Indiana Tribüne, Volume 26, Number 180, Indianapolis, Marion County, 23 March 1903 — Page 6
Jttdiana Tribüne, 23. März 1903.
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Cnnpildje toösitiaa. 2?rotnrt3 Wrcrndenvurg. Berlin. Geheimer Ober - Regie rungsrath und vortragender Rath im Reichsamt des Innern von Sydow ist zum Mitgliede des Bundesamts für das Heimathwesen ernannt worden. Die Unterschlagungen des Prokuristen Rother, der das Wäsche- und Crawattengeschäft Gebr. Pleßner um bedeutende Summen schädigte, waren von weit größerem Umfange, als nach den ersten Ermittelungen angenommen wurde. Die Firma muß infolge dessen den Concurs anmelden. In der Stadtverordneten - Versammlung wurden Dr. Langerhans zum Borsteher und Michelet zum Stellvertreter wiedergewählt. Einen einträglichen Diebstahl haben anscheinend fachgewandte Einbrecher beim Fleischermeister Lipinsti, Schöneberg, Gothenstr. 41, ausgeführt. Sie stahlen im Ganzen 56 Schinken, zwei Eentner Speck und gegen 3U Centner Schlackwurst. Töpferlehrling Willy Haase in der Brunnenstraße wurde durch eigene Unr,?rsichtigkeit von einem Wagen der elektrischen Straßenbahn erfaßt und schwer verletzt. Ernst Friede, der Inhaber des in weiteren Kreisen bekannten Pilsener Bier - Ausschankes, Krausenstraße 8, feierte den 70. Geburtstag. Wegen Meineides verurteilte die Strafkammer den Stadtreisenden Joseph Lehmann zu 3 Jahren Zuchthaus. In der Wohnung des Arbeiters Rath, Grünauerstraße 7, entstand eine Schlägerei, wobei Rath vo:' dem Arbeiter Ebmeyer durch einen Messerstich in die Brust schwer verletzt wurde. Ebmeyer wurde verhaftet. Ein Zusammenstoß mit einem Straßenbahnwagen hat den 57 Jahre alten Droschkenkutscher Wilhelm Haube aus der Zwinglistraße 8 in den Tod getrieben. Haube, der seit 20 Jahren fuhr und noch nie bestraft war, erzählte, daß er mit einem Straßenbahnwagen zusammengefahren sei. Daß er nun bestraft werden solle, könne er nicht überleben. Während seine Frau glaubte, daß er in Dienst gehe, begab er stch auf den Hausboden und erhängte sich. Potsdam. Vermißt wird von hier seit einiger Zeit die 58 Jahre alte Wittwe des Landraths v. Küster. B o r n st e d t. Auf eine 40jährige Thätigkeit in seinem Berufe blickte der Maurerpolier Euen zurück. Eharlottenburg. EisenbahnBetriebs - Ingenieur Otto Lebahn feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Friedrichsberg. Kaufmann Alerander Kiewe meldete Concurs an. Groß-Lichterfelde. uguft Eiserbeck feierte hier mit seiner Ehefrau Renate, geb. Böhme, wohnhaft Chausseestraße 100, sein 25jähriges Ehejubiläum. K o e p e n i ck. Inspektor Menzel beging das Jubiläum seiner 25jähriqen Thätigkeit bei der Firma F. F. Resag. R i x d o r f. Lebensgefährliche Verletzungen erlitt der 55 Jahre alte Kutscher Eduard Schmidt aus der Schönleinstraße 8 dadurch, daß in der Juliusstraße Hierselbst seine Pferde durchgingen, wobei er unter den Wagen gerieth und überfahren wurde. Die verehelichte Auguste Reppmann stürzte sich aus ihrer in der zweiten Etage des Hauses Richardstraße 22 belegenen Wohnung auf den Bllrgersteig hinab und blieb sofort todt. Schwermuth soll das Motiv des Selbstmordes der 65 Jahre alten Frau gewesen sein. S p a n d a u. Dem Kanonier Wilhclm Remke von der 1. Compagnie des Garde - Fußartillerie - Regiments Hierselbst, der im November v. I. einen auf dem Haveleise eingebrochenen Knaben mit eigener Lebensgfahr vom Tode des Ertrinkens rettete, ist die Rettungsmedaille verliehen worden. Z e h d e n i ck. Mühlenbesttzer Ernst Schwebs stellte seine Zahlungen ein. Provinz t$stpveusicn. Königsberg. Zu sechs Wochen und zwei Tagen Festungshaft wurde der Hauptmann und Compagniechef v. Matthiesen vom Kronprinzregiment wegen Mißhandlung eines Untergebenen durch das Kriegsgericht der ersten Diviston verurtheilt. Zu Regierunsräthen sind ernannt worden die Regierungsassessoren Con.ad in Königsberg und Dr. Gerlach u Gumbinnen. Prof. Dr. Herrn. Hartmann, Oberlehrer an der hiesigen kgl. Oberrealschule auf der Burg, hat einen Ruf nach Potsdam erhalten. A l l e n st e i n. Landgerichtsrath a, D. Frischmuih hat den Rothen Adler. orden 3. Klasse erhalten. G u m b i n n e n. Der Kanonier Thieler von der 1. Batterie des Feldartillerie - Regiments No. 1 wurde von einem Personenzuge überfahren und getödtet. eilsberg. In einem Anfall vo.. Schwermuth erhängte sich der Gerbereibesitzer Paul Buchholz von hier. Insterburg. In der Stadtverordnetenversammlung fand die Einführung der neu- und wiedergewählten Stadtverordneten und die Einführung der Stadträthe Brühn und Radicke statt. Gewählt wurden als Vorsteher Justizrath Siehr, als Stellvertreter Apotheker Schlenther, als Schriftführer Kaufmann Kendelbacher und als Stellvertreter Genossenschaftsvorsteher Gardee. O r t e l s b u r g. Infolge des heftigen Stoßes beim Ansetzen neu einzurangirender Waggons stürzte der Postschaffner Natrowski so unglücklich
zu Boden, daß er sich eine schwere GeHirnerschütterung zuzog. 0 st e r o d e. Bahnwärter Klann erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. P r. Holland. Das Opfer einer unsinnigen Wette ist der Knecht Friedrich Rodowski aus Liebenau geworden. Infolge einer Wette leerte er eine Flasche mit y2 Liter Branntwein in einem Zuge. Bald darauf starb er. Rastenburg. Der Jnstmann Brieß wurde kürzlich auf dem Heimweg von Pülz nach Skatnick von zwei Wegelagerern überfallen und durch zehn Messerstiche verwundet. See bürg. Rentier Müller, der einzige Ehrenbürger unserer Stadt, ist gestorben. Er hat eine lange Reihe von Jahren den städtischen Körperschaften als Mitglied angehört. Tilsit. Kaufmann Friedrich Schüler meldete Concurs an. Provinz Wcstpreußen. D a n z i g. Die Strafkammer hat den Besitzer Stanke aus Groß - Zünder, der den Arzt. Dr. Dobberstein auf der Jagd aus Fahrlässigkeit erschoß, freigesprochen. Wegen Majestätsbeleidigung, begangen durch die Presse, wurde der Redakteur Pankowski von der polnischen Zeitschrift Gazeta Gdanska" zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. An Stelle des verstorbenen Bauraths Schötensack ist Baurath Millitzer bei der hiesigen Weichsel - Strombau - Verwaltung zum Vorsitzenden der Commission zur Abnahme von Elbschifferprüfungen ernannt worden. C u l m. Der Oberlehrer Braun vom Gymnasium in Culm ist zum 1. April an das Gymnasium in Thorn versetzt. Groß-Kommorsk. Eheleute Schoeps feierten ihre diamantene Hochzeit. H a m m e r st e i n. Die Stadtverordneten wählten zum Vorsteher Rechtsanwalt Müller, zum Stellvertreter Mühlenbesitzer Beyer, zum Schriftführer Oscar Karge und zu dessen Stellvertreter Nuppenau wieder. 1 a n o w i tz. In Eisenau erhängte sich der 30jährige Eisenbahnassistent Rudnik. Marienburg. Wegen Gefährdung eines Eisenbahnzuqes wurde der Arbeiter Joseph Kowalski aus AltWeichsel von der Elbinger Strafkammer mit einem Monat Gefängniß be-st'-aft. Es brannte das dem Hofbesitzer Enß in Schönsee gehörige Wohnhaus nebst Scheune und Stall vollständig nieder. N e u m a r k. Die Stadtverordneten wählten in das Bureau die bisherigen Mitglieder, Schulrath Lange als Vorsitzenden. Progymnasialdirektor Dr. Wilbertz als Stellvertreter, Kaufmann M. Cohn als Schriftführer und Rentier Schmidt als Stellvertreter, wieder Riesenburg. Zum technischen Direktor an der hiesigen Zuckerfabrik ist an Stelle des zum Juni ausscheidenden Herrn Smorawski der bisherige Betriebsassistent Herr Albrecht gewählt worden. S ch w e tz. Feuer zerstörte die gefüllte Scheune des Fleischermeisters Nicderlag. Zum StadtverordnetenVorsteher wurde Kaufmann Bukofzer, zum Stellvertreter Provinzial - Baumeister Löwner und zum Schriftführer Kreisausschußsekretär Ritz wiedergewählt. S y p n i c w o. Böttcher Thomas beging mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit. jjfrvtfm sommern. Stettin. Dem Schulsekretär Franz Diedrich ist der Charakter als Rechnungsrath verliehen worden. Sein fünfzigjähriges Berufsjubiläum feierte der seit etwa 30 Jahren in der Pasenowschen Buchdruckerei beschäftigte Faktor Theodor Kaufner. Vom hiesigen Magistrat ist der Vureauassistent Schmidt I zum Sekretär und der Militäranwärter Höptner zum Burauassistenten gewählt worden. A l t d a m m. Auf dem Pferdemarkt wurde der 18jährige Sohn des Pferdehändlers Ziese so unglücklich von einem Pferde in das Gesicht geschlagen, daß Nasen- und Stirnbein zertrümmert wurden. G o l l i n. Dem Gemeindevorsteher Lenz wurde das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen. K a m m i n. Es wurde der 43 Jahre alte Müller und Eigenthümer Bernhard Klöhn vom Treibriemen an der Kleidung erfaßt und mehrmals um die Welle geschleudert. Hierbei brach der Bedauernswerthe das Rückgrat und starb bald darauf. K o l b e r g. Das Pferd des Majors von Fischer - Treuenfeld stürzte und verendete auf der Stelle, während der letztere sich bei dem Sturze einen Untersa nkelbruch zugezogen hat, N e st. In der Ostsee ertranken der Fischer Nutzen und sein 16 Jahre alter Stiefsohn. Polzin. Die Wahl des Magistratssekretars Brode in Rixdorf zum Bürgermeister unserer Stadt ist von dem Regierungspräsidenten in Köslin bestätigt worden. S p a r s e e. Der 76 Jahre alte Vauernhofsbesitzer Mund wurde todt aufgefunden. Er war Abends vorher im Kruge gewesen und hatte sich auf dem Heimwege verirrt. S t o l p. Die städtischen Behörden haben die versuchsweise Verwendung von Polizeihunden beschlossen. Swinemünde. Arbeiter WilHelm Fritz stürzte in der Trunkenheit in das Dockbassin und brach das Ge-nick.
Dämmerstunde.
Von Max Hoffmann. t Ein kräftiger Herr, dessen freundliches Gesicht zu dem weißen Hauptund Barthaar auffallend srisck aussieht, ist eben in das vornehin ausqe- ' n -j.i-.i- cr 'i o . . sianeie Aroenszimmer getreten, gefolgt von der kleinen ältlichen Wirth, fchafterin, die auf silbernem Tablett den Nachmittagskaffee bringt. Geräuschlos stellt sie alles auf dem Tisch zurecht, ladet mit einem leisen: Bitte, Herr Geheimrath!" zu dem Imbiß ein und geht unhörbar hinaus. Der alte Herr schreitet einige Male auf dem dicken weichen Teppich hin und her, wirft durch das Doppelfenster einen flüchtigen Blick auf den mit Schnee bedeckten Vorgarten und setzt sich auf das Sopha, um in kleinen Zügen zu trinken. Dabei sieht er sinnend vor sich hin. Als er die Tasse geleert hat, zündet er sich eine Cigarre an und lehnt sich in das Polster zurück. Die Dämmerung beginnt, langsam ihre grauen Flügel auszuspannen; Traumstimmung umfängt ihn, und vor seinem rückschauenden Blick steigen allerlei wohlbekannte Gestalten herauf, die ihn bald fröhlich, bald traurig anschauen. Sie grüßen ihn mit ihren lieben vertrauten Gesichtern, er lebt mitten unter ihnen, er ist wieder ein sorgloser Knabe ... Da ist Mutter, Papa, die zusammengeschrumpfte Pfefferkuchenfrau, bei der es vielbegehrte, mit Mohn bestreute Sirupblättchen, Nante genannt, gibt. Da ist der Lumpen- und Knochenkäufer mit seinem kleinen Hundewagen. Er kündigt sich durch den yellen Ton einer Pfeife an und zahlt für allerlei Abfälle mit Bonbons. Da ist der alte mürrische Vater Gericke, der wüthend den Kindern nachläuft, die ihn muthwillig wegen seiner langen Nase verspotten. Da ist die achtzigjährige Jungfer Dorothee, die ganz gebückt dahinwackelt und immer laut schimpft, wenn sie ein junges Paar Arm in Arm gehen sieht. Und noch viele andere huschen herbei. Da kommt ja auch das reizende Mädchen, das sein junges Herz erobert hat! Sie heißt Franziska . . . Sehr niedlich sieht sie aus mit ihren langen schwarzen Locken, ihren blitzenden Augen und ihrem zart bräunlichen Gesicht. Und wild und ausgelassen hüpft sie im hellen Sonnenschein umher, obwohl sie bereits fünfzehn und er erst vierzehn Jahre zählt. Sie wohnt im Nachbarhause, und ihre Mutter ist eine böse Sieben, wegen ihrer Zank- und Klatschsucht in der ganzen Gegend gefürchtet. Wie kommt diese Frau zu einer so lieblichen Tochter? Denn lieblich ist sie in seinen Augen, ja, sie erscheint ihm als der Inbegriff aller weiblichen Schönheit, und er kann sich einen Engel nicht anders als sie vorstellen. Und dabei ist sie fast unbändiger als die Jungen, springt über Gräben, klettert auf Kirschbäume und läuft wie ein Seiltänzer oben auf den Zäunen entlang. Er immer in ihrer Nähe. Denn er ist wie gebannt an sie und fühlt sich unglücklich, wenn er sie nicht sieht. Eines Abends kommt er in gehobener Stimmung und noch ganz erhitzt von einem Wettlauf, bei dem sie die Siegerin gewesen ist, nach Hause, als ihm seine Tante, bei der er in Pension ist. sehr ernst und feierlich in die gute Stube bittet. In ihrer bestimmten Art fängt sie sofort ohne Umschweife an: Du machst mir ja schöne Geschichten! Läufst diesem dummen Mädel nach! Spiele nur nicht den Erstaunten. du weißt schon, wen ich meine! Also ihre Mutter, dieser alte Drachen, war vorhin hier und hat hier eine Scene aufgeführt, daß mir noch jetzt der Kopf davon brummt. Es war nur gut, daß dein Onkel nicht hier war, der hätte sie Hals über Kopf hinausgeworfen. Meine Tochter, hat he ausgerufen, soll sich von diesem unreifen Knaben belästigen lassen? Das wäre ja noch schöner! Wenn das nicht anders wird, werde ich nach seiner Schule gehen und es dem Lehrer mittheilen, was das für ein Pflänzchen ist! Ja, Fritz, ich war froh, als das Weib wieder hinaus war. Ich will dem Onkel nichts davon erzählen, aber das fage ich dir: ich erwarte, daß du von heut ab diese Thorheiten unterläßt und dich nicht mehr mit dem Mädel abgiebst. Dazu solltest du dich für viel zu gut halten! Sie paßt ja gar nicht für dich. Also bring mich nicht wieder in solcbe unangenehme Lage und sei vernünftig. Und nun ij, dein Abendbrot!" Er schämt sich wegen dieses plumpen Verrathes seines Geheimnisses; aber was bisher nur ein unklares Gefühl gewesen ist, dessen wird er sich jetzt bewußt: Er liebt! Und im frohen Gefühl dieser Erkenntniß geht er nach dem Abendessen in seine Schlafkammer und schläft glückselig ein ... Am anderen Tage theilt sie ihm unter zornigen Thränen mit, daß sie empört übe? ihn sei. Ich hatte dich bisher für einen angehenden Helden gehalten; aber nun habe ich gemerkt, daß du feige bist. Pfui, ein Feigling bist du!" Aber es war doch deine Mutter!" Das ist ganz gleich! Ein echter Held darf sich nie fürchten und c.uf nichts Rücksicht nehmen." Wenn du haben willst, daß ich tapfer sein soll, will ich's gern sein." .Ob icd's haben will? Gewin will
ich's haben! Aber du muizt mir aucy
oewetsen, daß du es fern kannst." Bald bietet sich Gelegenheit dazu. Das Erntefest ist da mit seinem Jubel und seiner Ausgelassenheit. Der Übliche Umzug durch den Ort mit voranziehender Musik und buntgeputzten Burschen und Mädchen ist beendet, und nun kommt der Glanzpunkt des Festes. Im nahegelegenen Schlößchen", einem alten Gasthaus mit großem Garten, wird gegessen, getrunken und getanzt nach Herzenslust. Fast die ganze Einwohnerschaft ist zugegen, und auch die Kinder tummeln sich wacker. Franziska aber fühlte sich nicht mehr als Kind. Sie hält sich in der Nähe des Tanzplatzes auf, und er sieht dann, wie sie sich am Arm eines jungen Mannes mit vor Lust geröthetem Antlitz dreht. Er kann die Augen nicht von ihr wenden, und als sie aus dem Kreis der Tanzenden getreten ist und an ihm vorbeikommt, flüstert sie ihm zu: Kannst Du tanzen?" Nein." Du bist auch zu garnichts zu gebrauchen!" ruft sie ärgerlich und springt lachend von bannen. Er ist wie niedergeschmettert. Dann aber beschließt er, ihr zu zeigen, daß er ein Mann ist. Er schleicht sich an den Ausschank und kauft sich für sein Taschengeld ein Glas Bier. Es schmeckt schrecklich bitter, aber er trinkt mit Todesverachtung und wird durch ihr freundliches Zunicken belohnt, als sie es bemerkt. Dadurch wird er angefeuert, den Rest mit einem Zuge hinunterzustürzen. Und dann kauft er sich eine Cigarre. Es ist seine erste, der Rauch kratzt fürchterlich im Halse, und ihm wird schwindlig i.n Kops. Da tritt sie zu ihm und sagt: Fritz, Du bist doch ein ganzer Mann! Komm' hinten nach dem Zaun, da möchte ich auch einmal ein paar Züge rauchen!" Als sie das gethan hat, versichert sie ihm: Hier treffen wir un5 nachher wieder'" und eilt weg. Er ist wie betäubt. Rings wird gelacht und gesungen, aus dem Saal klingt das Schmettern der Trompeten, das Brummen des Basses und das Stampfen der Tanzenden, und das alles vermischt sich mit dem Stimmengewirr und dem Klappern der Gläser zu einem wüsten Lärm. Es ist, als wenn sich eine Wolke zwischen ihm und die Umgebung legt, eine Schleier scheint sich über seine Augen zu ziehen, sein Kopf wird schwer wie Blei, sein Puls hämmert, sein Magen möchte sich umkehren. Er setzt sich nieder . . . Da wird er am Arme emporgerissen und hört die Stimme seiner Tante: Hier ist er ja, der dumme Junge! Seit einer Stunde suchen wir ihn schon, und nun finden wir ihn endlich hier . . . Aber wie siehst du denn aus? Wie eine Leiche! Was ist denn passirt? Hast du etwa Bier getrunken?" Blos eins!" So! Du hast wohl auch gar geraucht?" Blos eine!" Und die hat er nicht 'mal zu Ende bekommen!" bemerkt der hinzugekommene Onkel lachend und hebt den beinah noch halb vorhandenen Glimmstengel von der Erde auf. Echtes Pfälzer Kraut!" sagt er spöttisch. Ja, ja, das ist nichts für Kinder! Hoffentlich wird er den Denkzettel merken und später eine bessere Nummer rauchen." Aber die Tante verspottet ihn nicht. Sie ist sehr ernst und gibt ihm ein paar tüchtige Katzenköpfe. So! Und nun kommst du mit nach Hause!" Er solgt sehr niedergeschlagen. Am anderen Tage ist er krank und muß das Bett hüten. AIs er wieder ausgehen kann, lacht ihn Franziska aus und sagt kalt: Du bist mir ein schöner Held! Ich will nichts mehr mit dir zu thun haben." Sie weicht ihm seitdem geflissentlich aus, und die böse Mutter zieht bald darauf mit der reizenden Tochter aus der Gegend fort ... Ein grauer Herbstnebel breitet sich über die Landschaft ... Es ist ganz dunkel im Zimmer geworden. Der Geheimrath legt den t der Cigarre in den Aschbecher und rastet an der Wand nach dem elektrifchen Einschalte?. Durch eine Umdrehung flammt das Licht auf. Er erhebt sich wehmüthig lächelnd und zieht die Vorhänge vor das Fenster. Dann fetzt er sich an den großen Schreibtisch, und bald ist er mit ernster Miene in ein dicket Aktenstück vertieft. Gewissenhaft. Sarah," sagt der Moritz in der Früh zu seiner Frau, Sarah, biet' mer af mein' Hopfen 150 Mark!" Sagt de Sarah: Nu, ich biet Der af Dein' Hopfen 150 Mark!" Dann geht Moritz auf den Hopfenmarkt, wo ihm von einem Händler 100 Mark geboten werden. Was!" schreit Moritz empört, 100 Mark? Der Schlag soll mer treffen, wenn mer heit net schon sind worden geboten 150 Mark!" Ein Musikgenie. Der kleine Fritz hat in einem Schülerconcert hübsch gespielt und reichen Beifall geerntet. Man beglückwünscht seine Eltern, und ein College fragt seinen Vater: Ihr Sohn zeigte wohl schon frühzeitig musikalische Begabung?" O ja," erwidert der Vater lächelnd, sehr früh. Er konnte kaum sprechen, da sagte er schon, wenn meine Frau ihn in den Schlaf singen wollte: .Mama, bör' doch auf!""
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