Indiana Tribüne, Volume 26, Number 212, Indianapolis, Marion County, 29 April 1903 — Page 7

Jndiana Tribüne, 2S. April 1903

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I Wcr wird sicgcn ! f X 0 I Ein Zeitroman Von Reinlzold CDrtmun 4 (Fortsetzung.) Ein Fest bei mir? Ja. ist das nun Ernst Oder Scherz?" Waö di? Absicht betrifft, ist es unzweifelhaft Ernst, die Einladungen sind, wie Sie eben von meiner kleinen Hauselfe cehört haben, bereits ergangen." Aber ich verstehe wahrhaftig nicht recht und außerdem ich bin leider in Trauer " Ja so, daran hatten wir allerdings nicht gedacht. Und ich muß Ihnen bekennen, daß wir überhaupt nicht viel bedacht und überlege haben, als wir oder eigentlich war es Gabor den Künstler tisch aus dem ,Schweinchen' in corpore zu dem Einweihuna-feste luden. Er war so glücklich, der gute Junge, daß sein übervolles Herz sich nach irgend einer großartigen Bethätigung aufopfernder Menschenliebe sehnte. Und da ihm die liebenswürdigen Stammgäste eine so rührend aufrichtige Theilnahme zeigten, verfiel er auf dies naheliegende Mittel, ihnen seine Erkenntlichkeit zu beweisen. Es ist eigentlics schade, daß nichts daraus werden soll, temi ich erinnere mich noch aus der Sturm- und Drangzeit meines Lebens, wie lustig solche übermüthigen Veranstaltungen zuweilen waren." Erich war in großer Verlegenheit, denn er sah, daß seine Weigerung einen mit freudigsten Erwartungen betriebenen Plan zerstören würde. Sollten denn auch Damen an dem Feste teilnehmen?" fragte er, um Zeit zur Ueber".' zu gewinnen. Aber es durchzuckte ihn wie ein elektrischer Schlag, als Heinrich Vollart erwieerte: Freilich und zwar in der Zahl der Grazien, wie sich's für ein Künstlerfest ziemt. Meine Tochter. Frau Signe Eederskjöld und Fräulein Dolly." Wie? Auch Fräulein Förster? Das heißt, es war Ihre Absicht, sie einzuladen? Aber sie würde die Einladung nicht angenommen haben, dessen bin ich ganz gewiß." Wie kommen Sie denn zu solcher Gewißheit? Natürlich hat sie angenonimen ohne Weiteres, und mit dem aufrichtigsten Vergnügen. Sie mögen sich's von ihr selbst bestätigen lassen, denn ich höre sie kommen." Nun stand ihm der gefürchtete und doch so heiß ersehnte Augenblick wirklich bevor. Denn auch er hatte den süßen Wohllaut ihrer unvergleichlichen Stimme vernommen, wie sie draußen auf dem Korridore einige Worte mit dem Dienstmädchen wechselte, und er nahm seine ganze Energie zusammen, um die Anderen nichts von der Aufregung merken zu lassen, die ihm plötzlich alles Blut zum Herzen trieb. Nur noch ein paar Sekunden gespanntefter, herzschnürender Erwarhing, und sie stand auf der Schwelle in demselben einfachen und doch so reizenden Straßenkostüm, in dem Erich sie zuletzt gesehen, mit glänzenden Augen, und dem bezauberndsten Lächeln auf den rosigen, feucht schimmernden Lippen. Er war darauf gefaßt, dies Lächeln bei seinem Anblick in einen Ausdruck unmuthiger Ueberraschung verwandelt zu sehen. Aber er hatte sich getäuscht. Mit einer gleichmütigen Freundlichkeit, die ebenso weit entfernt war von herzlicher Wärme wie von eisiger Geringschätzung, erwiderte sie seinen Gruß, und seine Gegenwart hielt sie nicht ab, mit schlagfertiger Heiterkeit auf die kleine Neckerei zu antworten, mit der Heinrich Vollart sie begrüßte. Die Einladung Platz zu nehmen. lehnte sie aber doch ab. ..Ich bin sehr pressirt," sagte sie, denn ich W.fj im Begriff, einen entscheidungsschweren Gang anzutreten. Ein Kapellmeister der Hofoper will meine Stimme prüfen. Und Sie lönnen sich vorstellen, mit welchem Herzklopfen ich mich auf den Weg mache." Nun, ansehen kann man Ihnen das freilich nicht. Aber unsere besten Wünsche werden Sie natürlich begleiten. Uebrigens halte ich es für selbstverständlich, daß Sie einen zehnjährigen Kontrakt als Primadonna in der Tasche haben, wenn Sie zurückkommen." Ach nein, so weit bin ich leider noch nicht. Und ein Engagement steht auch gar nicht in Frage. Aber wenn d'.m Herrn Kapellmeister me ne Stimme gefällt und wenn er eimges Talent zur Bühnenkünstlerin an mir entdeckt, wird man mir von Seiten der Intendanz vielleicht zu meiner weiteren Ausbildung behilflich sein. Und das wäre mir allerdings sehr erwünscht. Denn bei dem kostspieligen Berliner Leben nehmen meine Mittel schon recht beoenklich ab." Daß sie in seinem Beisein so offen über ihre Verhältnisse sprach, gab der beglückenden Hoffnung, die sich bei ihrem freundlichen Gruße in Erichs Herzen geregt hatte, weitere Nahrung. Wären ihr Groll und ihre Verachtung wirklich so groß gewesen, wie er sich's im Bewußtsein seiner schweren Schuld vorgestellt hatte, würde sie sich doch wohl mehr Zurückhaltung auferlegt

haben. Und mit verhaltenem Ätyem wartete er auf ihre Entgegnung, als Heinrich Vollart jetzt von dem geplani:n Einweihungssest zu reden begann, und mit einer scherzhaften Wendung des vor ihrem Eintritt von Erich geäußerten Zweifels erwähnte. Dolly drehte ein wenig das Köpfchen gegen ihn hin, und wenn sie ihm auch nicht geradezu in's Gesicht sah, war es doch ohne Zweifel vornehmlich für ihn bestimmt, als sie sagte: Weshalb hätte ich eine so liebenswürdige Einladung ablehnen sollen? Es handelt sich doch, wenn ich recht verstanden habe, um eine Veranstaltung des Herrn Sarlo. Und da auch Helene bann theilnimmt, gab es für mich sicherlich keinen Grund zu irgend

welchen Bedenken." So denke ich auch," meinte Heinrich Vollart. Aber wir hatten leider nicht in Betracht gezogen, daß Herr von Brunneck " O, ich bitte dringend, meiner vorigen Aeußerung nicht den Sinn einer Weigerung unterzulegen," fiel Erich rasch ein. Herr Sarlo hat als der Mitinhaber unseres gemeinsam gemietheten Ateliers jederzeit vollkommen freie Verfügung über dasselbe. Und ich werde mich glücklich schätzen, den Herrschaften auch meinerseits nach Maßgabe der vorhandenen Mittel die Honneurs des Hauses zu erweisen." Bravo!" rief Heinrich Vollart. Ihr seliger Herr Oheim wird Ihnen das nicht verübeln, falls er im Jenseits zufällig Kunde davon erhallen sollte. Es hat mit der Aufrichtigkeit der Trauer um einen Dahingeschiedenen blutwenig zu schaffen, wenn man auch der Lust am Leben gelegentlich einmal für ein paar Stündchen ihr Recht einräumt. Und überdies ist's ein Fest, das sozusagen in der Verborgenheit gefeiert werden wird. Da hinten zwischen den bergehohen Holzstößen sieht und hört uns kein Mensch." Mit einer so ungestümen Bewegung, als wäre ihr von unsichtbarer Hand ein Ruck gegeben worden, kehrte sich Dolly gegen Gabor. Wo befindet sich denn eigentlich Ihr neues Atelier, Herr Sarlo?" Wo? Ja. bei Gott, ich habe den Namen der Straße vergessen. Ich bin nämlich erst einmal dort gewesen und weiß nur, daß es bisher von einem kürzlich verstorbenen Maler Namens Stehling benutzt worden war. Aber Herr von Brunneck kann Ihnen " O, das ist ja am Ende gleichgiltig," fiel sie ihm in's Wort, und keinem der Anwesenden konnte es entgehen, einen wie seltsam veränderten, gepreßten Klang ihre sonst so helle und klare Stimme plötzlich angenommen hatte. Ich frage nur so nebenhin. Und jetzt muß ich wirklich fort. Einen Herrn, von dem so wichtige Entscheidungen abhängen, darf man unmöglich warten lassen." Erich wäre am liebsten mit kurzem Abschied davongestürzt, um Dolly auf ihrem Wege einzuholen und sich ihrer Verzeihung zu versichern. Denn der Zauber ihrer bestrickenden Persönlichkeit hatte alle seine Gewissensskrupel dabinschmelzen lassen wie Frühlingsschnee im Sonnenschein, und er war in einer Stimmung, die ihn auch vor dem kühnsten Wagniß nicht hätte zurückschrecken lanen. Aber er mußte wohl oder übel seine Freude verbergen, wie er vorhin seine quälende Unruhe hatte verbergen müssen. Schien es ihm doch ohnehin, als ob Heinrich Vollarts scharfe Maleraugen eigenthümlich forschend und mißtrauisch auf ihm ruhten, und fühlte er doch, daß selbst ein harmloses Scherzwort über seine Empfindungen für Dolly ihn auf's Neue in verrätherische Verlegenheit setzen würde. Es war ihm deshall? sehr lieb, daß von dem beabsichngten Fest nicht mehr viel die Rede war und daß Heinrich Vollart mit fernem bekannten pfrf figen Augenzwinkern erklärte, wegen des Arrangements brauche er sich weiter kein Kopfzerbrechen zu machen das werde er im Verein mit Gabor schon zu allgemeiner Zufriedenheit besorgen. Tann wurde noch einiges in Bezug auf Gabors bevorstehende Uebernedelung in das neue Atelier besprachen, und Erich, der während der letzten Viertelstunde wie auf Kohlen gefesten hatte, konnte sich empfehlen. Er war eben im Begriff, die Thür der Wohnung hinter sich zu schließen, als er sich halblaut bei seinem Namen rufen hörte und Fräulein Helene hastig über den Korridor daherkommen sah Auf ein Wort, Herr von Brunneck" flüsterte ne. Nicht wahr, Sie wer den sich die Idee mit dem Fest noch recht reiflich überlegen, ehe das Ganze zu etwas Unwiderruflichem geworden ist? Das Ganze ist doch am Ende nur ein von der Weinlaune geborener Gedanke. Und ich stehe Ihnen dafür ein, daß weder mein Vater noch Gabor sehr betrübt fern werden, wenn Sie schließlich Ihre Einwilligung versagen." Das klingt ja beinahe, als wäre es Ihnen lieber, wenn nichts daraus wurde. M auf mich und auf meine Wunsche kommt es dabei wohl nicht weiter an. In diesem Augenblick dachte ich vor allem an Sie. Sie halten es also für ein Unrecht, daß ich trotz meiner Familien trauer als Gastgeber an einer lustigen Veranstalkung theilnehmen will?" Darüber steht mir natürlich kein Urtheil zu. Und ich dachte auch eigentlich an etwas anderes. Aber das kann ich Ihnen nicht sagen." Sie können nicht, Fräulein He

lene? Auch wenn ich Ihnen versichere, baß ich es durchaus nicht verrathe!" Nein auch dann nicht. Und ich bitte Sie, mich nicht weiter danach zu fragen. Ich habe gethan, was ich für meine Pflicht hielt. Und nun muß ich wohl in das Wohnzimmer zurück." Sie reichte ihm zum Abschied die Hand, und in der übermüthigen Stiminung, die an die Stelle seines vorigen Mißvergnügens getreten war, gab Erich ste nicht gleich wieder frei. Nein. Sie sollen mir erst Rede stehen. Selbst auf die Gefahr hin, daß Ihr Verlobter ein wenig eifersüchtig auf mich werden könnte " Da zog sie fast' unfreundlich die

Hand zurück und sah ihn voll ernsten Vorwurfs an: Sie sollen nicht so svrechen. Herr von Brunneck auch nicht im oberflachlichsten Scherz. Fühlen Sie denn nicht, wie fest ich aus Ihre Ritterlichkeit vertraut habe seit dem Augenblick, da Sie zum ersten Male wieder unsere Schwelle überschritten?" Er war beschämt; aber sie ließ ihm nickt Zeit, eine Entschuldigung vorzubringen, sondern verschwand mit kurzem Gruß im Dunkel des Ganges. Und das peinliche Gefühl, das die kleine Zurechtweisung in ihm wachgerufen, war nicht von langer Dauer, da alle feine Gedanken schon wieder bei Dolly waren, lange bevor er auch nur die Straße erreicht hatte. Sie verachtet mich nicht," jubelte ti in ihm, und es hat nicht einmal den Anschein, daß sie mir ernstlich zürnt. Wie würde sie sich sonst dazu entschlossen haben, jene Einladung anzunehmen! Ich habe ste geküßt, und ste ist mir darum nicht böse. Muß ich mich wirklich einen eitlen, eingebildeten Narren schelten, wenn ich dafür nur eine einzige Deutung habe?" Potztausend, wie vergnügt Sie aussehen! Eigentlich ist es wohl ein großes Unrecht, täppisch in eine so angenehme Gedankenwelt hinein zu sahren, wie es die Ihrige in diesem Augenblick zu sein scheint. Weiß ich doch nicht einmal, ob Sie sich meiner unbedeutenden Person überhaupt noch erinnern!" Aber Erich hatte sich schon beim ersten Ton der dünnen, krähenden Stimme sehr genau erinnert, wer der schmächtige, bartlose junge Mann mit dem Faunsgesicht und den eckigen Schultern sei. Stärker noch als bei der ersten Begegnung am Künstlertisch im Schweinchen" spürte er eine Empfindung rein körperlichen Unbehagens, als er in die kleinen boshaften Augen blickte, auf deren Grunde immer etwas wie tückische Schadenfreude zu funkeln schien. O ja, ich entsinne mich," sagte er sehr kühl. Herr Doktor Roberti nicht wahr?" Zu dienen! Ich bewundere Ihr ausgezeichnetes Gedächtniß. Ich für meine Person merke mir in der Regel nur die Physiognomien von Leuten, über die ich mich aus dem einen oder dem anderen Grunde geärgert habe. Nun, was sagen Sie zu dem außerordentlichen Glück Ihres Freundes Sarlo?" Ich sage, daß es mir gar nicht so außerordentlich, sondern wohlverdient scheint, Herr Doktor!" Hm! Mag sein! Ich kann es nicht beurtheilen; denn ich habe das vielberufene Meisterwerk nicht gesehen. Abcr er wird jetzt seinen Weg machen. Denn Herr Wolffram versteht sich auf sein Geschäft. Schade um das arme Mädel!" Von welchem Mädel sprechen Sie, wenn es erlaubt ist, zu fragen!" Nun, er ist doch mit der Tochter Heinrich Vollarts verlobt, wie er jedem aus der Tafelrunde im , Schweinchen' unter dem Siegel tiefster Verschwiegenheit vertraute." Ein Siegel, das sehr leicht brüchig wird, wie es scheint. Und weshalb. Herr Doktor Roberti, finden Sie sich veranlaßt, Fräulein Helene Vollart zu bedauern?" Weil sie in jedem Fall Übel daran ist schlecht, wenn er sie sitzen läßt, und noch viel schlechter, wenn er sie hei. rathet. Der gute Vollart, der so meisterlich das naive Künstlergemüth vom alten Schlage zu spielen versteht von einem Schlage, der selbstverständlich nie und nirgends existirt hat dürfte sich doch ein wenig verrechnet haben, als er den harmlosen Jungen glücklich für sein Töchterchen eingefangen zu haben meinte. Ein Künstler, den Herr Wolffram als ,Genie' zu lanciren beabsichtigt, darf weder verlobt, noch am Ende gar verheirathet sein. Wie in aller Welt sollte der kluge Herr es denn da anfangen, ihn den kunstsinnigen Damen von Berlin W interessant zu machen? Wie groß auch immer das Talent Ihres Freundes Sarlo sein mag, ohne seine blanken Magyarenäugen und seinen unbezahlbaren Schnurrbart würde Herr Wolffram sicherlich weder seine Hundertmarkscheine, noch seine kostbare Zeit an ihn gewagt haben. Aber was bedeuten die schönsten Augen und der prächtigste Schnurrbart an einem Manne, der an Händen und Füßen gebunden ist?" Ihre Auffassung von der Laufbahn eines Künstlers hat jedenfalls den Vorzug dx. Originalität. Im Uebrigen gestatte ich mir. Sie darauf aufmerksam zu machen,- daß ich nicht nur Sarlos Freund, sondern auch der des Herrn Vollart und seiner Tochter bin. Sie werden es danach begreiflich finden, wenn ich Gewicht darauf leae. daß in meiner Geaenwart nur

mit allem schuldigen Respekt von diesen Herrschaften gesprochen wird." Um Doktor Robertis schmale Lippen zucrre es iponiicy; aoer mir ocr vollendeten Höflichkeit eines geschmeidigen Weltmannes erwiderte er: Seien Sie versichert, daß es mir nicht entfcrnt in den Sinn kommt, diesen Respeki zu verletzen. Wer so viel sinnige und gemüthvolle Darstellungen aus dem holländischen Fischerleben gemalt hat, ist ja ohne allen Zweifel ein sehr guter Mensch. Es war, bei meiner Ehre, die reinste menschliche Theilnähme, die ich zum Ausdruck bringen wollte!" Sehen wir es so an, Herr Doktor und betrachten wir damit das Thema als abgethan." Mit Vergnügen! Es gibt ja auch sonst noch des Erfreulichen genug, um darüber zu plaudern. Jnteressirten Sie sich nicht an dem Abend, da ich zum ersten Mal die Ehre hatte, Sie zu sehen, besonders lebhaft für unseren Nordlandsrecken Olaf Tryggvason? Nun, dann wird es Ihnen Vergnügen machen zu hören, daß sein Schauspiel ,Der Schatten' vom Goethe-Theater angenommen ist und sich sogar schon in .Vorbereitung befindet. Wenn alles gut geht, erleben wir in vierzehn Tagen die Premiere." Da war eine Neuigkeit, die Erich wirklich interessirte. Und Frau Eederskjöld?" fragte er. Wird sie nun in dem Drama ihres Gatten spielen?" Natürlich das ist ja die Hauptsache, wenn auch nicht für uns literarische Menschen, denen nur an der Dichtung gelegen ist. so doch für den Direktor Halm, der sich von dem Debut der schwedischen Schauspielerin eine besondere Sensation verspricht. Das heißt: eigentlich habe ich ihm das eingeredet, um ihn für die Sache zu erwärmen. In des Herzens Stille habe ich so meine gelinden Zweifel an dem Erfolg des schauspielerischen Experiments." So wären Sie es gewesen, der dem Stück zur Annahme verholfen hat Sie, Herr Doktor?" Setzt Sie das so sehr in Erstaunen? Ich habe eine große Meinung von Olaf Tryggvasons Talent. Und in schwachen Augenblicken bin ich uneigennütziger, als Sie es vielleicht für möglich halten." Und Ihre Prophezeiung, daß man

das Stück auslachen würde? Sind Sie darüber inzwischen anderer Meinung geworden?" Nicht eigentlich. Aber für einen unbekannten, jungen Autor ist es immer noch unendlich viel vortheilhafter, durchzusagen, als gar nicht aufgeführt zu werden. Und überdies bin ich nicht unfehlbar. Vielleicht hat , Der Schatten' trotz meiner Prophezeiung einen großen Erfolg. Man hat beim Theater am Ende schon größere Ueberraschungen erlebt, als dies eine wäre." Ich möchte es Herrn Arvid Cederskjöld und seiner liebenswürdigen Gattin jedenfalls von ganzem Herzen wünschen. In vierzehn Tagen sagen Sie?" Ja, die Proben sollen morgen ihren Anfang nehmen. Vielleicht sehen Sie sich 'mal eine an. Wenn Sie sich auf den Autor oder auf mich berufen, wird man Ihnen den Eintritt nicht verwehren." Ich danke aber ich spare mir das Vergnügen lieber für die erste Aufführung. Der künstlerische Genuß dürfte dann doch ein größerer sein." Wahrscheinlich! Auf Wiedersehen denn bei der Premiere!" Er grüßte höflich, aber wie Jemand, der es sehr eilig hat, und ging auf die andere Seite der Straße hinüber. Zweifelnd, ob er dem sonderbaren Menschen um seiner spitzigen Zunge willen nicht doch vielleicht Unrecht thue mit seiner Abneigung, blickte ihm Erich nach. Und er sah, daß die auffallend rasche Verabschiedung offenbar ihre besondere und triftige Ursache gehabt hatte; denn drüben zog Doktor Roberti seinen Hut vor einer kleinen, mädchenhaft zierlich gewachsenen Dame, die ihm gleich darauf mit einem hell herüberklingenden Auflachen die Hand reichte, um dann leichtfüßig an seiner Seite weiter zu gehen. Einmal wandte sie, vielleicht durch eine Bemerkung ihres Begleiters veranlaßt, das Köpfchen zurück. Und jetzt hatte Erich trotz des großen, beschattenden Hutes und des hellgrauen Schleiers ihr Ge sicht erkannt. Es war Frau Signe Eederskjöld. (Fortsetzung folgt.) so c x N o N I g von jianen besitzt eine Münzsammlung, die 24 Schränke füllt und die er seit seinem 12. Lebensjahre zusammengebracht hat. Des Kaisers Syntaz. Der deutsche Kaiser hat Befehl gegeben, daß die Kolonial-Berichte in einem klaren und bündigen Stil geschrieben werden sollen. Die amtlichen Berichterstatter werden besonders angewiesen, ellenlange Perioden zu vermeiden und nicht das Zeitwort immer bis zum Ende eines Satzes aufzusparen, sowie rhetorisches Pathos zu unterlassen. Des Kaisers Ordre wird auf einen unlängst eingelangten langatmigen, ermüdenden Bericht über Deutsch-Ost-afrika zurückgeführt. Der Kaiser beabsichtigt, seinen syntaktischen Kreuzzug auf das inländische Beamtenthum auszudehnen, dessen Schreibweise von Lehrern oft als abschreckendes Beispiel" citirt wird.

Vom Auslanöe.

Der erste internationale Archäologen-Congreß wird nach einen-, unter Vorsitz des Kronprinzen Konstantin gefaßten Beschluß Ostern 1905 in Athen abgehalten werden. Die erste Sitzung soll im Parthenon statifinven. Gelegentlich des Congresses sollen panhellenische Spiele veranstaltet werden, zu denen Einladungen an die Turnverein Griechenlands, Eyperns und des Auslandes ergehen werden. Ueber einen Unfall des Mailänder Chirurgen Colzi auf dem Taubenschießplatz in Mailand schreibt man von dort: Unter den Männern, die sich auf dem Schießplatze dem Sport des Taubenschießens Hingaben, befand sich auch der berühmte Chirurg Professor Francesco Colzi, einer der bekanntesten Operateure Italiens. Nachdem er einen Schuß abgefeuert hatte, stellte er sein Gewehr mit solcher Wucht zu Boden, daß ein zweiter Schuß von selbst losging und dem unvorsichtigen Schützen den rechten Arm durchbohrte. Als der Professor nach dem Hospital gebracht war, constatirten die Aerzte eine complicirte Knochenzerschmetterung mit Sehnenzerschneidung, die voraussichtlich eine Amputation des Armes nöthig machen werden. Warnungen vor der Frau Baronin von Mecklenburg in Lzung bei Gullberg in Schweden wurden in Deutschland vor zwei Jahren bereits wiederholt veröffentlicht. Es wurde damals darauf hingewiesen, daß die Dame regelmäßig deutsches Personal anwirbt, das verzweifelt über die unwürdige Behandlung alsbald die Stellung aufgibt und wirthschaftlich schwer geschädigt nach Deutschland zurückkehrt. Die Beschwerden über Frau von Mecklenburg, hatten sich schließlich derart verdichtet, daß die Königlich Schwedische Provinzia--Re-gierung in Linköping sich der Sache annahm, über dieses öffentliche Aergerniß direct an König Oskar berichtete und ihn bat. durch Vermittelung des Auswärtigen Amts die deutschen Behörden zu einer Warnung vor der Frau von Mecklenburg zu veranlassen. Diese hat allen Angriffen ein beharrliches Dementi entgegengesetzt. Nach vierjährigemvergeblichen Suchen gelang es dem amerikanischen Millionär Fowler Chase, seinen nunmehr 20jährigen Sohn in einer von Dr. Comar zu Paris in der Rue Glacire geleiteten Pension aufzufinden. Der junge Mann, der mütterlicherseits fünf Millionen erbte, wurde im Jahre 1899 unter dem falschen Namen James Brown bei Comar untergebracht, und zwar von Frau Duhme, emer Notherbin und Schwesier seiner Mutter. Frau Duhme hatte den Jungen eigenmächtig aus seiner Pension in Amerika geholt, ihn nach Paris gebracht und dafür gesorgt, daß der Vater keinerlei Auskunft erhalten konnte. Die Nachforschungen nach dem verschwundenen Sohn kosteten eine halbe Million. Nach ärztlicher Untersuchung wurde der als beschränkt, zbtx keineswegs unheilbar irrsinnig erkannte junge Mann einer verläßlichen Anstalt übergeben. In dem fashionsblen Jockey-Club der rumänischen Hauptstobt Bukarest setzte es jüngst eine regelrechte Keilerei, die nicht nur wegen des Ortes, an welchem sie stattfand, sondern speciell auch wegen der betheiligten Personen das größte Aufsehen erregt. Der frühere Kriegsminister Lahovary hatte mit seinem Schwager, dem ehemaligen Senator Balaceanu, wie es heißt wegen einer Erbschaftsangelegenheit, einHühnchen zu pflücken. Als er Abends seinen Schwager in dem Club, dem beide angehören, erblickte, nahm er denselben beim Arme und führte ihn in einen Salon, in welchem niemand anwesend war. Was dort zunächst vor sich ging, weiß außer den Beiden bis jetzt niemand, nach einigen Minuten aber wurde Kampfgetöse hörbar, und als man hinzueilte, fand man Balaceanu unter einem Tisch und General Lahovary auf ihm liegend, ihn mit den Fäusten bearbeitend. Nur mit vieler Mühe wurden die beiden voneinander getrennt, wobei die Jntervenirenden aber auch manchen Denkzettel abbekamen. Cake-Walk-Professo-x t n dieser verlockende Titel ist die neueste Errungenschaft auf dem Gebiete des Pariser gewerblichen Lebens. Früher tanzte man nur diesen Augurtanz in der französischen Hauptstadt mit Verve und Leidenschaft, aber man konnte in die Geheimnisse dieser zum mindesten merkwürdigen Bein- und Körperverrenkungen mit Hülse eines Lehrmeisters nicht eingeweiht werden. Diese empfindliche Lücke ist nunmehr glücklich ausgefüllt worden. Seit einiger Zeit kann man an den Pariser Anschlagsäulen folgende Annoncen lesen: Unterricht im Cake-Walktanz ertheilt schnell, fördernd und gewissenhaft, Professor des Cake-Walktanzes!" Es folgt der Name eines der bekanntesten Pariser Tanzlehrer. Ein Pariser Blatt hat der Curiosität halber nähere Erkundigungen über diese Tanzcurse einziehen lassen und in Erfahrung gebracht, daß Schülerinnen und Schüler den ersten Pariser Gesellschaftskreis sen angehören, daß die Lectionen sehr theuer sind und daß den Herren angeisthen wird, sich mit mindestens zwei Vorhemden zu versehen, wenn sie diese Tanzstunden besuchen.

Feuer - Signale.

4 Pennsylv und 169 Park Ave und 10. 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsyw. u. ichig, 214 JllinotS und 20. 215 Senate Av und 21. 216 Pennsvlvania und, 217 Meridian nd 1. 218 Capital Ave und 2. 21 Broadway und 10. 231 Illinois und cLum 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwcvd und 30. 235 Illinois und 53. 236 Annetta und 90. 237 No. 9. SpritzenhzM Udell und Racer 38 Udell Ladder Wor 23 J4aM und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u St. M, 243 eldrioa und 23. 312 West uud Walnut 313 West und 12. 314 Howard und 16. 316 korbet und Paca 316 Capital Av und n. 317 Northwestern Ave u 318 Gent und 1. 319 Canal und 16. 32. Cerealin Wrrks 324 Vermont nd Lyn 325 Bismcku GrandwA 326 No. 29 Spritzenhaus Haugbmlle. 327 Michig.i. u. Holmes, 328 Michian u Concert 341 es: und ZsuJntyrr 412 Vss.'nr, u. Marvland 413 Missouri und Hdw 415 Capital Ave Georgia 416 Missouri u entuckyA 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E rndUni W. Washington. 42 Jrren-Hospital. 424 Miley. 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St Elair Z7 City Hospital 38 Blake und Norty Z9 Michigan und Agne 41 No. s Sprttzmhaui Washington nahe West 42 isendors u Wash. 43 Missouri u New Dort 45 Meridian u Wash t Jllmois und Ohio 47 Eapitol v. u Wash 4g mgau'i PorkhauS 49 Straßenbahn Stall 23. SaHmgton Str 61 No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 Illinois u Louisiana 63 West und South 54 West und McCarth 56 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Roy öS No. 4 Lpnzmhauö Madison Av. u Mor. 09 Madiion Av. u Tunlop 61 No 2 Haken Leiterhaus South nahe Delawar 2 Penn, u Merrill 63 Delatvare u. McEarth 4 Saft und WMMD 6 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bradsha ? Saft und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus ir Ave. nahe Huron 72 Caft und Georgia 73 keda, und Qlm 74 Davidson u Georgia 75 Snglish Av. u Pine 76 Shelby und Bates 438 HMiMlrt und 1 439 Stockt 451 eisn und 452 Howard und See 453 Morris und AaptzsL 66 Lambert und Betont 457 Rordyke Ave . War rnern Works 812 es! uud Ray 613 entueky Ave u. Merrtk 614 Meridian und Morris kl JllinoiS und ansas 17 orrw und Dakota 518 Morris und Church 619 Capital A. u McCrty 521 Meridian und Palme 623 Pine un' Lord 624 Wadlsor Av u kincal 26 Meridian und Belt RA 627 Carlos und Ray 626 Meridian und Arizoaa 629 Meridian. Ztaymond 631 Meridian u. McCarty 632 Ro. 17 Spritzenhaus Morris nah Weft 612 McKcrnan und Dougtz. 613 East u. Lincoln Ll 614 East und Beecher 616 Wright und Sander 17 McCarty und Beaty 618 New Jersey u ir AM 71 Epruce und Prospect 713 Cngush Are. u. Laun 714 State ve u. Belt. 716 Shelby und Beecher 716 State Ave und Orange 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Ct..taa A 721 Lerington A.u Laur? 723 Flacher Ave u. Oprua 724 State Ave u. Pleasan. 726 Prospett und leasat 72 Orange und Har la? 728 Liberty und Vt 729 9toI und South 81 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington Stt 813 Market und Noble 14 Ohio u. Hghland 815 Richigan u. Highlant Ll Market u Arsenal Av 817 Oft Elair und Union Bahn eins. 821 Pan Handle Shops 823 Bermon. und Wal' 824 Wash. und Statt Atz. 826 Rsdden'sLou 82 Tücke, und Dorsch 827 Wash. und BeviU 7? No. 3 Spritzenhaus Prosvcct nahe Shelby TJ Fletcher Av. u Shelby Sl Market u. New Jersey 2 Delaware und Wash. 83 ?ast u Washington 84 New Hork u. Davidsor 86 Taubstummen Anstalt 36 Ver. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. Sl No. 13 Spritzenhaus Marvland nah Mer. 92 Meridian u. Vcorqia. 93 Meridian und South 4 Pennsvlv u. Louifiana 95 Virginia Ave u. Alab. 96 Hauvtquarti. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Cbir 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 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