Indiana Tribüne, Volume 26, Number 214, Indianapolis, Marion County, 1 May 1903 — Page 6
Jltdiana Tribüne, Z. Mai 1903
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Europäische Nachrichten. Areie Städte. Hamburg. Der Bau des hiesigen Kaiser Wilhelm-Tenkmals schrotet dcrartig fort, daß es zum 22. Juni, an welchem es enthüllt werden soll, sicher fertiggestellt sein wird. Der RostocZer Dampfer Gustav Fischer" überrannte auf dcr Unterelbe einen Ewer, dessen Mannschaft ertrank, wurde dann von dem englischen Dampfer Moto" angerannt und kehrte schwer beschädigt nach Hamburg zurück. Bremen. Aus Anlaß seines 50 jährigen Dienstjubiläums wurde vom Senat dem Oberbaudirektor Franzius, dem genialen Schöpfer der Unterweserkorrektion. die goldene Medaille verliehen. Die Medaille, die einzige AusZeichnung, welche der bremische Staat verleiht, trägt die Inschrift: Dem Meister des Wasserbaues." Lübeck. In hohem Alter starb dr frühere preußische Konsul Wilhelm Fehling. Der Entschlafene verwaltete das vreunische Konsulat bierselbst aeruue m oen aren, als Preußen dle Führung des Norddeutschen Bundes und später des deutschen Reiches ergriff, und als Nachfolger des im Jahre 1864 zurückgetretenen Konsuls I. F. v. Brocken. In die Kaufmannschaft trat der Entschlafene im Jahre 1860 ein. hat derselben über 49 Jahre angehört. Hldcnburg. E u t i n. Seinen 80sten Geburtstag feierte Zeichenlehrer A. Knoop hier in seltener Frische und Rüstigkeit. B a r e l. Zum Bürgermeister unserer Stadt wurde in gemeinschaftlicher Sitzung der städtischen Kollegien der Regierungsassessor Jürgens, ein geborener Jevetänder. gewählt. WeM'enbss.
S chw e r i n. Geheimer Oberschulrath a. D. Lorenz feierte seinen 90. Geburtstag. Zugleich blickte er auf den Tag zurück, da er vor 50 Jahren zum Schulrath ernannt wurde. M a l ch i n. Zum zweiten Male die silberne Hochzeit feierte der 82 Jahre alte Kommissionsrath Bülle. Araunschweig. Anstalt. Schöningen. Der seit 30 Iahren im Amt befindliche Bürgermeister Pappee hat aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. Bürgermeister P. ist der Begründer des Braunschweigischen Städtetages, dessen langjähriger Vorsitzer er gewesen und dessen EhrenMitglied er jetzt ist. Dessau. Zwei reiche Legate hat neuerdings die Stadt Dessau erhalten. Frau Brauereibesitzer Robitich bestimmte 100,000 Mark für das Armenund Zwangsarbeitshaus, Kommerzienrath Cohn-Berlin, ein Sohn unserer Stadt, testirte. daß nach dem Ableben seiner Frau die Hälfte von deren Erbe, circa 300.000 Mark, der Stadt Dessau zufallen, deren jährliche Zinsen für Schüler hiesiger Lehranstalten zum Studium, zum Militärdienst, sowie zur gewerblichen und kaufmännschen Ehre dunen sollen. . Sroßherzogthnm cffcn. D a r m st a d t. Die Zahl der zur Beitreibung der direkten Steuern vorgenommenen Pfändungen im Jahre 19011902 betrug im Großherzogthum Hessen 75.994 für einen Steuerbetrag von 486,721 Mark. Als uneindringlich konstatirt wurden 24.600 Poften im Betrag von 103.495 Mark. Die Technische Hochschule hat dem Staatsminister Dr. Rothe, sowie dem Finanzminister Dr. Gnauth die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen. B i n g e n. Einbrecher haben die Kapelle auf dem Jakobsberge bei Nauheim heimgesucht und die Opferbüchsen aufgebrochen und geleert. Was sie nicht mitnehmen konnten oder wollten, zertrümmerten sie, so die Monstranz, Bilder und Statuen. M a i nz. Die Stadt Mainz ist im Besitze eines größeren Kapitals, welches ihr vor Jahren für die Errichtung einer Blindenanstalt testamentarisch hinterlassen wurde. Der städtische Finanzausschuß hat nunmehr beschlossen, da für eine Blindenanstalt heute kein Bedürfniß niehr vorliege, unter Anwendung des Art. 87 des B. G. B. von der Errichtung einer Blindenanstalt abzusehen und die dafür vorhandenen Mittel zur Begründung einer Augenheilanstatt zu verwenden. W o r m s. Bei den Erdarbeiten zur Anlage einer Villenkolonie stieß man auf Gräber aus der Hallstattzeit, die fchöne Beigaben, wie bronzene Armringe mit reicher Verzierung, eine größere Anzahl von gelben Tol'perlen und Armringe von Eisen und von Braunkohle enthielten. Sämmtliche Funde wurden dem hiesigen Paulus-Museum überwiesen. Jägern. München. Seit der im Jahre 1894 erfolgten Einrichtung der freiwilIigen Sanitätshilfeleistung mit Ret-wngs-und Krankentransportdienst wurde in 45,509 Fällen Hilfe und Transport geleistet. Im verflossenen -?hre allein wurde die Hilfe der SaniMskolonne in 9027 Fällen in Anspruch genommen. Der Chef der Eskadron Jäger zu Pferde des 1. bayerischen Armeekorps, Freiherr Maximilian v. Horn, hat in Meran Selbstmord begangen. Er wurde das Opfer von ErPressungen. Unter den 12 alten Mänrn. an denen der Regent am Gründonnerstag die alljährliche Ceremonie
der Futzwaschung vornahm, befanden sich diesmal sechs 91jährige, fünf 92jährige und ein 93jähriger. Augsburg. In nächster Zeit soll die vom Fischereiverein längst geplante permanente Fischerei-Ausstellung im Stadtgarten in'ä Leben gerufen werbe a t) t t u t H. Der Magistrat oeschloß anläßlich jüngst vorgekommener Erkrankungen an Trichinose, für die Metzgergehilfen die Trichinenschau amtlich einzuführen. B r u ck. Die intimsten Freunde des Hingerichteten Raubmörders Matthias Kneißl, die Gebrüder Boest. wurden verhaftet. Sie setzten die Bewohner von Maisach. Aufkirchen. Schweinbach und Geiershofen dadurch in Schrecken, daß sie bald da bald dort Nachts die Fenster der Häuser demolirten, Revolverschüsse abgaben, Einwohner mißhandelten und dergleichen Unfug mehr trieben. F r e i s i n g. Das Studiengenossenkest, das zum 75jährigen Bestand des humanistischen Gymnasiums gefeiert wird, wird Mitte Juli stattfinden. Gunzenhausen. Während eines heftigen Gewitters schlug der Blitz in die -Kirche zu Haundorf, wobei ein Knabe aus Eichenberg vom Blitze gestreift wurde und bewußtlos umfiel. N e u n b u r g v. W. Gelegentlich der kürzlich hier stattgehabten Rekrutenaushebung stellte sich ein MilitärPflichtiger, der bei einer Körpergröße von 98 Centimeter ein Gewicht von 44 Pfund hatte. Oberammergau. Die Gemeindeverwaltung hat im Einvernehmen mit dem Passionsspielkomite beschlössen, im Sommer 1905 das Gegenstück zum Passionsspiel, die Kreuzesschule," im großen Passionstheater aufzuführen. Es werden sich daran fast sämmtliche Oberammergauer betheiligen, die 1900 mitwirkten. Uffenheim. Sämmtliche hiesigen Lehrer haben ihren Austritt aus den Vereinen erklärt und all.' innegehabten Ehrenämter niedergelegt. Das Vorgehen der Lehrer ist eine Folge des Sckulbedarfsgesetzes. Ihre Eingabe um Regelung des Gehaltes fand seitens der Behörden des Städtchens so wenig Entgegenkommen, daß das Vorgehen der Lehrer erklärlich erscheint. W ü r z b u r g. Der in den 80er Jahren stehende Rechtsanwalt Joseph Schmitt wurde bei einem Spaziergang vom Schlage gerührt und starb. Er war einer der ältesten Demokraten unserer Stadt. Aus der Reinpalz. S p e y e r. Bei der Vornahme von Erdarbeiten an der Distriktsstraße von Rheingönheim nach Altrip wurden gut erhaltene Reste einer Pfahlbau-Anlage gefunden, die bei drei Pfahlreihen eine Länge von fünf Meter und eine Breite von 3.50 Meter hat. Der Historische Verein der Pfalz hat durch seinen Konservator bereits eine genauere Besuchtigung vornehmen lassen. Die Grabungen werden fortgesetzt. Pirmasens. Letzthin Abends entstand in der Schuhs, lbrik von Dehmer & Hoerez Feuer, durch welches die ganze Fabrik eingeäschert wurde. Man vermuthet Brandstiftung. Mürttembcrg. Stuttgart. Vor Kurzem ist die Verwaltung des Königin Katharinenstifts und des Königin Olgastifts von der Krone an die Stadt Stuttgart übergegangen. Das mit dem Katharinenstift verbundene Pensionat wurde aufgelöst. Friedrichshafen. Die hiesige Bahnbausektion, unter deren Leitung der württembergische Theil der Bodenseegürtelbahn ausgeführt wurde, wurde nach Ravensburg verlegt, um daselbst die Vorarbeiten zum Bau des zweiten Geleises Friedrichshafen-Ra-vensburg vorzunehmen. G m ü n d. Polizei-Jnspektor Günther ist nach mehr als 50jähriger Dienstzeit in den Ruhestand getreten. Ravensburg. Die neue Schlachthof- und Schlachthaus-Anlage geht ihrer Vollendung entgegen; nur das Wirthschaftsgebäude steht noch aus. Der Bau wird auf circa 320,000 Mark zu stehen kommen. R o t t e n b u r g. Bischof v. Keppler hat den Dekan Moser in Eybach zum Domkapitular und Dompfarrer in Rottenburg ernannt. Bade. Karlsruhe. Die Abtheilung Karlsruhe des Vereins FrauenbildungFrauenstudium hatte um Berufung von Frauen in den Aufsichtsrath der Höheren Mädchenschule und in die Schulkommission nachgesucht. Der Stadtrath beschloß, zwei Damen zu Mitgl'edern des Aufsichsraths der höheren Mädchenschule mit Gymnasialabtheilung zu ernennen. Eine Berufung von Frauen in die Schulkommission ist nach Ansicht des Stadtraths gesetzlich unzulässig. Donaues chingen. Kürzlich verbrannte sich Oberstleutnant Doxie an der heißen Bettflasche den Fuß. Die anscheinend geringfügige Verletzung verschlimmerte sich derart, daß nach achttägigem Krankenlager der Tod eintrat. Heidelberg. Wie aus sicherer Quelle verlautet, wird sich Wirklicher Geheimrath v. Holleben, der frühere deutsche Botschafter in Washington, dauernd hier niederlassen. Pforzheim. Hier hat sich der 61 Jahre alte Bijoutcriefabrikant Heinrich Müller, der an einer unheilbaren Krankheit litt, mit Cyankali ver-aiftet.
Maß-Lothringen.
Metz. Im Februar d. I. wurde von den Gemeinden Devant-les-Pont und Ban-St.-Martin ein Jmmediatgesuch an den Kaiser gerichtet, worin gebeten wurde, daß im Interesse des Aufschwungs der beiden Gemeinden die westliche Stadtumwallung von Metz fallen möge und die Rayonbestimmungen aufgehoben wörden. Daraufhin ist die Antwort erfolgt, daß dem Gesuche aus militärischen Gründen nicht Folge gegeben werden könne. Das Fort Manteuffel, das durch die vor einigen Jahren ausgebrochene schwere Typhusepidemie zu eine? traurigen Berühmtheit gelangte und seither unbelegt war, hat seit Kurzem wieder eine kleine Besatzung bekommen. Das Fort ist inzwischen an die Gorzer Wasserleitung, die auch die Stadt Metz mit Trinkwasser versorgt, angeschlossen worden. Hesterreich. Wien. Wie es heißt, hat die Armeeleitung die Einführung der zweijährigen Dienstzeit in der österreichischungarischen Armee beschloßen, und der Kaiser soll dem Plan zugestimmt haben. Kardinal Fürsterzbischof Dr. Gruscha feierte sein 25jähriges Bischofsund sein 60jähriges Priesterjubiläum. Die Zahl der Personen, die im ersten Quartal dieses Jahres im Wiener Polizeirayon freiwillig aus dem Leben schieden, betrug 106, davon 19 weibliche, eine ausfällige Steigerung gegen das Vorjahr mit seinen 86 Selbstmorden, davon 24 bei Frauenspersonen. B l u d e n z. Durch Felsensturz zwischen Dalaas und Danofen sind c?'2s der Mitte eines Lastzuges sünf Waggons abgerissen und 200 Meter über den Bahnkörper in's Thal geschleudert worden. Der Kondukteur Prantner wurde getödtel. B r i x e n. Kürzlich ist in Atzwang Frau Marie Staffier, eine Enkelin des aus den Freiheitskämpsen 1809 bekannten Peter Mayr, Wirthes an der Mahr, gestorben. Sie wurde 1825 geboren und war Wirthin in Blumau und Bad Süß am Ritten. Zwei andere Enkelinnen Mayrs gaben ihr das Grabgeleite. G r a z. Die seit 1714 bestehende, ehemals ärarische Frauenthaler Messingfabrik von Habtmanns Eidam zu Laßnitz. die einzige Messingfabrik Steiermarks. stellte den Betrieb ein. wodurch einige hundert Arbeiter brodlos wurden. Meran. Dieser Tage wurde dem Bezirksgerichte in Lana ein elfjähriger Knabe eingeliefert, welcher in Tscherms seine Tante mit einem Messer erstach. Die Ermordete stand im Alter von 46 Jahren und lebte mit ihrer Schwester, der Mutter des Knaben, in fortwährendem Hader. Der falsche Kimapricster. Abenteuer tinti javanischen Forschungsreistuften in Tibet. Eine japanische Zeitung machte jüngst interessante Angaben über einen japanischen Forschungsreisenden in Tibet Namens Eikai Kawaguchi. Er ist aus der Stadt Osaka gebürtig und ein Priester der Obaku-Sekte. Vor sechs Jahren ging er nach Kalkutta und von dort nach Darjeeling, wo er die tibetanische Sprache erlernte. Nach 1 Jahren glaubte er sie genügend zu beherrschen, um in das verschlossene Land eindringen zu können. Dies stellte sich aber schwieriger heraus, als er gedacht hatte. Auf der Gebirgsstraße von Darjeeling nach Tibet befinden sich nämlich fünf Thore, alle bewacht von Soldaten, die keinen Fremden durchlassen. Kawaguchi begab sich darauf nach Nepaul, um den Versuch von dort aus zu machen, aber dieser Weg bot ebenso große Schwierigkeiten. Zuletzt mußte er sich dazu entschließen, durch unbewohnte Gegenden vorzudringen, wenn er seinen Zweck überhaupt erreichen wollte. Wochenlang hatte er unter unbeschreibliehen Beschwerden und Entbehrungen seinen Weg mühsam über Schnee und Eis zu suchen, bis er endlich wieder in eine bewohnte Gegend kam. Er zog nun von Ort zu Ort, wobei er in Sprache und Benehmen allmättg so sehr zum Lama wurde, daß er keine Schwierigkeiten hatte, nach Lhassa. dem Ziele seines Ehrgeizes, Hineinzugelangen. Dort gab er sich für einen Lamapriester aus der chinesischen Provinz Fokien aus. E-s glückte ihm, Zutritt zu der hohen Schule in Lhassa zu erhalten und sogar das Vertrauen des Finanzministers der LamaHierarchie zu gewinnen. Ueber ein Jahr lang ging alles gut, aber dann wurde es plötzlich ruchbar, Kawaguchi wäre ein als Lama verkleideter Japaner. Als er selbst davon hörte, daß sein Geheimniß offenbar geworden wäre, hielt er sich für verloren, denn er wußte nur zu gut, was für ein Schicksal man einem so entdeckten Fremden, sowie allen Tibetanern, die ihm Gastfreundschaft gewährt hatten, bereiten würde. Doch fand sich ein treuer Freund, der ihm zur Flucht behilflich war. Kawaguchi kam auch wirklich durch sämmtliche fünf Thore hindurch, obgleich ihm die tibetanischen Soldaten stets auf den Fersen waren, bis e. Darjeeling erreichte. Die Tibetaner glaubten fest, der glücklich entronnene Japaner habe übernatürliche Kräfte und er müsse über die fünf Thore hinübergeflogen sein. Viele Europäer haben ihn in Indien gesehen und haben sich von seiner wunderbaren Flucht erzählen lassen.
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Geschichte. Eine Unteruchung, die es unternimmt, festzustellen, welchen geschichtiichen Persönlichkeiten der Beiname der Große" zuerkannt worden ist., :nit welchem Recht und aus welchem' eirunde, dürfte in unserem Zeitalter nicht ohne Interesse sem. Es ist nur noch in guter Erinnerung, wie ein Festredner einer patriotischen Versammlung die kühne Behauptung aufstellte, daß nur jechs historische Pertonen Träger dieses ruhmvollen Epithetons gewesen sind, von denen vier Deutsche waren. Wie wenig indeß dieies mit den Thatsachen stimmt, wird aus folgender Liste zur Genüge hervorgehen. eine Liste; denn wir wollen hier nur andeutungsweise versahren. Näheres wird der Leser in den einschlägigen Konversationslexika. Geschichtsbüchern u. s. f. finden. 1. Wie die Geschichte überhaupt im Mythus anfängt, so treffen wir den Beinamen des Großen zuerst bei einer mythischen Person an: Hermes Trismegistos (der dreimal Große), der cgyptische Gott des Mondes und der Künste und der Wissenschaften. Schon in den Hiercglyphen heißt er der dreimal Große" ode: noch häufiger der roßegroße". 2. Eine mehr oder min der sagenhafte Gestalt ist Yü der Große, einer der ersten Herrscher Chinas um 2200 v. Chr. 3. Alexander d. Gr.. 336323 v. Chr. 4. Antiochus III., König von Syrien. 222 187 v. Chr.. nannte sich selbst den Großen. 5. Mithridates VI.. d. Gr.. Kömg von Pontus. 120 63 v. Chr., eyen Schicksale an diejenigen Paul .rügers erinnern. 6. PompejusMag'tus (d. Gr.), geb. 106. gest. 48 v.Chr.. scr große Gegner Julius Cäsars. Merkwürdigerweise hat Letzterer, obwohl mit größerem Erfolg beglückt. :en ruhmvollen Beinamen nicht erbal:en. 7. Wenig gerechtfertigt erscheint ins der Titel bei Herodes d. Gr.. dem grausamen König von Judäa, aest. 4 X Chr. 8. Etwa 300 Jahre vergehen, ehe wir einen Großen" wieder antreffen: Konstantin der Große, römischer Kaiser. 306 bis 337. Von jetzt an finden wir einen, mindesten einen. Großen in jedem Jahrhundert. 9. 9. Theoderich der Große, der rubmreiche König d Ostgothen. 475526. Hatte die Geschichte den Titel des Großen bither nur Herrschern und Königen be gelegt, so ist es für die kommende Zeit bezeichnend, daß die nächsten beiden Männer Vertreter der geistlichen Macht Roms stnd: 10. Papst Leo I.. der Große. 440461. 11. Gregor L, dcr Große. 590604. 12. Doch bevorzugt Frau Fama die Kriegshelden und Staatsoberhäuper. Ihr besonderer Liebling ist Karl der Große, geb. 742. gest. 814. 13. Alfred der Große vrm England, geb. 849, gest. 901. 14. Cito d. Gr.. römischer Kaiser. 962973. 15. Fernand Gonsalvo d. Gr., ein tapferer spanischer Kriegsheld des zehnten Jahrhunderts. 16. Wladimir I., d. Gr., Großfürst von Rußland, gest. 1015.) 17. Sancho HI., el Mayor (d. Gr.), König von Navarra. 9701035. 18. Ferdinand d. Gr.. König von Kastilien. 1035 1065. 19. Wasdemar I.. d. Gr., König von Dänemark, 11571182. 20. Sein Namensvetter Waldemar. Markgraf von Brandenburg, der letzte der Askanier in der Mark. gest. 1319. dessen Standbild die Berliner Siegesallee schmückt, heißt ebenfalls der Große. 21. 22. Zwei Gelehrte sind ausnahms. weise mit dem Titel bedacht: Gilbert d. Gr.. gest. 1167. ist ein Engländer von Geburt (s. Dict. of Rat. Biogr.); Albert d. Gr. (Albertus Magnus) dagegen ein Deutscher, gest. 1280. Die nächsten vier Großen figuriren in Ungarn, Böhmen und der Türkei. 23. Ludwig I., d. Gr., von Ungarn. 1342 bis 1382. 24. Prokop d. G.. der gefürchtete Hussitenführer, gest. 1434. 25. Der Sultan Mohammed II., der die Türken nach dem europäischenKontinent führte und Konstantinopel eroberte (1453), erfreut sich des rühmvollen Titels. 26. Ebenso auch der Ungarnköni., Matthias I. (145890). der erfolgreiche Gegner der Türken. Das 16. Jahrhundert ist besonders reich an großen" Leuten. Bis in den Anfang des,elben reicht das Leben 25. Ivans d. Gr., des Kaisers von Rußland, gest. 1515. 28. Archibald Douglas, fünfter Graf von Angus in Schottland, wurde der große Graf genannt (14491514). 29. Gonsalvo Hernandez de Cordova. der große Kapimn", war ein hervorragender spanischer Heerführer (1443 1515). 30. Alfonso d'Albuquerque d. Gr., ein berühmter portugiesischer Kriegsheld und Vizekönig von Indien, gest. 1515. 31. Emanuel I.. d. Gr.. König von Portugal. 14951521. erfolgreicher Herrscher und Kolonienbegründe?. Auch Indien und Persien rühmen sich großer" Männer: 32. Akbar d. Dr., Großmogul, gest. 1605; 33. Aböas I., d. Gr.. Schah von Persien. geb. 1557, gest. 1628. Beide sind Zeitgenossen der großen Königin von England. Elisabeth (gest. 1603). der die Geschichte den Titel vorenthält. 34. Nach langer Pause kommen wir wieder auf deutschen Boden, wo unZ die wuchtige Gestalt Friedrich WilHelms, des Großen Kurfürsten, enigegentritt (1640 88). innerlich viel größer als ' n Zeitgenosse: 35. Lou's XIV., le islTtt, König von Frankreich (16431715). Die folgenden Namen ind allbekannt: 36. Peier h (5ir Vw-r Sefvöfer bort RuMnb Macht (16821725). 37. Friedrieh II., d. Gr. (1740 1786). 38. Napoleon I. 39. Ob Kaier Wil-
..rtMii AAHAMn m..ran. Ionen beigelegt. Heinrich IV. von Frankreich. Franc. Aless. Sforza (14011466). Tamerlan. Mahmud (997 bis 1030). Diese mitaezählt. ergibt die Summe 43. (Die Liste ist schwerlich erschöpfend). Ueberschauca wir noch einmal die stattliche Zahl d?r Großen", so vermissen wir viele der bedeutendsten Menschen: Wo sind, fragen wir. Sokrates. Dante, Goethe. Luther. Rousseau. Jeanne d'Arc. Eli sabeth. Wasbmgton. Eromwell. Bismarck? Andererseits muthen uns viele der oben genannten fremd an. und wir bezweifein mit Recht, ob ihnen der Titel zukommen sollte. So launenhaft ist die Frau Fama, die Die größten Männer oft undekorirt läßt, und die Bust unbedeutender Leutchen mit den sck'önsten Orden ziert. Alles ist eitel, auch der Titel der Große". H. Anders. Lldmiral Haffan Pascha In Eonstantinopel ist nach langem Leiden der Großadmiral und Marineminister Haffan-Husni Pascha im hohen Alter gestorben. Mit Hassan Pascha sinkt eine der merkwürdigsten Figuren des ottomanischen StaatsWesens ins Grab. Er war der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht, und mochten Ministerien kommen und gehen, er behielt stets das Marineportefeuille, und alle Anstrengungen seiner zahlreichen Feinde und seine zum Himmel stinkende Mißwirthschaft konnten ihn nicht von seinem Posten verdrängen. Hassan Pascha war ver wandt mit dem Sultan Onkel Hassan" und genoß dessen uneingeschränktes Vertrauen; außer Admiral und Marineminister war er auch noch Generaladjutant des Sultans, erstes Mitglied der Hedschasbahn-Eom-Mission, Mitglied der Militär-Com-misston, Präsident der technischen Commission und der für die Reformirung und Revision der Admiral!-täts-Buchführung, sowie Generaldirector der städtischen Mahsuseh-Gc-sellschaft. Hassan Paschas Thätigkeit als Marineminister bildet kein Ruhmesblatt in der Geschichte der türkischen Verwaltung. Seine Schuld ist es, daß die ottomanische Kriegsmarine so da' -niederliegt trotz der großen Geldmittel, die für dieselbe alljährlich ausgeworfen wurden. Es ist unbegreiflich, dß man diesen Mann so lange Jahre hit wirthschaften lassen, zum gros-n Schaden des Reiches, dem eine Slrie.V: marine oft dringend Noth gethan hatte. Man sucht dieses Räthsel aus der Abneigung des Sultans gegen die Kriegsmarine zu erklären, und vieileickt mit Recht. So sehr der Sultan seinen Landtruppen vertraut, so sehr fürchtet er die Kriegsschiffe, weil diese nöthigenfalls vom Bosporus nach Jildis-Kiosk hinaufschießen könnten. Da Hassan Pascha bei der Marine unbegrenzte Autorität besaß, erblickte der Sultan in ihm den geeignetsten Mann, sie im Zaume zu halten. Dafür ließ er ihn auch schalten und walten, wie er wollte. Der größte Theil des Geldes, das für die Marine alljährlich angewiesen wurde, floß in die Taschen Hassans, der dadurch zu einem schwerreichen Manne wurde.' Für die nothwendigsten Bedürfnisse war von ihm nur schwer Geld zu erhalten. Dieselbe Wirthschaft herrschte auch bei dcr Mahsuseh-Gesellschaft, deren Schiffe sich in einem bejammernswerthen Zustände befinden. Alle Klagen und Beschwerden halfen nichts, ja Hassen trieb die Sparsamkeit" so weit, daß ?: den Angestellten, wenn sie sich um Verbesserung ihrer Lage an ihn wendeten, geradezu den Diebstahl an Kohlen u. s. w. anrieth. Verwunderlich bei der Abneigung des Sultans ist. daß immer neue Kriegsschiffe im Auslande bestellt und alte verjüngt werden; damit sollte einmal das Ausland geblendet werden, dann aber erfolgten Schiffsbestellungen auch aus dem Grunde, um Forderungen einzelner Staaten aus den armenischen Metzeleien, die man ofsiziell als solche nicht anerkennen wollte, zu begleichen. Kommt ein neues Kriegsschiff hier an. so erscheint eine Commission an Bord und entfernt von den Maschinen und Kesseln all? Bestandtheile, die zum Functioniren derselben unbedingt nöthig sind, und bringt sie. in Kisten wohlverpackt, ins Palais. Das so unbeweglich gemachte Schiff verrostet dann langsam. In den letzten Zeiten scheint Hassan Pascha die Geschichte gründlich satt gehabt zu haben; er gab einmal seine Demission. Der erschrockene Sultan erklärte, sie nur dann annehmen zu können, wenn Hassan Pascha über seine langjährige Verwaltung vollgültig Rechnung abgelegt habe. Jetzt war die Reihe zum Erschrecken an Hassan. der schleunigst seine Demission zurückzog, wohl wissend, daß in den Büchern der Admiralität manches nicht stimmen dürfte, obwohl er auch Präsident der Revisionscommission war. In der Kirche gestorb e n. Der 76jährige General-Vikar der römisch-katholischen Diözese Louisville. Ky., Monsignore Bouchet, starb neulich in der Sakristei der Himmel-fahrts-Kathedrale zu Louisville, nachdem er einige Stunden vorher beim Beten von einem Scklaaanfll heirattm . 7 o ' I worden war.
.v.iti x. iai viiußc yciiuuiii luciutic wird, darüber wird die Nachwelt entcheiden. Gelegentlich finden wir den Beinamen des Großen nock folaenden Per- ) Nachträglich ist mir noch nuth de ftrofee . ctia'Jtn.
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