Indiana Tribüne, Volume 26, Number 163, Indianapolis, Marion County, 3 March 1903 — Page 7
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s schwerrm vcroacht. 1 8 8 o o 8 0 o 8 Vornan oon Teo von Torn. o o COc 0OO0 oOOo oOOo oOOo oOOo oo8 (Fortsetzung.) (.he Gust n?ch irgend etwas bunerfen konnte, WM Frau Riein.ann dein Ausgange zugeeilt. Er hielt sie nicht auf. Tas. was er gehört hatte, besckiäftite ihn genug. Nora war in Berlin. Die Entschuldigung war abgekartet und machte sich doppelt plump durch den dummen Wortgehorsam der Frau, die bis tief in die Nacht hinein gewartet, um ihm zu sagen, daß aus der Reise nichts werden könne. Aber weshalb das alles? Weshalb? Gust verharrte noch einige Minuten auf dem Platze, wo er gestanden. Das angestrengte, grübelnde Denken legte sich ihm wie ein schmerzbafter Druck auf den Schädel. Endlich raffte er sich zusammen und verließ die Halle. Planlos und ohne auch nur aufzublicken, schritt er die Straße entlang, die sich ihm öffnete. So ging er weiter, immer weiter stundenlang. Als der Morgen über den Dachfirsten dämmerte, fand Gust sich in der Straße, die er heute schon einmal, aber mit anderen Empfindunc'en betreten hatte. Die Villa des Ministers von Haincrle lag dunkel und schweigsam. D?r Wagen aber, mit den lilaseidenen Vorhängen, fuhr noch langsam die Straße auf und nieder, als wenn er Jemand erwartete. 4. K a p i t e l. uf alle Fälle ist die Geshichte Zj . sehr merkwürdig, liebes Kind," schloß Excellenz von Hainerle eine längere, interessirte Besprechung, die er am anderen Morgen mit seiner Gattin am Theetisch gehabt. Der Minister schob sein Glas von sich und griff nach den Postsachen, die der Kammerdiener neben seinem Besteck aufgestapelt hatte. Wie er das immer zu thun pflegte, sonderte er die Privatkorrespondenz aus der geschäftlichen, um die erstere seiner Frau zuzuschieben und sich dann mit dem Rest in sein Arbeitszimmer zurückzuziehen. Während die jung? Frau bereits einige Kouverts öffnete, sah Herr von Hainerle die Briefschaften weiter durch und sagte, auf das Thema zurückkommend: Ich kann mir nicht helfen es macht auf mich den Eindruck, als wenn wir bei der Versendung der Einladungen nicht mit der nöthigen Sorgfält vorgegangen seien" Aber Heinz!" wandte die junge ftrau fast mtt etnem Ausdruck von Vorwurf ein. Bei der Verhältniß mäßig kleinen Zahl von Gästen, die wir aufnehmen tonnen, ist vocy ein Mikariff acradu ausaeschlossen!" Na das wollen wir nicht so schroff hinstellen. Es ist zu Anfang der son die Gesellschaft ist noch nicht vollzäklia und aanz ohne Kopfzerbrechen ging die Sache ja nicht ab, wie Du weikt. Außerdem bleibt doch die Thatsache bestehen, daß ich die Dame nickt kannte abwlut nicht tannte. Solch ein Gesicht vergißt man nicht, auch wenn man es nur einmal gesehen. Wunderbar, sage ich Dir wunderbar!" Du schwärmst ja ordentlich. Heinz!" warf Frau von Hainerle läckelnd ein. Als Mensch, dem die Schönheit an fi eine Freude ist. aam aewiß. Schatz Wenn das im Bild zu halten gewesen wäre! Lelder kann man mtt oen Äu aen nickt malen Das alles aber än dert an der Räthselhaftigkeit des Ganzen nichts. Uebrigens was mir einfällt hast Du noch die Liste der eingeladenen Personen?" ..Die Liste qam recht! Datz wir nickt qleich darauf gekommen sind! Ich - Ö ; - - . . r. will nachher fosort emmal nacvienen 3rtS beikt " füate ??rau Annie nach denklich hinzu, die Liste dürfte nicht ganz vollstandtg fern. Ich ermnere mich, außerdem noch einige Einladungen verschickt zu haben. Das war. nachdem Madame de Rey mich vor etwa zehn Zagen besucht" Die Schwester des französischen Militärattaches?" fragte der Minister aufblickend. Ganz recht aber was hast Du?" Nichts, mem Kind. Die Hetrschaften sind nur etwas reichlich liberal hinsichtlich der gesellschaftlichen Einführung ihrer Landsleute. Ich mochie danach wetten, daß unsere schöne Unbekannte ein Französin ist." Das kann nicht stimmen. Heinz; es waren nur zwei Namen, wie ich mich genau entsinne, und beide klangen eher" Die junge Frau hielt mit einem Ausruf der Ueberraschunc: inne. Sie hatte ein hellgraues Kouvert geöffnet und den Inhalt tes Briefes zuerst flüchtig, dann mit angespanntem Interesse überflogen. Nun, da hätten wir ja die Lösung des Räthsels!" rief sie lebhaft, indem sie ihrem Gatten den Brief herüber reichte. Die Dame ist die Gräfin Sublinska und nun entsinne ich mich auch, daß ich ihr bei der Rey sowohl wie auch bei Bensbergs wiederholt begegnet bin." Valerie Gräfin Sublinska. geb. Vikomtesse de Tarnelle," las Excellenz von Hainerle halblaut und verzog das Gesicht, als wenn ihn etwas unange-
nehm berührte. Dann drehte er as Blatt und überflog die wenigen, mit augenscheinlicher Hast hingeworfenen Zeilen : Excellenz, ich habe in den ersten Vormittagsstunden eine Reise anzutreten. die mich voraussichtlich für mehrere Wochen von Berlin fernhalten wird. Leider hindert mich das, Euercr Excellenz den Unfall einer starten Frau persönlich zu erilären. Bei
einem plötzlichen Anfalle von Herzkrampf verdanke tch es der LtedensWürdigkeit eines Herrn, daß meine Erkrankung keine Störung des Festes verursachte. Er geleitete mich dorthin, wo Excellenz mich gefunden haden. Daß das Zimmer inzwischen verschlosicn worden war, dürfte wohl auf ein Versehen der Dienerschaft zurückzuführen sein. Genehmigen Euere Excellenz u. s. w. u. s. w." Der Minister faltete nachdenklich den Brief zusammen und schüttelte dann bedächtig den Kopf, was die junge Frau zu der Frage veranlaßte: Ist die Sache damit nicht geklärt?" D ja." erwiderte Herr von Hainerle zerstreut, indem er das Kouvert aufnahm und nch dem Poststempel sah. Bis auf das, was unklar geblieben ist und das scheint mir mehr zu sein, als es vorher an Räthseln gab. Bisher war mir nur unverständlich, wie die Dame in mein verschlossenes Zimmer gekommen ist. Jetzt begreife ich des Weiteren nicht, wie der Krankheitsfall so völlig unbemerkt bleiben konnte, da er dcch die Hilfeleistung eins Herrn erforderte." Allerdinas, das ist" Und dann ist es doch auffällig, daß j eine Dame, die einen wirklich leidenden Eindruck machte, in der nämlichen Stunde, in der sie sich mit meiner Hilfe zu ihrem Wagen geschleppt, die Kraft fand, noch einen Brief zu schreiben. Der Poststempel erweist, daß der Brief spätestens gegen sechs Uhr in den Kasten gegeben wurde. Und dann die Reise dieser kranken Frau wer geht auf Reisen, wenn man eben einen Anfall von Herzkrampf überstanden hat? Aber schließlich, wir wollen uns nicht weiter den Kopf darüber zerbrechen," schloß Herr von Hainerle seine Erwägungen, indem er mit einer raschen Bewegung sich erhob und seine Schriftstücke zusammenraffte. Die ganze Geschichte ist wohl die Zeit nicht werth, dt; ich damit vertrödele. Sage Klingmann, daß er zu elf anspannen läßt; ich habe im Parlament zu thun." Damit drückte er einen Kuß auf dic Stirn seiner Frau und zog sich in sein Zimmer zurück. Frau von Hainerle verharrte noch einige Minuten in Nachdenken. Die Angelegenheit bedrückte sie nun doch noch mehr, als sie ihrem Gatten zu erkennen gegeben hatte. Sie rief sich den damaligen Besuch von Madame de Rey in H: Eriunerunq zurück. Mit der den Frauen eigenen Fähigkeit, sich gegebenenfalls auch der beiläufigsten Einzelheiten zu erinnern, vergegenwärtigte sie sich, wie man damals auf das Fest und die Einladungen gekommen war. Und je länger sie nachdachte, desto klarer wurde ihr. daß Madame de Rey mit großer Geflissentlichkeit, auf die Einladung der Gräfin hingewirkt hatte der Gräfin Sublinska und eines Herrn wie hieß er doch! Sie erhob sich, um nach dem Elfen beintäfelchen zu suchen, das sie am Gürtel zu tragen pflegte. Es mußte in ihrem Ankleidezimmer liegen. Aber ehe sie noch die Thür erreicht hatte, schrillte die elektrische Glocke aus dem Arbeitszimmer ihres Mannes derart laut und anhaltend, daß sie zusammenschrak und. einen Moment auf der Stelle verharrte. Der Minister hatte für die Dienerschaft ganz bestimmte Zeichen, ja selbst für die kleine Frau hatte er einen Lockruf." wie er es nannte, wenn er bei der Arbeit etwas mitzutheilen oder zu fragen hatte. Dieses Klingelzeichen aber war derart ungewöhnlich, daß Frau von Hainerle geängstigt nach dem Arbeitszimmer ihres Gatten lief. Auch sonst wurde es lebendig in dem sonst so vornehm stillen Hause. Thüren wurden geöffnet und zugeschlagen; eilige Schritte in der Richtung nach dem Arbeitszimmer wurden hörbar und als Frau Annie dieses betrat, war die Dienerschaft dort bereits zusam mengelaufen. Excellenz wies alle hinaus, nur seine Frau und den Kammerdiener behieli er im Zimmer und schloß dann dit Thür. Der Minister war derart tztt stört, daß Frau Annie auf ihn zueilte u sich in zitternder Frage an seinen Arm tu klammern. Bitte, liebes Kind, nur Ruhe und Gelassenheit." stieß er ungeduldig hervor. Ans den beiden Tischen, auf den Sesseln, ja selbst auf dem Fußboden lagen Papiere ausgebreitet; die Schubladen des Schreibtisches waren herausgezogen und alle Mappen geöffnet. .fterr von 5iain?rle blätterte und sticht? Daß ujm der tzscvweiN per ten v ruf Die Stirn trat schließlich zog er die Schultern hoch und ließ die Arme schlaff herabfallen. Nichts nicht da." murmelte er vor sich hin. Aber so sprich doch. Heinz ich ängstige mich ja so furchtbar! Was ist denn geschehen?" Ein A:tcnstück. eine diplomatische Note ist seit gestern spurlos vcrschwunden." erklärte der alte Herr, indem er mit den zitternden Händen über die heiße Stirn strich. Das ist doch unmöglich, Heinz! Wer sollte wohl" Wer? das weiß ich nicht. Die
Jndiana Tribune,
Note ist jedenfalls fort und die BerWickelungen, welche sich daraus ergeben können, wenn das Papier in unberufene Hände kommt, sind gar nicht auszudenken !" Wo hast Du denn das Dokument gehabt?" Es lag in der blauen Mappe links auf meinem Schreibtische. Gleich beim Oeffnen machten die Akten den Eindruck der Unordnung. Einiges lag außer der Reihenfolge, und ein kleineres Blatt war herausgefallen es fand sich neben dem Tische auf dem Teppich. Dle .fauvtsache aber fehlt feblt'" &er Minister ließ sich erschöpft in einen Sessel fallen. Als er das herausgefallene Blatt erwähnt, hatte Frau Annie sowohl wie auch der Kammerdiener neben dem Schreibtische und auf und unter dem Teppiche gesucht. Vielleicht war das wichtige Papier ebenfalls aus der Mappe gefallen. Aber nichts keine Spur. Dagegen fanden sich zwei andere seltsame Dinge. Frau von Hainerle hob dicht neben dem Schreibtische eine kleine goldene Nadel auf, wie sie Damen zum Feststecken des Gelocks im Nacken dient. Und fast zu gleicher Zeit richtete der Kammerdiener, welcher unter dem anderen Tische gesucht hatte, sich ans und überreichte dem Minister eine Visitenkarte, die er dort gefunden. Herr von Hainerle wollte sie achtlos bei Seite legen, aber er warf doch einen flüchtigen Blick darauf Viktor Srebro, Ingenieur. Der Minister erinnerte sich nicht, einen solchen Namen je gehört, geschweige denn den Besuch eines Mannes dieses Namens empfangen zu haden. Auf der Karte stand nichts weiter als der gedruckte Name keine Mittheilung oder sonst eine Zeile. Ist Dir hier ein Ingenieur Viktor Srebro begegnet?" fragte er feine Frau. Nein, daß ich nicht wüßte. Aber sag' 'mal, Heinz, wo hast Du die Dame heute früh gefunden?" Die Dame um Gottes willen, daß mir das nicht gleich gekommen ist!" rief Herr von Hainerle, indem er aufsprang. Hier, auf diesem Sessel, der noch deutlich Spuren ihres Parfüms trägt. Was hast Du?" Diese Nadl fand sich' dicht neben dem Schreibtisch. Ich trage dergleichen nicht es ist also anzunehmen, daß die Gräfin die Nadel verloren hat in dem Augenblicke, da sie sich an Deinem Schreibtische zu schaffen machte." Wenn das zuträfe !" stammelte der Minister, indem er sich an den Kopf griff. Das wäre furchtbar! Eine Freundin von Madame de Rey! Dieser notorischen Und es ist so! Es kann nicht anders sein! Klingmann, haben Sie denn sonst Jemand in meinem Zimmer oder in verdächtiger Nähe desselben bemerkt?" Sehr wohl, Excellenz. Als ich bald nach zehn Uhr mit der eben eingetroffenen Kuriertasche das Zimmer betrat, stieß ich auf einen Herrn, der sich hier aufhielt." Vcensch!" rief Herr von Hainerle. Und das sagen Sie erst jetzt?" Ich habe angenommen, daß Euere Excellenz das bereits wüßten." erwiderte der greise Diener kleinlaut. Es war ein Herr aus der Gesellschaft, welcher mir erklärte, daß er durch ein Versehen in dieses Zimmer gerathen sei und sich alsbald bei Eurer Excellenz persönlich entschuldigen würde." Bei mir hat sich Niemand entschul. digt! Aber aus dieser unerhörten neuen Geschichte ergibt sich doch, daß das Zimmer nicht verschlossen gewesen sein kann! Haben Sie denn gleichzeitig mit dem Herrn die Dame nicht bemerkt?" Excellenz das Zimmer war verschlössen. Ich kann nichts anderes sagen. Und von der Dame habe ich erst heute durch Excellenz gehört. Als ich die Mappe hier niederlegen wollte und den Schlüssel an seinem Platze nicht fand, nahm ich an, daß Excellenz das Arbeitszimmer aufgesucht hätten. Ich war tödtlich erschrocken, einen Fremden hier zu finden. Der Herr stand jn der Nähe des runden Tisches und machte zunächst einen recht verstörten Eindruck, auf meine Vorhaltunaen wurde er schroff. Alsdann nannte er seinen Namen " Seinen Namen! Hoffentlich haben Sie denselben behalten! Ist es dieser hier?! Viktor Srebro?" Nein. Excellenz so hieß der Herr nicht," sagte der Kammerdiener, indem er in seinen Taschen suchte. Da mich das Eindringen eines Fremden beunruhigte, habe ich mir den Namen genau gemerkt und ihn überdies aufgeschrieben. Der Herr hieß Gustav oder Gust von Damradt und bezeichnete sich als Regierungsassessor." Damradt?" rief Frau von Hainerle lebhaft. Das ist der Neffe der Frau von Horst-Suthmer. ein ganz unver, dächtiger, vornehmer, junger Mann! Da muß doch ein Mißverständniß vorliegend Allerdings." bestätigte der Minister. Herr von Damradt ist mir bekannt. Ich begreife nur nicht: wie kommt der Mann in das verschlossene Zimmer! Ist denn jeder Irrthum ausgeschlossen, Klingmann? Haben Sie nicht doch vielleicht den Schlüssel stecken lassen?" Dem alten Diener wurden die Augen feucht. Das Mißtrauen seines Herrn kränkte ihn. Aber er schluckte das tapfer hinunter und erklärte mit einer Festigkeit, welche jeden Zweifel ausschloß:
3. März 1003.
Das Zimmer war verschlossen, Excellenz. Noch vor dem Eintreffen der ersten Gäste hatte ich mich davon überzeugt. Der Schlüssel stak im Schloß und der Herr, den ich nannte, befand sich allein im Zimmer. Ich habe Niemand sonst gesehen. Meine Rückspräche mit dem Herrn mochte etwa drei Minuten gedauert haben. Darauf verließ er das Zimmer. Ich habe die Thür dann verschlossen und der Sicherheit halber den Schlüssel eingesteckt. Erst als die letzten Gäste das Haus verlassen hatten, habe ich den Schlüel wieder an seinen Ort gehängt. Das ist der wahrhaftige Hergang, Excellenz." Und als Sie den Schlüssel wieder an seinen Ort brachten, sind Sie nicht noch einmal im. Zimmer gewesen?" Nein, Excellenz." Danach muß die Gräfin bereits im Zimmer aewcsen sein, als Herr von Damradt hier getroffen wurde" loarf Frau von Hainerle unter einem in ihr aufsteigenden, sozusagen weiblichen Verdachte ein. Wäre es nicht gut, Heinz, wenn Du gleich einmal Herrn von Damradt aufsuchtest?" Damit kann ich mich nicht aufhalten, liebes Kind," lehnte der Minister ab, indem er sich seinen Papieren wieder zuwandte, dazu ist die Angelegenheit des vermißten Aktenstückes zu wichtig und brennend. Wenn sich hier eine Liebesgeschichte abgespielt hat, so wird der junge Mann mir sicherlich keinen reinen Wein einschenten. Und um etwas anderes kann es sich, so weit er in Betracht kommt, doch nicht handeln. Anders liegt die Sache mit jener Frau Gräfin-Hast Du die Nadel? So, danke, geben Sie mir auch die Karte, Klingmann, welche Sie gefunden haben. Nun lassen Sie unverzüglich anspannen. Jn spätestens fünf Minuten muß der Wagen vor der Thür halten." Sehr wohl. Excellenz." Dann telephoniren Sie den Herrn Geheimrath Rose an. Amt fünf Sie wissen die Nummer. Der Herr Geheimrath möchte die Güte haben, mich im Parlament zu vertreten. Ich wäre in dringender Angelegenheit verhindert. Sobald ich kann, werde ich ihn ablösen." Der Kammerdiener eilte davon. Auch die junge Frau ging hinaus, um die Ausführung der Befehle ihres Gatten zu überwachen. Herr von Hainerle raffte die Papiere zusammen und vertheilte sie wieder in die Mappen; einen Theil davon brachte er unter Verschluß Wenige Minuten später stieg er in seinen Wagen. Der Kutscher erhielt die Weisung: Moabit, Kriminalgericht." . Kein Zug in dem Gesichte des Ober staatsanwalts Kessel verrieth, daß die Mittheilungen, welche Seine Excellenz der bevollmächtigte Minister von Hai nerle ihm soeben in seinem Amtszim mer machte, von besonderem Interesse für ibn waren. Er hörte den hastigen und nicht gerade zusammenhängenden Vortrag des Diplomaten an, ohne ihn mit emem Wort oder einer Bewegung zu unter brechen. Nur hier und da vertieften sich die Fältchen an den Schläfen und auf der Nasenwurzel, wenn er halb die Augen schloß, um sich eine Aeußerung besonders scharf einzuprägen. Nachdem der Minister geendet, notirte der Oberstaatsanwalt ein paar Worte auf einen Zettel und drückte auf einen der elektrischen Knopfe an sei nem Schreibtisch. Bringen Sie mir diese Akten aus dem Bureau II." bemerkte er dem eintretenden Beamten, der den Zettel tut gegennahm und mit ehrerbietiger Verbeugung sofort wieder verschwand Darauf wandte sich der Oberstaats anwalt seinem Besucher zu. Hinsichtlich dessen, worauf es Euer Excellenz wohl in der Hauptfache ankommt, kann ich leider wenig Hoffnung machen." bemerkte er geschaftsmatztg Wenn es sich um Geld oder Geldes werth handelte, würden Sie mit der möalichen Herbelschatsung vor Schaden bewahrt und die Sache damit für Sie crlediat sein. Das gestohlene Dokument aber dürfte für Euer Excellenz verloren sein, auch wenn Sie es wiedererhielten. Nicht wahr? Allerdings die Kenntnißnahme des Inhalts durch eine unberufene aber irgendwie interessirte Person wäre e,n harter Schlag und kaum gut zu machen. Eben deshalb eilte ich unverzüglich zu Ihnen. Ich möchte nämlich glauben, daß, wenn mein Verdacht sich bestätigt, die Frau Gräfin Sublinska selbst ein Interesse an dem Papier nicht hat. Und ein Eingreifen konnte vielleicht verhindern, daß sie " Die Hoffnung ist dieses Gedankens Vater. Excellenz," warf der Jurist mil einem leichten Lächeln ein. das aber sofort wieder dem trockenen Ernste wich. ..Was mir von der Frau Gräfin oeiannl und einiges x nur ve reits bekannt läßt kaum den. Schluß zu, daß die Dame derartige gefährliche Scherze für fremde Rechnung macht. Gestatten mir Excellenz zunächst einigt Fragen worum handelt es sich in deni Dokument?" Es ist der Bericht eines militärischen Agenten über die Kontre-Spio. nage im südlichen Baden und Elsaß Hm und es ist Ihnen bekannt Excellenz, daß die Frau Gräfin ein, geborene Elsässerin ist?" Um Gottes wiUen nein!" Das wäre also schon ein Faden bemerkte der Oberstaatsanwalt, völlig unberührt von dem Schreck und de? Erregung des Ministers. Welche:
Art sind die geielllchastlichen Bezlcyun: gen, welche Excellenz zu der Dame un
terhalten?" Im Grunde sind es gar kerne Be Ziehungen!" rief Herr von Hainerle. indem er beide Arme zu einer lebhaften Geste hob. Ich fand eine wildfremde Dame in meinem Arbeitszimmer. Erst als ich die sonderbare Geschichte ein paar Stunden später mit meiner Frau besprach und der Brief eintraf Sie haben den Brief bei sich, Exccllenz?" Jawohl, hier und hier ist auch die Nadel, welche sich bei meinem Schreibtische fand. Außerdem fand sich eme Karte, auf einen Namen lautend, den ich nie gehört." In demselben Zimmer?" fragte der Staatsanwalt mit sichtlichem Jnteresse, indem er die Sachen an sich nahm und besonders die Karte genau betrachtete. Von diesem Funde haben mir Excellenz noch nichts gesagt." Ich glaubte, das wäre unwichtig gegenüber der erdrückend klaren Situation nach der anderen Ricktuna bin " (Fortsetzung folgt.) In der Times ofJnoia" macht ein Major T. R. Montgomery darauf aufmerksam, daß die berühmten Malereien an den Wänden der Höhlen von Ajanta (Hyderabad). die während 15 bis 18 Jahrhunderte den Einwirkungen des indischen Klimas widerstanden haben, allmalig durch Bienen und Fledermäuse zerstört werden. Noch vor 60 Jahren seien die Malerelen ziemlich gut erhalten und die Farben wunderbar frisch gewesen. Vor Kurzem erst wurden Touristen vor dem Besuche der Höhlen von Ajanta wegen der durch die Bienen verursachten Gefahren gewarnt. Der als Erfinder des drahtlosen Telegraphen berühmtgewordene, fast immer imAuslande wetlende Siguor Marconi hat seiner militärischen Dienstpflicht bisher nicht genügt. De- jetzige König, der ihn aus seinen Arbeiten nicht herausreißen wollte, hat ein gegen den Erfinder eingeleitetes Verfahren niedergeschlagen, stellte aber die Bedingung, daß Marconi die versäumte Dienstzeit nachhole. Man griff zu dem Auskunftsmitte!, Marconi pro formn unter die Mannschaft eines Schiffes der Kriegsmarine einzureihen. Er figuirte oder figurirt noch auf den Listen der Marine als im Dienst stehend. I n Bromögrove (Worcestershire, England) befindet sicy eine Besserungsanstalt für verwahrloste Knaben. Die Anstalt nimmt etwa 80 Knaben auf, und von diesen brachen neulich Abends 60 aus, als sie von der Landarbeit auf einer benachbarten arm zurückgebracht werden sollten Offenbar lag eine Verabredung vor. Nach kurzer Zeit hatte man die Ausreißer wieder eingefangen, aber von diesen gingen zwei größere Burschen mit Messern auf ihre Verfolger los. Zum Glück durchstachen sie nur die Kleider zweier Polizisten, ohne weiteren Schaden anzurichten. Was die Knaben zur Revolte trieb, ist bisher noch nicht aufgeklärt worden. Jn der Universitätsstadt Jena hat eine schon bejahrte Frau einen losen Streich verübt, der leicht hätte großes Unheil im Gefolge haben können. Bei der allen Jenenser Studenten bekannten Papiermühle, dem Endpunkte einer Linie der elekirischen Straßenbahn, wurde ein Pferdegespann scheu, und der Führer einer dort haltenden Elektrischen" sprang ab. um den Thieren in die Zügel zu fallen. Inzwischen aber bestieg die in Jcnenser Studentenkreisen wohlbekannte alte Semmelfrau" den elektrischen Wagen, drehte in aller Gemüthsruhe den Strom an und freute sich Anfangs über alle Matzen, als der Wagen so schnell davonfuhr. Der Motorwagen raste aber die Kaiser Wilhelmstraße hinauf nach der Stadt. In einer engen Quergasse gerieth er aus den Schienen, prallte gegen eine Housecke und stürzte um, die Gasse vollständig versperrend. Die Frau, die sich allein auf dem Wagen befand, kam mit einigen leichten Verletzungen davon. Der Verkehr aber war stundenlang unterbrochen. UeberdieHungersnoth in Nordschweden wird berichtet: Trotz der außerordentlichen Maßnahmen, die zur Linderung der Hungersnoth getroffen wurden, leben die Bewohner der heimgesuchter. Distrikte in schrecklichstem Elend. Du Unterstützungen laufen mit zur Verzweiflung treibender Langsamkeit ein, weil es zwischen der finischen Grenze und der hunoert Meilen westlich gelegenen Bahnlinie fast ganz und gar an Verkehrsmitteln fehlt. Frauen und Kinder leben täglich von eine? geringen Portion Roggenmehl und Milch, die von fast verhungerten Kühen kommt. Die ungenügende Nahrung und mangelhafte Kleidung der Bevölkerung hat zu schweren Erkrankungen unter den Kindern geführt. Viele Familien essen gefallenes Vieh, nachdem sie zuerst das Viehfutter selbst verzehrt haben. Früher wohlhabende Bauern drängen sich an die Schlitten der Reisenden heran, die durch die Dörfer fahren, und bitten um Brodftückchen oder Speiseabfälle. Besondere Noth herrscht in dem Bezirk in dem die Lappen wohnen. In dem Dorfe Juckasjarwi sollen 300 dieser Leute thatsächlich vor dem Hungertode stehen.
Feuer - Signale.
4 Pennsylv und 9Uatd 5 English's Opa Hau 6 Last und Ne York 7 Noble und Michigan 8 R. Jersey u. Raff Ave g Pme und Nortb 10 Mntet und Pme 11 Vermont nahe Saft 12 91$. 8 Sprizenbaus Maß. ve nahe Noble 13 2uarc und Walnut 14 R. Jersey u Ccnttal A. in Mass. und korncll Ave ?lsh und 11. Straße 17 art ve und 12 3tr .g Eolumbm undHillsid 19 Highland ve u. Pltt kl Illinois und St. I it Pennsviv. und Pratt 4 Meridian und 11. Ett 25 No. 5 Svrienhaui 15. nahe Illinois 2 Senate Ave u. StSlair 169 Park Av und 10. 212 Capital v und 17. 213 Pennsylv. u. Vuyiga 214 Illinois und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 PennsvUania und 22. 217 Mmdian nd 16 218 Capital Av und 26 2t Broadwa und 1. 231 JllinoL und Äean 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 Illinois und 35. 236 Annetta und 30. 237 Ro. 9. Epritzerchiu Ndeli und Raer 238 uve,l Ladder Works 239 Jjabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Jllmois u Et. CUt 243 Eldrioae und 23. 312 West uud Dalnut 813 West und 12. 814 Howard und 1. 815 Tortet und Paca 31 Capital Ave und 10. 317 Noribwestern Ave u 318 Gent und 18. 81 Canal und 10. 324 Cerealine Worts 824 Dermont nd ynn 325 Bismorck u Grandvtett 826 No. 29 Spritzenhaus Hmtghmlle. 327 Michigan u. Helmes, 8i8 Michigan u Concord 841 West und McJntyr, 412 Missouri u. Marvland 413 Missouri und Cfcu 415 Capital Aveu Seorau. 416 Missouri u entuSy 417 Senate Ave i. Wasy. 421 P und 9 9m&ai W. Washington. 28 Irren-Hospital. 424 Mi.eyAvu.JDu2Z 25 Wash. und Harris 42 51. 18 Spritzenhaus 55 . Washington 427 Oliver und Birch 428 Oliver und Osgood 429 ordvt und Z)ork 421 Hadleh Av u. Wor. is 482 River u. Vtorriö I A River Ave und Ray 435 Harding . Big 4 R ? 436 Harding und Olivei 437 No. 19 Spritjenha: Morris und Harbins. 4M HrtMVt urttWtOkn 430 SUKkvatM 451 Reisn und Prüfer 452 Howard und 8c 453 Morris und JtattWS 456 Lamvert und BclvMri 457 Nordyßk Avk u. K on Works 512 West uud Ray 513 entuckv Ave u. Merrib 514 Meridian und Morris 01 Illinois und ansa 517 MornÄ und Dakota 518 Morris und Church 519 Capital A. u McCarty 521 Meridian und Palmer 523 Pine un' Lord 524 Madtsor Aveu kmcol 2 Meridian und Blt 527 Carlos und Ray 528 Meridian und SrifftMi 629 Meridian u. Ravmond 631 Meridian u. McCarty 632 No. 17 Sprich 2s Morns na West 1 McKernanm'd Douffc 618 Saft u. Lincoln Lt 014 Saft und Brecher 15 Wrigbt und Sanders 17 McCarty und Beaty 18 New Jersey u ir v, 71 Eprui md Prospeci 718 Cnglij, ir . Laur) 714 State v?u. Bell RR 715 Syklby u Bkcha 71 State Ar und Drang, 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Ci..lage AV 781 Lerington A. u Laurel 78 Z5ltchervu. Opruc 724 State Ae u Pleasant 725 Prclpi und "leasa5t 72 Orai'k und Harla 728 Liberty und Afeok 729 Rcle nd South 1 Ro. 15 Spritzenhaus Ost Washington Stt 8is Market und Noble 81s Otno u. Hghland 815 Michigan u. Highland Ll artet u Arsenal817 Oft S. lair und Union Bahn eleis. 621 Pan Handle ShcxZ 83 Vermont und WalcoU 824 ash. und Statt fe 82b addm'skouuge K 82 Duck und DorsY 827 Wash. und Bevufe 889 No. 12 Spritzenhaus eville nahe ioga 881 Southeaster nd Woodfide, 832 ash. und Dearbo 84 Somtheaftern und Arsenal Aves 8 New Kork nd Demple 012 Illinois und Martzl. Jltmotß und ItortH 014 Penn, und iM 015 Delaware nnd MM 2? JUmoiZ und Vuhigan 2 Pesylvania und 14. 29 Senate Ave. und 13. 31 No. 1 Spritzenhaus Jnd ve naheMüyigan 32 Meridian und Walnut 34 California u Bevmont Z5 Blake und New Kork 26 Ind. Av. u. St, illaix 37 kity Hospital 38 Blake und Norty 39 Michigan und Agnes 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nabe West 42 Gsendors u Wash. 43 Missouri u New Kort 45 Meridian u Wash 4 Jlllnois und Ohw 47 Capitol A. u Wash 48 ingan'S Prkbaus 49 Straßenbahn Stall W. Washington Str 61 No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 Jllmois u Louisiana 53 West und South 64 West und VcEarty 5 Senate ve. u Henry 67 Meridian und Rav 68 No. 4 Spritzenbaus Madison Av. u Morris 59 Madison Av. u Dunlop 1 No 2 Haken Leiterhaus South nahe Telawar 2 Penn, u Merrill 63 Telaware u. McCarttz 4 ast und VcEarty 6 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bradshaw 68 Last und Prospekt 69 Bicking und Hiqh 71 No. 11 Spritzenhaus Bir Ave. nahe Huron 72 Last und Georgia 73 Eeda und Elm 74 Davidson u Georaia 75 önglish Av. u Pine 76 Sbelbv und Bates 7? No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Sbelby 7S Kletcher Av. u Shell 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Dork u. Davids 85 Taubstummen Anstalt 8 Ber. Staaten Arinull 87 Onental und Wash. 8 Frauen-Resrrmat. 91 Ro. 13 Spritzenhaus Marhland nahe Mer. S2 Meridian u. Vcoraia. 93 Meridian und South 94 Pennsylv u. Louisiana 95 Birffini? Ave u. lab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohio 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 126 Central Ave und 15. 12s Landes und 15. 127 Brookfide und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 1Z2 Bellesontaine und i". 134 College Av und 2. 135 Delaware und 13. 136 Alaba:aa und Rorth 137 Newmann m. 19. 138 College Ave und 14. 13? Cornelk ve und 13. 141 Landes und ic. 142 Highland Ave und 10. 143 Decumseh und 10. 145 New Jersey nd 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hilifid Ave und 16. 148 College ve und 2. 14 College 0 und 7. 152 Part Ave und ft2. 15? C u. 28 Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 1. 156 Etoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 15 Bloyd und Pawyaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 rden und Depot 163 Brightwood und 5. 164 Siural und Bloyd 165 St. Clan u. eystok 167 Arsenal ve und 23. 168 Bellefontaine und 28. Spezial'Siznale. krsten 2 Schlag, zweiter Alarm. Zweiten Schlage, dritter 9Uorrn, Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 8 Schlag, Wasserdruck 0. 12 Schlag, 11 Uhr Mittags. Die V bezeichneten Signale werden nur vom Jxn Wachter angegeben da an de betreffenden i5tratz kreuzungen kein Alarmkonn angebracht find. Chicago nd der grohe Nordwefte via lAka-wtt-Ptziltvptne Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Monon 47. Ute. Station, Cdicago, nd's nur5 Minuten mittelst elektrischer Car noch den Union ieddösen French Lick Spring, In dem Orange Sonnst) Hochland, ssami'.ien Hotel unter neuer Veschafisieituna. Pluto. Proserpine id Bowle Quellen. Beste Mineralwasser der Welt. Zwei Züge täglich via Aree.lcaftle. rutet-Ofstcen : Union Station, Massachulett ve. nd 25 West Washington Strafe. ft 9.11t Distrikt Bass. gent, Indianapolis, Ird. M. H. McToel, . H.ck well. Vräs. und Ven. Mgr. Beiedsüter Frank 3. kd. kn. Hast. rnt. hicago. ftfl-
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