Indiana Tribüne, Volume 26, Number 160, Indianapolis, Marion County, 27 February 1903 — Page 5

Indiana FribKue. 27 Februar 19o3.

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Ans den Gerichtshöfen.

Zeugen aus NewAlbany im Bundesgericht. Vor Bundesrichter Andersvn wurde gestern Nachmittag mit den VerHandlungen in den Fällen des Charles Kelso, des von Richter Utz von Floyd County ernannten Rcceivers für die insolvente Firmo M. Zier Co , des Sheriffs Raymond I. Morris, des Depuly-Zherisss Glaube Guttason von New Albany und des Wächters Thomas Smithwick begonnen. Dieselben find beschuldigt, den Befehl des Bundesrickters, dem Fred Conner, welcher von ihm zum Maffenverwalter der Firma M. Zierje Co. ernannt worden war, das Eigenthum derselben auszuliefern, nicht befolgt zu haben. Als Zeugin waren auf Befehl des Richters vorgeladen worden : Richter Wm. C. Ütz. Staats-Anwalt George B. McJntire. Polizei.Commiffflr M. Zier und der Wächter Fred Rinoff, sämmtlich von New Albany vorgeiaden worden. Die Anwälte F. A. Sachs und W. D. Watto von Louisville vor. geladen worden. Dieselben glänzten jedoch durch Abwesenheit und die Ver Handlung mußte deshalb zeitweilig vertagt, werden. Wm. H. N ermillion an die Großgeschworenen überwiesen. Wm. H. Vermillion, welcher bekanntlich beschuldigt ift. den Versuch gemacht zu haben, vermittelst vergifteter Bonbons seine Frau und zwei Kinder aus der Welt zu schaffen, wurde vom Zolizeirichter unter Bürgschaft von $1000 an die Großgeschworenen überwiesen. Vermillion behauptet nach wie vor, daß zwischert feiner Frau und ihrem Stiefbruder Arthur Elliott eine Verschwörung bestanden hatte, um ihm zu schaden. Elliott und Maud Bron son, welche auf allgemeine Verdachts gründe hin! verhaftet worden waren, wurden entlassen, und ihr Fall wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Frau Vermillion gab auf dem Zeugenstande zu, daß sie ihren Gatte nicht liebe und auch nie geliebt habe. Sie läugnet aber auf das lentschiedenfte, da sie von Elliott mehr halte, als eine Schwester von einem Bruder halten solle. Vermillion leugnete, sdas Gift den Bonbons beigemengt zu haben. Reue Scheidungsklagen. Peter Finkmann wünscht, i on seiner Gattin Mary, welche ihn in liebloser Weise behandelt haben soll, geschieden zu werden. Vor Kurzem erst soll sie ihn auf offener Straße beschinipft haben. Richard Pergande verklagte seine Gattin Therese, mit welcher er seit etwa drei Jahren verheirathet ift, auf Scheidung verklagt. Sie soll zänkischer und streitsüchtiger Natur fein. Er beschuldigt sie der brutalen Behandlung. Vor einigen Tagen soll sie ihm mit einer Peitsche mehrere Schläge in's Gesicht und auf den Arm versetzt haben, an welchem er geimpft worden war. Er litt solch' entsetzliche Schmerzen, daß er mehrere Tage lang arbeitsunfähig war. $10,000 Schadenersatz verlangt. Emma James verklagte die Stra-Kenbahn-Gesellschaft auf 510,000 Schadenersatz. Zur Zeit als dieselbe an der Martindale Ave. ein Geleise legen ließ, war sie eines Abends dort, da keine Warnungslampen angebracht waren, in eine Vertiefung gefallen. Die Folge war, daß sie so schwer verletzt wurde, daß ihr Leben noch lange in Gefahr schwebte. Der 17-jährige Leonard Staley, welcher des Diebftahls angeklagt war. kam mit einem suspendirten Urtheil davon. Mike Bawler, ein schon vielfach beftraftes Subject, bekannte sich des Dieb ftahls schuldig und wurde zu 1 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Grundeigenthums Uebertragungen. John Powers - an Josephine Evans, Lot 159 in McCartys Subd. eines Theils der Außenlot 120. $1200. William Morrison an George Sul livan, ein Theil der Lot 5, Sq. 68. $13,500. Julia Osborne an Frank Lewis, ein Theil von Lot 27, in Woodruff Place. $2800. Benjamin Anderson an Magdalena Danfel, ein Theil der Srction 5, Tshp. 14, Range 3, in Perry Township. 132,695. James Fesler an Charles Henry, Lot 27 und ein Theil von 28 in Wm. Morrisons 1. Add. 115,000.

Naive Vorstellungen. Der geiftige Tiesstanv der Sauern THiieU rufzkandS. In einer vor Kurzem abgehaltenen Versammlung des Vernns für Erdkünde zu Dresden sprach Professor Gravelius über Vauerngeographie im mittlern Rußland, indem er die Vorstellungen erörterte, welche die Bauern dieses Gebietes, namentlich der Gouvernements Pskow, Smolenök, Twer und Wladimir, von der Erde in kosmologischer und morphologischer Beziehung haben. Er theilte dabei Folgendes mit: Die Erde denken sich die Bauern als Kugel, Halbkugel oder Scheibe auf dem Ozean schwimmend, dessen Gewässer in's Innere des Erdkörpers strömen, von wo sie, dabei ihr Salz verlierend, durch Löcher und Spalten an die Oberfläche gelangen, und auf dieser in kleinen und Großen Wasseradern zum Meere zurückkehren. Der Erdkörpcr gleicht nach diesen Vorstellungen einem mit Wasser gefüllten Schwamm, und diese Anschauung erscheint deutlich als ein Refler der Natur des Landes mit seinen zahllosen Seen und Sümpfen. Die Anschauung der Bauern Mittelrußlands, daß der Regen der zur Erde herabfallende Schweiß des Himmels ist. welcher letzterer der brennenden Sonn? näher liegt, als die Erde, weift auf die gerade bei starker Hitze auftretenden heftigen Platzregen hin, die oft der Landwirthschaft großen Schaden zufügen. Blitz und Donner entstehen unabhängig von einander. Der Tonner ist das Geräusch des durch die starke Sonnenhitze bis zum Platzen ausgedehnten Himmels, und die Blitze werden von dem feurigen Wagen verschleudert, auf welchem der Prophet Elias gen Himmel fuhr. Daß der Mond zur Zeit des Neumonds verschwindet, schreibt man dem Umstände zu, daß zeitweise die Nebel am Himmel das Ueberge',?icht gewinnen und sich vor den Mond legen, bis diesem die Sonne zu Hilfe kommt und die Nebelschleier vertreibt. Von den Sternen glaubt man, daß sie am Himmel angeheftet sind. Seltene Bibliothek. JnAschabad in der rufsifchcnStatthalterschaft Kaukasten befindet stch eine ungemein werthvolle Bibliothek, die zahlreiche Werke von größtem allgemein historischen oder literarhislorischen Werthe enthält, un-tx ihnen eine

erste Ausgabe der italienischen Geschichte des 1540 verstorbenen Historikers Guicciardini. Eine Ausgabe des Schahnameh (persisches Bnch der Könige") von Firdusi aus dem Anfange des 12. Jahrhunderts ist i außerordentlich schönen Schriftzügen geschrieben, und das ganze Buch ist mit zahlreichen Handzeichnungen in Farden und Gold geschmückt. Ferner enthält die Bibliothek zahlreiche den Jslam betreffende historische Werke, Lebensbeschreibungen hervorragende Vertreter des Islam und eine Menge Handschriften, die auf die Geschichte, Literatur und Medizin Persiens Bezug haben. Uebcrhaupt befinden sich in der Stadtbibliothek literarische Denkmäler aus ältester Zeit, die entwed?r einzige Eremplare sind- oder zu den größten und werthvollste Seltenheitcn gehören. Leider ist mit diesen wissenschaftlichen Schätzen bis vor kurzer Zeit höchst nachlässig umgegangen worden, so baß sie Jeder, der sie wünschte, in's Haus nehmen konnte, ohne daß man von ihm die geringste Bürgschaft für die Rückerstattung der Werke verlangt hätte. Erst unter dem neuen Bibliothekar ist in dieser Beziehung ein Wandel zum Bessern eingetreten. Sardinenftrike. In der Bretagne, Frankreich, sind in diesem Jahre zum ersten Mal seit Menschengedenken die Sardinen ausgeblieben. Durch die großen Dampfer, die die Tiefseefischerei betreiben, scheinen die Fanggründe allzu sehr erschöpft worden zu sein. Schon in den letzten Jahren hat dit Sardincnfische-. rei nur geringe Erträgnisse ergeben, heuer aber steht man geradezu vor einer Kalamität. Eine Fabrik, die sonst 30,000 Kisten (jede mit 100 Büchsen) Sardinen exportirte, hat heuer nicht einmal 2000 hcrstesen Vonnen, eine andere Fabrik statt 1500 gar nur 37! Dadurch sind 40.000 Fischer fast brodlos geworden und auch andere Theile der Bevölkerung, die in den Fabriken mit der Herstellung der Blechbüchsen beschäftigt waren, stark in Mitleidenschaft gezogen. Man macht sich darauf gefaßt, daß der frühere Zustand erst in einigen Jahren wieder eintreten wird, wenn die Vorbeugungsmaßregeln, die man jetzt zu trcffen gedenkt, ihre Wirkungen gezeigt haden werden. ' Religiöse? M e m o r i r -st o f f. Auf die Anregung des Evangelifchen Oberkirchcnraths in Berlin batten sich sämmtliche Proviyzialsynoden des Königreichs Preußen Mit der Festsetzung des Minimums des religiösei: Memorirsioffs in den evangeliscke:. Schulen beschäftigt. Es wurde etne Einigung dahin erzielt, daß für all? Schulen mindestens 110 Sprüche aus dem Neuen, und 20 bis 40 Sprüche aus dem Alten Testament, sowie 20 Kirchenlieder gefordert werden sollen. Gegen früher ist das eine wesentliche Erleichterung. Ein S e i d e n f a d e n hat die dreifache Festigkeit eines Flachs- (Lei nen-) fadens von derselben Dicke. .

,t, a M M, I. M , A A A i 4i ifi ?' w i A n 6 l ii n d - -i! Erfrorener Sclbstmörd e r. Unlängst stieß man im Budapester StadtwäldÄen auf die Leiche eines jung?n Mam.-.es. Der Schädel war von einer Rolrertugel durchbohrt, der Körper aber vollständig erfroren. Neben dem Leichnam log ein Nevolver, welchem das Projektil entstammte. Auch eine Wette. Ein EinMilchner Münchens hat kürzlich eine Wette um 8000 Mark gemacht, daß er innerhalb eines Jahres jedes BierhauS in München besucoen und in jedem ein Glas Bier trinlen werbe. Er mutz von dem Besitzer eines jeden BierhanscZ eine Bescheinigung erhalten, um zu beweisen, daß er dort ein Glas Bier getrunken habe. Böser Scherz." In Augsbürg war unlängst das Gerücht verbreitet, ein dortiger Tourist sei bei einer Besteigung bet Mädelegabel verunglüat. Äie sich später herausstellte, war das Ganze darauf zurückzuführen, daß ein Begleiter des jungen Mannes stch den Scherz" machte, die Eltern desselben mit der Trauerbotschaft zu erschrecken. Der Verunglückte" traf an: selben Abend wohlbehalten im Elternbause ein. S e l t e n e G e i st e s g e g , e n - wart. Ein achtjähriges Mädchen au2 Wolfspütz, Sachsen, fiel neulich, auf dem Schulwege nach Weitzensand Gegriffen, bei kindlichem Spiel in die bochangeschwollene Golhsch. In seiner Ä?slcitung befanden sich noch zwei Schultame?adinn?n, welche aber, als der Unfall geschehen war, schreiend davonliefen. Tas Mädchen wurde etwa 300 Fuß von den Fluthen fortgeschwemmt, bis es ihm endlich gelang, sich an einer in das Wasser hängenden al7?broche?',cn Barrierenstange sestzuhalten und fr an das Ufer zu gelangen. Trotz seiner nassen Kleidung eilte das Kind zur Scku:!e. wo ihm von der Lehrersfamilie sorgsame Pflege zu Theil wurde. Bestrafter H aß. JnMolln bei Lübeck aalt die 4jährige Ehefrau

ftatotine Blasen bis zum kürzlich erfolgten Tode ihres VaierZ als dessen alleinige Erbin. Das Erbe bestand in der Hauptsache aus einem Hause. Ta sie aber den kränklichen Vater sehr roh behandelte, änderte dieser kurz vor seinem Tode das Testament zu Gunsten des jüngeren Sohnes ab. Die Schwe'ter erfastte nun ein solcher Hah gegen den Bruder, daß sie beschloß, ihn zu todten. Sie kaufte sich einen Revolver. lauerte dem Bruder an einer einsamen Stelle der Chaussee auf und schoß auf ihn. Nur der Umstand, das; der erste in unmittelbarer Nähe abgeneCene Sckust versagte, rettete sein Le- '. cn. Er flüchtete schnell, so daß beim zweiten Schuß schon mehrere Fuß zwischen ihm und der Schwester lagen. Die Kugel pfiff dicht an seinem Kopfe vorbei Die Geschworenen verurtheilten die Frau zu neun Jahren ZuchtHaus und fünf Jahren Ehrverlust. Heiteres M i ß v e r st ä n d -n i ß. Die Eheleute Rossi bewirthschafteten im verflosienen Sommer eine Schutzhütte am Dachstein. Eines Tages schickte Frau Rosst ihren Mann nach Jschl, Oberösterreich, um verschicocne Vitlualien, darunter auch Feigenlasst, einzukaufen. Der Mann brachte aber statt der verlangten Marke sögenannten Kaiserkaffee" nach Hause, worüber Frau Nolsi lehr erbost war und sich über den ..Kaiserkaffee" in der dcspektirlichsten Weise äußerte. Außerhalb der Schutzhüttc befindliche Leute hörten den Disput, bezogen die d'espektirlichen Aeußerungen auf den österreichischen Kaiser und machten die Anzeige. Kürzlich halte sich Frau Rosst vor dem Kreisgerichte in Wels wegen Majcstätsbclcidigung zu verantworten, trebei sich das heitere Mißverständniß allerdings aufklärte und Frau Rosst freigesprochen wurde. Sie soll aber geschworen haben, selbst hoch oben am Dachstein nicht mehr auf den Kaiserkaffee" zu schimpfen. In der blauen Grotte. Der ungari'ckc Polizeihauptmann Dr. Alfred Tichany. der sich mit seiner Gemahlin auf der Hochzeitsreise in Eapri. JtaZicn, aufhielt, wollte es nickt versäumen, einet! Ausflug in die berühmte blaue Grotte zu unternehmen. Das Paar miethet ein Boot, und als die Wogen des hochgehenden Meeres ein wenig zurückgewichen waren, und die Eingangsöffnung der Grotte frei war, schoß das Fahrzeug in die Grotte, die alsbald von den nachbraufendcn Fluthen vollständig verschlossen wurde. Als der Führer wieder hinausrudcrn wollte, war die Oeffnuna noch immer von den Wassermassen versperrt. Er vertröstete seine Gäi:e. doch es verrann Stunde um Stunde, und noch immer war kein Ausweg zu finden. Die Nacht brach herein und die Touristen begann Hunger und Durst zu quälen. Sie verbrachten eine schreckliche Nacht. Eine Sturzwelle füllte das auf den Wogen nab? dem Ausgange tanzende Boot zur Hälfte mit Wasser. Das dumpfe Getöse, das die an die Felsen brandenden Fluthen verursachten, trug noch dazu bei. ihre Angst zu erhöhen. Endlich, nach 24stündiger Gefangenschaft, gelang es den bis auf die Haut durchnäßten, in die peinlichste Situation gerathenen Hochzeitsreisenden, .in ihrem Boote durch den Aucgang hindurchzuschlüpfen und in's Freie zu kommen.

V l ü ck l I $ e Finder. Ein Infanterist in Stanislau, Galizien, fand unlängst auf der Straße einen mit Spagat umwundenen und verstegelton Sack, den er aufhob, um ihn auf der Stationswache adzugeben. Da kam athemlos ein Post Bediensteter daher, der mit dem Ausrufe: ..Gott sei &ank, da ist ja der Postbeutel!" dem Soldaten den Sack abnehmen wollte. Allein der Soldat gab ihn nicht aus dec Hand und erklärte, cr müsse den vorgeschriebenen Dienstweg einhalten. Auf der ötationswache, wo der Soldat die Meldung erstattete, wurde der Postbeutel kommisstonell eröffnet und es fand stch darin die stattliche Summe von 200.000 KroHen. Der Postbeutel war unterwegs aus dem Postwagen herausgefallen. Der Infanterist reklamirte den gesetzlichen zehilprozentigen inderlohn, der ihm aber vom Postärar mit der Begründung verweigert wurde, daß es stch hier nicht um einen Fund handle, da der Postbedienstete noch auf dem Wege den Postbeutel bei dem Soldaten entdeckte. In dem Prozesse. den der Soldat gegen das Postärar anstrengte, vertrat der klägerische Anwalt den Rechtsstandpunkt, daß nicht der Postbedienstete, sondern der Soldat als der Finder anzusehen sei. Alle drei Instanzen entschieden zu Gunsten des Soldaten, und durch das Urtheil des obersten Gerichtshofes wurde das Postärar nicht nur zur Zahlung des Finderlohnes von 20,000 Kronen, sondern auch zur Tragung der bedeutenden Prozetzkosten verurtheilt. Sensation im Rathh a u s s a a l e. Als der Magistrat und die Stadtverordneten von Bad Kosen, Provinz Sachsen, letzthin unter Vorsitz des Bürgermeisters Luenzner in öffentlicher Sitzung das Wohl der Stadt beriethen, trat der Landrath Freiherr v. Dalwigk zu Lichtenfels in Begleitung von Gendarmen in den Saal. Zuerst allgemeines Erstaunen, dem aber bald eine tiefe Erregung Platz machte, als der Landrath den Bürgermeister wegen Urkundenfälschung vom Dienst suspendirte. Luenzner bekleidete sein Amt erst seit 1901. in welchem Jahre er auf zwölf Jahre gewählt wt.rd?. Er erhielt mit Rückficht auf den großen Fremdenverkehr von der ungefähr 3000 Einwohner zählenden Stadt Köfen das verhältnißmäßig hohe Gehalt von 3500 Mark ohne die Nebeneinnahmen, welche er als Amtsanwalt und Standesbeamter u. s. w. hatte. Aber der Verkehr mit den reichen Badegästen verursachte ihm viele Ausgaben, die er durch krumme Aktionen zu decken versucht haben soll. Der elektrische Briefkäste n. Beim Berühren des Deckels des am Stationsgebäude Ettlingen. Baden, angebrachten eisernen Briefkstenö erhielten die Briefeinleger bis vor Kurzem, je nach dem Feuchtigkeitsgeholt der Luft, mehr oder weniger empfindliche elektrische Schläge. Wie stch ergab, rührte die Elektrizität aus der mit einer Spannung von 550 Volt betriebenen elektrischen Bahnanlage her, deren Srrom auch zur Innen- und Außenbeleuchtung des in Sandsteinmauerwerk auf Sandboden aufgeführten Bahnhofsgebäudes benutzt wird. Zur Beseitigung der auf die Dauer vom Publikum unangenehm empfundenen Nervenaffektionen wurde der Briefkasten versuchsweise mit einer Erdleitung versehen. Die Maßnahme hatte den gewünschten Erfolg; Spannungsausgleiche zwischen dem Briefkästen und der Erde durch den Körper der den Eisenkasten berührenden Personen sind seitdem nicht mehr bemerkt worden. Unfall im Ballfaal. In einer Loge eines Ballsaales in St. Petersburg tranken jüngst mehrere junge Leute Champagner und stellten die volle Champagnerflasche statt in den Eiskübel auf die Logenbrüstung. Durch die ungeschickte Handbewegung eines der Insassen der Loge fiel die schwere Flasche von der Brüstung zwei Stockwerke tief in den Tanzsaal und traf mit voller Wucht den Kopf einer eben an der Loge vorvciwalzenden Dame. Diese, die einzige Tochter des reichen in der Petersburger Gesellschaft wohlbekannten Gutsbesitzers Moroni a, brach mit einem gellenden Aufschrei blutüberströmt zusaminen und war nach wenigen Minuten eine Leiche. Gefährliche Mixturen. Ein Berliner Quacksalber Namens Nardenkötter, welcher unlängst verhaftet und gegen eine Bürgschaft von 15,000 Mark wieder freigegeben wurde, ist plötzlich verschwunden. Es heißt, daß er Präparate anfertigte, welche Quecksilber, Jodin, Arsenik und andere Gifte enthielten und genügend waren, um allen Bewohnern der Stadt den Garaus zu machen. Die Jngredienzen wurden in der verschiedensten Weise gemischt, einige in der Badewanne, andere in Brühnäpfen und wieder andere in sonstigen Küchengeräthen. Es verlautet, daß Nacdenkötter aus dem Verkauf seiner Mixturen 3000 Mark den Monat herausschlug. Noble Stiftung. Die französische Botschaft in Madrid hat kürzlich einem dortigen Advokaten, Sennor Emilio Cotarello. $5000 Belohnung dafür gezahlt, daß er das Versteck der Schwindlerfamilie Humbert aufspürte, welche im Dezember 1902 in Madrid verhaftet wurde. Sennor Cotarello übermachte das Geld der St. Vincent de Paul-Gesell-schaft für wohlthätige Zwecke.

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