Indiana Tribüne, Volume 26, Number 185, Indianapolis, Marion County, 28 March 1903 — Page 4
In Tribune. 28. März 1903.
Jndiana Tribüne. Herausgegeben von der uUufcetfl Indianapolis, Ind.
Harr? O. Thndium , : : PrättSent Geschäfts loeal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE V. r.ntered at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Die Convention der Krauenrechtlerinnen. Die Frauenrechtlerinnen, Di nun ihre nationale Convention in New Orleans abhalten, befinden sich in einem vexirenden Dilemma, das aber für das stärkere Geschlecht viel Komisches in sich birgt. Es ift die Frage der Negerinnen-Delegaten. Selbstverständlich wurden auch die farbigen Frauen von der Energie der weißen Stimmenrechtlerinnen angesteckt. Auch sie wollen bei dem großen Werke der Frauenemancipation mithelsen und die Früchte mit einheimsen. Wenn die weiße Frau für einen Prändenten ihre Stimme abgeben können soll, warum nicht auch sie. So bildeten sich gar bald Vereine farbiger Frauen, um ihren weißen Schwestern nicht nur im Dienste der guten Sache zu helfen, sondern auch eine leitende Stellung in dem Kampfe um das Frauenftimmrecht einzunehmen. Das National-Comite der Stimmrechtlerinnen wußte die Mithilfe ihrer Schwestern von der dunkeln Haut ebenso so zu schätzen wie der männliche Politiker und eine Raffengrenze wurde deshalb nicht gestellt. Das Comite wußte aus Erfahrung, wie gern und oft der Neger seiner Stimmpflicht genügt und den farbigen Frauenvreinen wurden deshalb alle nur möglichen Ermuthigungen gegeben. Daß die Raffenfrage aber gerade der Felsen sein würde, an welchem die Emanzipations - Bewegung zerschellen könne, daran dachte dasNational Council der Frauenrechtlerinnen nicht, als New Orleans als Conventionsstadt gewählt wurde. Auch die New Orleanser Frauenrechtlerinnen, die sich riefig geschmeichelt fühlten, als in der letzten Convention ihre Delegaten es erzielten, daß New Orleans als Versammlungsort gewählt wurde, hatten keine Vorahnung von dem Entsetzlichen, das ihnen bevorstand. Mit der den New Orleanser Damen eigenen Gastfreundschaft hatte der Lokal Verein, deffen Pflicht es war für die Unterhaltung der aus allen Theilen des Landes kommenden Delegaten zu sorgen, einen großen Empfang vorbereitet. Da traten erst flüsternd, dann aber immer lauter die Gerüchte auf, daß viele farbige'Delegatinnen ihr Eintreffen angemeldetZhätten. Mit Schaudern vernahmen' die südlichen Schönen die Nachricht. Sie konnten fich unmöglich so tief erniedrigen mit Negerfrauen, wenn fie luch Gleichgesinnte waren, im Gefühl gesellschaftlicher Gleichheit zu verkehren. Unmöglich konnten fie das Opfer bringen, die farbigen Delegaten festlich zu empfangen. Als die angekündigte Stunde des Empfanges kam und der große Saal im Charles Hotel von den auswärtigen Delegaten aufgesucht wurde, da war kein Empfangs-Comite anwesend um sie zu begrüßen, sie mußten sich selbst empfangen. Die Verletzung der Gebote der Gastfreundschaft machte böses Blut, bald bildeten sich Gruppen im Saal. Die Delegationen von den Südftaaten nahmen für ihre New Orleanser Schwestern Partei, der Norden und Westen aber fand die Geschichte kleinlich und empörend und so kam es, daß im Entstehen der Bewegung des Frauenstimmrechts die zwei Faktionen fich bildeten, welche in der Männer - Politik Nord und Süd politisch von einander trennen. Das schwesterliche Einvernehmen zwischenZder NationalZSuffrage Assn." und der National Council of Women" ist dahin. Nie wieder werden die beiden Körperschaften, die so lange innig verknüpft, ihre Conventionen alljährlich in derselbenZ Stadt abhalten, in Schwefterart dem gleichen Ziel zu streben, das schwarze Geschick hat sich leider erfüllt. Wie interessant dürfte wohl ein Wahltag sein an dem die weißen Frauen und die Negerinnen fich in die Stimmbuden drängen, um ihr Bürgerinnenrecht zu üben. Als Manrnl und Himmelsthau würden die Controleure des Neger-Votums den Zuwachs zu ihrem
Wahlmaterial begrüßen. Die südliche Frau mit ihrem ererbten Vorurtheil, macht nun alle diese schönen Hoffnungen zu nichte, und ift weiter Willens, lieber den Männern ihr Vorrecht zu laffen, als mit der Negerin emanzipirt zu sein. Die Suffragiften kennen solche Be denken nicht, um ihr Ziel zu erreichen, nehmen fie die Negerin mit in den Kauf, sogar recht gerne, denn sie kennen den Werth der Stimmenzahl, die ihnen die Negerinnen zuführen können und in schwesterlicher Eintracht mit den farbigen Gesinnungsschwestern hielten sie eine glänzende Versammlung ab, während die mehr peniblen Damen des Womens Council" kaum ein Quorum hatten. Die Schwarzen als politische Bettgenossinnen hatten den Damen vom Süden jedenfalls den Geschmack an fernerer politischer Bethätigung genommen und getrennt von den Suffragiften werden sie die nächste Convention in Indianapolis halten.
Der Text der irischen Landkaufs' vorläge, die am Mittwoch im UnterHause zur Berathung stand, wurde gestern bekannt gegeben. Es sind 39 Seiten auf ParlamentsPapier, die eine Unmasse technischer Einzelheiten enthalten. So wenig Interesse diese auch erklärlicherwcise bei den DurchschnittsPolitikern erregen, dem schon die Zeit zu ihrer Lektüre fehlt, so kann die Bedeutung des Werks selbst nicht cindringlich genug betont werden. Die Idee, in Irland an Stelle der reichen Feudalherren einen freien Bauernftand zu setzen und den Pächter von dem jahrhundertelangen Druck zu befreien, ift eine socialpolitische That ersten Ranges und zugleich das einzige Mittel, namentlich das britische Reich von der irischen", seiner größten Gefahr, zn befreien. Hoffentlich zwingt das Volk die liberale Partei, den Widerstand gegen die Maßregel, der sich fchon leise regt, aufzugeben die Gelegenheit wäre vielleicht auf immer derpaßt ! Die Zusätze zum Soldatenpensionsgesetz, wie sie vom letzten Congreß festgestellt wurden, bestimmen Folgendes : Der Veteran, der eine Hand oder einen Fuß verloren hat oder dem ein solches Glied so verkrüppelt wurde, erhält eine monatliche Pension von 840, statt wie bisher 830. Ist der Arm oder das Bein oberhalb des Ellbogenoder Kniegelenks amputirt worden, dann soll die Pension auf $46, und wenn das Glied so weit hat abgenommen werden müssen, daß fich ein künstliches Glied nicht anbringen läßt, auf 855 erhöht werden. Veteranen, die beide Füße verloren haben, erhielten bisher 872, von nun an bekommen sie 8100 monatlich. Die Pension für Invaliden, die beide Hände eingebüßt haben, bleibt nach wie vor 8100 im Monat. Diese neuen Bestimmungen werden auf ungefähr 5000 Veteranen Anwendung finden und die Pcnfionslisten um eine halbe Million Dollars erhöhen. In Zukunft werden die Veteranen des mexikanischen Krieges, welche 88 monatliche Pension erhielten und $12 nur dann, wenn sie zur Handarbeit unfähig waren, durchweg '$12 beziehen. Es werden dadurch die Pensionsliften um 8150.000 erhöht werden. Eine ähnliche Bestimmung bezieht sich auf die Veteranen der Jn dianerkriege. Während bisher eine monatliche Pension von 88 nur an die Veteranen der Jndianerkriege vor 1842 ausbezahlt wurde, soll diese Pension nun allen derartigen Veteranen zukommen. Da es im Jahre 1900 7609 Pensionsberechtigte dieser Art gab, so wird diese Neubewilligung auf etwa 8700,000 zu stehen kommen, und da sagt man noch, Republiken sind undankbar. Die republikanische Stadt-Con-vention am Samstag, bringt sicherlich keine Uebenaschungen. Das ift voraus zu sagen. Onkel Sam ift sehr genau. Der Wirth Wm. Brunner von der West Maryland Str. wurde gestern Morgen von HülfZ-Bundesmarschall Folcy unter der Anklage verhaftet, im August 1902 Spiritussen ohne Regie-runqs-Licens vertauft zu haben. Er hatte sein Geschäft im August des Iahres angefangen, die Regierungs-Licens aber erst im September erwirkt. Brunner wurde dem Bundes-Commissär Moores vorgeführt, der ihn auf sein Ehrenwort hin bis zur Verhandlung des Falles am Montag entließ.
Ans Stadt- nnd Connty-Ber-valtung. M e h r L i ch t ! Stadtrathsmitglied Berry von der 13. Ward ift der Ansicht, daß an den Kreuzungen der Hauptstraßen im Stadt-Mittelpunkte 2 electr. Bogenlichter statt eines einzelnen angebracht werden sollten, wenn der neue Beleuchtnngs - Contract abgeschlossen wird. Die Beleuchtung an den gefährlichsten Kreuzungen z. B. an Pennsylvania, Washington und Virginia Ave. ist thatsächlich eine elendige, und daß dort nicht mehr Straßenbahn-Unfälle vorkommen ist ein Wunder. In anderen Großstädten hat man an solchen Stellm Candelaber mit 3 oder mehr Lichtern errichtet uno das könnte auch hier leicht bewerkstelligt werden. Die College Ave.-B rücke. Die County-Commissäre haben den Plan, die College Ave.-Brücke aus Sparsamkeitsrücksichten im Winkel über den Fall Creek bauen zu lassen, aufgegeben, weil dann nördlich von der Brücke eine Curve in der Richtung der Avenue hätte angelegt werden müssen, und zwar hätte der nördliche Aufgang der Brücke so krumm gebaut werden müssen. Das würde aber nach Ansicht der Commissäre die architectvnische Schönheit der Brücke geschädigt haben. Die Jndpls. Northern Traction Co. wird, so hoffen die Commissäre, wohl einen großen Theil der Kosten für die Brücken-Aufgänge tragen. Der Bailiff deö Gerichtes für jugendliche Sünder. Ferner haben die County-Commis-säre gestern entschieden, daß der Aufsichtsbeamte des Gerichtes für jugendliche Sünder (Probation Offices) auch als Bailiff des Gerichtes funginn soll, wenigstens vorläufig, sodaß also keine
besondere Appropriation für diesen Bailiff gemacht zu werden braucht. Polizeiliches Allerlei. Der Wirth C. Zumwalt von der W. Ray Str., der am Donnerstag Abend wie berichtet das unliebsame Abenteuer mit den beiden Rauhbeinen Jim Haley und Pat Naughton erlebte, hat gestern noch mehr Verdruß gehabt. Denn auf Veranlassung der beiden Lümmel, die noch in der Donnerstag Nacht erwischt worden waren, und zwar mit Zumwalt's 44-calibr. Revolver, wurde der Wirth gestern Mvrgen wegen Haltens einer SlotMafchine derhaftet. Die beiden Burschen waren im Polizeigericht zu je $25 und Kosten und 30 Tagen Arbeitshaus verdonnert worden. Eugene Bonta aus Richland, Ind., bat die hiesige Polizei nach feinem 15-jähr. Sohne Orval Umschau zu halten, der am Donnerstag Abend von daheim weggelaufen ist. E i n 19-j ä h r. Neger Namens Jas. Willis von der Jndiana Avenue wurde gestern Mittag wegen Diebftahls verhaftet, weil er aus einem Koffer seiner Logiswirthin Sallie Crittenden einen Anzug gestohlen und denselben bei dem Pfandonkel Medias versetzt hatte. Bundschuh. Der Bundschuh", der jetzt 40 Mitglieder zählt und auch in financieller Hinsicht glänzend dasteht, erwählte in seiner gestern Abend abgehaltenen Iahres - Versammlung die folgenden Beamten: Hauptmann Ch. Mode. Zugmeifter John Vesper. Kanzler John G. Geiger. Beutemeister Ed. Jsenflamm. Fähnrich Carl Sonnenschmidt. Waibel Ch. Koster. Kellermeister Aug. Elsner. Proviantmeifter John Weber. Quartiermeister Geo. Mode. Feldscheer Otto Deppermann. Waffenmeister Emrich Schmidt. Zeugmeifter Emil Elsner. Gemeinde - Räthe Erich Schelsky. Otto Leonhardt, Max Drach. Harrison Memorial Aff'n. Im Mai v. I. wurden John G. Williams. A. L. Mason und I. F. Lilly als Comite der Harrison Memorial Aff'n ernannt, um mit einem Comite des Herron Kunst Institut" betreffs Errichtung eines ..Harrison Memorial Gebäudes" zu conferiren. Dieses Comite hat bis jetzt noch immer keinen Bericht eingereicht, trotzdem der Termin der gegenwärtigen Directo ren der Harrison Memorial Aff'n" bereits am 30. April abläuft. Die Vereinigung hat $45,000 an Hand.
In der Fremde verunglückt. In Richmond, Va., hat in der Donnerstag der 25-jährige Daniel O'Leary von No. 1426 N. Arsenal Ave., als er einen Zug der Seaboard Air Line" besteigen wollte und einen Fehltritt that, sein Leben verloren. Der junge Mann, der vor etwa 2 Monaten von hier fortging, trug zur Zeit des Unglücks die Uniform der Bundes-Marine und wird deshalb angenommen, daß er sich für die Marin? hatte anwerben laffen. Er befand sich auf dem Wege nach Charleston, S. C. Seine hiesigen Angehörigen, Mutter, 3 Brüder und 2 Schwestern, hatten von ihm seit seinem Weggange keinerlei Nachrichten erhalten. Die Leiche wird sobald als möglich hierhergebracht werden.
Große Aufregung in der Union. Station. Große Aufregung verursachte gestern Abend im Union-Bahnhofe das Erscheinen eines offenbar aus einer Pri-vat-Heilanstalt entsprungenen nnö nur mit seinen Nachtkleidern angethanen Geisteskranken, der sich wie ein Tiger gebährdete. als die Stationsbeamten ihn fassen und beruhigen wollten. Derselbe mußte schließlich in dem War-tesaal-Nebenzimmer auf ein Sopha ge fesselt werden, bis er mittelst PrivatAmbulanz in das Dr. Fletcher'sche Sanitarium überführt werden konnte. Niedrige Raten nach Nichmond. via Pennsylvania Bahn. Am 1. und 2. April werden Excur-sions-Fahrkarten nach Richmond verkauft, in Anbetracht der Versammlung der ..Northern Teachers Association". Für weitere Information wende man sich an die Pennsylvania Bahn TicketAgenten. 1 rohe uswah! von Aug. Diener, o. 449 Ost Washington Str. eO Ttlepho 525. Frenzel Bros., flo 1 W. Washington Str (Merchants National Bank) Ein europäisches Department. Wechsel, Kreditbriefe nnd Postanweisungen auf alle Städte Europas. ttffsftdtT ach und von WUli VjUxiuv Europa. An' nnd verkauf ausländischen Geldes. 37icht was man verdient, sondern was man erspart, führt zum Reichthum. . i ic . . . Indiana Trust Company nimmt Depositen an von $1.C0 aufwärts, die zu jeder Zeit gemacht werden können. ES bedarf weder eines bestimmten Betrags noch eine bestimmte Zeit zu deponiren. Osfi.es i Jndiana Trust Gebäude. Ecke Wash. Str. und Virginia ve. Capital 11,000,000 Surplus 150,000 ...Samftag Nachmittag geschlossen..
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