Indiana Tribüne, Volume 26, Number 181, Indianapolis, Marion County, 24 March 1903 — Page 6

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Euroräische Nachrichten.

Aroornz SchreswigKokstein. Schleswig. Feuer zerstörte den Dachstuhl des Angler-Bahnhofes. A l t o n a. Sein 25jähriges Dienstjubiläum feierte der Vorsteher des dritten Polizeireviers, Polizei-Com-missar Hartmann. Infolge der Explosion einer Petroleumkanne verbrannten beim Feueranmachen zwei Kinder. Das 13jährige Mädchen Vorderberg, wurde getodtet, das 3jährige Mädchen Peters schwer verletzt. Dem Arbeiter Kober sind bei der Rettung Hände und Gesicht verbrannt. F r i e d r i ch st a d t. Verhaftet wurde hier wegen Unterschlagung der Weinrcisende Matthiessen, der bei der Weingroßhandlung von Dencker & Lorei M als Geschäftsreisender angestellt war. G r i b b o h m. Dem stellvertretenden Amtsvorsteher Rentner Hinrich Mariens Hierselbst ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Hademarschen. Ihren 90. Geburtstag feierte hier die Wittwe Thielen. Kiel. Der die hiesige Universität besuchende Sohn des Direktors der Marineschule, Eapitäns zur See Ehrlich, ist im Düsternbrooker Gehölz erschössen aufgefunden worden. L i e s b ü t t e l. Gemeindevorsteher Kruse wurde auf fernere 6 Jahre wiedergewählt. M a r n e. Das Fest der diamantenen Hochzeit begingen die Eheleute Eggers. M o o r d i ck. Die 18 Jahre alte Tochter des Landmannes Friedrichs von hier warf sich in der Nähe der Station Wrist vor einen Eisenbahnzug und wurde sofort getödtet. O l d s u m. Lehrer Braasch von hier wird eine Stellung im Lauenburgischen übernehmen. Rothenkrug. Ein Brand legte den Hof des Besitzers Ehristiansen in Asche. Sörupholz. Arbeiter Bastian und seine Frau begingen das Fest der diamantenen Hochzeit. W e s s e l b u r e n. Vom hiesigen Amtsgericht wird der verschollene He!er Jacob Hinrich Sinkens, geboren am 26. März 1854 zu Dellweg, öffentlich aufgefordert, sich spätestens in dem auf den 23. September 1903 anberäumten Aufgebot?termin zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. 'F'ror'ini Schlesien. B r e s l a u. Eine Mordthat ist auf der Stockaasse in dem Hause No. 22 geschehen. Hier wurde ein 33 Jahre altes Mädchen, die Schneiderin Clara Jargosch, durch einen jungen Mann Namens Ernst Tollinann erdrosselt. Versetzt wurde der Regierungsrath Dr. Freiherr v. Gaudi) zur Regierunq in Minden und der Negierungsrath Mackensen von der Regierung in Minden zur Regierung in Breslau. Auf Beschluß der juristischen Fakultät der Universität ist der Senatspräsident cr.n Oberlandesgericht Geh. Oberjustizraih Knaufs und der kürzlich zum ordentlichen Honorarprofesscr ernannte Oberlanvesgerichtörath A. Engelrnann zum Doktor beider Rechte honoris causa" ernannt worden. Beuthen. Der Geschäftsführer Wolfs vom Luckhard'schen Creditwaarenhause ist nach Unterschlagung von circa 2000 Mark und VerÜbung von Urkundenfälschung flüchiig geworden. Eisenhammer. Ein furchtbares Schadenfeuer, hervorgerufen durch Spielen eines fünfjährigen Knaben mit Streichhölzern, wüthete hier. Dasselbe brach beim Freisteller Kotzerke aus und griff mit solch unheimlicher Schnelligkeit um sich, daß binnen kurzer Zeit die Besitzungen des Kotzerke, sowie der Nachbarn Schmietatte und Langner Schutthaufen waren. Ferner brannte Scheuer und Stall des Freistellers Wippich, sowie die Stallungen der Besitzer Martin und Bunk nieder. Einsiedeln. Holzbildhauer Ernst Dorn erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. Gassendorf. Das Kreuz zum Allgemeinen Ehrenzeichen wurde dem Stellenbesier Sturm aus Anlaß seiner 35jährigen Thätigkeit als Gemeinde - Vorsteher hierselbst verliehen, und ihm durch den Amtsvorsteher überreicht G l o g a u. Bei Sprengarbeiten am Preußischen Thor hier wurde der 14 Jahre alte Sohn des Schriftsetzers Hauschild von einem Sprenastück derart an den Kopf getroffen, daß er schwer verletzt zusammenbrach. G r ü n b e r g. Das Allgemeine Ehrenzeichen erhielt der Eisenbahnlokomotivführer a. D. Louis Schulze. Herzogswalde n. Gutsbesitzer Gau von hier erhängte sich. Hirschberg. Oberbürgermeister Richter ist auf fernere zwölf Jahre als erster Bürgermeister bestätiat worden. 2roi?m3 ixaeti. Magdeburg. Geschäftsreisender Carl Krome und Eisendreher Rudolph Müller blickten auf eine 25jährige Thätigkeit bei der Firma Latz & Co. zurück. In der Würzburger Bierhalle" am Alten Markt Hierselbst brachte der dort angestellte Buffetkellner Emil Kelm in einem Wuthanfall mit einem Holzhammer der 24 Jahre alten Kassirerin Hedwig Klaan lebensgefährliche Verletzungen bei. Darauf lief Kelm auf den Hausboden und stürzte sich auf die Straße. Bei dem Sturze wurden ihm die Glieder so zersckmettert. dafe de? Tod sofort eintrat.

Ascherslcben. Hausmeister Niemann vom Sr. Elisabeth Hospital bierselbst und seine Ehefrau feierten die goldene Hochzeih. D i n n e n he i d e. Eheleute Arbeiter Grothe feierten ihre goldene Hochzeit. Der Jubilar ist 80, seine Frau 75 Jahre all. E i l e n b u r g. Bürgermeister a. D. Schrecker beging seinen 80. Geburtstag. Grieben. Eheleute Altsitzer Liesicke begingen das diamantene Hochzeitsfest. Halle. Eisenahnsckretär Goldammer erhielt bei dem Uebcrtritt in den Ruhestand den Charakter als Rechnungsrath. H e i l i g e n st a d t. Oekonom Hepke wurde im Stadtwalde von seinem eigenen Wagen überfahren und schwer verletzt. Neuhalden s leben. Das Juviläum 40jähriger Dienste feierte Frl. Sophie Schütte; sie hat in der Familie der Frau Gerichtsdirektor Fromme hierselbst seit 1863 gewirkt. Der Jubilarin wurde vom Landrath v. Krosigk das ihr von der Kaiserin verliehene silberne Verdienstkreuz mit einem Anschreiben aus dem Cabinet überreicht. Oebisfeldc. Ein Brand legte die Scheune des Ackerbürgers Schmerschneide? in Asche. Rogätz. Das Wohnhaus des Maurermeisters Lakcnmacher brannte nieder. S ch w e m s a l. Im Gehöfte des Handelsmannes Krause entstand Feuer, dem ein Stallgebäude und ein Theil des anstoßenden Wohnhauses zum Opfer fielen. Wanzleben. Ihr goldenes Ehejubiläum begingen der Steinsetzer Andreas Friese und Frau. Z e i tz. Carl Wagner und Julius Homberg feierten ihr 25jähriges Jubiläum als Stadtverordnete. Provinz Kcinnc'Ver. Hannover. Durch einen unglücklichen Zufall gcrieth der Fuhrtnecht Friedrich Witte am Klagesmarkte unter das von ihm geführte Koblenfuhrwerk. Die Verletzungen, die er dabei erlitt, hatten den Tod zur Fol;e. Der Verunglückte stand im Alter von 35 Jahren, war verheirathet und hinterläßt anßer der Frau auch vier Kinder. Schwere Brandwunden zog sich die 13 Jahre alte Tochter Helene des in de? Fridastratze 26 wohsenden Glasergehülsen Keese bei dem Le?suche zu. das Herdfeuer mit Pctroeum zu entzünden. Auf der Außenstrecke der Straßenbahn nach Haimar wurde in dem Dorfe Rethmar die dreijährige Tochter des Zimmermanns Deppe überfahren und getödtet. Ein Wagen der Straßenbahn überfuhr und tödtcte auf dem Misburgerdamm den 20 Jahre alten Schlächtergesellen Robert Buchholz. Arpke. Fuh?we?kbesitze? Gustav Bertram hier wollte vom Wagen stei gen. blieb aber mit einem Beine in dem Vorderrade stecken, wodurch er einige Male mit herumgedreht wurde und so schwere Verletzungen erlitt, daß er nach kurzer Zeit starb. V a s s u m. Rentier Dietrich feierte mit seiner Frau das goldene Ehejubiläum. E l z c. Acht Menschenleben retteten der Schlachtermeister Mäcker, der Handelsgärtner Bruns und Fräulein Haase vom Ertrinken. Als die Kinder aus der Schule entlassen waren und sich auf dem Heimwege befanden, betraten acht derselben die hier durchfließende Saale, brachen ein und wären sicher ertrunken, wenn nicht durch das Geschrei der anderen Kinder die drei Retter herbeigerufen worden wären. G a r t o w. Im Gefängniß gcstorben ist der vor einigen ?Nonaten zu einer mehrtägigen Gefängnißstrafe verurtheilte frühere hiesige Bürgermeister Könke. G ö t t i n g e n. Sergeant Adolf Ha.lg von der 5. Compagnie des 82. Infanterie-Regiments hat sich in der Kaserne mit seinem Dienstgewehr aus unbekannten Gründen erschossen. H a m e l n. De? langjäh?ige Seelsorger und Kreisschulinspector unserer Gemeinde Senior Hornkohl ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Himbergen. Beim Zersägen eines Eichenstammes gerieth der 24 Jabre alte Maschinenbauer Heinrich Obland unter den Stamm und trug so schwere Verletzungen davon, daß er starb. K l a u s t h a l. Feuer zerstörte den Dachstuhl des Maler Seidel'schen Wohnhauses. L e h e. Im Alter von 40 Jahren starb der Bürgervorsteher-Worthaltcr Schildt. L i n g e n. Schlosser Herwig von hier gerieth unter eine aus dem Re-paratur-Schuppen fahrende Locomolive und erlitt schwere Verletzungen. N o r t h e i m. Dei Stadtverordneten in Rhevdt. Reg.-Bez. Düsseldorf, wählten den Bürgermeister Dr. jur, Domino von hier zum besoldeten Beigeordneten mit dem Titel Zweiter Bürgermeister. Rüdershausen. Dechant und Pfarrer Vollmer ist hier im 80. Lebcnsjah?e gestorben. S e e l z e. Zum vierten Lehrer an de? hiesigen Volksschule ist de? Leh?e? Lamping aus Borwede ernannt worden. Wilhelmshaven. Marinega?nisonbauinspecto? Zimme?mann ist zum Marineintendantur- und Bau-

1 rath ernannt worden.

Das Zuchthaus Waldheim ia

Sachsen. Auf dem Wege von Chemmtz, dem sächsischen Manchester, nach Berlin bietet sich dem Reisenden nach etwa cinstündige? Eisenbahnfahrt durch fruchtbar?, aber wenig abwechslungsreiche Gegend eine angenehme Ueberraschung. Aus einem tiefen Einschnitt ?!Ut der Zug über einen etwa 170 Fuß hohen Viadukt, unmittelbar darauf durch einenTunnel, dann aber dem nahen Bahnhof entgegen über einen mächtig hohen Damm, wo sich unerwartet ein prächtiges Landschaftsbild entfaltet. Umgeben von einem Kranz theils grüner, theils felsiger Berge liegt, tief Sträflinge beim R a s i r e n. eingebettet an beiden Ufern der Zschopau, die freundliche, gewerbflcißige Stadt Waldheim, eine Perle des Sachsenlandes und doch zugleich gcfürchtet, denn sie umschließt die Stätte, wo die strengste Freiheitsstrafe verbüßt wird, das Zuchthaus. Am besien übersieht man dasBereich der umfangreichen Anstalten, in denen gegenwärtig etwa 1550 Männer und 250 Frauen verwahrt werden, von dem mit einem Aussichtsthum gekrönten Wachberg aus. An dessen Fuße liegt zunächst das 1886 erbaute Weiberzuchthaus, weiter nach Norden und völlig davon getrennt das Männerzuchthaus, das, ursprünglich ein markgräfliches Schloß, von 1404 bis 1549 als Augustinerklosier diente, 1589 vom Kurfürsten Christian dem Ersten zu einem Jagdschloß umgcbaut, von 1716 an aber für die Zwecke eines Landes-, Zucht-, Armen- und Waisenhauses eingerichtet wurde. Im 1 JKti wf? m , m$ B s.r Ti 5 1 1 iJmTt mTmf..-'f l - '- I B . ' r:im Mmi Bewegung der Gefangenen im vorde?en Hofe. Laufe de? Zeit ist es fast vollständig erneuert und durch zahlreiche, langgestreckte, vielstöckige Gebäude erweitert worden, aus deren Mitte sich mehrere schlichte Thürme abheben. Auf dem Wege vom Bahnhof überschreitet man zunächst auf der vor etwa zwanzig Jahren verbreiterten Straßenbrücke die fchnellströmende, klare Zschopau, an deren rechtem User ein stattliches neues Rathhaus von dem ?aschenAufblühen der Stadt Zeugniß gibt, und nähert sich durch die mäßig ansteigende Schloßgafse dem ältesten Theil des Schlosses", dessen hohe, glatte, oben mit Glassplittern besteckte Mauern und stark vergitterte Fenster schon vos außen die Bestimmung der Gebäude verrathen. Gegenüber der Kaserne des monatlich wechselnden Wachkommandos in Stärke von zwei Offizieren und 83 Mann befindet sich das tngangsthor, das durch einen Aufseher geöffnet wird. Auf erfolgte Meldung wird der Besucher durch ein Aeußere Ansicht Us ZuchtHauses. zweites Gitterthor und das Thor einer hohen innern Abschlußmauer über den großen Schloßhof geführt, auf dem als Wahrzeichen eine große, angeblich von den ersten Häuslingen 1717 gepflanzte Linde steht. Was dem Besucher zunächst ins Auge fällt, ist die streng militärische Form des Anstaltsverkehrs. Sämmtliche mit der Disziplin und der Aufsicht betrauten Beamten tragen eine mit Gradabzeichen versehene Uniform. In der cruße?n Umgebung der Anstaltsgebäude sieht man Wachposten, deren

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Dienst die größte Umsicht und Wachsamkeit erfordert. Alle Thüren sind fest verschlossen. Der erste Einblick in das Anstaltsgetriebe bietet sich bercits auf dem Schloßhofe. Dort sieht man in gewissen Abständen Gefangene schweigend die vorgeschriebene, minbestens einstündige Bewegung im Freien ausführen. Alle tragen gleichmäßige Anstaltskleidung, eine kurze 5?acke von blauem Tuch mit schwarzen Längs- und Querstreifen, eine dunkelaraue Hofe, im Sommer Zwilchanzug. und eine Kappe ohne Schirm, das Haar kurz geschoren, den Bart abgenommen. Ist die nächste Aufgäbe des Zuchthauses der Vollzug der erkannten Strafe, so ist zugleich Zweck derselben die sittliche Besserung des Gefangenen. Sind hiernach die letztern streng gehalten, die geltende Hausordnung unbedingt zu befolgen nöthigenfalls steht zu diesemZwecke der Direktion eine ausreichende Disziplinarstrafgewalt zu so werden sie doch andererseits thunlichst nach ihrer Eigenart behandelt, um sie zu reuiger Selbsterkenntniß zu bringen und zu einem geordneten, gesetzmäßigen Leben zu erziehen. Besondere Sorgfalt und Pflege wird deshalb dem geistigen und seelischen Zustand der Gefangenen gewidmet. Jeder derselben hat in der 1591 erbauten, schön gewölbten Anstaltskirche an allen Sonn- und Festtagen dem Gottesdienst beizuwohnen, der durch den vollstimmigen Choralgesang wie durch besondere Chorge-

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Nacht - Militärposten im Gefängnißhof inWint e r s z e i t. sänge eines wohlgeschulten Sängercho?s auch selbst auf fönst ve?härtete Gemüther tiefen Eindruck macht. Außerdem wird allwöchentlich des Unterrichts besonders Bedürftigen und allmonatlich allenGefangenen Religionsunterricht ertheilt, ferner alle vierzehn Tage zur Pflege des Kirchengefangs mit allen Gefangenen eine Gemeindegesangsstunde in der Kirche abgehalten. An Sonn- und Festtagen ruht bis auf die nöthigen häuslichen Ver?ichtungen die Werktagsarbeit. Dafür sind alsdann den Gefangenen erlaubt das Lesen von Geist und Gemüth bildenden Büchern, die InstandHaltung ihrer Sachen, öftere Bewegung im Freien und das Briefschreiben an die Angehörigen, deren Besuch alle drei Monate statthaft ist. Da jedoch das Gefängnißleöen durch seine Einförmigkeit sowie durch das Gebot des Schweigens lähmend und abstumpfend zu wirken vermag, wird zur geistigen Uebung insbesondere Sonntags auch im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie im geometrischen Rechnen, Zeichnen undBuchführung Unterricht ertheilt, der von jüngeren wie ältern Gefangenen zur Ergänzung ihrer Schulbildung und zur Erwerbung praktischer Kenntnisse fürs Leben dankbar benutzt wird. Besonderes Gewicht wird auf die Arbeit gelegt, die für die Gefangenen in erziehlicher und für den Staat in wirthschaftlicher Beziehung von großer Bedeutung ist. Die täglicke Arbeitszcit beträgt elf Stunden. Direktor bestimmt unter Verücksichtigung des Gesundheitöu:s:ande, ver Fähigkeit und des künftigen Fortkommens, welcher Arbeit der Gefangene zuzuweisen ist, und welches Ardei!Pensum er täglich zu leisten hat. Dcr Ertrag der Arbeit fließt in die Anstaltskasse. Um jedoch das Interesse an der Arbeit und den Fleiß zu erhöhen, wird dem Gefangenen eine nach den Disziplinarklassen verschiedene und mit der Höhe der Leistungen steigende Arbcitsbelohnung in Aussicht gestellt, durch die zugleich das Fortkommen nach der Entlassung erleichtert werden soll. Die Anstalisarbeiien sind sehr ma: nigfaltig. Letzter Versuch. Herr (zu einem zudringlichen Hausirer): ..Jetzt machen Sie aber, daß Sie weiter kommen, fönst fliegen Sie mit Schnellzugsgeschwindigkeit die Treppe hinunter!" Hausirer: Vielleicht e Kursbuch dazu gefällia?"

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