Indiana Tribüne, Volume 26, Number 153, Indianapolis, Marion County, 19 February 1903 — Page 7

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I Actheim. Familienroman von Heotsr M ntst. -K-H:-W--K-HJ (Fortsetzung.) oeroiß gab nch Perrine alle Mühe. Fräulein, chönmann ohne Zerstreuung zuzuhören, auch wenn es sich um die Uebereinstimmung des Adjektivs mit dem Substantiv in den verschiedenen Beziehungen und dergleichen grammatische Regeln handelte; um wie viel mehr Aufmerksamkeit verriethen aber ihre Gazcücnaugen. wenn sie die Unterhaltung auf Herrn Vulfran bringen konnte, und besonders auf verschiedene, ihr noch unbekannte, oder aus Rosaliens nie sehr genauen Erzählungen nur halb bekannte Tinge. oder auch aus Fadrns und Mombleux' räthselhaften Reden, mit ihren Lücken, ihren Namenverschweiaungen, da man nur für sich sprach, nicht zum Gehör von Fremden, und auch da noch dafür sorgte, von solchen nicht verstanden zu werden! Schon mehrmals hatte sie Rosalie gefragt, was es denn für eine Bewandtnift mit Herrn Vulfrans Krankheit gehabt babe, und wie er blind geworden sei, aber sie konnte immer nur sehr unbestimmte Antworten von ihr erhalten; von Fräulein chönmann dagegen erfuhr sie alle Einzelheiten, die sie wünsehen tonnte, sowohl über die Krankheit selbst, als auch über die Blindheit. Diese, hieft es, sei wohl nicht unheilbar, sie könne aber, wenn sie überhaupt gcheilt werden solle, nur unter gewissen, ganz besonderen Bedingungen, die den Erfolg der Operation verbürgten, gehoben werden. Fräulein Schönmann hatte sich, wie alle Leute, in Maraucourt, viel mit Herrn Vulfrans Gesundheit beschäftigt, sie hatte auch so oft mit Doktor Ruchon darüber gesprochen, daß sie Perrines Neugierde gründlicher cU Rosali, befriedigen konnte. Herr Vulfran hatte einen doppelten Star, der aber nicht unheilbar schien, die Sehkraft konnte ducch eine Opera tion wiederhergestet werden. Der Grund, warum diese Operation noch nicht versucht wurde, lag in dem UNgünstigen Allgemeinbefinden des ErWindeten, das den Eingriff nicht erlaubte. Er litt nämlich an einer eingewurzeltcn Bronchitis mit wiederholtem Blutandrang gegen die Lunge und begleitet von Athcmnoth, Herzklopfen, schlechter Verdauung und gestörtem Schlafe. Sollte nun zu? Operation geschritten werden, so mußte zuerst diese Bronchitis geheilt und damit alle die anderen Uebel auch beseitigt werden. Aber Herr Vulfran war ein schrecklicher Patient, der Unvorsichtigkeit auf UnVorsichtigkeit beging und sich nicht an genaue Befolgung der ärztlichen VerOrdnung kehrte. Das war auch wahrhaftig nicht immer leicht für ihn: wie konnte er ruhigen Gemüths bleiben, wie es Herr Ruchon anbefahl, da ihn doch das Verschwinden seines Sohnes und die Nachforschungen, die er um feinetwillen anstellen ließ, jeden Augenblick in Sorge und Zorn versetzten, was auch ein schleichendes Fieber zur Folge hatte, von dem er sich nur durch Arbeit erholte? So lange er nicht Gewißheit über das Schicksal seines Sohnes erhielt, war keine Aussicht auf eine Operation, die man also noch verschieben mußte. Ob sie wohl später möglich wurde? Das konnte man nicht wissen und mußte wohl in dieser Ungewißheit bleiben, bis sich der Zustand des Herrn Vulfran durch langsame Pflege so weit gebessert hätte, daß sich die Augenärzte entscheiden könnten. Fräulein Schönmann auf Herrn Vulfran zu bringen und sie von ihm svrecken zu lassen, war für Perrine ein lenzzies, ein anoeres mg aver war es, wenn sie gern Näheres über die VerHältnisse gehört hätte, die ihr das Gespräch zwischen Fabry und Mombleux aufgedeckt hatten, über die geheimen Hoffnungen der Neffen und Talouels. Sie war keine Dumme, diese Lehrerin, nichts weniger als das, uno sie ließ sich über solche Gegenstände nicht ausfragen, rckder auf geradem noch krummem Wege. Es war natürlich und sogar gerechtfertigt, daß es Perrine darnach verlangte, üoer )as Wesen von Herrn Vulfrans Krankheit, über ihreEntstehungsUrsache, und was für Aussicht Wtfyttl den fei, daß er eines Tags fein Augenlicht wieder gewänne. Aufschluß zu eihalten; wie hätte sie auch nicht um die Gesundheit ihres Wohlthäters besorgt sein sollen? Daß sie sich aber mit gleicher Neugierde um die Intriguen der Neffen und Talouels kümmerte, die das Gespräch des Dorfes ausmachten, das war sicher nickt am Platze. Was gehen derartige . Sachen die kleinen Mädchen an? 'Sollte das der richtige Unterhaltungsstoff zwisehen einer Lehrerin und ihrer Schülerin sein? Bildet man mit Geschichten und Klatschereien solcher Art den Charakter eines Kinder I Sie hätte also darauf verzichten müssen, irgend etwas über diese Frage von Fräulein Schönmann herauszubekommen, wäre nicht ein Besuch in Maraucourt eingetroffen, eine Madame Bretoneu?. die Mutter Kasimirs, was von Fräulein Scbnmanns Lippen, die sonst gewiß fest geschlossen geblieben wären, das Siegel wegnahm. Durch Herrn Vulfran war Perrine von der Ankunft der Dame unterrick-

tet worden, und sie theilte es Fräulein Schönmann mit der Bemerkung mit, daß wohl die morgende Stunde gestört werden möchte; von diesem Augenblick an machte sich bei der Lehrerin eine ganz außergewöhnliche Zerstreutheit bemerkbar, denn es war eine ntx Eigcnlchaslen, nch von MchU avzi.n zu lassen und ihre Schülerin scsk in de: Hand zu behalten, wie ein Reiter, der sein Roß über eine gefährliche Strecke hinüberbringen will. Was' machte ihr denn jcfct zu schaffen? Erst kurz vor dem Ende der Stunde erhielt Perrine eine Antwort auf diese Frage, die ihr zwanzigmal durch den Kopf gegangen war. ,,Mein liebcs,Kind," sagte Fräulein Schönmann mit gedämpfter Stimme, ich muß Ihnen rathen, sich morgen mit der Dame, deren Besuch Ihnen angetündigt ist, recht vorsichtig und urückhaltend zu benehmen." Borsichtig, und weshalb denn? Zurückhaltend, worin und auf welche Weise?" Ich bin von Herrn Vulfran nicht blos zu Ihrem Unterricht angestellt. sonocrn auch zu Ihrer Erziehung, und darum gebe ich Ihnen diesen Rath in Ihrem eigenen wie im allgemeinen Interesse." Bitte, Fräulein, erklären Sie mir, was ich zu thun habe, denn ich versichere Ihnen, daß ich ganz und gar nicht ver stehe, was der Ratb. den Sie mir geden. von mir fordert, der mich darum erschreckt." Obwohl Sie noch nicht lange in Maraucourt sind, haben Sie doch gewiß schn gehört, daß die Krankheit .crrn Vulsrans und das Ausbleiben Herrn Edmunds eine Quelle der Besorgniß für das ganze Land sind." Ja, Fräulein, davon habe ich schon sprechen hören." Was würde aus den Fabriken von denen siebentausend Arbeiter leben, ohne die zu rechnen, die wieder von diesen Arbeitern leben was würde aus ihnen werden, wenn Herr Vulfran stürbe, wenn Herr Edmund nicht mehr zurückkäme? Sie werden sich denken können, daß diese Fragen nickt aufgeworfen worden sind, ohne BegehrlichZeiten zu erwecken. Würde Herr Vulfran die Direktion feinen beiden Rcffen letztwillig übertragen? oder etwa dem einen von ihnen, der ihm das meiste Vertrauen einflößte? oder gar dem. de schon seit zwanzig Jahren seine rechte Hand ist und vermöge der Geschäftskenntniß, womit er an Herrn Vulfrans Seite diese ungeheure Maschine geleitet bat, vielleicht mehr als sonst irgend Jeniand in der Lage und im Stande wäre, sie nicht in Gefahr kommen zu lassen? Als Herr Vulfran seinen Neffen Theodor kommen ließ, dachte man, er bestimme ihn damit zu seinem Nachfolger; als er aber im vorigen Jahre seinen Neffen Kasimir im Augenblick, wo dieser aus der Straßen- und Brückenbauschule austrat, zu sich berief. sah man. daß man sich getäuscht hatte, und daß sich Herrn Vulfrans Wabl nocfc auf Niemand gerichtet hatte, aus dem entscheidenden Grunde, weil er einzig und allein seinen Sohn zum Nachfolger haben will; denn trotz der Streitigkeiten. die sie sen mehr als zwölf Jahren getrennt haben, liebt er seinen Sohn zärtlich, mit echter Väterliche und großem Vaterstolz, und harrt auf seine Rückkehr. Freilich kann man gar nickt wissen, ob Herr Edmund je zurückkehrt, weiß man ja nicht einmal, ob er nl lebt oder gestorben ist. Eine einzige Person erhielt vermuthlich Nachrichten von ihm, wie Herr Edmund gleichfalls von ibr, und das war niemand Anderes als unser aller Pfarrer, der Abbe Reitet; aber der Abbe ist seit zwei Jahreu todt, und zur Stunde scheint es ziemlich sicher zu sein, daß man unmöglich -wis-sen kann, an wen man sich um Auskunft wenden soll. Was Herrn Vulfran betrifft, so glaubt er fest, sein Sohn werde heute oder morgen wieder heimkommen: aber die Leute, in derer nrerene es liegt, oay err somuno todt sei, haben einen nicht weniger festen Glauben und sind nicht weniger davon überzeugt, daß er thatsächlich gestorben ist. und so manövriren sie heimlich, um sich zu Herren der Lage zu machen und bereit zu sein, sobald die Nachricht von Herrn Edmunds Tode einträfe, die Herrn Vulfran leicht sogar das Leben kosten hinn. Verstehen Sie nun, mein liebes Kind, welches Interesse Sie daran haben, Sie, die Sie auf so vertrau: tem Fuße mit Herrn Vulfran leben, sich vorsichtig und zurückhaltend mit der Mutter Kasimirs zu benehmen, die mit allen möglichen Mitteln für ihren Sohn wirkt, doch gleicherweise gegen die, bic seinen Aussichten im Wege stehen? Wenn Sie sich zu freundlich mit ihftcüten, verdürben Sie's mit der Mutler Theodors, und hielten Sie's mit diefer. die gewiß nicht zögern wird, sich auch bald einzufinden, so hätten Sie Madame Bretcneux gegen sich; wenn Sie aber die Gunst beider Damen gewännen, zögen Sie sich wahrscheinlich die Feindseligkeiten dessen zu, der alles von ihnen zu fürchten hat. Darum, liebes Kind, empfehle ich Ihnen die allergrößte Behutsamkeit. Sprechen Sie so wenig als möglich, und in Fällen, wo Ihnen Fragen gestellt werden, auf die Sie nicht umhin können zu erwidern, geben Sie unbestimmte, nichtssagende Antworten. Man thut im Leden gar oft viel besser daran, sich in den Schatten zu stellen, als zu glänzen, und es ist. gescheitem, sich für ein einfältiges Mädchen halten zu lassen, als für ein kluges. Und das ist gerade Ihr Fall: je weniger verständig Sie scheinen werden. desto mehr werden Sie es sein."

34. Kapitel. 'Triefe mit freundschaftlichem Wohlwollen gegebenen Rathschlüge waren nicht dazu ange-

than. Perrines Unruhe über j den Besuch der Madame Bretoneur zu beschwichtigen. Und doch, so aufrichtig sie waren, schwächten sie die Wahrheit eher ab, als daß sie sie übertrieben hätten; denn im Gegensatze zu ihrer Körperlichkeit war Fräulein Schönmann im Sittlichen überaus zart und maßvoll. Sie drängte sich niemals vor. sprach die Dinge nur halb aus. deutete sie nur an. ohne Nachoru daraus zu legtn, und vetyaagle so in allem die Lehren, die sie jetzt Perrine gegeben hatte, und die sie sich selder zur Richschnur nahm. In der Wirtlichkeit war PerrineS Aufgabe noch viel schwieriger, als Fräulein Sckönmann vorausgesetzt hatte, nicht allein wegen der Begehrlichkciten, die sich um Herrn Vulfran herum breit machten, sondern auch, weil die Charaktere der beiden Mütter mit ins Spiel kamen, deren jede mit der anderen um die Wette darauf erpicht war, daß ihr Sohn allein eines schönen Tages die Fabriken von Maraucourt sammt einem Vermögen erben sollte, das sich, wie man sagte, auf mehr als hundert Millionen belief. Die Eine. Madame Stanislaus Paindavoinc. die Frau des älteren Bruders von Herrn Vulfran, hatte sich ihr Leben lang in den leidenschaftlichften Wünschen nach Reichthum verzehrt. Sie wartete von Jahr zu Jahr darauf, daß ihr Gatte, ein großer SeidenHändler in der Straße du Sentier, ihr durch gute Geschäfte die glänzende Lebenshaltung ermögliche, auf die ihr weltlicher Sinn, wie sie meinte, ihr ein Recht gäbe; da aber weder dieser Gatte noch ein gutes Gluck ihren Ehrgeiz befriedigte, fuhr sie fort, sich in Wünschen zu verzehren, und wartete jetzt darauf, daß Theodor durch feinen Onkel erhielte, woran es ihr der Gatte hatte fehlen lassen, und daß er in der Pariser Gesellschaft die Stellung einnähme, die ihr versagt geblieben war. Die Andere, Madame Bretoneux, die Schwester von Herrn Vulfran, war an einen Boulogner Kaufmann verhcirathet, der alle Arten von Geschäften betrieb, ohne zu Reichthum zu gelangen: er hatte eine Zollagentur, eine Schifffahrtsversicherungsagentur, war Händler in Cement und Kohlen, Rheder, Spediteur für Land und Seefracht. Diese Frau gelüstete es nach dem Vermögen ihres Bruders, ebenso sehr aus Liebe zum Gelde, als um ihrer Schwägerin, die sie haßte, die Erbschaft zu entreißen. Solange Herr Vulfran und sein Sohn in Eintracht miteinander gelebt hatten, hatten sich dlese Frauen damit begnügen müssen, von ihrem Bruder und Schwager herauszuschlagen, was sie an baarem Gelde, das man nicht heimsiuzahlen brauchte, an kaufmännischen Sicherstellunqen, Empfehlungen, kurz an allem dem. was ein reieher Verwandter zu spenden sich genöthigt sieht, bekommen konnten. Aber von dem Taae an, wo in Folge ungeheuerlicher Verschwendungen und übertriebener Ausgaben Edmund nach Indien geschickt worden war. angeblich als Käufer von Jute für das väterliche Haus, in Wirklichkeit aber als bestrafter Sohn, waren die beiden Schwägerinnen darauf bedacht, aus diesen Verhältnissen Nutzen zu ziehen; und als sich nun dieser aufrührerische Sohn gegen das ausdrückliche Verbot seines Vaters verheirathet hatte, fingen sie Beide an. jede an ibrcm Theil, darauf Einzuarbeiten, daß ihr eigener Sohn im gegebenen Augenblick den Platz des Verstoßenen einnehmen könne. Um jene Zeit war Theodor noch nicht zwanz'.g Jahre alt gewesen, und es hotte nach dem. wie er sich bis jetzt aufgeführt hatte, nicht den Anschein, als ob er jemals zur Arbeit und zu den Handelsgeschäften zu brauchen wäre: veryatschelt uno verzogen von lemer Mutter, die ihm ihre Liebhabereien und Zukunftsgedankcn eingeimpft hatte, lebte er nur für die Unterhaltung im Theater, für die Rennen und die Vergnügungen, die Paris den Söhnen aus Familien bietet, deren Börse sich ebenso leicht füllt, als sie geleert wird. Weleher Abstand, als er sich in ein Dorf verbannt und unter die Zuchtruthe eines Lehrmeisters gestellt sah, der nichts kannte als die Arbeit und sich ebenso streng gegen seineu Neffen zeigte, wie gegen den letzten seiner Arbeiter! Dieses bittere und erbitternde Leben ertrug er nur mit herzlicher Verachtung dessen, wa es ihm an Langeweile, Anstrengung und Ueberdruß aufbürdetc. Zehnmal im Tage war er entschlössen, auf und davon zu gehen, und er that es nur nicht, weil er sich mit der Hoffnung, bald selbst hier der Herr und einzige Besitzer dieses großen GeschäftsHauses zu sein, schmeichelte; er würde es dann schon einzurichten wissen, dachte er, daß er diesen Betrieb von oben herab und aus der Ferne, natürlich aus der Ferne, d. h. von Paris aus leiten könnte, wo er sich dann endlich für seine Entbehrungen schadlos halten wollte. Als Theodor mit seinem Onkel zu arbeiten anfing, war Kasimir erst elf bis zwölf Jahre alt und somit noch zu jung, um eine Stelle neben seinem Vetter einnehmen zu können. Aber seine Mutter lieft darum den Muth nicht sinken und machte einen Plan, der eines Tages die versäumte Zeit einholen sollte: Ingenieur mußte er werden! Kasimir als gelehrter Mathematiker sollte Herrn Vulfran übermeistern und zu gleicher Zeit seinen Vetter von seiner überlcaencn Stellung aus zermal-

mfn. In die polytecyniscye Schul' kntlßte er also gebracht werden, und ti fopke dort nur in den Fächern arbciteljt, die zum Examen der Schule verlangt wurden: in Mathematik, Phvsik. Ehcmie und Französisch. Nachmals hatte aber Kasimir die ärgerliche Erfahrung machen müssen, daß in Maraucourt den gemeinnützigen Kenntnissen weit mehr Werth beigelegt wurde als den mathematischen, und so hatte der Ingenieur weder den Onkel übermeistert, noch den Vetter zermalmt. Ja dieser hatte sogar einen Vorsprung vor ihm, den er seinen zehn in der Industrie verlebten Jahren verdankt:; denn wenn Theodor auch nicht wissenschaftlich gebildet war, was er zugab, so war er wenigstens praktisch, worauf er pochte, da er wohl wußte, daß diese Eigenschaft bei seinem Onkel mehr galt als alle anderen. Was zum Kuckuck kann man diesen Herren Nützliches beibringen," pflegte Theodor zu sagen, da sie ja nicht einmal im Stande sind, einen Geschäftsbrief klar und einfach und in anständiger Orthographie zu schreiben?" Welch' ein Jammer," meinte dagegen Kasimir, oaß sich rnejn schöner Vetter einbildet, man könne nirgends leben als in Paris! Welche Diensie könnte er ohne diese Thorheit meinem Onkel leisten! Aber was läßt sich Gutes von einem N'arren erwarten, der vom Tonnerstag an nichts anderes im Kopfe hat, als daß 'er am Sonnabend nach Paris flitzen will, der alles, was er thut oder nicht thut, nur dieses einzigcn Zweckes halber thut, und der vom Montagmorgen bis zum Donnerstag ganz in den Erinnerungen an den Sonntag, den er in Paris zugebracht hat, aufgeht?" Die Mütter waren auf nichts bedacht, als diese Urtheile ihrer Söhne, die sie noch ausschmückten, an den Mann zu bringen; aber anstatt Herrn Vulfran zu überzeugen, die Eine mit ihrer Behauptung, daß Theodor allein seine Stütze fein könne, die Andere mit der ihrigen, daß Kasimir allein ein wahrer Sohn für ihn sei, hatten sie ihn vielmehr dazu gebracht, von Theodor das zu glauben, was Kasimirs Mutter über ihn aussagte, und von Kasimir das, was Theodors Mutter über ihn aussagte, das heißt daß er im Grunde auf den Einen so wenig als auf den Anderen weder jetzt noch in Zukunft bauen könne. Hinfort sagte er sich bei dem Verhältniß, in das er sich zu ihnen stellte, und das dem von den beiden Müttern so eifrig angestrebten schnurstracks zuwiderlief: sie sind Neffen, nichts als Neffen, keineswegs und von keinem Gesichtspunkte aus Söhne." Ja selbst an seinen Verfügungen zu ihren Gunsten konnte man leicht sehen, daß er darauf gehalten hatte, diese Unterscheidung für Jedermann erkennbar zu machen, denn ungeachtet der Bittgesucbe aller Art, womit man ihn offen und versteckt behelligte, hatte er nie eingewilligt, sie im Schlosse, wo doch an Zimmern kein Mangel war, wohnen zu lassen, oder sonst sein häusliches Leden, so traurig und einsam es war, mit ihnen zu theilen. Ich will seinen Streit und keine Eifersucht um mich haben," hatte er immer geantwortet. Darum hatte er Theodor das Haus angewiesen, das er selbst, bevor er das Schloß baute, bewohnt hatte, und Kasimir das des früheren ersten Buchhalters, an dessen Stelle Mombleux gekommen 'war. Ihr Erstaunen war denn auch sehr groß und ihre Entrüstung erbittert, als sie erfuhren, daß eine Fremde, eine Hergelaufene, eine Zigeunerin, in's Schloß aufgenommen worden sei in das Schloß, das sie selbst nur als Eingeladene betreten durften. Was sollte das bedeuten? Wer war dieses kleine Ding? Was hatte man von ihr zu fürchten? Diese Fragen stellte Madame Bretoneux an ihren Sohn, und als sie seine Antworten nicht befriedigten, nahm sie sich vor, selbst der Sache auf den Grund zu kommen. Bei ihrer Ankunft war sie ziemlich besorgt, doch beruhigte sie sich schon nach Kurzem, so gut spielte Perrine die Rolle, die ihr Fräulein Schönmann eingeblasen hatte. Wenn Herr Vulfran auch seine Neffen nicht bei sich wohnen haben wollte, so war er nichtsdestoweniger überaus gastfreundlich, ja sogar großartig, prunthaft gastfreundlich gegen seine Familie, so oft seine Schwester und Schwägerin, fein Bruder und Schwager nach Maraucourt zu Besuch kamen. Bei solchen (Gelegenheiten erschien das Schloß in einem festlichen Glänze, der ihm nicht gewöhnlich war: alle Räume wurden gehest, die Dienerschaft pflanzte sich in Livree auf. die Wagen wurden aus den Schuppen gezogen, die Pferde in ihrem Prunkgeschirr aus den Ställen geführt, und des Abends, wenn es dunkel geworden war, sahen die Dorfbewohner das Schloß vom Erdgeschoß bis zu den Gievelfenstern hell erleuchtet, und zwischen Picquigny und Amiens, zwischen Amiens und Picquigny fuhren der Koch und der Hausmeiste? mit Proviant hin und her. Um Madame Bretoneux zu empfangen, hatte man dieselben Vorbereitungen gemacht, und bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhofe von Picquigny hatte sie den Landauer mit dem Kutscher und Bedienten bereit gefunden, sie nach Maraucourt zu bringen; ebenso hatte sie. als sie aus dem Wagen stieg. Bastien ihrer wartend gefunden, um sie in ihre Gemächer zu führen immer die gleichen, die im ersten Stock für sie einaericktet waren.

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Das beste Heilmittel in der Welt. In 25 und 50 Trotzdem erlitten die Geschäftsstundcn Herrn Vulfrans und seiner Neffen, sogar die Kasimirs, keinerlei Schmälerung: er würde seine Schwester bei den Mahlzeiten sehen, würde den Abend mit ihr zubringen zu mehr verstand er sich nicht, denn das Gcschäft ginge allem vor. Was ihren Sohn und den Neffen betraf, so galt für sie dieselbe Regel: sie sollten auf dem Schlosse frühstücken und zu Mittag essen, auch konnten sie am Abend dableiben, so lange sie wollten, aber im Uebrigen: unverbrüchlich strenge Bureaustunden! Unverbrüchlich streng für die Neffen, doch ebenso für Herrn Vulfran selbst und folglich auch für Perrine. so daß Madame Bretoneux ihr Verhör, das sie mit der Zigeunerin" anstellen wollte, nicht einleiten und ausführen konnte, wie sie es beabsichtigt hatte. Fortsetzung folgt.) Was unsere Floitengeslywader tttun. Als deutsche, englische und italienische Kriegsschiffe sich zur Blockade venezuelischer Häfen anschickten, war beinahe die gcsammie amerikanische Kriegsflotte unter dem Oberbefehl des Admirals Dewey nicht gar weit von dort, zu Manövern versammelt. Und alle amerikanischen Jingoblätter verlangten vom Präsidenten Roosevelt: Auf! Schicke den Admiral Dewey mit seiner Flottenmacht nach Venezuela, um diesen europäischen Eindringlingen Respekt und Furcht cinzujagen'" Hätte der Präsident diesem gellenden Ceschrei entsprochen, so wären allerlei bedenkliche Mißverstandnisse und Verwickelungen zu befürchten aewesen. Aber mit einer Beharrlichkeit, welche die höchste Anerkennung verdient, widerstand der Präsident, der sich auf die Ehrenhaftigkeit und Mäßigung der nur auf gerechte Eintreibung oenezuelischer Schulden bedachten deutschen und anderen Schiffsführer verließ, allen ienen Jinio-Zumuthungen. jlach Schluß der Manöver trennten sich die amerikanischen Geschwader wieder und kedrten nach ihren zum Thei! so weit en 'ernten Stationen zurück. Das .europaische Geschwader befindet sich wieder in europäischen Gewässern; und sein fürchterlicher Anführer Crowninshield sinnt nicht auf grausige Seeschlachten, sondern auf allerlei Festgepränge an europäischen Höfen. Das RordatlantischeGeschwader unter Contrcadmiral Higginson befindet sich meist wieder weiter nördlich. Nur einzelne Schiffe desselben unter Coghlan, dem großen Gesangskomiker, der aus einem betrunkenen Verspotte? des Kaisers ein Hohenzollern-Anbeter geworden ist, befindcn sich nicht gar weit von Venezuela, aber keineswegs in der Nähe der europäischen Blockadeschiffe. Das slldatlantiscbe Geschwader hält sich großen Theils bei Brasilien und Uruguay auf. Das Pacific-Geschwader aber unter Contreadmiral Glaß und Schiffe der atlantischen Geschwader haben in nächster Zeit mit ganz anderen spa-nisch-amerikanischen Fragen als mit der Venezuela-Frage zu thun. Dafür sorgen die Wirren in Honduras, der drohende Krieg zwischen Guatemala, Salvador und Honduras, die Scbwindeleien Salvadors an amerikanischen Gläubigern. Schiffe von den atlantischen Geschwadern werden in nächster Zeit auch gegen die Mulatten-Republik Domingo, welche gegen amerikanische Gläubiger schwindelt, nöthig sein. Oberadmiral Dewey aber weilt wieder friedlich bei seiner Gattin in der Bundeshauptstadt Das asiatische Geschwader, welches zu weit entfernt war, um an den Manövern theilzunehmen, verweilt theilwse bei den Philippinen. Sein Befehlshaber ist gegenwärtig Fighting Bob" Evans. Statt aber deutsche Kriegsschiffe aufzufressen, überwacht der entfch.liche ..Bob" friedlich den Bau einer großer Flottenstation in der philivvinischen Subig-Bai. Angenehme Ueberras ch u n g. Als unlängst die 250 Angestellten der Titusville Jron Company in Titusville, Pa., ihre Lohnkouverts öffneten, entdeckte Jeder von ihnen, außer seinem gewöhnlichen Salär. eine Summe, welche etwa fünf Prozent seines Jahreslohnes gleichkam. Ferner lag ein Cirkular bei, in welchem die Arbeiter benachrichtigt wurden, daß die Wochenarbeit für die Zukunft um fünf Stunden verkürzt und ihr Wochenlohn um zehn Prozent erhöht worden sei.

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St lair 37 City Hospital 38 Blake und North 39 Michan und Agnes l No. Spritzenius Wachington nahe West 42 ff$crf u Waffe. 43 Missouri u New Mort 45 Meridian u Wash 4S JllmoiS und Ofeio 47 Eapitol Av. u Wash 48 Kingan'S PrrkhauS 49 Straßenbahn Etüllk W. Washington Etr St No. I Spritzenhaus Illinois u Rcrrill 52 Illinois u LouisiQna 53 West und South St Wrst und VcEarty SS Senate ve. u Henry 57 Meridian und Ray 58 No. 4 EpritzenhauS Madison Av. u Morvis 59 Madison Av.u Tunlop 61 No 2 Haken Leilerhau South nahe Telawar ti Pm. u Merrill 53 Delaware u. McCarty s ast und ÜM 65 New Jersey u. Merrill 7 Virg. 9to. u Bradshaw 68 Last und Prospekt 69 Bicking und High n No. 11 Spritzenhaus Bit Ave. nahe Huron 7t Eaft und eorgia ?3 edar und Elm 74 Davidson u Seorgi 75 Cnglish Av. u Pme 76 Shelöy und Bates 78 No, 3 Spritzenhaus Prospekt nah Shelbtz 7S Fletcher Av. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 85 Cast u Washington 84 New York u. Davids SS Taubstummen Anstalt 86 Ver, Staaten Arsenal 87 Onental und Wash. 89 rauen-Resormat. 31 No. 13 Spritzenbaus Marvland nah Mer. 92 Meridmn u. Qkixaia. 93 Meridian und South 94 Pennsylv u. Louifiana 95 iraini? ve u Alao. 96 .Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohi, M No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und 15. 126 ?MndS und 15. 127 Brooksid und Jupiter 128 Central Ave und 17. I2S Delawan und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellefontaine und v. 134 College Ave und 2. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmaiin und 19. 138 College Av und 14. t3s,Cornell Ave und 13. 141 ?)andes und 1L. 142 Highland Ave und in. 143 Tecumseh und 1. 145 New Jersey nd 22. 146 Alvord und 17. 14? Ro. 2 Spritzenhaus Hili'lde Ave und 16. 148 College Ave und 22. 14 College Ave und 27. m Part Ave und 22. 15? L E u. 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Holmes. 328 Michigan u. Concord 341 West und McJntvr? 412 Missour, ti. Marylant 413 Missouri und Chic 415 Capital Aveu Seorcno 416 Misscur, u entucky 417 Senate Ave u. Dav. 421 P und S Rttnvus . Washington. 423 Jrr.-n-Hospital. 424 Mi.cy Ave .5J)u3 425 Vasb. und Harris 42 Ro. 1 Cpntzncha SS Washington 427 Cliver und Birch 428 O lirer und Osaood 429 Rordske und S)ork 431 Hadley Ave u. Morris 4 Skiver A u. Morrtf 4 'A River Ave und Ray 435 Harding u. Big 4 R 436 Hardin.z und Oliv 437 No. 1 Epntzercha? Morris und Hardlna. 438 Howard und 4S9 Ctocksards 451 Reisner und 452 Howard und ftc 453 Morris und KapS 456 Lambert und Belrnl 457 Nordyie ve u. Wat kN ON UMWD 612 Best und Ray 51Z kentucky Av u. Merrib 14 Meridian und Morrtzb 516 Jlinois und ftansas 617 orris und Dakota 618 Morris und Ehurch 519 kapital X. u ftcCarty 621 Meridian und Palmn 523 Pine un', Lord 624 Madiso? Ave u kinceln 2 Meridian uBeltA 627 Carlos und Ra 628 Meridian und Arizona 629 Meridian . Raymond 631 Meridian u. McSarty 632 Ro. 17 Spritzen!, .316 MvrriS nahe Seft 4 ,2 McKernan und Dough, 613 Saft u. Lincoln 614 Gast und Beecher 616 naht und Sander 617 RcCatty und Beaty i Rew Jersey u B A 71 Spruce und Prospea 713 English Are. u. Laurel 714 State Ave u.BeltA 715 Shelby und Beechtr 71 Ttate Ave und Orange 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Av, 721 Lerington A. u Laurtf 723 Flstcher Aveu. Gvrucs 724 State ve u. Pleasani 726 Proivt und UasarJ 726 Orange und Hai lax 728 Liberty und Mk 729 9?ill? und South 812 Ro. 15 Spritzenhaus Ost Washington Su 3 Market und Noble 814 Ohio u. Highland A 815 Michigan u. Highlant 816 Market y Arsenal Un 817 Oft S Cla-r und Union Bahn Selnse. 821 'mm Handle Shsx? 823 Bermonr und Walcou 824 Wash. und Stau 826 adven'skouuge Jad 826 Tucker und Ton'ey 827 Wash. und BkviOk Av 829 No. 19 Spritzenhaus Beville nah Nichigs 831 Toutheastern Ave und Woodside. 32 Wach, und Dearbm, 834 Soucheastern und Arsenal Aves. 3b New Kork und Tempi 12 Illinois und Maryl. 913 Illinois und Markt 914 Penn, und 9n 915 Telatvore raid Spezial-S znale. Ersten 2 Schläge, zweiter Alarm, Zweiten Schlage, dritter Alarm, Dritten 9 Schlage, vierter Alarm. 1-9-1, Feuer au und Schlauch ausgcrolk. 3 Schläge. Wasserdruck ab. 19 Schläge. 19 Uyr ittoßs. Die V) bezeichnet Signale werden nur vom Dbunw Wächter angegeben da an den betreffenden Strafte kreuzunge, fcfau armkäuen angebracht find.