Indiana Tribüne, Volume 26, Number 177, Indianapolis, Marion County, 19 March 1903 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

Provinz Hessen-Nassau. Frankfurt. Die Firma Jacobi u. Kertell, Schreinerei- und Zimmergeschäft, beging die Feier ihres 23jährigen Jubiläums durch eine festliche Veranstaltung im Rechneisaal. Ein in der Eichwaldstraße wohnender Schreiner, Namens Sachs, wollte bei Steigerwald & Kaiser den Waarenaufzug besteigen, der. ohne daß Sachs es bemerkte, schon nach unten gefahren war. Er stürzte in die Tiefe und erlitt schwere Verletzungen. Sein fünfzigjähriges Jubiläum als aktiver Sänger des Liedervereins SachsenHausen feierte das Vereinsmitglied Heinrich Braun. Rektor a. D. Georg Gerlach ist im 73. Lebensjahre gestorben. Geisenheim. Oekonomierath Goethe, der Direktor der hiesigenLehranstatt für Obst-, Wein- und Gartenbau, tritt am 1. April in den Ruhestand. Großalmerode. An Stelle des verstorbenen Fabrikanten WilHelm Kleinvogel wurde Fabrikdirektor A. Ascherfeld als Mitglied des Kreistages gewählt. H a n a u. Die Feier der 600jährigen Erhebung Hanaus zur Stadt ist am 1. und 2. Februar durch Festgottesdienst in allen Kirchen, Schulfeierlichkeiten, Festvorstellung im Stadttheater, Fackelzug und festliche Beleuchtung der Stadt begangen worden. Aus Anlaß des Stadtjubiläums spendeten die beiden Fabrikanten Heräus je 10.000 Mark, eine Dame 5000 Mark für den Erweiterungsbau des Diakonissenheims. Marburg. Professor Dr. phil. Ernst Elster hier hat einen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität London erhalten. Obersuhl. Gutsbesitzer Rosenstock. Mitglied des Kreistages und Eommunallandtages. ist im Älter von 53 Jahren gestorben. U n t e r h a u n. In der Haun ertrank der 4 Jahre alte Sohn des Zimmermeisters Valentin Gast. Veckerhagen. Bader Heinrich Rausch und Frau begingen die golde ne Hochzeit. Der Kaiser verlieh dem Jubelpaare die Ehejubiläumsmedaille. Wiesbaden. Der Direktor der Kronenbrauerei, Franz Straßburger, ist in Folge eines Schlaganfalls gestorben. Im Alter von 84 Jahren verschied der Geheime Ober - Regierungsrath a. D. Gustav Dittmer. c st c n. Landes - Bauinspektor Kösttc aus Fritzlar übereichte dem hier wohnhaften Straßenmeister Berlepp das demselben verliehene Allgemeine Ehrenzeichen. Berlepp ist 30 Jahre im Amte. Mitteldeutsche Starten. A p o l d a. Nahe dem oberhessischen Orte Kleinlinden am Bahndamm der Strecke Gießen-Wetzlar erschoß sich der Kaufmann Gensdörfer von hier, der vorher, wirre Reden ausstoßcnd, Bahnbeamte bedrohte. B e i e n r o d e. Vor der Wohnung des Direktors Starke des hiesigen Kaliwerkes wurde eine Tynamitpatrone zur Explosion gebracht. Die Erptoiion erfolgte unter dem Vorbau des Hauses vor einem Fenster der im Erdgeschoß liegenden Küche. Die Küchenfenstec wurden zertrümmert und eine große Verheerung in der Küche angerichtet. Unter dem Verdachte, das Dynamitattentat verübt zu baben. sind die Bergleute Junge und Eckhardt verhaftet worden. B r a u n s ch w e i g. In der Zuckerraffinerie an der Bahnhofstraß'' verunglückte der Arbeiter Rogall durch Sturz von einer Leiter. Er erlitt schwere Kopfverletzungen. Arbeiter Gustav Seeger zog sich beim Laugekochen in der Weber'schen Seifenfabrik lebensgefährliche Brankwunden zu. Im alten Hoftheater stürzte der Arbeiter Karl Weißleder beim Aufwinden von eisernen Trägern aus einer Höhe von 6 Metern herab und verletzte sich schwer. Dessau. Staatsminister Dr. o. Koseritz ist durch Beschluß des Gemeinderaths zum Ehrenbürger unserer Stadt ernannt worden. In Eonkurs gerieth die Firma F. H. Besser. H e l m st e d t. Ueberfahren und schwer verletzt wurde der 8jaqrige Sohn des Zimmermanns Neddermeyer. Zu Stadtverordneten wählte man den Fabrikbesitzer Hampe. Ziegeleibesitzer Devold und Kaufmann Brunke. Jena. Privatdozent an der hieiigen Universität Dr. Hermann Matthes wurde zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät ernannt. Einer der ältesten Lehrer der hiesigen Universität, Geheimer Kirchenrath Professor K. Siegfried, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. L e s s e. Der 20jährige Dienstnecht Karl Hartmann hier wollte mit einer alten Flinte Sperlinge schießen. Als er abdrückte, platzte der Lauf des Gewehrs und Hartmann erlitt schwere Verletzungen. M a s s e r b e r g. Einer Feuersbtunst fielen hier sechs Wohnhäuser und drei Scheunen zum Opfer. Meiningen. Johann Bünzli. Generaldirektor der Porzellansabrik Kahla. ist hier im Alter von 48 Jahren gestorben. R o d a. Vom hiesigen Amtsgericht sind Johann Gottlob Witrig ausHainbücht und der Schneider Johann Gott-

lob Leberecht Böttcher aus Lotschen für todt erklärt worden. Sandersleben. Rentier David Schreiber und seine Ehefrau feierten die goldene Hochzeit. Schoppen st edt. Zu Stadtverordneten wurden gewählt: Gutsbesitzer H. Flotow, Amtsrichter Bowing und Gelbgießer Bratmann. V o r s f e l d e. Unter dem Verdachte des Meineides wurde der Schmiedegeselle Schreinecke aus Rühen verhaftet und dem Amtsgerichte hierselbst eingeliefert. W e st e r w i s ch. Bei der Gemeinvevorsteherwahl wurde der bisherige Vorsteher, Amtsmann Scholvin, für die nächsten sechs Jahre wiedergewählt. W i e n r o d e. Auf der Braunkohlengrube Hercynia" ist der BergWerksdirektor Rowoldt, der in die Grube gefahren war, in dem Förderkorb als Leiche mit gequetschtem Kopfe nach oben befördert worden. liebe: das Vermögen des Pferdehändlers Johannes Stamm hier ist das Eonkursverfahren eröffnet worden. W o l f s h a g e n. Der hiesige Hilfslehrer Marx nahm seine Entlassung aus dem braunschweigischen Schuldienste, um in den Schuldienst der Stadt Hamburg zu treten. pachten. Dresden. Die 85jährige Wüt we Johanne Rasch feierte ihr 25jähriges Wohnungsjubiläum im Hause Leipzigerstraße 53. Dem Hofgärtner Anton Dorn wurde bei seinem nach 42jähriger Dienstzeit erfolgten Uebertritt in den Ruhestand das Verdienstkreuz verliehen. Dem Kanzleidiener Semmler ist das Albrechtskreuz verliehen worden. Ihr 50jähriges Bürgerjubiläum feierten der Lohndiener Peter Lucas und der Hanvelsgärtner Benjamin Poscharsty. Aus Anlaß ihres Uebertritts in den Ruhestand wurden dem Stationsassistenten Funke und dem Lokomotivführer 5)uger das Albrechtskreuz verliehen. B a u tz e n. Der König hat dem Stabsarzt der Reserve Dr. Krutzsch des hiesigen Landwerhrbezirks die Erlaubniß zur Anlegung der ihm verliehsnen preußischen Rothen KreuzMedaille 3. Klasse ertheilt. E s ch d o r f. Dem über 30 Jahre lang auf dem hiesiaen Freigute beschäftigten Tagelöhner Träger ist das Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit verliehen worden. G r e t h e n. Dem in den Ruhestand getretenen Kirchschullehrer KantorBillhardt wurde das Verdienstkreuz verliehen. K a d i tz. Dem Gemeindeältesten Scheibe von hier ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Leipzig. Dem Prokuristen der Firma Gauding und Blum Hierselbst, Praetorius, wurde das Ritterkreuz 2. Klasse vom Albrechtsorden verliehen. Der bereits wegen Bandstiftung von der Staatsanwaltschaft eingezogene Fabrikant Bergner wurde wegen Bankerotts vom hiesigen Landgericht zu 7 Monaten Gefängniß verurtheilt. Leutersd'orf. Maurerpolier Müller erhielt das Feuerwehr-Ehren-zeichnen. Reinsdorf. Sein 25jähriges Amtsjubiläum beging der GemeindeS o h l a n d. Ihr goldenes Ehejubiläum feierten der Gartenbesitzer Karl Giebscher und Frau. T o l k e w i tz. Gemeindeältester Werner erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. W e r d a u. Das Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit wurde dem Spinnmeister Löschner bei der Firma E. F. Schmelzer & Sohn Hierselbst verliehen. Z w i ck a u. Commerzienrath Stadtrath Hentschel. der dem Rathscollegium ein Vierteljahrhundert angehört, ist aus diesem Anlaß von den städtischen Eollegien zum Ehrenbürger unserer Stadt ernannt worden. &c ilcn !a rrn st a bt . Darm st ad t. Friedrich Albert, Gefangenaufseher am hiesigen Gesang niß, ist seines Dienstes enthoben worden. Nach langem Leiden verschied hier im Alter von 86 Jahren Geheimer Kirchenrath Johannes Peter Ewald. Babenhausen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurden verliehen den Mitgliedern der hiesigen freiwilligen Feuerwehr Wilhelm Rademer, Wendel Fengel und Georg Trubel. B u tz b a ch. Das Feuerwehrzeichen erhielten hier Louis Weickhardt und Karl Schmidt. E g e l s b a ch. Der Großherzog hat dem Kreisarzt i. P. D. med. Ludwig Leopold Wehsarg Hierselbst das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Grünberg. Bahnmeister WilHelm Brückmann hier wurde in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Mainz. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, Johann Sickinger, Lorenz Franz Luf. Alexander Menz und Franz Beck. Rechnungsrath Friedrich Jaennicke erhielt die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen. Die hiesige Strafkammer verurtheilte denSchachtmeksler Eduarb Wewmann aus Kreuznach wegen Diebsthal zu einem Jahre ÄttrktbniiS.

Die Siloer-Tiar.

Dem Papste ;n seinem 27,jährigen Vontifer Jubiläum geschenkt. Gelegentlich des diesjährigen Pontifexjubiläums ist Leo XIII. von seinen Bewunderern eine kostbare Tiara geschenkt worden, die nunmehr als fünfte die Schatzkammer des Vatikans schmückt. Im Mittelalter existirien etwa ein Dutzend Tiaren, die aber bei der Pliinderung Roms durch das Heer des Konnatable von Bourbon. 1527. verschwanden, mit Ausnahme derjenigen Julius' II.. die als Pfand für Kriegsgelder versetzt war. Diese wurde später von Gregor XIII. mit einem der schönsten Smaragde der Welt geziert. Unter Pius VI. besaß der Schatz vier Tiaren: diejenige Julius' II., diejenige Pauls III.. welche mit Gold und Edelsteinen aus dem Mausoleum der Gemahlin des Kaisers Honorius geschmückt war, und die Tiaren Clemens' VIII. und Urbans VIII. Dies Alles verschwand bei der Besetzung der Kirchenstaaten durch die Franzosen im Jahre 1798. Der schöne Smaragd Gregors XIII. gelangte in das Pariser Naturhistorische Museum. Als Napoleon im Jahre 1805 dem Papste Pius VII. eine neue Tiara schenkte, ließ er einen Theil der wiedergefundenen Juwelen und speziell den Smaragd in sie einsetzen. Diese Papstkrone wiegt acht Pfund und wird auf $45.000 geschätzt. Die zweite Tiara, welche von Jsabella von Spanien dem Papste Pius IX. im Jahre 1855 geschenkt wurde, erglänzt im Feuer von 18.000 Brillanten. Sie kostete ungefähr $60,000. Noch reicher ist die von der Diözese von Paris im Jahre 1888 anläßlich des goldenen Priesterjubiläums Leos Die neu? Tiara. XIII. geschenkte Tiara. Die gewöhnlich von dem Pontifex bei großen Eeremonien getragene Krone ist bedeutend einfacher, aber sie ist auch die leichteste. Ihr Werth wird auf $2000 beziffert. Auch die neueste Tiara hat ein verhältnißmäßig geringes Gewicht, nicht ganz zwei Pfund. Ter Grund ist silbern mit brochirten (:livenzweigen und die Triregnumstreifen sind von Gold. Edelsteine, Medaillons und Jnschriften schmücken in reicher Pracht dieses Kunstwerk, das auf $24.000 gewerthet wird. Die Herstellungskosten wurden durch ein internationales Komite aufgebracht. Gksilndtcr Pelldram. Wiereransnahmc Lcr amtlichen Beziehungen zwischen Tcntschlnnv uns Venezuela. Die volle Wiederaufnahme der amtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Venezuela ist der Verständigung der Vertreter der alliirten Mächte in Washington mit Herrn Bowen, dem Bevollmächtigten Castros, fast auf dem Fuß gefolgt. Dr. Alfred L. R. Pelldram, der vor Kurzem auf der Reise nach Caracas New ?)ork berührte, fällt nunmehr die Rolle zu, das Tr. A. L. R. Pelldram. gute Einvernehmen zwischen Deutschland und Venezuela wieder herzustellen, eine Aufgabe, zu deren Lösung der neue Gesandte immerhin einige Vorkenntnisse mitbringen dürfte, denn er war früher in Port au Prince bei der Republik Haiti als Mnisterresident stationrrt.

l.tttkalivrtqc Masy,nenwaist für den Fcldkricg. Jtt dem Sammelwerke Im Kamps um Südafrika, 2. Band: Die Transvaaler im Krieg mit England von General Ben Viljoen" theilt der Verfasser S. 383 nachstehende beachtenswerthe Kriegserfahrungen mit, welche ti mit Maschinenwaffen gemacht hat. Das Pompom (Vumbum) oder Nordenfeldt - Maxim spielte in unserem Krieg eine große Rolle, aber ich glaube, daß man diesem Geschütz einen zu hohen Werth zuerkannt hat. Das Pompom macht einen höllischen Lärm, wenn es arbeitet, und das kann vielleicht einen entmutigenden Einfluß auf den Feind ausüben. Aber damit sind auch seine Tugenden erschöpft, denn seine Leistungen sind gleich Null. Mangels besserer Stücke mußten wir uns allerdings mitunter glücklich preisen. wenigstens im Besitz eines Pompoms zu sein, und damit machten wir auch so viel Lärm als möglich, um dik Aufmerksamkeit des Feindes abzulenken. Ich bin aber ver Ansicht, vaß das Pompom bald einer Schnellfeuerkanone wird Platz machen müssen, welche größeres Kaliber hat und weiter sö ießt ... Bei einem Geschütz kommt sehr auf seine Tragfähigkeit an. denn so lange A aus weiterer Entfernung auf B schießen kann als B auf A. so lange bleibt B von vorneherein im Nachtheil und hat alle Aussicht. seine Leute erschüttert und entmuthigt zu sehen, ehe er auch nur im stände ist. auf das feindliche Feuer zu antworten. Die Armee, die nicht für Artillerie sorgt, welche mindestens, was die Schutzweite betrifft, mit der ihres Gegners konkurrieren kann, wird erfahren, daß sie den Kürzeren zieht. Die Artillerie, dieser wichtige Faktor in der modernen Kriegführung, verdient eine vorsichtige und sachverständige Beurtheilung!" Viljoens Erfahrungen stimmen völlig überein mit denen, die man auch in früheren Feldzügen bis zurück zum dreißigjährigen Kriege mit kleinkalibrigen Maschinenwaffen gemacht hat, ob diese nun Mitrailleusen. Kartät-schen-oder Orgelgeschütze oder anders genannt worden sind, ob sie Maschinengewehre (Jnfanteriemunition) oder Maschinengeschütze (Granaten, Kaliber 3 4 cm) waren. Alle diese Erfindungen haben nämlich den gleichen Zweck verfolgt: das Jnfanterie-Ge-wehrfeuer zu ersetzen und zu verstärken durch Angabe von wohlgezieltem Massen - Schnellfeuer während kürzester Zeiträume. Diesen Entscheidung zweck erfüllen sie auch vollständig innerhalb der Grenzen des Gewehrfernfeuers, jedoch nur bei der Vertheidigung namentlich in befestigten Stellungen. welche genngen Raum für Entwicklung breiter Schützenlinien darbieten; hier sind sie insbesondere zur Abgabe von wirksamem flankirendem Feuer sehr wohl geeignet. Dagegen versagen dieMaschinenwaf-

en fast immer beim Angriffe, da sie elten größere Schußweite besitzen als die Jnfanteriegewehre. stets aber kleinere wie die Feldgeschütze, sonach beim Vorrücken in die Feuerstellung schon auf große Entfernung dem wirksamen Artilleriefeuer des Gegners, das sie nicht erwidern können, wehrlos ausgesetzt sind. Auch brauchen sie zur raschen Ort Veränderung und namentlich für die Munitionswagen Bespannungen. denn sie besitzen ein Eigengewicht von 400500 Kilogramm und müssen zur Lösung ihrer Aufgaben große Munitionsmengen, welche viel Raum und Gewicht beanspruchen, mit sich führen. Dadurch bieten sie aber der gegnerischen Artillerie gut sichtbare, im Vergleich mit liegenden Schützen leicht zu tretende Ziele, abgesehen davon, daß die Bespannungen beim Vorgehen zum Schießen in den Wirkungsbereich des Gewehr-Fernfeuers kommen und sonach großen Verlusten ausgesetzt sind. Der Grundgedanke der MaschinenWaffen, daß die Schießleistungen der Maschine solche einer großen Zahl lebender Schützen ersetzen könnten, ist eben infolge dieser unabänderlichen Verhältnisse falsch. Schon allein der Umstand, daß sie und die mitzuführenden Munitionsmaffen Bespannungen brauchen, macht sie zu einem Mittelding. welches keine Infanterie darstellt, sondern nur eine geringwerthige Artillerie, aber mit wesentlich verminderter Geschoßwirkung und genügender Schußweite kür Fernfeuer. Vorbezeichneten Urzweck. Infanterie, der es an Stärke oder Kriegstüchtigkeit oder an beldem mangelt, durch maschinelle Schießfertigkeit zu verstärken, können sie demnach nicht erfüllen. Sie bilden aber auch keinen Ersatz für Feldgeschütze, die ihnen in den Schießleistungen unl Zerstörungswirkungen durchaus überlegen sind, und sowohl in der Vertheidigung wie auch im Angriffe nützliche Dienste leisten, während sie selbst nur Vertheidigungswerth besitzen. Graf Thürheim, welcher im Kriege 187071 Führer einer bayerischen Kartätsch-Batterie (vier Maschinengewehre System Feldl") gewesen war. haß unmittelbar hernach auf Grund seiner Feldzugserfahrungen in. einer Vreisschrift nachstehendes. mitViljoens Anschauungen zusammenfallende, mohlbegründete Schlußurtheil abgegeben: ' Das Kartätschengeschütz ist nun ind nimmer ein sehr brauchbares Werkzeug für den Krieg im freien Felve. denn im allgemeinen leistet es weit nniaT nls tvn ihm entsvrech,.vd?

Tizeu Znsamerte oder Arnuer. cur in ganz einzelnen Fällen ist seine Wirkung wirklich von großem Vortheile. Da diese Fälle aber nur Ausnahmsfälle sind, so rechtfertigen sie seine Zusammensteuung in Batterien nicht und höchstens mögen einige dieser Geschütze in den Reserven mitaefübrt werden. Dagegen bietet es in der Festung, und besonders in der Verwendung als Flankengeschütz außerordentliche taktische und fortifilatorische Vortheile, so daß der Ingenieur und Artillerist in der Zukunft wohl mit dieser Waffe zu rechnen haben. Hier ist es auch wenigr kostspielig, da es des .ästigen Apparates an Pferden und Mumtionswagen entbehren kann." Gleichwohl wurden für das deutsche Heer im Jahre 1901 kleinkalibrigeMaschinenwaffen für den Fcldtrieg eingeführt und zwar Maschinengewehre. Diese ruhen in der Feuerstellung je auf einem tragbaren, schlittenartigen Gestell, welches das Schießen in verschiedener Feuerholz? gestattet. Für den Marsch wird das Gewehr mit Gestell auf einer geschützäbnlichen, mit vier Pferden bespannten Lafette untergebracht. Das Kaliber ist dasselbe wie beim Gewebr 98. Die Patronen sind zu 250 Stück auf Bänder gezogen. die Feuergeschwindigkeit gestattet bis zu 600 Patronen in der Minute il verfeuern, so daß also jedes Maschinengewehr die gleiche SchußzahlLeistung wie 5060 Einzelschützen der Infanterie vollbringt. Es ist beabsichtigt. nach und nach bei den 24 deutschen Armeekorps je eine Maschinengewehrabtheilung aufzustellen und je einem Jäger- oder Jnfanteriebatail -lon anzugliedern; seit 1901 sind bereits 13 solche Aotbeilungen bei zwölf preußischen und einem bayerischen Armeekorps errichtet worden, es fehlen also noch 11. Der Friedensstand einer Abtheilung beträgt 3 Offiziere. 9 Unteroffiziere. 67 Mann. 43 Pferde, 6 Geschütze" und 2 Munitionswagen, ist demnach annähernd so groß wie der einer fahrenden Batterie mit niederem Etat. Angesichts der mit kleinkalibrigen Maschinenwaffen im Jurenkriege neuerdings gemachten ungünstigen Feldzugserfahrungen wird es sich nun empfehlen, die weitere Errichtung von Ma-fchinengewehr-Abthe lungen aufzugeben und die 13 bereits vorbandenen in ebensoviel? fahrende Batterien umzuwandeln. dagegen dicMas chincnqewchre nebst Munitionswao?n behufsVerwendung als Flankengeschütze nach Graf Thürheim'schem Vorschlag den Festungsbeständen zuzuweisen. Bei ihrer geringen Leistunczshigkeit im Feldkriege erscheint die Einrichtung denn doch zu kostspielig und anspruchsvoll. Batterien mit weittragenden Kanonen und wirksamen Granaten und Chrapnels sind ein weit besserer Ersatz, weil sie nickt nur der Vertheidigung, sondern auch dem Angriffe dienen. Im Kriege ist aber nicht die Abwehr, sondern er Angriff die Hauptsache, dieser allein verbürgt den entscheidenden Sieg!

Eine Kirche aus Teckundsfellcn. Der merkwürdigste Kirchenbau der Welt wird von dem englischcn Pastor E. I. Peck beschrieben, der viele Jahre Missionar unter den Eskimos der Black Lead-Jnsel gewesen ist. Im Jahre 1897 übersetzte er für seine Gemeinde die Evangelien und ließ sie drucken. Einige Eingeborene lernten auch selbst lesen, und jetzt haben sie die Evangelien, einen Theil des Gebetbuches und etwa 150 Hymnen. Gegenwärtig giebt es etwa achzig Eskimos, die als Christen gelten können, und von diesen kamen an einem Abend kurz nach der Veröffentlichung der Evangelien in ihrer Muttersprache 26. um sich taufen zu lassen. Eine Kirche erschien nunmehr nothwendig, und da Peck kein Holz zum Bau hatte, wandte er sich an die Eingeborenen um Hülfe. Von diesen wurden über vierzig gewohnliche Seehundsfelle beigesteuert, die man zur Herstellung eines Zeltes über ein leichtes Fachwerk spannte. Um die Kälte abzuhalten, wurde oben Schnee aufgehäuft. So wurde eine Kirche aus Seehundsfellen hergestellt, die achtzehn zu zwölf Fuß maß. Sitze wurden aus Vorrathskisten gemacht. Aber die merkwürdige kleine Kirche hatte ein noch merkwürdigeres Schicksal. Eine Anzahl hungriger Hunde kratzten eines Tages den Schnee fort und fraßen die Felle darunter. Wenn auch die Kirche aus Seehundsfellen mit Biskuitsäcken geflickt wurde, so bat fudamit doch nicht aufgehört zu bestehen. Stcijn und Kruicr. Ueber das Befinden des ehemaligen Präsidenten des Oranje-Freistaates, Steijn, erklärt man aus Clarens am Genfer See. daß seine Gesundheit sich tagtäglich bessert. Er macht häufig Ausgänge in die Nachbarschaft seiner Villa. Ungünstige Gerüchte werden dagegen über das Befinden des Präsidenten Krüger verbreitet, der bekanntlich in Mentone weilt. Seine Kräfte nehmen täglich ab. Sein Gemüthszustand ist äußerst gedrückt. Er hat erst einmal seine Villa verlassen und verbringt den Tag im Garten, auf einem Ruhestuhle liegend. Sogar sein Bibellesen hat er einstellen müssen. Seine Enkelin, Frau Eloff. und seine Sekretäre sowie sein Hausarzt Hymans sind die einzigen, die zu ihm kommen dürfen. Die Umgebung des Präsidenten hat fast aille Hoffnung iuf Genesung ausgegebes.

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