die Lämmer, woran gar nicht zu zweifeln ist, wenn gute Zuchtthiere gehalten werden, so ist mit Sicherheit auf einen guten Ertrag aus der Ziegenzucht zu rechnen. Graf B a l l e st r e nt s i st Mit glied des Centrums und Vorsitzer im deutschen Reichstage. Er ist im Wahlkreise Lublinitz-Tost-Glciwitz geboren, dort stark begütert und er wird dort als Kandidat des Centrums auftreten. Die Polen werden ihn aber bekämpfen, rnch! genügend den Koth entfernen, der sich in der Abtheilung sammelt und dann dem Ungeziefer guten Unterschlupf bietet. Die in Folge dessen unterbliebene gründliche. Reinigung schädigt den Taubenliebhaber aber mehr als der Verlust eines so vorwltzigen Täubchens. Sollen die Schutzleisten wirklich angebracht sein, so befestige man sie nur lose, damit man sie zwecks Reinigung nach der Brüt abnehmen und dasn wieder leicht an'öiingen kann. Unerwünschter Famll i e n z u w a ch s. In Montrose. Montgomery County. Md., fand der Kaufmann Chas. F. Windham vor der Thüre seines Ladens, als er denselben öffnete, ein Bündel mit einem warm eingewickelten, ungefähr drei Tage alten Kinde. Da Windham aber der glückliche Vater eines ganzen Hauses voll lebendiger kleiner Gäste ist, brachte er den heimathlosen Weltbürger nach Rockville und der Richter ließ das Kind nach einem Asyl in Washington senden. Man vermuthet, daß die Rabenmutter in der nahen Bundeshauptstadt wohnt. vejaotticoer cegerMob. Während kürzlich in der Town Hall" zu Cleves. O.. ein Ball abgehalten ward, unternahmen etwa 50 Neger einen Angriff auf das Gebäude. Mehrere weiße junge Leute, Damen und Herren, wurden von allerlci Wurfgeschossen getros fen, glücklicher Weise aber nur leicht verwundet. Die Hau wurde vollständig demolirt. Die schwarzen Halunken kniffen hierauf aus, während die Weihen Jagd auf sie nlachten. Einer der wollköpfigen Lümmel wurde durch einen Revolverschuß verwundet, doch gelang es ihm, mit dem Rest b3 Mobs u entkommen.

Einebrave Frau ist die Frau des R. Allen in Tckoa, Wash. Als dieselbe kürzlich ihren Mann beim Holzflößen von einem Baumstamme ins Wasser fallen sah. sprang sie ihm nach, um ihn zu retten, und würde gleichfalls ertrunken sein, wäre nicht ein Mann, Namens Whalen, in einem Boote zu ihr geeilt. Mit vieler Mühe schaffte er die beinahe schon bewußtlose Frau in sein Boot und fischte sodann die Leiche ihres ertrunkenen Mannes aus dem Wasser hervor, worauf er dem Ufer zuruderte. Allen war ein erst 32 Jahre alter Syrier. New Aorker polizeiliche Sonntagsspitzel kommen bei den dortigen Polizeirichtern schlimm weg, indem dieselben die meisten auf solcher Spitzelei beruhenden Anklagen abweisen. Bemerkenswerth ist folgender Fall: Vorgeführt wurde der SchankWärter Peter Donohue von der siebenten Avenue. Ein Polizist, der als Ankläger auftrat, gab an, daß er am Sonntag Morgen in der Verkleidung eines Motormannes, angethan mit Mütze und Mantel, den er sich geborgt, in das Lokal kam und daß der Scbankwärter ihm geistige Getränke verkaufte; darauf habe er sich zu erkennen gegeben und den Schankwärtcr verhaftet. Der Polizist mußte aber im Polizeigericht von Polizeirichter Deuel einige wenig schmeichelhafte Commentare ob solchen traurigen Spitzelthums hinnehmen. Der Angeklagte wurde freigesprochen. Einen tragischen Tod starb ein junges Ehepaar Namens Feeley in New Kork. Dasselbe hatte zu Hause Streit mit einander an einem der letzten Nachmittage. Plötzlich verließ die Frau die Wohnung. Ganz kurz darauf erhielt der Mann einen Brief von ihr, worin es hieß: Wenn Du dieses erhältst, bin ich todt und Du hast mich so weit getrieben. Deine Frau." Ohne Hut und ohne Hemdkragen lief derMann hinaus auf die Straße, seiner Frau nach, holte sie ein und versuchte, sie zu bewegen, mit ihm umzukehren. Sie weigerte sich entschieden. Ein Polizist hörte den Streit, war aber der Ansicht, daß man sich in den Streit von Ehepaaren nicht mischen solle, und ging seines Weges weiter. Kurz darauf stürzte sich die Frau am Fuße der 22. Straße in den Hudson, und der Mann ihr nach, um sie zu retten. Bald fand man die Leichen. Unter den Temperen zaposteln Baltimore's ist eine lebhafte Agitation im Gange, welche bezweckt, denSängern u. auswärtigenGästen bei dem Besuche des Sängerfestes den Bierkessel" hoch zu hängen. Da der Freibrief der Sängerfestgesellschaft derselben gestattet, Hotels und Restaurants, Läden und Stände für den Verkauf von geistigen Getränken und Erfrischungen aller Art einzurichten, um für Attraktionen. Vergnügen und Unterhaltungen zu sorgen, so sind die Herren Temperenzler auf die Vermuthung gekommen, daß die SängerfestGesellschaft beabsichtige, in Parken und möglicher Weise im Rathhause Schankbuden aufzuschlagen, und es ist eine Bewegung im Gange, ein solches Vorgehen dikrch die Gerichte zu verhindern. Man wird indeß die Mucker ruhig austoben lassen. Das Sängerfest wird deshalb doch stattfinden, und es wird voraussichtlich bei demselben Niemand zu verdursten haben. I n S t. P e t e r s p o r t, a u f der Insel Guernsey, starb kürzlich die älteste Engländerin, eine Dame, die in drei Jahrhunderten gelebt hat. Mrs. Margaret Anne Neve wurde am 18. Mai 1792 geboren, ist also nahezu 111 Jahre alt geworden. Sie lebte in sehr günstigen Vermögensverhältnissen, war bereits über 50 Jahre Wittwe und hatte keine Kinder. Als junge Frau machte sie mit ihrem Mann große Reisen. Mit Vorliebe erzählte sie von der Besichtigung des Schlachtfeldes von Waterloo, das sie mit ihrem Mann fast unmittelbar nach dem Kampfe besuchte. Sie sammelte dort Andenken an den Kampf. Als Blücher England besuchte, wurde sie ihm vorgestellt. Ihre Reiselust veranlaßte sie, noch im Alter von 90 Jahren zur Enthüllung eines Denkmals des von ihr lebhaft bewunderten Kosciuszko eine Reise nach Polen zu machen. Nach d-e r M e l o d i e der verbotenen polnischen Nationalhymne: loze cos polskie noch ist Polen nicht verloren!" werden jetzt an dielen Orten Westvreußens Marienlieder gesungen. Bei der Papftjubiläumsfeier in Neuenburg blies die Kirchenkapelle Morgens, Mittags und Abends vom Thurm der festlich geschmückten Pfarrkirche Kirchenlieder, und unliebsam fiel es den Deutschen auf, als sie Mittags und Abends das Lied vernahmen: Noch ist Polen nicht verloren!" Bei Begräbnissen aus der Ortschuft Sprindt werden jetzt auch oft Begräbnißlieder nach dieser Melodie beim Leichenzuge durch die Stadt gesnngen. In Lautenburg fand ein großer Zug statt, an dem sich auch etwa 80 Reiter mit rothgelben Schärpen betheiligten. Auf dem Markte hielt Brauereibesitzer Olszewski eine polnische Rede, die mit einem Hoch auf den Papst endigte; dann wurde ein Lied zum Preise der Himmelskönigin nach der Melodie der polnischen Natio-

nalhymne: Boze cos polskie" gesungen.

Der 6000 Fuß hoheArlb e r g p a ß bei Bozen ist wegen seiner Schneestürme , und Lawinen einer der gefürchtetsten Alpenübergänge. Unlängst hat sich daselbst wieder ein ,cumrrrNch?r Unfall zugelragcil. Ein Italiener, Namens Josef Fabro. der nach Konstanz wollte, versuchte den Arlberg zu überschreiten, er verlor aber im Schnee die Straße und gerieth in das wilde, unbewohnte Ferwallthal, woselbst er 48 Stunden lang herumirrte. Da der Unglückliche nicht einmal ein Stück Brot bei stch hatte, so litt er fürchterlich durch Hunger und Kälte, und es ist kaum faßbar, daß er die beiden Nächte überdauern konnte. Am drittenTage war er so schwach, daß er nur noch zu kriechen vermochte und alle fünf Minuten wieder rasten mußte. Trotzdem schleppte sich der Mann, der offenbar eine eiserne Willenskraft besitzt, mit erfrorenen Füßen und blutenden Knien noch weit über den Schnee, bis er endlich ein Bauernhaus erreichte. Sein Zustand war ein fo schrecklicher, daß die Bauern beim ersten Anblicke des Unglücklichen von Furcht und Entsetzen erfaßt wurden. Doch dürfte sich Fabro wieder erholen. Durch eine der belebtesten Straßen des nordöstlichen Theils von Paris wanderte dieser Tage eine merkwürdige Erscheinung. Ein hoher, stattlicher Mann, von dessen breiten Schultern phantastische Stoffdraperien herniederwallten, auf dem Kopf einen umgestülpten Blumentopf, den bunte Bildchen zierten, schritt in majestätischer Haltung einher, gefolgt von einem Schwärm jubelnder Gassenbuben. Der seltsame Passant fragte dann einen Vorübergehenden nach dem nächsten Polizeibureau. Mit würdevollem Gebaren betrat er dasselbe, erklärte den anwesenden Beamten, er sei der König Saitaphernes und verlange zu wissen, was das bedeuten solle, daß man von seiner im Louvre aufbewahrten Tiara behaupte, sie wäre eine Fälschung. Man solle ihm das Kleinod sofort ausliefern. Natürlich erkannte man auf den ersten Blick, daß man e mit einem Geistesgestörten zu thun hatte. Es wurde nach einem gefchlossenen Wagen geschickt, und als der eingebildete ,.König" sich weigerte, ihn zu besteigen, suchte man durch höfliches Zureden und allerlei Ehrenbezeigungen derart auf den Aermsten einzuwirken, daß er schließlich ganz gefügig in die Droschke kletterte, den Spalier bildenden und sich tief verneigenden Vertretern der Hermandad gnädig zunickte und sich nach der Klinik für Geisteskranke entführen ließ. Ein Denkmal für die Pariser Aeronauten von 187071 soll in der französischen Hauptstadt errichtet werden und auf einem Platz des Stadttheiles Montmartre Aufstellung finden. Ein Comite unter dem Vorsitze eines Herrn Derouard, welcher während der Belagerung von Paris durch die deutschen Truppen den Verkehr der belagerten Stadt mit der Provinz durch Luftballons leitete, hat die Sache in die Hand genommen und den Bildhauer Bartholdi beauftragt, einen Entwurf für das Denkmal auszuarbeiten. Die Idee, den Verkehr mit der Außenwelt durch Luftballons herzustellen, von denen man Brieftauben mit Depeschen und wichtigen Mittheilungen abließ, während in der Gondel beherzte Männer Platz nahmen, um aus der Vogelperspektive die Stellung der deutschen Truppen zu recognosciren, ging vom Pariser Club der Taubenfreunde aus. Der General Trochu war ein Gegner dieses Planes, während Gambetta, der bekanntlich selbst sich einem Ballon anvertraute, die Bewegung eifrig förderte und für die Aufbringung des nöthigen Geldes Sorge trug. Während der Belagerung wurden insgesammt 363 Brieftauben in Ballons ausgelassen, von denen 65 wieder nach Paris zurückkehrten. Diese Brieftauben beförderten Tausende von Depeschen und Schriftstücken. Ueber das Ende eines Banditen wird aus Athen berichtet: Den Behörden in Pyrgos wurde mitgetheilt, daß der berüchtigte, lange gesuchte Räuber Panoutsos im Dorfe Sonvali sich versteckt halte. Den beiden. zum Transport von 18 Jägern gemietheten Karren entbot Panoutsos einen unliebsamen Willkommensgruß, der einem der Leute das Leben kostete. Dann zog er sich in das Innere des Hauses seines Gastfreundes zurück. Nun eröffnete im Schutz von Mauern und Bäumen die bald durch 80 Mann Kavallerie und Infanterie verstärkte Belagerungstruppe die ganze Nacht hindurch aus angemessener Entfernung ein heftiges Gcwehrfeuer auf den Bau, in dem sich der Verbrecher verbarg. Mit unerschütterlichem Gleichmuth weilte darin Panoutsos, alte Lieder anstimmend, während er von Zeit zu Zeit in das von den pfeifenden Geschössen fast zertrümmerte erste Stockwerk emporstieg, um aus einem seiner Fenster doch auch einmal einen Schuß abzugeben. Die Belagerer legten dann Feuer an das Haus, aber noch immer wollte Panoutsos sich nicht den Behörden ausliefern. Endlich, das Haus war nahezu niedergebrannt, wagte sich ein Gefreiter hinein. Er fand Panoutsos noch athmend im Keller. Hier empfing der Räuber einen Schuß in's Herz, der dem Leben des Banditen und damit dieser vierundzwanzigstündiaen Belagerung ein Ende setzte, in

deren Verlauf etwa 1500 Schüsse gefallen waren.

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pittsburgh, Cincinnati, Chicago öc St. kouis R'f. Indianapolis Division. Abgang Ankunft Eaftern Expreß taglich 3 30Brn Schnellzug täglich 8 fcd... 6 309V Columbuö Accom 7 30Bm Limited Mail täglich 6 40Bw gast Expreß täglich 8 d.... 8 10Bm Richmond Accom 8 40B Bradsord Accom 1 259cm St LouiS Expr täglich d k 8 12 lONm Atlantic Expreß täglich & k d 3 05Nm Bradssrd Accom 2 OONrn Day Expreß täglich 5 OONrn Western Expreß täglich 8 3 20Nn St L k N S Lim täglich 8 d 7 15Nm Nimmt keine Passagiere tgl- 8 30Nm Richmond Accom 8 OONm Indianapolis Accom sb 10 40N Chicago Division. LouiSville d Chic Exp tgl pd 11 35Bm Chic k Lou F Expr täglich 8 3 20B Lou k Chi F Expr täglich 8 12 OöBm Chic k Lou Expr täglich pb 3 40Nw LouiSville Division.

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