Indiana Tribüne, Volume 26, Number 180, Indianapolis, Marion County, 23 March 1903 — Page 5

Andiana Tridnne. SS. März 19o3,

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3m siri'isdjcii 3Tiomcut.

f van A. jDcluslla. Als Meister Mordant am frühen Morgen in die Werkstatt hinunterkani. rief er sofort seine beiden Arbeiter Pierre Court, der aus Nantes stammte, und den Brctonen Tanguy, die an den entgegengesetzten Enden des Arbeitsrauines ihre Werkzeuge zurechtlegten. Sie kamen auf den Meister zu. hielten stch aber in -linder Entfernung voneinander und sahen stch auch nicht an. Gestern," sagte ihr Brodherr, habe ich einen Jri:f von Brissot bekommen, worin er mir mittheilt, daß seine Frau sehr krank ist und daß er heute nicht zur Arbeit kommen kann. So müßt Ihr. Tanguy, heute Court nach ,Vellevue' begleiten, um den Brunnen aus dem ut weiter zu graben . . . heute und wahrscheinlich auch noch die Woche hindurch, denn Brissoi wird woh! kaum vor Montag wiederkommen. Ich brauche Euch beiden nicht erst anzuernpfehlen, nicht etwa bei der Arbeit zu feiern, denn Herr von Verstn kann möglicherweise aus der Stadt aus Gut kommen, um stch selbst zu überzeugen, wie weit die Brunnenanlage ist, und ich will natürlich, daß meine Arleite: dann dort stnd. So, das ist alles . . . nun geht!" Toch die beiden Männer rührten sich nicht. Nun, worauf wartet Ihr denn noch?" Cin Moment des Schweigens und dann fragte Pierre: Wer soll denn im Brunnen arbeiten?" Ja." wiederholte Tanguy, wer soll im Brunnen arbeiten?" Der Meister zuckte ungeduldig mit den Schultern. Das könnt Ihr miteinander abmachen. Ihr wißt beide gleich gut B.', sollte ich meinen . . . oder fürchtet Ihr Euch vielleicht gar?" Die Männer fuhren zusammen; das Wort Furcht" ging ihnen wie ein Stich durch's Herz, und um nicht etwa einem solchen Verdacht noch mehr Nahrung zu geben, wandten sie sich, jeder ging an den Platz, wo er sein Handw?rkszeug und seinen Proöiantbeutel hingelegt hatte und. holte ihn. Bis zum Gut des Herrn von Verstn war's eine gute Strecke Wegs; immer auf und ab führte die Straße, und die beiden Männer hatten mit dem gleichmäßigen Schritt, wie ihn die Arbeiter an sich haben, wohl eine Stunde zu rnarschiren. Sie gingen in der Mitte der Straße, beinahe Seite an Seite, den Rücken leicht gebeugt, den Kopf gesenkt; ohne einWort zu sprechen, schritten sie dahin. Die rechte Hand steckte in der Tasche der weiten Sarnrnethose, fcie 'linke ruhte auf dem oberen Rand der Handwerktasche und fuhr ab und an bis zur Schulter hinauf, um den Lcderriemen der Tasche nach oben zu schieben. Leide Männer waren vielleicht vierundzwanzig oder fünfundzwanzig Jahre: Pierre war groß und schlank mit einem weichen, gutmüthigen Gesichtsausdruck, den allerdings eine große Narbe, die von einem Sturz herrührte und quer über die linke Backe lief, etwas verwischte. Der Bretone war klein und untersetzt, wie fast alle seine Landsleute, und wenn man seine großen blauen Augen mit den langen schwarzen Wimpern sah. so beachtete man weder die flache Etirn noch die hervorspringenden scharfen Backenknochen und die markirten Gesichtszüge. Ein Heuwagen, der den beiden Mannun entgegenkam, nöthigte sie, nach rechts auszubiegen: ihre Ellenbogen berührten sich dabei flüchtig auf eine Sekunde, und die Arbeiter tauschten einen Blick, einen einzigen, in dem etwas wie aß lag. während beide die rechte Hand zur Faust ballten, als wenn sie aufeinander losschlagen wollten. Eine Bauerfrau, die mit einem guten Morgen" an ihnen vorbeiging, unterbrach diesen aufflammenden Zwist beide Arbeiter setzten ihren Weg fort, aber hastiger, nervöser und in gemessencr Entfernung voneinander. Als sie vor ungefähr einem Jahr bei dem Meiner Arbeit genommen hatten, beinahe zur selben Zeit, da hatten stch die beiden Männer, die jetzt als Fti.".de nebeneinander schritten, rasch angefreundet gehabt: die Sonntage ve?brachten sie zusammen, wochentags aßen sie bei demselben Wirth, tranken Abends zusammen ihren Schoppen, und wenn der eine kein Geld hatte, so bezahlte eben der anoere die Z?che. Doch eines schönen Tages war alleS anders geworden: ein Mädchen, die Kellnerin aus dem Wirthshaus, wo sie Stammgäste, eine dralle Person von zmanztg Jahren, war dazwischen ge kommen und hatte die jungen Männer, die stch in fast brüderlicher Liebe zugethan gewesen, getrennt. So lange die Beachtung, ie sie der Kellnerin geschenkt, von beiven mehr ein Zeitvertreib gewesen, hatten sie ihre Rivalität nur in Scherzworten zum Ausdruck gebracht; das Mädchen hielt sich aber für etwas Besseres, oder that doch wenigstens so, und da sie beide jungen Leute in gleicher Weise mit i rem Lächeln beglückte, ihnen dieselben recht kargen Gunstbezeugungen zu theil werden ließ, so hatten beide die Sache ernst genommen; vielleicht war gar nicht mal so viel Liebe dabei, aber weichen wollte keiner, beide warb:n um die Schöne und jedr betrachtete den andern als Feind. Der dumpfe Groll war

unter den Sticheleien der Kameraden bald zu Hellem Haß aufgeflammt, und wenn sie auch noch nicht bis zu Handgreiflichkeiten gekommen waren, so sprachen beide Männer doch laut und wiederholt davon, daß schließlich einer freiwillig oder gezwungen den Platz räumen müsse. Als sie auf dem Gut angekommen waren, gingen sie an den Brunnen, der eine ungefähre Tiefe von fünfzig Metern erhalten sollte und schon vielleicht bis auf fünfundzwanzig gegraben war. Im Schatten einer Mauer legten sie ihren Proviant nieder, packten ihr Handwerkszeug aus, streiften die Röcke ab und traten dann an den Brunner.-

rand. A tcmpo stihen die beiden SHftn ner sich an, jeder errieth den Gedanken des Andern, und Beide wurden blaß: viele Worte aber machten sie nicht. Wer fährt hinunter?" fragte Tanguy. Du oder ich?" Pierre zuckte die Schultern, dann meinte er: Frag doch lieber: wer kon'mt nicht wieder heraus?" Die Gesichter der Männer wurden noch farbloser. Ja, das stimmt!" sagte derBretone. Einer von uns Beiden fit jedenfalls zu viel, also können wir auch schon lieber durch das Loos entscheiden." Er langte aus der Hosentasche ein Geldstück. Ist's so recht?" Jaloohl, wirf! Wenn's oben ist, steigst Du in den Brunnen; wenn's aber die Rückseite wird, muß ich es thun." Der Bretone schleuderte das Geldstück in die Höhe; es siel ihm vor die Füße. Er bückte sich, um nachzusehen: Komm her und steh selbst," sagte er und richtete stch auf. Pierre neigte sich über das Geldstück. Schön!" sagte er, unten! also bin ich daran!" Er befestigte Schippe und Hacke an den Strick der Winde, schwang stch selbst auf den Brunnenrand und von dort auf den Eimer, der zum Hinaufbefördern der Erde bestimmt war, und sagte: Jetzt kannst Tu abwickeln, aber halte die Winde fest! Es ist mir lieber, wenn Du mir einen Stein auf den Kopf schmeißt, als wenn Du mich selbst hinunterstürzt." Tanguy hatte die Hand an der Winde und schien zu überlegen. Höre," sagte er dann, verzichte auf Marie und alles soll gut sein zwischen uns." Pierre zögerte, dann entgegnete er: Rein, ich will Euch nicht zusammensehen, wenn das Loos auf Dich gefallen wäre, würde ich mit Dir auch kein Mitleid gehabt haben." Da griff Tanguy nach dem Hebel und drehte das Seil ab, so daß sein Gefährte langsam mit dem Eimer in der Brunnenhöhlung versank. Wohl zwei Stunden hatten die beiden Männer schon gearbeitet, als wenn nichts anormales zwischen ihnen vorgefallen wäre. Neben dem Brunnenloch stand der Bretone, die Haare klebten ihm feucht an den Schläfen des ganz farblosen Gesichts, den einen Fuß hatte er auf einen mächtigen Erdkloß gestemmt, den er an den Brunnenrand gewälzt hatte, und alle zehn Minuten, in fast regelmäßigen Zwischenräumen zog er auf den Zuruf Pierres den Eimer mit Erde in die Höhe, schüttete den Inhalt aus und ließ den Behälter leer wieder in die Tiefe. Mindestens zwanzigmal hatte Tanguy. währerd der Andere unten grub und erwartete, daß jener mit einem raschen Entschluß die Entscheidung herbeiführen würde, sich gebückt; zwanzigmal wohl hatten sich seine Finger um den Erdklumpen gekrumpft: ein Stoß, nur eine ganz geringe Anstrengung. und der Erdklumpen kippte über. schlug in die Tiefe und zerquetschte den unten arbeitenden Pierre; doch immer im entscheidenden Moment sanken Tanguys Arme kraftlos zurück; vor den Augen, seinen großen, blauen Augen tanzten Funken, so daß er ste schließen mußte, seine Zähne schlugen wie im Frost aufeinander, und nur mit Aufbietung aller seiner Kraft vermochte er sich wieder aufzurichten; schwach wie ein Kind fühlte er sich. Vergeblich suchte er sich selbst zuzureden, indem er sich sagte, daß der Zufall ihm die Macht gegeben, vergeblich fachte er sei' nen Zorn gegen Pierre an, indem er sich dessen Worte zurückrief: Wenn das Loos auf mich gefallen wäre, würde ich mit Dir auch kein Mitleid gehabt haben!" Alles, was seine Vernunft, sein Wille und seine Eigenliebe ihm auch eingaben, verfing nicht, sein Innerstes sträubte sich, und in dieses Sträuben mischte sich nicht eine Spur von Angst. Tanguy dachte nicht eine Sekunde, ' welcke folgen seine That haben mußte, welcye '.annagen gegen irrn wüt werden würden; nichts, gar nichts von dem, was nachher sein würde, kam ihm in den Sinn. Mit dem Rücken der Hand wischte er sich den Schweiß von der Stirn und sagte halblaut: Zum Kuckuck noch einmal, bin ich denn eine DZernrne!" Und während er den Kopf zur (eite drehte, versuchte er mit dem angestemmten Fuß den Erdklumpen vorwärts zu schieden. Da klang aus der Tiefe des Vrunnens, dumpf, fast kaum vernehmbar, Pierres Zuruf: Holla!" Und plötzlich fühlte der Bretone sich .wieder kräftig, mit raschem Griff erfaßte er die Winde und zoq den Eimer. 'der ihm federleicht erschien, heraus..

schüttete ten Inhalt aus. hing das L: faß oikdn in d:n Hakcn und ließ eiin die Tiefe hinunter. Ohne baf- Tlwgöy sich fctffc bewußt ge-erren, war inzwischen die Frühstückszei- herangekommen. Wieder ein Anruf von unten, und wieder setzte Tanguy die Winde in Bewegung, und da er sie anhielt und den Arm ausgestreckt hatte, um nach dem Strick zu greifen, sank die Hand kraftlos herab: Pierre selbst hatte er soeben hinaufgezogen, Pierre selbst hatte er vor Augen! .Nun," sagte er und schwang stch von dem Eimer aus zur Erde. Du hast eö also doch nicht gewagt? Oder läf.t Du mir Marie?" Als der Bretone seinen Feind sah, flammte all' sein Zorn mächtig auf: Nie und nimmermehr!" stieß er zwischen den Zähnen hervor. Er ergriff eine Hacke, schwang ste in der Luft und rief: Wehre Dich!" Pierre griff nach seiner Schaufel und stellte sich kampfbereit dem Feind gegenüber. Gut," rief er, Dein Schade ist es! Aber Tu hast es nicht anders " In demselben Augenblick, als Beide zum Scblag ausholen wollten, drang Stimmengeräusch an ihr Ohr, ein Laeben folgte, und zwar gleichzeitig ein tiefes und ein helles, das Lachen eines Mannes und einer Frau. Instinktiv wandten die beiden Männer sich nach der Richtung, aus der das Lachen gekommen, und über die Hecke, welche das Grundstück, auf welchem ste arbeiteten, einschloß, sahen ste auf der Landstraße zwei junge Leute, die stch zärtlich umfaßt hielten und stch küßten. Sie kannten dieselben wohl; der Bursche war der Schlächtergeselle aus der Stadt; das Mädchen war Marie, die Kellnerin aus ihrer Kneipe! Pierre und Tanguy ließen ihre Hacken sinken. Langsam gingen ste 'an den Platz, wo ste ihren Proviant am Morgen niedergelegt, und dann setzten ste stch in den Schatten der Mauer und fingen langsam an zu essen. Als sie trinken wollten, glitt Pierre die Flasche aus der Hand und zerbrach. Der Vreto nahm schweigend die seinige und stellte ste zwischen Pierre und sich. Noch hatten die beiden Männer kein Wort miteinander gewechselt; jetzt sahen sie sich eine Sekunde an und im selben Augenblick streckie Jeder dem Andern die Hand hin. Die schwieligen Arbeiterhände ruhten in kräftigem Druck ineinander, ein Zucken ging über die Gesichter der beiden Männer, und wenige Minuten später nahmen ste gemeinsam ihre Arbeit wieder auf.

Ueber den Zusammenstoß zwischen Militär und Bulgaren in Konstantinopel, wo sich beim Angriff auf ein von Bulgaren bewohntes Haus ein reaelrechtes Feuergefecht entwickelte, dem zahlreiche Personen auf beiden Siten zum Opfer fielen, werden folgcnde Einzelheiten berichtet: Die Wände des Gebäudes, um dessen Besitz sich der verzweifelte Kampf abspielte, sind von Kugeln durchlöchert, der Eingang ist mit Blut bespritzt. Unter dem Volke wurde von Geheimagenten das von der Regierung gewünschte Gerücht verbreitet, daß es sich bei dem Zusammenstoß nur um die Aufhebung einer Diebesbande, nicht etwa um eine politische Action gehandelt habe. Aber diese Version fand wenig Glauben. Die jetzt von der türkischen Polizei bekannt gegebenen Personalien der erschossenen oder verhafteten Missethäter weisen sämmtlich christliche und fast aus nahrnslos bulgarische Namen auf. Die Nachbarn des gestürmten Hauses beHäupten, daß dessen Bewohner der Innung der Gemüsehändler angehört hätten. Diese Innung besteht fast aus schließlich aus macedonifchen Bulga ren. Auf der bulgarischen Agentur in Konstantinopel ist ossiciell der ganze Vorfall nicht gemeldet worden. E i n furchtbares Verbrechen ist von Tataren in der Krim verübt worden. Ein Waldhüter des Grafen Mordwinow saß friedlich in seiner Hütte am Kohlenfeuer, als plötzlich ein Schuß ertönte, der ihn sofort zu Boden streckte. Die Kugel war ihm direkt in den Mund gedrungen. Die Mörder drangen darauf in die Hütte ein, wo sich die 35jährige Frau des Ermordeten mit ihren fünf kleinen Kindern befand, wovon das jüngste, ein Säugling, est wenige Wochen zählte. Die Unhold? warfen sich auf die wehrlose Frau und schlugen sie mit einem Beil nieder, darauf wurden die armen Kinder mit Axthieben gernartert. Drei von ihnen gaben fofort ihren Geist auf, einem Mädchen wurden beide Augen geblendet. Ein Mitbewohner der Hütte sah den Mördern aus einem Nebengelaß bei ihrem furchtbaren Werke zu, ohne helfend einspringen zu können. Als er gerade die Flucht ergreifen wollte, erfaßten ihn die Unmenschen und tödteten ihn ebenfalls. Ein vorübergehender Händler hörte die Angstschreie der Kinder und lief eiligst zum nächsten Dorfe, um Hilfe zu schaffen. Als die Bauern an der Waldhütte eintrafen, hatten die Morder bereits das Weite gesucht. Die , beiden noch lebenden, schwerverwundeten Kinder wurden sofort in ärztliche Obhut gebracht. Bald gelang es auch, zwei Tataren, die sich wirklich als Missethäter erwiesen, ein zusangen und hinter Schloß und Rie gel zu setzen.

tsom Auslande.

I n Neubreisach im Elsaß wurde ein beim Fortifikationsbureau angestellter Zeichner Namens Mülle? unter dem Verdachte des Landesverraths verhaftet. Es heißt, daß das französische Kriegsministerium in den Besitz von Photographien der Forts von G?iswasser gelangt ist, was der deutschen Regierung hinterbrachl wurde. Diese habe Nachforschungen angestellt und sei schließlich auf einen kleinen Kreis von Personen gestoßen, welche die Photographien geliefert haben konnten. Aus diesem Kreise wurde besagter Zeichner Müller von der Neudreifacher Fortifikation verhaftet. W i e eine Zeitung auf Ceylon berichtet, hat die deutsche Colonie auf der Insel auch dieses Jahr den Geburtstag des deutschen Kaisers in würdiger Weise begangen. Der deutsche Consul, Herr Philipp Freudenberg und seine Gattin, hatten die Mitglieder der Colonie und die Spitzen der englischen Beamtenwelt und Gesellschaft Colombos. darunter den Gouverneur der Insel, zu einem Ballfest eingeladen, das äußerst glänzend verlief. Die Villa Strinivesa des Consuls war prachtvoll erleuchtet, den Ballsaal zierte eine von deutschenFlaggen umgebene Büste des Kaisers. Die Ballmusik wurde von der leichten Infanterie der Garnison ausgeführt. DieneuentdecktenMarm 0 r b r ü ch e von Laas in Tirol (Vintschgau) kommen im Laufe dieses Jahres zur Verpachtung. Es stnd im ganzen sechs Gruben, von denen die Jnnwand" benannte dem berühmten carrarischen Marmor nicht nachsteht. Der Entdecker dieses werthvollcn Gefteins war Peter Veith von Laas, der große Mengen für König Ludwig I. lieferte. Benutzt wurde der Laaser Marmor u. a. für das Schleißheimer Schloß, die Glyptothek in München und die Walhalla bei Regensburg. Der Transport nach München dauerte früher nicht felten einen Monat lang, jetzt führt aber ein Bahngeleise bis nahe an die Brüche, deren Besitzer Ludwig Veith, ein Sohn des Entdeckers, ist. Anfang des Monats Februar d. I. gab eine Firma in Mannheim einen Einschreibebrief mit 8590 Mark in Papiergeld an die Firma Schlungbaum inLüchow. Prov. Hannover, auf, der aber nicht ankam. Es wurden sofort Ermittelungen angestellt und konnte der Verbleib des Briefes bis Köln nachgewiesen werden, von dort aber ist kein Registrirvermerk mehr vorhanden, der Brief ist spurlos verschwunden. Die Post hat die ErMittelungen eingestellt, und ist dem Absender in Mannheim dieser Tage dek Ersatzbetrag von 40 Mark, der für verlorene Einschreibbriefe von der Pvst erstattet wird, ausgehändigt worden. Der Absender ist bei der Versicherungsgesellschaft Fortuna" versichert, die Ersatz leisten muß. Diese hat nun eine Belohnung von 20 Procent des wiederbeschafftcn Betrages für die Auffindung des Briefes ausgesetzt. In SanRemohatteein dort erscheinendes Fremdenblatt eine Art Referendum unter seinen Lesern und Leserinnen veranstaltet über die Frage, welche Dame ihnen am meisten sympathisch sei zwischen Mentone und Monte Carlo. Die Dame, welche die meisten Stimmen auf sich vereinte, sollte von dem Blatte ein Kunstwerk als Prämie erhalten. Und einstimmig erklärten Leser und Leserinnen für die ihnen am meisten sympathische Dame die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen. Dazu sei bemerkt, daß die ganze italienische Presse bei dem traurigen Handel stets entschieden auf die Seite der Prinzessin Luise getreten ist, die sie als eine unverstandene Frau zu schildern pflegte, der man an dem mittelalterlichen sächsischen Hofe alle Lebensfreude verkümmert habe, während der Kronprinz von dieser Presse als Biertrinker u. s. w. verspottct wurde. D i e g r 0 ß e D ü r r e, d i e fast ein halbes Jahr lang in Australien geherrscht hat, betraf auch den südlicht englischen Theil der Insel und rief großes Elend unter den Eingeborenen hervor. Viele starben vor Hunger. Wiederholt kam es vor, daß die Stämme einander überfielen, um die Gefangenen zu verzehren. Vom Festlande her wurden zwar wiederholt Dampfer mit Lebensmitteln gesandt, diese reichten aber bei weitem nicht aus, um die Noth zu beseitigen. Am schlimmsten waren die friedlichen Stämme daran. Vor einiger Zeit wurden die Eingeborenen von Keredunu, die sämmtlich zum Christenhum bekehrt sind, von einem fremden Gtamm überfallen und fast gänzlich Aufgerieben. Aber auch die weißen Goldgräber sind nicht . mehr sicher; n.n Kumasifluß wurden mehrere von ihnen, darunter ein Engländer Brackenbury und ein Oesterreicher I. Jassick, hinterrücks erschlagen. Nur der Umstand, daß zwei in der Nähe arbeitende Gräber mit Revolvern herbeieilten, verhinderte es, daß die Leichen aufgefressen wurden. Die Befürchtung, daß dieses Schicksal eine Anzahl anderer Goldgräber betroffen hat. wird durch die Thatsache bestätigt, daß eine Strafexpedition eine große Menge Handwerkszeug, wie es nur von Goldgräbern gebraucht wird, in den Hütten der Schwarzen vorgefunden hat. Der deutsche Theil der Insel ist sowohl von der Dürre wie von den Unruhen verschont geblieben.

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