Indiana Tribüne, Volume 26, Number 183, Indianapolis, Marion County, 26 March 1903 — Page 6
Jüdinn Tribun, 26. März 1903.
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(Europäische Nachrichten. Provinz Hessen-Nassau. ;u c q t n. ermrFr voixo tu einiger Zeit der Gerichtssekretär Trupp vom hiesigen Amtsgericht. Wiesbaden. Auf dem Bahnhofueubauterrain erfolgten bedeutende, mehrere tausend Kubikmeter umfassende Erdrutschungen, die Folgen sind noch unübersehbar. Philipp Engel, der Inhaber des bekannten Restaurants Mutter Engel", ist gestorben. Wendershausen. Beim Wasserschöpfen stürzte die Frau des Mau rers Engel in einen Brunnen und ertrank. 2urttcsocutfcfe taatcrx. Blankenburg. Der bei den Harzer Werken hier beschäftigte Hüttenarbeiter Schmidt wurde von einem seiner Mitarbeiter imStreite mit einer
Eisenstange über den Kopf geschlagen und schwer verletzt. Seifenfabrikant Max Kalmbach und Kürsckinermeister Otto Gasuch meldeten Konkurs an. B r a u n s ch w e i g. Bei derStadtverordnetenwahl wurden in der 2. Klasse gewählt: Kommerzie.lrath Jüdel, Hofbuändler Lord, Professor Dr. Blasius, Kaufmann Esdorn und Kreiszimmermeister Goecke. Oberamtsrichter Adolf Stünkel verschied im 67. Lebensjahre. Dessau. Hier hat sich ein Ausschuß gebildet, um dem verstorbenen Komponisten August Klughardt. dem das Musikleben Anhalts so nachhaltige Förderung verdankt, ein Grabdenkmal zu errichten. In den übrigen anhaltischen Städten haben sich Zweigcomites geltet. Die Familie Klughardt's ist vou rau Baronin Cohn - Oppenheim mit einem reichen Legat bedacht worden. Im 5$. Lebensjahre verschied hier der Oberst a. D. Carl von Wegercr. Gandersheim. Bei der Stadtverordnetenwahl wurden gewählt: I. Villmann. E. Walter sen., Gärtner Wolf, Bäckermeister Bertram sen. und Arbeiter E. Kopp. H a s s e l f e l d e. Bürgermeister Hagedorn wurde wiedergewählt. Harzgerode. Aus Unoorsichtigkeit erschoß sich beim Rattenschiesen der 24 Jahre alte Sohn des Kaufmanns A. Kurze. Holzminden. Die Stadtverordneten wählten den Bürgermeister von Otto auf Lebenszeit. ZuStadtverordneten sind gewählt worden: Chemiker Dr. Sembritzki, Kaufmann Cyrenius, Rentier A. Ruhsam, Dachdeckermeister A. Schmidt und Ackerbürger Karl Jacob. K o b u r g. Die hiesigeStrafkammer verurtheilte den FabrikantenSteincr aus Hämmern wegen Unterschlagung von 5000 Mark Kirchengeldern zu einem Jahre Gefängniß. K ö t h e n. Auf der benachbarten Station Großeißandt wurde der Maurer Strauß aus Stumsdorf von einem Eilgüterzuge erfaßt und sofort getödtet. S a ch s e n b c r g. Arzt Dr. Plothe von hier ist zum Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung des Kreisarztbezirks Kreis Pleschen beauftragt worden. Schmolln. Beim Spielen fiel der 13jährige Sohn des Bierverlegers Seifert in's Wasser und ertrank. S ch ö n i n g e n. Kutscher Kappelmeyer erschoß seine Geliebte. dieDienstmagd Anna Fieker, und gab dann einen Schuß auf sich selbst ab, der ihn schwer verletzte. Weimar. F. Wiedey, Regisseur der Oper an der hiesigen Hofbühne, feierte sein 25jähriges Künstlerjubiläum. Wolfenbüttel. Dem Lehrer Reiche ist die nachgesuchte Entlassung aus dem hiesigen Hauptseminar ertheilt worden, um in den Schuldienst der Stadt Hamburg überzutreten. Sachsen. Dresden. In der sächsischen Armee sind drei Obersten zu Generalmajors befördert worden und zrcar von Altrock von der Armee, Barth. Chef des Generalstabs, und Schmaltz, Commandeur der 3. Cavallerie - Brigade No. 32. Ihr 40jähriges Geschäftsjubiläum beging die Firma H. Großmann. Bei einem Zimmerbrande kam das einjährige Söhnchen des Drechslers Hermann Peipe in Löbtau um's Leben. Der hier wohlbekannte Rechtsanwalt Dr. Bernhardt wurde verhaftet. Die Verhaftung soll auf Zeugenbeeinflussung zurückzuführen sein, auch spricht man von Erpressungen. Dr. Bernhardt machte bereits vor Jahren viel von sich reden, als er in seiner Eigenschaft als Amtsrichter den Oberstaalsanwalt Dr. Baehr zum Duell forderte und daraufhin eine längere Festungshaft verbüßen mußte. Im Alter von 81 Jahren verschied hier der Oberkonsistorialrath a. D. Geheimrath Oskar Litzendorf. Geheimer Rath a. D. Gustav Woldemar Freiher von Biedermann, ein berühmter Goethtforscher, starb im Alter von 86 Jahren. Berbersdorf. Feuer zerstörte das Scheunengebäude desGutsbesitzers Keule. Döbeln. Oberlehrer Walther, der viele Jahre an der hiesigen Bürgerschule gewirkt hat, ist in den Rmhestand getreten. Der König verlieh ihm das Verdienstkreuz. Dippoldiswalde. Bezirksarzi Dr. Lehmann Hierselbst ift zum Bezirksarzt nach Freiberg versetzt wor den.
E r l a u. Aus Schwermuth erhängte sich der Schnittwaarenhändler Voigtländer. Frankenberg. Die älteste Person unserer Stadt. Wittwe Henriette Karoline Schilde, ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Großschönau. Sanitätsrath Dr. med. Feine beging das goldene Doktorjubiläum. K r o st a u. Ortsrichter und GastHofsbesitzer Zosel feierte mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit. Das Jubelpaar erhielt eine Ehrenbibel. Leipzig. Hier fand die Einweidung des neuerbauten UniversitätsVeterinärinstituts nebst Klinik und Poliklinik unter Theilnahme der sacksiechen Behörden sowie von Deputationen der thierärztlichen Hochschulen in Dresden, Berlin, Hannover und Kopenhagen statt. Zum Direktor des Instituts wurde Professor Dr. Eber ernannt. Der zwanzigjährige Optiker Grabich, welcher nach Verübung des Lustmordes an der achtjährigen Israelitin Klein den Leichnam des Mädchens zerstückelte und in eine Kiste packte, ist zur definitiven Feststellung seines Geisteszustandes der Landesirrenanstalt Sonnenstein übergeben worden. Heinrich Arnold, der Direktor der 26. Bezirksschule, ist gestorben. Der Verstorbene war Redakteur der Allgemeinen deutschen Lehrerzeitung". Meißen. Ihre 40jährigenDienstjubiläen begingen an der hiesigen Porzellan - Manufaktur Aufseher Ernst Schurig und Massestubenältester Hermann Thomas. M o ck e t h a l. Einem Brande fiel das Wohnhaus des Stellmachers Liebscher zum Opfer. Rossen. Im Alter von 58 Iahren verstarb hier am Schlaganfall einer der bedeutendsten Lehrer am Lehrerseminar. Stadtrath Richter, welcher seit dem Jahre 1867 an der Anstalt gewirkt hat. O s ch a tz. Sein 60jähriges Bürgerjubiläum beging der im 81. Lebensjähre stehende Rentier Friedrich WHHelm Bauer. Reichender g. Die hier bei Frau Marie Langensiepen, einer Schwester des in Dresden lebenden Schriftstellers Wilhelm Ressel, in Diensten stehende Franziska Geyer feierte ihr 50jähriges Dienstjubiläum. Siebenlehn. Durch Schadenfeuer wurde ein Theil des an der Rassauerstraße gelegenen Schuhmacher Rost'schen Wohnhauses zerstört. Kolsen-arrnstctdt. D a r m st a d t. DerRegierungsrath Rächt trat in den Ruhestand. A l z e y. Der prakt. Arzt Dr.Weiffenbach hat aus Gesundheitsrücksichten seine Praxis aufgegeben. Baben Hausen. Aufsehen erregt hier der Selbstmord des Gastwirths Gustav Stern, Inhaber des Hetels Zur Stadt Aschaffenburg". Breitenbrunn. Das Anwesen des Gemeindeeinnehmers F. Schcxfer brannte nieder. Bü dingen. Dem Schüler des hiesigen Gymnasiums Wilhelm Fleiner aus Schopfheim ist von dem Großherzog in Anerkennung der bewirkten Rettung des siebenjährigen Karl Göbel hier vor.i Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille verliehen kvorden. Gießen. Kaufmann Hermann Röder vermachte den Stadtarmen eine Stiftung von 15.000 Mark. G r o ß - U m st a d t. Der Pedell an der Real- und Landwirthschaftsschule Hierselbst Karl Ludwig Schenk wurde in den Ruhestand versetzt. Langen. Ihren 80. Geburtstag feierten hier der Oberlehrer a. D. Gebhardt und der Lehrer i. P. Brenn. Mainz. Die Stelle eines Augenarztes beim hiesigen St. Rochushosvital wurde dem Dr. med. Deters dahier übertragen. Der Kassirer der Betriebskrankenkasse der Aktiengesellschaft für Handel und Schifffahrt H. A. Disch hier. Willy Datz. ist nach Unterschlagung von mehreren tausend Mark flüchtig geworden. N a u h e i m. Im 61. Lebensjahre starb nach längerem Leiden unser langjähriger erster Lehrer Georg Glaser. V i l b e l. Maurer Fritz Prost von hier sprang auf der Station Eschersheim, als der Zug noch im Fahren war, aus dem Wagen und gerieth unter die Räder. Der Tod trat sofort ein. Waycrn. München. Geheimer Rath Dr. Karl Adolf von Cornelius. Professor der Geschichte an der Universität München, ist im Alter von fast 84 Jahren gestorben. Generalmajor a. D. Maximilian Freiherr Besserer von Thalfingen, k. Kämmerer, ist im 83. Lebensjabre gestorben. Der PrinzRegent begnadigte den vom Schwurgerichte in Nürnberg zum Tode verurtheilten 18jährigen Schuhmacher Keck von Kairlindenbach zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe. Otto v. Xy lander, k. b. Hauptmann a. D. und Geschäftsführer der Sektion 14 der Ziegeleiberufsgenoss ens chaft, ents chlief im Alier von fast 80 Jahren. Augsburg. In der Restauration Oswald's Garten wurde eingebrocken und einige hundert Mark gestöhlen. Bad A i b l l n g. An Stelle des verstorbenen Magistratsrathes Bierling wurde Korbinian Wild jun. gewählt.
I a m d e r g. Xtx bekannte Kata
kombenforscher Lyzealprofessor Dr. Führer ist am Herzschlag gestorben. F e u ch t w a n g e n. Der städtische Förster a. D. Herr Kuch fiel so unglücklich die Stiege herunter, daß er sofort todt war. Frankenthal. Als kaufmännischer Direktor des Frankenthaler Brauhauses" wurde Brauereidirektor Breinig von Zweibrllcken, als Kassirer Buchhalter Philipp Scherr von Frankenthal bestimmt. Jngolstadt. In der Wirthschaft der hiesigen k. priveligirten Schützengesellschaft brach Feuer aus. Das Gebäude wurde vollständig eingeäschert. K e m p t e n. Der Bahnarbeiter Franz Joseph Merk wurde in derKiesgrübe durch eine einstürzende Lehmwand tödtlich verletzt und verschied kurz darauf. L a n d a u. Verhaftet wurde in Dornheim Martin Rieder aus Zweibrücken, welcher aus der Gefangenenanstatt in Zweibrücken entsprungen war. Der Malermeister Messerschmidt in Dornheim erhält 50 Mark Belohnung. Memmingen. In Buxheim brannte der erst renovirte große Bauernhof des Oekonomen Wenzel nieder. Nürnberg. Der um das Volksscbulwesen verdiente und in weiten Lehrerkreisen bekannte Schulcommissionsadjunkt Lorenz 5)offmann ist gestorben. P a s s a u. Der älteste Geistliche der Diözese Passau, der ehemalige LyzealProfessor Scharrer, Commorant in Vilkshofen, ist im Alter von 92y2 Jahren gestorben. S p e Y e r. In Mechtersheim ist Großfeuer entstanden. Es sind 14 Gebäude abgebrannt. Von fünf Nachbarorten waren die Feuerwehren erschie nen. Weil heim. In Huglfing hat der Mühlenbesitzer Johann Bietsch seinen etwa 70jährigen Schwiegervater mittels eines Messerstiches getödtet. Die That soll aus Eifersucht geschehen sein. Mecklenburg. Schwerin. Ingenieur Adolf Kutzbach,bisher im hiesigen MessungsBureau beschäftigt, begiebt sich nach Grevensmühlen, um dort als geprüfter Vermessungs- und Kultur-Jnge-nieur die Praxis des verstorbenen Senators Gebhardt zu übernehmen. Brömsenberg. Feuer zerstörte das Wohnhaus des Büdners Soltan. Grevesmuhlen. Nach längerer Krankheit starb der Senior des hiesigen Lehrer - Collegiums, Küster I. Ahrens, im Alter von 73 Jahren. Der Verstorbene verließ das Ludwigsluster Seminar 1854 und hat seitdem ununterbrochen an hiesiger Stadtschule gewirkt. Das Nebenamt eines Küsters verwaltete er seit etwa 30 Jahren. G ü st r o w. Senator Beyer hat nach 43jähriger Amtsthätigkeit seine Pensionirung nachgesucht. Klütz. In Goldbeck starb im Alter von 91 Jahren der Rentier und frühere Pächter des gräflich von Boihmerschen Gutes Geldheck, A. Horn. K r ö p e l i n. Wegen Diebstahls ist der Arbeiter Hermann Stern verhaftet worden. Ludwigslust. Dem theologischen Hilfslehrer Cand. theol. Walter Schmidt am hiesigen Realgymnasium ist der Titel Oberlehrer" verliehen worden. R o st o ck. Landrath und KammerHerr Otto von Langen auf Nei'hof :st im Alter von 86 Jahren gestorben. Strelitz. Oberförster Wentzel feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum. Waden. Karlsruhe. Zum Kustos der Hof- und Landesbibliothek wurde der Germanist Dr. Rieser ernannt. Der Nestor des badischen Lehrerstandes, der im Jahre 1821 geborene und seit 1844 im aktiven Schuldienste thätigeHauptlehrer Ernst Dörr, ist in den Ruhestand getreten. A u g g e n. Auf der hiesigen Station wurde der bejahrte Vater desWeichenwärters Eichhorn beim Ueberschreiten des Geleises von einem Schnellzug erfaßt und zermalmt. B o d e r s w e i e r. Zi.nmermann Friedrich Heizmann und seine Frau feierten die goldene Hochzeit. Das Jubelpaar erhielt vom Großherzog ein Geldgeschenk von 30 Mark. V r e i s a ch. Ihr diamantenes Ehejubiläum begingen Heinrich Ulmann und Frau. Der Großherzog ehrte das Jubelpaar durch Uebersendung seines und seiner Gemahlin Bildes. B r u ch s a l. Oberst Kühne, Commandeur des hiesigen Dragonerregiments, erhielt auf sein Gesuch den Abschied. F r e i b u r g. Der gegenwärtige Prorektor der hiesigen Universität, Professor Dr. Hoberg, hat einen Ruf an die Universität Straßburg erhalten. Geheimner Hofrath Direktor Bender und Gymnasialprofessor Bihler feierten ihr 40jähriges Berussjubiläum. Gölshausen. Wohnhaus und Scheune des Ludwig Wiech brannten nieder. H e i d e l b e r g. Der Geheime Rath Professor der Anatomie Dr. Karl Gegenbaur hier wurde zum stimmberechtigten Ritter des Ordens pour le rnrite für Wissenschaften und Künste ernannt.
Nuttinrn und Crasten.
Primitive Transportmittel auf den Wasser laufen der preuhischen Ottmark. In verflossenen Jahrzehnten, als die deutsche Ostmark noch nicht nach allen Richtungen hin von bequemen Schienenwegen durchschnitten war, und man drei volle Tage brauchte, um mil der Schnellpost von Königsberg nach Berlin zu gelangen, sahen sich le ostpreußischen Kaufleute für den Transport ihrer Handelsartikel vornehmlich auf die Benutzung der Wasserstraßen angewiesen, umsomehr, als diese Artikel zumeist eine erhebliche Vertheuerung durch hohe Frachtkosten nicht vertrugen. Die russischen und litauischen Edelleute, mit denen man in Königsberg vor allem in Verkehr stand, pflegten deshalb die Ernteerträge ihrer Güter nach bestimmten Lagerplätzen an den Flußläufen zu bringen und dort aufzu speichern, bis das Wasser eisfrei war. In den die Flußufer umsäumen- : Wäldern wurden gleichzeitig mächtic Stämme gefällt und zu Brettern von mehreren Zoll Dicke zerschnitten. Aus ihnen erbaute man auf dem Eise die sogenannten Wittinen, schwerfällige Fahrzeuge von oft mehr als 200 Fuß Länge, die vorn und hinten spitz ausliefen und deren flacher Boden mit einem niedrigen Rande versehen war. 2ie Bohlen waren nur ganz roh mit der Axt zugerichtet, mit Holzpflöcken aneinandergefügt und mit Werg rerdichtet. Ein mit flügelartigen Ansätzen versehener Baumstamm diente als primitives Steuerruder. Fast über die ganze Länge des Fahrzeuges wurde ein leichtes Stangengerüst aufgerichtet, das, mit Brettern bekleidet, den Lagerraum für das Getreide abgab. Unter einem Dach an der Spitze deS Fahrzeuges befanden sich die Schlafstelle.: der Flissake, slavischer Bauern, die damals noch leibeigen waren und von ihren Gutsherren zu den Transporten benutzt wurden. Der Führer harte hinten am Steuer ein etwas besser eingerichtetes BretterHäuschen. Die Beförderung der Wittinen gesckah durch Weilerschieven mit langen Stanqen oder durch Ziehen von, ?iferwege aus. Natürlich brauchte ein Boot von solcher Schwerfälligkeit oft Monate, um sein gar nicht allzu fernes Ziel zu erreichen. War es aber an diesem angelangt, so hatte es seine Bestimmung ein für allemal erfüllt. Es wurde einfach zerschlagen, und das Material zu seinem Holzwerthe verkauft. Tiefe Art der Getreidebeförderung hat seit der Entwicklung der Eisenbahn vollständig aufgehört, und man bskommt kaum noch eine der Wittinen zu Gesicht, von denen einst Hunderte auf der Weichsel nach Danzig, auf dem Niemen und über das Kurische Haff nach ))!emel und auf dem Kregel nach Königsberg gelangten. Einzig die sogenannten Traften verkehren heute noch, wenn auch in beschränkter Zahl, auf dem nämlichen Wege. Sie dienen zum Transport d.fc Holzes aus den längs der Flußläufe leider bereits stark gelichteten russiscben Wäldern, und ihre Bauart ist noch wesentlich einfacher als die der Wittinen. Eine Anzahl Stämme von ungefähr gleicher Länge wird aneinander gelegt und mit angepflöckten Querbalken verbunden. Mehrere solcher Flöße, oft mit Stricken lose zusammengefügt, geben eine Traft. Kunstlos gefügte Hütten von Stroh oder Strauchwerk gewähren den Flisfaken nothdürstigen Schutz gegen allzn widrige Witterung und ein bescheidenes Quartier für die Nacht. Das Haus des Führers ist gewöhnlich auch hier von etwas festerer Bauart. Diese Führer waren früher fast durchweg polnische Juden mit langen, schwarzen Kaftanen von Seide. Sammtkäppchen oder Pelzmützen, gedrehten Seitenlocken und großen Bärten, echt orientalische Gestalten, die aus einer ganz fremden Welt zu kommen schienen. Heute sind auch diese originellen Erschcinungen als Führer der Holztraften und Arbeitgeber der Flissaken schon fast ganz verschwunden. Daß diese letzteren ein überaus anspruchsloses und genügsames Völkchen sind, bedarf bei der Art ihrer Beschäftigung und Lebenshaltung kaum der Erwähnung. Ihre Mahlzeiten, die fast immer aus dem russischen Nationalgericht, eine? fleischlosen Gemüsesuppe. bestehen, pflegen sie sich über einem auf dem vorderen Theil der Traft angezündeten offenen Feuer zu bereiten und mit Holzlöffeln oder kleinen flachen Holzschalen aus dem eisernen Kochtopf zu schöpfen. Nach beendetem Tagewerk aber geben sie sich gern einer harmlosen Fröhlichkeit hin. die zumeist in musikalischen Leistungen von höchst zweifelhaftem Werthe oder in einem zu den Klängen der Fiedel ausgeführten russischen Tanz ihren Ausdruck findet. Hie und da sitzt auch wohl einer ganz allein und singt in endloser Wiederholung irgend ein schwermüthig klingendes Liedchen. Mit der Ankunft im Hafen hat der Flissake seinen Kontrakt erfüllt und kann sich, nachdem er seinen Lohn empfangen, zur Heimkehr rüsten. Ehedem wurde dieselbe stets zu Fuß angetreten, was sich um so leichter bemerkstelligen ließ, als die Wandernden nicht eben durch viel Gepäck beschwert waren. Heute ziehen die Leute es vor, die Eisenbahn zu benutzen, und auch ihre Kleidung unterscheidet sich kaum noch von derjenigen anderer Arbeiter.
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