Indiana Tribüne, Volume 26, Number 155, Indianapolis, Marion County, 21 February 1903 — Page 7
Jndtanc. Tribune, 21 Februar 1908
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M i ? r -i I-H-; G mw Anheim. I ?milirnrsmn von Hrctor M rtloi. . .V'.--'-J (Fortsetzung.) So sei es gesagt, Herr ich zielte darauf hin, daß Ihr Sohn, wie Sie ihn lieben und bei sich zu haben wünschen, gerade so auch seine Tochter lieden und sie bei sich zu haben wünschen wird." Sie Wahl zwischen seinem Vater und seiner Tochter wird ihm nicht schwer werden; sobald die Heircrth für nichtig erklärt ist. wird das Kind nicht mehr zu ihm gehören. Die indischen Mädchen wackren schnell heran; er würde sie bald verhcirathen, was um so leichter ginge, als sie auf eine ansehnliche Mitgift von mir zu rechnen hätte; da wird er doch nicht so unvernünftig sein, sich nicht von einer Tochter trennen zu wollen, die selbst nicht ansiände, sich von ihm zu trennen, um einem Gatten zu folgen? Uebrigens dreht sich unser Leben nicht allein um Gefühle, es gibt noch andere, schwerwiegende Tinge, die unsere Entschlüsse beeinflussen: als Edmund nach Indien abreiste, war mein Besitz noch nicht der, der er jetzt ist; wenn er nun die Anstalten siebt, und ich werde sie ihm zeigen, die ihn an die Spitze der Industrie seines Vaterlandes stellen, wenn er sieht, was für eine Zukunft in der Fülle des Reichthums und der Ehren sie ihm versprechen da wird er sich wohl nicht von einer kleinen Mulattin zurückhalten lassen." Aber diese kleine Mulattin ist vielleicht nicht so greulich, als Sie sich vorstellen." Eine 5)indu!" ..In den Bücbern. aus denen ich Ihnen vorlas, wird erzählt, dah die Hindus im Durchschnitt schöner sind als die Europäer." Uebertreibungen der Reisenden!" ..Daß sie einen geschmeidigen Körperbau haben, ihre Gesichter ein reines Oval, dunkle Augen mit stolzem Blick, einen bescheidenen Mund und sanften Ausdruck; daß sie gewandt und anmuthig in ihren Bewegungen sind; ferner mäßig, geduldig und regsam bei der Arbeit; daß sie fleißig beim Studium " Tu hast ja ein recht gutes Gedachtnib." Soll man sich nicht merken, was man oelescn hat? Es geht also aus dem. was in diesen Büchern siebt, hervor, daß eine Hindu kein so schauder festes Geschöpf sein mutz, wie Sie zu glauben geneigt sind." Was hat das für mich zu bedeuten, da ich sie doch niemals kennen lernen werde?Aber wenn Sie sie kennten, vermöchten Sie sich vielleicht für sie zu interessiren, sie lieb zu gewinnen a Niemals! Wenn ich nur an sie und ihr Wiuhr rVnfp fr hilfst mirf W4Vj V 4VV4V4 i t vfc v v Zorn." Wenn Sie sie kennen lernten würde sich dieser Zorn vielleicht besänstigen." Er preßte die Hand zu einer Faust zusammen, mit einer Wuthqeberde, die Perrine erschreckte; doch faßte sie sich wieoer uno fuyr fort: Ich meine. wenn sie ganz und gar nicht so wäre wie Sie es voraussetzen denn, nicht wahr, sie kann ja auch das Gegentheil von dem sein, was sich Ihre Erbitterung vorstellt: der Bater Fildes sagt. ihre Mutter habe die liebenswürdigsten Eigenschaften besessen, Verstand. Güte, Sanft" Der Vater Fildes ist ein wohlmeinender Priester, der das Leben und die Menschen mit zu viel Nachsicht veurtheilt; übrigens hat er sie gar nicht gekannt. diese Frau, von der er spricht." Er sagt, daß er nach den Zeugnissen aller derer urtheile, die sie gekannt hätten; ist diesem allgemeinen Zeugniß nicht mehr Werth beizulegen, als der Ansicht eines Einzelnen? Und wenn Sie dieses Mädchen in Ihr Haus aufnäKmen, sollte sie Ihre Enkelin nicht weit mehr im Stande sein, Sie mit einiger Sorgfalt zu pflegen, als ich es bin?" Sprich nicht gegen Dich selbst!" Ich spreche nicht für noch gegen mich, sondern für daö, was gereckt ist" .Gerecht!" Ja. so fühl' ich's; oder für das, wenn Sie wollen, was ich in meiner Unwissenheit für gerecht halte. ' Gerade deshalb, weil ihre Herkunft angefochten wird, müßte sich dieses Mädchen, wenn sie sich freundlich, aufgenommen sähe, von tiefster Dankbarkeit durchdrungen fühlen. Schon darum allein würde sie ganz abgesehen von allen anderen Beweggründen Sie von ganzem Herzen lieben." Sie faltete die Hände zusammen und sah ihn an, als ob auch er sie seben könnte, und mit einer Aufwallung, die ihr Stimme einen bebenden Klang vemeh, rief sie: O Herr, wollen Sie denn nicht von Ihrer Enkelin geliebt werden?" Da erhob er sich voll Ungeduld: Ich habe Dir wiederholt gesagt, daß sie niemals meine Enkelin werden kann, ich hasse sie, wie ich ihre Mutter hasse; sie, die mir meinen Sohn geraubt haden, die ihn von mir fernhalten! Wäre er denn nicht längst heimgekehrt, wenn sie ihn nickt bebert hätten? Sind sie
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nickt diese langen Jahre her sein alles gewesen, und ich, sein Vater, war ihm nichts?" (fr sprach mit Heftigkeit und ging dabei in hastigen Schritten durch's Zimer, gnz außer sich, und in einem AnfM von Zorn, wie sie es noch nie gesehn hatte. Plötzlich blieb er vor ihr stehen: ..Geh auf Dein Zimmer!" sagte er. Und niemals wieder, hörst Du? niemals darfst Du Dir erlauben, von dieser Verworfenen mit mir zu sprechen; und überhaupt wie kommst Du dazu, Tich in diese Sache zu mischen? Wer bat Diü beauftragt, mir eine solche Nede zu halten?" Nack einem Augenblick der Bestürzung faßte sie sich: , Niemand. Herr, ich schwöre es Ihnen? Ich habe auch ich ein Kind ohne Eltern nur gesprochen, wie das Herz mir's gebot, und habe mich an die Stelle Ihrer Enkelin gedacht." Er beruhigte sich etwas, aber immer noch in grollendem Tone fügte er hinzu: Wenn Du nicht willst, daß es Verdruß gibt, so erwähne hinfort nie mehr diesen Gegenstand, der mir. wie Du siebst, so schmerzlich ist; Tu sollst mich nicht so aufbringen!" ..Verzeihen Sie mir," sagte sie mit einer von Thränen erstickten Stimme gewiß, ich hätte schweigen sollen." Du hättest es um so mebr sollen, als alles, was Du gesagt hast, zweck-
los war." 36. Kapitel. Herr Vulfran von seinem JZJß Korrespondenten während der letzten drei Jahre keine Nachricht über seinen Sohn erhal:en hatte, ließ er in die gelesensten Vlätter von Kalkutta, von Dakka. Dehra, Bombay und London einmal wöchentlich eine Anzeige einrücken, worin für eine wenn auch noch so gerir.gfügige, aber sichere Auskunft über Edmund Paindavoine eine Belohnung von vierzig Pfund zugesagt wurde; und als nun einer der Biiefe. die er aus London erhalten hatte, von einer Reise Edmunds nach Egypten und vielleicht in die Türkei sprach, hatte er seine Anzeige auch noch in Kairo, Alexanoricn und Konstantinopel in die Zeitung gegeben. Es sollte eben nichts außer Acht gelassen werden, selbst das Unwahrscheinlichste, fast Unmögliche nicht; und konnte sich denn nicht bei diesem unsteten Umherziehen das Unwahrscheinlichste gerade als das Mögliche herausstellen? Da er seine Adresse nicht angeben wollte, um sich nicht Betteleien aller Art und mehr oder weniger unredlichen Zumuthungen auszusetzen, hatte sich Herr Vulfran de, .Dresse seines Bankiers in AmienF bedient; dieser war es also, der die Briefe bekam, die das Versvrechen der tausend Francs herbeigelockt hatte, und die er dann nach Maraucourt schickte. Aber so zahlreich diese Briefe einliefen, so wer doch nicht ein einziger ernsthaft zu nehmen.-, die meisten stammten von GeschäftsQgenten. die sich erboten. Erkundigungen, deren Erfolg sie verbürgten, einzuziehen, wenn man ihnen für ihre ersten Bemühungen eine unerläßliche Vergütung im Vor-. aus einsenden wolle; einige waren bloße Hirngespinste, die sich in teeren Phantasicen ergingen, alles versprachen und nichts leisteten; noch andere berichteten Thatsachen, die sich bor fünf, zehn, ja zwölf Jahren ereignet haben sollten; .kein einziger bezog sich auf die drei letzten Jahre, auf die es doch nach der Anzeige allein ankam, lie auch die verlangten genauen Nackweise nicht gegeben wuldei'.. Es war Perrines Aufgabe, diese Briefe vorzulesen oder zu übersetzen, und so nichtig sie im Allgemeinen waren, so konnten sie doch Herrn Vulfran nickt entmuthigen und erschütterten auch seinen Glauben nickt. Nur wenn man Anzeigen fortwährend wiederholt, thun sie ihre WirZung." pflegte er zu sagen. Und ohne Unterlaß wiederholte er die seinigen. Eines Tages brachte aber doch ein Brief aus Sarajewo in Bosnien ein Anerbieten, von dem es schien, daß es in Betracht gezogen zu werden verdiene. T :r Brief war in schlechtem Englisch abg:,aßt und stellte bestimm:: Nachrichten ü?er Herrn Edmund Paindavoiue Kl zum Novcmöer des verflossenen Jahres in Aussicht, wen:', man die in der Times"-Anzeige versprochenen vierzig Pfund bei eiem Bankier in Sarajewo niederlegen wolle. Falls man auf diese Bedingung eingehe, möge man nach Sarajewo pos:lagernd unter Nummer 917 antwcrten. ..Siehst Du nun. daß ich recht hatte?" rief Herr Vulfran aus. Z:: Monat November liegt nicht' weit tzn heute zurück." Mit der Freude, die er an den Taz legte, gestand er die Besorgniß ein. ri: er doch im Stillen gehegt haben mochte, jetzt war er ja im Stande, seine Bchauptung. daß Edmund noch lebe, auf Beweise zu stützen und nicht inhr blos auf den Glauben seines Vakerherzcn. Auch sprach er zum ersten Mal, seit seine Nachforschungen im Gange waren. zu seinen Neffen und zu Talouel von seinem Sohne. Ich habe die große Freude, Euch mittheilen zu können, daß Nachrichten über Edmund eingetroffen sind; er war letzten November in Bosnien." Man denke sich die Bewegung, als sich das Gerücht hiervon überall verbreitete, und wie immer bei solchen Gelegenheiten fehlte es auch nicht an Uebertreibungen: Herr Edmund." bieß es. kommt ehestens zurück!"
..Ist's möglich?" Wenn Ihr Euch davon überzeugen wollt, so seht nur einmal, was für Gesichter die Neffen und Talouel dazu machen." Und sie waren wirklich merkwürdig, diese Gesichter: bei Theodor sowohl wie bei Kasimir konnte man zerstreutes Wesen und erzwungene Theilnahme wahrnehmen, wogegen Talouel äußerst heiter aussah; dieser Edle hatte nämlich seit einiger Zeit die Gewohnheit angenommen, in seinen Mienen wie in seinen Reden das gerade Gegentheil von dem auszudrücken, was in ihm vorfling. Doch gab es auch Leute, die an diese Rückkehr nicht glauben wollten: Der Alte ist zu hart gewesen; der Sohn hatte es nicht verdient, wegen ein paar Schulden nach Indien geschickt zu werden; da man ihn aus seiner Famili' ausgestoßcn hat, hat er sich da unten eine andere gegründet." Ja, und was heißt das: sich in Bosnien, in der Türkei oder sonstwo da herum aufhalten? Damit ist man noch lange nicht auf dem Wege nach Ma raucourt: seit wann gebt denn der Weg aus Indien nach Frankreich über Bosnien?" Dieser Einwurf stammte von Bendit her, der mit feiner englischen Aaltblü-
tigteit die Dinge immer nur vom praktischen Standpunkte aus betrachtete, ohne sentimentale Nebenrücksichten. Wie Ihr Anderen," sagte er, so wünsche auch ich die Rückkehr des Sohnes: sie gäbe dem Hause den festet Halt, der ihm fehlt; aber unk eine Sache zu glauben, ist es nicht genug, daß ich sie wünsche das wäre französischer Brauch, nicht englischer, und ich. Ihr wißt cs ja: I am an Englishman. " Aber gerade weil diese Ansichten von einem Engländer ausgingen, zogen die Leute, die sie hörten, die Schultern in die Höhe: wenn der Prinzipal von der Rückkehr seines Sohnes svrach. so durfte man ihm Glauben schenken; er war nicht der Mann, Flausen zu machen. der Prinzipal. In Geschäftssachen, ja: aber in Gefühlssachen? Nein, da spricht nicht der Fabrikherr, sondern der Vater." Jeden Augenblick unterhielt sich Herr Vulfran rnis Perrine über seine Hoffnungen: Es ist nur noch eine Frage der Zeit; Bosnien ist nicht Indien, es ist kein Meer, worin man verschwindet; wenn wir einmal sichere Nachricht über den Monat November haben, so ist uns eine Spuj bezeichnet, der wir leicht fol gen können." Und Nun ließ er Perrine aus der Bibliothek Bücher holen, die von Bosnien handelten, und ließ ste daraus vorlesen, ohne es aber befriedigend erklärt zu finden, welche Absicht feinen Sohn in jenes wilde Siano, mit rauhem Klima, wo es weder Handel noch Industrie gab, geführt haben möchte. ..Vielleicht war er nur auf der Durchreise dort." sagte Perrine. Höchst wahrscheinlich, und das .ist ein Beweis mehr für seine baldige RuckZehr; und überdies, wenn er nur durchreiste, ist auch anzunehmen, daß er wcder seine Frau noch seine. Tochter bei sich hatte, denn Bosnien ist kein Land für Vergnügungsreisende; da hatte wohl schon früher eine Trennung zwischen ihnen stattgefunden." Als sie darauf nichts erwiderte, trotz seinem Verlangen darnach, wurde er ärgerlich. 'Du sagst nichts?" ..Weil ich's nickt wage, anderer Ansicht zu sein als Sie." Du weißt wohl, daß ich will, daß Du mir alles sagst, was Du denkst." Ja. Sie wollen es in den meisten Fällen, aber in anderen wollen Sie es nicht. Haben Sie mir nicht verboten, jemals wieder von von jenem jungen Mädchen zu sprechen? Ich will mcht Gefahr laufen. Sie zu ärgern." Tu ärgerst mich nicht, wenn Du mir die Gründe sagst, die sie bestimmen konnten, mit ihm nach Bosnien zu reisen." Erstens weil Bosnien kein für Frauen unwegsames Land ist. vollends nicht, wenn diese Frauen schon die Gebirge Indiens überstiegen haben, die in keinem Vergleiche mühseliger und gefahrvoller sind als die des Balkan. Und zweitens, wenn Herr Edmund in Bosnien nur durchgereist ist. so sehe ich nicht ein. warum ihn seine Frau und Tochter nicht sollten begleitet haben, da doch die Briefe, die Sie aus verschiedenen Ländern Indiens erhalten haben, es bestätigen, daß ste überall bei ihm waren. Endlich möchte auch noch eine andere Möglichkeit vorliegen, die ich aber nicht auszusorechen wage, weil sie mit Ihren Hoffnungen nicht übereinstimmt." Sag' es demungeachtet Ich will es sagen; aber zuvor muß ich Sie herzlich bitten, in meinen Worten nichts als die Sorge für Ihre Gesundheit zu erkennen, die für den Fall, daß Ihre Erwartungen fehlschlügen, einen Stoß erhielte; das ist doch möglich, nicht wahr?" Erkläre Dich deutlicher." Aus der Nachricht, daß Herr Edmund im November in Sarajewo war. schließen Sie, er müye jetzt hcimkommen und zwar bald." Mit Zuversicht." Und dock kann man ihn vielleicht nicht wiederfinden." Das gebe ich nickt zu." Irgend ein Grund wäre denkbar, der ihn am Zurückkommen verhinderte. Könnte er nicht möglicher Weise verschwunden sein?" Verschwunden?" Wenn er nach Indien zurückgekehrt wäre oder anderswobin. -' "
,,)tec übereinander gelausten Wenn führen in's Sinnlose." " Freilich. Herr; hält man aber nur die für giltig. die man wünscht, und stößt die anderen von sich, dann geräth
man" TOn Zum wenigsten in Ungeduld. Bedenken Sie, in welcher Aufregung Sie sich befinden, seit Sie diese Nachricht aus Sarajewo empfangen haben, und doch ist die Zeit noch nicht um, wo Sie einer Antwort gewärtig sein können. Sie husteten fast gar nicht mehr, und jetzt haben Sie täglich mehrere Hustenanfülle, auch Beklemmungen und Herzklopfen; Ihr Gesicht wird alle Augenblicke roth, und die Adern Ihrer Stirne schwellen an. Was soll da weri'wwijui r den. wenn diese Antwort noch länger auf sich warten läßt, und vollends wenn sie nicht so ausfällt, wie Sie es Hofsen. wie Sie es wollen? Sie hnhm stich o lehr oaran gewohnt, zu sagen: So verhält sich die Sacke und nicht anders. daß ich nicht umhin kann, mir Sorge zu machen. Es ist so furchtbar, vom "Schlimmsten getroffen zu werden. wenn man an das Beste glaubt, und wenn ich so spreche, thue ich's. weil es mir selbst widerfahren ist: nachdem wir das Aeußerste für meinen Vater gefürchtet hatten, waren wir wieder von semer raschen Genesung überzeugt und gerade an diesem Tage haben wir ihn verloren, wir waren sinnlos vor sckmerz. Mama und ich; und gewiß war es die Gewalt dieses unerwarteten Schlages, die meine arme Mama hin gerafft hat; sie konnte sich nicht mehr davon erholen; sechs Monate später ist sie dann auch gestorben. Und wenn ich daran denke, so gestehe ich " Sie konnte vor Schluchzen nicht weitersprechen, und als sie ihr Stammeln verständlicher machen wollte, versagte ihr die Rede ganz. Erwecke nickt diese traurigen Erinnerungen, arme Kleine." sagte Herr Vulfran und weil Du so grausam geprüft worden bist, mutzt Du nicht denken, daß es nichts als Unglück auf der Welt gibt; das wäre zu traurig für Dich, ja sogar ungerecht." Da sah man's: sie mochte sagen, was sie wollte, nichts konnte dieses Zutrauen erschüttern, das nur für möglich hielt, was mit seinen Wünschen übereinstimmte. So konnte sie denn nichts thun, als warten und sich in banger Sorge verzehren, was geschehen werde, wenn der Brief des Bankiers in Amiens die Antwort aus Sarajewo brächte. Es war aber kein Brief, der ankam, es war der Bankier selbst. Eines Morgens, als Talouel wie gewöhnlich auf feiner Veranda, die frnnbe in den Taschen, auf und ab aina uno mit seinem lauernven Blicke, dem nichts entging, die Höfe der Fabrik überwachte, sah er den ihm wohlbekannten Bankier am Shedenthor aus seinem Wagen steigen und sich mit ernstem Schritt und in gedrückter Haltung den Bureaus zuwenden. , Er eilte Äals über Kovf die Verandatreppe hinab und lief ihm entgecen, da zeigte sich's beim Nähertommen, daß die Miene des Mannes mit seinem Gange und seiner Haltung übereinstimmte. Unfähig sich zurückzuhalten, rief der Direktor: Ich vermuthe, daß Sie schlechte Nachrichten bringen, lieber Herr." Schlechte." Die Erwiderung beschränkte sich auf das eine Wort. Talouel wollte mehr wissen: Aber" Schlechte," wiederholte der Bankier, ging dann schnell auf etwas anderes über und fragte: Ist Herr Vulfran in seinem Bureau? Ohne Zweifel." Ich muß ihn unverzüglich sprechen." Jedoch" Sie verstehen wohl?" Hätte der Bankier, der in seiner Niedergeschlagenheit den Blick auf den Bo den heftete, Augen zum Sehen gehabt. so hätte er gewahr werden müen. daß ihm, falls Talouel eines Tages der Herr der Fabriken m Maraucourt werden sollte, diese Zurückballung theuer zu stehen käme. So ehrerbietig sich Talouel benommen hatte, als er herauszubekommen hoffte, was er wissen wollte, ebe.-.fo barsch zeigte er sick jetzt, als er feine Zuvorkommenheit zurückgestoßen sah: Sie finden Herrn Vulfran in seinem Kabinette," sagte er und entfernte stch, die Hände in den Taichen. Da der Banker beute nicht zum ersten Mal nach Maraucourt kam, war es ihm leicht, Herrn Vulfrans Kabinett zu finden, und er wartete dort einen Augenblick an der Thür, um sich vorzubereiten. Er hatte noch nicht angeklopft, al schon eine Stimme, es war die Herrn Vulfrans, Herein" rief. Nun konnte er nicht länger zögern, er trat ein und grüßte: Guten Morgen, Herr Vulfran?" Wie, Sie sind es? In Marau court?" Ja, ich hatte heute früh Geschäfte in Picquigny; da bin ick vollends herübergefahren, um Ihnen Nachrichten aus Sarajewo zu bringen." Perrine an ihrem Tische wußte gleich, wer da eingetreten war, als sie diese Stadt nennen hörte; sie saß wie versteinert da. Nun?" fragte Her? Vulfran im Tone der Ungeduld. Die Nachrichten sind nicht, wie Sie und wir alle hoffen durften." Unser Mann hätte uns wohl gern um die vierzig Pfund geprellt?" Es scheint ein redlicher Mann zu sein."
Der Grippe specifisches Heilmittel.
Die Grippe tritt ieder epidemisö, aus. Alle Aerzte wissen, daß sseh dieselbe in Folge von Vr eältungen entvtitttlt. Sie greift stet die schma chen Punkte des menschlichen Tyftems an, darin Mr gt eben das gefährliche dieser Krankheit.
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Hmburger Lrußthee
ist mit solch großem ffrfolg gegen dieses sthmer,hafte Leide angewandt orsen, daß viele Aerzte dessen Werth schäven und denselben häufig ver schreiben. 9r mär int fta Blut, beruhigt die 62er n, lindert de Reiz, stärkt daS ganze System und beseitigt dadurch die rankhett. Skoti, ! Skur in OriHinal'Vaeketen verkauft, und der echte bc. die Unterschrift von Dr. August König auf jedem Umschlag. Er trd niemals lose verkauft.
Er weiß aber nichts?" Seine Nachweisungen sind nur zu glaubwü rdig leider." Leider?" Tas war das erste Wort des Zweifels, das Herr Vulfran aussprach. Darauf folgte eine bange Stille, und auf Herrn Vulfrans Gesicht, das sich verdüstert hatte, war leicht zu lesen. welche Gefühle ihn bestürmten: Ueberraschung, Angst. So hat man also keine Nachrichten von Edmund mehr gehabt seit dem Monat November?" fragte er. Nein, man hat keine weiteren. Aber was für Nachrichten hat man denn zu jener Zeit gehabt? Was für Merkmale von Gewißheit, von GlaubWürdigkeit tragen sie an sich?" Wir haben amtliche Schriftstücke, vom französischen Konsul in Sarajewo beglaubigt." Aber sprechen Sie doch, wie lauten diese Nachrichten?" Im November ist Herr Edmund in Saraftwv angekommen als Photograph." Was heißt das? Sie wollen sagen. mit einem vbotographischen Apparat?" (Fortsetzung folgt.) Der eifersüchtige Barb i e r. Ein Pariser Börsianer ließ sich seit Jahren bei einem Boulevard-Coif-fcur rasiren und hatte nie Grund zur Klage gehabt. Da zeigte sich vor Kurzem ein Gehilfe so ungeschickt, ihm beim Rasiren in die Wange zu schneiden. Wüthend stellte der Financier den Besitzer des Geschäfts zur Rede und dieser versprach ihm. ihn beim nächsten Male einem andern seiner Leute anzuvertrauen. Aber auch der neue Gehilfe versetzte beim Rasiren dem Herrn eine lange Schnittwunde. Dieser griff zu Hut und Stock und verließ den Laden mit der Versicherung. sich nie wieder in ihm blicken zu lassen. Der Financier hatte die Sache schon fast vergessen, als einer der Barbiergehilfen dieser jage zu ihm kam, und das Geständniß maclite. er habe den Börsianer damals auf Befehl des Prinzipals in die Wange geschnitten. Der Prinzipal war nämlich sehr eifersüchtig und bildete sich ein. daß alle Personen, die in sein Geschäft kommen, der Kassirerin, die seine Frau ist, den Hof machen. Als er nun vor Kurzem die Frau fragte, wer unter den Kunden am meisten schön mit ihr thäte, wies sie, um seinen Fragen zu entgehen, mit dem Finger auf den Börsianer. Der Prinzipal gerieth in heftigen Zorn, und erklärte, er würde ein Mittel finden, diesen von seinem Geschafte fernzuhalten. Er befahl deshalb den Gehilfen, den Financier jedesmal, wenn sie ihn rasiren würden, zu schneiden. Milch als allgemeines Gegengift. Ein fast ganz allgemeines Gegenmittel, das bei den allermeisten Vergistungsfällen mit Vortheil angewendet werden kann, ist nach dem Ausspruche von Sachverständigen die Kuhmilch. Sie beschützt durch ihren Fettund Käsestoffgehalt die Schleimhäute vor der ätzenden Wirkung der Säuren, Alkalien und anderer die Gewebe zerstörender Stoffe. Vorzüglich merkwürdig und schätzbar ist die Rolle, die das Casein (der Käsestoff) hierbei spielt. Es kann gegenüber Gemischen, mit denen es in Berührnug kommt, chemisch sowohl als Säure als auch als Base auftreten. Es gerinnt unter der Einwirkung von Säuren, mit te nen es sich verbindet, und bilde' mit den meisten mineralischen Basen Niederschläge in Gestalt unlöslicher Caseate. Tritt mit einem Körper von bestimmter Reaktion einer Säure oder Base ein Niederschlag nicht sofort ein, so kommt ein solcher doch durch den Einfluß eines anderen Stoffes von entgegengesetzter Reaktion noch zu Stande. Gerade dieser Vorgang bildet ein wichtiges Gesetz in der Lehre von den Giften, das vor seiner EntDeckung durch Dr. Crowzel nicht bekannt und natürlich nicht formulirt war. Ein Chemiker schlägt deshalb vor, der Milch gleich fünf Prozent borsaures Natron zuzusetzen. Dieses Salz ist nicht giftig und empfiehlt sich, weil es außer einigen harmlosen, weniger giftigen Alkalien einen Niederschlag von unlöslichen Borsalzen mit allen übrigen mineralischen Basen bildet. Die giftigen Säuren zersetzen jenes Salz, indem sie sich mit dessen Natron verbinden und die Borsäure frei machen. Diese ist aber weniger giftig und weniger löslich. Borsaures Natron erfüllt also sehr wichtige allgemeine Bedingungen und macht aus der Milch noch mehr ein allgemein nützliches Gegengift.
s 1 Feuer - Signale. 4 Pumiylv nd Markt 6 m Haus e Eaft und Rav Iork 7 Rodle und Michigan 8 91. Jersey u. cff Ave 9 Pine und Norch I Startet und Pine 11 Bernwnt nahe Eaft 12 N. 8 SprijenyauS Maff. Ave nahe Noble 13 Deuuoare und Walnut 14 N. Jersey u Eentral Sl. 16 Maff. und korncll Ave .4 Afh und 11. Etraß .7 Park 9toc und 12 Str .8 Coiumd, undHtUfide 19 Highland Ave u. Pratt 1 JUino,4 und St. Jo 23 Pennsylv. und Pratt 24 Meridian und 11. Ett No. 5 Spritzenhaus is. nah JUino 24 Senate Ave u. EtLia 27 Illinois und Vichigan 28 Peefylvan und 14. a Senate Ave. und 13. 31 No, l Spritzenhaus Jnd ve naheMichigan 32 Meridian und Walnut 34 California u mont 3b Blake und New Kork 36 Jnd. Av. u. Ct. lair 37 Gity Hospital 38 Blake und Rorty 3g Muhlgan und Agnes 41 No. 6 Lpritzenbaui Washington nah West 42 Smsendorf u Wash. 43 Missouri u Ncw Kort 45 Meridian u Wash 4 Illinois und Obio 47 Kapitel Av. u Wash 48 mgan'S PorkhauS 49 -traßenbahn Stalle W. Washington Str M R. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 Illinois u Louifiana 53 West und South 54 West und McEartv 5 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Ray 58 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Mor.is 59 Madison Av. u Dunlop 61 No 2 Hakc.t Leiterhaus South nahe Delawar 62 Penn, u Mkrrill öS Delawar u. McEarttz S4 aft und NcEarty New Jersey 11. SPJemll 67 Birg. Av. u Bradsha CS East und Prospekt S Bltking und H,gh 71 No. 11 Cpntzcnbaui Vir Ave. nah Huron 72 Eaft und Skorgia 73 edar und fftoi 74 Davidson u Seorgia 75 English Av. u Pine 76 CheU'y und Bates 7? No 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shelby 74 Fletcher v. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 Eaft u Wasbinaton P4 New Jork u. Davids 85 Taubftummm Anstalt k6 Ver, Staaten Arsenal 7 Qriental und Wash. 89 raucn-Resormat. 1 No. 13 Spritzenhaus Marvland nah Mer. 92 Meridian u. Qknn. 93 Meridian und South 94 Pennsylv u. Louismna 95 ctnrftini' Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. gg Capital Ave und Ohio .23 No. 1 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 Landes und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 12s Delaware und 19. 131 Alabama und II. 132 Bkllesontaine unW 134 College Ave und 20. 135 Delawar und 13. 136 Alabama und North 137 Newmaun und . 138 College Ave und 14. 13z Cornell Ave und 13. 141 Aandes und 1L. 142 Highland Ave und 19. 143 Decumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hilside Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Av und 22. 15 L E u. 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Holmes. 528 Michigan u. Conco'.d 841 West und Mcityr 412 iffoun u. Martzlanl 413 Missouri und Ohio 15 Capital Ave u Seorgia 41 Missouri u AcntuSy A 417 Senate Ave ks. Wal. 421 P und E Runt'u, W. Washinfftcn. 2 Jrren-Howital. 424 Mi.ey Ave u.IittCB 425 Wash. und Harris 42 No. 18 Spritzenhaus SB. Washington 427 Clir-cr und Birch 42s Oliver und Osgood 429 Nordyke und Pork 431 Hadley Ave u. Morr 432 River Ave u. orrlö tm Nivrr Ave und Ray 435 Harding u. 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