Indiana Tribüne, Volume 26, Number 210, Indianapolis, Marion County, 27 April 1903 — Page 6
Jndiana Tribüns, 27. April 1903.
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Europäische Nachrichten.
Württemberg. Stuttgart. Kommerzienrath Fr. A. Steinkopf. Chef der Verlagsbuchhandlunc; Steinkopf, ist, über 78 Jahre alt, gestorben. F r i e d r i ch s h a f e . Bei der Landung des Dampfschiffes von Rorschach fiel ein Matrose, ein ältere? Mann, in den See. Ein Zufall fügte es. daß sein Sohn, ebenfalls ein Matrose, gerade auf der Hafenmauer stand. Er sprang sofort, ohne zu wissen, daß es das Leben seines Vaters galt, in den See. fsßte den schon Untersinkenden und hielt ihn so lange über Wasser, bis ein Nachen Beide an's Trockene zog. Hall. Kürzlich starb der frühere Landtagsabgeordnele des Bezirks. Haigold. Er gekörte als Mitglied der Voltspartei dein Landtag in den Jahren 1879 bis 1894 an. Die Haller Zeitung." rolksparteiliches Organ, hat ihr Erscheinen eingeellt. Tübingen. Das hies!gj Schwurgericht cerurtfceilie den Banker Eugen Bräuning, der, um seine Spekulationen in Zucker durchführen zu können, fremde Gelder in der Höhe von 289.300 Mark veruntreute, zu 5 Jahren Zuchthaus. W i n n e n d e n. Tieser Tage traf der frühere Transvalcr Oberst Schiel, welcher in seiner Jugend zwei Iah; lang die hiesige Lateinschule besucht hatte, hier ein, um einige Schulkameraden zu besuchen. Bade. Karlsruhe. Generat a. D. Wolff. welcher im Feldzuge von 1870 71 Kommdeur des Füsilierbattaillsns vom 2. Grenadier-Regiment war. feierte seinen vor 60 Jahren erfolgten Eintritt in die Armee. Rechtspraktikant Wilhelm Weis und Kunststudent Hugo Teger wurden wegen einer Säbelmensur zu fünf, respektive vier Monaten Festungshaft verurtheilt. Teger traf uch noch die Relegation von der Kunstschule, die der Senat allen Siudirenden der Technischen Hochschule angedroht hatte, welche sich duelliren würden. I r e i b u r g. Landgerichtsdirektor Rothweiler, als ehemaliger Präsident der Karlsruher Liederhalle in Sängerkreisen weithin bekannt, ist hier im besten Mannesalter gestorben. K o n st a n z. Äetzthin Nachts sind in der Neugasse zehn Häuser und viele Nebengebäude niedergebrannt. Mannheim. In Käserthal stürzte der Schmied Hemberger beim Entleeren einer Dunggrube, durch giftige Gase betäubt, in die Grube und fand den Tod. Seine beiden Schwäger und ein anderer Mann, die zur Hilfe herbeieilten, hatten dasselbe Schicksal. W i m p f e n a. N. Kürzlich starb hochbetagt Frau Louise Mögling. die Wittwe des längst verstorbenen Theodor Mögling, welcher sich bei dem badischen Aufstand lebhaft betheiliate und als Adjutant des Generals Sige! im Gefecht bei Waghäusel schwer derwundet wurde. Kksaß.Lothringcn. Straßburg. Generalleutnant v. Moßner. der seitherige Kommandeur der 30. Division in Straßburg, ist zum Gouverneur von Stratzburg. Generalleutnant Ritter Hentschel v. Gilgenheimb, der seitherige Kommandeur der 3. Division in Stettin, zum kommandirenden General des 15. Armeekorps in Straßburg ernannt worden. Diedenhofen. In einer Ver-s.-.mmlung des Gemeinderaths theilte btr Kommandant von Diedenhofen, Generalmajor Rülenz, mit. daß der Kaiser bestimmte, daß die StadiumWallung Diedenhofens auf dem linken Moselufer mit Ausnahme der Bastioneu 1 und 3 aufzulassen sei. Luzcmöurg. Luxemburg. Nach dreitägiger Debatte hat die Deputirtenkammer einstimmig den Eisenbahn- und Zollvereinsverlängerungs Vertrag mit Deutschland angenommen. Hefterreich. Wien. Bei der internationalen Bekleidungsausstellung in Petersburg erhielten die österreichischen Aussteller die meisten Medaillen zuerkannt. Alle
österreichischen Aussteller wurden mit Preisen bedacht, und zwar erhielten die Oesterreicher: 25 qrße goldene. 22 kleine goldene, 13 silberne und 1 bronzene Medaille Der Kaiser hat dem Verein für die evangelische Diakonisseusache in Wi?n neuerdings zur Förderung seiner Vereinszwecke je 5 Antheile der Erträgnisse des kaiserlichen Stiftungshauses am Schottenring auf die Dauer von fünf Jahren zugewiesen. Im großen Festsaale der Universität fand die Promotion des Fräuleins Jfabella Eckardt, Tochter des verstorbenen Hofrathes und Förderers des Frauenstudiums, Dr. Rafael Eckardt. zum Doktor der Philosophie statt. B u d a p e st. Der Kaiser spendete aus feiner Privatschatulle für die hiesigen Armen und Nothleidenden den Betrag von 10.000 Kronen. Drei der größten elektrischen Lokomotiven in Europa wurden bei der hiesigen Firma Ganz & Co. bestellt zum Gebrauch auf der italienischen Veltlinbahn. Sie sollen ebenso stark wie die stärksten Dampflokomotiven werden und sowohl zum Transport von Lastzügen, als
aucy als Lokomotiven für gewöhnliche und Schnellzüge dienen. F r a n z e n s b a d. Die bisher im Privatbesitz befindlichen drei großen Badeanstalten mit sechs Mineralquellen und Quellenoersendung und das mächtige Lager des berühmten Eisenmineralmoores von 7,000.000 Kubikmeter Flächeninhalt hier wurden von der Kurstadt Franzensbad käuflich erworden. Diese Badeanstalten sollen mit 700 Wannen den modernen Grundsätzen der Balneotherapie entsprechend ausgestattet werden. Innsbruck. Der Stadtschulrath hat in einer Verfügung an alle städtischen Lehrpersonen denselben die Entgegennahme des Handkusses durch Schulkinder strengstens untersagt. Die oberste Schulbehörde sah sich im Interesse der Gesundheit der Kinder zu dieser Verfügung veranlaßt. O l m ü tz. Erzherzog Eugen läßt hier ein großes dreistöckiges Gebäude Ecke der Komeniusstraße und Eitelbergerstraße aufführen und beabsichtigt, nach dessen Fertigstellung einige Monate des Jahres hier zuzubringen. Die Stadtgemeinde selbst hat die Führung des Baues nach den vom Erzherzog genehmigten Plänen in die' Hand genommen. Der Bau soll im Jahre 1904 übergeben werden. S t e r z i n g. Ein Tiroler Kostümfest wird Ende Juli am Brenner stattfanden. Veranstalter dieses Festes ist der Vcrschönerungsverein von Gries. Als Festplatz sind die 20 Minuten von Gries entfernten Luegwiesen ausersehen, die sich zu derlei Vergnügungen vortrefflich eignen. Teplitz-Schönau. Ein ,.junger Bräutigam." 85 Jahre alt, Privatier, führte dieser Tage hier seine Braut, eine Sieb-nundsechzigjährige, zum Traualtar. Z w i t t a u. In Lussinpiccolo ist dieser Tage Herr Wilhelm Haupt aus Zwittau gestorben. Er hat seiner Vaterstadt für deutsche Zwecke" 43.500 Kronen testamentarisch hinterlassen. Schweiz. Bern. In der Zeit von Anfang Mai bis Mitte September finden heuer in der Schweiz nicht weniger als 31 kleinere und größere Schützenfeste statt. Die ausgesetzten Gabensummen oelaufen sich auf über 700.000 Francs. Der Berner Stadtrath genehmigte einstimmig die Vorlage des Gemeinderathes betreffend Errichtung einer Dampfcentrale als Reserve für das städtische Elektrizitätswerk. In Thun starb der Chef der eidgenössischen Ar-tillerie-Versuchsstation, Oberst Alfred Roth. Zürich. Der Große Stadtrath von Zürich genehmigte die Pläne für den Bau eines ??euerwebrbauses und bewilligte den verlangten Baukredit von 416,000 Francs. F r e i b u r g. Die Aktionärversammlung der Milch-Chokoladefabrik Cailler in Broc beschloß die Ausrichtung einer Dibidende von sieben Prozent und die Verkeilung eines Betrages Doc 8000 Francs unter die Arbeiter. Ferner wurde eine Erweiterung der Fabrikanlagen zur Aufnahme von 3000 Arbeitern und Arbeiterinnen beschlössen. A p p e n z e l l. Frau Elisabeth Bänziger von Lutzenberg, wohnhaft gewesen in Heiden, hat die Summe von 29,000 Francs testamentarisch gemeinnützigen und wohlthätigen Jnstitutionen zugewandt. St. Gallen. Einen regelmäßigen Automobildienst soll die Route Rapperswil - Eschenbach - St. GallenKappel erhalten. Die nothwendigen Garantien sind bereits geleistet. Graubünden. Die Reihe der nationalen Heilstätten in Davos soll demnächst durch eine weitere, in großem Stil gedachte Stiftung erweitert werden, und zwar durch ein englisches Volks-Sanatorium," das an Stelle des primitiven, für die modernen Ansprüche völlig unzulänglichen Jnvalids' Home" in Davos-Dorf treten wird. Das Jnitiativkomite besteht aus den ersten medizinischen Autoritäten Englands. W a l l i s. In der Nähe von Siders, oberhalb Gampeln, ist eine ziemlich reichhaltige Bleigrube entdeckt worden, die zudem noch 40 Prozent Silbe? enthält. Neuenburg. In Cernier starb der letzte Ueberlebende des ersten neuenburgischen Großen Rathes, Leo Ro-
bert; er erreichte ein Alter von 80 Jahren. Sachsen. Dresden. Folgende größere Stiftungen waren m der letzten Zett im Königreiche Sachsen zu verzeichnen: In Dresden verrKachte Frau Auguste Bertha Knoll der Stadt 12.000 Mark mit der Bestimmung, die Erträgnisse dieser Summe an zwei bedürftige und würdige Töchter von RathsbeamtenWittwen, die .sich verheirathen wollen, zu gleichen Theilen zu vergeben. Die Summe von 10.000 Mark stiftete Fabrikbesitzer Robert Gärtner in Burgftädt zur Erweiterung des dortigen schönen Wettinhains. Ein Vermächtniß in Höhe von 150.000 Mark hat der verstorbene Privatmann Gottschald der Stadt Leipzig mit der Bestimmung überwiesen, daß die Zinsen des Kapitals zur Unterstützung kranker, namentlich augcnkranker und altersschwacher Kaufmannswittwen und -Waisen Verwendung finden. Die stadtgememde Pirna wurde von der verstorbenen Wittwe Christiane Karo-
line Hollmann zur Universalerbin
ihres etwa 25,006 Mark betragenden
Nachlasses eingesetzt, der ausschließlich dem Stadtkrankenhause zu Gute kommen soll. Unter dem Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Professor Dr. Paul Förster tagte in Dresden die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des Internationalen Vereins zur Bekämpfung der wissenschaftlichen Thierfolter. Der Verein zählte am Anfang dieses Jahres 1051 persönliche und 84 korporatide Mitglieder. Johanngeorgen st ad t. Die königliche Amtshauptmannschaft hat oie Aufnahme einer Anleihe von 125,000 Mark zum Bau einer Gasanstalt genehmigt. Den Bau führt die BerlinAnhalter Aktiengesellschaft aus. K a m e n z. In einer Sitzung des Stadtvcrordnetenkollegiums wurde die Raihsvorlage. den Ankauf eines Theatergebäudes betreffend, angenommen. Es ist somit das Theater, welches bisher der Braugenossenschaft hier gehörte, für den Preis von 28,500 Mark in den Besitz der Stadt übergegangen. Olbernhau. Um dem dringendcn Bedürfnisse nach billigen und gefunden Arbeiterwohnungen Abhilfe zu schaffen, hat das Rathskollegium beschlössen, Bauplätze etwa zum Preise von 2.50 Mark für das Quadratmeter zu verkaufen. Dabei sollen von den Käufern keinerlei Beiträge für Stra-ßen-und Schlcusenherstellung gefordcrt werden; außerdem werden besondere Vergünstigungen für die Sparkassenbeleihung, und zwar bis zur Höhe von vier Fünftel der Brandkasse zugesichert. FHüringische tcaten. Weimar. Der Raubmörder Arthur Behnert. welcher die Trödlerin Harz in Jena und die Trödlerin Lory in Leipzig ermordet hatte, wurde neulich im Hofe des hiesigen Landgerichtsgefängnisses mit dein Fallbeil hingerichtet. L a n g e w i e s e n. In der Generalversammlung des Spar- und Darlehnskassenvereins gab der Vorsitzende bekannt, daß sich die Unterschlagungen de- früheren Kassirers Selmar Reinhardt auf 121,565 Mark belaufen. Hieran ist die Centralkasse in Erfurt mit 111,624 Mark betheiligt. M e i n i n g e n. Die Handwerkskammer für das Herzogthum Meiningen hat beschlossen, in den Kreisstädten Meisterkurse in's Leben zu rufen und hierfür einen entsprechenden Beitrag zu verwilligen. Es sollen Buchführung, Kalkulation, Genossenschaftswesen, sowie die soziale und die Handwerkergesetzgebung behandelt werden. An den Kursen können auch Gesellen theilnehmen. O h r d r u f. Das von der Thüringischen Landesversicherungsgesellschaft zu errichtende Genesungsheim kommt unweit unserer Stadt an die Waldecke gegenüber de.n Kupferhammer zu stehen. Die Stadt hat den erforderlichen Grund und Boden unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Ein Voqrlparadies ist nach den neuesten Forschungen die westafrikanische Insel Fernando Po. Der Zoologe Alexander hat dort am Ende des vorigen Jahres gründliche Forschungen unternommen und fast 400 Vögel von 68 verschiedenen Arten, von denen nicht weniger als 33 bisher unbekannt waren, als Beute heimgebracht. Von den gesammelten Vögeln weichen zwei von allen bekannten Formen soweit ab, daß der Forscher sie sogar als neue Gattungen bezeichnen muß. Auffallend ist der Umstand, daß die Mehrheit der Vogelarten von Fernando Po nur geringe Verwandtschaft zur Vogelwelt im benachbarten Westafrika besitzt, sondern mehr den Vögeln ähnelt, die im ostafrikanischen Gebirge, namentlich in der Gegend des Kilimandscharo und des Mount Elgon, wohnen. Auch sonst ist Fernando Vo ungewöhnlich reich an Tbieren und Pflanzen, und namentlich -steigen die Farne in unerhörter Fülle der Arten und in üppigstem Wachsthum bis in große Meereshöhe hinauf. Mit Bezug auf Ä:n Reichthum der Vogelwelt nimmt außerdem das südliche Amerika eine anerkannt hohe Stellung ein. Es wird aber sehr darüber geklagt, daß in gewissen, der Kultur mehr derschlossenen Gebieten dieses Erdtheils der Voqelmord in großem Stile zwecks Ausfnbr von Bälgen und Federn betrieben wird. Bis jetzt haben nur einige Staaten in Europa Maßregeln für einen weitgehenden Vogelschutz getrofsen. aber die bisherigen Erfolge genügen noch nicht einmal innerhalb Europas, und die Wurzel des Uebels, die Hutmoden unserer Damen, hat auch noch keine wesentliche Einschränkunaen erfahren. Auf den Gütern des ErzHerzogs Friedrich von Oesterreich in Ungarn, Mähren und Schlesien wurden im Jahre 1902 insgesammt 76.124 Stück Wild, davon 54,331 Nutzwild und 21,793 Schädlinge, abgeschössen. Bellye lieferte mehr als 400 Stück Hochwild, Teschen an 800 Stück Rehwild, Magyar-Ovar 13,371 Hasen und Seelowitz eine Menge von Fasanen (mehr als 3500) und Rebhühnern (5375). In Magyar-Ovar wurde eine Trappe erlegt, während die Rarität des schädlichen Wildes zwei Wildkatzen von Bellye sind. Wach An gäbe der Pforte werden demnächst schwedische Offiziere zr Reorganisation der Gendarmerie und der Polizei der drei Vilajets in Constantinovel eintreffen.
Sl:agway und öyea. Sie AU,ka-GrenZ'Reguliruug ommisfls unv ihre Ausgabe. Mit besonderer Spannung wird man die Verhandlungen der Alaska-
Grenz-Regulirungs-Kommission, die ; demnächst in London zusammentreten soll, in den beiden alaskischen Städten Skagway und Dyea am Lynn-Kanal j verfolgen. Skagway sowohl als Dyea ! haben sich zu rein amenkarnschen Gemeinwesen entwickelt und liegen in dem strittigen Gelände. Die Kontroverse hat ihren Hauptursprung in der geographischen Klassifikation des LynnKanals. Während die Ver. StaatenRegierung den Kanal als einen großen Seearm ansieht und den Anspruch erhebt, daß die amerikanisch-kanadische Grenze 30 Knoten östlich von der innersten Einbuchtung des Kanals zu ziehen sei, betrachten die Kanadier den Kanal als ein Binnengewässer und beHäupten, die eigentliche Kü1?enlinie ziehe quer über den Eingang des Kanals von Vorland zu Vorland hin, und Skagway, welches 65 Meilen vom Eingang entfernt liegt, falle mithin unter kanadische Jurisdiktion. Bei dieser Auffassung könnten kanadische Schifft immer noch nicht den Hafen erreichen, ohne vorher eine 30 Meilen breite den Ver. Staaten gehörige Zone passirt zu haben. Es ist nun ein offenes Geheimniß, daß die Bewohner Skagways und Dyeas bittere Opponenten Kanadas und aller kanadischen Einnchtungen sind. Die Unzufriedenheit ist den drückenden Bergbaugesetzen der Dominion, unter denen die Goldgräber zu leiden haben, sowie den ihnen von der kanadischen Regierung auferlegten schweren Steuern zuzuschreiben. Da die Grenz-Streitfrage jetzt durch eine strikte gesetzmäßige Auslegung der Alaska-Verträge zum Austrage gebracht werden soll, so begen die Einwohner Skagways und Dyeas die Hoffnung, daß ihre beiden GemeinWesen dauernd den Ver. Staaten einverleibt werden beziehungsweise im Besitze derselben verbleiben, wohingegen bei einer eventuellen diplomatischen Ausgleichung durch Gewährung gegenseitiger Zugeständnisse die Gefahr bestanden haben würde, daß die beiden Orte vielleicht unter kanadische OberHoheit kämen. Skagway hat mehrere Phasen der Entwicklung zu verzeichnen. Beim Beginne der Klondike-Goldjagd bildete es den Aufenthaltsort solcher enttäuschter Goldsucher, die keine Gelegenheit finden konnten, den Chilcoot-Paß rückwärts von Dyea zu überschreiten. Ein Mann aus Minneapolis baute dann eine Straße für Fuhrwerke über den Weißen Paß. und Skagway wurde eine Zeltstadt. Bald führte man aus rohem Bauholz Hütten und Häuser auf, von denen aber noch jeden zweiten Bau ein Dach aus Zelttuch krönte. Der Ort bekam auch eine Eisenbahn und besitzt jetzt regelmäßige Häuser und Verkaufsläden wie irgend eine gewöhnliche Stadt im Westen der Ver. Staaten. Skagway ist sowohl mit Dawson, dem Mittelpunkte der Goldfelder, als mit der sonstigen Außenwelt telegraphisch verbunden; die Postsachen werden regelmäßig bestellt, und an NahrungsMitteln besteht nie Mangel. Der Handel Skagways besteht zu einem wesentlichen Theile in der Lieferung von Ausstattungsgegenständen für Goldgräber. Eine Kirche befriedigt die religiösen Bedürfnisse der Bewohner. Eine kunstbegeisterte Stadt. Welche Kunstbegeisterung unter der Bürgerschaft der westfälischen Stadt Hagen herrscht, möge man aus folgendem Vorkommniß entnehmen. Neben dem heimischen Theater, dis allabendlich im Viktoriasaal vor meist ausverkauftem Haufe Schauund Lustspiele aufführt, gibt im Weidenhof wöchentlich zweimal das Elberselber Stadttheater-Ensemble ebenfalls recht gut besuchte Vorstellungen, meist Opern. Letzteres Ensemble führte nun neulich Abends Die Jüdin" auf, nachdem diefe Oper zuvor wegen plötzlicher Erkrankung eines Sängers hatte abgesetzt werden müssen. Aber auch das heimische Theater hatte auf den gleichen Abend eine Aufführung derselben Halevy'schen Oper angesetzt und sich dazu des Essener StadttheaterEnsembles versichert. So kam es. daß in der ewa 70,000 Einwohner zählenden Stadt an demselben Abend dieselbe Oper in zwei verschiedenen Sälen gegeben wurde. Und, was das Bemerkenswertheste: beide Häuser, die zusammen circa 2200 Menschen fassen, waren vollständig ausverkauft! Alte Leute in Hessen. Nach den kürzlich abgeschlossenen Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 gab es damals in Hessen bei einer Gesammtbevölkerung von 1.119,893 Köpfen 167 Personen im Alter von 90 Jahren und darüber, nämlich 69 Männer und 98 Frauen. Zwar die drei ältesten Personen sind Männer; einer zählte 100, einer 99 und einer 98 Jahre; aber dann folgten je 3 Frauen mit 97 und 96 Jahren. 3 Männer und 5 Frauen mit 95, 1 Mann und 11 Frauen mit 94. 5 Manner und 9 Frauen mit 93, 15 Männer und 17 Frauen mit 92, 21 Männer und 19 Frauen mit 91 und 26 Manner und 35 Frauen mit 90 Jahren. Die 7 ältesten Leute leben sämmtlich in Rheinhessen, der Hundertjährige im Kreise Oppenheim.
OGOH G G G G G G G G G G G GOGOGGGG,
Ausland ! ! l l GO 5 ! l 5 G fr Verunglückte Bergarbeiter. In der Martinhütte zu Resicza, Ungarn, verunglückten jüngst in Folge Umkippens der Gußkanne mehrere Arbeiter. Einer, Namens (Ferdinand Ocsenas. sprang in der Verwirrung in die flüssige Stahlmasse und blieb auf der Stelle todt. Die Uebrigen wurden gerettet. Ein Günstling Fortun a s. Der Billeteur des städtischen Theaters zu Odessa. Rußland, gewann unlängst auf ein russisches Prämienloos 80.000 Rubel ($53,600). Der glückliche Gewinner blieb trotzdem in seiner Stellung und ist jeden Abend auf seinem Platze, um von den Theaterbesuchern die Eintrittskarten abzunehmen. Vte deutsche Kabelges e l l s ch a f t hat die Legung ihres zweiten Kabels nach New York bis zu den Azoren (1200 Meilen) vollendet. Der Rest wird erst später gelegt werden. da die Fabrikation des Kabels nocb nicht beendet ist. Die B l a u s u ch t ist eine Krankheit, ähnlich der Bleich- und Gelbsucht, und macht sich besonders durch eine stark bläuliche bis violette Färbung der Haut erkennbar. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, daß diese Krankheit mit einer enormen Zunahme der im Blut enthaltenen rothen Blutkörperchen, in Verbindung zu bringen ist. Verbrannte Löwen, n Bonn am Rhein brach unlängst Abends in der auf dem Dottenhof aus Holz errichteten großen Rcstaurationshalle Feuer aus. Dort waren in einem Centralkäfig fünf Löwen untergebracht, welche Eigenthum einer französischen Löwenbändigerin waren. Das Feuer griff so schnell um sich, daß die werthvollen Thiere nicht mehr gerettet werden konnten und jämmerlich vttbrannten. Das Geheul und Gebrüll derselben hatte eine große Menschenmenge herbeigelockt. Kaiserliches Geschenk. Einem Berliner Großkaufmann, der bekannt ist durch die Förderung, die er allen Humanitären, künstlerischen und wissenschaftlichen Bestrebungen entgegenbringt, der aber bisher alle ihm zugedachten Auszeichnungen abgeschlagen hatte, schickte der Kaiser jüngst sein Bild mit Unterschrift und einem Handschreiben, in dem es hieß: Wenn der Empfänger auch alle sonstigen Ehrungen von der Hand weise, für das beifolgende Bild würde er doch gewiß noch ein Plätzchen in einem seiner Zimmer finden." Loge Nummer 13. Im kommenden Spieljahre wird in den Wiener Hoftheatern keine Loge mehr die Nummer 13 tragen. Man hat nämlich die Erfahrung gemacht, daß die Logen Nr. 13 nicht nur im Abonnement, sondern auch im Einzelverkaufe sehr schwer anzubringen sind. Diese Erscheinung ist interessant, sie kann umsomehr zum Nachdenken anregen, da sich doch das Publikum der Hoftheater aus den gebildetsten Kreisen zusammensetzt und man diese für frei vom Aberglauben halten sollte. In Hotels ist man schon daran gewöhnt, daß auf die Zimmernummer 12 gleich die Nummer 14 folgt. Nette Z u st ä n d e In Wiborg, Finnland, war vor Kurzem ein Spion der russischen Gendarmerie wegen' Diebstahls in Untersuchungshaft genommen und von dort von den Handlangern des Gendarmeriechefs mit Gewalt befreit worden. Dieser Tage wurde nun seine Sache vor dem Rathhausgericht verhandelt. Das Gericht fand ihn des Diebstahls überwiesen und verurtheilte ihn. In demselben Augenblick erschien die Polizei, die ebenfalls zum Theil aus berüchtigten Spionen des Gendarmeriechefs besteht, im Sitzungssaal und verlangte die Freilassung des verurtheilten Diebes. Als der Vorsitzende des Gerichtshofes dem Polizeibeamten das unziemliche und unverschämte Auftreten verbot, und die Gerichtsdiener sich weigerten, den Verurtheilten frei zu geben, ließ der Polizeibeamte einen Pfiff ertönen, und in den Saal stürzte eine ganze Horde von Polizisten, die mit Gewalt den Verbrecher aus den Händen der Justiz rissen und im Triumph hinausführten. Die alte st e Frau Engl a n d s , Margaret Neve, ist dieser Tage, 110 Jahre alt. auf Gucrnsey. einer der britischen Kanalinseln, gestorben. Die alte Dame war vermögend, lebte auf einem schönen Landsitz und sah gern Besucher. Zu Lebzeiten der verstorbenen Königin Victoria vcrfehlte Frau Neve nie, der Königin an ihrem Geburtstag ein GratulationsTelegramm zu senden, und die Königin vergaß nie, dankend zu antworten. Frau Neves Porträt hing in Osborne an sichtbarer Stelle. Als Frau Neve 92 Jahre alt war, reiste sie nach Krakau. um dort das Kosciusko-Denkmal zu sehen, und sie fand die Reise so angenehm, daß sie. nur von ihrer jüngeren 89 Jahre alten Schwester begleitet, einen Abstecher nach Rußland machte. Frau Neve nahm sorglichen Antheil an der Verwaltung ihres Gutes, das sie ohne Stock und Stütze durchwanderte. Sie erhielt sich die althergebrachte Liebe für Stopfarbeiten, welche sie ohne Augengläser ausführen konnte. Nach der Schlacht von Waterloo war Feldmarschall Blücher während seines Besuches in England Gast Frau Neves.
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