Indiana Tribüne, Volume 26, Number 154, Indianapolis, Marion County, 20 February 1903 — Page 7

Jndwna Tridnne, 20 Februar 1903.

f

i Anheim. jCTÜlicnrornan von Hoctsr M eilst, j 4 . ' -'.-.' -''---, .,'..?,!..?'..-, j ' . ,44 " ' (Fortsetzung.) Bei Jastien und den Kaminermädcfcen auf den Busch klopfen, zur Irancoise gehen und sie geschickt ausfragen, ebenso Zenobia und Rosalie, das war eine einfache Sache, und von dieser Seite hatte sie jede Auskunft erhalten, die man ihr geben konnte, wenigstens was fcie Ankunft der Zigeunerin" in Maraucourt betraf und wie sie seither gelebt hatte, dann über ihre Anstellung bei Herrn Vulfran, die sie, wie es schien, einzig und allein ihrer Kenntniß des Englischen verdankte. Weniger leicht fand sich für die Dame Gelegenheit, an Perrinc selbst, die stets an Herrn Vulfrans Seite war, ihre Fragen zu richten, sie zum Sprechen zu bringen, dahinter zu kommen,. wer sie eigentlich war, und was an ihr war, um daraus die Gründe ihres raschen Erfolgs beurtheilen zu können. Bei Tische sprach Perrine kein Sterbcnswort. in der Frühe entfernte sie sich it Herrn Vulfran, nach dem Frühstück ging sie sogleich in ihr Zimmer hinauf, nach der Rückkehr von dem Umgang in den Fabriken arbeitete sie mit Fräulein Schönmann und Abends, wenn sie vcn der Tafel aufstand, begab sie sich wiederum auf ihr Zimmer: wann und wie sollte man ihrer da habhaft werden und sie allein und ungestört in's Gebet nehmen können? Endlich des Kampfes müde, entschloß sich Madame Bretoneux am Abend vor ihrer Abreise, sie in ihrem Zimmer aufzusuchen; Perrine aber, die schon glaubte, von ihr befreit zu sein, hatte sich niedergelegt und schlief ruhig. Das Klopfen an ihrer Thür weckte sie auf; sie horchte, stand auf und ging barfuß zur Thür: Wer ist ra?" Qeffnen Sie, ich bin's." Madame Bretoneuz?" V " a. Perrine schob den Riegel zurück, und 1!adame Bretoneur schlüpfte geschwind in das Zimmer, während Perrine auf den Knopf der elektrischen Beleuchtung drückte. Legen Sie sich in Ihr Bett." sagte Madame Bretoneux, wir können dann besser sprechen." Sie nahm nun einen Stuhl und setzte sich an das Fußende des Bettes, von wo ans sie Perrine am besten sehen konnte; dann begann sie sogleich: Bon meinem Bruder will ich mit Ihnen sprechen, wegen gewisse? Rathschläge, die ich Ihnen zu seinem Besten eriheilen mochte. Da Sie Wilhelm bei ihm ersetzen, sollten Sie die nöthigen Vorsichtsmaßrcgeln für seine Gesundheit treffen, die sich Wilhelm, trotz seiner Fehler, stets angelegen sein ließ. Sie scheinen mir ja ganz verständig zu sein, gutes kleines Mädchen, und da ist es doch kein Zweifel, daß Sie uns. wenn Sie wollen, dieselben Dienste erweisen können, wie früher Wilhelm: ich verspreche Ihnen, daß wir uns erkenntlich beweisen werden." Nach den ersten Worten hatte sich Perrine gefaßt: wenn man ihr nur von Herrn Vulfran sprechen wollte, hatte si sei nichts zu fürchten: als sie oann aoer Ultadame Bretoneux sagen hörte, daß sie ganz verständig zu sein scheine, da erwachte ihr Mißtrauen wieder, denn es war ja unmöglich, daß Madame Bretoneux. die selbst wirklich gescheit und scharfsinnig war, es aufrichtig meinen konnte, wenn sie so sprach; wohlan denn, wenn sie also nicht aufrichtig war. so mußte man vor ihr aus der Hut sein. Ich danke Ihnen. Madame." sagte sie, indem sie ihr dummliches Lächeln übertrieb; freilich möchte ich Ihnen gern dieselben Dienste leisten wie Wil Helm." Sie betonte die legten Worte, als ob sie sagen wollte, daß man sie nach allem fragen könne. Ich sagte es ja. daß Sie gescheit seien," bemerkte Madame Bretoneux noch einmal, und ich glaube, daß wir uns auf Sie verlassen können." Sie haben nur zu befehlen, Madame." Bor allem ist es nöthig, daß Sie die größte Achtsamkeit auf die Gesund heit meines Bruders haben und jede nur mögliche Vorsicht gebrauchen, damit er sich nicht erkältet; es könnte ihm das leicht tödtlich werden, wenn es ihm eine jener Lungenentzündungen zuzöge, zu denen er neigt, oder seine Bronchitis verschlimmerte. Wissen Sie schon, daß er, wenn man diese Bronchitis heilte, operirt und ihm das Augenlicht zurückgegeben werden könnte? Stellen Sie sich vor, welche Freude das für uns alle wäre!" Diesmal antwortete Perrine offenherzig: Für mich auch, ich wäre sehr glücklich darüber." Dieses Wort beweist Ihr gutes Herz, aber Sie, so dankbar Sie auch sein mögen, Sie gehören doch nicht zur Familie' Perrine machte wieder ihr dummes Geüchi und sagte: Gewiß nicht, aber das verhindert nicht, daß ich sehr anhänglich an Herrn Vulfran bin, das dürfen Sie mir glauben " Eben darum können Sie uns dise Anhänglichkeit durch die unablässige Sorgfalt, die ich Ihnen anempfohlen babe. am besten beweisen. Man muß

5 ! I ! I ! -!-!- :-! !-

'!

meinen Bruder nicht allein vor der Kälte bewahren, sondern es ist auch nöthig, ihn vor starken Gemüthsbewegungen zu schützen, vor Ueberraschungen, die ihm leicht tödtlich werden könnten. Da sagten mir zum Beispiel die Herren, daß er augenblicklich Nachforschunacn auf Nachforsckunaen in nöien anjleucn lajje, um etwa 6t$C res über unseren lieben Edmund zu erfahren." Sie machte eine Pause, doch oh: Erfolg, denn Perrine erwiderte nichts auf diese Einleitung, da sie recht wohl wußte, daß d'e ptxxtn," das heißt die Vettern, nicht Beide mit Madame Bretoneur von diesen Nachforschungen gesprechen haben konnten ja, Kasimir sehr wahrscheinlich, da er die Mutter zu seinem Beistande herbeigerufen hatte; aber Theodor? Da war unmöglich. ..Die Herren haben mir gesagt, daß die Briefe und Depeschen durch Ihre Hand gingen, und daß Sie sie für meinen Bruder übersetzten. Nun sehen Sie, für den Fall, daß schlimme Nachrichten einliefen, wie wir es leider nur zu sicher voraussehen, wäre es sehr wichtig, daß mein Sohn zuerst davon unterrichtet würde; er schickte mir dann eine Depesche, und da die Entfernung von hier bis Boulogne nicht sehr groß ist, könnte ich meinem armen Bruder sofort beispringen: eine Schwester, besonders eine ältere Schwester, findet ja andere Tröstungen in ihrem Herzcn als eine Schwägerin. Sie verstehen mich?" gewiß, Madame, verstehe ich öic; es scheint mir wenigstens so."

..So dürfen wir uns also auf Sie verlassen?" Perrine zögerte einen Augenblick, aber es mußte eine Antwort gegeben werden. Ich werde alles für Herrn Vulfran thun, was in meinen Kräften steht." Und was Sie für ihn thun. das. thun Sie für uns, wie das, was Sie für uns thun, auch ihm zu Gute kommt. Ich werde Ihnen auch auf der Stelle beweisen, daß Sie es nicht mit Undankbaren zu thun haben. Wie gefiele es Ihnen, wenn wir Sie mit einem Kleide beschenkten?" Perrine mochte nichts darauf erwidern, da dieses Anerbieten aber eine Antwort erforderte, verzog sie ihr Gesicht zu einem nichtssagenden Lächeln. Ein schönes Kleid mit einer kleinen Schleppe." fuhr Madame Bretoneux fort. Ich bin in Trauer." Aber die Trauer versagt es Ihnen nicht, ein Kleid mit Schleppe zu tragen. le mo nicht paneno getietDet, um mit an meines Bruders Tische zu speisen Sie sind sogar sehr schlecht gekleidet, aufgeputzt wie ein abgerichtetes Hündchen." Perrine wußte wohl, daß sie nicht hübsch angezogen war. aber doch fühlte sie's als eine Demüthigung, mit einem abgerichteten Hündchen verglichen zu werden, und zwar in einem Tone, der die Absicht, sie herunterzusetzen, so deutlich erkennen ließ. Ich habe genommen, was ich bei Madame Lachaise finden konnte." Madame Lachaise wäre die rechte Quelle gewesen. Sie mit Kleidern zu versehen, als Sie noch eine Fabrikarbeiterin waren, aber jetzt, seit es meinem Bruder gefallen hat, Sie an sei. nem Tische mitspeisen zu lassen, schickt es sich nicht, daß wir über Sie erröthen müssen, was unter uns gesagt geaenwärtia der Fall ist." Vieler Stich lieft Perrine die wolle. die sie zu spielen hatte, ganz vergessen. C Gott!" sagte sie betrübt. Sie glauben nicht, wie tomisch Sie in Jbrer Bluse aussehen'" Die Erwähnung dieser komischen Bluse brachte Madame Bretoneux zum Lachen, al wenn sie sie vor Augen hätte. Doch i't das leicht wieder gutzumachen," fuhr sie fort, und wenn ie dann so hübsch aussehen werden, wie ich's haben möchte, mit einem schönen Kleide für den Speisesaal und einem geeignetcn Anzug jum Ausfahren, dann werden Sie sich daran erinnern, wem Sie es zu verdanken haben. Und wie sieht's mit Ihrem Weißzeug? Ber muthlich wie mit dem Kleide? WN wollen einmal nachsehen." Sie sagte das. als ob sie daö vclle Recht dazu hätte, öffnete die Schubladen der Kommode, eine nach der anderen, schob oder stieß sie vielmehr voll Verachtung wieder zu und zuckte mitleidig die Achseln. Ich dachte mir's wohl." versetzte sie; das ist geradezu jämmerlich, Ihrer gärn unwürdig." Perrine schwieg, auf's Tiefste gekränkt. Sie dürfen von Glück sagen," fuhr Madame Bretoneux fort, daß ich nach Maraucourt gekommen bin und mich Ihrer annehmen will." Das Wort, das Perrine auf die Lippen kam, war eine Zurückweisung: sie hatte nicht nöthig, daß man sich ihrer annähme, vollends nicht, wenn man sich so dahei betrug, aber sie gewann es über sich, das Wort hinunterzuschlucken. Sie hatte eine Rolle durch--zuführen, das dürfte sie unter keinen Umständen vergessen, und genau betrachtet, waren zwar die Reden, die Madame Bretoneux führte, recht schlimm und hart, ihre Absichten dagegen tonnten für gut und edelmüthig gellen. Ich werde meinem Bruder sagen." schloß Madame Bretoneux, daß er Sie an eine Kleidermacherin in Amiens. deren Adresse ich ihm geben will, empfehlen soll, die wird Ihnen das Kleid und den Anzug, die Sie un-

bedingt nöthig haben, anfertigen; aucy soll cr eine vollständige Ausstattung in

Weißzeug aus guter Quelle für Sie, beziehen. Verlassen Sie sich auf mich, Sie werden etwas Hübsches besam' men. das Sie, ich hoff' es wenigstens, stets an mich erinnern wird. Und nun schlafen Sie wohl und vergessen SienichtI von dem, was ich Ihnen gesagt habe." 35. Kapitel lles für Herrn Vulfran thun, was in ihren Kräften stünde," hatte für-Perrine einen ganz A anderen Sinn als den Madame Bretoneux mit diesen Worten hatte verbinden wollen; auch hütete sie sich wohl; mit Kasimir jemals von den Nachforschungen zu reden, die in Indien und England angestellt wurden. Und doch hatte Kasimir, wenn er ihr allein begegnete, eine Art sie anzublicken, die zu vertraulichen Mittheilungen auffordern sollte. Aber was für Geheimnisse hätte sie ihkn auch anvertrauen können, selbst wenn sie sich entschlossen hatte, das Stillschweigen zu brechen, das ihr Herr Vulfran anbefohlen hatte? Die Nachrichten, die von Dakka, von Dehra und London einliefen, waren ebenso unbestimmt als widersprechend, I vor allem waren sie unvollständig, und P ! f 4. 9 l l vie xsnaen Mienen, oeionoers was rne letzten drei Jahre betraf, schwer auszufüllen. Dies alles entmuthigte aber Herrn Vulfran nicht, noch konnte s seinen Glauben erschüttern. Das Schwierigste haben wir hinter uns," sagte er manchmal, da wir uns über die fernliegende Vergangenheit aufgeklärt haben; warum sollte nicht auch Licht auf die Zeiten fallen, die uns nahe liegen? Ueber kurz oder lang wird sich der Faden anknüpfen lassen, und dann wird man nichts weiter zu thun haben, als ihm zu folgen." Wenn Madame Bretoneux nach dieser Seite hin kaum einen Erfolg zu verzeichnen hatte, so war sie hinsichtlich der sorgfältigen Pflege des Herrn Vulfran, die sie Perrine anempfohlen hatte, glücklicher gewesen. Früher hätte sich diese es nicht erlaubt, an Regentagen das Dach des Phaetons aufzuschlagen, oder bei kaltem oder nebligem Wetter Herrn Vulfran zu erinnern, daß es gut für ihn wäre, seinen Ueberzieher umzunehmen, oder ein Tuch um den Hals zu binden, so wenig wie sie es gewagt hätte, an frostigen Abenden die Fenster seines Kabinetts zu schließen; aber nun, seit sie von Madame Bretoneux gehört hatte, daß die Kälte, die Feuchtigkeit, daß Nebel und Regen das Leiden Herrn Vulfrans verschlimmern könnten, ließ sie sich durch ihre 'Oedenken und ihre Schüch ternheit nicht mehr abhalten. Von jetzt an stieg sie nie mehr in den Wagen, was es auch für Wetter sein mochte, ohne dafür zu sorgen, daß der Ueberzieher. mit einem seidenen Tuch in der lasche, an seinem gewöhnlichen Platze lag, ja beim geringsten kalten Windstoß legte sie ihn selbst um Herrn Vulfrans Schultern, oder half ihm ihn anziehen. Wenn nur ein T?vpfchen Regen niederfiel, gleich htelt sie an und schlug das Wagendach auf. Wenn der Abend nach dem Essen nicht mehr mild war, neth sie vom Ausgehen ab ruyer, wenn tt zusammen einen Spazierg-mg zu Fuße machten, ging sie in ihrem gewöhnlichen Schritt, und er folgte ihr, ohne sich zu beklagen, denn nichts war ihm mehr zuwider als Klagen. ebensowohl was ihn selbst als was andere betraf; aber jetzt, da sie bemerkte, daß ihn ihre etwas lebhafte Gangart angriff, daß er Husten und Beklemmungen davon betam, fand sie immer Gründ-, ohne den wahren anzugeben, ihre Schritte zu mäßigen, damit er sich nicht Ermüdete und sich nur eine leichte Bewegung machte, gerade so gemöchlich, wie es ihm ersprießlich, anstatt schädlich war. Emes Nachmittags, als sie so' miteinander durch's Dorf spazierten, begegneten sie Fräulein Schönmann, die nicht vorübergehen mochte, ohne Herrn Vulfran zu begrüßen, und nach einigen höflichen Worten beim Weggehen zu ihm sagte: Ich lasse Sie unter der Führung Ihrer Aruigone." Was wollte sie damit sagen? Perrine wußte es nicht,' und Herr Vulfran, den sie darum fragte, wußte es ebenso wenig. Da fragte sie am Abend ihre Lehrerin; diese erklärte ihr, wer Am tigone war, und ließ Perrine, oer bae griechische Alterthum fremd war. den Qeoipus in Kolonos des Sophokles mit Erläuterungen, die ihrem jugendlichcn Verständniß angemessen waren, lesen. An den folgenden Tagen scr.te dann Perrine mit der Tour du monde aus und las Herrn Vulfran die Tragödie vor, wobei er mit großer Rührung zuhörte und sich besonders von den Stellen ergriffen zeigte, die an feine eigtzne Lage erinnerten. Es ist wahr." sagte er. Du bist eine Antigone für mich, ja noch mehr aii Antigone. da sie. die Tochter des unglücklichen Oedipus. ihre Sorgfalt und Zärtlichkeit ihrem Bater widmete." Daran erkannte Perrine, welche Fortschritte sie in der Zuneigung des Herrn Vulfran gemacht hatte, der sich sonst nicht in Gefühlsäußerungen zu ergehen pflegte. Sie war so gerührt von seinen Worten, daß sie seine Hand an die Lippen zog und sie küßte. Ja." sagte er. Du bist ein gutes Kind." Dann legte er ihr seine Hand auf den Kopf und fügte .hinzu: Selbst wenn mein Sohn zurückgekehrt sein wird, darfst Du nicht voti uns fortgehen; er wird es zu schätzen wissen, was Du

mir aewesen bist."

,,ch kann Ihnen so wenig sein und möchte Ihnen doch gern so viel sein." Ich werde ihm sagen, was Du mir gewesen bist; übrigens wird er es selbst gewahr werden, denn er ist ein Mann von Herz, mein Sohn." So manes Mal hatte er sich in solchen und ähnlichen Ausdrücken über seinen Sohn ausgesprochen, und iminer hatte es sie zu der Frage gedrängt, wie es nur möglich sei, daß er sich, bei solchen Gefühlen, so streng gegen ihn gezeigt habe; doch jedesmal stockte ihr das Wort in der Kehle, die ihr die Aufregung zuschnürte: es war eine zu

ernsthafte Sache füx sie, ein solches Gesprach mit ihm anzuknüpfen. Aber an diesem Abend, ermutbiat durch das, was zwischen ihnen vorgegangen war, fühlte sie sich tapferer; niemals hatte sich noch eine so günstige Gelegenheit geboten: sie war allein mit Herrn Vulfran in seinem Kabinette, in das nie Jemand, ohne aerufen au wer den, einireten durste, sie faß an seiner Seite, beim Schein der Lampe sollte sie da noch länger zögern? Sie glaubte: nein. Wollen Sie mir erlauben," sagte sie mit bangem Herzen und zitternder Stimme, eine Frage an Sie zu richten über eine Sache, die ich nicht verstehe, und an die ich doch unaufhörlich denken muß. ohne daß ich es wage, darüber zu sprechen?" Sprich nur." Was ich nicht verstehe, ist das Räthsel, daß Sie, der Sie Ihren Sohn so lieben, wie Sie ihn lieben, es über's Herz bringen konnten, sich von ihm zu trennen." Das kommt daher, weil man in Deinem Alter noch nicht zu verstehen und zu fühlen vermag, daß das Bewußtsein der Pflicht 'ebenso stark sein kann als die Liebe: darum gebot mir die Vaterpflicht, meinem Sohne, der sich Fehler zu Schulden kommen ließ, die ihn leicht in noch Schlimmeres hineinziehen konnten, eine Strafe aufzuerlegen, die ihn bessern sollte. Es mußte ihm der Beweis gegeben werden, daß mein Wille über dem seinigen stand; deshalb schickte ich ihn nach Indien, wo er nur kurze Zeit bleiben sollte, und wo ich ihm eine Stellung gab, die seiner Selbstachtung keinen Eintrag that, denn er war der Vertreter meines Hauses. Konnte ich ahnen, daß er sich von jener elenden Person so leidenschaftlich einnehmen und zu einer verrückten, ganz und gar verrückten Heirath fortreißen ließe?" Aber der Vater Fildcs sagt doch, daß sie, die er geheiratbet hat, nichts weniger als eine elende Person gewesen sei." O ja, das war siel Sonst rjätte sie nicht in eine Heirath eingewilligt, die in Frankreich ungiltig ist, und darum konnte ich sie nicht als meine Tochter anerkennen, ebensowenig als ich meinen Sobn heimrufen konnte, er hätte sich denn von ihr losgesagt. Es wäre eine Verletzung meiner Pflicht als Vater und zu gleicher Zeit eine Entäußerung meines Willens gewesen, und ein Mann wie ich darf es nicht p weit kommen lassen; ich will, was ich soll, und lasse mich ebensowenig von meinem Willen als von meiner Pflicht abdrängen. Er sagte das mit eine? Bestimmt heit und einem Nachdruck, daß es Perrine eiskalt überlief; gleich darauf fuhr er fort: Nun kann sich Dir die Frage nahe legen, wie es komme, daß ich meinen Sohn, den ich nach seiner Verbeiratbuna nickt wieder sehen wollte. jetzt doch heimrufen will. Darauf sage ick: die Verhältnisse sind jetzt eben ganz andere als zu jener Zeit. Nachdem dreizehn Jahre seit jener sögenannten Heirath verflossen sind, wird mein Sohn gewiß dieser Person und des elenden Lebens, das er an ihrer Seite führte, überdrüssia sein. Anderntheils haben sich auch für mich die Verhältnisse geändert: meine Gesundheit ist lange nicht mehr so gut, als sie ehemals war. ich bin leidend, bin blind und kann das Augenlicht nur durch eine Overation wiedergewinnen, die man erst aufzuführen wagt, wenn ich mich in einem Zustande der Beruhigung befände, der aeaen ernste Rückfälle Sicherheit böte. Wenn mein Sohn davon Kenntniß bekommt, glaubst Du. er werde sich lanqe besinnen, diese Frau zu verlassen, die ich übrigens ebenso wie ibre Tochter auf's Reichste für's Leben ausstatten werde? So sehr ich ihn liebe, so sehr liebt er auch mich; wie oft schon hat er seine Blicke nach Maraucourt gerichtet, wie vie! Reue bat er schon empfunden! Sobald er die Wahrheit erfahrt, ivirst Du sehen, daß er herbeieilt." So soll er denn Frau und Tochter verlassen?" Er hat keine Frau, er hat keine Tochter!" Der Vater Fildes sagt, seine Ehe sei in der Kapelle der Misston durch Bater Leclerc eingesegnet worden." ..Die Heirath ist null und nichtig in Frankreich, da sie im 'vioerspruch im dem Gesetze geschlossen wurde." Aber in Indien, ist sie da auch un ailtia?" Ich werde sie vom Papste trennen lassen." .Aber seine Tochter?" Das Gesetz erkennt sie nicht als seine Tochter an." Ist denn das Gesetz alles?" -Was willst Du damit sagen?" Daß das Gesetz nichts daran ändern kann, daß man seine Kinder und seine Eltern liebt. Nicht aus Gehörsam gegen das Gesetz hatte ich meinen armen Vater lieb, sondern weil er so gut und zärtlich und liebevoll, so sorglich aeaen mich war, weil ich mich glück-

Werde gesund und

indem du Leberkrankheiten, Billiöfitkt, Unreines Blut, durch die Anwendung von

Dr. Angnft König's

Kamburger

ropfen

lo wirst, sie reguliren und reinigen. evrauche et. Jakob Ocl gegen

lich suhlte, wenn er mich in die Arme nahm und küßte, weil ich mich freute, wenn er mir liebreiche Worte sagte oder mich mit einem lieben Lächeln ansah: und weil mir zu Äcuthe war. als ob es nichts Besseres auf der Welt gäbe, als bei ihm sein zu dürfen auch wenn er sich nicht besonders mit mir abgab und sich mtt seinen Arbeiten beschäftigte. Und er, er liebte mich, weil er mich auferzogen hatte, weil er zärtlich für mich sorgte, und noch mehr, glaube ich. weil er fühlte, daß ich ihn von ganzem Herzen liebte. Das Gesetz hatte damit Nichts zu schaffen; ich dachte nicht daran, ob er durch das Gesetz mein Vater geworden sei, ich war ja fest überzeugt, daß er es durch die Liebe sei, die wir füreinander im Herzen trugen." Worauf zielst Du hin?" Verzeihen Sie mir, wenn ich Dinge sage, die Ihnen unvernünftig erscheinen; ich sage eben nur, was ich denke, was ich fühle." Und eben deshalb höre ich Dick auch an, weil mir Deine Reden, bei all' ihrer Unerfahrenheit, wenigstens zeigen, daß Du eine aute Tochter bist." (Fortsetzung folgt.) Elkktnsche Staatöciscnbaljnrn. . Urohartiges Projekt iu Schweden Bem! kettswertne ronvorrecht. Die erste Staatseisen '. mit elek trischem Betrieb wird voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres in Schweden eröffnet werden. Die Verwirklichung dieses kühnen Vorhabens bietet in den Augen der schwedischen Verkehrsinstanzen so wesentliche und ausschlaggebende Vortheile vor dem bisherigen Dampfbetrieb, daß man allmälig auf sämmtlichen Theilstrecken des fiskalischen Bahnnetzes mit der Einricktuna des elektrischen Systems vorzugehen gedenkt. Eine aus hervorragenden Elektrotechnikern gebildete Fachkommission, der die Ausarbeitung der erforderlichen Betriebspläne anvertraut wurde, hat den Vorschlag gemacht, an geeigneten Punkten im Bereiche des ganzen Königreiches eine entsprechende Anzahl von Kraftsammelstationen einzurichten, von denen aus die einzelnen Bahnlinien mit der nöthigen elektrischen Energie gespeist werden sollen. Die zur Erzeugung der letzteren erforderlichen Triebkräfte werden den großen Wasserfällen entnommen werden, mit denen Schweden wie kaum ein anderes Land der -Erde gesegnet ist. Da zudem laut alter Vorschrift das Versugungsrechl über alle Wasserwege und Sturzfälle ausschließlich der Krone vorbehalten ist. so braucht sich der Fiskus auch keine Sorge darüber zu machen, daß ihm die Ausnutzung jener mächtigen natürlichen Kraftquellen noch im letzten Augenblick von findigen PrivatUnternehmern streitig gemacht werden könnte. Den Anfang mit der neuen Betriebsweise wird man zunächst auf einer Theilstrecke des nördlichen Bahnnetzes machen, wo die nöthigen Triebkraftmengen am mühelosesten erzeugt werden können und in Folge klimatischer Verhältnisse auch die schnelle AbNutzung des Lokomotivenmaterials ven Behörden bisher die größten Opfer auferlegte. Gut besuchtes Seminar. Das Seminar für orientalische Sprachen in Berlin hat in diesem Wintersemester die höchste Besuchszahl seit seinem Bestehen erreicht. Die Zahl der Studirenden beträgt 228. Darunter befinden sich 91 Ang'hörig? der juristischen Fakultät. Referendare und Assessoren, davon 59 DragomanatsAspiranten, von denen 2 die DiplomPrüfung schon bestanden haben, ferner 35 Angehörige der philosophischen Fakultät. Lehrer und Gelehrte. 27 Kaufleute. Privatpersonen und Beamte. 37 Angehörige der Reichspostverwaltung. 27 Offiziere. 7 Mediziner. 1 Theoläge, 3 Techniker. Die Zahl der am Seminar studirenden Ausländer beträgt 15. Der Besuch der Studirenden in den einzelnen Klassen stellt sich wie folgt: Realien 129. Französisch 69. Englisch 68. Russisch 49. Chinesisch 34. Arabisch 28. Suaheli 27. Spanisch 25. Türkisch 21. Neugriechisch 17. Persisch 11. Haussa 10. Japanisch 7, Guzerati und Hindustani je 5. Die Vorlesungen über Realien werden außerdem noch von 20 NichtMitgliedern besucht, die nichtamtlichen Lehrkurse für Kaufleute. Bankbeamte und Techniker von 238 Personen. Ferner nehmen am Seminarunterricht noch 5 Hospitanten theil. So ergibt sich eine Gesammtzahl der Seminarbesuche? von 491.

bleibe gesund

Feuer - Signale. 4 Pennsylv nd Warst! 6 English 'S Opern HauS 6 Säst und New York 7 Noble und Nichig, 5 N. Jersey u. Mafs Ave 5 Pine und North 10 Mavket und Pine 11 Vermont nah East 12 91$. 8 Spritzenhaus SRafl. Ave nahe Noble 13 TeuUvareund Walnut 14 R. Jersey u Central A. 16 Mass. und Cornell Ave 6 Ash und 11. Strafet 17 Park Ave und 12 Ett .8 Columdm und Hlllskd 19 Highland Ave u. P,alt t JUinoiS und St. Je 23 Pennsvi. und Pratt 24 Aendmn und n. Ctr 25 No. 5 Spritzendaus 14. nahe Illinois 24 Senate Ave u. StLla 27 Illinois und Nichigan ?9 Peefylvanui und 14. 29 Senate Ave. und 13. 31 No. 1 Sxritz,bauS Ind Ave naheMlchigan 32 Meridian und Walnut 34 Ealiforuia u Vermont 35 Blake und Rtw Kork 34 d. v. u. et Slair 37 City Hospital S9 Blake und Norty 39 Michigan und Agnes 41 No. 4 Epritzenus Washington nahe West 42 Mscndorf u Wash. 43 Missouri u Rcw Mort 45 Meridian u Wash 4 JllmoiS und Ohio 47 Eapitol v. u Wash 48 Kingan's Porkdaus 49 Straßenbahn Stülle W. Washington Str 31 No. 10 Exritzentmus Illinois u Merrill 52 Illinois u Louisiana 53 Wcst und South 54 West und VcCarty 54 Senate Ave. u Henry 5? Meridian und Rav 58 No. 4 SpritzenbauL Madison Av. u Mor.is 59 Madison Av. Dunlop 41 No 2 Haken Leiterhaus South nahe Delawar 42 Penn, u Merrill 43 Delaware u. McCartv 4 aft und MEarty 44 New Jersey u. errill 7 Birg. Av. u Brcdsha 48 Sast und Prospekt 49 Blcking und H,gh 71 No. 11 Spritzenhaus Bir Ave. nahe tyitoti 72 Eaft und eorgia 73 Eedar und Slm 74 Davidson u Seorgi 75 Snglish Av. u Pine 76 Ehelby und Bäte 7 No, 3 Spritzenbaus Prospekt nahe Sheloy 79 Kletcher Av. u Sheloy 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 82 East u Washington 84 New Dork u. Davids 85 Taubstummen Anstalt 8 Ber. Staaten Arsenal 87 Onental und Wash. 89 rauen-Resormat. 149 Park Ave und 10. 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Michtg 214 Jllinns und 2. 215 Senate Ave und 21. 21 Pemisvlvania und 22, 217 RrMp nd 1. 218 Capital Ave und 24. 219 Broadwa und 14. L31 Jllinv. ui McLean 234 No. 14 SxritMhaus Kenwood und 59. 235 JllinvtS und M, 22 Annttta und '4. 237 No. 9. Cpritzenhtus Udell und Rar 238 UdeU Ladder Worli 239 Lsabel und 27. 241 T..: und 24. 242 Illmois u St. Cla i 243 Eldrwge und 23. 412 West uud Walnut 313 West und 12. 414 Howard und 16. 815 Torbet und Pct 316 Capital Ave und 14. 417 Northwestern Av, u 318 ftent und 18. 819 Canal und 10. 324 Cercaline Works 324 Vermont vnfc Lvnn 825 Bismarck u Grandvicw 326 No, 29 Spn'enhaus Hauqbat. 327 Michigan u. Holmes. 328 Michigan u. Comord 841 West und McJntyr, 412 Mwun u. Marrlan! 413 Missouri und Cl?io 415 Capital Ave ueorgi4 416 Missouri u SentuSy ? 417 Senate Ave u. Wao. 421 P M ft Rant'tus 23. Washington. 423 Jr?-?n -Hospital. 424 M'.ev Ave u. D uB 425 Was!', und Harns 426 No. 19 Srrinhauß ?3. WaNigton 427 Clivcr und B,rch 28 Oliver u,!d Osgood 429 Ncrdyke und Port 431 Harley Ave u. Morrts 432 Niver Ave u. MorriZ j4 Nlver Are und Nay 435 Harding u. Big 4 R N 436 Harding und Oltva 437 No. 19 Exriyenyo? Morri und Hardina. 44 Howard ftttUb 430 tWtoart 441 Reisn und Rille, 452 Howard und Lee 453 orns und tt 454 Lambnt und Belinl 457 RordvK Ave u. W mon Works 511 est und Ratz 513 rntucky Ave u. 9trnL 414 Meridian und Rorrts bis Illinois nd jtanisli 7 orris und Dakota 518 Morris und Church 519 Capital X u VcCarty 621 Vtridian und Palm. 5 Pme un' Lord 524 Madiio: Aveukimcoln 2 Mtrid.nundBeltAA 527 Carlos und Aay 428 Meridian und Änzon 529 Aeridurn , Aaymimd 631 Meridian u. VeCarH 632 Ro. 17 Spritzenhaus Morris naye West 4! McHernanund Dougy 614 Cast u. Lui'ln 414 Last und Seecher 615 W?ight und Sander 17 MkCarty und, Beate 418 Rtw Jersey u ir Ai 712 Spru und Proipecl 71 glish Ar, u. Laun' 714 State Av u. Blt R K 714 Syklbv und Beecher 71 State Ave d Oran, 71 Orange und iauxtl 7 Shldv u. Av, 7,1 Lerington A, u Laur 724 Flcher Aveu Cprua 724 State Av n. Pleasam 724 Pro,tt und "leasa. 724 Orange und Har laM 72 Liberty und Mce! 72? NoI K nnd South 12 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington S l Market und Robl g.s Obio u. Higylano Ao. 14 Muviaan u. Highlanl 14 Market Arsenal Av, 17 Ost S'. Clair und Union Bahn Sle,ie. 21 Pan Handle Shsp: 823 Vermont und VaKoU 4 Wash. und State l 825 Ftadden'skouna, ad 894 Duck und Doriey 27 Wash. und BeviU K 829 No. 11 -vntznchau Beville nahe ich'ga, 881 Eou:hastern Ad Woodstde. 82 afh. und Deardorr, 854 Slntcheastern uns fescr.al Ares 816 New fort ud Tempi 12 JVinoi und Maryl. 918 Jklinois und Market 14 Penn, nd Wsy t No. 13 Sprtzenbaus Marvland nabe Mer. 92 Meridian u. Vcoraut. 93 Meridian und South 94 Pennsylv u. Louisiana 95 Birgini? ve u. lab. 96 Hauptquartier. 97 rand Hotel. 98 Capital Ave und Odt ,23 No. 14 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 124 Landes und 14. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaivare und 19. 131 Alabama und 11. 1 Belltiontaine und J. 134 College Ave und 2. 135 Delaware und 13. 134 Alabama und Norty 137 Newmaan und 19. 138 College Ave und 14. 13? Cornell Ave und 13. 141 Aandes und 19. 142 Highland ve und 14. 143 Decumseh und 14. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus HiUsitt Ave un'. 14. 143 College Ave und 22. 14 College Av und 7. 152 Park Ave und 22. 14 L E u. W Bahn u. 2k. 154 Ramsch und 10 IM Stoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 15 Bloyd und Pawyaw. 15 No. 21 Spritzenhaus Brightwoo, 12 Arden und Depot 163 Brightwood und 24. 164 Nural und Bloyd 446 St. QXcax u. evstone 167 Arsenal Av und 23. 148 Bellesontaine und 28 i5Llawa?e nnd Epezial-Signale. Ersten Schlag, pvnter Alarm. Zweit 2 Schlage, dritter Alarm, Dritte 2 schlag, vierter Alan. 1-4-1, Feuer aus und Schlauch aus? olk. 3 Schlag Wasserdruck ab. 12 Schlag, 1 Uhr Mittags. Dtt Zo bezeichneten Signale werden nur vom Dyuriw Wächter ang?zdtn da an den iwtfVndtu r.txayc: rreuzung fctnc AlarmtZster' angebracht ftnd.