Indiana Tribüne, Volume 26, Number 191, Indianapolis, Marion County, 4 April 1903 — Page 5

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JndiiM Tribüne. H, April 1905 5

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Hat der Mörder von yranoens McKinley Mitschuldige gchavt? Diese Frage ift f. Z.. als mit nein! zu beantworten, fallen gelassen worden, wenigstens öffentlich. Es war dies zwar sehr unglaublich. Dah nämlich der ignorante Bursche ganz von selbst auf den raffinirten Plan verfallen sein sollte, nach welchem er den A!c.o ausführte, schien Denkenden kaum möglich. Der Mörder mußte Schule gemacht" haben bei den gewerbsmäßigen Geistern des Meuchelmords; den Anarchisten l Dies war stets meine Ueberzeugung. Den schußbereiten Revolver mit einem Taschentuch zu verdecken und sich so an sein Opfer heran zu pirschen", darauf konnte ein Individuum vom Schlage des Mörders, der vorher vielleicht kaum die Handhabung von Schußwaffen gekannt, wohl nicht gut von selbst kommen! Ich war daher stets auf einen Präcedenzfall bedacht, auf Grund welches man den Mörder instruirt baben könnte. Diesen Präcedenfall habe ich nun entdeckt und einen seiner Natur nach und in seiner Ausführung so analogen, daß, Hütte man ihn zur rechten Zeit gekannt, die Untersuchung ganz gewiß ein anderes Resultat geliefert haben würde, weil das fehlendeGlied" in der Ke.'te der Beioeisführung jedenfalls sehr leicht gefunden worden wäre. Es ist dies nänilich blos ein Buch! Nämlich das Buch des einstigen Sibirienreisenden George .ennan. Um das richtige Verstandniß für das Folgende zu gewinnen, müssen wir auf diesen Mann etwas näher eingehen. George Kennan gehörte in den sochzige? Jahren zu einer Erforschungsexpedition des östlichen Sibiriens, zwecks Gründung einer russtsch-ameri-konischen Telegraphen - Linie zwischen Europa und Amerika über die Beh-rings-Straße. Während eines zweijährigen Aufenthaltes in Sibirien und Rußland -t? er umfassende Kenntnisse üoer russisches Leben und Wesen und verfaßte auf Grund davon ein Buch, in welchem er sich über Rußland im Allgemeinen günstig äußerte. Dieser Umstand kam ibm überaus zu Statten als er 1884 in den Dienst des Century Magazin" trat, das ihn nach Sibirien schickte, um für dasselbe (na-

türlich fm Sensationszwecke) das rusfisch Verbannungssystem zu erforschen. In Folge der Ermordung Alexanders II.. 1881. stand dies damals in seiner höchsten ..Blüthe", weil gegen die Nihilisten mit außerordentlicher Strenge vorgegangen wurde und alle Welt von den Schrecken des Verbannungssystems sprach. Weil Kennan nun. wegen seiner bekannten günstigen Beurtheilung Rußland's, bei den höchsten Behörden persona grata" war, empfing man ihn überall mit offenen Armen. Er bereiste Sibirien, besuchte die Gefängnisse (sein vorgeblicher Zweck) öffentlich, aber im GeHeimen pflegte er den intimsten Umgang mit den politischen Verbannten und suchte möglichst genaue Jnformation über diese und von diesen zu erhalten. Dies war sein geheimer Zweck. Nach seiner Rückkehr nach Am?rika veröffentlichte Kennan seine Beobachtungen und Beurtheilung des rufstschen Verbannungssystems. Seine Berichte lesen sich aber geradezu- wie Briefe aus der Hölle". Sein Buch: Sibirien!" ist auch 1890 in Deutschland, rn's Deutsche übersetzt, erschienen. Es sind zwei Bände. Es ist von Anfang bis zu Ende eine vernichtende Kritik der ganzen russischen Verwaltung und eine rückhaltlose Heiligsprechung der russischen Umstürz-ler-Elemente. Wenn man ja auch aus tiefstem Herzen mit den Tausenden Unglücklicher sympathisirt, welche alljährlich vom Juggernautwagen des russischen Despotismus zermalmt werden, so muß es doch dem blödesten Menschenverstände einleuchten, daß es selbst in Ru zland auch politische Verbrecher geben muß. Kennan aber hat keine gefunden. Alle Politischen", die er kennen gelernt, sind vollkommen Heilige, Märtyrer und verfolgte Unschulden". Sein Buch ist der reine Märtyrerspiegel" des Anarchismus. Jeder bei uns weilende russische Nihilist wird .. Kennan's Sibirien" als sein Buch der Bücher" an's Herz drücken. Nun kommen wir an den springenden Punkt. Band 2, Seite 141 und 142 erzählt Kennan eine seiner Heili-gen-Legenden. Es ist fast zum Herzbrechen. Der Gouverneur von Transbaikalien, General JljasckewMch, hatte in den Kara-Minen unter den Pvlitischen" wcgen Fluchtversuchen und angeblich versuchter Revolte ..fürchterlichc Musterunq" halten lassen und zwar an einem 11. Mai. Eine nur 24 Jahre alte Zwangskolonistin, Namens Kutitonskaja, fühlte den Beruf in sich. Tell zu spielen. Wir müssen hier aber das Buch oder Herrn Kennan selbst sprechen lassen: alles, was sie in Kara gesehen und erlebt, .hatte sie derart bis in die Grundfe,sten ihres Wesens erschüttert, daß sie entschlossen war. einen Mord zu begehen und den Tod dafür zu erleiden. in der Erwartung, daß ihre That und die darauf folgende Untersuchung das Unrecht und oie Gewaltthätigkeit ten. die sie und ihre Gefährten crlitten, an die Öffentlichkeit bringen würden. Bald nach ihrer Ankunft in Akscha. als sie Geld genug für ihre Reisekosten zusammen hatte, kaufte sie von einem gemeinen Verbrecherslonisten einen kleinen Revolp t t z (man denke hier an Czolaosc's

.'Aevolver). entfernte Nch ooi ihrem Verbannungsorte, miethete unterwegs von den 'Lauern Pferde und eilte nach Tschita, der Residenz des Gouverneurs. Da es in jenem Theil der W:lt nicht üblich ist. daß junge, intelligente Frauen allein reifen, erregte sie unter den Bauern großes nrereste und Neugierde, und nahe an ihrem Reiseziel wurde sie von einem argwöhnischen Dorfbcamten verhaftet. Sie überredete diesen, sie nach Tschita zu bringen und dem ihr persönlich bekannten Jspravnik ausznliefern. Bei diesem gab sie zu, sich von ihrem Verbannungsorte entfernt zu haben, aber nicht in der Absicht zu fliehen, sondern nur, um eine Audienz veim Gouverneur zu erlangen. Nach einigem Hin- undHerreden führte der Jspravnik sie in das Haus des Gouverneurs, ließ sie in einem Empfangszimmer und begab sich zu Jljaschewitsch, um diesen von ihrer Anwesenheil und ihrem Wunsche zu benachrichtigen. Haben it sie untersucht?" fragte der arqwöhniscke Gouverneur. Nein," erwiderte der Jspravnik. ich habe nicht daran gedacht." Es schadct nichts," erwiderte Jljaschewitsch. Was kann mir eineFrau anthun?" Mit diesen Worten trat er in dcis Empfangszimmer, wo Frau Kutitonskaja ihn mit dem unter einem Taschentuch verborgenen Revolver in der Hano erwartete. Als er auf sie zutrat, schoß sie ihn mit den Worten: Dies ist für den 11. Mal." durch die Lunge." Die weitere Entwickelung des Falles interessirt uns nicht. Wir haben hier aber das einzig bekannte und genaueste Recept" vor Augen, nach dem McKinlcy abgethan wurde. Zug für Zug. auch pschychologisch, deckt sich hier die Handlung mit der des Präsidentenmörders. Wenn man anzunehmen geneigt ist, daß Czolgoscz die Frau Kutitonskaia sich zum Muster genommen hat, dann entsteht die Frage: Hat er selbst aus eigenem Antrieb K e n n a n 's Sibirien" sich verschafft und gelesen? Dicö kann man aber kaum annehmen. Das Buch ist erstens ziemlich theuer und zweitens ist es nicht im Stil einer anarchistischen Flugschrift gesckrieoen. Es macht Anspruch an eine Bildung, die der Meuchelmörder absolut nicht besaß. Wir wissen, daß

Leute ohne jede höhere Bildung. Bücher, die über ihren Horizont gehen, nach einiaem verständnißlosem Durchblättern, gähnend bei Seite legen, ohne solche Finessen wie die angeführte, zu entdecken. So bleibt nur die Annahme übrig, daß der Meuchelmörder von Gelehrten" des Anarchismus unterrichtet worden sein mag, von Leuten, welche die Taktik des politischen Meuchelmordes, von Cäsar bis auf unsere Tage, als Brodstudium" betreiben. Für die Ermordung McKinley's aber, scheint außer allem Zweifel, das Buch des Amerikaners Kennan als Leitfaden" gedient zu baben. Th. G. Steinte. Dieser Beitrag unseres geschätzten Mitbürgers wird allgemeines Jnteresse erregen. Immerhin ist es aber möglich, daß Eolgoscz von anderen Anarchisten gehört hat. daß die eldin" Kennan's ein Taschentuch zu? Verbergung ihres Revolvers benutzte und es ist auch denkbar, daß Czolaosc? selbst auf oen Gedanken kam, seine Mordwaffe auf solch? Weise zu verbergen. s-in Ttapclluf .: ollcnkiSlic ist sicher nichts Gewöhnliches. So stnderbar es überhaupt erscheinen mag. hat ein solcher doch vor einigen Woch.n stattgefunden, als fast auf dem Gipfel des mächtigen Andengebirge? im Gebiet von Peru in Gegenwart von etwa 5000 höchst verwunderten Eingebe:.nen ein Dampfer ins Wasser gelassen wurde. Schon von der Schule htx kennt jeder den Titicaca-See. eincWafserfl'äche, deren Eigenschaften nicht wt Niger merkwürdig sind, als ihr Name. Er liegt zwischen den Bergriesen te?. Sorata und des Jllimani. hat ein? Länge von 240 und eine Breit? von 185 Km., ist also einer der arcfrc' Binnenseen der Erde und befindet stö dabei fast 4000 M. über dem Mcer spicgel. An beiden Enden des Sees sind die ziemlich wichtigen Niederlassungen Puna in Peru und Chili'.v fa Bolivien gelegen, zwischen denen vu Verbindung bisher nur durch einsaß Ruderboote bewerkstelligt wurde. diese Verkebsmiitel nicht mehr geftug' ten. ließ eine peruanische Transport. gesellschaft einen großen Dampfer bauen, der den Namen ..Eopa" erha? hat. eine LTinge von 51. eine Brcüe von 8,83 M. und eine ftcuimce: -drängung von ?00 Tonnen besitzt una 45 Fahrgäste erster und c0 weüe.,' Klasse aufnehmen kann. Trotz der mannigfachen Schwierigkeiten jeder Art. die sich der Einrichtung einer Werft und der Beichaffuna dev nöthigen Materialien und Maschinen im Gebiet d?s ewigen Schns enVcgenstellten. hat or Ban doch nur seif.1 Monate gevalittt und 21 Wochen nach der Kiellegung konnten die peruanischen Baumeister den Dampfer oom Stapel lassen, der nun zum ersten Male die friedlichen Gewässer des Titi-caca-Sees mit seiner Schraube ausruhe ren wird. Die Agentur Paris - R o n volles meldet aus Tanger, daß dort 15.000 Chass?potgewehre n(b Munitien aus Frankreich angekommen und yXch ftc weiterbefördert worden seien.

Karioffelvau als Wohlstands quklle. In den amtlichen Consular . Ne Porto" erscheint ein interessanter ?e richt des G'N.'ralkonsuls Mason in Berlin über eine Sonderauostellung in der Reichobauptst-idt. auf welcher die Fortschritte in der gewerbli'-l'en Verwerthung des Kartosfelalkohols dargethan werden. Tiew Auöstettnng schließt sich vlanmäß'g an diejenige an, welche im verflossenen ahre von dem Verbände der Alfohol-Prodnn. ten und der Gesellschaft zur Zörde rung der industriellen Spiritusverworthung abgebalten wurde. 3ic steht unter derselben Leitung, ist aber wesentlich größer und liefert ein klares Bild des Anbaues und der vortheilbaftesteu Verwendung der Kar toffel: 1.. als menschliches Nahrung'?Mittel, 2., alö Viehfutter, 8 , als Roh. stoff ur iriiuogewinnung und 4., als Rohstoff yir Herstellung der Stärke und ihrer Nebenprodukte wie Stärkezucker, Sirup, Dertrin u. s. W. Der ..rtoffelbau wird in Dellt'ch land seit der ',w?iten Hälfte des 18. Jahrhundert im (Großen betrieben. Die Bedeutung, welche er neuerdings gewonnen, erhellt aus der Thatsache, daß im y-hrc 1901 3,300,000 Hektare oder 12.5 Prozent des gesammten ktllturfäbigen Landes mit Kartoffeln bestellt worden w.iren. Auf je 10, 000,000 Kövfe der Bevölkerung wurden im Jahre 1900 in Deutschland 100 Acker mit Kartoffeln bepflanzt, in Oesterreich 112, in Frankreich 98. in Großbritannien und Irland 3! und i ii den Bereinigten Staaten 34.8. Während Deutschland im Jahr 1890 von 7,031.975) Acker Landen 32.329.000 Metertonnen Kartoffeln erntete, gewann es im Jahre 1900 von 8.297,080 Acker 48,087,000. DaS beweist wohl zur Genüge, welche Auf merksamkeit man neuerdings den: rationellen Kartoffelanbau widmet. Ein grosser Theil sandiger Haide in Nord- und Mitteldeutschland ist durch sachgemäße Kultur dem Kartofselbau erfolgreich dienstbar gemacht und das Gesammterträgnifz der Pflanze durch sorgfältige Pslege, Beachtung der günstigsten Pflanzeit, geeigneteKreuzungen und rationelle Bodenvebesserungeu in den letzten zehn Jahren um 38 Prozent erhöht worden. fSi sind Tvässc bekannt, in denen das (5rträeuis'. eiae Ackers bis über 14 Metertonnen stieg, während Ernten von 8 bis 9 Tonnen vom Acker nicht für außergewöhnlich erachtet werden. Von der Gesammtkartoffelernte Deutschlaud's dient die Hälfte der Bevölkeruug alo Nalnmugmittel. Ein großer Tbeil dient als Mastfutter für Nindvieh. Schweine. Schafe und Ge slügel. Die Kartoffel wird theils roh theils gedämvft verfüttert, aber nur

so lange, bis sie Sprossen ansetzt uud dadurch beträchtlich an Nährwerth eiubüszt. Gegenwärtig bemüht mau sich um die Ermittelung eine billigen Verfahrens, das kleinem hintenanzu halten, und so die Nährkraft der Knol len zu wahren. Der Alkolwl-Verein und einige landwirtschaftliche Genossenschaften haben einen Preis von 30.000 Mark auf die Erfindung rine g eigneten Kartoffel - Trockenverfah rens gefetzt. Im Gewerbe finden von den Kartoffelprodukten der Alkohol und die Kartoffelstärke Verwendung. Von deren Bedeutung giebt die Thatsache einen Begriff, daß drei Fabriken im Berliner Konsulardistrikt allem vertritt und .Kartoffelmehl im Werth oon fast Z200.000 nach den Vereinig, ten Sta.iten auc'sü'irten. Im Gan zen erportirte Deutschland im Iah 1902 45.970 (1900 21,792) Tonnen Kartoffelmehl und Stärke und 11, 047 (1900 10.10.7 , Tonnen Dertriu. Unter den Ausstellungsgegenständen befinden sich sehr leistnugöfälnae Kraftmaschinen und Motorwagen für die verschiedenst? Zwecke. Der beul fche Kaiser ist bekanntlich ein eifriger Förderer aller Bestrebungen, welch? auf die Verwcrilnuig des Alkohole- in der Industrie abzielen, hm ist neuer dingö der Zar mit der Ermässigung der Steuer aus Spiritus gefolgt, welcher im Gewerbe Verwendung findet, lind auf seine Anregung scheinen bei der rnssifeden Marine Boote niit SvirituSfeuerung eingeführt zu sein. d ren Maschinen bi m 300 Pferdekräf ten entwickeln. Die Beleuchtungsabtheilung weisi Straßenlaternen und Lampen von den. einfachen Vorplatzlicht bis zum kostbaren Kronleuchter auf. Das Alkohollicht brennt unter dem Welsbach-Man-tel so hell, daß das menschliche Auge es nicht ohne Schutz zu ertragen vermag. Ebenso vielseitig und reichhaltig sind die Heiz- und Kochvorrichtungen die mit dem einfachen Kasfeekocher und dem Spiritusöfchen beginnen iid mit dem großen Küchenherd und dem Sa-lon-Kamin aufhören. Selbstverständlich konnte der Alkohol diese hohe Stellung in der Jndustrie nur erobern, wenn seine Herstellungskosten auf das Aeußerste beschränkt wurden. Die deutsche Centralstelle" liefert ihn jetzt an alle Bahnfiationen zum Preise von etwa 15 bis 17 Cents die Gallone. Die neu etlichen Alkoholmotore für landwirthschaftliche Maschinen liefern unter den obwaltenden Umständen die Pferdekraft auf die Stunde für etwa 2 Cents. Herr Mason weist zum Schlüsse sei-

K"lp5reien ysfsanes auf die Weisheit und den Scharfblick hin. die tu teutsche Regierung an den Tag legte, als sie den Alkohol, der im Gewerbe Verwendung findet, von der Steuer befreite. Aus jedem Dollar", schreibt er, der an Steuereinnahmen geopfert wurde, zog die Bevölkerung reichen und vielfältigen Nutzen durch die Anregung, welche dem Kartoffelbau und der Verwendung des billigen Alkohols in der Chemie und dem Kunstgewerbe gegeben wurde."

Schiedsgcria'.tliche yohe Commis. sion in onson. Nach einer offiziösen Depesche aus London wird um die Mitte des April die gemeinsame hohe Commission zur Schlichtung der Alaska-Grenz-frage in London zusammentreten, und dann ihre Sitzungen nicht vor Mitte August beendigen. Daß die. hohe Commission vier Monate zusamnienbleiben werde, kann jedoch nur eine Vermuthung sein. Eine frühere Nachricht, wonach England gegen das und jenes amerl kanische Mitglied der Commission Einsprache erhoben hätte, bestätigt sich in keiner Weise. Die amerikanischen Commissäre sind bekanntlich: Kriegsminister R o o t, der bisherige Senator Turner vom Staat Washington und der sattsam bekannte Senator L o d g e von Massachusetts. Root eignet sich schon als Jurist ersten Rangs für den Posten in der hohen Commission. Aber seine längere AbWesenheit vom Kriegsminister-Postcn wird dem Dienst um so weniger zuträglich sein, als es in den nächsten Monaten gilt, die großen Reformen im Heere durchzuführen. Auch ist nicht gut. daß die Abwesenheit Noot's gleichzeitig mit der großen Reise des Präsidenten erfolgt und so außer dem Präsioenten auch eines der bedeutendsten Cabinettsmitglieder in der Bun dcshauptstadt fehlen wird. Turner war, als ihn der Präsident zum Mitglied der hohen Commission wählte, noch einer der bedeutendsten Demokraten im Bundessenat. Am viertenMärz hat er jedoch seinen Platz an einen Republikaner abtreten müssen. Uebrigens ist es passend und hübsch, daß der Präsident auch einen Demokraten gewählt hat. Um so weniger gefällt Turner den Engländern, da er stets entschieden jeder Nachgiebigkeit gegen England in der Alaska - Grenzfrage sich widersetzte und die vorläufigen Zugeständnisse bitter tadelte. Er ist übrrgens ein sehr fähiger Mann und ein bedeutende? Jurist. Die nun auch ernannten drei englifchen Commissäre sind: Oberrichter A l v e r st o n e von England, Oberrichter A r m o u r von Canada, und der frühere Oberrichter Jette von CÄZsada. drei bedeutende Juristen. Es ist das erste Mal, daß eine auf Streitfragen zwischen den Ver. Staaten und zwischen England in seiner Eigenschaft als amerikanischer Ländcrbesitzer bezügliche gemeinsame amerikanische und englische Commission in London tagen wird. Die früheren Commissionen dieser Art entfalteten ihre Hauptthätigkeit in Washington und zum Theil in Canada's Haupt' stadt Ottawa. Die Verlegung nach London ist ein Unfug, da es sich um rein amerikanische Fragen handelt. Schon als vor einigen Wochen die drei amerikanischen Commissäre ernannt wurden, zeigten wir, um was sich dieser Alaska - Grenzstreit dreht und daß England seit den dortigen Goldentdeckungen allerlei Grenzerweiterungsansprüche macht, an die es früher nicht im Traume dachte. Die bisherigen Versuche zurSchlichtuna des Streits schlugen fehl. Darauf traf Ttatt-ministcr Har, mit dem damals noch lebenden englischen Botschafter Pauncefote ein einstweiliges Uebereinkommen, das bis zum endgültigen Austrage der Sache cträchtliche einstweilige Grenzzugeständnisse an England machte. Und bald darauf kam der von unserem Bundesfenat noch vor Schluß des alten Congresses bestätigte Vertrag zwischen England und den Ver. Staaten zu Stande, wonach der Streit durch eine schiedsgerichtliche hohe Commission geschlichtet werden soll, für welche di? Ver. Staaten und England, letzter, im Namen Canada's, je drei Mitalieder stellen. Da jeder Theil in dem Schiedsgericht drei Vertreter hat und es an einem den Ausschlag gebenden unparkiischen siebenten Mitgliede fehlt, so ist nicht abzusehen, wie eine schiedsgerichtliche Verständigung in der hohen Commission zu Stande kommen kann ohne amerikanische Nachgiebigkeit. Hoffcntlich beharren aber die drei amerikanifchen Commissäre insgesammt, unbeirrt durch Londoner chmeichelcien, Festlichkeiten und heuchlerische Angelsöchsereien und unangesteckt von der' Speichelleckerei des dortigen amerikanisäx'n Botschafters Choate. unentwegt auf dem guten Recht der Ver. Staaten. In der bayrischen Gesandtschaft zu Paris ist ein Diebstahl verübt worden, der dem kürzlich derschwundenen Privatdiener des Geschaftsführers Frhrn. v. Guttenberg, einem Schweizer Namens Schmitz. der demnächst den Dienst verlassen sollte, zur Last gelegt wird. Gestohlen wurden 5200 Fr. Privatgelder und 200 Fr. für Untkrstützungszwecke bereit liegende Gelder dagegen keine Wertpapiere odr Schriftstücke.

Gisenbaitn - 5uhrpln. Cleveland, Cincinnati, Chicago 8c St. Conis Railway.

C l e v elan bedeutet täglich, ausgenommen Sonntag. Abgang New Jork Expreß tägl 4 40Bm Anderfonck B H'b'r Exp . . . . 4öBm Muncie & FtWayne Exp p. 7 20Vm N S k B Lim täglich 8 ... 8 00Nm Clev & Benton Harbor Exp. 11 10Vm N A & Lim, tägl 6g.... 2 65Vm Union City Acc tägl 4 4m Knickerbocker Sp täglich d Sc s 6 25 Jim St. LouiS 4. St LouiS Mail 7 20m Southweftern Lim tgl d k s 11 45Bm St Louis Lim täglich pds. 3 259cm Terre Haute & Mat'n Acc.. 5 009cm N J d St. Louis Exp tägl..10 40Nm St Louis Expreß tägl s. ... 12 05Vm Eineinnat Cin k Lous Nacktervreh tal g 3 45Bm ZOBm 30Bm St Lous & Cin Rachtexp tg g 4 Cincinnati Exp tägl s 7 Cincinnati Acc 10 45Bm Cincinnati F Expreß, tägl p 2 50Nm Louis F Expreß 2 Greenöburg Accom 5 Eine & Wash g L tg d fc p 6 50Nm 20Nm 20Nm Chicago Kankakee Accom 7 OOVm Chicago Fast Expreß tgl d p 11 50Bm White City Special 8 d & p. 3 30Rm LaFayette Accom 5 15cm Chicago Rachtexpreß tägl 8. .12 05Bm Michigan Venton Harbor Expreß 6 45Vm Michigan Mail Expreß p...ll lOBm Elkhart Acc täglich 4 45Nm P e 0 r l a D i v i Peoria Expreß öc Mail 7 Western Expreß täglich p d . . 11 Champaign Accom 4 Peoria Expreß täglich s 11 Peoria Columbus Expreß tägl 6 Ohio Special tägl dp 3 Lynn Accom 6

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