Indiana Tribüne, Volume 26, Number 194, Indianapolis, Marion County, 8 April 1903 — Page 5

Jndiana Tribune. 8. April 1903.

S

Als sie lvicdrrkam.

Zu der Zeit, als die Frauen noch ! fckäftigt waren, himmlische Rosen in"-:- irdische Leben zu weben." hätte die Geschichte natürlich nicht Passiren tönneu; heutzutage aber, wo man auf das Dutzend unverstandener Frauen" immer noch eine oder zwei drein kriegt, ist es weiter kein Wunder, wenn eines Tages auch Frau Hahncmann die Rosenfeiiel der (5be lockerte, oder, wie die Lästerzungen sich ausdrückten, ihrem Gatten durchbrannte. Zu lange schon hatte sie an der Seite dieses unbedeutenden Mannes dahingelebt, der für nichts Höheres Interesse hatie, als für ein gutes bürgerliches Mittagessen, seinen abendlichen Biersumpf und höchstens einmal im Jahre eine Rundfahrt auf irgend einem Seedampfer. Frau Hahnemann benützte daher die Gelegenheit, als ihr beschränkter Gatte gerade eine größere Geldsumme nach Hause brachte, und ging

damit auf Reisen. Herr Hahnemann war natürlich untröstlich, denn er hatte mit dem Gelde eine gekündigte Hypothek zurückbezahlen wollen, aber da er ein Gefühlsmensch war, so verschmähte er es. den Spuren seiner Gemahlin zu folgen und tröstete sich mit dem Gedanken, daß die mitgenommene Summe wenigstens auf ein paar Jahre ausreichen würde. Er verzichtete künftighin auf den bürgerlichen Mittagstisch und Dampferrundfahrten und suchte für beides Entschädigung am Stammtische. Frau Hahnemann lebte unterdessen an einem frequentirten Orte der Riviera und war dort zu ihrer großen Befriedigung von lauter Leuten umgeben, die sie vortrefflich verstanden. Wohl dachte sie ab und zu an ihren treulos verlassenen Gatten, aber immer nur dann, wenn sie einen neuen Hunderter aus der immer schlanker werdenden Brieftasche nahm und manch einmal siabl sicb bei dieser Gelegenheit ein stiller Seufzer über ihre Lippen. Eines Tages nun. als diese Art Seuer von bedenklicher Länge und Tiefe geworden waren, saß sie im Kasino und las eine Zeitung just aus der Stadt, wo sie an Hahnemanns Seite ihr unverstandenes Leben geführt hatte. Da entrang sich auf einmal ein leiser Schrei ihren Lippen, denn ihre Augen waren auf einen ihr so wohl bekannten Namen gefallen. Es war nichts weiter als eine kurze Notiz von drei Zeilen, aber sie griff der unverstandenen Frau Hahnemann nichts destowenigcr gewaltig an's Herz. Der Haupttreffer von 100,000 Mark der großen Kreuzlotterie," fo lautete der Satz, ist diesmal auf einen würdigen Bürger unserer Stadt, Herrn Privatier Hahnemann gefallen. Möge er ihm Glück bringen." Wie entgeistert starrte die Gattin dieses würdigen Mitbürgers auf das Blatt, dann stürzte ein Thränenquell aus ihren Augen, Thränen bitterer, aufrichtiger Reue. O, ich Schändliche. Ehrvergessene," murmelte sie, wie konnte ich es über mich gewinnen, diesen guten braven Mann so schmählich zu verlassen und ihm vielleicht das Herz zu brechen ah oh oh!" Aber für eine wahrhafte Reue ist es niemals zu spät, und so packte Frau Hahnemann schleunigst ihren Koffer und setzte sich zerknirscht und demüthig in den Zug nach Herrn Hahnemanns Haupttreffer. Es war bereits Abend, als sie daheim anlangte. Pochenden Herzens stieg sie die wohlbekannte Treppe hinauf und eine Thräne wehmüthiger Erinnerung stahl sich aus ihrem Auge, als sie zaghaft auf den Knopf der elekirischen Leitung drückte. Aber Niemand öffnete ihr. Sie läutete ein zweites und drittes Mal, doch blieb alles still. Gewiß ist er schon auf seine Stammkneipe gegangen, dachte sie. Inzwischen hatten sich ihre Augen etwas an die Dunkelheit gewöhnt, und sie bemerkte einen Zettel, der an die Thüre geheftet war. Rasch entzündete sie ein Streichholz, da aber ward es vor ihren Augen gelb, roth, blau, grün, violett und ultraviolett. Denn auf dem Zettel stand

geschrieben: Bin ebenfalls d u r ch g eb r a n n t. Dein zärtlicher Gatte." Freche Räuber. Acht maskirte Kerle drangen kürzlich Nachts in Lima, O., in das Haus des Farmers Frank Reicheldörfer. Nachdem sie sich eine Summe im Betrage von $1000 angeeignet hatten, kochten sie sich ein Abendessen und verzehrten dasselbe, bevor sie das Haus verließen. Wahnsinniger als Mörder. Der Neger Hamilton in Louisville. Ky., der unlängst wegen Lungenentündung nach dem städtischen Hospital gebracht worden war, wurde dort plötzlich vom Wahnsinn befallen. Er erfchlug einen 60 Jahre alten Patienten Namens Winder und brachte einem Hospitalarzte Verletzungen bei. Starb aus seinem Post e n, Eisenbahnbremser fanden jüngst bei Tamaqua, Pa., den Frachtzugführer Charles Geary todt auf seiner Lokomotive vor, mit der einen Hand am Rückwärtshebel und der anderen am Luftventil. Im Heiratlisvreau. Herr: ..Diese Dame hat aber fürchterlich viel Sommersprossen!" Vermittler: Ja von diesen Gesichtspunkten aus dürfen Sie sie allerdings nicht auffassen!"

5 l 5 5 O ! 'K ! ! k O ! 5 O ! 4

Ausland

-. -- -

Frevelhafte Wette. Der 27 Jahre alte Weber Sommerschuh in Krimmitjchau, Sachsen, wettete, daß er in einer Stunde 29 Glas Bier trinken werde. Die Folge war, daß Sommerschuh nach achttägigem schweren Leiden seinen Geist aufgab. An einem Apfelsinenstück erstick t. Beim Essen eine..Apfelsine gerieth jüngsthin dem dreijährigen Söhnchen eines gewissen Stüber in Plaucn, Sachsen, ein Stückchen in die Lfcröhre. Trotz schnell herbeigerufener ärztlicher Hilfe mußte daZ Kind ersticken.

Eintägige E h e.' Der

rige Kaufmann Michaelis in Berlin wollte am Tage nach seiner Hochzeit mit seiner jungen Frau deren Eltern und Geschwirr besuchen. Hierbei brach er auf dem Trottoir plötzlich bewußtlos zusammen. Nach der nächsten Rettungswache verbracht, gab der Unglücklich? nach fünf Minuten seinen Geist auf. Die junge Wittwe verfiel aus Schreck in eine ernste Krankheit. Dankbare Journalisten. Anläßlich des 50jährigen Jubiläum ; seines Eintritts in s parlamentarische Leben erhielt der 'italienische 5wmmerPräsident Biancheri von den römischen Parlamentsberichterstattern eine kostbare silberne Präsidentenglocke mit geflügelter Nike als Handgriff. Trotz seiner manchmal etwas bissigen Manieren hat zwischen dem alten Herrn und dem geschwätzigen Federvolk der Journalistentribüne stets das beste Einvernehmen geherrscht. ?! e i ch e Arme. Unlängst starb in Rothenburg im Schweizer Kanton Luzern ein altes Mütterchen, das sich kümmerlich durch Waschen und mit Hilfe gutthätiger Leute durch die Welt schlug. Groß war daher das Erstem" nen, als man nach ihrem Ableben unter ihren wenigen Habseligkeiten an Baar 800 Francs in Gold, eine kleinere Summe in Silber und fast 10.000 Francs an Werthschriften vorfand. Als Zinsbuch hatte die alte Frau ihre chrankthüce benutzt, wo mit Kreide die Gülten und Zinsen aufgeschrieben standen. Vauernschläue. In eine Wirthschaft zu Mainz kam neulich ein Bauer mit einem Hahne, den ein Gast kaufen wollte. Als der Bauer sagte, das Thier sei ihm nicht feil, erbot sich der Gast, so viel mal eine Mark für den Hahn zu bezahlen, als er in der ersten Viertelstunde krähe. Darauf ging der Bauer vergnügt schmunzelnd ein; er ahmte im nächsten Augenblick täuschend das Gegacker einer Henne nach, worauf der Hahn fünf Mal ein lautes Kikeriki" hören ließ. Der Gast mußte wohl oder übel fünf Mark für den Hahn herausrücken. Im Fuchsbau verschütt e t. In der Nähe von Ristenbühl im Schweizer Kanton Thurgau ging kürz-

lich ein junger Bursche Namens Bc-ß

hardt mit einem Altersgenossen auf's Wildern. Sie hatten einen DachsHund bei sich, der sich in einen Fuchsbau begab, aus diesem aber nicht wieder herauskommen konnte. Zu seiner Rettung kroch Boßhardt ihm nach. Plötzlich löste sich eine größere Masse Erde los und begrub Boßhardt. Erst nach mehrstündiger angestrengter Arbeit von Seiten herbeigeeilter Bewohner von Nachöarocten nnd nachdem sogar mehrere Bäume hatten gefällt werden müssen, konnte der Verunglückte todt hervorgezogen werden. Eleganter Einbrecher. In der Wohnung des Bürgermeisters Halmos in Budapest erschien vor Kurzem ein elegant gekleideter junge? Mann, der sich Baron Bodmanski nannte und den Bürgermeister zu sprechen wünschte. Da der Herr des Hauses erst in einer Weile nach Hause zurückkehren sollte, ließ der Diener den dnaeblichen Baron in den Salon eintreten. Schließlich wurde der Baron jedoch des Wartens müde und entfernte sich wieder aus der Wohnung. Nach seinem Weggehen entdeckte ma.l, daß der Schreibtisch und mehrere Schränke erbrochen und mehrerer werthvoller Gegenstände beraubt waren. Ter Diener, der sofort die Anzeige erstattete, erkannte in dem Verbrecheralbum den angeluchen Baron als den mehrfach bestraften Hochstapler Oskar Bräuer wieder. Ein eigenartiges Jub i l ä u m feierten jüngst die in Brisbane, Queensland, noch lebenden EinWanderer, die vor 50 Jahren in dem damaligen Moretonbai-Distrikt von Neusüdwales landeten. Im Jaüre 1853 kamen fünf Schiffe mit 1615 Europc üden doran; darunter befand sia, äne große Anzahl Teutscher. Von jenen 1015 nahmen noch 35 persönlich an der Feier theil, für die der Regierungsdampfer Luanda" zur Verfügung gestellt worden war. Diese 35 Mann zählten zusammen die an-

j sehnliche Summe von 2300 Jahren,

der älteste war ein 105iahnger Greis, der den Weg von lh Meilen von seinem Wohnorte zur Bahn rüstig zu Fuß zurückgelegt hatte. Mit der Feier wurde ein Ausflug nach der Moretonbai verbunden; bei den von den alten Herren veranstalteten Wettspielen, ohne die dort irgendwelche Feier nicht denkdar ist, gewann der 105jährige Kolonist einen der Preise, eine hübsche Uhr.

Allerlei für's Hans. Ein angenehmes Naschwerk wird wie folgt angefertigt: Gebrühte Mandeln werden enthäutet und in Oel so lange geröstet, bis sie eine schöne goldgelbe Farbe haben. Dann werden sie mit einem Sieblöffel herausgenommen, nebeneinander auf einen Teller gelegt uno reichlich mitSalz bestreut. Diese hübsch aussehende, pikante Näscherei läßt sich längere Zeit aufbewahren und schmeckt gut zum Thee. Eierflecke in Wollkleidern müssen vor ihrer Beseitigung ganz trocken s:'n. Dann sind die betreffenden Stellen zwischen den Hältden durchzureiben und die Reste soviel wie möglich mit dem Fingernagel zu entfernen. Ein gleichfarbiger Lappen, in lauwarmem Wasser aufgefeuchtet,

und mit etwas weißer Seife angerieben, wird auch noch die letzten Spuren fortnehmen. Sollte btr Stoff sehr naß geworden sein, so bedecke man ihn mit Alpaka und überp'ätte ihn. Grünkohl mit Kastanien. Man nimmt (rüniohl ooer Brauni3hl, nreist iyn von den stielen u.id Icaji ihn in iaaer weich. r soll offen gelocht und in kocyendem Wasser zugesetzt wercen. Dann gießt man ihn ans einen Durchschlag, so daß das &afcr ganz ablauft, orüctt es mit einein Kochlöffel vollends aus, thut sodann den Kohl in einen Tiegel, gießt öundfleischvcuiüon darauf, thut reilich Schweine- oder Gänseschmalz hinzu, aucy etwas Zucker und das nothN.ndige Salz und laßt es gut durchlochen. Die Kastanien werden eingekcrdt, in Salzwasser ganz weich gelccyt, dann von beiden Schalen befreit, unter den Kohl gemengt und so angerichtet. Man putzt gewöhnlich den Kohl in der Mitte mit einem Stern von hart gekochien liiern aus und umlegt den Rand mit kleinen, auszesionen. in Zucker und Butter braun geschmorten Kartöffelchen. Tch kann auch jeder Ausputz fortbleiben. Kompott für Kranke. Gute Aepfel werden geschält in feine Scheiben geschnitten; auf 4 Pfund lciuicrt man, mit etwas Wasser und dem Saft von zwei bis drei Citronen, drei Pfund Zucker. In diese Flüssigkeit werden die Aepfel hineingeschüttet und von einer Citrone die feingehackte Schale hinzugefügt, dann muß der Saft auf nicht zu Hellem Feuer drei bis vier Stunden kochen, bis das Gelee steif und klar ist. Es wird in Gläser gefüllt, die gut verschlossen werden. Das Kompott hält sich Monate lang. Gedämpftes Rindfleisch auf ungarische Art. Vier Pfund Rindfleisch vom Schwanzstück werden geklopft und gespickt, nachdem man die Speckstreifen in fein gehackten Kräutern umgewendet hat; hierauf legt man das Fleisch in Quart Brühe aus Liebig's Fleischextract mit Wurzelwerk. einigen Speck- und ckintenscheiben, Chalotten, Gewürz, erncm Lorbeerblatt und etlichen Citroncnjcheiben in eine Kasserolle, salzt es

und dunstet es wohl zugedeckt unter öfterem Umwenden, bis das Fleisch, be Speck und das Wurzelwerk sich gebräunt haben. Nun stäubt man einen Lösfcl Mehl darüber und gießt 4 Quart vothwein an, läßt das Fleisch langsam über sehr gelindem Fcuer wcia, werden, seiht die Sauce durch, entfettet sie, gibt ein Weinglas voll Win, f iit 2 gehäufte Eßlöffel geriebenen Kcccrettig hinzu und dampft

Rindfleisch noch eine Viertelstunde

darin durch.

A p P e t i : s u p p e. Dieses billige

unb zugleich sehr schmackhafte Gericht w::z w:e folgt zubereitet: Man thut in einer. Emailletopf 3 Quart Waffer. eine halbe Handvoll Salz. 4 Gewürz-

tcrr.er und 10 Pfefferkörner, klopft ein

sund oder funs Viertel Pfund Rind-

fleisch ohne Knochen, welches man in jttxi gleichmäßige Stücke zertheilt, und setz: es auf's Feuer. Dann fügt man

einen halben Kopf Wirsingkohl, in

seine Streifen geschnitten, einen oder

einen halben Kohlrabi und einen Kopf Sellerie, in feine Scheiben geschnitten,

und. auch drei in Scheiben geschnitten

Zwiebeln bei und läßt alles langsam kochen. Eine halbe Stunde vor dem

Anrichten thut man acht in Scheiben

aescynittcne Rartofscln hinzu und

richtet endlich die ganz klare Suppe 'if... nr , r

uoer gewiegter Peiernue an. Berechtigte Frage. Hei rathsvermittler: Noch eins, Herr Lie bereich. ich weiß. Sie sind Idealist

würde es kein Hinderniß sein, wenn

die iunge Dame einige Tausend Dol lars Vermögen hätte? M ißverständniß. Hempel

Sieh da, lieber Strempel. wohin des

Weges?" Strempel: Meine

Schwiegermutter ist heute Abend bei

uns; aus diesem Grunde möchte ich

noch Nicht nach Hause gehen. Hempel: Haben Sie Zeit?" Strempel O ja." Hempel: Nun, ich auch dann wollen wir sie zusammen todt, schlagen." Strempel: Wa a as meine Schwiegermutter?" Hempel Nein, die Zeit." 5lmmer dieGleicke. rav

(während der Sommerreise plötzlich in's Hotel stürzend): Um Gottcswil-

len. Fräulein Käthi, unsere Irma ist mit dem Assessor zusammen in eine

Schluckt gestürzt!' Gouvernante Allein, und um diese Zeit?! . . . Da ist aber höchst unpassend!"

Vater und Sohn.

Der Großfürst - Thronfolger, spä-

ter Kaiser Alexander der Dritte, hatte den Gebrauch der deutschen Sprache in seiner Behausung verboten und für Zuwiderhandelnde eine Strafe von 25 Rubel bestimmt. Als einmal im

Winter 1870 eine fröhliche Schaar von

Gasten im Palais des Thronfolgers

versammelt war. betratKaiser Alexan-

der der Zweite mit heiterem Guten

Abend" den Saal und führte auf län-

gere Zeit die angeregte Unterhaltung in deutscher Sprache fort, wovon auch die ganze Gesellschaft in stummer Ueberraschung auf deutsch theilnahm. Erst beim Weggehen erinnerte sich der Kaiser des Verbotes. Ah. meine Herren, hier darf ja wohl nicht deutsch gesprochen werden, ich habe fomit eine

Strafe von 25 Rubel zu erlegen. Sprachs und händigte dem Sohne die Geldsumme ein mit den Worten: Ich

zahle die Strafe gerne und beauftrage Dich zugleich, dafür zu sorgen, daß

alle hier Anwesenden die gleiche Summe entrichten; denn ein jeder sprach deutsch. Der Gesammtbetrag wird sofort dem preuhischcnGeneralstab zur

Pflege der Verwundeten überwiesen. Vergnügt lächelnd verließ er denSaal. Die arausamen Scher-

ze, die in der englischen Armee üblich

sind, haben durch die Mißbilligung,

die die öffentliche Meinung ihnen neu-

erdinas anaedeiben läßt, keineswegs

ein Ende gefunden. Einen tragischen

Ausgang nahm eines der der engnsehen Armee beliebten Schein-Kriegs-aerickte in der Kaserne des Ceshire-

Regiments. Es war bisher in dem

Regiment Sitte, daß zeder neue An-

kömmlina ein solches Kriegsgericht

durchzumachen hatte, dessen Ausgang

gewöhnlich war, daß der Delinquent in ein Laken gewickelt und tüchtig durchgeschüttelt wurde. In diesem

Falle wurde er jedoch aus irgend einem

Grunde zum Tode verurtheilt, und ein Kamerad steckte eine seiner Meinung nach leere Patrone, die er als Andenken aus dem südafrikanischen Kriege mitgebracht hatte, in sein Gewehr. Die Hülse war jedoch nicht leer, und als er, auf das Gesicht des Verurtheilten" zielend, abdrückte, ging der Schuß dem jungen Manne mitten durch den Kopf, so daß dieser auf der Stelle todt nie-dersank.

Ueber einen Unfall, welcher in Schöneberg bei Berlin dem Radfahrer Krebs bei dem unter dem Namen Looping the Loop" bekannten Kunststück passirte, wird berichtet: Um 5 Uhr Nachmittags begann Krebs die erste Fahrt auf der schleifenartigen Bahn. Als er den Höhepunkt der Schleife mit feinem anderthalb Centner schweren Rad erreicht hatte, stürzte er plötzlich herunter und fiel in das zur Sicherheit ausgebreitete Netz. Er hatte sich keine Verletzungen zugezogen, fo daß er schon um 6 Uhr seine zweite Fahrt antrat. Er überwand diesmal glücklich den kritischen Punkt. Als er aber kurz vor dem Ausgange der Schleife mit rasender Schnelligkeit dahinsauste. verlor er plötzlich die durch den Strich markirte Bahn und stürzte mit solcher Gewalt ab, daß er kopfüber zum Erdboden geschleudert wurde. Die Verletzungen, die sich Krebs zugezogen hat, sind nicht lebensgefährlicher Natur, sie dürften ihn indessen längere Zeit an weiteren Versuchen der tollkühnen Fahrt hindern. Dem lebenden Modell, das bisher in althergebrachter klassischer Ruhe den Künstlern und Kunstschülern saß oder stand, gibt man gegenwärtig in Paris Bewegung. In der staatlichen Nationalschule für dekorative Kunst ist seit Kurzem der Zeichenunterricht nach sich bewegenden Modellen eingeführt. Diese gehen vor den Schülern einher, laufen, springen u. s. w., kurz, führen die verschiedensten Spiele, Wettkämpfe, Festzüge und ähnliche Scenen auf, die dann von den Zöglingen zu fkizziren und in einer Frist von sechs Tagen zu zeichnen oder zu modelliren sind. Nach den Erklärungen eines Professors der Schule, des Bildhauers Hektor Lemaire, bezweckt die Neuerung, den Kunstwerken natürlicheres Leben als bisher zu geben. Er sagt: Wenn unsere Schüler ihre Studien beendigt haben und ihr erworbenes Talent praktisch verwerthen wollen, stoßen sie aus Mangel an Erfahrung auf große Schwierigkeiten. Verlangt man z. B. von ihnen für eine Zeitschrift die Zeichnung irgend eines Vorgangs aus dem Leben, so haben sie noch eine ganze Schule durchzumachen. Dank dem glücklichen Gedanken des Direktors der Nationalschule, Lvuvrier de LajolaiS, können diese jungen Künstler nunmehr mit weit besseren Waffen ins Leben gehen." Nach dem neuen Programm der Schule wird der Unterricht in Zukunft die eine Hälfte des Monats nach dem klassischen ruhigen, die andere Hälfte nach dem beweglichen Modell ertheilt. Seit vielen Jahren schon wird für die Berliner Universität ein Turn- und Spielplatz angestrebt. Neuerdings ist die Unterrichtsverwaltung dem Plane näher getreten und hat zwei Projekte ins Auge gefaßt: Umwandlung des Hippodroms im Thiergarten zum akademischen Spielplatz oder Schaffung eines solchen in Dahlem. Wenn auch das erste Projekt in manchen Theilen vortheilhafter ist. besonders wegen der kürzeren Entfernung, so scheint es doch, daß das zweite Projekt verwirklicht werden wird.

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