Indiana Tribüne, Volume 26, Number 152, Indianapolis, Marion County, 18 February 1903 — Page 4
Jnoian Lrldune, IS Februar 1903.
jndiana Tribüne. , erauSgkgeden von der 8utmtrg Q. Indianapolis, Ind.
varry O. Thudium - Präsident GeschäftSloeal: Ao. 31 Süd Delaware Straße. telbphoe 269.
niered at the Post Office of Indianapolis :is second dass matter.
Jaurss Rede in der Eeputirten Kammer.
II. Unser Land Hat in so gutem Sinne die Dinge ans ihr rechtes Maß zurückgeführt. Es ist gut, daß gewisie IIlufionen verschwinden Frankreich hatte das Bewußtsein, daß es auch allein sein und auf sich selbst zu stehen vermochte. (Millevoyei Meine Anficht ist die, daß Sie durch Ihre Worte unserm Lande das denkbar größte Uebel zufügen.) Das wahre Uebel besteht darin, daß man sich nicht über dunkle Fragen ausspricht, aus denen dann Mißverständnisse entstehen, und nicht über die Mißverständnisse, die dann Niederlagen zur Folge haben. Vorgestern sagte Herr Ribot, das russilche Bündniß sei rein defensiven Charakters. (Ribot: Ich habe nur gesagt, daß es nicht mit dem Gedanken an einen Angriff geschlossen worden sei.) Ich verstehe diese Nüance; sie ' sind wohl für die Worte eines Diplomaten nothwendig. (Ribot: ich bin kein Diplomat für diese Dinge. Ich spreche einfach als Patriot. (Beifall in der Mitte.) Das ist mir neu, daß ein ehemaliger Minister des Aeußern einen Gegensatz zwischen Diplomat und Patriot aufstellt. Die Zeit ist noch nicht fern, wo man versuchte, das franzö-fisch-russische Bündniß als ein Werk der Reaktion in den Parteikampf zu werfen. Dieses Manöver der Reaktion ist glücklich abgeschlagen worden. Der Zweibund hat sich in friedlicher Aktior: unter dem Regime der reinen Demokratie weiter entwickelt, und das war für gewisse Leute unter Ihnen (nach rechts gewandt) eine Enttäuschung. Allerdings tadelt Herr Pobjedonoszew unsere innere Politik und Herr Jules Lemaire übersetzte seine Schriften und empfiehlt seine Lehrsätze. Dazu hat er das Recht. Aber wir haben das Recht, unsere Theilnahn?e den tapferen russischen Liberalen und dem großen Tolstoi zuzuwenden, der seinem Vaterlande die Zukunft der konstitutionellen Freiheit vorbereitet. Der Zweibund ist in seiner Entwickelung ruhig weiter geschritten : Rußland hat sich Oesterreich, Frankreich hat sich Italien genähert. Und darum sage ich, daß das Regime des Friedens, unter dem Europa zur Stunde steht, sich nur noch befestigen und kräftigen kann, wenn diese Entwicklung des Zweibundes stetig bleibt. Die Dauer des FriedensZustandes ist kein Ding des Zufalles. Die wesentlichen Ursachen liegen einmal in den Grundsätzen der Revolution, die ihre Früchte zu tragen beginnen, und sodann in dem Umstände, daß die Demokratie zur Herrschaft gelangt ist. Denn der Gedanke der ReVolution war ein Gedanke des Friedens. Man wirft uns Socialisten Internationalismus vor. Aber der verbreitet sich überall, und vornehmlich in wirtschaftlicher Hinsicht. Das haben wir bei der Zuckerfcige gesehen und in den Konferenzen zur Unterdrückung des Mädchenhandels; wir werden es bald bei der Frage der Altersversorgung der Ardeiter sehen. Der Jnternatronalismus hat den Frieden zum Ziel, die Aera des Friedens ist eröffnet. Vor 32 Jahren hat Frankreich nicht nur eine Einbuße an seiner Größe er litten, auch eine Einbuße des Rechts erfuhr es. Menfchen wurden dem Vaterlande, daS sie wollten und wünschten, gewaltsam entrissen; sie wurden also auf's schwerste in ihrem Rechte getroffen. (Beifall auf alle.l Bänken.) Wir stehen vor dem Entscheid: Die Konsekration der Gewalt zu vollziehen oder die geschehene Vergewaltigung des .Rechts als Konsekration des Friedens hinzunehmen. An dem Tage, wo die gleichzeitige Adrüftung erfolgt sein wird verstehen Sie wohl: gleichzeitige Abrüstung werden die menschlichen Sruppirungen ihre WiedereinfteUung in das Vaterland fordern, dem sie so rasch entris sen wurden. Frankreich ist besiegt, aber nicht erniedrigt worden. Es hat unter den glühenden und organisato
rischen Hoffnungen Gambetta's die feste Hoffnung und in der Elitfaltung der Republik die Kraft zu seiner nationalen Verjüngung wiedergefunden. Wir können ohne Bedenken über der schmerzlichen Seite des verhaßten Buchs vom Kriege Schluß machen. Man hat mir zugerufen: Ihre Lösung liegt in weiter Ferne! Und welches ist Ihr Da-
tum? Ich frage meinerseits: Welches ist
Ihr Datum und Ihre Lösung? Keiner von Ihnen würde die Verantwortung übernehmen, einenZFrieg heraufzubeschwören. Man sagt weiter: Wo ist Ihre Formel? Ja, wer will die Formel kennen, die allein die Zukunft dem menschlichen Blick enthüllt? Es genügt, das Ziel fest im Auge zu behalten, und das ist der Friede. Das ist nicht nur sozialistische, das ist auch republikanische Politik. Man nennt uns Agenten des Auslandes. Sind wir es allein, die man mit solchem Schimpf bedacht hat ? Nein, so hat man auch den Genueser" Gambetta, den Badenser" Spuller, den ..Preußen" Ferry. den Verräther" Elemenceau, so hat man selbst Rochefort und sogar d-n Engländer" Ribot genannt. Man hat alle Republikaner so geheißen und aus der Republik jagen wollen. Wer ? die Söhne der Emigranten ! Und zum Schluß sage ich allen Republikanern : Erinnert Euch, daß in unserer ganzen Geschichte zwei Worte stets den gleichen Sinn hitten : Gegenrevolution und Verleumdung !" (Anhaltender lebhafter Beifall auf der linken Seite des Hauses.) mm ni Wo war der Poftsack? Dir am 31. Januar auf der Fahrt von Louisvill,: nach Indianapolis verschmundene Postsack taucht hier plötzlich wieder auf.
Die hiesige Postbehörde erwartet heute von Cincinnati, vom dortigen Wen. - Superintendenten des FahrpostDienstes genauere Aufklärung über den bisherigen Verbleib des Postsacks, der wie berichtet am 31. Januar während der Fahrt von Louisville hierher von einem Zuge verschwand und, wie gleichfalls berichtet. Geld- und Gel-dcsmerth-Sendungen im Betrage von 50.000 enthielt. Dieser Postsack langte nämlich gestern Nachmittag gegen 1 Uhr per Big Four-Zug hier ganz unvermuthet an. Sein Inhalt scheint unversehrt zu sein, und nehm?n die hiesigen PostBeamten an, daß er irrthümlicher Weise für einen leeren Sack gehalten und nach dem Verladen auf einer Zwischenstation gen Cincinnati gesandt worden war, weil das Schild mit seiner Beftimmungsabgabe abgerissen worden war und weil gewöhnlich nur lederne Säcke für den Versandt von Werthbriefen benutzt werden. In diesem Falle war aber ein Segelluch-Sack benutzt worden.
Heute Abend findet in der Aula der Shortridge Hochschule wieder eine Probe des Mai-Musikfeft.Chores statt, den Herr John Stem zusammengebracht hat. In dem Befinden des schwererkrankten Gen. R. S. Fofter, deffen Ableben befürchtet worden war, trat gestern ein wunderbarer Umschlag zur Besserung ein. Die Leiche des am Donnerstag im Eagle Creek ertrunkenen Guy Valodin ist immer noch nicht gefunden worden. Gestern wurde die Suche nach der Leiche erheblich durch die Witterung behindert. Frau Cline hat von E. B. Martindale den Block No. 16 in Martindale's Lincoln Park Unterabtheilung, welcher von der Alabama und Delaware und von der 24. und 25. Str. begrenzt ist, für K25.000 baar gekauft. 35 hiesige Groceristen sind gestern nach Lafayette ger.'ift, um der 3. jährl. Convention der Jndiana Retail Merchants' Assn." beizuwohnen. Die hiesigen Delegaten sind I. T. Schooler. Hy. C. Schortemeier, I. W. Helt und John Shea. Das neue ftädt. Adreßbuch ist erschienen und an die Sudscribenten ab geliefert worden. Verschiedene Bürger, die mehrere Jahre an derselben Stelle gewohnt haben und noch wohnen, fanden gestern, als sie endlich den Muth hatten, im neuen Adreßbuch nachzuschlagen, daß sie plötzlich und ohne es zu wissen und zu wollen umgezogen find. Anoere fanden, daß sie noch in Wohnungen Hausen, die sie bereits vor Jahre und länger verlassen haben. Und da schimpft man noch über den Zeitungs-Druckfehler-Teufel!
(fin Zndianapoliser Namens Fiedler in Chicago plötzlich geftorbeu. Seine Angehörigen werden gesucht. Der Leichenbestatler Wm. Allison von No. 171 Ost Morrison Ave., Chicago, Jll., benachrichtigte gestern Abend gegen 8 Uhr die hiesige Polizei-Station per L ong Distance Telephone, daß dortselbst ein Jndianapoliser, ein alter Mann Namens Fiedler, plötzlich an ei nem Herzschlage gestorben sei, sowie daß die Leiche einstweilen in der Morgue untergebracht worden sei. Ferner ersuchte Allison die hiesige Polizei, den Sohn des Verstorbenen zu ermitteln, der hier eine EisenwaarenHandlung betreibe, hinzufügend, daß die Frau des Verstorbenen, wie man ermittelt habe, schon seit.mehreren Iahren in dem Jrrcn-Asyle in Kankakee, Jll.. als Patientin verweile. Die Suche der Polizei nach dem Sohne Fiedler's ist soweit erfolglos gewesen, zumal kein solcher EisenWaarenhändler im Adreßbuch verzeichnet ist.
lnn Baby von 13 Monaten
Und die Carbolsäure-Flasche.
Neue Bahnverbindungzwischen hier und Louisville. Die Monon Bahngesellschaft wird im Laufe dieses Jahres eine neue BahnVerbindung zwischen hier und Louisville etabliren. ES werden zunächst die Geleise der Jnpls. & Vincennes Bahn bis nach Mooresville benutzt werden; von dort wird eine neue Bahnlinie durch Greene County bis zu dem Punkt gebaut werden, wo sie mit der Louisville Abtheilung der Monon Bahn zusammentrifft. Die neue Bahnstrecke wird durch Gegenden führen, welche bis jetzt noch von keiner Eisenbahn berührt worden sind. Durch die neue Bahn wird auch eine directe Verbindung zwischen Indianapolis und den Kohlenfeldern von Greene und Sullivan Counties hergestellt werden.
Die Prudential. 27. Jahresbericht. Die Prudential Versicherungs'Gcfellschaft von Amerika machte in den letzten Jahren riesige Fortschritte. Keine Lebensversicherungs - Gesellschaft, welche ihre Geschäfte auf diesesLand beschränkt, hatte je einen solchen Record aufzuweisen. Folgende Zahlen sprechen für sich selbst. Ueber zweihundert und zmeiudsiebzig Millionen Dollars wurden wührend des letzten Jahres in Lebensversicherung ausgestellt: dieses bringt die Gesammtsumme für ausgestelltePojicen auf über achthundert Millionen Dollars. Das Einkommen von diesen betrug in 1902 über dreiunddreißig Millionen Dollars, und die Active betragen jetzt über sechszig Millionen Dollars. Die Gesellschaft begann ihre Geschäfte im Jahre 1875, und heute steht sie in den vordersten Reihen der Lebens-Versicherungs-Gesellschasten der W-lt.
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K. of F.
Großer Jahres-Ball am 19. Februar.
Morgen Abend findet in der Germania Halle der 4. jährliche Ball der localen Loge No. 7 der Knights of Fidelity statt, dessen Vorbereitungen von den Herren V. R. Jose, Ed. Harmening, John Connors. Wm. Schueßler und M. I. Mannir getroffen worden sind.DerReinertrag des aües ist für den Unterhal-tungs-Fonds für die am 11. Mai hier stattfindende National-Convention der K. of F. bestimmt. Der Eintrittspreis beträgt $1 für Herr und Dame, 25c für jede weitere Dame. Die Polonaise findet um 9 Uhr statt, das Supper um 2 Uhr. DerBall wird, nach den bisherigen Vorbereitungen zu schließen, wiederum in jeder Beziehung ein Glanzerfolg werden.
Jndiana Retail Hardware Dealer's Aff'n,
Die jährliche Convention der Indiana Retail Hardware Dealer's Ass'n." wurde gestern Nachmittag im Denison Hause durch Präsident W. I. Lewis von New Albany eröffnet. Sidney P. Johnson von Chicago und F. P. Fowlec, Secretär der Jndiana L umbermen's Mutual Ins. Organisation" hielten Ansprachen. Am Abend fand im Speisesaal des Denison Hotel ein Smoker statt. Heute Abend ist Banquet im Columbia Club.
Theo. Alderson. das 13 Monate alte Baby des in No. 954 W. Washington Str. wohnhaften Ehepaares I. AlW son, gerieth gestern Nachmittag gegen 5 Uhr, während dieMutter den Rücken gedreht hatt', über eine mit Carbolsälire gefüllte Flasche, die, wie es heißt, von einem Brette im Wandschranke herabgefallen war. Das Kind begann an dem Korke der Flasche zu lutschen etc. und verbrannte sich die Lippen und den Mund. Dispensariums-Arzt Dr. Shipp, der zu Hülfe gerufen wurde, glaubt nicht, daß der Kleine einen Theil des Giftes verschluckt hat, wie befürchtet worden war.
fca MnMHM
Das beste Bier in der Stadt"
werden einstimmig die Produkte der
Nur Qualm.
Durch den Feueralarm vom Kasten No. 47 kurz nach 9 Uhr gestern Abend wurde die Feuerwehr zu der SamenHandlung von I. A. Everitt in No. 227 W. Washington Str. gerufen. Doch war dort kein Feuer zu löschen. Das Ofenrohr war herabgefallen, dann gab's Qualm etc.
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(Konsolidation von Weich kohle n-G r u b e n. Philadelvhia, 18. Febr. Eine große Anzahl von Weichkohlen-Gruben-Besitzern hat heute hier einen Verband unter dem Namen Bituminous Eoal Trade Ass." gegründet. Der Verband soll etwa 25 Besitzer aus dem Clearfield. Cumberland, Meyersdale, Flat Top. New River, Beech Ereek und West Virginia Feldern um-fassen.
Auch ein Opfer der Kälte.
Im stüdt. Hospitale fand gestern Emmett Jones, ein etwa 40 Jahre alter Obdachloser aus Wisconsin Pflege, der per- Frachtzug als blinder Passagier hier angelangt war, halb verhungert und mit verfrorenen Füßen, die ihm vielleicht amputirt werden müssen.
Kurze Depeschen. Inland. 18. Februar. I t h a k a, N. I. Drei weiter Studenten der Cornell Universität sind an typhösem Fieber gestorben. 800 Studenten reisen bereits nach Hause. New York. Die Jahres - Conferenz des amerik. Zeitungsherausgeber Vereins begann unter großer Betheiligung. Es wurde beschlossen, das Aktien-Kapitak von $1,000 auf $2,000 zu -rhöhen. Frenzel Bros., Sto 1 W. Washington Str (Mcrchants National Back.) Ein europäisches Department.
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