Indiana Tribüne, Volume 26, Number 192, Indianapolis, Marion County, 6 April 1903 — Page 6
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EurvMilllie UnnDsdjan. Provinz Brandenburg. Berlin. Professor Dr. Karl Frentzel, Kulturhistoriker und Erzähler, feierte das goldene Doktorjubiläum. Schwere Brandwunden erlitt beim Hantiren an der Kochmaschine die 23 Jahre alte Ehefrau des Arbeiters Thielow aus der Fehrbellinerstraße 29. Baumeister Schönner. der Erbauer und Besitzer des Whenstephan-Pala-stes, des Kaiser-Killers, Kaiser-Cafe und Kaiser - Hotel, wurde um bayerischen Kommerzienrath ernannt. In der Wollwaaren - Handlung von Kaseler in der Tieckstraße 1213 richtete ein Brand erheblichen Schaden an. Einbrecher erbeuteten bei dem JuwelierHeckert in der Oranienstraße 162 Goldsachen im Werthe von 20,000 Mark. Auf ein 25jähriges Bestehen ihresGeschäfts blickten zurück: SchreibWaarenhändler Albert Schwarzer, Skalitzstratze 137; Milchgrotzhändler Wilhelm Rosner, Pankstraße 53a; Großdestillateure Julius und Bernhard Abraham, Grüner Weg 102, und das Putzgeschäft von Lehnhardt und Peters, Markgrafenstraße 66. In einem Anfalle von Geistesstörung sprang der 31 Jahre alte unverheirathete Sattler Paul Ratze aus derAdalbertstraße 9 in den Landwehrcanal und ertrank. In der Wohnung seiner Mutter erhängte sich der 23 Jahre alte Seemann Albert Dittmann. Das 40jährige Bühnen-Jubiläum beging die Schauspielerin Frau Klara 5ayn. Kutscher August Scherzling stieß beim Einfahren in das Fuhrgeschüft von Baier, Stralsunderstraße 10, mit dem Kopfe gegen den oberen Thorbalken und brach das Genick. Pastor Diestelkamp vollendete sein 70. Lebensjahr. B r i tz. Ihr 2jähriges Berufsjubiläum feierten Hofmeister Richard Lottmann und Arbeiter Johann Grothe. Charlottenburg. Auf dem Neubau Weimarerstraße und Kant-straßen-Ecke stürzten der 34jährige Maurerpolier Engel und der 18jährige Bauarbeiter Wilhelm Daute mit dem unter dem Dach angebrachten fliegenden Gerüst in die Tiefe hinab. Der Maurerpolier stürzte auf Daute und wurden beide dabei t'ödtlich verletzt. Eberswalde. Bei der Vornahme von Nothstandsarbeiten, die in dem Abräumen von Erdmassen bestanden, löste sich eine Erdscholle und verschüttete den Arbeiter Klamann.
Frieden au. Zum Amts- und Ge'n:eindevorsteher an Stelle des Äcajors a. D. Roenneberg, der am 1. Oktober v. I. sein Amt niederlegte, hat die Gemeinde-Bertretung den Stadtrath Dr. Schnackenburg aus Halle gewählt. Königsberg. In Conkurs gerieth der Kaufmann Paul Hornig. Königswusterhausen. Von dem hiesigen Consistorium ist der Prediger Jacubeit als Hilfsprediger für die St. Simeons-Gemeinde in Berlin berufen worden. Kottbus. Beim Abkochen von Terpentin trugen der Kaufmann Emil Schmidtchen und seine Gattin schwere Brandwunden davon. Pe r l e b e r g. Kaufmann Karl Herzbcrg hat seine Zahlungen eingestellt. Reinickendorf. Die 40 Jahre alte Frau des Arbeiters Stanislaus Hillar ermordete ihr 6 Jahre altes Töchterchen und erbängte sich dann. R o s e n t h a l. Im Alter von 64 Jahren ist hier der erste Geistliche Karl Schelm, Superintendent der Diözese Berlin-Land II und früherer Kreisschulinspektor, gestorben. Schöneberg. Vor dem Hause Potsdamer Straße 67 in Berlin stießen ein Straßenbahnwagen und ein Automobil zusammen, wobei dessen Führer Hermann Seifert von hier vom Bock geschleudert wurde und schwere Verletzungen erlitt. T e g e l. Amts- und Gemeindevorsicher Brunnow legte wegen Krankheit seine Aemter nieder. Er wirkte hier über 28 Jahre. 'Kror'inz Hstpreuyen. Königsberg. Consistorialassessor Dr. v. Krieß wurde zum Consistorialrath ernannt. Juwelier Albert Wottrich stellte seine Zahlungen ein. Barten. Die Stadtverordneten wählten zum Vorsteher Lufmann Kussin. zum Stellvertreter Kaufmann Reichermann und zum Schriftführer Grundbesitzer Jordan, zum Stellvertreter Bäckermeister Steiner. Bischofsdur g. Lehrer Greif von der hiesigen katholischen VoKsschule ist von einer Danziger Privatschule zum Rektor gewählt worden. G i l g e n b u r g. Wegen Brandstiftung verurtheilte die Strafkammer den Schneiderlehrling Otto Braun zu ty Jahren Gefängniß. H e i l s b e r g. Der hiesige Landwirthschaftliche Verein hat zur Feier der silbernen Hochzeit seinem langjährigen Vorsitzenden Oberamtmann Stein in Schönwiese einen Tafelaufsatz aus Silber verehrt. L y ck. Landgerichtsdirektor Krantz ist zum Oberlandesgerichtsrath in Königsberg ernannt und wird im April dorthin übersiedeln. Marggrabowa. In derStadtverordnetensitzung wurde zum Mitglied der städtischen Baucommission Kreisbaumeister Bartel gewählt. M ühlhausen. StadtkZmmerer fteU ist aestorben. Er stand über 15
Jcnzre im städtischen Dienst. R a st en bürg. Bei der Stadt-verordneten-Stichwahl in der zweiten Abtheilung wurde Bäckermeister Siebert gewählt. W o r m d i t t. Das Wohngebäude des Schuhmachermeisters Johann Glaw aina in klammen auf. zfrsVtnz Svostpreuyen. D a n z i g. Zu Ehren des Stadt raths Gronau, der vor kurzem eine 23jährige Thätigkeit als unbesoldeter Stadtrath vollendete, fand ein Festessen der städtischen Behörden statt, an dem auchOberpräsident Delbrück theil nahin. Bürgermeister Trampe überreichte dem Gefeierten dieUrkunde über seine Ernennung zum Stadtältes en. Oberpostrath a. D. Bahr ist in Langfuhr, wo er seit seinem Uebertritt in den Ruhestand wohnte, im Alter von 75 Jahren gestorben. Briefen. Der Ostmarkenverein hat dem hiesigen PostschaffnerSchmidt aus Anlaß der Geburt seines 25. Kindes einen Betrag von 50 Mark zur Anlegung eines Sparkassenbuches für dieses Kind überwiesen. EichfeldeKr. Flatow. Ein Brand legte die Gastwirthschaft von Lewin Jakobus in Asche. Freystadt. Unter dem Berdachte, an der Aussetzung einer in der Nähe gefundenen Kindesleiche betheiligt zu sein, wurde der Kaufmann Bernhardt Löwenthal verhaftet. Guteherberge. Aus unbegründeter Besorgnih, in Vermögensverfall zu gerathen, erschoß sich der gutsituirte 40 Jahre alte Kaufmann Bernhard Thiele. Konitz. Der Wiederwahl des Kaufmanns Hermann Stockebrand zum unbesoldeten Stadtrath ist die Bestätigung versagt worden. M a r i e n f e l d e. Feuer zerstörte das Hofgebäude des Maschinenfabrikanten Lehmann. N e u e n b u r g. In der Stadtverordnetensitzung wurden in das Bureau gewählt Schulrath Engelien und Maurermeister Lau zum Vorsteher bezw. Stellvertreter, Kaufleute Maschitzki und I. Meyer zum Schliftführer bezw. Stellvertreter. Schwadwalde. Sämmtliche Wohn- und Wirthschaftsgebäude des Hofbesitzers Claassen fielen einem Brande zum Opfer. S ch w e tz. Wohnhaus und Stall des Besitzers Buche in Julienhof sind niedergebrannt. S t a r g a r d. Wegen wissentlich falscher Anschuldigung verurtheilte die hiesige Strafkammer den MolkereiverWalter Langer in Hochstüblau zu drei Monaten Gefängniß. S y p n i e w o. Die Zimmermann Kallas'schen Eheleute begingen das Fest der goldenen Hochzeit. Provinz Sommern. Stettin. Friedrich Haenel feierte mit seiner Frau das Fest der goldenen Hochzeit. Der Kaiser verlieh dem Jubelpaar die Ehejubiläumsmedaille. Im Alter von 83 Jahren verschied der Professor Georg Pitsch. Buge Witz. Das Anwesen des Gastwirths Bernt brannte nieder. G r o ß-P o m e i s k e. Im Mühlendach ertrank die Frau des Eigenthümers Kull. K a m m i n. Ertrunken ist im Arenkenhofkanal der Bäcker Max Pankow, der an epileptischen Krämpfen litt und in einem solchen Anfalle in's Wasser gerieth. K ! b e r g. In der Städteverordnetensitzung überreichte Landrath Frhr. von der Goltz dem Stadtverordneten Rentier Moritz Friedländer den Kronenorden 4. Klasse. Friedländer ist seit 45 Jahren Stadtverordneter, fast 30 Jahre Mitglied ?es Sparkassenkuratotiums und der Badedirektion. L o h m e. Feuer vernichtete sämmtlichte Stallgebäude des Besitzers Rüge. R a ck o w. Eigenthümer Ziercke machte in einem Trübsinnsanfallc durcy Erhängen seinem Leben ein Ende. R i ch t e r b e r g. Im nahen Dorfe Zandershagen entstand auf dem GutsHofe Feuer, welchem das Viehhaus zum Opfer fiel. T e m p e l b u r g. Auf dem Wege nach Rackow fiel der Maurer Wilhelm Boldt von hier so unglücklich vom Waoen. da er hin darnuk fnn A;tt e en rc t s 1 1 n. Vie Scheune des Hofbesitzers Höft ging in Flammen auf. Stolpmünde. Regierungsbaumeiste? Willi Zander erhielt den Rothen Adlerorden vierter Klasse. T r i b s o w. Die Hoflage des Besitzers Obm brannte nieder. W i e ck a. R. Eheleute Schiffer Johann Blatt feierten das Fest der gol denen Hochzeit. z5rcvinz Schleswig -Kokstein. Schleswig. Kurz nach Vollendung seines 95. Lebensjahres verschied einer der ältesten Einwohner unserer Stadt, der Taubstummenlehrer a. D. Kröger. Für die vakante Predigerstköe an der St. MichaelisKirche hier selbst ist Pastor Harald Lorenzen in Atzehoe in Aussicht genommen. A l t o n a. Der bei dem FischHändler Schcttke bedienstete Kutscher Rudolf Tegen stürzte bei der Fischauktionshalle mit einem mit zwei Pferden bespannten Wagen in die Elbe und ertrank mit den Pferden. A r n i s. Bei der Bürgermeisterwähl ist der Kassirer Siemsen gewählt worden. Dallrothfeld. Das Fest der
goldenen Hochzeit begingen die Dachdecker A. Callsen'schen Eheleute. Eckernförde. Einem Brande fiel die Lederfabrik der Firma F. L. Schmidt zum Opfer. F l e n s b u r g. Ihren hundertsten Geburtstag feierte in Krusau die Wittwe Freidrichsen. Hohenwehstedt. Der in dem Holzgeschäft von Jensen beschäftigte Arbeiter Jasper Harders konnte den Tag feiern, an welchem er vor 25 Iahren in das Geschäft eingetreten ist. Kiel. Auf dem Neubau WilHelmstraße 11 und 17, Stadttheil Gaarden, stürzte ein am Giebel zum Abputzen angebrachtes Gerüst mitsammt der Giebelwand ein. Auf dem Gerüst befanden sich vier Arbeiter, von denen der Bauarbeiter Laaser schwer verletzt und drei Maurer leichter verwundet wurden. N e u st a d t. August Clausen feierte mit seiner Frau das. goldene Ehejubiläum. T ö n n i n g. Vor einigen Tagen starb in Stettin im 89. Lebensjahre Johann Schömer. Derselbe war früher viele Jahre hindurch Commandeur der biestaen Lootsenstation. Als Neuestes kündigt ein großes Berliner Waarenhaus, angeblich mit Genehmigung seiner Excellenz des Herrn Reichskanzlers", pikante und delikate Bülow - Heringe, die Dose zu 48 Pfennig, an. VordemPariser Schwurgerichte wurde dieser Tage der Raubmörder Jean Mathieu zum Tode verurtheilt; er hatte am 7. Juli in Bincennes einen Greis beraubt und erdrosselt. Der Fall bot kein sondeliches Interesse; nur die Art, wie Mathieu verhaftet wurde, zeigte ein seltsames Spiel des Verhängnisses. Am Tage nach dem Morde flüchtete Mathieu nach Marseille und nannte sich dort Dubois. Nun aber suchte die Kriminalpolizei in Marseille um eben diese Zeit einen Dubois, der in Avignon eine alte Frau ermüdet hatte, und so wurde Mathieu als Dubois verhaftet. Dieses außerordentliche Pech wirkte so deprimirend auf den Mörder, daß er in Marseille auch die That des Dubois auf sich nehmen wollte und in Paris einen einzigen Wunsch bekannte, man möge ihn baldmöglichst guillotiniren. Eine Schenkung von 100,000 Mark hat Frau Jda Lücke zu einem bemerkenswerthen sozialen Zweck der Stadt Magdeburg angeboten. Die Spenderin hat die Absicht, damit eine gemeinnützige Stiftung in das Leben zu rufen, die den Zweck hat, Häuser mit kleinen Wohnungen, bestehend aus einer oder aus zwei Stuben mit Kammer, Küche und sonstigem Zubehör, zu bauen, die dann zu einem billigeren Miethzinse an alleinstehende Damen, unverheirathete oder Wittwen, z. B. Lehrerinnen oder in sonstigen Stellungen stehende Damen oder auch an Wittwen mit Kindern oder aber, falls geeignete Damen dieser Klassen sich nicht darum bewerben, an Familien gemiethet werden sollen. Der Magistrat ist willens, die Gabe anzunehmen und im Sinne der Spenderin auf städtischem Besitz das erste Versuchshaus zu erbauen, um bei qünstiger Entwickelung weitere Mittel zur Errichtung von noch zwei Häusern auf demselben Terrain m verwenden. Das Variete Remi in Budapest war neulich Abends der Schauplatz eines sonderbaren Unfalls. Das Programm enthält eine Orientalisches Variete" betitelte Nummer, in welcher ungefähr 40 Artisten zwanzig verschiedene Produktionen zu gleicher Zeit ausführen; eine derselben ist Der Affenmensch am Bambusrohr", die von dem Artisten Galetti sehr geschickt ausgeführt wurde. Kürzlich bekam er ein neues Afsencostüm, welches er bei der Probe zum ersten Mal anlegte. Die colossalen Hunde Leonidas" hielten die ungewohnte Gestalt für irgend ein wildes Thier und fielen Über den Mann her. Der zu Tode erschrockene Artist flüchtete in den Zuschauerraum und lief auf die Straße, gefolgt von den gereizten Thieren. Es entstand ein großer Menschenauflauf, und die rasch herbeigeeilten Diener des Etablissements konnten den unglücklichen Artisten nur mit Mühe aus den Zähnen der Hunde befreien. Der Zwischenruf eines Kindes hat in das graue Einerlei der Obstructionssitzungen des ungarischen Abgeordnetenhauses eine anmuthige Unterbrechung gebracht. Als einer der
Führer der Opposition, der Abgeordnete Justh, wieder einmal eine endlose Dauerrede hielt, klang plötzlich von der Tribüne herab ein geharnischtes Xern" (Nein!) in den Saal hinein. Ein zartes Stimmchen war es, das sich gegen die Geschäftsordnung zu vergehen schien, und mit ersichtlichem Vergnügen wurde wahrgenommen, daß der Störenfried ein reizendes, fünfjähriges Mädchen war, das zum Entsetzen seiner eleganten Mutter den Protestruf in das Haus geworfen hatte, aber selbst nicht im mindesten über die Wirkung seines parlamentarischen Eingreifens sich erschrocken zeigte. Das Kind war die Tochter des früheren Ministerpräsidenten Baron Desider Banffy, dessen Gemahlin sich auch einmal den Genuß einer bewegten Parlamentssitzung gönnen wollte, und der Widerspruch der kleinen Dora Banffy galt nicht etwa dem Verhalten der äußersten Linken, sondern war nur die trotzige Auflehnung gegen die Aufforderung der Mama, sich doch hübsch artia und ruhia zu verhalten.
8cgcn8reiche Erfindung. Tic Lösung einer Aufgabe von der cntzrgengcsctztcn Seite.
Bessere uns schlechtere elektrische Leiter Sin metallischer Lchnyanzu HarmloS gewordcne Hochspaunung4ströme lie praktische Teile der Artemicw'schen Srsinduna. Aus der stillen Gelehrtenstube des Direnors Professor Nikolaus Artemiew vom elektrotechnischen Institut in Kiew ist eine neue Erfindung ausgegangen, welche die bekannte Elektrizitätsfirma Siemens & Halske vor Kurzem an die Öffentlichkeit gebracht hat. Man weiß, welche Ausdehnung die Benutzung hochgespannter elektrischer Ströme gewonnen hat, man weiß auch, daß solche Ströme den Menschen sicher tödten. So kann man ermessen, welche Wichtigkeit dem von Professor Artemiew erfundenen Schutzkleid zukonimt, das dem Menschen gestattet, nicht allein im Laboratorium mit hochgespannten elektrischen Strömen zu arbeiten, sie ?u untersuchen etc., sondern auch in der Praxis gefahrlose Berührungen von Leitungen mit hochgespanntem Strom garantirt. Bisher war der Gummischuh und der Gummihandschuh, beide als Jsolatoren, der Gehilfe des Menschen bei seiner Arbeit gegen die Gefahren der elektrischen Hochspannung. Professor Artemiew faßte die Lösung der Aufgäbe von der entgegengesetzten Seite an. Er kalkulirte also: Wir wissen, daß der elektrische Strom allezeit den besseren Leiter aufsucht und den schlechteren verschmäht, wenn er einen besseren haben kann. Der menschliche Körper ist ein schlechter, das Metall ein guter Leiter. Stecken wir daher den Menschen in einen metallischen Schutzanzug, der ihn völlig umgibt, so Prof. Nikolaus Artemiew. wird der elektrische Strom sich an den Anzug halten und den Menschen verschonen. So machte Professor Artemiew mit Hilfe seiner Gattin einen Anzug aus feinem Metallgewebe zurecht, und siehe da, die Sache bewährte sich. Artemiew entschloß sich alsbald, Versuche mit dem Anzug im Großen anzustellen und trat zu dem Zwecke mit Siemens & Halske in Verbindung, auf deren Charlottenburger Werk eine Reihe von Versuchen angestellt wurden, die sämmtlich erfolgreich verliefen. Mit dem Schutzanzug bekleidet zog Artemiew aus Hochspannungsleitungen von 150,000 Volt meterlange Funken, ja ganze Feuerqarben, ohne jede Fährniß. Er nahm die beiden Pole der Leitung in beide Hände und ließ den Strom durch sich, d. h. durch seine Kleidung hindurchgehen. Er stellte also, wie die Elektriker sagen, Kurzschluß her. Ebenso konnte er einen Leitungsstrom von 200 Ampere dauernd, von 600 Ampere einige Sekünden aushalten. Da in der Regel ein Zehntel Ampere, wenn es den menschlichen Körper durchströmt, genügt, um den Menschen zu tödten, so war danach die Wirkung des Schutzanzuges eine vollkommene. Sehen wir nun zunächst, was unsere Bilder lehren. Aus dem einen schauen uns die energischen Züge des kühnen Forschers eatgegen, dessen Erfindung einen neuen folgenreichen Schritt der Nutzung der Elektrizität i m Dien st e der Menschheit bedeutet. Er trägt unter den Kleidern,den Schutzanzug, nur daß er die Kopfhülle zurückgeschlagen hat, da er gerade rastet. Ein zweites Bild zeigt ihn im Normalanzug. Man wird dabei an einen Taucher erinnert. Auf dem dritten Bild hat sich Vrofes-?!ormal-chutzanzl,g. sor Artemiew in seinem Arbeitskleid zwischen die Pole eines WechselstromTransformators für 20 Kilo-Volt-ampere bei 150,000 Volt und 500 Perioden eingeschaltet. Die Wirkung ist eine großartige. Ein Funkenstrom geht von Pol zu Pol, die Schlagweite deutet auf die ungeheure Spannung, ein anderer Strom gleitet von dem einen Pol über den Schutzanzug hin-
:0 zum anderen Pol. Der Professor ilb nicht davon berührt. Sein Anzug weiß sich mit der Sache bequem abzufinden. Dabei ist aber die Konstruktion des auf Leinwand aufgearbeiteten feinen Meto. ! zewebcs so sinnreich hergestellt, daß Augen und Hände tron der änostlicken Nerbülluna seben und Hantiren tonnen. Xtx Schutzanzug gewährt sonach thatsächlich einen ganz außerordentlichen Schutz. Was die wunderbare Entdeckung praktisch leisten wird, kann man sich leicht ausmalen. Schon der Umstand.
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Zwischen Transformatoren mit starker 5pamittttg. daß die wissenschaftlichen Untersuchungen auf eine ganz andere Basis, als sie bisher hatten, gelangen, gibt ihr eine weite Bedeutung. Diese geht aber über die Laboratorien hinaus. Der Anzug leistet ungleich Größeres als die bisher verwendeten Gummischuhe und Gummihandschuhe. Wenn man die schädlichen Lichtbogen nach dem Anzug hin vermeidet, kann man ohne jede Gefahr und ohne Betriebsunterbrechung direkt an einer unter Spannung befindlichen Leitung Arbeiten vornehinen. Was das für Fabrikbetriebe, für Lichtquellen, für Straßen- und sonstige Betriebe besagt, liegt auf der Hand. Aber noch ein Beispiel. Bei einem Brande in einer Hochsvannungsanlage kann der den Schlauch bedienende Mann, wenn er mit dem Schutzanzug bekleidet ist, in beliebiger Nähe des Brandherdes mit dem Schlauch und mit dem metallenen Mundstück Hantiren, ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, daß elektrische Ströme von hoher Spannung durch den Wasserstrahl auf seinen Körper übergehen. Kurz, die Gefahren des hochgespannten Stromes, der in dem Bereich elektrischer Kraftverwendung immer weiter Boden gewinnt, werden durch den Schutzanzug des füdrussischen Forschers auf ein Minimum reduzirt, und die Arbeit wird damit wesentlich erleichtert. Intcrnationalcr Prestkongreli. Bedeutsamc ffäre i;i Zt. Louis Ter orsiyende dcö Vrekutivkomites. Eine bedeutsame Affäre wird im September d. I. in der Weltausstellungsstadt St. Louis der internationale Preßkongretz sein, für dessen VorHenry Zting. bereitungen und Arrangements neulich das Exekutiv-Komie, mit Henry King, denl Chefredakteur des St. Louis Globe-Tmocrat" als General-Vor-sitzenden, sich konstituirt hat. Henry King, der 1841 in Salem. O., geboren wurde und in frühem Alter nach Quincy. Jll., kam, hat fast sein ganzes Leben dem Zeitungsfache angehört und gilt als einer der hervorragendsten Journalisten des Westens. Er begann seine Karriere als Setzerlehrling, wurde dann Korrektur'eser, Spezialtorrespondent und Redakteur des Quincy Whig." King trat bei Beginn des Bürgerkrieges in die Unions-Armee ein vnd diente als Offizier mit Auszeichnung im Stäbe der Generäle Dodge und McPherson. Nach Beendigung des Krieges ernannte ihn der Gouverneur Oglesby von Jllinois zum Militärischen Staatsagenten mit dem Range eines Obersten. Im Jahre 1869 verzog King nach Topeka, Kan., wo er ',ich mit einem der dortigen führender. Tagesblätter verband, dessen Chefredakteur er nach kurzer Zeit ward; 1883 als Leitartikelschreiber an den St. Louis Globe-Te-mocrat" berufen, nahm er 1897 beim Ableben des Chefredakteurs dieser Zeitung, McCullagh, dessen Stelle ein. die er seitdem innegehabt hat.
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