Indiana Tribüne, Volume 26, Number 170, Indianapolis, Marion County, 11 March 1903 — Page 6
Jndiana Tribüne, II. Mär,, 1003.
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Europäische Nachrichten.
Provinz Hannover. Altenau. Die hiesige Apotheke ist von dem jetzigen Inhaber Aug. Lachwitz an den Apotheker Fischenberg in Ludwigslust für 83,000 Mark verkauft worden. Das ebenfalls Lachwitz gehörige, dem Apothekengrundstück gegenüberliegende Papierwaarenund Delikatessengeschäft ist in den Besitz des früheren Besitzers des Hotel Wallgarten. G. Baumann, für 14.000 Mark übergeganqen. Borkum. Ueber Köhler's "DorfHotel" hierselbst ist der Concurs verhängt worden. Gifhorn. Die Gastwirthschaft "Zum weißen Roß" hier ist durch Kauf an den Einwohner Müller aus Rüningen für 58,000 Mark übergegangen. Goslar. Bergrath a. D. Siegemann und Gemahlin feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Hildesheim. Das 7jährige Töchterchen des Bremsers Thiedau kam dem Ofen zu nahe, wodurch die Kleider des Kindes in Brand geriethen und dasselbe so schwere Brandwunden erlitt, daß es starb. Hoya. Von der Fleckensvertretung ist de. Bürgermeister Hüpeden einstimmig zum Bürgermeister wiedergewählt worden. Er bekleidet dieses Amt schon 18 Jahre lang. Isenhagen. Zimmermeister Heinrich Düvel stellte seine Zahlungen ein. Springe. Weber Padberg von hier machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Uslar. Im Alter von 68 Jahren starb hier der Amtsgerichtsrath Kamlah. Er war über 30 Jahre lang bei dem hiesigen Amtsgericht als Richter thätig. Werxhausen. Der Besitzer der hiesigen Dampfmolkerei, Kummert, ist unter Hinterlassung von über 10,000 Mark Schulden geflüchtet. Provinz Westfalen Münster. Der hiesige Kaufmann Ellerhorst wurde wegen Wuchers bis 60 Procent zu fünf Monaten Gefängniß. 3 Jahren Ehrverlust und 2000 Mark Geldstrafe verurtheilt. Aplerberck. Schwer verletzt wurde der Bergmann Friedrichs aus Sölderholz auf der Zeche "Margaretha". F. gerieth mit einer Hand zwlschen Seiltrommel und Förderseil, wodurch ihm der Daumen abgerissen wurde. Baukau. Das 3 1/2jährige Söhnchen des Bergmanns Neuhausen fiel in den an dem Garten des betr. Neuhausen vorbeiführenden Zechenbach. Als Leiche zog man das arme Wesen an's Land. Bocholt. Bürgermeister a. D. Degener erhielt den Kronenorden vierter Klasse. Dortmund. Der Dortmunder Bankverein beging am 31. Januar sein silbernes Jubiläum. Erwitzen. Seinen eigenen Bruder mit einem Holzscheit erschlagen hat der Holzhauer Franz Stamm von hier. Hembsen. Feuer zerstörte das Wohnhaus der Wittwe Bickmann. Hörde. Eine klaffende Wunde brachten mehrere Personen dem Schreiner Wilhelm Schröder aus Dortmund am Kopfe bei. -- Die Wirthschaft Crone, Goldstraße, nebst Nebenhaus, Garten und Ländereien, ging für 100000 Mark in den Besitz des bisherigen Pächters Herrn Ernst Roos über. Paderborn. Prokurist Anton Fuest hier feierte sein 25jähriges Jubiläum beim Bankhaus M. Paderstein und Söhne. -- Das durch den Tod des Ehrendomherrn Wille zu Brakel an hiesiger Kathedrale zur Erledigung gekommene Ehrenkanonikat ist dem Pfarrer und Landdechanten Göbel zu Steinheim verliehen worden. Kleinenberg. Ackerwirth H. Hagelücken von hier wurde auf dem Bahnhofe Willebadessen beim Ueberschreiten der Geleise von der Lokomotive eines Güterzuges erfaßt und zermalmt. Der Verunglückte hinterläßt Wittwe und mehrere minderjährige Kinder. Lorup. Dem Lehrer Heinrich Hegger hierselbst ist der Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern verliehen worden. Minden. Kaufmann Oskar Wiese meldete Concurs an. Wanne. In dem Geschäfte der Firma Blumenthal wurde ein Einbruchsdiebstahl verübt und Waaren im Werthe von 3000 Mark gestohlen. Rheinprovinz Köln. Um sich in Berlin zu amüsiren, ging der siebzehnjährige Kaufmannslehrling Georg Weber seinem hiesigen Prinzipal durch. Sein Reisegeld verschaffte er sich dadurch, daß er zwel Geldbriefe, die er zur Post tragen sollte, unterschlug und mit dem Inhalt dieser, es waren sechshundert Mark, schleunigst nach London fuhr. Hier verjubelte er einen Theil des Geldes. fühlte sich aber nicht wohl und reiste nach Berlin ab. Einem Criminalbeamten fiel das splendide Wesen des jungen Weltreisenden bei dem Aufenthalt in Hamburg auf; er forschte ihn aus und verhaftete ihn. Barmen. Dem Fabrikanten Holzrichter hierselbst ist der Rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen worden.
E l b e r f e l d. Landaerichtsdirektor
von Weiler hier erhielt den Rothen Adlerorden vierter Klasse. G e r r e s h e i m. Der Kaiser hat dem Generalsekretär der Aktiengesellschaft der Glashütten:verke Hierselbst, Heinrich Jken, den Kronenorden vierter Klasse verliehen. Koblenz. Geheimer Commerzienrath Spader' ist nach 43jähriger Thätigkeit aus der von ihm gegründeten weltbekannten Firma für Bergbau und Hüttenprodukte, Karl Später, aus Gesundheitsrücksichten ausgetreten und hat damit auch seinen Austritt aus der hiesigen Handelskammer verbunden. Langenlonsheim. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten die Eheleute Heinich Heß und Margaretha. geborene Feuchter. Krefeld. Thcaterkassirer Wich ist nach Veruntreuung größerer Beträge flüchtig geworden. Die nterschlagene Summe wird größtentheilS durch die Kaution gedeckt. Neuwied. Der fürstlich Mied'schc Kammerdirektor fahr, von der Recke wird zum 1. April d. I. dem '.ttuse des Fürsten von SchwarzburgNudolstadt folgen und als Wirklickier Geheimrath und Staatsminister an dle spitze des fürstlichen Ministeriums in Rudolstadt treten. & o 1 1 n q e n. Schleifermeister M Hussels feierte sein 50jähriges Jubiiaum als Schleifer. Pfarrer Glesekte wurde mit der Leitung des evanilischen Religionsunterrichts an der höheren Mädchenschule Hierselbst beauftragt. A-ovinz jtoffmlfojjätt. Cassel. Ter schon seit Monaten flüchtige, wegen betrügerischen Banterot's steckbrieflich verfolgte frühere Lederyändler Jatszett von hier wurde gesanglich hier eingebracht. Ein ge:vch selten votto.iimcndes Jubiläum beging Frau Emilie Scuchardt, die nhaocrin der Spicituojen- uno Eigarrenhandlung, welche 45 Jahre im yas No. 60 rer obersten Gasse unter der Firma C. Schuchardt betrieben hat. Frankfurt. Pianist und Lch rec am Hoch'schen Conservatorium Uielli hier erhielt vom Herzog von i'icmingen das Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft. Korbwaa. renhändlcr Fr. Gackenheimer und Uhrmacher Franz Tiedert meldeten Concurs an. Oberpostdirector Maier wurde zum Geheimen Oberpostrath mit dem Rang derRäthe zweiter ttlasse ernannt. . F u l d a. An einem Schlaganfall starb im 49. Lebensjahre der Kaufmann und Stadtverordnete Herr Ed. ffotttel, Inhaber eines Speditionsund Kohlengeschäfts. Gelnhausen. In Hellstem wurde die Scheune des Landwirths Heinrich Dcckenbach eingeäschert; in .'icldhauscn brannte fast gleichzeitig die zur Wackermühle gehörende Scheune nieder. S r o ß s e e l h e i m. Das Si?cker sche Anwesen brannte üiellweise nieder. Die Feuerwehr verhinderte ein weiteres Umsichgreifen des Brandes. H a n a u. Das Hauptfabrikgebäude der Dunlop - Pneumatic - Reifenfabrik wurde durch Großfeuer total eingeäschert. K i r ch h a i n. In der Versammlung des Kreiskriegerverbandes würd? beschlossen, das diesjährige Kreiskrieger - Verbandsfest in Rauisch Holzhausen zu feiern. Oberkirchen. Dem Lehrer emer. Christian Steinbrecher von hm ist der Adler der Inhaber des Hausorrcns von Hohenzollern verliehen worden. R o ß b a ch. Landrath v. Trotha überreichte unserem BürgermeisterHohmann das diesem für langjährige Dienste rerli:hene Allgemeine Ehrenzeichen. Wiesbaden. Dem Regierung Hauptkassenboten a. D. Christian Brumhard hier wurde das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen. Alitterdcutlchc Staaten. A p e l n st e d t. Lehrer C. Eggelsmann, 57 Jahre alt. seit 33 Jahren als Lehrer und Organist hier thätig, l' at in den Ruhestand. B r a u n s ch w e i g. Vermißt wird hier der 24 Jahre alte Kunstmaler Willy Jakob. Nach langem Leiden verschied hier im Alter von 74 Jahren der Oberinspektor a. D. D. Lüneburg. B r u n s e n. Im 71. Lebensjahre starb hier der Ackermann - Altvater August Rose. Derselbe war lange Jahre Mitglied des braunschmeiaischen Landtages, der Kreisoersamr.ilung und des Kreisausschusses; Jahrzehnte lang verwaltete er auch das Amt eines Gemeindevorstehers in unserer Gemeinde. B ü ck e b u r g. Hier verstarb in noch nicht vollendetem 60. Lebensjahre der langjährige Chef des fürstlich schaumburg - sippischen Marstalles, Oberstallmeister Wilhelm von Apell. Dessau. Der Chef des anhaltische.i Medizinalwesens, Geheimer Medizinalrath Dr. Wesche Hierselbst, be. absichtigt in den Ruhestand zu treten. Harzburg. Oberamtsricht Dr. jur. Germer ist zum Stadtverordneten wiedergewählt worden. Jena. Hier ist ein staatliches Untersuchungsamt für Nahrungsmittelchemie errichtet worden; zur Leitung wurde der außerordentliche Professor Dr. Hermann Motives berufen.
Dreifache ueverraschung. Wir lesen in einem Wiener Blatte: Innerhalb weniger Stunden waren kürzlich einer Dame in der Rauscherstraße drei Ueberraschungen beschicken. Diese Dame erhielt Nachmittags eine pneumatische Karte des Inhalts: Schreckliches geschehen. Komme sofort." Unterschrieben war die Karte von dem Schwiegersohne der Dame, einem mit seiner Frau in den neuen Prateranlagen wohnhcften Officier. Erste Ueverraschung; traurig. In aller Eile und größter Aufregung fuhr die Dame in den Prater zu ihren Leuten. Athemlos stürmte sie die Treppe hinan, stürzte in die Wohnung ihrer Tochter . . . Eine neue Ueverraschung, eine freudige. Tochter und Schwiegersöhn saßen so zärtlich beisammen und hatten einander lieb" und sangen eben ein Duett . . . Wie es sich herausstellte, war die Dame das Opfer einer Mystifikation geworden. Mutter und Tochter machten sich nun auf und fuhren in die Rauscherstraße. In ihrer Wohnung harrte der Dame eine dritte Ueberraschung. Diesmal eine sehr traurige. Die Thür war nämlich aufgesprengt und die Wohnung total ausgeraubt! Die Gauner, wie es heißt, ein ehemaliger Zimmerherr der Dame, und seine Geliebte hatten das grausige Spiel mit der Karte in Scene gesetzt, um freie Hand zur Operation zu gewinnen. Es wäre zu wünschen, daß der trostlosen Dame eine weitere Ueberraschung zutheil werde: Daß sie alsbald in den Besitz ihrer gestohlenen Sachen gelange.
Neberall Deutsche! In seinen nordafrikanischen Streifzügen erzählt Karl Gußmann in den Grenzboten": Die Zeit ist nicht mehr fern, wo man Algerien und Tunisien zu den deutschen Äusflugsgebieten rechnen wird. Zum Theil kann man das jetzt schon. Auf den Trümmern Karthagos hörte ich deutsch reden, oder genauer gesagt: in dem nicht weit von der Kathedrale des verstorbenen Cardinals Lavigerie so keck in das ernsteste Meeresbild der Welt hineingestellten Gasthof, auf der Höhe der vom Erdboden verschwundenen Byrsa. hörte mich ein unbekannter Deutscher deutsch reden, und zwar deutsch reden mit einem vom Kopf bis zum Fuß waschechten Araber, dem trefflichen Fremdenführer Hamda Zwiten. der merkwürdigerweise Leipzig. München und Tübingen aus eigener Anschauung kennt, eine Unterhaltung, die den erstaunten Ausruf gegen unseren Tisch her entlockte: Was? in Karthago sein und deutsch sprechen hören!" In der feudalen Oase Biskrah hängte sich mir ein kleiner Beduinenkerl an die Rockschöße, der nicht bloß ..Guttentach", sondern noch sonst alle möglichen deutschen Brocken zu radebrechen verstand. Und in dem 700 Meter hoch über dem Meere liegenden, von Tunis 216 Kilometer entfernten Souk-Ahras. dem alten Tagaste, bekannt als Geburtsort des heiligen Augustinus, stießen wir nicht nur auf einen mächtigenSchwarm gelber Wanderheuschrecken, sondern trafen auch eine allein reisende deutsche Dame. die. mit Feder und Stift ausgerüstet.die ganze Kabylie durchstreift hatte und sogar bis in die Sahara vorgedrungen war mutterseelenallein! Im Hotel St. Georges in Tunis, wo man so vorzüglich aufgehoben ist, fand ich einen deutschen Oberkellner, der mir mittheilte, daß er sein Auge auf Marokko geworfen habe, wo er einenGasthof einrichten wolle, denn Tunis genüge denDeutschen schon nicht mehr, immer weiter vor, immer tiefe? hinein möchten sie! Bekam seinen Willen. Ein brasilianischerMillionär, Baron Fereau, war ein Geizhals in Kleinigleiten, jedoch verschtwenderisch in großen Dingen, die viel Geld kosteten. Zu seinen Eigenthümlichkeiten gehörte es, den Kellnern nie ein Trinkgeld zu geben; infolgedessen waren ihm sänrmtliche Kellner und Aufwärter in den von ihm besuchten Hotels von Rio Janeiro nicht grün. Eines Morgens frühstückte der Nabob im Maux-Hotel; nachdem er ein Cotelett verzehrt, bestellte er ein zweites. Herr Baron", sagte der Oberkellner boshaft, es ist bei uns nicht üblich, dasselbe Gericht zweimal zu serviren." So," versetzte der Baron, stand auf und verließ den Saal. Nach einigen Minuten trat er wieder ein und rief den Oberkellner wieder. Ich habe soeben dieses Hotel gekauft. Da ich finde, daß Sie die Gäste nicht nach deren Wünschen bedienen, so entlasse ich Sie auf der Stelle; entfernen Sie sich." Dann rief er einen andern Kellner: Bringen Sie mir nocb ein Cotelett." Der Berliner Verein der Sammler von Cigarrenabschnitten" hat es sich zur Aufgabe gemacht, alljährlich zum Weihnachtsfest armen Waisenkindern den Tisch zu decken. Der Verein hatte im vergangenen Jahre 14 Centner gesammelt, welche rund 700 Mark ($175) brachten, und es war ihm daher vergönnt, aus dem Erlöse dieser unscheinbaren Spitzen 60 armen Waisenkindern durch neue Kleidung eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Der Verein besteht bereits seit 37 Jahren und hat während dieses Zeitraumes nur aus dem Erlöse der gesammelten Cigarrenabschnitte über 2000 Kindern Mihnachtsgaben be-scheert.
Eine wesentliche Ver besserung wird die Bahnverbindung zwischen Berlin und München, sowie zwischen Hamburg und München zum nächsten Sommerfahrplan erfahren. Abgesehen von den theuren Luxuszügen, die nur einem sehr beschränkten Publikum zur Verfügung stehen, brauchen die Schnellzüge von Berlin nach München immer noch 12, 13, 14, ja 16 Stunden. Nach den Absichten der Generaldirektion der Bayerischen Staatsbahnen sollen zum 1. Mai zwei neue sehr beschleunigte Schnellzüge zwischen Berlin und München eingerichtet werden. Sie gehen über Probstzella und verkehren bei Nacht. Die Strecke Berlin - München werden sie in zehn Stunden zurücklegen. Der Zug verläßt den Anhalter Bahnhof in Berlin 9 Uhr Abends und trifft schon um 7.10 Morgens in München ein. Nach den von der Berliner Schuldeputation vorgenommenen Ermittelungen wurde festgestellt, daß von den rund 220,000 Kindern der hauptstädtischen Gemeindeschulen 838 nur eine fremde Sprache, 1487 eine fremde und ie deutsche als Familienspräche angaben. Unter den fremden Sprachen steht die polnische weitaus an erster Stelle: 813 Kinder sprachen
zu Hause nur Polnisch, 1229 Polnisch und Deutsch. An zweiter Stelle steht die italienische Sprache. Von den bisher in Berlin vorhandenen 12 Schulärzten wurde festgestellt, daß nur 44 v. H. der von ihnen untersuchten schulpflichtigen Kinder jals völlig gesund bezeichnet werden konnten. Etwa 28 v. H. litten an Skrofulöse. Blutarmuth und englischer Krankheit, 14 v. H. an Wucherungen in der Nase und im Rachenraume, 5 v. H. an Sprachstörungen und 2 vH. an mangelhafter geistiger Entwicklung. Das städtische Museum in Jena ist nunmehr eröffnet worden. Es ist vorläufig im Gebäude des neuen Stadthauses untergebracht. Das Museum enthält gegen 3000 zum Theil werthvolle Gegenstände, darunter sehr viele sehenswerthe Erinnerun gen aus dem Kriege 1806 und an di? Schlacht bei Jena, an das Studentenleben und an die klassische Zeit. Das Museum ging hervor aus der Privatsammlung des Lithographen Hunger. Es ist der Direktion des Kunsthistorikers Prof. Dr. Weber unterstellt. E i n Verein zur Pflege des Studiums der russischen Cultur" hat sich in Berlin im Anschluß an die von Dr. Wilensky geleiteten russischen Unterrichtskurse am orientalischen Seminar constituirt. Das Ziel der neuen, entschieden zeitgemäßen Vereinigung ist, in deutschen Kreisen das Interesse und Verstandniß für die eigenartigen Verhältnisse des großen slavischen Oesterreichs zu fördern, was durch Vorträge, Diskussion, Gründung einer Bibliothek usw. erstrebt werden soll. Gegen vierzig Hörer der erwähnten Senzinarkurse sind dem Verein bereits beigetreten. Eine besonders i n t e ressante und eigenartige Jubelfeier dürfte in diesem Jahre in Kopenhagen und Athen begangen werden. Werden es doch 1903 40 Jahre, daß in dem nordischen Reich Christian IX. und im sonnigen Hellas sein Sohn den Königsthron bestieg. Im Frühjahr 1863 traf eine griechische Deputation mit dem alten Freiheitskämpfer Constantin Kauaris an der Spitze in Kopenhagen ein, um dem damaligen Prinzen Wilhelm den Thron Griechenlands anzubieten. Der König Friedrich VII. empfing die Abordnung im Christiansborger Schlosse und hielt eine bemerkenswerthe Rede, in welcher er sich von dem jungen Fürsten verabschiedete und ihm einige Lebensregeln ans Herz legte. Am 6. Juni 1863 wurde der 18jährige Prinz als Georg I. Herrscher von Griechenland. Er war also einige Monate vor seinem Vater, der nach dem Tode Friedrichs VII., am 15. November 1863, als Christian IX. den Thron bestieg, König geworden. In den Staatsannalen ist dies gewiß ein ganz einzig stehender Fall. Nächst dem Kaiser Franz .osef haben Georg I. und Christian IX. am längsten unter den europäischen Monarchen reoiert. n e l n e m elenden i!o gis unweit von Paris starb dieser Tage ein Harpagon von beispiellos niedriger Gesinnung. Der Mann war früher Rechtsanwalt, forderte aber stets fo unverschämte Honorare, daß die Zahl seiner Klienten sich immer mehr verringerte. Doch gelang es ihm, innerhalb weniger Jahre das kleine Vermögen von 32,000 Fr. zusammenzuscharren. Mit diesem Gelde zog er sich in's Privatleben" zurück, d. h. er nahm in einem Vorort, wo ihn Niemand kannte, eine mehr als bescheidene Wohnung und zwang seine Frau und seine drei Kinder, den gesammten Lebensunterhalt für die Familie durch Betteln in den Straßen zu beschaffen. Frühmorgens trieb er die Aermsten aus . dem Hause und empfing sie Abends mit einer Fluth .roher Schimpfworte, wenn sie nicht so viel heimbrachten, daß man für den nächsten Tag die Ausgaben bestreiten und noch eine Summe dem von ihm ängstlich gehüteten Schatz hinzufügen konnte. Aus Furcht vor dem brutalen Gatten und Vater und auch aus Scham wagten die bedauernswerthen Angehörigen nicht, ihre ehemaligen Bekannten oder auch die Polizei über die Umstände, unter denen sie lebten, aufzuklären. Erst der Tod des Geizbalses löste den Seiniaen die Äunae.
Frit? Nenter's Testament. Fritz Reuter hat bekanntlich nach seiner Verheirathung mit Louise Kuntze, in Trevtow a. T. mehrere Jahre als Privatlehrer gelebt, kärglich genug, bekam er doch für die Stunde nur 2h Groschen. Aus dieser Zeit stammt nun ein bisher unbekanntes Testament Reuters. das der Reuter-Forscher Prof. Dr. Karl Theodor Gaedertz-Berlin. der zu Reuter-Forschungen in Mecklenburg und Pommern weilt, auf dem königlichen Amtsgericht zu Demmin gefunden hat. Damals hatte, wie bemerkt werden muß. Terptow a. T. noch kein eigenes Amtsgericht und ge hörte zu Demmin. Das im Beisein von Professor Gaedertz durch den kgl. Amtsrichter eröffnete und verlesene Testament lautet kurz und schlickt: Ich ernenne hierdurch meine Ehegattin Louise Reuter, geborene Kuntze. zur alleinigen Erbin meines dereinstigen Nachlasses. Dies ist mein wohlüberlegter letzter Wille. Treptow a. Toll., den 10. Mär 1864. Friedrich Reuter. Privaterer." Diese Niederschrift ist von Reuter eigenhändig vollzogen, desgleichen auch die Aufschrift des dreifach versiegelten Umschlages: Hierin ist mein letzter Wille. Treptow a. Toll., den 15
März 1854. F. Reuter. Lehrer." grrijiivtcviticr mnttrdf. Der Landgraf besuch: in Begleitung seines Adjutanten eine Gemäldeausstellung. Vor einem Porträt, welches die Bezeichnung Selbstporträt" trägt, bleibt er bewundernd stehen und sagt dann zu seinem Begleiter: Famos ah ganz ausgezeichnet. Selbstporträt soll auch von mir gemack t werden. Vcriirrrtlzttg. Wirthin: . . . Wassertechniker schreibt sich der in's Fremd'nbuch ein! Was ist denn dees, a' Wassertech, niker?" W i r t h : O, wahrscheinlich a' g'studirter Bierbrauer!" St rmS c o cm ii lj. Herr von (Silber st ein: Denken Se sich: der Kommerzienrath von Veilchenfeld hat sich erhängt! Ae Edelmann erhängt! Wenn er hätt' genommen wenigstens Blausäure!An viel! . . . Können Sie schweigen, beste Freundin?" Um Gottes willen, nur heute kein Geheimniß mehr das halte ich nicht aus! Es sind mir schon zwei anvertraut worden!" Zn?ei tJCMiu'mMc Seelen. Student (der Befrachtung eines Schiffes zusehend): Wofür wird denn all' das Trinkwasser mitgenommen?" K a p i t ä n : .Nun, wir haben doch Frauen und Kinder an Bord!" Nichtig. Vater (zu seinem Sohn, einem flotten Studiosus): Du willst Dir eine A!ünzensammlung anlegen? Das kommt mir gerade so vor, als wenn sich unser Boxel eine Wurstsammlung anlegen wollte!" Arrick & Company Lombard Gebäude. ..Anlage Seeuntäten.. gekauft und verkauft. Mandolin-, Guitar- und Banjo-Lehrer. Studio : 160 Oft Market Str. Zimmer Ro. 6 und 7. ...Cut Prices... Vroguen und Patent Medizinen öö I M ft . . 6. ö ... .... 6Tf sinkt, am omrouno 8 ilmer Swamv oot S8 und 7c Line of lardu, 7c Dr. Pierce Blvorite Pncriptton 7c Scott'S Emulsion 88unb67( Syrup of fttg, 60c Srötze m ......ftfc ttctftonct mmm Laxative Storno Oumi IS, S fti tlt Ttuckmeyer'S Apotkeken, Ecke Madison Ave. und Dunlap Str. und Ecke Prospect und Laurel Straße.
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