Indiana Tribüne, Volume 26, Number 208, Indianapolis, Marion County, 24 April 1903 — Page 1

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Tribüne flSCM Caa c- und (H onnlaasblcttt f IQ pcr Woche. Grscheint feden Nachmittag. Jahrgang 26 Indianapolis, Ind., Freitag, 24. April lc 3 0. 208.

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Kein Baseball - Spiel am Sonntag. Der Mayor kann die Erlaubniß nicht ertheilen.

Ex-Präfident Feltman von der Cen tral Labor Union überreichte dem Mayor heute Vormittag die von 32, 000 Arbeitern aller Berufszweige unterzeichnete Petition für SonntagsBaseball.Spiel. Der Mayor sagte, daß er bedaure, das Gesuch nicht bewilligen zu können, da die Staatsesetze das Baseball Spielen am Sonntag verbieten, er ließ aber durchblicken, daß er persönlich für das Spielen am Sonntag wäre. Aus dem Staatshanse. Der Gouverneur und sein Stab, begleitet von ihren Frauen, werden am nächsten Mittwoch Vormittag 11.15 nach St. Louis zur Einweihunzs Feierlichkeiten der Ausftellungsründe abrsisen. Auf demselben Zuge werden sich auch die Jndiana Welt-Ausftel-lungs-Commisiäre befinden. Der General-Adjutant hat eine Spe cial-Order erlassen, der zufolge die Compagnie C des 1. JnfanterieRegiments der National-Garden in Attica aufgelöst werden soll. Unter den jungen männlichen Bewohnern des Städt chens mit dem classischen Namen scheint kein militärischer Geist zu herrschen, denn an den Exercir-Abenden fand sich in den letzten Monaten kaum ein Bäcker-Dutzend ein. Dem Lieutnant Alfred E. Schanz ist die Order ertheilt, die Equipirung der Compagnie unverzüglich dem General - Quartier meifter Oran C. Perry übergeben. Jndiana gut vertreten. Jndiana ist in den Comites der National - Conferenz der Behörden für Wohlthätigkeits- und Strafanstalten, welche am 6. Mai in AtUnta, Ga., eröffnet wird, wohl vertreten. Joseph P. Beyers von Jeffersonville ist General'Secretär, Alexander Johnson von Fort Wayne, Tom E. Nicholson von Richmond und Amos W. Butler von hier sind Mitglieder der ExecutivBeHorde; den verschiedenen Comites gehören ferner an: Prof. T. C. Brown von Jrvington; Eugene E. Vork von Plainfield; William B. Street von hier; Edward M. Wilson von Fort Wayne; W. S. French von Evansvillc und Dr. Mary A. Pink ton hier. Convention der Social Demokraten. Die Social-Demokraten von Jndiana werden morgen und am Sonntag in Reichwein's Halle ihre Staats - Convention abhalten. Es wird erwartet, daß zwischen 250 und 300 Delegaten an derselben theilnehmen werden. Die Convention wird am Sonntag Abend mit einer öffentlichen MassenVersammlung schließen, in welcher Staats - Secretär James O'Neal und S. M. Reynolds von Terre Haute, Wm. Mahoney von Marion und Rev. Wm. Wattles von Kokomo Reden halten werden. Tagelöhner am Streik. Etwa 50 Arbeiter der Western Conftruction Co., welche bei den Pflasterungsarbeiten an der MadisonAve., von der Merrill Str. bis Ray Str. beschöftigt waren, weigerten sich heute Morgen, zu arbeiten. Sie haben bis jetzt $1.75 pro Tag erhalten, verlangen jetzt aber $2. Die Contractoren weigerten sich diese Forderung zu bewilligen. Sollten die Leute morgen nicht zur Arbeit zurückkehren, so werden neue Leute angestellt werden. Die nenen Gesetze in Kraft. Gouverneur Durbin hat gestern eine Proclamation erlaffen, dergemäß die von der letzten Legislatur gefaßten Gesetze von 9 Uhr gestern Bormittag, 23. April, w Kraft sind.

n. T. H. s.

Eine erhebende Feier. Neberreichung eines Portraits des Prof. Emmerich an die Schule. In der Aula der HandfertigkeitsHochschule fand heute Vormittag eine eindrucksvolle Feier anläßlich der Ueberreichung eines von den Juni und Januar Classen 1903 geschenkten Portraits des Herrn Prof. Charles E. Emmerich an die Schule statt. Eröffnet wurde die Feier mit der vom M. T. H. S. Orchester vorgetragenen Jubiläum Ouvertüre von Keler Bela. Hierauf theilte Hr. Emmerich den An' wesenden mit, daß die auf der Bühne befindlichen neuen prächtigen Schulbanner von Zöglingen der Anstalt, welche sie selbst angefertigt hatten, geschenkt worden seien. Die Mittheilung wurde mit großem Beifall aufge nommen. Im Namen der Januar- und JuniClaffen 1903 überreichte Herr Charles Jennings sodann das Portrait, welches bis dahin noch verhängt gewesen war, der Schule. Dasselbe ist von dem hiesigen Kunstmaler Herrn i. C. Steele gemalt und gereicht demselben zur großen Ehre. Die Gesichtszüge find sprechend ähnlich. Das Bild stellt den Gefeierten in fitzender Stellung dar. Der linke Arm ruht auf der Lehne des Stuhles, während der rechte ftch auf den Arbeitstisch stützt. Die Auffaffung ist eine sehr glückliche. Mit diesem Portrait hat Herr Steele wieder ein schönes Kunstwerk geschaffen. Im Namen der Schule nahm Herr Charles W. Moo- s, Vice-Prüsident der Schulcom missäre, mit einer kurzen Ansprnche das Bild entgegen. Mit beredten Worten wies er auf die segensreiche Thätigkeit hin, welche Herr Professor Emmerich während seines 30-jährigenWirkens als Lehrer in hiesiger Stadt entfaltet hat. Ganz besonders aber hob er die großen Verdienste hervor, welche derselbe sich um die Handfertigkeits-Hoch-schule erworben hat. Der rauschende Beifall, welcher dem Redner gezollt wurde, legte Beweis ab, daß derselbe den zahlreichen Zuhörern so recht aus dem Herzen gesprochen hatte. Sch'-Superintendent Kendall hielt ebenfalls eine kurze Ansprache, in welcher er u. A. erwähnte, daß wenn einst die Geschichte der M. T. H. S. geschrie. den werde, der Name ihres ersten Prin' cipals, Chas. E. Emmerich den hervor ragendften Platz in derselben finden würde. Herr Kendall gratulirte ferner den Mitgliedern der Januar- und Juni-Classen zu der glücklichen Idee, daß fle ein Portrait des um die Schule so hochverdienten Mannes derselben zum Geschenk gemacht hatten. Herr Emmerich selbst sprach mit wenigen herzlichen Worten seinen Dank aus. Er sagte, daß eine größere Ehre ihm hätte nicht zu Theil werden können. Das Orchester brachte sodann noch das Gebet uus der Oper Stradella" von Flotow und einen Marsch General Washington" von R. B. Hall in vortrefflicher Weise zum Vortrag. Mit dem Abfingen des Liedes America" fand die sinnige Feier, welche auf alle Anwesenden einen sichtlichen Eindruck machte, ihren würdigen Abschluß. Als Frau entpuppte sich auf dem Todtenbette ein Farmer. Madisonville, Ky., 24. April. Gestern erst wurde entdeckt, daß der plötzlich in Muehlenderg County in der Nähe von hier verftorbene Farmer Aaron Bark" eine Frau, Namens Frau Fred Green, war ! Sie kam vor dreizehn Jahren in die Gegend mit einem kleinen Kinde. Sie trug Männerkleider und lebte all die Jahre in ihrem Zimmer auf ihrer kleinen Farm. Vor ihrem Tode theilte die Frau Nachbarn mit, daß sie aus Massachusetts stamme und Manneskleider getragen habe, da sie so ein besseres Leben machen könne". Ueberlebt wird die Frau von ihrer Mehren Tochter Carroll.

Ans den Gerichtshöfen.

fus toantteU schuldig bt funden. Sowohl des Leichenraubes, als auch der Verschwö r u n g. Um 9 Uhr gestern Abend erklärten die Geschworenen, daß sie sich auf einen Wahrspruch geeinigt hotte. Es dauerte jedoch eine halbe Stunde, bis der Rich ter erschien, so daß es mittlerweile 9 Uhr geworden war, ehe das Verdict verkündigt wurde. Dasselbe lautet auf schuldig des Raubes der Leiche der Frau Rosa Neidlinger und der Verschwörung mit Dr. Alexander betreffs des Raubes. Cantrell verhielt sich beim Verlesen des Mahrspruchs gerade so passiv, wie während seines ganzen Prozesses. Daß die Jury drei volle Stunden gebrauchte, um zu einem Verdict zu ge langen, war die Schuld eines der Ge schworenen, des Schuhmachers James Nixon, welcher anfänglich der Anficht war, daß Cantrell geistesgestört ist. Von der 1. bis zu der 14. und letzten Abstimmung waren elf von den Ge schworenen für schuldig. Das Urtheil, welches für Leichenraub auf 310 Jahren, für Verschwörung auf 2 14 Jahren Zuchthaus lauten wird, wurde noch nicht gesprochen, da Cantrell's Vertheidiger sofort erklärte, ein Gesuch um einen neuen Prozeß einreichen zu wollen. Dr. Alexander wird nicht mehr prozessirt werden. Staatsanwalt Ruckelshaus hat heute abermals erklärt, daß er glaube, daß Dr. Joseph Alexander nicht zum zweiten Male prozesfirt werden wird. Seine Hauptzeugen gegen ihn waren Sam Martin und Rufus Cantrell, welche sich erst kürzlich geweigert hatten. Aussagen gegen den Doctoc zu machen. Würden sie jetzt, nachdem sie schuldig befunden wurden, gegen den Doctor Zeugniß ablegen, so würden die Geschworenen demselben schwerlichWerth beilegen, da es sodann den Anschein hätte, als ob die Beide.i nur wünschten, daß der Doctor ihr Schicksal mit ihnen theilen sollte. Kriminalgericht. Jsom Donnell wird der nächste Grabschänder sein, wilcher processirt werden wird. Er ist beschuldigt, an dem Raube der Leiche der Stella Middleton und der Rosa Neidlinger betheiligt gewesen zu sein. Der Termin ist auf den 4. Mai festgesetzt. Emanuel Gardner, welcher des Mordangriffs angeklagt war, bekannte sich des Tragens verborgener Waffen schuldig und wurde zur Zahlung von $25 und Kosten verdonnert. An die Bundes-Großge-schworenen übermiesen. John W. Wilson und Harry L. Fo fter, welche iu Alexandria unter der Anklage der Falschmünzerei verhaftet worden waren, wurden vom BundesCommissär an die Großgeschworenen überwiesen. Sie wurden im hiesigen Gefängnisse einquartirt. Kurze Zeit für Argu. m e n t e. Das Staats-Obergericht hat sich geweigert, die von ihm einmal festgesetzte Zeit für die Argumente über das Gesuch um einen neuen Proceß für den Gattinmörder Ora Copenhaver auszudehnen. Jeder Seite ist nur eine Stunde bewilligt worden. $10,000 Ersatz für ein verlyrenes Auge verlangt. Der 14-jährige Frank Thompson hat die Atlas Engine Works" auf S10,000 Schadenersatz verklagt. Während er in deren Etablissement arbeitete war ihm ein Eifensplitter in eines von seinm Augen geflogen. Die Folge war, daß er auf demselben erblindete. Wo sind die Diamanten. Die Marion Trust Co. ist zum Adminiftrator deS Nachlasses der kürzlich verstorbenen Nellie Sherman ernannt worden. Dieselbe soll angeblich Dia manten im Werthe von $10,000 hin terlassen haben. Da angenommen

wird, daß der Gatte der Verstorbenen sich dieselben angeeignet hat, so hat die Trust Co. ihn auf Herausgabe der Iuwelen verklagt. Der Juwelier H. Cohn von der S. Illinois Str. hat eine Forderung von 81666.25 gegen den Nachlaß für Schmucks achen, welche er der Verstorbenen verkauft hatte, ein gereicht. Unterstützung verlangt. Rosine Rushton verklagte ihren Gatten James auf Unterstützung. Das Ehepaar lebt seit dem 6. November v. I. nicht mehr zusammen und seitdem soll er auch nicht mehr für sie und seine Kinder gesorgt haben. Sie verlangt, daß er ihr $10 wöchentlich zahle. Schadenersatzklage. Warren O. Furnace hat gegen die Straßenbahn-Gesellschaft eine Schadenersatzklage von $5000 eingereicht. Als er vor einigen Tagen an der Washington und Illinois Straße eine Straßen-bahn-Car besteigen wollte, setzte der Motormann dieselbe schon wieder in Bewegung, noch ehe Kläger festen Fuß auf der Platform gefaßt hatte. Er stürzte auf das Straßenpflaster und zwar so unglücklich, daß die Räder der Car über seine linke Hand hinweggingen. Vier Finger wurden dermaßen zerquetscht, daß sie amputirt werden mußten. j Verlassen bin i ' ! " Maude E. Richmond wünscht, von ihrem Gatten Wilhelm geschieden zu

werden. Vor sieben Jahren verließ er sie und seitdem hat er sich nicht mehr um sie bekümmert. Sie wünscht ferner, ihren Mädchennamen Ewing wieder annehmen zu dürfen. Unkenntnitz schützt vor Strafe nicht. Die beiden Farbigen James Walker und Robert Tisdale wurden vom Evansviller Hülfs-Marschall John im hiesigen Gefängnisse abgeliefert und werden sich vor den Bundes-Großge-schworenen auf die Anklage zu verantWorten haben, Stengeltabak fabricirt und verkauft zu haben, ohne eine Bun-des-Licens zu lösen. Die Farbigen behaupten, daß sie nicht gewußt hätten, dafr sie eine solche Licens erwirken müß;en; aber ihre angebliche Unwissenheit wird sie schwerlich vor Strafe schützen. Mit Onkel Sam ist bekanntlich schlecht Kirschen essen. Das Blanke t-Remonstranz-Gesetz auf's Neue aufrecht erhalten. Das Appellations-Gesetz hat gestern abermals entschieden, daß das vielgk' schmähte blanket remonstrance"Gesetz constitutionell ist. Fred. Nugent von Franklin County hatte bei den County-Commissären um Erneuerung seiner Wirthschaft Lizens nachgesucht. Es wurde eine Remonstranz eingereicht, deren sämmtliche Unterschriften von einem Manne, dem die berüchtigte power of attorney" verliehen war, gezeichnet waren. Die Licens wurde verweigert. Nugent appellirte an das KreiZgericht und dasselbe verwarf die Remonstranz und entschied, daß er zu einer Licens berechtigt sei. Die Temperenzler appellirten und das obere Gericht hat, wie erwähnt, zu ihren Gunsten entschieden. Bankerott. Der Contractor Wm. H. Power von Wilkinsen meldete im Bundesgericht seinen Bankerott an. Der Activa von $281 stehen Passiva im Betrage von $2150.35 gegenüber. Ba ndit Derges lnter h oher Bürgschaftgeftellt. Der Polizeirichter hat die Bürgschaft des Banditen Albert Derges, welcher den Grocer Henry I. McCaslin und den Wirth Henry Miller beraubt, sowie den Wirth Albert A. Tomlinson berauben wollte, auf $3000 festgesetzt. Er wird sein Vorverhör in nächster Woche haben. Mayor Bookwalter hat sich ge weigert, dem Emil Mantel, i dessen Local am letzten S,nntag Chick" Stout von John Young schwer der mundet wurde, die Wirthschafts-Lizens zu entziehen.

Nachrichten aus Jndiana.

Neues Heim für Y. M. C. A. Lafayette. Das Bau-Comite der Y. M. C. A. wird am Freitag Abend entscheiden, welche Pläne für den Bau des neuen Vereins-Gebäudes, angenommen werden sollen. Pläne find von den Architecten Daggett & Co. von Indianapolis, L. L. Gibson, von Indianapolis, I. F. Alexander und I. A. Boonftra von hier eingereicht. Das Gebäude wird etwa $40,000 und die Einrichtung $7000 kosten. Der Rose Prozeß. W a b a h. John B. Rose, wel cher während seines achtjährigen Termins als Schatzmeister von Wabash County $13,000 unterschlug, wird in nächster Woche im Kreisgericht prozessirt werden. Die Vertheidigung wird geltend machen, daß niemals eine formelle Aufforderung an Rose gestellt wurde, das Geld zu bezahlen und daß mittlerweile die Bürgen das Deficit gedeckt haben. Arbeitshau s-Sträflinge am S t r i k e. M u n c i e. Die fünfzehn Jnsas sen deö Arbeitshauses, welche mit Steineklopfen beschäftigt werden, be gaben fich am Donnerstag an den Strike, indem sie sich weigerten zu arbeiten. Superintendent Franklin rief Sheriff Swain zur Hülfe, und dieser erklärte ihnen, daß das tägliche Menu in Zukunft aus Wasser und Brod bestehen würde, falls sie nicht Ordre Pariren würden. Diese Drohung wirkte und die Rebellen kehrten an die Arbeit zurück. Ein Tabernacle soll geb aut werden. Marion. Ein Comite der Freunde", welches den Marion-Di-ftrict repräsentirt, hat entschieden, daß hier ein Tabernacle, mit einer SitzCapacität für 2000-3000 erbaut werden soll. In demselben soll die Jahresversammlung der Freunde", wclche in diesem Jahre hier stattfindet, abgehalten werden. Falsche Dollars in Umlauf. N e w C a st l e. Eine große Anzahl falscher Silber Dollars find in letzter Zeit hier in Umlauf gebracht worden. Sie sind leicht im Gewicht, fühlen sich fettig an und tragen das Da tum 1880. Um seine Farm beschwin d e lt. La p o r t e. Charles Dankert, er hielt vor Kurzem den Besuch eines Mannes, welcher sich als John B. Weaver aus Chicago vorstellte. Derselbe beabsichtigte die 120 Acker große Farm des Dankert zu kaufen. Letzterer willigte schließlich ein und ein Deed" wurde ausgefertigt, welchen er dem Weaver übergab, um ihn exami niren zu lassen. Weaver kam nach hier und ließ ein Duplicat von der Uebertragungs Urkunde anfertigen. Dieses gab er dem Dankert zurück, während er selbst den Original Deed" zurückbehielt. Er ließ denselben recordiren, und knüpfte Unterhandlungen betreffs einer Hypothek von $2000 an. welche auch erfolgreich verliefen. Mit dem Gelde suchte sodann Weaver das Weite. Am Donnerstag erst machte Dankert die Entdeckung, daß er um seine Farm beschwindelt worden war. Da das Geld auf den Original Deed geliehen wurde, so kann der Farmer wenig ausrichten. Das Musikfeft in Muncie. M u n c i e. Das Musikfeft wurde am Donnerstag Abend eröffnet. Der Besuch des ersten Concertes war ein ausgezeichneter; Pettn's Auditorium, in welchem dasselbe abgehalten wurde, war bis auf den letzten Platz besetzt. Als Solisten wirkten der Balladensän ger David Baxter und die Sopranistin Frau Hissam De Moß mit. Das Orchester, welches Herr Alfred. Damm dirigirte und der, Chor unter Leitung von Frl. Nannie C. Love ileifteten Vortreffliches.

Ft. W a y n e I ndianapolis. Marion. Die Union Traction Co. wird noch in diesem Sommer mit dem Bau der elektrischen Bahn von Ft. Wayne nach Indianapolis via Hun tington. Warren, Marion, Elwood und Noblesville beginnen lassen. Die Bahn wird unabhängig von den ande ren Bahnen der Union Traction Co. operirt werden. Dieselbe ist so con struirt, daß sie mit den Eisenbahnen concurriren kann. Freibrief bewilligt. Der Union Traction Qo. sind in Winnemac und North Judson für ihre Bahnstrecke von Logansport nach Ham mond Freibriefe bewilligt worden. Die Union Traction Co. hat jetzt in allen Hauptplätzen zwischen Logansport und Chicago Freibriefe erhalten. Eines B ank-Cassirers Miß. g e f ch i ck. South B e n d. Caleb A. Kim ball, seit 40 Jahren Cassirer dr Ersten National Bank, befand sich am Donnerftag im Bank-Gewölbe, als Angestellte zufällig die schwere äußere Thür zuwarfen. Es dauerte aber eine halbe Stunde, bis es einem geschickten Schlos. ser gelang, bis Thür zu öffnen, so daß Kimball aus seiner Gefangenschaft befreit werden konnte. Derselbe war einer Ohnmacht nahe und er würde ohne Zweifel erstickt worden sein, wenn die unfreiwillige Haft nur noch kurze Zeit gedauert hätte. Den Lynchern entgangen. Brazil. Mit knapper Noth ist der Farbige Thomas Burk dem Schick sal, gelyncht zu werden, entgangen. Derselbe hatte die zwei Töchtern des Schmiedes Frank Redmon, 10 resp. 12 Jahre alt, in eine Alley gelockt und sie vergewaltigt. Eines der Mädchen war sodann entschlüpft und hatte hier auf ihre Angehörige benachrichtigt. Die Nachricht über die Frevelthat des Niggers verbreitete sich wie ein Lauf feuer und im Nu war ein Aufgebot von Bürgern beisammen, welches fich an die Verfolgung des Fardigcn machte. Wäre er in ihre Hände gerathen, so wäre er unfehlbar gelyncht worden sein. Mittlerweile aber hatte schon die Polizei sich seiner bemächtigt und ihn im Gefängniß untergebracht. Ein interessanter Proceß. E v a n s v i l l e. Daß oft die Entscheidung eines großen Processes von kleinen und geringfügigen Umständen abhängt, hat der des Oefteren er wähnte Fall der Frau Karoline Kid-

wel! gegen den Orden der Katholischen Ritter wieder einmal dargethan. Es handelte fich um eine beanstandete Police des Ordens im Betrage von $2000. Im März des Jahres 1901 wurde eine Auflage wegen eines Sterbefalles erhoben und sollte diese während des Monats entrichtet werden. Dazu war also bis zum 31. März Zeit. Dieser Tag fiel in dem Jahre auf einen Sonntag, und als in dem Kidwell'schen Falle die Auflage bis zum Samstag Abend nicht entrichtet worden war, wurde die Police wegen Nichtbezahlung dieser Auflage für verfallen erklärt und der Versicherte aus dem Orden ausge stoßen. Von den Hinterbliebenen wurde dann die Police trotzdem eingeklagt. Es wurde unter anderem dargethan, daß der letzte Tag des März ein Sonntag war, also an diesem Tage dem Gesetze gemäß leine Geschäfte erledigt werden konnten. Der Versicherte hatte demnach auch noch am darauffolgenden Montag, also am ersten April, Zeit zur Entrichtung der Auflage. Der Richter instruirte die Geschwo renen, daß der Mann zu früh und also ungehöriger Weise ausgeftoßen worden sei, und nach kurzer Berathung wurde ein Verdikt zu Gunsten der klägerischen Partei abgegeben. $600,000 für das Tuskegee Institut. New York, 24. April. Die Truftees des Tuskegee Normal & In duftrial-JnftitutS in Alabama, dessen Leiter Book T. Washington ist. haben von Andrew Carnegie für den Endow ment.Fond $600.000 erhalten.

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