Indiana Tribüne, Volume 26, Number 156, Indianapolis, Marion County, 23 February 1903 — Page 6
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2frorn3 3ranfcen6urg. Berlin. Geheimer Ober - Regierungsrath und vortragender Rath im Reichsamt des Innern Werner wurde zum Vorsitzenden des kaiser!ick)enOber. Seeamts ernannt. Wittwe Frau Ruppert. 88 Jahre alt. beging im Hause Koppenstraße 21 das 25jährige Verwalter - Jubiläum und ist zugleich dort 40 Jahre lang als Mietherin ansässig. Sofort getödtet wurde der 5jährige Sohn der Wittwe Jda Rasch, der an der (icke der Oderberger- und Schwedterstraße durch einen Geschäftswagen überfahren worden war. Der Kutscher Franz Steinbacher, der durch übermäßig schnelles Fahren das Unglück herbeigeführt haben soll, wurde verhaftet. Von der hiesigen philosophischen Fakultät ist Dr. I. Schur als Privatdocent für Mathematik zugelassen worden. Im Hause Schmidtstraße 44 feuerte der Hanvelsmann Wilhelm Schwahn auf seine Frau und seine Tochter, Frau Dörk, mehrere Revolverschüsse ab, deren einer die Tochter lebensgefährlich verletzte. Schwahn, welcher verhaftet werden konnte, gab an, aus Aerger über ihm seitens seiner Familie widerfahrene Zurücksetzungen die That begangen zu haben. Der Kaiser ernannte den Director im Kaiserlichen Patentamt Robolski und den Senatsvorsitzenden im Reichsvrrsicherungsamt Spielhagen zu Geheimen Regierungsräthen und vortragenden Räthen im Reichsamt des Innern. Geheimer Ober - Justizrath Lettgar trat nach einer Amtsthätigkeit von 47 Jahren in den Ruhestand. An den Folgen der Influenza verschied im Alter von 78 Jahren der Veteran des Beamtenpersonals des Reichstags Hermann Ristow. Wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung verhaftet wurde der Buchhalter Arthur Häusler, welch?? in der Möbelfabrik von Schor, Mariannenstratze 31 32, in Stellung war. Mittel- und Arbeitslosigkeit haben den 38 Jahre alten Brauer Karl Schneider in den Tod getrieben. Potsdam. Töpfermeister Wilbeim Streit feierte im Alter von 71 Jahren sein 50jähriges Meister- und Bürgerjubiläum. Die HandwerkerCorporationen erwiesen ihm befand; Ehrungen; auch von der städtischen Verwaltung, wo der Jubilar mehrere Aemter bekleidet, wurde des Tages gedacht. Charlottenburg. Ihre silberne Hochzeit seiertenSchneidermeister Georg Moritz und Frau Anna, geb. Hollunder. Groß - Lichterfelde. Hier ist der Wirkliche Geheime Ober - N.gierungsrath a. D. Ludwig Graf v. Unruh im Alter von 70 Jahren gestorben. Der Verblichene war bis vor zwei Iahren Director im Ministerium des Königlichen Hauses. Kunersdorf. Pastor Kleiner Hierselbst trat in den Ruhestand, nachdem er hier 29 Jahre lang als Se?lsorger thätig gewesen war. Lübbenau. Sattlermeister Karl Langanke hier beging mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit. Der Jubelbräutigam stebt im 80., die Jubelbraut im 73. Lebensjahre. Pankow. Als der hier in der Berlinerstraße 38 wohnende Kaufmann Gustav Kaiser das Geleise der Straßenbahn überschritt, glitt er aus und fiel nieder, wobei er unter den Vorderperron eines Straßenbahnwagens gerieth und schwer verletzt wurde. R i x d o r f. Eheleute Wächier Kusig begingen auf demGute Westmannsdorf das Fest der goldenen Hochzeit. Wegen Unterschlagungen bei der hiesigen städtischen Hauptcasse wurde der frühereBureauassistent Max Stage zu sechs Monaten Gefängniß tattt theilt. Rummelsburg. Th. Bynus. Abtheilungs - Director der hiesigen Plüsch- und Wollenweberei von L. Lehmann, beging sein 25jähriges Di-rectoren-Jubilöum. Schöneberg. Von einem Straßenbahnwagen überfahren und getödtet wurde in der Goltzstraße hrerselbst die 19jährige Arbeiterin Luise Treptow. S t e g l i tz. Nach Beobachtung seines Geisteszustandes wurde der Schulund Kirchendiener Frike von hier, der d?:rch den Steglitzer Kirchenraub" viel von sich reden machte, dem Untersuchungsgefängniß wieder zugeführt. Er befand sich seit dem 25. November vorigen Jahres in einem KrankenHause. Vrovtz Hstpreugen. Königsberg. Dem Regierungsrath Wollenberg hier wurde die Stelle des Universitätsrichters bei d?i hiesigen Universität nebenamtlich übertragen. Nach längerem Leiden verschied hier der Oberlandesgerichtsrath Georg Rose. ' Angerburg. Sein 50jähriges Bestehen feierte das hiesige GetreideGeschäft von Karl Motter. Braunsberg. Vermißt wird seit einiger Zeit die TischlermeisterWittwe Pauline Schwarz, geb. Blasius, 60 Jlhre alt, die von hier nacb Altona fahren wollte, aber dort kttcht eingetroffen ist. Gumbinnen. In der Stadtverordnetensitzung wurden Justizrath Quassowski zum Vorsitzenden, Mau-rer-und Zimmermeister Wölbing zum Stellvertreter gewählt. Ferner wurden zum Beigeordneten Rentier Mantels und zu unbesvldetcn Stadträthen
Kaufmann Albert Weikusat, Vorschußvereins - Director Reimer und Arzt Dr. Wisselinck gewählt. N e u d i m s. Die Wirthschaftsgebäude des Besitzers Bolz brannten nieder. 0 st e r o d e. In der Stadtverordnetensitzung wurden Gerichtssecretär Meyle zum Vorsteher, Kaufmann Grund zum Stellvertreter, Färbereibesttzer Eugen r. Groß zum Schriftführer und Eisenbadnbetriebswerkmeiste? Trettner zum Stellvertreter gewählt. S a a ! f e l d. Seinen 70. Geburtstag feierte hier der Kantor Liedtke. Sausgörken. Zimmermann Schwoll stürzte infolge eines Fehltritts von einer Pappel herab, so daß er schwere Verletzungen davontrug. Z i n t e n. In der Stadtverordnetensitzung hatte die Wahl des Bureaus folgendes Ergebniß: Rechtsanwalt LU lienthal. Vorsteher; Mühlenbesitzer Pauli, Stellvertreter; Zahntechniker Kallweit, Schriftführer; Kaufmann Jakobsbcrg, Stellvertreter. ArsV'nz Weztpreußen. D a n z i g. Dem Gewerbeinspector Garn hier wurde der Charakter als Gcwerberath mit dem Range der Räthe vierter Klasse verliehen. Briefen. Die Stadtverordneten wählten zum Vorsteher DampfmühlenBesitzer Sand, zum Stellvertreter Kaufmann Martin Saß, zum Schriftführer Eisenhändler Littmann und zum stellvertretenden Schriftführer Jonas. E l b i n g. Bei dem 7. Sohne des Arbeiters Müller in Kickelhof übernahm der Kaiser Pathenstelle. F l a t o w. Schuhmachermeister E. Puppe stellte seine Zahlungen ein. 1 a st r o w. In Abbau Flederborn erschoß sich in einem Anfall von Gcistesstöruna der Besitzer Schumann. K a r t h a u s. Stall und Scheune des Besitzers Kosak in Gostonic brannten nieder. K o n i tz. In der Stadtverordneten - Versammlung wurden Medicinalrath Dr. Müller als Vorsteher. Rechtsanwalt Hasse als stellvertretender Vorsteher. Rendant Vollert als Schriftführer und Anstaltsinspcetor Kempe als stellvertretender Schriftführer gewählt. Märkisch-Friedland. Bürgermeister Otto Voigt von hier wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in Schneidemühl wegen Verdach tes des wissentlichen Meineids verhaftet und dem Justizgesängniß in schneidemühl zugeführt. Voigt soll in einem Beleidigungsprocesse gegen einen hiesigen Kaufmann als Zeuge eine Nebensache wissentlich falsch beantwortet haben. M a r i e n b u r g. Die Stadtverordneten wählten zum Vorsitzenden Brauereibesitzer Janke, zum zweiten Vorsitzenden Rechtsanwalt Benz, zu (.5;riftführern Oberpostsecretär Teichert und Uhrmacher Borkowski. N e u st a d t. Barbier Fischer beging sein 25jähriges Jubiläum als Stadtverordneter. Eine Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche der Stadt. Rosenberg. Die Ackermannschen Eheleute in Abbau Rosenberg sind ermordet und beraubt worden. Der That verdächtig sind zwei russische Arbeiter. Strasburg. Die Stadtverordneten wählten zum Vorsteher Rechtsan walt Wyczynski, zum Stellvertreter Rechtsanwalt Goerik, zum Schriftführer bezw. Stellvertreter Rentier Louis und Rentier Gerner. Z e m p e l b u r g. In der HauptVersammlung des Kriegervereins wurden Apothekenbesitzer Heckmann als Vorsitzender, Schneidermeister Dorau als Schriftführer und Schneidermeisier Erdmann als Kassirer gewählt. zfrcVrnz sommern. Stettin. Oberbürgermeister Haken blickte auf eine 25jährige Thätigkeit als Oberbürgermeister unserer Sladt zurück. Zu Commercienräthen wurden ernannt Albert Eduard Toepfftr und E. Brunnckow. Ihr 50jähriges Bestehen beging die hiesige WaarenFirma Schultz & Lübcke. Wegen Kindesmordes verurtheilte die Strafkammer das 20 Jahre alte Dienstmädchen Anna Reise von hier ' zu einem Jahre Gefängniß. B e l g a r d. Bahnhofs - Restaurateur O. Negndank ist hier im 68. Lebensjahre gestorben. In jüngeren Jayren gekörte der Verstorbene der Kunst an, und hatte er als tüchtiger Charakterkomiker und Theaterdirector beachtenswert! Erfolge aufzuweisen. 3eii 26 Jahren war Negendank Pächter des hiesigen Vahnhofsrestaurants. D e m m i n. Als Stadtverordnetenvorsteyer wurde Justizrlth Müller wiedergewählt. G r e i f s w a l d. Das hiesige ..Concerthaus" ist von seinem bisherigen Besitzer Flottrong an Herrn Grün, früher Oberkellner im Deutschen Hause", für 160.000 Mark verkauft worden. I a r m e n.. Hier wurde die Leiche des seit dem 1. November v. I. vermißten Schiffsjungen Carl Behn aus Westswine von dem Fischermeister Robert Peters in einem Torfgraben auffunden. K o l b e r g. Musiklehrcr Ehrlich und seine Frau begingen die goldene Hochzeit. Der Kaiser verlieh dem Jubelpaare die Ehejubiläumsmedaille.
E r n oiultges oaoei duell hat in Jena stattgefunden. Nach Schluß einer Gesellschaft in Greiz hatten der Rechtsanwalt Oberländer und der Referendar Iahn einenStreit. der zu Thätlichkeiten führte. Eine Forderung auf Säbel ohne Binden und Bandagen war die Folge. Der Zweitampf wurde in Jena ausgefochten und Referendar Iahn durch einen Hieb über tirn und Nase kampfunfähig gemacht, während sein Gegner unverlet Mift
t T i v Www. v ? 7 'X Ehrung eines 100jähriaen Veteranen w. . I I U.) fc wird aus Mainz geschrieben: In Delkenhim lebt ein Mann mit Namen Georg Becht. der im vorigen Herbst 100 Jahre alt geworden ist. Unter den Gratulanten befand sich damals auch der Oberst des 87. Regiments, in dem ver Jubilar in den 20er Jahren deö vorigen Jahrhunderts als Unterofficier gedient hatte. Der Oberst versprach dem Jubilar, gelegentlich das Regiment in Parade an ihm vorbeizuführen. Diese Gelegenheit ergab sich dieser Tage bei einer Felddienstübung, die das Regiment in die Nähe des Ortes brachte. Stramm paradirte das ganze Regiment vor dem am Fenster stehenden Alten vorüber. Alle Offreiere begrüßten den ehemaligen Regimentsangehörigen durch Händedruck, und der Oberst hielt eine Ansprache. In der vom Bahnhof in Lübeck in di-Stadt führenden Hölstenstraße fiel dieser Tage einem Schutzmann ein sonderbares Pärchen auf, ein Landmann und ein als Künstler sich geberdender Jüngling, der sich sehr aufgeräumt zeigte. Der Schutzmann rermuthete in dem Jüngling eine Dame in Männerkleidung, folgte den beiden ungleichen Gesellen und lud sie, als sie in der Nähe der Polizeihauptwache angelangt waren, zu einem Besuch derselben ein. Hier wurde der Jüngling ersucht, seine Kopfbedeckung und eine Perrücke, sowie einen blauen Kneifer abzunehmen. Zeigte sich der Landmann während der Einleitung zu dieser Entkleidung sehr ungehalten, daß man seinen Freund", der auf einer benachbarten Station auf der Reise nach Lübeck zu ihm in's Coupe gestiegen war, etwas energisch anfaßte, so war es jetzt an ihm, den Dummen zu spielen. Aus der Entkleidung erstand Niemand anders als feine eigene Frau, die ihrem Herrn Gemahl, ter die Freuden des Weihnachtstrubels in Lübeck allein genießen wollte, unerkannt gefolgt war. Die geistigen Gaden scheinen in dieser ländlichen Ehe die Leutchen stammten aus dem mecklenburgischcn Orte Greocsmühlen oerschieden vertheilt. Sei t einigen Jahren hat in Deutschland sich vielfach der Brauch eingebürgert, daß nach größeren Diners, bei denen alle möglichen Weine getrunken worden sind, zum Schlüsse, nach Kc ffee und Likören, noch Bier gereicht wird. Daß das Bier aber auch bei einer glänzenden Hoffestlichkeit während des Essens auf die Tafel kommt, wie dies bei dem letzten bayerischen Hofball nach Meldung der Münchener Zeitung geschehen ist. dürfte interessiren. Punsch ist auch in Berlin nach Hofbällen schon servirt worden, aber Bier während der Tafel wohl nocy nicht. Bei dem erwähnten Münchener Hofballe wurde nach drei verschiedenen Tischkarten gespeist; die Fürstentafel mit den Diplomaten, die Tafel der Generale und hohen Beamten und die Tafel der Subalternofficiere hatten je eine besondere Speisenfolge. Dazu wurde Roth- und Weißwein und Champagner gereicht, das Köstlichste aus der Königlichen Kellerei. Das floß lebengebend aus den facettirten Karaffen, deren Blitzen mit dem Glanz der Geschirre und dem Prunk des Saales stritt. Man hatte aber auch das gut bürgerliche Bier nicht verstoßen. Es stand schlicht und ehrenhaft zwischen den edelsten Weinen vom Gestade der Theiß und des Rheines und vom Ufer der Garonne. Ein SoldatinMünchen fand unlängst auf der Straße einen mit Spagat umwundenen und versiegelten Sack, den er aufhob, um ihn auf der Stationswache abzugeben. Da kam athemlos ein Postbediensteter daher, der mit dem Ausrufe: Gott sei Dank, da ist ja der Postbeutel!" dem Soldaten den Sack abnehmen wollte. Allein der Soldat gab ihn nicht aus der Hand und erklärte, er müsse den vorgeschriebenen Dienstweg einhalten. Auf der Stationswachc, wo der Soldat die Meldung erstattete, wurde der Postbeutel commissionell eröffnet und es fand sich darin die stattliche Summe von 200.000 Kronen. Der Postbeutel war unterwegs aus dem Postwagen herausgefallen. Der Infanterist reklamirte den gesetzlichen zehnprocentigen Finderlohn, der ihm aber vom Postärar mit der Begründung verweiaert wurde, daß es sich hier nicht um einen Fund handle, da der Postbedienstete noch auf dem Wege den Postbeutel bei dem Soldaten entdeckte. In dem Processe, den der Soldat gegen das Postärar anstrengte, vertrat der klägerische Anwalt den Rechtsstandpunkt, daß nicht der Postbedienstete, sondern der Soldat als der Finder anzusehen sei. Alle drei Instanzen entschieden zu Gunsten des Soldaten, und durch das Urtheil des Obersten Gerichtshofes wurde das Postärar nicht nur zur Zahlung des Finderlohncs von 20.000 Kronen, sondern auch zur Tragung der bedeutenden Proceßkosten verurtheilt.
U m die Frauenarbeit zu heben, ihr Anerkennung zu verschaffen und den Erwerb zu fördern, wird in den Tagen vom 14. bis 21. Juni die - erste Ausstellung pfälzischer
Frauenarbeit in den Räumen des ! Saalbaues in Neustadt a. H. veranj staltet werden. Durch diese Ausstellung soll dem gewerblichen und künstlerischen Streben der Frau Gelegenheit geboten werden, sich zu entfalten. Mädchenschulen und Institute, Arbeits-, Koch- und Handelsschulen, Gärtnereien und landwirthschaftliche Betriebe der Industrie, deren Erzeugnisse -von Frauenhand geschaffen werden, und auch jene, die das Material zur Frauenarbeit liefert Alle sollen sich an diesem Wettbewerb der Frauenarbeit betheiligen können. Die besten Arbeiten werden prämiirt werden. Eine Verzoosung von in der Ausstellung angekauften Arbeiten schließt sich der Ausstellung an. Ein eventueller Reinertrag wird Wohlfahrtszwecken zugewandt. Der Londoner G r a f -schaftsrath bewilligte vor Kurzem 10,000 Pfd. St. zum Ankauf des alten Wald von Hainault". der nordöstlich von London in Essex liegt. Vier Vereine, die sich der Erhaltung von Naturschönheiten widmen, baben zusammen die gleiche Summe für den Ankauf des Waldes bewilligt. Dieser alte Wald, der neben Epping Forest noch der einzige Rest des ehemaligen Waldes von Essex ist. wird nun, ebenso wie der 1882 von der City von London angekaufte Epping Forest, für alle Zeiten als ein großer Naturpark erhalten bleiben, während er sonst den Grund- und Vauspekulanten verfall?:. wäre. Der Wald von 5)ainault ist von Dickens in Barnaby Rudae" geschildert worden, une in einem Briefe an Foster rühmt Dickens die ländlichen Reize des am Rande des Waldes liegenden Chiqwell. Die wachsende Niesenmetropole London würde dieWaldfläche in kurzer Zeit verschlungen haben, wenn jetzt nicht die letzte Gele-?en-heit ergriffen worden wäre, den Wald zu retten. Vierzehn Tage die A nnabme von Speise und Trank verweigert hat ein internationaler Verbreeher, dessen Persönlichkeit die Behörde in Luzern bisher nicht hat feststellen können. Er ist vom dortigen Kriminalgericht als angeblicher Gustav Knuttruff, alias Aloys Sirch, alias Max Schuhr, alias Dr. med. Hoffmann aus Wien wegen Diebstahls, sowie wegen Betrugs zu fünf Jahren Zuchthaus und 15 Jahren LandesverWeisung verurtheilt worden. Alle obigen Namensangaben erwiesen sich als falsch. Der Mann ist gelernterSchreiner, spricht geläufig deutsch und ungarisch, etwas italienisch und französisch, ist im Februar 1902 aus Italien in Luzern zugereist, war damals im Gesicht vollständig rasirt und hatte das Aussehen eines entsprungenen Sträflings. Bezeichnend ist sein Penehmen während der Untersuchungshaft, da er volle 14 Tage die Annahme vonSpeise und Trank verweigerte. Die schweizerischen Gerichte haben die Hilfe der deutschen zur Feststellung der Jdernität dieses Verbrechers in Anspruch genommen. Ueber Schnapsverbot in Deutschland und Frankreich wird geschrieben: Den Soldaten des 16. Armeccorps ist seit geraumer Zeit durch Corpsbefehl verboten, Schnaps zu trinken, und den im Bereich des 16. Armeecorps befindlichen Wirthschaften wurde seinerzeit hiervon Mittheilung gemacht. Mehrere Wirthe in Longville bei Metz kehrten sich an das Verbot nicht und verkauften an Soldaten Schnaps. Der Metzer Zeitung" zu folge hat nun der commandirende General des 16. Armeecorps, Graf Haefeler, den Soldaten den Besuch der betreffenden Wirthschaften verboten. Aus Saignon wird gemeldet: Um die unter den Truppen überHand nehmende Trunksucht zu bekämpfen, hat General Coronat befohlen, daß in Zukunft jene Soldaten, welche dreimal wegen Trunkenheit bestraft werden sollten, eine besondere Uniform tragen, durch welche sie als Trunkenbolde gckennzeichnet werden. Die Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich, schreibt hierzu die Gegenwart", ist hocherfreulich. Die früheren Meinungsverschiedenheiten machen immer mehr einer freundfchaftlichen Uebereinstimmung der Ansichten Platz. Verdächtig. Nichte (von der 5)ochzcitsreise aus Italien zurückgekehrt): Nein. Onkelchen,. ist das ein interessantes Land, all' die herrlichen Museen, Paläste, Kirchen haben wir besucht und ihre Kunstwerke studirt." Onkel: Und ich Thor dachte, ihr hättet aus Liebe geheirathet!" Infolge unvorsichtig gen Hantirens mit einer Schußwaffe hat der Arbeiter Rattensperger in Prenzlau sein eigenes Kind erschossen. R. erhielt dieser Tage den Besuch eines Bekannten aus einem Nachbardorf, der einen alten Revolver mitgebracht hatte. Beide gingen ins Freie, um zu schießen. Als ein Schuß nicht losging, untersuchte R. den Revolver näher. Beim Niederlassen des Hahnes krachte der Schuß und die Kugel traf seine 5jä5rige Tochter Anna, die soeben auf den Vater zugelaufen war. Mit den Worten: Vater, Vater!" brach das Kind leblos zusammen. Der unglücklich? Mann stellte sich sofort der Polizei, von seiner Verhaftung wurde indeß Abstand genommen.
Giftig. Herr: Hier, liebe
Mama, bringe ich Dir meinen Freund, den Doktor Wehmeier mit. den ka:n ich Dir als Hausarzt bestens empfehfen." Schwiegermutter (giftig): Richtig, und morgen bringst Du Deinen Freund, den Notar mitdamit ich gleich mn Testament machen kann, nicht wahr?" Ein letzter Versuch. Herr Hoffnungsvoll: Das Datum, welches Sie für unsere Hochzeit festgesetzt haben, fällt auf einen Freitag. Ter Freitag soll aber ein unglücklicher Tag sein." Frau Abgebrüht: Das hat man mir auch gesagt, aber er kann nicht unglücklicher sein, als die ande ren Tage. Ich habe die übrigen bereits alle versucht." Die Zahl der Fernsprechstellen im Berliner Bezirk ist jetzt auf mehr als 64.000 angewachsen. Gegen den Bestand des vorigen Jahres bedeutet dies eine Zunahme von etwa 6000 Sprechstellen. Von sämmtlichen Sprechstellen des Bezirks entfallen fast 56,000 auf die Reichshauptstadt selbst. Es sind davon rund 40,000 Hauptanschlüsse und 16,000 Nebenanschlüsse. Beide Gattungen haben sich je'um etwa 2000 vermehrt, so daß die Vermehrung der Nebenanschlüsse Verhältnißmäßig größer ist. Bon Harten Schicksalsschlägen ist die Familie des Kaufmanns August Kerspe in Elberfeld heimgesucht. Im September v. I. machte der 17 Jahre alte Sohn, OberPrimaner der Barmer Oberrealschule, seinem Leben in einem Anfalle von Schlrermuth durch Erhängen ein awaltsames Ende. Wie immer war er eines Morgens früh zur Schule gegangen, kam aber nicht wieder zurück. Wochen nachher wurde er bei Vohwinkel in einem Walde von einem Förster als Leiche gefunden. Wieder einige Wochen später traf ein neuer harter Schlag die bedauernswerthe Familie: die 16jährige Tochter suchte ebenfalls durch Erhängen den Tod in einem Walde bei Kroncnberg. Aber noch ist des Jammers kein Ende; seit dem 5. Januar ist auch der Vater dieser beiden auf so schreckliche Art aus dem Leben geschiedenen Kinder oerschmunden. Er fuhr am 5. Januar mit der Schwebebahn nach Vohwinkel, von dort nach Düsseldorf und gegen 9 Uhr von Düsseldorf wieder zurück. In Vohwinkel stieg er aus und verabschiedete sich von einem mitgefahrenen Bekannten, um mit der Schwebebahn die Reise nach Elberfeld fortzusetzen. Er ist aber nicht angekommen. Alle Nachforschungen nach seinem Verbleib sind vergeblich gewesen. Beim Tvrsbader. Fremder: Einen Zahn sollen Sie mir ziehen!" Lehrling: Ja, das treffen S' aber schlecht; der Meister schläft, er hat nämlich beute dem Steffelbauern schon einen zogen!" Auch richtig. Lehrer: Sag' mir einmal, Fritze, wo sitzt denn die Nase, in's Gesicht oder im Gesicht? Fritze: In's Gesicht. Lehrer: Nein, das ist silsch. Wenn Du in den Wald gehst, ud ein Zweig schlägt Dich, wohin schlägt er Dich, in's Gesicht oder im Gesicht? Im Gesicht war falsch, denkt Fritze, und antwortet demgemäß: Im Gesicht. Lehrer: Nein, das ist wieder falsch. Wo sitzt nun die Nase? Fritze schweigt verwirrt. Lehrer: Nun, Kinder, wer von euch weiß, wo die Nase sitzt? Tiefes Schweigen. Endlich erhebt sich der kecke Wilhelm und ruft: Ich weeß. Herr Lehrer, wo die Nase sitzt! Lehrer: Nun, wo denn, mein Sobn? Wilhelm: Ebbersch Maul! Zeitbild. He, guter Freund, was schleppt Ihr denn i den Berg hinauf?" Im tloanen Faßl a Bier; im großen a Tinten fürs Ansichtskärtelschrei-ben!"
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