Indiana Tribüne, Volume 26, Number 151, Indianapolis, Marion County, 17 February 1903 — Page 7

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I Anheim. Familienroman von Hertor M a lot. :-:-:-!-:-: : : ! : : (Fortsetzung.) Wir speisen um acht Uhr," sagte Herr Vulfran zu ihr, bis dahin bist Du frei." Sie stieg aus und folgte dem alten Kammerdiener, ganz geblendet und entzückt, als wäre sie in ein verzaubertes Schloß versetzt. Und wirtlich, die großartige Halle, von der aus eine stolze Treppe aus weißem Marmor, die Stufen mit einem rothen Teppich belegt, emporführte, erinnerte sie nicht an die monumentale Pracht eines Palastes? An jedem Absätze standen geräumige Blumcngestelle mit herrlichen Blumen und Blattpflanzen, tk mit ihren Düften die eingeschlosscne Luft durchwürzten. Bastien führte sie in's zweite Stockwerk hinaus und öffnete ihr, ohne selbst einzutreten, eine Thür. Ich werde die Hammerjungfer schicken," sagte er und zog sich zurück. Nachdem sie ein kleines dunkles Vorgemach durchschritten hatte, befand sie sich in einem großen, sehr hellen Zimmer, ausgcschlagen mit Stoff in der Farbe des Elfenbeins, übersät mit bunten Schmetterlingen, die leicht berumzuflieacn schienen; die Möbel waren aus gemasertem Ahorn, und aus dem grauen Teppich leuchteten Feldblumensträuße hervor: Maßliebe, Klatschrosen, Kornblumen, Butterblumen. O wie das alles frisch und hübsch war! Sie war noch nickt von ihrer Verwunderung, ihrem Staunen zu sich gekommen und unterhielt sich noch damit, ihren Fuß in den schwellenden, elastisehen Teppich einzudrücken, als die Kammerjungfer eintrat: Bastien hat mir gesagt, daß ich mich dem Fräulein zur Verfügung stellen soll." Ein Kammermädchen in hellem Kleire, ein Tüllhäubchen auf dem Kopfe, zur Bedienung für die. die wenige Tage vorher in einer Hütte, auf einem Farnkrautlager, mitten im Moor, mit den Ratten und Fröschen zusammen geschlafen hatte: da brauchte sie einige Zeit, um si auf sich selbst zu besinnen. Ich danke Ihnen." sagte sie endlich, aber ich habe gar nichts nöthig scheint mir." Wenn es dem Fräulein recht ist, so möcht' ich doch dem Fräulein ihre Einrichtung zeigen." Was sie die Einrichtung zeigen" nannte, das war das Oeffnen eines Spiegelschrankes und eines Wandfchrankes, wie auch fcer Schubladen eines Ankleidetiiches, die mit Bürsten, Scheeren, Seifen und Fläschchen angefüllt waren; nach diesem berührte sie einen der in die Tapete eingelassenen Knövfe. Dieser," sagte sie, ist für die Dienerschaft, und dieser" sie drückte aus einen anderen Knopf ist für die Beleuchtung." Im Nu waren Zimmer, Vorgemach und Ankleidekabinett mit blendendem Licht erfüllt,' das ebenso schnell wieder erlosch; es schien Perrine, als wäre sie geschwind wieder auf die Ebene bei Paris versetzt worden, als das Gewitter sie eingeholt hatte und ihr grelle Blitze vom zerrissenen Himmel den Weg zeig ten, der dann plötzlich wieder im Dunkel lag. Wenn das Fräulein meiner bedarf, so bitte ich zu klingeln, einmal für Ba stien, zweimal für mich." Aber was das Fräulein bedürfte." war vorderhand nur, allein zu bleiben, ebensowohl um sich recht gründlich in ihrem Zimmer umzusehen, als um sich wieder ihrer selbst zu bemächtigen, da sie durch alles, was sie seit heute Morgen erlebt hatte, ganz aus dem GleichGewicht gekommen war. Was für Ereignisse, was für Ueberraschunxn in wenigen Stunden! Wer hätte ihr am Morgen dieses Tageswc lie jich von yeooor uno :a,aiouci gefährlich bedroht sah, geweissagt, daß sich der Wind so günstig für sie drehen würde? War der Gedanke nicht zum Lachen, daß ihr gerade die Feindseligkeit dieser Herren zum Heil ausschlagen mußte? Aber wie viel mehr Grund zum Lachen hätte sie gehabt, wenn sie das Gesicht des Direktors hätte sehen können, als er Hercn Vulfran am Fuße der Treppe zu btn Bureaus erwartete. Ich vermuthe, daß diese junge Perfort Dummheiten geniacht hat?" sagte Talcuel. O nicht doch!" . Und doch haben Sie sich von Felix herfahren lassen?" Das kommt daher, weil ich die Kleine vorhin am Schlosse abgesetzt habe, damit sie sich zum Abendessen richten kann." Abendessen? Ich vermuthe" Er war dermaßen bestürzt, daß ihm im Augenblick nicht einfiel, was er vermuthn sollte. Ich vermuthe meinerseits," sagte Herr Vulfran, daß Sie nur zu vermuthen wissen." ... Ich vermuthe, daß Sie sie mit an Ihrem Tische speisen lassen." Vollkommen richtig. Schon seit langer Zeit wünschte ich Jemand um mich zu haben, der so verständig, ver-

schwiegen und treu wäre, daß ich Vertrauen zu ihm fassen könnte. Und gerade dieses kleine Mädchen scheint mir diese Eigenschaften in sich zu vereinigen: scheit ist sie. das weiß ich, verschwieg und treu ist sie auch, davon bad' icb den Beweis." . Tiefes wuroe ohne besonderen Nachdruck gesagt, aber doch in einer Art, daß Talouel den Sinn der Worte nicht mißverstehen konnte. Und so habe ich die Kleine aufgcnommen; und da ich sie gewissen Gefahren nicht aussetzen will nicht ihrethalben, denn ich habe die Ueberzeugung, daß sie ihnm nicht unterliegen würde, sondern wegen anderer Leute, rna mich nöthigen könnte, mich von jenen Anderen zu lrerjnen " Er sprach die letzten Werte mit Nachdruck. . . . Wie dem auch sei, sie wird immer bei nrn bleiben; hier in meinem Kabinette wird sie arbeiten; im Laufe des Tages wird sie mit mir ausfahrcn, sie wird an meinem Tische speisen, wo sie mit ihrem Geplauder meine sonst so traurigen Mahlzeiten aufheitern ivird, und sie wird auch im Schlosse wohnen." öalouel hatte Zeit gehabt, seinen Gleichmuth wieder zu gewinnen, und da es weder in seinem Charakter noch in dem Plane leg, den er sich für sein Betragen vorgezeichnct hatte, nämlich sich in: persönlicben Verkehr auch nicht den leisesten Widersvruch gegen seinen

Prinzipal zu erlauben, so sagte er: Ich vermuthe, daß sie Ihnen von der Genugthuung, die Sie, wie mir schein:, mit allem Recht von ihr erwarten dürfen, nichts schuldig bleiben wird." Ich vermuthe das auch." Während dieser Zeit genoß Perrine, auf den Balkon ihres Fensters gelehnt, in träumerischem Behagen die Aussicht, die sich ringsumher vor ihr aufthat: über die blühenden Blumenbeete des Gartens, die Fabriken, das Dorf mit seinen Häusern und seiner Kirche, die Wiesen, die Teiche, deren silberhelles Gcivässcr von den schrägen Strahlen der untergehenden Sonne glitzerte, und gegenüber auf das Wäldchen, wo sie am Tage ihrer Ankunft ausgeruht und im Hauche des Abenvwinds die süße Stimme ihrer Mutter zu vernehmen geglaubt hatte, die ihr zuflüsterte: Ich sehe Dich glücklich." Sie hatte die Zukunft vorausgcahnt, die theure Mutter, und das Drckel der großen Maßliebe war auch nicht trügerisch gegebn: glücklich das fing sie nun an zu sein, da sie den Weg in dieses Schloß gefunden hatte. Als das Pfeifen aus der Fabrik den Feierabend ankündigte, saß sie noch immer,- sinnend und träumend, auf ihrem Balkon, doch die gellenden Töne riefen sie aus den Zukunftsträumen in die Gegenwart zurück. Und von der Höhe ihres Luginsland sah sie nun. wie sich auf den Straßen des Dorfes und auf den weißen Wegen, die die grünen Wiesen und die gelben Kornfelder durchkreuzten, das schwarze Ameisengewimmel der Arbeiter ausbreitete, die zuerst eine zusammenhängende Masse bildeten, sich bald darauf in mehrere Ströme zertheilten, wo sie sich dann in's Unendliche zersplitterten und bald nur noch in kleinen Gruppen sichtbar wurden, die sich zuletzt auch vollends auflösten. Die Glocke des HausrnannS klingelte jetzt und der Wagen des Herrn Bulfran fuhr, vom alten Coco gezogen, die lreisförmige Allee gemächlich herauf. Aber Perrine verließ darum ihr Zimmer noch nicht, fondern putzte sich, wie Herr Vulfran ihr nahegelegt hatte, zuerst etwas heraus, wobei sie im Gebrauche des Kölnischen Wassers wie der feinen, duftenden, schaumigen Seifen förmlich schwelgte, und erst, als die Stichuhr auf dem Kamin Acht schlug, begab sie sich hinab. Sie wußte zuerst n; ht, wie sie den Speisesaa! finden sollte, aber sie brauchte nicht zu suchen: ein Diener im schwarzen Anzug, der sich in der Halle aushielt, führte sie hinein. Beinahe zu gleicher Zeit' erschien Herr Vulfran; ?!iemand führte ihn; Perrine bemerkte, daß er auf einem Läufer von Drilch. der auf dem Teppich lag, einherschritt, was ihm beim Gehen die Leitung gab und gewissermaßen die Augen ersetzte. (?in Körbenen mit Orchideen, die einen angenehmen u)u?: ausstromlen, icvmutf die Mitte des Tisches, der mit schwerem Silbergeschirr und feinem Kristall gedeckt war. dessen geschliffene Flächen das elektrische Licht des Kronleuchters zurückstrahlten. Eine kleine Weile blieb sie hinter dem Stuhle stehen, da sie nickt recht wußte, was sie zu thun habe; aber Herr 23ul ftcm kam ihr zu Hilfe: Nimm Platz," sagte er. Alsbald wurde aufgetragen; der Diener, der sie hereingeführt hatte, sctztc einen Teller mit Suppe vor sie hin. während Bastien seinem Herrn einen brachte, der afccr ris zum Rande voll war. Hätie sie mit Herrn Vulfran allein essen dürfen, so hätte sie sich ganz tehaglich gefühlt; doch die Gegenwart der zwei Bedienten, deren neugierige, wenn auch ernste Blicke sie auf sich gerichtet fühlte, wahrscheinlich um zu beobachten, wie sich so ein kleines Thiercben ihrer Ar: beim Essen benähme, schüchterte sie ein, und dieses -Zuschauen beengte sie wirklich etwas in ihren Bewegungen. Es ging ihr aber besser, als sie gedacht hatte, und sie beging teine Ungeschicklichkeit. Seit meiner Krankheit," sagte Herr Vulfran, habe ich die Gewohnheit, .zwei Zuppen zu essen, was bequemer für mich ist, aber Du, die Du gute Augen hast, brauchst Dich nicht daran zu kebren."

Ich habe so lange Suppe entbehren müssen, daß ich sehr gerne auch zweimal esse." Es war aber nicht dieselbe Suppe, die man ihnen jetzt vorsetzte, sondern eine neue, aus Gemüsen zubereitete, aus Kohl, Mohrrüben und Kartoffeln, ganz so einfach, wie man sie auf dem Lande ißt Ueber diese Einfachheit wurde auch bei der übrigen Mahlzeit, mit Ausnähme des Nachtisches, nicht hinausgegangen: sie bestand aus einer Hamrneuieiue mit grünen Erbsen und ernem Salat; aber zum Nachtisch wurden vier Teller mit verschiedenem Gebäck und vier blumengeschmückte Fruchtschalen mit dem herrlichsten Obst aufgetragen. Morgen kannst Du, wenn es Dir

Vergnügen macht, in die Gewächshäuser gehen, wo diese Früchte gereift sind," sagte Herr Vulfran. Sie hatte sich bescheiden einige Kirschen genommen, doch Herr Vulfran wünschte, sie solle auch von den Aprikosen, Pfirsichen und Trauben genicßen. In Deinem Alter," fagte er, hätte ich, glaub' ich. das ganze Obst, das auf dem Tische steht, verzehrt wenn man mir's geboten hätte." Durch diese Worte aufgemuntert, verließ Bastien den Platz hinter dem Stuhle seines Herrn und legte dem kleinen Thierchen," wie er es bei einem abgerichteten Aeffchen gethan hätte, eine Aprikose und einen Pfirsich, die er mit Kennerblick auswählte, auf den Tekler. So gut auch die Früchte schmeckten, fühlte sich Perrine doch erlöst, als die Mahlzeit vorüber war; je kürzer die erste Probe, desto besser, dachte sie; morgen würde dann die Neugierde der Diener befriedigt sein und sie nicht mehr beunruhigen. Bis morgen früh bist Du nun f'.ei," sagte Herr Vulfran, der sich vom Tische erhob; Du kannst noch im Garten beim Mondschein spazieren gehen, oder in der Bibliothek etwas lesen, oder auch ein Buch mit hinaufnehmen." Sie war in Verlegenheit, weil sie nicht wußte, ob es nicht unpassend wäre, Herrn Vulfran zu sagen, daß sie ihm gern noch dienstbar sein möchte. Als! ste zögernd stehen blieb, sah sie, wie Bastien ihr 'stumme Zeichen machte, die sie anfangs nicht verstand: er hielt scheinbar mit der linken Hand ein Buch, das er mit der rechten umblätterte, dann hielt er inne und zeigte nach Herrn Vulfran. indem er mit belebtem Gesichtsausdruck die Lippen bewegte. Plötzlich kam es ihr. daß er ihr zu verstehen gab, sie solle Herrn Vulfran vorlesen; da sie aber diesen Gedanken schon selber gehabt hatte, fürchtete sie, Bastiens Zeichensprache viel mehr in ihrem Sinne als in dem seinigen zu deuten: doch wagte sie's, zu fragen: Haben Sie mich gar nicht mehr nöthig, Herr? Darf ich Ihnen nicht vielleicht vorlesen?" Sie hatte die Freude, Bastien durch heftige Kopfbewegungcn zustimmen zu sehen; sie hat's errathen, wollte er ausdrücken, gerade das hat sie sagen müssen! Es gehört sich, daß man nach der Arbeit auch seine freien Stunden hat," antwortete Herr Vulfran. Ich versichere Ihnen, ich bin nicht im Geringsten müde." Nun," sagte er, dann folge mir xn mein Kabinett." Dies war ein großes, dunkles, durch ein Vorzimmer von dem Speisesaal getrenntes Gemach, wohin auch ein Läufer aus Leinwand führte, der es Herrn Vulfran erlaubte, sicher hinzuschreiten, da e; den Weg nicht verfehln konnte, auch im Kopf wie in den !6tinen das richtige Gefühl der Entfernungen hatte. v Perrine hatte sich schon manchnal Gedanken darüber gemacht, wie Herr Vulfran wohl, wenn er allein wäre, seine Zeit zubrächte, da er doch nicht lesen konnte; aber beim Anblick seines Zimmers, das durch den Druck auf einen Knopf erleuchtet wurde, begegnete ihrem Auge nichts, was diese Frage hätte beantworten können. Ausgestattet war es mit einem großen Tisch voller Papiere, mit Mappen und Stühlen, und das war alles. Vor einem Fenster stand ein großer Lehnsessel, aber nichts sonst; doch schien die Abgenutztheit der Stickerei, womit er überzogen war, darauf schließen zu lassen, daß Herr Vulsran lange Stunden auf diesem Sitze zubringen müsse, den weiten Himmel vor sich, von dem er rncht einmal die Wolken sah. Was wirst Du mir wohl ttsen?" fragte er sie. Journale lagen in ihren verschiedenfarbigen Umschlägen da. Aus einem Journal, wenn es Ihnen recht ist." Je weniaer Zeit man auf Journallesen verwenoet, je besser ist's." Darauf wußte sie nichts zu erwidern. da sie es ja nur gesagt hatte, um etwas .vorzuschlagen. Liest Du gern Reisebeschreibungen?" fragte er. Ja, Herr." Ich auch; sie unterhalten den Geist und beschäftigen ihn zugleich." Und dann, als ob er zu sich selbst spräche und sie es nicht hören könnte, sagte er: Sich selbst vergessen sich in anderer Menschen Leben hineindensen, anstatt in sein eigenes." Doch nach kurzem Schweigen wandte er sich wieder zu ihr: Wir wollen in die Bibliothek gehen." Sie lag neben seinem Kabinette, er brauchte nur eine Thür zu öffnen und zur Erleuchtung auf einen Knopf zu drücken; da aber nur eine einzige Lampe Lickt erhielt, so blieb der aamt aro5.e

Saal mit seinen Bücherschränken au. schwarzem Holze im Dunkel. Kennst Du die Tour du Monde?" fragte er. Nein, Herr." Nun, wir können im Katalog nachschlagen, da werden wir's finden." Er führt sie zu dem Schranke, der den Katalog enthielt, kund bat sie, ihn zu suchen, was eine gewisse Zeit in Anspruch nahm; endlich hatte sie ihn gefunden und legte die Hand darauf. Was soll ich aufschlagen?" fragte sie. Im I das Wort Indien." Also folgte er doch wieder der Spur seiner eignen Gedanken und hatte es aufgegeben, sich in anderer Menschen

Leben hineinzudenken, wie er sich's vorgenommen hatte; es war klar. wn ergentlich wollte: dem Leben seines Sohnes nachgehen, indem er die Beschreibung der Länder anhörte, in denen er Nachforschungen nach ihm anstellen ließ. Was siehst Du? Sage." Das Indien der Rajas, Reise in den Reichen von Mittelindien und in der Präsidentschaft Bengalen 18712. 209 bis 288." Das soll heißen, daß wir im zweiten Bande vom Jahr? 1871, Seite 209 den Anfang dieser rAtt finden werden; nimm diesen Band heraus und laß uns dann wieder in mein Kabinett gehen." Und als sie den gewünschten Band in einem der unteren Fächer gefunden hatte, ließ sie, anstatt aufzustehen, ihren Blick auf einem Bildniß haften, das über dem Kamine hing, und das sie, da sich allmälig ihre Augen an das Halbdunkel gewöhnt hatten, erst jetzt bemerkte. Was hast Du?" fragte er. Offen, aber mit bewegter Stimme antwortete sie: Ich betrachte das Bild, das über dem Kamin hängt." Es ist das Porträt meines Sohnes, als er zwanzig Jahre alt war. aber Du wirst es nicht deutlich sehen können, ich will es beleuchten." Er trat an die getäfelte Wand, drückte auf einen Knopf, und eine Anzahl kleiner Lampen über dem Rahmen und vor dem Bilde Übergossen es mit Licht. Perrine. die aufgestanden war, um ein paar Schritte näher zu treten, stieß einen Schrei aus und ließ den Band Tour du Monde auf den Boden fallen. Was ist Dir denn?" fragte er. Sie konnte aber keinen Laut von sich geben, sie blieb unbeweglich stehen, die Augen auf das Bild des blonden jungen Mannes gerichtet: er trug ein Jagdtostüm aus grünem Sammet, eine hohe Jagdmütze mit breitem Schild, die eine Hand war auf eine Flinte gestützt, die andere lag auf dem Kopfe eines schonen schwarzen Jagdhundes, der wie lebend aus dem Grunde heraustrat. Sie zitterte am ganzen Leibe und ein Strom von Thränen benetzte ihre Wangen, ohne daß sie daran ge dacht hätte, sie zurückzuhalten, so ganz war sie hingerissen und m die Betrachtung des Bildes versunken. Da sie kein Wort äußerte, verrieth nur ihr Schluchzen ihre innere Bewegung. Warum weinst Du?" fragte er. Nun mußte sie antworten; mit einer gewaltigen Anstrengung versuchte sie ihrer Stimme Herr zu werden, aber beim Aus sprechen der folgenden Worte fühlte sie deren völlige Zusammenhanglosigkeit: Es ist das Bild Ihr Sohn Sie fern Vater " Er stand einen Augenblick verständnißlos, wartend vor ihr. dann sagte er mit gerührtem Tone des Mitleids: Und da hast Du an den Deinigen gedacht?" ..Ja, Herr ja, Herr." Arme Kleine!" 33. Kapitel. Ueberraschung für die beiden immer zu spat kommen'htrt 5s?ps5cn rtTfi fr nrn nächsten Morgen beim EmIllkllVbll ilV l'1. Vi .J IV V4i. tritt in das Kabinett ihres Onkels, um die Briefschaften zu erledigen, Perrine so fest an ihrem Tische angesiedelt fanden. als ob sie diese Stelle nie mehr zu verlassen däcbt? Talouel hatte sich wohl gehütet, dre Beiden im Voraus davon zu unterrichten, hatte es aber einzurichten gewußt, schon auf dem Platze zu sein, als sie ankamen, um es mit anzusehen, wie sie die Neuigkeit aufnähmen. Das war denn auch ein köstlicher Spaß für ihn. . Obschon er wüthend war über das Eindringen dieser Bettlerin. die sich von heute auf morgen, ohne Protektion, ohne jede Empfehlung, die greisenhafte Schwäche eines alten Mannes zu Nutze machte, so war es ihm doch eine Genugthuung, du. Wuth der Neffen, die der seinigm nichts nachgab, mit anzusehen. Wie machte es sich auch so drollig, als sie der Kleinen ungeberdige Blicke zuwarfen, die ebenso viel Zorn als Ueberraschung ausdrückten! Offenbar konnten sie sich Perrines Gegenwart in diesem Kabinette gar nicht erklären, in diesem Heiligthum, wo sie selbst gerade nur so lange bleiben durften, bis sie die Erörterungen ihres Onkels angehört oder über die Geschäfte, die er ihnen aufgetragen, Bericht erstattet hatten. Da belustigte sich nun der Direktor an den Blicken, die sie mit einander wechselten, um sich zu verständigen, ohne es doch zu wagen, Partei zu ergreifen, ja ohne sich nur eine Bemerkung oder eine Frage zu erlauben. Er gab sich nicht einmal die Mühe, ihnen seine Schadenfreude und seinen Spott zu verbergen: denn war auch bis jetzt kein offener Krieg zwischen ihnen erklärt, so stand das

Werde gesund und bleibe gesund

indem du Leberkrankheite, Billiöfitit, Unreines Blut, durch die Anwendung von Tr. August Kömg's

Aamburger

ropsen

loö wirst, sie reguliren und reinigen. vi, rauche St. JakobS Oc( gegen TiTimnim

Barometer ihrer gegenseitigen Zunergung doch unter Null, und sie wußten recht gut, was sie von einander zu halten hatten und wie sie zu einander standen, beherrscht von dem Einfluß der geheimen Hoffnungen, die jeder von ihnen nährte: Talouel gegen die Neffen, die Neffen aeaen Talouel. und die Neffen selbst gegen einander. lFortsetzung folgt.) Das größte Verbrechen. Deinen prächtigen Renommirköter willst du verkaufen? Ja! Die verwünschte Bestie hat den Geldbriefträger gebissen! Spöttisch. t' m u Herr: Ach. gnädige Frau, glauben Siemir: die Liebe, die Sie vor fünf Jahren in meinem Herzen angezündet, glimmt immer noch fort!" Dame: Da sind Sie ja der reinste Glimmstengel." Die schlaue Wirthin. Frau Wirthin, heut' kommen zu uns jedenfalls viel' Stadtleut' 'raus, weil 's Wetter so schön ist. und wir haben nix als Schweinsbraten, Käs' und Butter!" Das macht nix! Da schreiben S' nur die ganz' Speis'kart'n voll und streichen S' nacher Alles wieder aus bis auf Schweinsbraten, Käs' und Butter, damit d' Stavtleut' seh'n. was ma' bei uns heut' scho' Alles hab'n bat könna!" Bei der Rekrut en-Aus-b i l d u n g. Sergeant: .,. . Wenn ich Stillgestanden" commandire, haben Sie sich nicht die Nase zu reiben! Verstanden? Wartn Sie damit. bis Sie wieder Civilist sind!" Die sind fort. Mama: Sei doch nicht so selbstsüchtig und lass' Dein Brüderchen auch 'mal mit Deinen kleinen Kugeln spielen." Tommy: Aber Willy behält sie immer für sich." Mama: O, das glaube ich nicht." Tommy: Ich aber doch. Er hat sie geschluckt." Ihre Krankheit. Sie: Ich möchte dieses Jahr zwischen Biarritz, Ostende und Baden-Baden wählen." Er: Du könntest eigent, lich hier bleiben bist ja gar nicht erbolungsbedürftig." Sie: So! Wer die Wahl hat, hat denn der nicht auch Qual!? ,

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Washington Etr 51 No. 1 SxritzcnbsnS Illinois u Merrill 52 Illinois u Loisiana 53 West und South S4WeftundAcCarty 5 Senate Ade. u Henry 57 Meridian und Rav 58 No. 4 Epritzenhauö Madison Av. u Mor.is 59 Madison Av.uTunlop 61 RoSHakenLeiterhauk South nah Delatvar 2 Penn, u Merrill 65 Telaware u. McCarttz 4 aft und "Skdarto 65 New Jersey u. Merrill 7 Birg. p. u Bradsya 68 aft und Prospert 69 Bicking und High 71 No. II Spritzenhaus ir Av. nah Huron 72 East und Seorgia 7Z Cedar und Clm 74 Davidson u Georgia 75 ömglish Av. u Pine 76 Shelöy und Bäte 78 No, 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shelbtz 79 Fletcher Av. u Shlby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 8? Last u Washington 84 New Yolu.Davidso, 8? Taubstummen Anstalt 8 Ver. Staaten Arsenal 87 Qrntal und Wash. 89 Zsrauen-Resormat. 91 No. 13 Spritzenhaus arvland nahe Mer. 92 Meridian u. Vcrqia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louifiana 5 Airqini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohi ,23 No. 1 Spritzenhaus 16. und sh. 124 Alabama und 16.' 125 Eentral Ave und 15. 126 Landes und 15. 127 Brooksid und Jupiter 128 Central Av und 17. 129 Telaware und 19. 1ZI Alabama und 11. 132 Bellefontaine und W. 134 College Ave und 26. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und Rorth 137 Newma.'.n und 19. 13 College Ave und 14. lös Corncll Ave und 13. 141 Dandes und 19. 142 Highland Ave und 1. 143 Tecumsey und 10. 145 New Jersey rnd 22. 146 Alvord und 17. .47 No. 2 Spritzenhaus SyAihl: Ave und 16. 14k Eollegk Av und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park ve und 2. i L E u. W Bahn u. ?2. Iö4 Ramsey Are und 10. 156 Ctoughton u Newman 157 Alias und Pik. 158 Bloyd und Pawya. 159 Ro. 21 Spriyenhaus Brighttvood 162 Arden und Depot 16Z Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Elair u. eystone 167 Arsenal A und 23. 153 Bellefontame und 28. 169 Park Ave und 10. 212 Capital ve und 17. 213 l '..nsylv. u. 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Crften 2 Schläge, zweiter Alarm, Ameite Schlag, dritter Zllarm, Dritten L Schlage, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgerollt. 3 Schlag, Wasserdruck ab. u Schlage, 12 Uhr RUtags. ic 'p bezeichneten CHanof wrdn nur vom Thür Wachter ar gegeben da an den beu essenden Smfcc: kreuHunge fctac Alarmkaite angebracht sind.