Indiana Tribüne, Volume 26, Number 153, Indianapolis, Marion County, 19 February 1903 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

Mitteldeutsche Staaten. M e i n i n g e n. Der Herzog ernannte den Musikdirektor Berqer in B5rlin zum Nachfolger des MusikdirrftOli Fritz Sleinb'ach, welcher als Nachfolger des Professors Wüllner nach Köln berufen wurde . S ch ö n i n g e n. Der langjährige 5eiter und Vertreter des Consolidirten Braunkohlen - Bergwerks Viktoria" bei Hötensleben. Direktor Kreß hierselbst, trat in den Ruhestand. ondershausen. Im Alter nzn ,5 Jahren verschied hier der Gehetme Staatsrath a. D. Otto Drechsler. Der Verstorbene war früher Landrath in Zehren und Arnstadt. Stift Königslutte r. Gemeindevorsteher Zchmalbruch ist wiedergewählt morden. T i m m e r l a h. Im Alter von 80 Jahren starb der hier im Ruhestand lebende Kantor I. A. Theodor Neuner. W a n q e l n st e d t. Das Anwesen des Besitzers Christian Nolte ist niedergebrannt. Wien rode. Auf der hiesigen Braunkohlengrube Hercynia" kam ver Maschinenwärter Neander aus Thale zu Tode. Sacvlen. Dresden. Auf eine 25cihng Thätigkeit in ihrem Berufe blickten die Rathssekretäre Karl Büchner und Theodor Krebs, sowie der PolizeiWachtmeister Johannes Benad zurück. Schloßportier Karl August fctaitj trat in den Rubestand. Franz hat in 58jähriger Dienstzeit vier Königen gedient. A u e r h a m m e r. Das WohnHaus desBuckermelsters Michel brannte nieder. Hainichen. Dem Werkführer OelZner und dem Walkmeister Maier, welche seit über 30 Jahren in derWebWaarenfabrik von F. Püschel & Söhne beschäftigt sind, wurde das tragbare Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit überreicht. Klingenthal. Als der Feuermann Putz den Reinigungsraum in d?r hiesigen Oelgasanstalt betrat, erfolgte eine Explosion, die den Eintretcnden schwer verletzte und das Dach und die Fenster der Gasanstalt zcrstörte. Leipzig. Dr. Seeliger. Professor der geschichtlichen Hilfswissenschaften und Direktor des .Historismen Seminars an der hiesigen Universität, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Heidelberg abgelehnt. Den Eheleuten Rathsarbeiter Braune und dessen Ehefrau, otb. Jordan, welche ihr goldenes Ebejubiläum begangen haben, wurde von dem König ein Gnadengeschenk von 90 Mark bewilligt. Vermißt wird seit einiger Zeit der in Plagwitz wolmhafte Inge, nieur Ernst Arno Michael. Der ehemalige Heldentenor des hiesigen Stadttheaters. Karl Widemann. ist gestorben. Er war einer der letzten Kunstveteranen aus Leipzigs großer Theaterzeit in den 50er Jahren. L o ß n i tz. Lehrer Johannes Uhlemann feierte sein Löjähriges Diensttubiläum. P l a u e n i. B. Kaufmann Statt Paul Höfer stellte seine Zahlunzen ein. R h ä s a. An Blutvergiftung verstarb hier der Lohgerber Sprung. Demselben war beim Rasiren ein Älüthchcn im Gesicht weggeschnitten worden und er hatte die Wunde mit unreinen Händen berührt. S ch l e t t a u. Zum ebrenden Gedächtniß des im vorigen Jahre verstorbenen Stadtoberhauptes haben die städtischen Kollegien die Gründung einer Bürgermeister Zeidler-Stiftung für wohlthätige Zwecke beschlossen. Schnecberg. Der 24 Jahre alte verheirathete Arbeiter Mehnert aus Burkhardtsgrün gerieth in der Günther - Richter'schen Papierfabrik Hierselbst mit beiden Armen in die im Gange befindliche Papiermaschine, woht'x ihm ein Arm dreimal gebrochen und von beiden Armen das Fleisch förmlich abgezogen wurde. Z s ch o ck e n. Die neuerbaute mit Erntevorräthen gefüllte Scheune bei Gutsbesitzers Bochmann wurde durch Feuer vernichtet. Z s ch o p a u. Ein Brand legte das hiesige alte Schützenhaus in Asche. Keffen-Kclrmstcldt. D a r m st a d t. Kanzleirath Bi'um beging mit seiner Frau die goldene Hochzeit. Reqierungsrath a. D. Otto Klingelhöffer starb hier im Alter von 92 Jahren. 1897 erschien von dem Verstorbenen eine Broschüre über das Reichswahlgesetz, in der er das allgemeine direkte Wahlrecht den ersten Nagel zum arge des Deutschen Reiches" nannte. B e e r f e l d e n. Regierungs - Assessor Justus Reimherr wurde zum Steuerkontrolleur ernannt. Pfarrer i. P. Heinrich Tietz ist hier gestorben. Bingen. Folgende Unterveamte des hiesigen Postamts wurden zu Oberpostschaffnern bezw. Oberbriefträgern ernannt: Winau. Braum, Scherrer, Ebersmann. Pratzky und Mohr. Friedberg. Im 90. Lebensjähre verschied hier der frühere verdientvolle Direktor der hiesigen Blinoenanstalt, I. P. Schäfer. Gießen.. Professor Dr. Albrecht

Dietrich hierselbsi hat einen Ruf nach Heidelberg als Nachfolger des Professors Dr. Crusius erhalten. H e i d e s h e i m. Landwirth Josef Geins. 61 Jahre alt. wurde in seinem Steinbruche durch herabfallendes Gcröll qetödtet. Mainz. Weinhändler Albert Kern versuchte sich zu erschießen. Kern wird der Entwc-ndung von Geldbeträgen, die er zumeist bei Bekannten und Freunden ausgeführt haben soll, beschuldigt. Landgericktspräsident i. lß. Heinrich Aull ist im 90. Lebensjähre gestorben. Nieder - Olm. Amtsgerichtsdicner bei dem hiesigen Amtsgericht, Ernst Kliffmüller, wurde zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Wald - Michelbach ernannt. N i e d e r - R a m st a d t. P. Huthmann, der älteste Bürger Hierselbst, verschied im Alter von 92 Jahren. P f l u n g st a d t. Auf eine 25jährige Thätigkeit in seinem Berufe blickte der Kellermeister A. Oberhaus hier zurück. Wahl he im. Unser seitheriger Bürgermeister Wick wurde wieder gewäblt. W o r m s. Oberlehrer Professor Dr. Gustav Marx trat in den Ruhestand. puynii. München. Staatsminister FreiHerr von Feilitzsch feierte sein 40jähriqes Staats - Jubiläum. Im 84. Lebensjahre verschied hier Jgnaz Krämer. Oberingenieur a. D. bei der ehemaligen Ostbahn - Gesellschaft. Generalleutnant a. D. MaK Freiherr von Gumppenberg feierte mit seiner Gemahlin das Fest der goldenen Hock zeit. Oöerregierungsrath Mariy ist zum Ministerialrath befördert worden. FAuer zerstörte das Oekonomie - Anwesen des Realitätenbeiitzers Wilhelm Obermayer. A i v l i n g. An Stelle des von seinem Posten als Bürgermeister zurückgetretenen Oekonomierathes F. 3E. Wild wurde Schlossermeister Fr. Schönberger als Bürgermeister gewählt. Aschaffenburg. Der älteste Einwohner unserer Stadt. Stadtrichter a. D. Johann Weber, ist im 91. Lebensjahre an Altersschwäche gestorben. Handelsagent Feichtner versuchte sich im Stadtgarten zu erschießen. Er brachte sich eine schwere Kopfverletzung bei. Rechtsanwalt Karl Hauber wurde zum Rathsassessor gewählt. Die von Joh. Alois Schlosser hier als Schlossers Industrieund Litteraturcontor" gegründe te Schlosser'sche Buchhandlung beging ihr 75jähriges Geschäfts -Jubiläum. B u r a ch. Einer Feuersbrunst fiel das große Anwesen des Bauern Rabus zum Opfer. In einem Anfall von Geistesstörung ließ sich der 72 Jahr alte geistesgestörte Sögefeiler Johann Ziegler, der hier bei Verwandten zu Besuch war, vom Zuge überfahren und wurde sofort getödtet. Haldenwang. Oekonom Joscf Mayer von Ottisried brachte Milch nach hier. Auf dem Heimwege wurde er von dem 18jäbriqenArbeiterSckwaninger überfallen, niedergeschlagen und ausgeraubt. Der Thäter befindet sich in Haft. K i tz i n g e n. Tagelöhner Georg Degenhardt von Memmingen, der verdächtig ist. an der Metzaerstocr: Hupp von Randersacker einen Raubmord versucht zu haben, wurde von der hiesigen Gendarmerie verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängniß hier abgeliefert. L e u t st e t t e n. Georg Polzmaeher, Kirchenpfleger. Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr und der tusigen Schützengesellschaft, feierte den 80. Geburtstag. N e u m a r k t. Hier vollzog sich die Erhebung unserer Stadt zur unmittelbaren Stadt. Sie wurde vollzogen durch Regierungsrath Schreiber, der im Rathhause eine Ansprache an die Gemeindevertretung hielt. Ihm erwiderte der Bürgermeister. Oberleierndorf. Nach vorausgegangenem Wortwechsel erstach der verheirathete Schmied Singer von hier den Müllergehilfen Johannes Fischer und verletzte den Zimmermann Jakob Dalmer schwer. Als Singer verhaftet werden sollte, erschoß er sich. Passau. Vier Eisenbahn-Ober-bauarbeitcr kehrten auf einer Draisincvon Kalteneck nach hier zurück. In der Nähe des Rangirbahnbofes wurden sie aufmerksam gemacht, daß 1e auf dem Geleise der Roththaldahn fuhren und der Pockinger - Zug einfahre. Sie hoben die Draisine auf ein anderes Geleise, stießen aber bald mit eiIKI Nanc.irmaschine zusammen. Zwei retteten sich durch Abspringen, zwei wurden todtgefahren. Die Getödteten h.'ißen Straßer und Franz Länger. Ter Letztere ist verheirathet. Reqensburg. Der Oberforstrath Karl Rueff von hier ist das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bairisckcn Krone verliehen worden. S t a f f e l st e i n. Stadtpfarrer Georg Maultiegel hier feierte sein 50jähriges Priesterjubiläum. W e l t e n b u r g. Der Prior des hiesigen Benediktinertlosters, Geistlicher Rath Pater Michael Lceb, verschied im 81. Lebensjahr; er gehörte dem Orden 57 Jahre an. W ü r z b u r g. Ordentlicher Professor Dr. A. Voß an der hiesigen Unioersität wurde zum Professor der Mathematik an der Universität München ernannt.

ßingeöildeie Kranke. Die Einbildungskraft und die Phantaste, welche den Menschen in denStano setzt, sich angenehme Bilder und Vorstellungen vor das geistige Auge zu zaubern, ist auch sehr oft die Ursache für deprimirende und unangenehme Vorstellungen. Es ist überraschend, mit welcher Sorgfalt und in wie deiaillirter Weise gerade Krankheitsbilder und jirankheitsgefühle durch die Einbildungskraft im Menschen erzeugt wcrden. Ich spreche hier nicht von den Fällen, wo geistige Verwirrung zu derartigen Vorstellungen führt, sondern von den Fällen, welche im normalen Leben bei ganz normalen geistig gesunden Menschen vorkommen, und deren Prototyp der große Moliere in seinem Malade Jmaginaire" so meisterhaft persiflirt und parodirt hat. Tagtäglich begegnen wir solchen eingebildeten Kranken, ja beinahe jeder Stand und jeder Beruf weist Beispiele auf. Es ist nun nicht uninteressant, auf die Zustände etwas kritisch einzugehen und ihre Bedeutung zu würdigen. Wenn wir zunächst mit einem Wort zur Klärung der Verhältnisse auf die Hysterie eingehen, so geschieht es nickt etwa, weil wir annehmen, daß diese weitverbreitete Krankheit eine eingebildete sei. sondern vielmehr deshalb, weil wir ausdrücklich betonen wollen, dafe die Hysterie im wahren Sinne des Wortes eine Krankheit ist. In alter Zeit hielt man die armen, an Hysterie leidenden Menschen für Besessene, Heren und Zauberer, später verfielen sie dem Fluch der Lächerlichkeit und wurden als Simulanten und Betrüger behandelt ; erst unsere Zeit brachte es dahin, daß man auch die Hysterischen als Kranke bcflachtet? und ihnen die Sorgfalt und Geduld entgegenbrachte, welche sie verdienen. Trotz allem ist auch heute noch besonders in Laienkreisen mit dem Begriff hysterisch" immer etwas Despcktidiches verbunden, welches ebenso ungerecht wie grausam den Kranken gcgcnüber wirkt. Man thut gut daran, mit seinem Urtheil sehr, sehr vorsichtig zll sein und zumal den Frauen gegenüber mit dem Begriff Hysterie nicht den der Simulation ohne weiteres zu verknüpfen. Auch bei Männern ist die Hl;stciie sehr häufig, tritt aber gewöhnlich nicht in den Formen auf wie bei den Frauen und giebt daher auch nicht so oft Veranlassung zu spöttischer Kritik. Wenn wir also von diesem KrankheiiZbild absehen, so finden wir doch tagtäglich Kranke, welche sich ihre Krankheit nur einbilden, welche also im oben besprochenen Sinne in den Rahmen dieser Besprechung gehören. Sehr verschiedenartige Ursachen können die Menschen veranlassen, sich Krankhoitci einzubilden. Sehr oft ist es Unkenn!niß. sehr oft Halbwissen, am häufigsten wohl Beschäftigungslosigkeit. Natur gemäß wird es Menschen geben, ml ':i oon Hause aus mehr derartigen Dingen zuneigen, während andere wieder so geartet sind, daß sie niemals in bi Lage kommen, ihrer Einbildungskraft in dieser Richtung die Zügel schießen z i lassen. Viel macht dabei die Erziehnz.z aus. Wenn Eltern ihre Kinder so verziehen und verwöhnen und so besorgt bei jeder Kleinigkeit sind, daß daZ Kind lernt, immer nur an sich selbst zu beobachten und über seinen Gesundheitsz lstand nachzudenken, dann wird es viel leichter dazu kommen, sich diese und jene Krankheit einzubilden. Gerade iin 5Z indesalter findet man das sehr häufig und. wie wir später sehen werden, b? darf es ganz besonderer Sorgfalt. u:n diese Kinder von ihren Irrthümern e'.folgreich abzubringen. In etwas vorgeschrittenem Alter in der kritischen Zeit der Geschlechtsreife haben solche eingebildeten Krankheiten meistens ihren Grund in einer nur allzu häufigen Unkernüniß der physiologischen Vorgänge und körperlichen Veränderungen, welche als gänzlich neu und eingreifend auf den jungen Organismus einstürmen. Dann kommt eine Zeit, in welcher durch den Verkehr mit gleichaltrigen Genossen oder Freundinnen, durch Lektüre und oft auch durch das Studium sich eine Reihe von halbverstandenen Begriffen in den Köpfen festsetzen, welche den Betrefsenden alles Mögliche an sich entdecken lassen, was de facto" gar nicht vorHanden ist. Das drastische Beispiel hierfür stellt der angehende Mediziner, welcher zum ersten Male über Krankheiten und Krankheitserscheinungen in zunächst nicht immer gui.z verständlicher Weise hört. J'der Arzt wird mir bestätig.'!, daß es im Studium eine Zeit giebt, in welcher man sich nicht eine, sondern viele Krankheiten einbildet. Man schwitzt einmal Nachts, und am andern Morgen steht die Diagnose der beginnenden Lungenschlvindsucht fest. Man nach manch durchgekneivter Nacht etwas zittrige Hände, und ist felsenfest überzeugt, daß man an jener schrecklichen Nervenkrankheit der Paralysis agitans" leide. Kurz alle möglichen und unmöglichen Schreckgespenster tauchen auf, um nach kurzer Zeit mit fortschreitender Kenntniß wieder zu verschwinden. Aber auch Nicht-Medizi-nern passirt Derartiges und oft in

Folge der Lektüre wohlmeinender populärer Schriften, deren Verfasser gewohnlich mit derselben Unkenntniß b , haftet sind, wie sie ihr Publikum in j hohem Matze besitzt. Man glaubt gar , nicht, was in dieser Beziehung die sogenannten populär-medizinischen Bücher anrichten können und täglich an- , richten. Mr Aerzie haben oft genug

mit den aus solcher Lektüre herrührenden felsenfesten und unumstößlichen Vorurtheileil zu kämpfen. Zu einer solchen Unkenntniß. zu dem Halbwissen gesellt sich dann sehr oft die Furcht und treibt dazu, in allen möglichen Lexika, sei es Brockhaus, sei es Meyer, seien es Fachschriften, herum zu stöbern und sich Aufschluß zu holen. In diesen Büchern mag wohl ganz Riehtiges stehen, aber um es zu verstehen, gehört eben ein gewisser Stock" von Grundbegriffen dazu, welcher dem Laien meistens fehlt. Die Folge ist. daß die Notizen oder Besprechungen falsch verstanden werden nd eine wirkliche Aufklärung doch nicht erzielt wird. Die Furcht wächst, die über das Maß gespannte Selbstbeobachtuilg thut das Ihrige, und der eingebildete Kranke" ist fertig, zur Qual für sich selbst und zur Plage für die Umgebung. Es fragt sich nun, wie soll man sich solchen Kranken gegenüber verhalten. Leider wird in den wenigston Fällen ärztlicher Rath eingeholt, sondern die Eltern, Verwandten oder Freund? versuchen auf eigene Faust derartige Patienten" zu kuriren. Der Effekt ist sehr oft ein recht schlechter. Einen cingebildeten Kranken lächerlich machen, mag in wenigen Fällen nützlich sein, in den meisten ist es grundfalsch und sollte deshalb überhaupt unterbleiben. Lächerlichkeit führt nur dazu, daß der Betreffende kopfscheu wird und noch mehr unter seiner Einbildung leidet. Viel richtiger ist es, auf die Klagen solcher Kranken" einzugehen, sie anzuhören und sie. wenn möglich, durch ihren eigenen Verstand darauf zu bringen. daß sie gar nicht krank sind. Je ernsthafter man mit ernem eingebildeten Kranken über seinen Zustand spricht, desto größer ist das Vertrauen, und desto eher gelingt es. die Einbildung zu beseitigen. Das gilt vor Al lem für das kindliche und jugendliche Alter, bei welchem der Spoit viel schädigender zu wirken pflegt. Unter Umständen wird es sogar nöthig sein, gewisse ärztliche Maßnahmen, ja Eingriffe vorzunehmen, um die Patienten von ihren Einbildungen zu heilen. Jedenfalls sind eingebildete Kranke imner zu bedauern, verdienen die auBerste Sorgfalt in der Behandlung und sollten nicht zur Zielscheibe des Spottes und der Belustigung gemacht werden. Dr. P. Meißner. Das Fernrohr und das Mikroskop. Das Fernrohr schob sich einstmals weit heraus Aus seinem Messinghaus, Und sprach zum Mikroskop stolz ausgebreitet: Du Gegenfüßlcr! schau' und staun' mich an! Ich zeig' dicSonnen auf gcschwuna'ner Bahn Dem Himmelsforscher, den mein Aug' begleitet; Und das Gesetz, das mit verborg'ner Hand Dc'n stillen Gang der ew'gcn Sterne leitet. Ich lehr' es ihn. Du siehst indes, du Zwerg, Im Wassertropfen einen Ozean, Die Mücke ist für dich ein Elefant, Und aus dem Sandkorn machst du einen Berg. Mit mir dich messen, wär' Vermessenheit. Dein Amt ist neben mir ganz ohne Wichtigkeit." Für einen Forscher," sprach das Mikroskop. Bist du verwunderlich; durch Größe oder Stelle Verleitet ihn kein Ding zu Tadel oder Lob. Ein jeglich Wesen trinkt am ew'gen Schöpfungsquelle Die Fluth der Harmonie, der Liebe reine Welle. Das Kleinste ist an großen Wundern reich; Das Saatkorn baut die Berge und die Dome Mein ist die Erde, dein das Himmelreich: Miß' du die Sonnen, laß' mir die Atome: Glaub', vor der Mutter sind die Km der alle gleich."

SeinAbschied. Als die Frau Huber eines Tages anfsteht, findet sie das Bett ihres Mannes leer und auf dem Nachttisch einen Zettel folgenden Inhalts liegen: Liebe Frau, du hast in deinem Wohlthätigkeitsverein bisher immerStrümpfe für die afrikanischen Wilden gestrickt, während es nur an Strümpfen fehlte. Heute wandere ich nach Afrika aus. Vielleicht kommen die von dir gestrickten Strümpfe mir dort zu gute." - . Diphtherie-Erkrankun-gen ereigneten sich im Jahre 1901 in Oesterreich 28,373. Davon wurden 17,413 mit Heilserum behandelt, und es starben 2417 Kranke oder 13.9 Prozent. Von den der Serumbehandlung nicht unterzogenen 10,960 Krankheitsfällen nahmen 4111 oder 37.5 Prozent einen tödtlichen Verlauf. Durch den Suezkanal fuhren im letzten Jahre 2075 englische. 511 deutsche. 281 französische, 230 niederländische. 138 österreichisch-un-garische, 129 russische, 57 japanische, 87 italienische. 35 spanische, 47 norwegische, 20 dänische, 40 türkische und 25 amerikanische Schiffe.

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