Indiana Tribüne, Volume 26, Number 187, Indianapolis, Marion County, 31 March 1903 — Page 6

Jüdinn Tribüne, 31. März 1903

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C22S23tvO Base Burner, Hot Blaft oder Koch-Ofen in der Welt wünsch, n, so gehen Sie z Willig's Bei Laden, 141 Weft Washington Str. Baar oder Credit. 14 Nord Pennsylvania Strafte, Hauptquartier für rillen und Operngläser. Tu 15 nNNSriVANIAj 'STs f&eß& 2 m itf rtllm werde nach oen besten Methoden den Augcn WWU Kimftliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. Niedrige Raten .... nach .... Paducalj, Kh., Corinth, Miss., Dville oder Johnsonvillc, Tenn. und zurück via Big our Rowe in Anbetracht der Enthüllung des Jndiana Monuments auf dem Shiloh Schlachtfeld. " undfahrt-Billette nach obigen Punkten den am 3. und 4 April 1903, an allen Big Four Stationen in Jndiana verkauft. Tickets find qiltig von dem Verkaufstag n und für die Retour-Paffage ur Abfahrts Station bis ,um 15. April 1903. ftfix Ginieln&iiten wende man sich an die Tickn-Agenten der Big Four Bahn" oder schreibe an Z tznch. . , Depp, Paffagikr u. Ticket gt. Assistent . P. u. T. Eincinnati. O h , o., i c . , Densrnore Schreibmaschine wird auf dem Kreuzer ..Fürst Blsmarck sowie von den Deputirten des deutschen Reichstag gebraucht. Tie Continental Elektische Eo. zu Nürnberg. Deutschland, benutzt 33 Densrnore. Mehr Arbeit in weniger Zett it geringer Anstrengung. Densrnore Typewriter Company, Monument Place und Ost Market Str. Xel: Alt 1649; Neu 348. Vchre.v,t,inen ,u verkausen. vertausche, rrnill)cn und rrftn. LAKE ERIE & WESTERN R. I Jahrzeit der Züge . . . Abfahrt nkurft Kcledo. hcao und Mchigan Ervrei..,f 7. 16 10 25 ZKIed. Detro und Chicago tktin l2.i0 f 3.15 Cith. Vlunkt, u L'uTa ijrttrCpI. t 7 25 10 25

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LmorMbe Nachrichten. Provinz Pommern S ch l a w e. Auf dem Grundstück des Ackerbürgers Toepke brach Feuer aus. Scheune, Stallung und Schuppen brannten nieder. Swinemünde. Feuer zerstörte die in der Königs-Allee belegene Villa Schweizerhof". T i l z o w. Eine Feuersbrunst leqte das Doppelwohnhaus der Häusler Siebert und Möller in Asche. zh'rorinz Schleswig -Kolstcin. Schleswig. Maurermeister Josias Peper feierte mit seiner Frau die goldene Hochzeit. Stadtrath Stehn wurde wiedergewählt. Alton a. Sein 50jähriges Jubiläum als Senator feiert in diesem Jahre der unbesoldete Senator C. W. Hesse. Derselbe ist am 27. Oktober 1853 vom König von Dänemark auf Lebenszeit zum Senator gewählt worden. Das zweite am 27. März 1860 auf Lebenszeit gewählte MagistratsMitglied ist Senator W. Knauer; derselbe gehört also 37 Jahre dem Magistrat an. Dietrichsdorf. Durchgegangen mit etwa 23,000 Mark erschwinbetten und unterschlagenen Geldern ist der Verwalter Lohmann des hiesigen Logir- und Speisehauses derHowaldswerke. Eckernförde. An Stelle des bisherigen Strandhauptmannes, des Kanzleirathes Dittmar, der in den Ruhestand getreten ist, hat der Regie-

rungspräsident den Steuersekretär Radke hier zum Strandhauptmann des hiesigen Strandamtsbezirks ernannt. Friedrich st ad t. Steueraufscher Francke von hier wurde nach Jtzehoe versetzt. An seine Stelle tritt der Grenzaufseher Sommerfeld in Brunsbüttel. Hohenaspe. Lehrer und Organist A. Petersen ist zum Haupllehrer ernannt worden. I tz e h o e. Leutnant Räcke, Adjutant der 1. Abtheilung des 9. Feldartillerie -Regiments hier, wurde infolge des Scheuens seines Pferdes gegen einen Baum geschleudert und schwer verletzt. Kiel. Das Kriegsgericht der 18. Division verurtheilte den Unterofficier Gorgbau vom Regiment 85 wegen Mitzhandlunq Unteraebener m VA Jahren Gefängniß und Degradation. VI t u ! i r e n. Durch Kentern ei nes Bootes ertranken auf dem Kahlebuller See die Wittwe Petersen und der Landmann Johannsen von hier. Uta o e I. Tmt aoldene Äock?eit be dingen die Eheleute Landmann Jessen, 88 Jahre und 75 Jahre alt. Pastor Beenk überbrachte im Auftraae des Kaisers die goldene EhejubiläumsmeDame. T o n d e r n. Rechtsanwalt Ritter und Gastwirth Johannsen sind zu Stadtverordneten aeäblt worden. Mrovln Pcblosicn. B r e s l a u. Gymnasial - Ob-r-lehrer a. D. Professor Dr. vbil. 5fer. dinand Otto Meister feierte sein goldene uvltaum. Ver ehemalige Privatdozent der hiesigen Universität, Domicholastikus und Präses des Consistoriums im katholischen Bisthum Hierselbst, Dr. I. L. Wick. ist, 83 Jahre alt. gestorben. Das 17jährige Dienstmädchen Elfe Pilzer übergoß seine Kleider mit Petroleum und zundete sie an. Nachbarn fanden das Mädchen vollständig verkohlt auf. B u n z l a u. Im Alter von 79 Jahren verschied der Baurath a. D. Richard Schiller. G l a tz. Wegen Unterschlagung im Amte verurtheilte die hiesige Strafkammer den früheren Polizei - Sergeanten Ferdinand Hitschold aus Landeck zu zwei Jahren Gefängniß. H a i n a u. Steuereinnehmer a. D. Gregor Müller feierte seinen 97. Geburtstag. K ö b e n. Das Schulmädchen Emma Titze hier hatte den Schüler Karl Schild vom Tode des Ertrinkens gerettet. Ihr hat dieserhalb der Regierungspräsident zu Breslau eine Prämie von 20 Mark gewährt. Lampersdorf. Beim Feueranmachen trug die 84jährige Auszüglerin B. Jänifch so schwere Brandwunden davon, daß sie starb. P i e g n i tz. Fabrikbesitzer Ma? Hübner, Mitinhaber der hiesigen Eisenqießerei und Maschinenfabrik ftettj Hübner, zweiter Vorsitzender der Handelskammer hier, ist zum Commerzienrath ernannt worden. N c m s l a u. Auf bim Eise ein gebrochen und ertrunken sind der 7 Jahre alte Sohn des Kaufmanns Hoffmann und der gleichaltrige Sohn des Stationsassistenten Bartos. Nikolai. Gerichtsvollzieher a. D. Julius Schedler erhielt das Kreuz des Allgemeiren Ehrenzeichens. O e l s. Der Commandeur des 8. Dragoner - Regiments König Fried- ( iii' ' f .tn " . n x . c f ncp in. rjierieioii oerii cnaijcna von Ehrenfeld, wurde auf der Rückfahrt von Breslau nach hier im Zuge vom Schlage getroffen und verstarb auf der Stelle. R a t i b o r. Gymnasialoberlehrer Koegler ist zum Kreisschulinspektor ernannt worden. S t r i e g a u. Hier starb im fast vollendeten 80. Lebensjahre der frühere Fabrikbesitzer Rentier Bruno Nacke, Mitbegründer des im Jahre 1854 Hierselbst unter der Firma Lommel & Nacke entstandenen Fabriketa blissemönts.

W a l d a u. Eine Feuersbrunst vernichtete die Anwesen von Robert Kühn, Ernst Zeidler. Ernst Naumann, Junge und der Wittwe Kühn. gicoxxn$ H'ssen. P o s e n. In der StadtverordnetenVersammlung wurde Beigeordneter Wilms in Düsseldorf zum ersten Bürgermeister Hierselbst gewählt. B i e l s k o. Feuer zerstörte Scheune und Stall des Besitzers Furchheim. I a n o w i tz. Einem Brande fielen die Scheunen der Besitzer Feldmann, Funke und Reicher in Dornbrunn zum Opfer. Krone a. B r. Tischlermeister Hübner und seine Frau begingen ihr goldenes Ehejubiläum. L a d i s ch i n. Im Alter von 64 Jahren verschied der Direktor Adolf Henke. Er war viele Jahre hindurch Mitglied des Magistrats. M e s e r i tz. Die Eigenthümer Franzke'schen Eheleute aus loben, welche wegen Ermordung ihrer Mutter bezw. Schwiegermutter vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt waren, sind zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. Ostrowo. Regierungsassessor Freiherr v. Hodenberg, Verwalter des hiesigen Landrathsamtes, ist zum Landrath des Kreises Ostrowo ernannt worden. R a s ch k o w. Eheleute Rentier Valentin Lesinski feierten das Fest der aoldenen Hochzeit. sl . u n 4'. irrnutatJCCC UHU .HUIUUt

Hübner feierte seinen 70. Geburtstag und trat an diesem Tage u. den Ruhestand. Der hiesige Lehrervcrein, dessen Vorsitzender der Scheidende seit vielen Jahren war, ernannte ihn zum EhrenVorsitzenden, ebenso hatte auch der Männer - Gesangverein seinen Tirigenten zum Ehren - Mitglied ernannt. Der Kaiser verlieh dem Scheidenden den Kronenorden vierter Klasse. JroVinz Sachsen. M a g d e b u r g. Der 26 Jahre alte Brauer Wilhelm Angerstein versuchte seine von ihm getrennt lebende Ehefrau Elfe, geborene Schulz, zu erschießen und verletzte sie schwer. In einem Hotel in der Mittelstraße in Berlin erschoß der 32jährige Buchhalter Friedrich Arndt von hier in dem Augenblick, als Eriminalbeamte ihn verhaften wollten, erst seine ihn begleitende 24jährige Geliebte Elfe Sander und dann sich selbst. Arndt war nach einer Unterschlagung von 17.000 Mark in Begleitung seiner Geliebten von hier flüchtig geworden. Seinen 70. Ge burtstag feierte der Rentner Wilhelm Buttenberg. Seit 30 Jahren gehört er den kirchlichen Körperschaften der St. Johannisgemeinde an, 10 Jahre der Gemeindevertretung und 20 Jahre dem Gemcindekirchenrath. Wegen Diebstahls verurtheilte die Strafkammer den 22 Jahre alten Arbeiter Otto Gernert von hier zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus. A : e n. Durch unvorsichtige Hantirung mit einem Spiritusapparat zog sich der Getreidehändler Koch so schwere Verletzungen zu, daß er starb. D a h l e n. Im nahen Bortewitz wurden das Gehöft des Gutsbesitzers Robert Müller und die Scheune des Gutsbesitzers Schwarze durch Feuer vernichtet. Erfurt. Landgerichts - Präsident a. D. Hermann Lindner ist im 73. Lebcnsjahre gestorben. G e n t h i n. In der Stadtverordrnten - Sitzung wurden in den Vorstand für 103 gewählt: Kaufmann Fischer als Vorsteher, Töpfermeister Brand als Stellvertreter, Kaufmann Werner als Schriftführer, Buchdruckereibesitzer Donath als Stellvertreter. Halber st ad t. Kürzlich waren 25 Jahre verflossen seit dem Tage, an dem die Schwester des DiakonissenHauses zu Halle a. S. Antonie Schlicht in das Amt der leitenden Schwester des hiesigen Salvator - Krankenhauses eingeführt wurde. Halle. Nach längerem Leiden derschied hier im Alter von 57 Jahren der frühere freisinnige Reichstagsabgeordnete Justizrath Wilhelm Trautmann. K a l l m e r o d e. Im Verlaufe eines Streites erschoß der 25jährie Maier E. Breitenstein seinen 15jährigen Bruder Theodor. Langenriet h. Eingebrochen und ertrunken ist im hiesigen Dorfteiche das 5 Jahre alte Söhnchen des Bahnbediensteten Richter. Schönebeck. Im Alter von 72 Jahren starb Stadrath Senff an den Folgen der Influenza. Lange Jahre hatte er städtische Ehrenämter bekleidet. Sommer schenburg. Unter dem dringenden Verdachte der Brandstiftvng ist der Schlossermeister Gustav Reckling von hier verhaftet und dem Amtsgerichte in Hötensleben zugeführt worden. F'rc'vinz Kernnover. Hannover. Friedrich Wiedemann, früher Direktor dcs hiesigen Residenz - Theaters, starb im Alter von 56 Jahren. Er hinterläßt eine Wittwe in der traurigsten Lage. Sein Vermögen hatte er verspekulirt. Regierungsassessor Dr. Martin von arnpe wurde an Stelle des Geheimen Regierungsraths Steinmetz vom Provinziallandtage zum zweiten Satzrath gewählt. Im Alter von 52 Jahren entschlief der Schriftmaler Martin Börsmann, der als Liebhaber und ' gründlicher Kenner der plattdeutschen ; Sprache hier und auch auswärts sehr bekannt war. Im hiesigen Plattdütschen Vereen" war er zweiter Vorsitzend,r.

Aus dem Maskenball.

Skizze von Eh. Täuber. Seit zwei Jahren war Herr Müller Wittwer. Das war nun zwar ein recht zwangloser Stand. Er konnte thun und lassen, was ihm beliebte, konnte die ' halbe Nacht in seinem Stammlocal zubringen -der sonstwie 'einen Vergnugungen nachgehen, soweit dies sein kleines Handschuh- und Eravattengeschäft zuließ. Doch allmälig befreundete er sich mit dem Gedanken, die goldene Freiheit wieder aufzugeben, sich abermals mit Hymens Banden fesseln zu lassen. Es war doch eigentlich bequemer, fand er, eine Frau zu haben, die ihn und den Haushalt getreulich versorgte. Zwar that das seine kaum achtzehnjährige, hübsche und sehr stattlich gewachsene Tochter Hertha auch ganz gewissenhaft, aber es war doch nicht das Richtige eine Tochter ist keine Frau. So ging er denn auf Freiersfüßen, und die führten ihn eines Abends statt in sein Stammlokal zur AbendunterHaltung eines der vielen Wittwenvereine, die seit einiger Zeit in Berlin bestehen und in denen ..Gäste stets willkommen" sind, wie es in ihren Jnseraten heißt. Neugierig blickte er um sich, wer da kam. Eine hübsche, noch ziemlich jung aussehende Dame von stattlicher Gestalt stand dort am Eingang und schüttelte einer Bekannten freundschaftlich derb die Hand. Ihr eng anliegendes hellgraues Kleid hob die üppigen Formen verführerisch hervor, ihre großen, dunklen Augen blitzten vor Lebensfreude, und um den vollen, rothen Mund spielte ein freundliches Lächeln. Eine reizende, junge Frau!" meinte die angejahrte Frau, die neben ihm faß und die er bisher nicht beachtet hatte in seiner üblen Laune. Er wandte sich nunmehr der Sprecherin zu. Diese sah mit ihrem listigen Spitzmausgesicht, den lauernden, kleinen Aeuglein und dem ganzen Gehaben wie eine- schlaue, verschlagene Kupplerin oder Heirathsvermittlerin aus. Und sie hat auch etwas Geld," bemerkte die Alte wichtig, gleichsam anpreisend. So . . . Sind Sie denn mit ihr bekannt?" Na. gewiß doch ... ich kenne die schöne Frau Lemke schon lange ... sie ist die Hübscheste im ganzen Verein." Na, dann können Sie mich ja bei Gelegenheit vorstellen . . . Mein Name ist Müller. Handschuhfabrikant." sagte er kurz, denn an Leute, die ihm .so unsympathisch waren, verschwendete er nicht viel Liebenswürdigkeit, und besonders die sogenannten HeirathsVermittler" waren ihm ein Greuel. Er vermuthete richtig, wenn er das verschlagene Spitzmausgesicht zu dieser Zunft rechnete. Das Weib verdiente ein gutes Stück Geld mit ihren Vermittlungen", die niemals zu einer Heirath führten. Bald war Müller mit Frau Lemke, der hübschen Wittwe bekannt geworden und zwar ohne das Zuthun der alten Vermittlerin. Er hatte sich plötzlich selbst vorgestellt und nachher den Platz an ihrer Seite behauptet. Allmälig wurden sie gute Freunde. Sie besuchten Theater und Concerte, amüsirten sich im Wintergarten und soupirten fröhlich zusammen. Frau Hedwig Lemke war immer sehr vergnügt, und Müller bereits bis über die Ohren verliebt. Alter schützt vor Thorheit nicht," sagt ein wahres Sprichwort. Einmal sprach Frau Lemke davon, einen Maskenball besuchen zu wollen. Ob Herr Friedrich Müller nicht auch kommen wolle? Sie lächelte ihm bei dieser Frage so cokett verheißungsvoll zu, daß er sich beeide, seine Zusage zu geben. Bloß" ihretwegen werde er kommen, versicherte er mit einem sehr warmen Händedruck. Und wie wollen Sie sich costümiren?" fragte sie. Das wußte er natürlich nicht. Ein Maskenball war ihm etwas Ungewöhnliches. So mußte er die Dame um Rath fragen. Nun, ich glaube, als Türke würden Sie sich recht gut ausnehmen," meinte sie lachend. Er gab ihr recht. Ja, als Türke wollte er kommen. Und welches Costüm werden Sie wählen, schöne Frau?" O, das sageich natürlich nicht . . . Sie müssen mich eben errathen." Und soviel er auch bat. ihm wenigstens einen Fingerzeig zu geben sie blieb felsenhart. Dann geleitete er sie zu ihrem Hause, und vor dem Thore raubte er ihr ganz schnell und kühn einen Kuß. wofür sie ihm einen leichten Klaps versetzte. Mit einem fcohen Auf Wiedersehen am Sonnabend auf dem Ball!" trennten sie sich, und Müller sprang in einen gerade voruberkommenden Omnibus und fuhr, in wohlgefällige Gedanken versunken, nach Hause. ch ch Papa, ich möchte heute Abend gern iirs Theater gehen darf ich?" So fragte die hübsche Hertha am Sonnabend beim Mittagessen. Müller frohlockte innerlich, während er an einem tüchtigen Stück Kasseler Rippspeer" kaute, daß die Tochter ihm zuvorkam. Hatte er ihr doch selbst den Theaterbesuch anbieten wollen! Denn

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kenball ankleiden, costümiren und dazu konnte er sein Töchterlein daheim nicht brauchen. Ja, gewiß geh nur, meinKind . . Du weiht, ich gönne Dir gern einen Kunstgenuß." Aber Du gehst ja wohl auch aus . . . Bleibst Du langem... Es ist wegen dem Hausschlüssel." Na ja natürlich wird der Skat heute wieder ein bischen lange dauern . . . aber dis macht nichts und den Hausschlüssel kannst Du nehmen." Herthas hübsches, rothweißes Gesicht strahlte vor Zufriedenheit. Am Abend machte das zunge Madchen, aas mit seiner fast zu voll entwickelten Gestalt bedeutend älter aussah. als es war, sorgfältig Toilette. Und dann begab es sich, mit Opernglas und Federfächer ausgerüstet, schnurstracks zu einer Freundin. Der Papa aber schickte einen Dienstmann nach dem im Maskenverleihgeschüft bereits bestellten Costüm. und als es Zeit dazu war. verwandelte er sich vor dem großen Spiegel m einen prächtigen Türken. Voll froher Erwartung fuhr er mit einer Droschke nach dem Südosten, wo der besagte Ball stattfand. In dem bunten, schimmernden und qleißenden Gewirr der Masten drängte er sich nun herum und suchte Frau Hedwig Lemke. Wie ärgerlich, daß sie ihm Nicht gesagt, welches Costüm sie tragen werde! Da erblickte er endlich eine Gestalt, in der er sie erkannte: dieselbe Größe, dieselben üppigen, schwellenden Formen. Eine schöne dunkelhaarige Rumänin war es und Frau Lemke war brünett. Mit verstellter Stimme sprach er sie an. ijin lenes luvernes acyen amwortete ihm. Ja, so lachte sie es war die Wittwe. Aber er wunderte sich darüber, daß sie so auffallend wenig und sehr leise, fast flüsternd sprach. Sie schien recht ängstlich zu sein in dem bunten, überwüthigen Getriebe. Als sie allein in der halbverborgenen, traulichen Nische saßen, bat er sie, immer mit verstellter Stimme, die Maske zu lüften. Sie weigerte sich. Er aber, von demWunsch nach einem Kuß erfüllt, entfernte keck mit der einen Hand ihre seidene Gesichtshülle und mit der anderen riß er seine eigene Maske ab. Und jäh prallte er zurück seine Tochter Hertha war es. Anstatt in's Theater zu gehen, hatte sie bei ihrer Freundin, der übermüthigen Emmy. das längst vorbereitete Costüm angelegt, und dann waren die Beiden unter dem Schutze einer älteren Frau auf dem Balle erschienen. Sie hatten denCarnevalsscherz schon früher besprochen. Im Saale war die Freundin von ihrem heimlichen Verlobten, einem stolzen Spanier bald gefunden und in Anspruch genommen worden. Und Hertha ward von dem Türken erkoren, der zufällig ihr Vater war. Wie kommst Du denn nur hierher?" fragte er nun. Er wollte gern strenge erscheinen, doch er genirte sich fast ein wenig vor der Tochter. Jetzt sah sie ja, wie er Skat" spielte! Ach wir wollten uns einen kleinen Scherz leisten, meine Freundin Emmy und ich . . . sie hat mich dazu überredet ...Wir sind aber nicht ohne GardeDame Emmy hat eine bekannte Frau hier . . . Die dort ist's, die Satanella Frau Lemke heißt sie." Soeben kam die üpige Teufelin, die in dem feuerrothen, tief decolletirten Costüm nur noch verführerischer aussah, vorüber. Müller hatte sie früher über der schönen Rumänin gar nicht bemerkt. Guten Abend!" rief sie, auf ihn zukommend. Schon demaskirt? . . . Und welch' angenehme Gesellschaft Sie haben schon die ganze Zeit her . . . Ja. ja. Rumänien ist nicht weit von der Türkei." Friedrich Müller war sehr verlegen. Wie sollte er derAngebetenen die Sache plausibel machen? Sie wußte ja gar nichts von seinen Familienverhältnissen. wußte mithin nicht, daß er schon eine so stattliche Tochter besaß. Wer weiß, für wen sie Hertha hielt! Da war es wohl am Besten, wenn sie alle haarklein erfuhr. . Meine Tochter Hertha ist mitgekommen," sagte er mit einem Armensündergesicht. Das Mädel muß auch ma! sein Carnevalvergnügen haben." Die dunklen Augen der Satanella blitzten Hertha und ihn prüfend an. Ob es auch wahr ist. daß sie seine Tochter ist?... Die Männer sind zumeist ausbündige Lügner . . . Das mollete" Mädel da kann ganz gut vier fünfundzwanzig Jahre alt sein ...und er erzählte mir. er sei vierundvierzig . . " Aber nun kam die lustige Emmy, Herthas Freundin herbei, und Frau Lemke konnte sich allmälig völlig überzeugen, daß Hertha wirklich Müllers Tochter war. Man lachte herzlich über den gelungenen Carnevalsscherz. Der heirathslustige Wittwer widmete sich jetzt ganz der verführerischen Teufelin. Die hübsche Hertha aber fand einen neuen jüngeren Ritter. Und einige Tage nach dem Maskenballe wurden zwei Verlobungen gefeiert.

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