Indiana Tribüne, Volume 26, Number 215, Indianapolis, Marion County, 2 May 1903 — Page 5

Indiana Triöüne. 2. Mai 1903. S

Eum Auslande.

Wobl einia in seiner

Vrt steht das 4 Meilen von Allenstein ; entfernte Dorf Wadang unter den ländlichen Ortschaften Ostpreußens Das ganze Dorf, das Eigenthum des Mühlenbesitzers Ganswindt ist, ! hat elektrisches Licht, selbst die qewöhn- '

lichsten Dorfkaien und die Dorfstratzen. Es brennen ungefähr 200 Lampen. Die Werth st eigerung des Grundbesitzes ist nicht nur in Berlin, sondern auch in den rund um Berlin gelegenen Städten eine großartige, u. a. auch in Spandau, das bereits an 70,000 Einwohner zählt und in rafchem Steigen seiner Berölkerungsziffer begriffen ist. Anfangs der achtziger Jahre wurde dort ein größeres Grundstück für 90,000 Mark verkauft. Dasselbe wurde 1898 zu 320,000 Mark abgetrei?n und nach anderthalb Jahren zu 465,000 Mark. Ein Berliner Bankier erstand im Vorjahre dasselbe Grundstück um 510,000 Mark und jetzt hat es oer Prinz von Sagan um 680,000 Mark angekauft. Eine Besteigung des Montblanc wurde dieser Tage in Berlin in einer Sitzung der freien Photographischen Vereinigung durch einen Kinematographen vorgeführt. Das Bild war 800 Fuß lang und in etwa 13,500 einzelnen photographischen Aufnahmen gewonnen. Die Schwierigkeiten der Aufnahme waren ungewohnlich groß; denn die photographi-' schen Apparate erschwerten natürlich die schon an sich gewaltigen Anstrengungen der Bergbesteigung bis zum Gipfel; dazu kamen noch die Wirkungen stetig zunehmender Kälte. Gleichwohl ist es gelungen, ein sehr anschauliches Bild des Aufstiegs von den ersten Vorbereitungen der mehrköpfigen Reisegesellschaft bis zur Erreichung des Gipfels zu erlangen. So konnte man als Zuschauer im bequemen Sessel an den Anstrengungen und Aufregungen einer gefährlichen Gletscherfahrt theilnehmen. Ein interessanter Betrugsprozetz wurde vor dem Schwurgericht zu Zürich verhandelt. Der Musikdirektor Karl Friedrich Rüde, Lehrer am Seminar zu Küßnacht, hatte ein Liebesverhältniß mit einer Frau Semadini. Er veranlaßte diese, leichtgläubigen Leuten durch schwindelhafte Angaben Geld zu entlocken. Die Semadini erzählte unter anderem, sie stehe mit einem Geheimbund zur Hebung verborgener Schätze in Verbindung, dem auch die Herrscher großer europäischer Staaten angehörten; ferner besitze sie das sechste und siebente Buch rbsis und könne hiermit ihren Klienten zu großem Reichthum verhelfen. Es gingen wirklich einige Gimpel auf den Leim, und die Semadini wußte ihnen mehrere tausend Francs abzunehmen. Rüde wurde nun wegen Anstiftung zum Betrüge zu acht Monaten Arbeitshaus verurtheilt und für fünf Jahre aus der Schweiz ausgewiesen. E i n Liebesdrama hat sich in der Kaserne eines Garde - Regiments in Berlin zugetragen. Ein zwanzigjähriger Lieutenant, der erst seit einem Jahre dem Regiment als Officier angehörte, hatte ein Liebesverhältniß mit einer 19jährigen Putzfedernarbeiterin aus Frankfurt a. O., die er seit einem halben Jahre kannte. Eines Abends war das Mädchen bei ihm in der Kaserne, wo er wohnte. Gegen 10 Uhr hörte man das Mädchen vom Zimmer des Lieutenants her um Hilfe rufen und zu gleicher Zeit einen Schuß fallen. Während ein Officier und mehrere Unterofficiere nach der Stube des Lieutenants liefen, wurde noch einmal geschossen. Als man eindrang, lag der Officier todt und. das junge Mädchen schwer verwundet da. Der Officier hatte seiner Geliebten eine Revolverkugel in die rechte Körperseite und sich selbst die zweite in den Kopf geschossen. Seine Leiche wurde von Mannschaften nach dem Garnisonlazareth getragen, das schwer verwundete Mädchen brachte man nach dem Moabiter Krankenhause. Unter der Ueberschrift: mtx verschmähte Liebhaber im Schornstein" wird aus Berlin folgende tragikomische Geschichte erzählt: Der Arbeiter Max Wiese war wegen mehrerer schwerer Diebstähle von den Polizeibehörden gesucht worden. Wiese mochte sich wieder einigermaßen sicher gefühlt haben und kam neulich spät Abends in die Wohnung der mit ihm ehemals befreundet gewesenen Frau H. Die Frau aber mochte von ihm nichts mehr wissen, da er sich auf die Verbrecherlaufbahn begeben hatte. Als nun Wiese aus der Wohnung hinausgewiesen wurde, kam es zu einem stürmischen Auftritt, bei welchem er die Frau mit dem Tode bedrohte. Als unterdeß Polizeibeamte herbeigeholt worden waren. sprang Wiese, der keinen anderen Ausweg mehr sah, aus Furcht vor der Verhaftung von der Küche im dritten Stockwerk auf's Dach und kroch von da in den Schornstein. Alle Versuche, den Verbrecher C'!& diesem Versteck hervorzuziehen, sch.ugen fehl. Schließlich mußte es w ir inzwischen ein Uhr Nachts gewordc:: die Feuerwehr alarmirt werden: aber auch ihr wurde es nur dadurch möglich, des Mannes habhaft zu werden, daß man einen kleinen Theil des Schornsteines abgetragen hatte. Wiese hatte inzwischen das Bewußtsein verloren und wurde nach der nahen Unfallstation gebracht, wo er wieder zur Besinnung kam.

Schleswig-Holstein hat im Laufe der letzten Jahrhunderte seine geographische Lage ziemlich bedeutend verändert. Die nördliche Halbinsel hat auf der Westseite bedeutend Land gewonnen, dafür aber an der Ostseite auch viel verloren, so daß das Land sozusagen nach Westen berschoben worden ist. In diesem Jahre ist namentlich der HeiligenhafenerKüste von der Ostsee arg mitgespielt worden. Die Wellen haben bedeutende BodenVerluste herbeigeführt. Die preußische Reqierung hat deshalb auch schon

Wasserbauinspektor Nitze - Plau nach Heiligenhafen gesandt, damit dieser die besten Gegenmaßrcgeln an Ort und Stelle wählen könne. Die Sitte der Aprilscherze (Pesce d'aprilc) ist in ganz Italien noch sehr beliebt, wird aber meist zur Unsitte, indem an die Stelle des Witzes gewöhnlich ein großerSchabernack herauskommt. Sehr unangenehm spielten inFlorenz die unbekannten Veranstalter eines solchen Aprilscherzes der Familie des bekannten Bildhauers Romanelli mit, indem sie die Anzeige von seinem Tod verbreiteten. Die peinlichen Folgen des taktlosen Streiches waren nicht nur eine endlose Wanderung von Beileidsbesuchern nach der Werkstätte des Künstlers, sondern auch ein heftiges Unwohlsein seiner Schwestern infolge des Schreckcns bei der unerwarteten Todesnachricht. W o Deutsche in grötzererAnzahl im Auslande leben, ist es eine ihrer vornehmsten Aufgaben, eine deutsche Bierbrauerei zu gründen, nicht nur zu dem Zweck, um das Nationalgetränk möglichst frisch zu haben, sondern auch, um die anderen Völker von der Vorzüglichkeit des deutschen Trankes zu überzeugen und damit ein gutes Geschäft zu machen. Junge, unternehmungslustige Bräumeister aus München sind deshalb bei allen Völkern, die nur einigermaßen von der Kultur beleckt sind, zu finden. So berichtet die Deutsch - Asiatische Warte": Nach unzähligen Versuchen tritt die deutsche Bierbrauerei in Tavautau (Kiautschau) mit einem Stoff an die Öffentlichkeit, der den besten deutschen Bieren würdig zur Seite gestellt werden kann. Das Bier ist nur aus Hopfen und Malz hergestellt, hat einen vorzüglichen Geschmack und gutes Aussehen. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, wird sich ein Konsortium bilden, das über bedeutendes Kapital verfügt, um das Unternehmen zu vergrößern. Uebereinromantisches Begräbniß wird aus Budapest berichtet: Hier starb vor einigen Tagen der beliebte und angesehene Komponist, Geiger und Zigeunerprimas Danko Pista, und unter außerordentlicher Betheiligung wurde die Leiche zum BahnHof überführt. Alle Zigeunermusiker von Budapest hatten Kränze gesendet, viele Abgeordnete, Schriftsteller, Publizisten und Künstler sich zur Einsegnungsceremonie eingefunden. Der Schriftsteller Herczeg hielt dem versiorbeneli Liederkomponisten einen ergreisenden Nachruf, in welchem er hervorhob, daß die Weisen Dankos seit zwei Jahrzehnten ihren Weg zu den ungarischen Herzen gefunden haben. Vor dem Sarge schritt der Zigeunerprimas Dienes Pista, der auf einem schwarzen Kissen die Geige Dankos mit den zerrissenen Saiten und dem zerbrochenen Fidelbogen trug. Die Zigeunerkapellen. die sich in dem Zuge befanden, spielten während des ganzen Weges, der durch den Tunnel über die Kettenbrücke zum Westbahnhofe genommen wurde, die Weisen Dankos, die er für sein Begräbniß bestimmt hatte. Der

Text beginnt mit den Worten: Ze:brochen ist meine Geige, sie will nicht mehr singen." Die Leiche wurde nach der Vaterstadt Dankos, Szegedin, gebracht, wo die Beisetzung stattfand. Auf eine merkwürdige Art und Weise hat der Pariser Maler Paul Gericaut an seiner ungetreuen Geliebten Rache genommen, ohne allerdings zu ahnen, daß die von ihm als Scherz gedachte Äache einen tragischen Ausgang nehmen würde. Gericaut hatte untrügliche Beweise von der Untreue seiner Freundin erhalten und beschloß, sie zu bestrafen. Er lud sie zu sich ein, und vom Balcon seiner Wohnung in der sechsten Etage des Boulevard Saint Marcel genossen beid.' das prachtvolle Panorama von Paris. Das junge Mädchen war so versunken im Anschauen des schönen und reizvollen Bildes, daß es gar nicht bemerkte, wie der Maler den Balcon verließ und die Balconthllr von innen abschloß. Als Gericaut auch nach einer Stunde noch nicht zurückgekehrt war, wurde die Ausgesperrte ungeduldig, und schließlich zerschlug sie mit einem Stuhl die Fensterscheibe, um in das Zimmer zu gelangen. Da sie auch hier den Geliebten nicht fand und ihr Klopfen und Hämmern an die verschlossene Zimmerthür leinen Erfolg hatte, kehrte sie wieder auf den Balkon zurück. Eine Nachbarin. deren Fenster an den Balcon

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uiiiituit uuu vti vit vcuuycuc iifl Mißgeschick mittheilte, rieth ihr, das Eisengitter des Balcons zu übersteigen und sich zu ihr in das Fenster zu

schwingen. Das Mädchen unternahm

den Versuch, verlor aber den Halt und stürzte in die Tiefe. Der Körper

schlug auf einen Balcon in der fünften Etage auf, und mit einem gebrochenen

Bern und mehreren gebrochenen Rippen wurde die Verunglückte aufgehoben und in ein Krankenhaus geschafft.

Bom Inlauoe.

In L a C r o s s e, W i s., i st eine Agitation in's Leben gerufen worden, das Sängerfest des Nordwestens im Jahre 1906 für die genannte Stadt zu sichern. Unter Anderem steht auch damit das Projekt in 'Verbindung, ein Auditorium zu errichten, in dem wenigstens 5000 Menschen untergebracht werden können. NachBerichten, die a u L der Nachbarschaft von Bellfalls, Tex., ein-

getroffen sind, arassirt unter den

Viehbeständen der dortigen Gegend die unter dem Namen Blackleg" bekannte

Seuche, und die Viehzüchter haben ve-

reits empfindliche Verluste erlitten.

Xit Rinder verenden innerhalb 6 bis

8 Stunden, nachdem sie von der Krankheit befallen sind.

Ern pathologisches Cu-

riosum ist ein junger Mann Namens Barnard Nelson in Brooklyn, dessen

Herz so stark pulssrt, daß die Bewe-

gung deutlich sichtbar ist. Diese Er-

schemung ist angeblich die Folge ei-

ner Verletzung durch einen Straßen-

bahnunfall, und Nelson erhielt vom Gericht $2500 zugesprochen, die ihm die Bahngesellschaft für sein pupperndes Herz zahlen soll.

JnFortWorth, 2 er., hat

sich ein merkwürdiger Unglücksfall ereignet. Bei einem Hause, das auf Rollen gelegt worden war und forttransportirt werden sollte, spielte ein elfjähriges Mädchen. Ihre Kleider

wurden von einer Rolle erfaßt, sie wurde zu Boden geworfen und die Rolle ging über ihren Körper hinweg. Das Kind lebte zwar nachher noch,

kann aber nicht gerettet werden. Der Dampfer Pennsyl-

vania" von der Hamburg - AmerikaLinie, welcher kürzlich von Hoboken

abfuhr, nahm eine große Quantität

Proviant, meist Conserven, Taback,

Pfeifen, Kleider, Werkzeug, eme Kiste Mohnsamen und 120 Kisten Hundebiscuits für die Ziegler'sche NordpolExpedition mit. Die Vorräthe, 50 Wagenladungen, sind nach Trondjem, Norwegen, bestimmt. Auch der kürzlich abgefahrene Dampfer Graf Waldersee" von derselben Linie hatte eine große Quantität Provisionen für die Expedition an Bord. Weißkappen hatten den Insassen des Pesthauses für Neger bei Texarkana, Tex., benachrichtigt, daß er das Haus räumen müsse, widrigenfalls er gewaltsam entfernt werden würde. Die Behörden beschlossen aber, den kranken Neger zu beschützen und stellten während der Nacht eine Wache auf. Als sich dann nach Mitternacht eine Anzahl Berittener einfanden und Anstalten machten, das Haus zu stürmen, wurden sie mit einer Gewehrsalve empfangen, die sie in alle Winde zerstreute. Blutspuren zeigen an, daß einige der Angreife- verwundet wurden. In nicht geringe Angst wurden kürzlich in Newark, N. I., Passagiere einer Troüeycar versetzt. Als dieselbe über eine Kreuzung der Delaware Bahn fahren wollte, versagte der elektrische Strom und die Car blieb mitten auf dem Bahngeleise stehen. Einer der Passagiere erinnerte sich, daß ungefähr um diese Zeit ein Personenzug von Montclair fällig war, und er machte dies bekannt. Sofort stürzte alles nach dem Ausgang zu, ehe jedoch die Hälfte der Passagiere diesen erreicht hatten, sah man den Zug um die Curve biegen und sich der Kreuzung nähern. Der Bahnwärter sprang ihm mit einer Signallaterne entgegen, und dem Locomotivführer gelang es glücklicherweise, seine Maschine noch rechtzeitig zum Halten zu bringen. Seitdem Generaladjutant Corbin in seinem Jahresbericht im vorigen December die Gründung von Gesangvereinen und überhaupt die Pflege der Musik in den verschiedenen Garnisonen angeregt hat, gehen ihm fast täglich neue Compositionen für Märsche und andere Soldatenlieder von Gesangeskundigen und -Unkundi-gen zu. Andere schicken nur den Text für Lieder. Ursprünglich ließ sich der Generaladjutant jede der eingeschickten Compositionen vorspielen, um so eine Auswahl treffen zu können. In Anbetracht der großen Masse von Material ist dies jedoch jetzt schier unmöglich geworden. Alle eingegangenen Sachen werden von nun an einer Sammlung einverleibt, aus welcher dann der nun in's Leben tretende Generalstab seine Auswahl treffen soll. Von traurigen Schicksalsschlägen sind dieser Tage zwei Mütter in Hagerstown, Pa., betroffen worden. Die eine, Frau Katharine Rößler, war Nachmittags nach dem Friedhofe gegangen, um Blumen auf das Grab ihres vor einigen Jahren gestorbenen Sohnes zu bringen. Während sie die Blumen auf dem Grabe arrangirte, bekam sie einen Hustenanfall und war nach kurzer Zeit eine Leiche. In der Nacht nach demselben Tage fand ein Polizist Frau Robert Smith planlos und barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet auf der Straße herum irren. Vor einigen Monaten wurde ihr Sohn, ein Drahtspanner an einem der elektrischen Pfosten getödtet, und sie erzählte dem Polizisten, daß sie nach dem Pfosten suche, wo ihr Sohn um's Leben gekommen sei, um dort zu beten. Die Frau wurde in einer Kutsche nach ihrer Wohnung gesandt. Der plötzliche Tod ihres Sohnes hat ihren Geist umnachtet.

Vor vierzig Jahren waren William H. C. Sexton aus Paris, Jll., und Frau Ellen Wilcoxen von Kansas, Jll., Liebesleute, entzweiten sich jedoch und sahen sich nicht wieder, bis sie sich dieser Tage in Springfield, Jll., trafen. Obwohl beide bereits Enkel kaben, erwachte die alte teoe von 'ceuem, und oa sie oeioe ledig waren, schlössen ste nunmehr doch den Bund für den Rest des Lebens. Bei dem Versuche, einen Hasen aus seinem Versteck in den Gloß - Gebirgen in Woods County, Okla., auszuräuchern, stießen zwei Knaben auf ein Lager von reinem Gips-Pflaster. Das Lager bedeckt eine Fläche von 40 Acres und ist von 10 bis 40 Fuß dick. Es soll demnächst mit der Ausbeutung desselben begonnen werden. Der n e ue' chinesische Gesandte hat folgende Wünsche betreffs seiner Benamsung kundgegeben: Er wünscht entweder Sir Cheng Tung" genannt zu werden, was nach englischem Brauche den Adelstitel mit dem Vornamen verbindet, oder Gesandter Liang", was den amtlichen Titel mit dem Familiennamen zusammenstellt. Will man mit großer Förmlichkeit zu Werke gehen, so hat man ihn als Se. Excellknz, der Gesandte China's, Sir Cheng Tung Liang Cheng" anzureden. A l s A n d r e w Y e t t e r, e i n bekannte? Holzhändler aus Vlairstown, N. I., neulich Morgens seinen Forcllenteich besichtigte, in welchem noch Abends vorher alles von Fischen wimmelte, fand er denselben fast vollständig leer. Ein Bösewicht hatte offenbar über Nacht die Fische mit dem Netz gefangen und sie verkauft. Herrn Actter's Forellenteich war sehr werthvoll und der Holzhändler hat eine Belohnung von $100 für die Ergreifung des unberufenen Fischers ausgesetzt. Professor W a r r e n M o r ehead, Curator des Archäologischen Departements der Phillips Academy in Andover, Mass., hat auf einer Farm in der Nähe von Hvrkinsville, Ky., eine Begräbnißstätte gefunden, die nach seiner Behauptung von einem prähistorischen Volke herrührt. Er hat zehn Skelette ausgegraben, von denen mehrere recht gut erhalten sind. Sie lagen in steinernen Behältern. Steinerne Trinkgefäße und steinerne Messer wurden in der Begräbnißstätte gefunden. A lsder ausNeapel kommende Hamburger Dampfer Palatia" kürzlich sein Dock in Hoboken erreichte, wurden zwei Passagiere der ersten Kajüte, die Brüder Antonio und Luigi Porzio, von einem Zoll-Jnspek-tor in Gewahrsam genommen. Jeder der Beider, trug ein Stück Segeltuchlernwand, geformt wie ein RettungstzSrtel, um den Leib. Die zwei Gürtel enthielten je 48 Uhren; außerdem fand man an den Gefangenen noch drei andere Uhren, einen Diamanten im Werthe von $1000, eine Anzahl Armbänder, Ohrringe und Silberzeug, zusammen im Werthe von vielleicht $3000. Die Arrestanten machten einen recht wohlhabenden Eindruck und thaten über ihre Verhaftung höchst entrüstet.

Während der CoronersUntersuchung über den plötzlichen Tod des Musikers Ernst Albrecht in New York machte man die Entdeckung, daß Frau Albrecht, die Wittwe des Verstorbenen, an einer eigenthümlichen Hallucination leidet. Sie bildet sich nämlich ein, daß Thomas Edison, der berühmte Erfinder, es auf sie abgesehen habe und sie schon seit Jahren mit elektrischen Schlägen verfolge. So unerträglich war diese Verfolgung, so erzählte die Frau dem Coroner, daß sie sich vor einem Jahre an Magistrat Crane wandte, der ihr ein Schreiben an den Superintendenten des Bellevue Hospitals gab mit dem Ersuchen, der so schwer Geprüften beizusteh?n. Augenscheinlich hat Frau Albrecht diesen Brief nie abgegeben, sonst würde sie vielleicht von ihrer Wahnvorstellung längst kurirt sein. Beiläufig erwähnte sie auch, daß sie sich schriftlich an Präsident Roosevelt, Charles F. Murphy, den Tammany - Führer, und andere prominente Männer gewandt habe, mit der Bitte, sie vor Edison mit seinen blauen Blitzen zu bewahren, aber leider vergebens. In der Vorausahnung seines baldigen Tode.'' hat Henry Gibbs, der Küster der lutherischen Erlöser - Kirche .in Jersey City, der dieser Tage einem Schlaganfall erlag, die Leiche des vor 20 Jahren ermordeten Henry Scheible, der in seinem Begräbnißplatz auf dem New York Bay - Friedhof bestattet war, entfernen lassen. Scheible war Mitglied einer Loge der Knights of Pythias gewesen, zu der auch Gibb's Familie gehört hatte, und da Scheible's Familie sich damals in dürftigen Verhältnissen befand, hatte Gibbs die Beerdigung auf seinem Platz gestattet. Vor mehreren Monaten nun erklärte er, der Gedanke sei ihm zuwider, mit einem ermordeten Manne in einem Grabe zu ruhen, und Frau Scheible ließ daher die Leiche ihres Gatten umbetten. Ein eigenartiger Fall von Blutvergiftung wird aus Columbia, Pa., gemeldet. Der 19 Jahre alte Charles Murray wollte beim Umziehen einige Hühner in einen Verschlag bringen; dabei kratzte ihn eines, sein Arm fing an zu schwellen, und Blutvergiftung setzte ein, an der er unter schrecklichen Schmerzen gestorben ift. .

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