Indiana Tribüne, Volume 26, Number 204, Indianapolis, Marion County, 20 April 1903 — Page 1
7
Zndiana 9 i z J chge und 8 öonntagsblatt ! IOo per Woche. SSSSSSWLSS Erscheint sefre Ncutxn,ittag. Jahrgang 26 Indianapolis, Ind., Montag, 20. April 1903 0. 204.
Tribune.
ssisssss Tage und jj Sonntagsblatt I I lOc per Woche. 8
" 1 : ,
i
m am-
i
Aus den Gerichtshöfen. Rufus (5antrcll's Prozcf; Seine Bertheidiger machen in feinem Zntereffe heroische Anstrengungen. Im Criminalgericht begann heute vor dem stellvertretenden Richter Charles F. Coffin der Proceß gegen Rufus Cantrell, welcher selbst unzählige Male sich als den König der Leichenräuber" bezeichnet und des Oefteren Geständnisse abgelegt hat. Bevor mit der Auswahl der Ge schworenen begonnen wurde, reichten die Vertheidiger. Richter McCray und Taylor Groninger eine ganze Anzahl Anträge ein. Zunächst beantragten sie die Entlafsung ihres Clienten, weil das Gesetz, unter welchem die Anklage gegen denselben erhoben worden ist, mittlerweile widerrufen wurde; dann verlangten sie und zwar aus demselben Grunde, daß die Anklage niedergeschlagen würde. Nachdem beide Anträge abgewiesen worden waren, wurde ein neuer gestellt, nämlich, da die Sälfte der
Jury auS Farbigen gebildet werde; dieses Verlangen wurde ebenfalls nicht erfüllt. Dann reichten die Anwälte ein Document ein. in welchem sie Can trell als irrfinnig darstellten und schließlich plaidirten sie schriftlich für ihn nicht schuldig. Die Erklärung der Vertheidiger, daß ihr Client irrsinnig sei, rief unter dielen Anwesenden allgemeine Heiterkeit hervor. Noch in verwichener Woche hatten dieselben Anwälte in dem Kam Martin Prozeß Cantrell als Zeugen für Martin benutzt und damals nichts verlauten lassen, daß sie ihn für geiftes gestört halten. Cantrell spielte seine Rolle ganz vor trefflich und wie der StaatSanwalt ihm befahl, als es sich um das Plai diren handelte, aufzustehen, da rührte er sich nicht vom Fleck, sich den Anschein gebend, als ob ihn die Sache nichts anginge. Der Staatsanwalt erklärte, Cantrell unter den Anklagen, die Leiche der Rosa Neidlinger gestohlen und sich betreffs Diebftahls derselben mit Dr. Alexander verschworen zu haben, prozessiren zu wollen. Cantrell's Zeugniß in dem Dr. Alexander Prozeß lautete, daß der Doctor ihn schon vorher für Lieferung von Leichen an das College engagirt hatte. Bevor er nach dem Pleasant Hill Kirchhof ging, begab er sich zu dem Doctor und dieser theilte ihm mit, daß er wisse, daß eine Frau auf dem Mt. Pleasant Kirch. Hof begraben morden wäre. Cantrell, wissend, daß dort zwei Kirchhöfe waren, fragte ihn, welcher von den beiden gemeint sei, worauf der Doctor meinte. er solle nur hinausfahren, und nachforschen. Cantrell that wie ihm geheißen worden war und am nächsten Tage berichtete er, daß auf dem Plea sant Hill Kirchhof zwei frische Gräber wären. Der Doctor soll ihn sodann aufgefordert haben, so viele Leute mitzuneh men, um beide Leichen zu holen. Er nahm Walter Williams, Jsom Donnell und Sam Mattin als feine Gefährten mit und am nächsten Tage wurde die Leiche der Frau Neidlinger an den Doctor abgeliefert. Dieselbe wurde später von dem Gatten der Verblichenen im Collge gefunden. Dieselben Aussagen wie ans dem Zeugenftand, hatte Cantrell auch vor den Grotzgeschworenen. Detectivs und Zei tungs-Berichterftattern gemacht. Nachdem die verschiedenen Antrüge der Vettheidiger heute abgewiesen wor den waren, wurde mit der Zusammensetzung der Geschworenen begonnen. Daß dieselbe auf große Schwierigkeiten ftoßen würde, war zu erwarten. Von den zum Geschworenen-Dienft aufgeforderten 75 Bürgern mußten innerhalb zwei .Stunden schon über 40 entlassen werden, da sie sich sammt und sonders betreffs der Schu") des Angeklagten eine feste Meinung gebildet hatten. Die beste 5 Cent Ciaarn in der Stadt, Mucho'ö .Longfellow"'.
Watts und Sachs vor dem Ober-Bnndesgericht. In Washington ist heute vor dem Ober-Bundesgericht mit den VerHandlungen in dem Falle der Louisviller Anwälte W. W. Watts und D. A. Sachs begonnen worden. Dieselben waren bekanntlich vom Bundesrichter Andersen wegen Mißachtung eines von ihm erlassenen Befehls zu Gefängnißstrafe verurtheilt worden. Ihre Anwälte hatten hierauf ein Habeas Corpus Verfahren vor dem Ober-Bundese-Gericht eingeleitet, worauf ihre temporäre Entlassung aus dem Gefängniß erfolgte. Eine Erklärung der CigarrenFabrikanten. Die Cigarren - Fabrikanten haben eine Erklärung an das Publicum erlassen, welche von A. Steffen. John Rauch, Edward Anschütz, Henry G. Reger und Moses Wolf unterschrieben ist. In derselben setzen sie ihre Lage auseinander. Sie behaupten zunächst, daß hier ein höherer Lohn als wie in Louisville und Cincinnati bezahlt wird. Der BlattTabak ist im Preise gestiegen und der Trust bringt seine Nicht-Union-Waaren mit größerer Stärke auf den Markt, als je bevor. Sie sind geneigt, ihre Bücher einem aus unparteiischen Männern zusammengesetzten Schiedsgericht vorzulegen, damit dieselben sich überzeugen können, daß sie zur Zeit nicht im Stande sind, höhere Löhne zu bewilligen. Der Trust bietet zur Zeit alles mögliche auf, um Kunden zu kapern. Wer 100 Pfd. Tabak käust erhält 100 5cts Ciffn frei und dieses geschieht mit jedem weiteren 100 Pfund. Kleine Stadtnachrichten. Die 6-proc. Bonds der Jndianapalis Gas Co. werden innerhalb der nächsten 30 Tage einberufen werden 'und an ihrer Stelle gelangen sodann die neuen 5-procentigeu S4,000,000 Bonds zur Ausgabe. Commercial-Clnb. Die Mitglieder oes CommercialClubs werden in der am 28. April stattfindenden Versammlung über den Antrag des Directoriums, den Jahresbeitrag von $6 auf $10 zu erhöhen, abstimmen. Der Grund für die Erhöhung ift. daß die Schuld schneller reducirt werden und der Club mehr Gelder an Hand haben soll, um sein Eigentum in besserer Verfassung zu halten. Die Schuld des Clubs beläuft sich zur Zeit auf $108,000, welche am 1. Juni 1905 fällig wird. $93,500 werden mit 4 Procent und 15.000 mit 5 Procent verzinst. Wo ift Mr. Fanning? Vorsitzer Fanning vom demokratischen Stadt-Comite ift seit mehreren Tagen nicht zu finden und zu sprechen gewesen. In seiner Office, im Ste-venson-Gebäude, hieß es, er sei krank; in seinem Logis im Grand Hotel war er aber auch nicht zu sprechen, und deshalb vermuthet man, daß er vielleicht nach French Lick gereist ift, um sich vor dem Gewitter zu bergen, das über ihn hereinzubrechen droht, wenn er nicht baldigst, dem allgemeinen Wunsche der Demokraten in Indianapolis gemäß, die Primärwahlen für die Erwählung der Precinct-Comite-Mitglieder einberuft. Jener in früher Morgenftnnde. Heute Morgen gegen 3 Uhr brach in dem Hause des Schneiders Friedrich Schlegel, No. 2545 Sheldy Str., ein Feuer aus. welches einen Schaden von $1000 anrichtete. Nachkam hatten das Feuer noch rechtzeitig entdeckt und die Bewohner nwrft.
1 ' -
Vom Felde der organisirten Arbeit.
Die Schneider-Union hat eine Cam pagne begonnen, um dafür zu arbeiten, daß auf allen verfertigten Kleidungsstücken das Union - Label angebracht wird. Die Byram Foundry Co.-, bekannt als die Jndianpolis Stove WorkS", haben mit den Eisengießern der Stadt ein Uebereintommen getroffen, demzufolge die Forderungen der Streiker bewilligt werden und die Gießerei in Zukunft als ein Union-Etablissement ge führt werden wird. Das Ueberein kommen hat Gültigkeit bis zum 1. April 1904. Diese günstige Schlichtung der Differenzen ist vor Allem den Bemühungen des Geschäfts - Agenten der Eisengießer zu verdanken. Ueber fünfzig Delegaten sind bereits schon von den verschiedenen Local - Ar beiter-Unionen zu Mitgliedern des Ar-beiter-Tag-Comites, welches seine erste Versammlung in Morrison's Halle am 3. Mai Vormittags abhalten wird, ernannt worden. In der Versamm lung wird entschieden werden, ob das locale Comite eine Feier in Indianapolis abhalten oder sich mit der Staats-Organifation vereinigen und eine allgemeine Staatsfair auf einem noch auszusuchenden Platze veranstalten soll. Die Mehrzahl der hiesigen Dele guten ift dafür, daß die Feier in In dianapolis begangen werden soll. Nach der neuen 2?calct erhalten die Eisengießer 45 Cents die Stunde. Die Musiker-Union in Andersorr har einen Boycott gegen das dortige Grand Opera House erklärt. In Folge dessen besteht das Orchester desselben seit emi gen Wochen aus einem Pianisten. Die zweite Jahres-Convention der Bardier-Bereinigung des Staates wird am 4. Mai in Lafayette abgehalten. In derselben werden einige wesentliche Veränderungen in der Constitution angenommen werden. Die kürzlich organifirte MetzgerUnion zählt zur Zeit schon über 150 Mitglieder. Geflügelte und vierbeinige Patienten Wissen auch das Dispensarium zu finden. Vor einigen Tagen hatten die Dis-pensariums-Aerzte eine ungewöhnliche Patientin erhalten. Eines Morgens war nämlich eine flügellahme und gründlich durchnäßte Taube durch's Fenster in das Berathungszimmer ge. flogen gekommen, hatte sich dort in einer Ecke niedergelassen, war gehegt und gepflegt worden und Mittag, als die Sonne schien, wieder davongeflogen. Gestern Abend gegen 6 Uhr fand sich im Dispensarium ein anderer ungewohnlicher Patient ein, nämlich ein fchwarzbrauner Hund, der ein lahmes Hinterbein hatte und gar kläglich win felte, als man ihn davonjagen wollte. Wahrscheinlich war er durch etnen Steinwurf böser Buben verletzt worden. ftmeordia." Gemüthliche Euchre.Partie. Die Concordia" veranstaltete gestern Abend in der Germania-Halle eine Euchre-Partie, welche einen sehr ge müthlichen Verlauf nahm. Aus dem Katten-Turnier gingen nach zweistündigem Kampfe folgende Damen und Herren als Siegerinnen respective Sieger hervor: Damen Frau Rexroth, Frau Maurath, Frau Charles Baden, Frau A. Kiefer, Frl. L. Haskins, Frau C. Yorger und Frau Frank Baden. Herren C. Wetzel, I. Schneider. Frank Baden, L. Bauer, H. Reinken. iefer und F. Meredith. 4 r
McCrea laßt von sich hören.
Der Präsident der Union Ry. Co. hat einen neuen Ingenieur mit der Ausarbeitung eines Planes für Beseitigung der Nlveaukreuzungen beauftragt. Er mischt den Zeitungen Eins aus und schreibt gerade wie ein gewiegter Politiker.' Vorsitzer Bennett von Mayor Bookwalter's Niveaukrcuzungs - Schiedsge-richt-Commisfion hat endlich von James McCrea, dem Präsidenten der Union Äailway Co. gehört; und zwar hat McCrea schriftlich der Commission mitgetheilt, daß er den Civil - Ingenieur Thomas H. Johnson in Pittsburg einen sehr erfahrenen Techniker, mit der Ausarbeitung das lang-verfproche-nen Compromiß-Planes für die Beseitigung der Niveaukreuzungs-Gefah-ren in Indianapolis beauftragt habe. Derselbe werde den Plan nach einem rein geschäftsmäßigen Princip ausarbetten. McCrea ersucht gleichzeitig das Comite, Johnson alle nur mögliche Beihülfe leisten zu wollen. Am Schlüsse des Schreibens bemerkt McCrea, daß. die Ingenieure der verschiedcnenBahngesellschaften verschiedene Vorschläge und Empfehlungen bezüglich der hauptsächlichen Besitzungen der Bahnen gemacht hätten, daß jedoch da in Jndiana die beiden politischen Parteien stets hinter einander her seien weder diese Vorschläge Beachtung gefunden hätten, noch irgend welche anderen noch so geschäftsmäßigen Vorschlüge. Denn die Zeitungen in Indiana behandelten Alles vom partei-po-litischen, nicht vom geschäftsmäßigen Standpunkte. Sobald Johnson, der Indianapolis besuchen werde, um an Ort und Stelle die Sachlage zu untersuchen, ihm seinen Plan vorgelegt haben werde, dann würde er, McCrea, bereit sein, mit der Commission eine Conferenz abzuhalten und hoffentlich eine Einigung und eine Regelung der ganzen Niveaukreuzungs-Angelegenheit erzielen. Sozialistischer Sängerbund. Der Socialistische Sängerbund hält heute Abend in der Columbia Halle eine Extra-Probe ab. In derselben sollen die Lieder durchgenommen werden. welche morgen anläßlich des Leichenbegängnisseö des gestern verstärkenen Sangesbruders Fritz Vogel im Trauerhause gesungen werden sollen. Zwischen Leben und Tod. Die dreijährige Marjorie Stahl, die, wie berichtet, am Samstag Nachmittag aus dem Fenster ihrer elterlichen Woh. nung im 4. Stockmerke des MagnoliaGebäudes auf die Straße hinabstürzte. im Falle auf die electrischen Drähte vor dem bause aufschlagend, war gestern Abend noch am Leben, doch ist es kaum denbar, daß das Kind gerettet wird. Denn abgesehen von den sehr schmerzlichen Quetschungen und äußerlichen Ver. letzungen hat Marjorie eine Gehirnerschütterung erlitten, der sie wahrscheinlich erliegen wird. Bankerott. Der Contractor Frank Baumburg von Elkhart meldete im Bnndesgericht seinen Bankerott an. Die Activa belaufen sich auf 349,055.25, die Passiva auf 5116,999.98. Silas Carr & Son meldeten sich ebenfalls bankerott. Die Passiva find $4786.38, die Activa 839. Die Passiva von Silas Carr Sr. belaufen sich auf $30,399 und die Aciva auf $9,327. Weiteres Opfer e i n e r T r a ct i o n Car. Terre Haute. Ein Mann, dessen Name angeblich Joseph Hemberger sein soll, wurde am Sonntag von einer Jnterurban Car überfahren nd auf der Stelle getödter. Musikfest in Muncie. M u n c i e. Das am Donnerstag und Freitag hier stattfindende Musikfest verspricht ein großartiges Ereigniß zu werden.
Rabiate Nigger-Schießerei, Die wahrscheinlich in Mord enden wird. Chick tout von John Young wegen einer Kleinigkeit durch den Unterleib geschossen. In Mantel's Wirthschaft an Capital und Jndiana Ave. trug sich gestern Nachmittag eine Niggerschießerei zu, deren Opfer schwerlich mit dem Leben davonkommen wird, während der Schießbold soweit der Polizei entgangen ift. Es war kurz vor 3 Uhr, da geriethen der Wirthschaft der Nigger John Young und sein Rassegeuosse Chick" Stout wegen einer Geldangelegenheit mit einander in einen WortWechsel, und ohne daß ein Schlag gefallen war schoß Young seinem Gegner eine Kugel in den Unterleib. Dann verduftete er. und es wird angenommen, daß ee auf einer Car der für solche Zwecke so bequemen Jnter-urban-Linien das Weite gesucht hat. Die Polizei benachrichtigte sofort die Behörden sämmtlicher Städte Indiana's und der Nachbarstaaten. Denn Stout's Wunde wird sehr wahrscheinlicb seinen Tod zur Folge haben. Die Kugel ist ihm, wie im Hospitale feftge. stellt wurde, unterhalb des Nabels in den Unterleib gedrungen und hat u. A. seine Milz durchbohrt. Young ift ein Neger, der vor nicht allzulanger Zeit aus Tennessee hierhergekommen war und vordem mit Stvut zusammen als Stallknecht in dem als Hotel De Hotz" bekannten Leihstalle an der West Ohio Str. gearbeitet hatte. Was er zuletzt trieb, ift unbekannt. Er logirte irgendwo in Bucktown. Chick" Stout wohnte an der Nord Weft Str. und war, soweit bekannt, auch ledig. Er beschuldigte Young in der Wirth, schaft, ihm seit längerer Zeit einen geringen Geldbetrag zu schulden, und dies war der Anlaß zu der Schießerei. Mantel's Schankwärter Aaron Jaffe wurde von der Polizei wegen Verletzung des Sonntags-Gefetzes verhaftet. Dame - Verein des Sociale Turnvereins. Der Damen - Verein des Socialen Turnvereins veranstaltete gestern Nachmittag eine Unterhaltung, welche sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen hatte. Das Programm bestand aus Recitation, Frl. Louise Schulmeyer; Lieder-Vorträgen, Frl. Mills; PianoVortrag. Frl. Frieda Heider; Zither Duett Frl. Miller undFrau E. Schmid und Trombone-Solo. Ernft Pflumm. Die tüchtigen Leistungen der Mitwirkenden wurden durch reichen Applaus belohnt. Nach Schluß der Unterhaltung fand noch ein Kaffeekränzchen statt. Die Vorbereitungen waren von den Damen der 5. Section, Vorsitzende Frau Julius Becherer in umsichtiger Weife getroffen worden. Am nächsten Sonntag Nachm., beginnend um 2:30 Uhr veranstaltete der Damenverein eine Euchre-Pattie für Damen und Herren. Eine neue Mitbewerberin. Die vor wenigen Tagen incorporirte Jones-Hogue Co." beabsichtigt, wie ihr Secretär Elliott erklärt hat, sich im Juli ebenfalls um den städtischen Beleuchtungs - Contract bewerben. Die Compagnie wird, gemäß Elliott's Angaben, im Juli dazu bereit sein und ebenfalls im Stande sein, den Contract auszuführen, falls sie ihn erhält. Jndpls. LeichenverbrennnngS' Berein. Der Indianapolis Leichenverbren-nungS-Verein hält heute, den 20. April. Abends im Circle Park Cafe, eine Versammlung ab. Alle Freunde dieser Sache werden ersucht, dieser Versammlung beizuwohnen, da endgültige Beschlüsse gefaßt werden sollen und der Verein sich definitiv organifiren wird. Hli Verlangt: Ein guter Junge als Laufbursche. Nachzuftagen in der Office dieses Blattes.
Nachrichten aus Jndiana. John G. Shanklin schwer erkrankt. E v a n s v i l l e. John G. Shanklin, welcher mit seinem Bruder George den Courier" im Jahre 1874 über. nahm und denselben 23 Jahre lang redigitte, ift so schwer erkrankt, daß die Aerzte das schlimmste befürchten. Vom jungen Chase. Lafayette. Zum Wächter deö jungen Millionärs Moses Fowler Chase ist der Detective Bernhardt ernannt worden. Sein bisheriger Wächter John Hawse vom Flint Sanitarium hat die Stadt wieder verlassen. Der geistige Zustand des jungen Mannes ift derselbe, wie er in Frankreich war. Herr Paul Paquet. welcher seit zehn Jahren dem General-Consulat in Paris attachirt ist. und im Auftraae des General-Consuls den jungen Mann aus dem Pariser Sanitarium abholte und ihn auf der Äeise nach bin Ver. Staaten begleitete, hat sich dahin geäußert, daß der junge Chase ein voll' ständiges geistiges Wrack ist; er ift aber sehr leicht zu controlliren und derursacht keine ernsthaften Schwierigkeiten. Er thut gewöhnlich genau das, was von ihm verlangt wird. Wettren nen im GaS Gürtel. Die Gas Belt Raung Ass'n." hat in ihrer letzten Versammlung beschloß sm, während der Sommer - Saison fünf Wettrennen abzuhalten. In jedem werden die Preise $1000 betragen. Zu der Vereinigung gehören Frankfort, Lafayette, Marion, Kokomo, Logansport, Anderson, Muncie, Lebanon, Elwood und Montpelier. Hatden Ruheftandver- " dient. Ft. W a y n e. Pastor Charles Gioß, seit 22 Jahren Seelsorger der Emanuel Lutherischen Kirche und seit 47 Jahren Geistlicher der Missouri Synode hat seine Resignation eingereicht. Stiftung eines Hospitals. Logansport. Richter D. D. Dykeman hat erklärt, daß er den größten Theil seines bedeutenden Vermögens zur Errichtung und Einrichtung, sowie Unterhaltung eines Hospitals hergeben werde und zwar zur Erinnerung an seine ihm vor Kurzem durch den Tod entrissene Frau. Er d'ill die Sache selbst noch bei Lebzeiten der. maßen ordnen, sodaß nach seinem Tode keine gerichtlichen Controversen mehr entstehen können. EinMufter-Wirthgeftorbn. Ft. Wcy ne. James Sumn?rs, bekannt als der Muster Wirth" l'i in der Samstag Nacht einem Magenleiden erlegen. Er war im Wirthsgeschäft seit 1859. Er verkaufte niemals Getränke an betrunkene Leute, öffnete sein Local nie am Sonntag oder an irgend einem Feiertag und schloß dasselbe stets um 11 Uhr Nachts, selbst in den Jahren, als das Mitternachtsgesetz hier fast garnicht beobachtet wurde. Jeden Morgen wohnte er d?r Messe in der Cathedrale bei und jeden Sonntag ging er zur Communion. Eine Tochter von ihm. Schwester Marie Cäcilie ift die Haupt'Musiklehrerin des Ordens der Vorsehung in den Ver. Staaten. Eine andere Tochter von ihm ift an T. R. Butler, Master Mechanic in den Pan Handle Werk ftätten, Jndiar apolis, verheirathet. Falschmünzer verhaftet. Alexandria. Unter der Anklage der Falschmünzerei wurden hier am Samftag Henry Fofter, Frank Turner und ein Mann Namens Wilson verhaftet. In der nahe Frankton belegenen Wohnung des Letzteren wurde die Werkstatt der Burschen u.-d etwa fünfzig falsche Silber.Dollar gefunden. Die Beamten find der Anficht, daß es diese Burschen waren, welche während der letzten Zeit die Ortschaften im Gas-Güttel mit falschen Geldstücken überschwemmten. Die Verhafteten wur den im Gefängniß in Anderson ein quattirt.
