Indiana Tribüne, Volume 26, Number 161, Indianapolis, Marion County, 28 February 1903 — Page 1

Zndiana

Tribüne.

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alNl? & Sonntagsblatt 2-per Woche.

Erscheint seden MachnTittag. Jahrgang 2 Indianapolis, Ind., Samstag, 28. Februar 1903 .

Ans den Gerichtshöfen.

Onkel Samläßt nicht mit sich spaßen. Bundesrichter Anderson hat bewiesen, daß mit Onkel Sam schlecht Kirschen zu essen ist. Nicht weniger als fünf Personen hat er wegen Mißachtung des Gerichts zu Gefängnißftrafen verurtheilt: Die Verurteilten sind: Michael 'Zier von der insolventen Firma M. Zier & Co., New Albany, Charles D. Kelso, der von Richter Utz in Con flirt mit dem Bundesgerichte ernannte Masseverwalter. Sheriff Raymond I. Morris von Floyd County, sein De puty, Claude Sittason und der Wachter Thomas Southwick. Der Richter erklärte diesen Leuten ganz einfach, daß sie sich in ein Complot eingelassen hatten, um die Gläubiger 'der Firma zu betrügen, und dieses war auch der Grund, aus welchem die Activa der Firma nicht an den von Richter An derson ernannten Receiver I. W. Connor abgeliefert wurden. In der Zwischenzeit hatte Zier aus Anrathen seines Anwalts C. L. Jewett $9000 seinem Geldschrank entommen und dieselben in der Bank zu Gunsten seiner Schwester deponirt. Diese Sum me muß unverzüglich an den MasseVerwalter übertragen werden. Der Richter sprach sodann folgende Gefängnißftrafen aus: Michael Zier, 30 Tage; Kelso, 60 Tage; Sheriff Morris, 20 Tage; Cloude Sittason und Southwick, je 10 Tage. Dieselben haben ihre Strafe am Dienstag Vormittag anzutreten, bis dahin wurden sie gegen Bürgschaft entlassen. Der Rechtsanwalt der Verurtheilten, C. L. Jewett, aber erhielt vom Richter eine Censur, welche er sobald nicht vergessen wird. Derselbe hatte solche Rathschlüge ertheilt, durch deren Besolgung gewisse Gläubiger um ihre Rechne kommen mußten. I. W. Connor hat sich nach New Albany begeben, um von dem Geschüft der M. Zier-Gesellschaft sofort B'sitz zu ergreifen. Am 9: Män werdeu die Anwälte Sachs und Watts von Louisville. welche ebenfalls der Mißachtung des Gerichts angeklagt sind, sich zu verantWorten haben. RichterWm. Utz mußcapi t u l i r e n. Richter Wm. Utz vom Floyd County Kreisgericht mußte vor dem Bundesrichte? erscheinen, um nachzuweisen, daß er seine Jurisdiction nicht überschritten hatte, indem er einen Receiver für die M. Zier fe Co. ernannte, nachdem ein solcher schon im Bundesgericht ernannt worden war. Richter Utz mußte schließlich zugeben, daß er seine Jurisdiction überschritten hatte und er versprach, Fred. Conner, welcher vom Bundesrichter zum Receiver ernannt worden war, als solchen anzuerkennen. Crim'nalgericht. Fred. Eomonson bekannte sich vor Richter Alford schuldig. Da er noch keine Vorstrafen zu verzeichnen hatte, so kam er mit einem suspendirten Urtheil davon. Veletztedas sechste Gebot, Lawrence Wells verklagte gestern seine Gattm Nettie aus Scheidung. Er beschuldigt sie des Ehebruchs. Eine ähnliche Anklage erhob auch James W. Mann gegen seine Gattin Jane in der gestern von ihm eingcreichten Scheidungsklage und er wünscht daher von ihr geschieden zr. werden. Unterstützung verlangt. Mary Burns verklagte gestern ihren Gatten Currie, welcher sie und seine Kinder vor einigen Monaten verließ, auf Unterstützung. Sie verlangt $10 die Woche. A a u e r l a u b n i ß s ch e i n e. E. L. Hardy, 28. und Hope, Cottage, 1700.. D. Brunmell, S. Reissner, WohnhauS,H500. Christian C. ShepHerd, 2023 E. Morriß, Umbau, K400.

Die Legislatur. Senat. Während der letzten Debatten sprachen sich mehrere unabhängige (oder mobl richtiger selbstständige") republikanische Senatoren dahin aus. das es besser und vernünftiger für den Gouverneur sein würde, wenn er nicht so häufig versuche, die Mitglieder zu beeinflussen. Die Senatoren Gray und Hendee erklärten offen, daß sie, sobald sie hörten, daß der Gouverneur seinen Einfluß benutze, um eme Bill zu Fall zu bringen, für dieselbe stimmen wttrd.'n. Diese Bemerkungen fielen, als Senator Starr gelassen die Worte aussprach: Es würde besser für die Legislatur sein, wenn sie den Rathschlägen des Gouverneurs mehr Ohr schenken würde." Senator Gray erwiderte, daß dann die Legislatur sich ganz einfach bis in die Ewigkeit vertragen könne, denn Väterchen" Gouverneur würde schon alle Bills unterzeichnen, welche .ihm

zusagen. Die Bill, durch welche das Saluir des Gouverneurs auf $8000 erhöht wird, passirte die dritte Lesung Sie bedarf jetzt nur noch der Unterschrift des Gouverneurs, um Gesetz zu werden. Die Bill, durch welche das StaatsBibliothek - System erweitert wird, wurde mit 35 gegen 9 Stimmen Passirt. Der Gouverneur soll gegen die Bill gearbeitet haben. Die Bill, welche auswärtige Kohlengruben - Besitzer, welche in unserm Staat Kohlen-Berg-werk eignen, zwingen soll, sich incorpoririren zu lassen, wurde verworfen.' Senator Fortune's Bill, durch welche Insassen des Zuchthauses bei der Fabrikation von Stimmmaschinen benutzt werden sollen, wurde verworfen. Repr. Stechhan's Bill, durch welche das Beschäftigen von Kindern in Fa brisen verboten wird, wurde passirt. Im Verlaufe der Debatten über Haus Bill No. 10, durch welche die Schulsteuer - Umlage von 11 auf 16 Berits eryoyt werden oi, kam es zu solch erregten Debatten, daß schließlich der Präsident einem Thürfteher befahl, den Senator Milburn zum Sitzen zu bringen. Die Bill wurde schließlich mit dem Amendement, nach welchen es localen Schulbehörden erlaubt sein soll, die locale Steuer-Umlage von 35 auf 50 Cents zu erhöhen und dadurch die Townships. welche nur kurze SchulTermine haben, zu entlasten. Senator Matson reichte eine Bill ein, durch welche die SteuerUmlagen für den Allgemeinen-Fond von 9 Cents auf 8 Cents pro $100 und für den Tilgungsfond von 3 Cents auf 2i Cents erniedringt werden soll. Das Comite für Eisenbahnen berichtete die Hausbill günstig ein, welche vorschreibt, daß auf den sog. double deck Locomotiven zwei Männer angestellt sein müssen. Die Eisenbahn Commission-Bill wurde unter SuSpend'rung der Regeln zur Reinschrift beordnet. Die Hausbill, durch welche das Gehalt da? Gehalt des General Adjutanten auf $2.250 und deS Gene-ral-Quartiermeifters auf $2,000 er höht wird wurde passirt. Senator Starr brachte eine Resolu tion ein, welche bezweckt, daß eine Com Mission ernannt werden soll, dte Mittel und Wege ausfinden soll, auf welche Weise am wirksamsten den AnfteckungsGefahren der Schwindsucht vorgebeugt werden kann. Die Commission soll aus dem Gouverneur und vier Mit gliedern bestehen, welche aus dem Contingentsond des Gouverneurs bezahlt werden sollen. Die Resolution wurde an das Comite für Gesundheits-Pflege verwiesen. HauS. Das HauS passirte unter Suspendirung der Regeln die gegen Spielhäu ser und Spieler gerichtete Bill. Die Lobbyisten wurden aus dem Saale gewiesen. Eine Bill, durch welche das Gehalt der Steuer-Commissäre erhöht werden sollte, wurde verworfen.

Zur Reinschrift wurden Booth Tarkington's Anti-Verficherungs-Combina-tions-Bill und die Jndpls. Seuchen-Haus-Bill beordert. Repr. Talcott reichte eine Bill ein, durch welche dem Schulrath von South Bend erlaubt wird, Bond, für Verbesserungen von Schulgebäuden und Neubauten auszugeben; ferner soll die Mitgliederzahl deö Schulraths von 3 auf 8 erhöht werden. Das Haus passirte die amendirte Harley'sche Telegraphen-Bill in zweiter Lesung und das Comite für Eisenbahnen berichtete die Gray'sche Eisen-dahn-Bill günstig ein. D. Stutesman's legislative Appor-tionment-Bill wird von dem betreffen den Comite günstig einberichtet werden. Dieselbe giebt Marion County vier Senatoren und einen gemeinschaftlichen Senator mit den Counties Shelby und Hendricks, sowie acht Repräsentanten und einen gemeinschaftlich R?präsen tanten mit Hancock County. Das betreffende Comite berichtete Thompson's Primärwahlen-Bill, jedoch ohne Dringlichkeitsclausel, günstig ein.

. Kalte Welle in Aussicht. Ein ungemüthlicher Gast in Gestalt einer kalten Welle wird uns innerhalb der nächsten 36 Stunden besuchen. Zu? Zeit rast sie mit unheimlicher Geschmin digkeit über die Prairiren Iowa's hin weg. Im Laufe der Nacht soll sie. soweit der officielle Wettermacher behauptet, hier eintreffen. Das Quecksilber wird sich sodann vor Schreck bis zu 20 Grad über Null verkrümeln' Morgen Vormittag wird sie nach Kentucky's Fluren weiter sausen. Was ist aus Thornton Stausfield geworden? Von dem auf solch qeheimnißvolle Weise verschwundenen Thornton Stansfield, dem 13-jährigen Sohn des Rev. Joshua Stansfield, Pastor der Meri dian Str.-Methodisten-Kirche ist noch immer keine Spur entdeckt worden. Die bedauersmerthen Eltern sind der Verzweiflung nahe. Der Junge hatte keine üblen Angewohnheiten, er spielte selten auf der Straße und war nie des Abends vom Hause fort, es sei denn in Gesellschaft seiner Eltern. Es gewinnt immer mehr den Anschein, daß er das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Hotel-Dieb Red" Shle kommt mit einem blauen Auge davon. John, alias Red" Hyle. einer der ältesten, erfahrensten und erfolgreich sten Hoteldiebe des Landes war einmal wieder, wie berichtet wurde, hier unter verdächtigen Umständen verhaftet worden. Heute stand er vor dem Polizei richter, welcher ihn schon seit Jahren kennt. Derselbe verdonnerte ihn zuerst zu 30 Tagen Arbeitshaus und einer Geldstrafe von $100 und Kosten. Als der Kadi sich aber das menschliche Wrack, welches vor ihm stand, näher betrachtete, empfand er Mitleid mit der Jammergestalt und er suspendirte das Urtheil unter der Bedingung, daß Red" noch vor Sonnenuntergang der guten Stadt Indianapolis für immer den Rücken kehre. Der alte Gauner versprach diesem Befehl nachzukom men und verschwand mit affenartiger Geschwindigkeit aus dem Saale. Im Jutereffe von Caleb Powers. Frau Julia Clay Brock von Lexington, Ky, i? hier zn dem Zweck einge troffen, um Gelder für den Caleb Powers Bertheidigungs-Fond zu collectiren. Dem Powers, welcher bekanntlich der Mitschuld an der Ermordung des Gouverneur Goebel angeklagt ist, ist em zweiter Prozeß bewilligt worden. C h i a g o. G. P. Hammond, Präsident r Comd. Investment Co., wurde vot Unterschlagung in MinneapoliS n !ftet.

Wut Holz !

Die Preisgewinner im 2 Männer i TeamWett?egeln. Die Sieger im EinzelSpiele. Aus dem Zwei-Männer-Team-Wett-kegeln des A. B. C. sind folgend? Kegler als Sieger hervorgegangen :. Ccore Preis Collms-Selbach. Col 1227 $100 Morgan Terrell, Cleveland 1205 90 Olnesj 1'oolley. Minn 1203 85 Mott-?urns, Milwaukec 1201 80 !au Schneider, Chicago ..1198 75 Wright McCampbell, Louisvillell87 70 Sandblom Sallander, Minn 1184 65 Forch Scroags. Chicago 1182 0 Potter Müller. Indianapolis .1179 55 Aemberry Aoung, Detroit 1176 50 Bangert Kiene, Chicago. .' 1175 45 Sachs-Reed. Columbus. O ...1173 4o Elwert Funke Bellrville, Jll . . 1172 40 BriÜ Walter, Chicago 1171 35 Carter -Bryson, Indianapols . . 1 168 3 Bobm Peterson, Chicago 1167 30 Menninger Gebhart, Detroit. . 1167 30 Blcmm Vandersyde. Chicago .1165 30 Schreiner-Foster. Dubuque, . . .1164 25 Cvmstock Levy. Indianapolis . . 1 158 25 McCauley-Hughes, Iowa. . 1153 20 York - McNamara. Cleveland . .1150 20 Rowe- Gilbert. Chicago 1143 20 Owen-Keller. Louisville 1139 15 Kern Grever, St. Louis 1138 10 Fritche Adams. Syracuse 1136 10 Köster Stahlhut. Cleveland .... 1 135 10 Coffin Quill' Indianapolis. ... J 134 10 Chismer Benton, Chicago 1133 i 10 Mattock Leap. Indianapolis ... 1 1 24 5 Aolfe Cnöley, Chicago 1122 5 Wolfe Rahony, Chicago 1119 5 Dollinan-Vinson. Jndpls 1114 C halmers Klingenberg, Chic. . 1114 Blaul Partner, Chicago 1112 Householder Busch. Springfield .1118 D i e Dr. Tim m-T r o p h ä e. Um die von Dr. Timm aus New York ausgesetzte Preis-Trophäe, einen aus Silber und Gold gefertigten Pocal, bewarben sich 68 Kegler, und ging Frank Foster aus Dubuque, Ja., als Sieger aus diesem Turnier hervor. Er erzielte nämlich 23? Punkte. Diejenigen Kegler, welche bei dem Conteste mehr als 200 Punkte erzielten, find, abgesehen von Foster, die Nachbenannten : Lee Graff, Indianapolis, 226; Pfeifer, Chicago, 219; Ruhl, Jndianapolis, 214; Cruch. Cleveland, 211; j Brownell, Akron. O., 211; Leap Indianapolis, 207; Menninger, Detroit, 207; E. Gay, Indianapolis, 206; F. Pierce, Cleveland, 205; Hills. Columbus. 202; Sullivan, Cleveland, 200. Der Schluß des Turniers. Um 11 Uhr 15 Minuten letzte Nacht, ehe das Einzel-Wettfpiel beendigt war, hielt Mayor Bookwalter, der jetzige ErPräsident des A. B. C., an die in der Tomlinson-Halle versammelten Kegler und Freunde des Sports eine kurze Ansprache, in der er sie einlud, so oft als möglich die Hoosier-Gastfreundschaft", von der sie jetzt eine Probe erhalten, in Anspruch zu nebmen, und um 12 Uhr 20 Minuten endigte das große KegelTurnier von 1903. Die Einzel-Sieger. Aus dem Einzel-Wettkegeln, welches das Turnier endete, gingen folgende Herren als Sieger hervor: Jones, Milwaukee, 683; Chalmes, Chicago, 661; Kettenacker, N?wport, Ky., 650; Stein, Chicago, 640; Foser, Buffalo, 635; Thompson, Chicago. 626; Kaad. Chicago, 626; Sandblom, Minn.. 615; F. Müller. Jndpls.. 613; Strong, Chicago, 613; Brill, Chic., 611; Collins, Columbus, 609; Peterfon. Chic., 606; Eoffin. Jndpl, 606; Neffler, Chic., 604; Erdelmeyer, Indianapolis. 603; Stiegelmeyer, Cleveland, 603; Klingenderg, Chic., 603; Bryson, Indianapolis, 603; Handlon, Wheeling, 601; Sievers, Chicago, 601; Hollis. Chicago. 601; Treiber. Kansas City. 600; Schlenck Belleville, 600; Torry, Erie, 600;' Elwert, Belleville, 600; McReynolds, Cleveland. 598; Lee, Chicago, 597; Wooley. Minn., 595; Howley, Cinc., 593; Ott, La Croffe. 592; Rowe, Cleveland, 592; Mrosek, Chicago, 590; E. Meyer, Chicago, 590; Sallander, Minn., 590; Stretch, Chicago. 590; Adams, Cyracuse, 590; Markham, Chicago. 689; Wolfe, Chicago, 589; Kiene Chicago, 589; Jansen, Belleville, 588; Rogman, Chicago,

583; Sanders. jSt. Louis, 587; Wilson, Erie, 587; Funke. Belleville. 586; Price. Buffalo. 585; Ahnert. Milwaukee, 585; Stock. Chicago, 585; Schmidt, Chicago, 584; Lundt, Louisville, 584. Was heute noch folgt. Heute finden auf den Bahnen noch einige Nachspiele statt, nämlich von 2 Uhr Nachmittags wie folgt: 3 Wettkegeln zwischen den Teams der M. T. H. S. und der Shortridge Hochschule. Wetlkegeln zwischen zwei Teams der Damen der localen Elkö' Loge. Wettkegeln zwischen Fred. Strong, dem Champion von 1902, und Fred. Clinch um $250. Wettkegeln zwischen Lee Graff von dahier und M. Kanna aus Cleveland. Um 8 Uhr Abends findet dann noch ein Wettkegeln zwischen den ..Wrigleys" aus Chicago und den All Jndianapo-lis"-Teams statt. Für diese Wettspiele wird aber besonderer Eintritt berechnet.

Local-Politisches. Herr Ed. Logsdon von der Behörde für öff. Werke und Vorsitzer des republ. Stadt-Comites hat gestern angekündigt, daß die rep. Primärwahlen zur Erwählung von Precinct-Comite-Mitgliedern im kommenden Monat, also sehr frühzeitig abgehalten werden sollen. Das Datum ist noch nicht festgesetzt, doch sollen diese Primärmahlen so frühzeitig stattfinden, um es der neuen Organisation zu ermöglichen mit Hülfe der jetzt dem Stadtrathe vorliegenden Sourbier'fchen GerrymanderOrdinanz die Precincte der 15 Wardö der Stadt zum Vortheile der republ Partei zu verändern. DesMordes beschuldigt. L a p o r t e. Elias Wagner und Clarence Dunham befinden sich seit Freitag im hiesigen Gefängniß unter dem Verdacht in Haft, an dem Mord des jugendlichen Bank-Wächters Wesley Raynolds in Weftville bethciligt geWesen zu sein. Detectiv Burns behauptet, genügend Beweismaterial an der Hand zn baden, um die Angeklagten zu überführen. Die beiden Angeklagten behaupten, nachweisen zu können, daß sie zur Zeit, als das Verbrechen begangen wurde, gar nicht in Westville waren. Einer St rychn i n-Berg iftung erlegen. Shelbyville. Verl Scheffel, der 4jährige Sohn des Geo. Scheffel von UnionTp., erlag am Freitag einer Strychnin-Vergiftung. Vor einigen Monaten hatte seine Mutter ein Fläschchen, welches Strychnin-Tablets enthielt, in's Gehäuse der Wanduhr gestellt. Der Junge stieg am Freitag auf einen Stuhl, erwischte die Flasche und verzehrte einige von den giftigen Dingern. Er starb unter fürchterlichen Krämpfen. Kinnbacke und Zähne. Jef Person ville. Ein unge wohnlicher Prozeß wird zur Zeit im hiesigen Kreisgericht geführt. Als ftummer Zeuge dabei ist ein Stück Kinnlade mit vier Zähnen, die der Kläger, Peter For, dem dieselbe früher gehörte, in seiner Schadenersatzklage gegen Fred. Milman auf $600 in's Feld führt. Die Leute waren als Streckenarbeiter an der Monon" beschäftigt und arbeiteten bei Bennettsville, Clark County, Ind., als sie in Streit geriethen, der in Thätlichkeiten ausartete. Da beide kräftige Männer sind, so hörten sie nicht auf, bis sie mit Blut bedeckt wiren. Fox kam, wie aus Obigem er hellt, am Schlechtesten weg. Er verlor den Kinnbacken und vier Zähne. Man fürchtete längere Zeit, daß Blutvergiftung eintreten werde, doch der Mann erholte sich und klagte nun gegen Milman. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Lonqfellow".

Nachrichten aus Jndiana. Die sensationellen Anklagen der Großgeschworenen von Allen County. Fort Wayne. Nachdem nach der Hitze des Gefechts sich der Pulverdampf verzogen hat, wird erst ein kleiner Ueberblick über das Feld gegeben. Allgemein wird zugegeben, daß die Gefchwvrenen seit Jahren keine so sensationellcn Anklagen erhoben haben. Wenn man die Sache aber im richtigen Lichte betrachtet, so ist sie lange nicht so schlimm, wie man anfangs vermuthete. und wie sie gewiffe Hetzer gerne haben möchten, die alles mögliche versuchen, der demokratischen Stadtverwaltung etwas am Zeuge zu flicken. Daß zu diesen Hetzern ein englisches Blatt zählt, das sich als Organ der demokratischen Partei aufspielt, ist traurig genug, zumal der Redacteur desselben wahrhaftig nicht das Muster eines Tugendhcldcn ist und ebensosehr zum Wächter der öffentlichen Moral paßt, wie der Bock zum Gärtner. Den Hetzereien genannten Blattes ist es hauptsächlich zuzuschreiben, daß die Großgeschworenen soj viele Anklagen erhoben Haien. Trotzdem ist wenig oder gar nichts erreicht worden ; die städtische Administration mit Bürgermeister Berghoff an der Spitze, steht unbefleckt da, auch nicht in einem einzigen Falle ist Korruption nachzuweisen. Daß der verstorbene Stadtrath Hench 8300 von Herrn Henry Miller, Sekretär der Elektrischen Lichtgesellschaft borgte, um eine Convention im Westen besuchen zu können, ist zu bedauern, aber daß es eine Bestechung war, ist noch lange nicht erwiesen, wäre es das gewesen, so hätte Herr Hench die Sache geheim gehalten und daß er es als ein Darlehen betrachtete, geht aus dem Umstände hervor,? daß er vor seinem Tode das Geld durch seine Frau zurückerstatten ließ. Was nun die lAnllagen gegen den Polizeichef Gorsline betrifft, so herrscht darüber unter allen rechtlich denkenden Menschen nur eine Anficht, und die lautet, daß es die kleinliche Niedertracht

kleinlicher Seelen war, welche die An klage verursachte. Daß Herr Gorsline einmal einen kleinen Rausch hatte, als er ein Bankett besuchte, leugnete er nicht ab, aber das ist doch' kein Verbrechen, wenigstens nicht so bedeutend, daß die Großgeschworenen sich damit beschäftigen sollten. Wenn Jeder in Anklagezustand versetztiwerden sollte, der schon einmal einen Rausch gehabt hat. so könnte so ziemlich die ganze männliche Bevölkerung Fort Wayne's angeklagt werden, darunter in lers.er Reihe einer von den Haupthetzern. Polizeichef Gorsline hat sich stets als ein fähiger und pflichtgetreuer Beamter gezeigt und daß die Anklage gegen ihn auf Anftiften gewiffer Neidhämmel aus den Reihen der Polizisten zu dem Zwecke crho ben wurde, um ihn aus dem Amte zu bringen, ist ein offenes Geheimniß. Waren doch die gegen ihn auftretenden Zeugen ausschließlich Polizisten und Ex-Polizisten. Was die Anklagen gegen die Spieler betrifft, so wurden sie ebenfalls nur durch die Hetzereien eines englischen Blattes verursacht. Eine Ausrottung des Hazardspieles wird damit noch lange nicht erreicht. Gegen Dr. Karl Progler, Secretär der County Gesundheitsbehörde wurde eine ähnliche Anklage, wie gegen den Polizeichef Gorsline erhoben und es wird auch wohl hin, wie im Falle des Polizeichefs kleinliche Rache oder Brod neid im Spiele sein. Samuel Knott'S grauen Haftes Ende. Ft. Wayne. Samuel Knott, Vice - Präsident und Haupt - Aktionär der Knott, Van Arnum Mfg. Co.. wurde am Freitag, als er sich auf dem Wege nach seiner Fabrik befand, von einem Expreßzug der Pennsylv. Bahn überfahren und auf der Stelle getödtet. Der Körper war buchstäblich in Stücke geschnitten. Der Verunglückte war 38 Jahre alt, verheiratet und war mit seiner Familie erst kürzlich von Cold Water, Mich., nach hier ttbergefiedelt.