Indiana Tribüne, Volume 26, Number 154, Indianapolis, Marion County, 20 February 1903 — Page 4
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f nrnrnia Tribune, 2. Februar 1003.
Indiana Tribüne. Herausgegeben von der utenberg Indianapolis, Ind.
tzarry O. Thudium Präsident Geschäfts local: No. 31 Süd Delaware Straße. TELBPHOE ntcred at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. ' Schwindelunternehmungen Erst nach und nach gewinnt man einen genaueren Ueberblick über die ri fige Ausdehnung und die ungeheure Zahl der Reingefallenen der get rieh quick" Schwindel. Die Halunken, welche die Dummen so unverschämt ausbeutelten, wußten, daß ihnen der Erfolg ihres Planes sicher war, denn sie appellirten an die Habsucht. Wie toll gingen die Leute auf den Köder der unfinnig hohen Dividenden: die ihnen in so gleißender Weise versprochen wurden. Leutl?, die sonst jeden Gro schen dreimal umdrehen, ehe sie ihn zu vernünftigen Zinsen sicher anlegten, zogen ihre Sparpfennige und übergaben dieselben ohne Unterpfand einem ihnen bislang völlig Fremden vertrauensvoll in die Hand. In vielen der an St. Lmiis, wo dos Hauptneft der Schwind! befindlich, angrenzenden Städte ist der Jammer unter der Landbevölkerung besonders groß. Viele Leute zogen ihre Ersparnisse aus den Banken, in denen ihr Geld sicher lag, ihnen aber nur geringe Zinsen einbrachte. So zogen in einer Stadt nahe St. Louis Depositoren etwa $40,000 aus der örtlichen Bank an einem Tage, vor etwa 3 Wochen und inveftirten das Geld in der get rieh quick" Seifenblase. Der Anlauf auf einige der Banken nahm solche Dimensionen an, daß diese Institute in die größte Verlegenheit wegen Baarmittel kamen. Merwürdigerweise wurde'! auch Leute mit in den Schwindel genffen, bei denen man mehr als gewöhnliche Geschäftsumsicht voraussetzt. So brachte zum Beispiel ein als conservativer Geschäftsmann betrachteter Fabrikbesitzer seit mehr als zwei Jahren jede Woche $150 zu Arnold & Co. zum Dividendenbrüten. Als die Seifenblase platzte, erfuhr man erst, wie unverschämt der Betrug in's Werk gesetzt worden war und daß noch einige der Schwindelfirmen das Feld trotz der Aufklärungen, die dem Publiturn wurde, zu behaupten beabsichtigten. Eine Firma die National Sureties Co. deren Office im Equitadle Gebäude in St. Louis befindlich ist forderte sogar noch letzten Montag die Staatsanwaltschaft und die Grand-Jury" durch Anzeigen in den St, Louiser Zeitungen in herausforderndem Tone auf. ihre Geschäftsmethoden zu prüfen, und Kreisanwalt Folk nahm den ihm hingeworfenen Fehdehandschuh ohne Zaudern auf. Gestern kurz nach Mittag begab sich Hülfsftaatsanwalt Fickeisien, begleitet von Spezialpoliziften und Sherifssgehülfen, nach der Office der Gesellschaft, um die Bücher mit Beschlag zu belegen und die anwesenden Angestellten als Zeugen vorzuladen. Die .Razzia" war von dem erhofften Erfolge begleitei. Der Geschäftsführer Ehas. H Brooks und sein Sekretär Percy D. Smith befanden sich unter den Anwesenden, und noch ehe es Abend wurde wurden Brooks und Smith auf Anordnung der Großgeschworenen, welche genügend Beweismaterial gegen die Beiden erlangt, Haftsbefehle erlassen. Die Affichen der Sccurity ? Co. erklärten, daß dieselbe ein voll einbezahltes Capital von $100,000 habe und bereit sei, Leuten, die ihr Geld anlegm wollten, 72 Prozent jährliche Dividende zuzahlen. Erst nachdem Arnold und Gill längst flüchtig geworden waren, er ließ das Poftdepartement einen Befehl, der die Beschlagnahme aller Briefe an die Schwindelfirmen anordnete. Ganz besonders in Mitleidenschaft gezogen sind die wirklich reellen Geldmakler und andere sichere Geschäftsunternehmungen in St. Louis, welche Kundschaft bei der Landbevölkerung suchen. Das einmal erwachte Mißtrauen kennt keine Grenze, und die Agenten dieser vertrauenswürdigen In ftitute finden, sobald sie nur von St. Louis und Kapitalsanlage sprechen, eisige Ablehnung. Der Betrogene will sich nicht eingeftehen, daß es seine eigene Dnmmheit war, die ihn den Gimpelfängern in die Hände lieferte, und er ist bereit, auf's Neue .'reinzufallen, wenn nur die Versprechungen recht glänzend sind.
Prinz Cupio. 6&ali neuer Tcleaat für den 53. Kongrek unö sein Pflichteifer. Mit beträchtlichem Interesse erwarici man zur Zeit in Washington, D. C., die Ankunft des neuen HawaiDelegatcn für den 58. Kongreß, des Prinzen Kalanwnaole oder Prinzen Cupid. wie er in der Regel genannt wird. Der offizielle Termin des Prinzen, der bei der Wahl über seinen Gegenkandidaten. den bisherigen Delegaten Wilcox mit großer Stimmenmehrheit den Sieg davontrug, beginnt nicht vor dem 7. Dezember d. I., es sei denn, der Präsident berufe vorher eine Extra-Session des Kongresses ein;
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s m W Prinz I. K. Kalanianaole. das so frühe Eintreffen des Prinzen, der ein Vermögen von über $500,000 sein eigen nennt, entspringt lediglich seinem Wunsche, sich schon vorher mit seinen legislatorischen Pflichten vertraut zu machen und sich mit seiner Gemahlin, einer feingebildeten, außergewöhnlich hübschen Hawaianerin, in der Bundeshauptstadt häuslich einzurichten. Prinz Jonah K. Kalanianaole cntstammt dem Königsgeschlechte von Hamal. Er absolvirte das San Matco College in Kalifornien, sowie das Royal Agricultural College in England und unternahm dann große Reisen. Repräsentant Dartholdt. Seine Verdienste um daS Gemeinwohl unv in der Bundeslegidlatur. Unter den deutsch-a'.erikamschen Mitgliedern des seinem Schlüsse entgegengehenden 57. Kongresses steht der Repräsentant Richard Bartholdt von Missouri in vorderster Reihe. Seine hervorragende Bedeutung für das Deutschthum Hierzulände hat sich unzählige Male dokumentirt, erst neulich hat er aus Anlaß der Venezuela-Kon-troverse in einer Rede im Repräsentantenhause die Loyalität der deutschamerikanischen Bürger ihrem Adoptivvaterlande gegenüber betont und das wahre Verhältniß Deutschlands zu den Ver. Staaten beleuchtet. Zwischen diesen beiden Ländern," so führte Bartholdt bei diesem Punkte wörtlich aus, besteht eine traditionelle Freundschaft, und das Gerede über einen allenfallsigen deutsch-amerikanischen Krieg ist geradezu absurd. Während des Bürgerkrieges war Bismarck der einzige Freund, welchen die Bundesregierung in Europa hatte. Als Gladstone erklärte, die Südstaaten würden Erfolg haben, rieth Bismarck den Bankiers in Berlin und Frankfurt zu dem Kauf von amerikanischen Regierungsbonds. Davon steht nichts in den amerikanischen Schulbüchern, aber eine Thatsache ist es nichtsdestoweniger." Richard Bartholdt, der ein Deöatter erster Klasse ist und die englische wie die deutsche Sprache in Wort und Schrift mit gleicher Meisterschaft beherrft, wurde 1855 in Schleiz, Thüringen, geboren und besuchte das dorRichard Bartholdt. tiqe Gymnasium bis zur Prima. Im A?ter von 17 Jahren wanderte er auf Veranlassung eines reichen amerikanischm Onkels nach dem Dollarlande aus, wo er zuerst das Anstreicher- und dann das Setzerhandwerk erlernte. BeHufs Studiums der Rechte kehrte Bartholdt nach Deutschland zurück, kam aber wieder nach Amerika und wurde Journalist. Er gehörte zum Stäbe der Brooklyner Freien Presse" und der New Aorker Staatszeitung." in deren Diensten er sich namentlich durch seine parlamentarische Berichterstattung von der Staatslezislatur in Albany auszeichnete. Hier wurde Bartholdt auch mit dem gegenwärtigen
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Präsidenten Roosevelt befreundet, der damals Legislaturmitglied war und dem Bartholdt auf sein Ersuchen Unterricht in der deutschen Sprache crtheilte. Als Chefredakteur an die Tribüne" nach St. Louis berufen, wurde Brtvsldi 1888 Mitglied des dortigen Schulrathes und 1891 dessen Präsident. Als solcher bewirkte er die Einführung des Turnunterrichts in sämmtlichen St. Louiser Schulen iin Die Reformirung des Lehrplans in den Volksschulen. Zuerst als Repräsentant in den 53. Kongreß gewählt, wurde Bartholdt mit immer steigenden Stimmenmchrheiien für alle folgenden und auch für den 58. Kongreß lviedererwählt. Im Repräsentantenhaus war er Mitglied und dann Vorsitzender des Koniites für Einwanderung, und im 57. Kongresse ist er Vorsitzender des Ausschusses für die Mississippi-Regu-lirung. Das St. Louiscr Ausfiellungsunternchmen hat Bartholdt im Kongresse eifrig gefördert. Bartholdt ist in der Hügelstadt" sehr populär, wofür unter Anderem der Umstand spricht, daß der von ihm vertretene, den größten Theil der Stadt St. Louis einschließende Kongreßdistrikt allgemein der Bartholdt'sche Distrikt genannt wird. Die Pupin-5clcphonic. Ferngespräck auf 3700 eilen Itftair,. Telbstiuduktionö spule. Schon Anfangs dcs Jahres 1901 wurde über eine von Professor Michael I. Pupin von der Columbia-Universi-tät in New Dork gemachte Erfindung berichtet, welche für die Entwicklung des Fernsprechwesens sehr bedeutungvoll zu sein schien. Inzwischen ist, außer von der Bell Telephone und Tclegraph Eompany in Neio Aork, die Erfindung auch von der Firma Siemens und HalSke in Berlin mit Unterstützung der deutschen Reichspost eingehend auf ihre Brauchbarkeit untersucht worden. Die Erfindung betrifft eine erhebliche Verbesserung der Sprechfähigkeit von Telephonleitungen infolge! einer Erhöhung ihrer SprachindukUon und
VrVseffO? Micbacl A Pupin. Erniedrigung ihres Dämpfungsf tors. Es ist bekannt, dah die durch eine Telephon-Leitung üöermittehe menschliche Sprache schon bei verhältnißmäbig nicht sehr groben Entfernungen, wenigstens bei Kabeln, bis zur Unvcrständlichkeit gedämpft wird. Es beruht oies in der elektrischen Wellenbewcgung. Wenn sich eine elektrische Welle über einen Leitungsdraht fortpflanzt, so wandelt sich dabei die bewegende Energie in ruhende und magnetische Energie um. Die Welle verlien auf ihrem Wege andauernd an Mtaft, wie andere Wellen auch. Dieser Prozeß geht um so intensiver vor sich, t stärker die Leitung ist. Je größer .aber bei starler Kapazität der Leitung die Energieoerluste sind, desto geringer ist die Sprechwirkung. Um dieser Euergiezerstreuung Einhalt zu thun, hat man den Querschnitt der Leiter stark gesteigert. Damit wurden die Lei tungskabel und Drähte aber immer dicker und theurer. Nunmehr suchte man dem Einfluß der Kapazität der Leitungen dadurch zu steuern, daß man die Selbstinduktion der Leitung zu vergrößern trachtete. Die verschiedentlich, hauptsächlich von den Engländern Thompson ur.d Heavyside gemachten Vorschläge, di?se Selbstinduktion durch Einschaltung von Sclbstinduknoncspulen zu erhöhen, hatten aber zu seinem sicheren Resultate geführt. Pupins Verdienst ist es, daß er, auf den deen Thompscns und Hcavysides fußend, theoretisch nachwies, wie ein wirtlich brauchbares Ergebniß zu erzielen ist. Auf seinen Aufstellungen basirten dle von Clemens und Halste unternommenen Experimente, welche derart günstig ausfielen, daß die Firma die Pupin'schen Patente für Eu ropi? erworben hat. War bislang eine tclepficniswe Verständigung bei Kabelleitungen nur bi zu etwa 31 englischen Meilen u.ib bei Freileitungen, welche in Bezug aus Kapazität erheblich günstiger gestellt sind als Kabel, bis zu 745 Meilen möglich, so kann bei Anwendung der Pupin'schen Erfindung diese Verständigung bei Kabelleitungen auf 185 bis 310 Meilen und bei Freileitungen auf 3100 bis 3700 Meilen ausgedehnt werden. Ein Tclephoniren über den atlantischen Ozean erscheint zwar vorderhand noch unmöglich, da aber die Pupin-Telephonie noch in den Kinderschuhen steckt, so darf man von ihr noch manche Ueberraschung erwarten.
Schwer, vielleicht tödtlich verletzt
Wurde gestern Abend an Pennsylvania und Zashmgton Str. der 75-jahrige H. tz. - Lamb. Schwer, wenn nicht tödtlich verletzt wurde gestern Abend kurz nach 6 Uhr an Pennsylvania und Washington Str. der 75 Jahre alte. No. 2332 Talbott Ave. wohnhafte H. H. Lamb. Derselbe wurde nämlich, als er die Straße zu kreuzen versuchte, von einem Buggy niedergerannt, d. h. er erhielt einenStoß von der Buggydeichsel u. stürzte auf dem glatten Straßen Vflaster rücklings nieder, dabei mit dem Kopfe gegen den Rinnstein schlagend. Hierdurch erlitt er entweder einen SchälUlbruch am kleinen Gehirn oder eine Gehirnerschütterung. Der infolge des Unfalles betäubte alte Mann wurde erst in Huder's Apotheke gepflegt, später aber, zumal Niemand ihn kannte, per Dispensariums - Ambulanz von Dr. Towles in's städt. Hospital gebracht. Sein Zustand gilt sür sehr bedenklich. Rohes Benehmen eines Ehemannes. Flora Buckley verklagte gestern ihren Gatten Wilhelm, mit welchem sie sich am 9. November 1901 vermählt hatte, auf Scheidung. Sie beschuldigt ihn der Trunkenheit, des Ehebruchs und der brutalen Behandlung. In der Nacht des 24. Januar d. I. kam er in betrunkenem Zustande mit zwei benebelten Genossen in ihr Schlafzimmer und verlangte von ihr. daß sie für seine Freunde Betten zurecht mache. Als sie seinem Verlangen nicht nachkam, riß er, im Beisein seiner Zechgenossen, die Bettdecke sort. Sie beschuldigt ihn ferner, sie im Beisein von anderen Personen mit Schimpfwörtern belegt zu haben. i i m Grundeigenthums Uebcrtragungcn. Charles T. Boyer an Horace Hunt, Lot 18, 19. 51 und 21 der Mullaney und Coopers Nord Indianapolis Add. und Lot 46 in Smithjund Lcgans Add. nahe GarsieldIPark. $1200. Wm. F. Schmidt an Jda M. Eckstein. Lot 126 in Fletchers Woodlawn Add. K2600. Antoinette Reid u. A. an Fannie I. Cruse, ein Theil der Lot 154 in Morrisons 3. Add. 87000. Realty Investment Co. an Albert I. Faundrey. Lots 114 und 115 in Reagan Park, östlich von College Ave. und nördlich von 23. Str. $1600. Delta M. Devney an Frank I. Lee, u. A., denselben Theil. $7000. Frenzel Bros., No. 1 W. Washington 2tt (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. Schiffsscheine nach und von Europa. An' und verkauf ausländischen Geldes. (icht was man verdient, sondern was man erspart, führt zum Reichthum. 0 .... Die . . . Indiana Trust Company nimmt Depositen an von $1X0 aufwärts, die zu jeder Zeit gcmackt werden können. Es bedarf weder eines bestimmten Betrags nch eine bestimmte Zeic zu deponircn. C f itcci I Indiana Trust Gebäude. Ecke Wash. Str. und Virginia Ave. ' ' Capital $1,000,000 Surplns 150,000 .. Samstag Nachmittag geschloffen...
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