Indiana Tribüne, Volume 26, Number 151, Indianapolis, Marion County, 17 February 1903 — Page 1

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Tribüne.

K5SSS Tage- und JJ SonntaZsblatt S lOi per Woche. 8 SSSLSSSSSSSSS

4!69S 1 rt 11 a I age und R Cf,-c!,Uf D , . Ülu IkUl lOfUcr Vs-che. 4 SSSLSLSLSSSLSLH scheint joden $la4jmittap. JaHrqanv 26 Indianapolis, Ind., Dienstag, 17. Februar lw 3 RO.151,

Neun Grad unter Null.

Das Thermometer wies heute Morgen um 8 Uhr 9 Grad unter Null auf. Seit 32 Jahren ift es hier nach dem 15. Februar nicht so kalt gewesen, als wie heute. Vor dem fünfzehnten hat es schon kältereTage gegeben, so sank die Temperatur am 9. Februar 1897 auf 18 Grad unter Null und am 14. Februar 1875 auf 14 Grad unter Null. Doch gestrenge Herren regieren nicht lange und bis Morgen soll die kalte Welle wieder im Abzug begriffen sein. Der Stand des Thermometers war heute wie folgt: 4 Uhr Morgens Null. 5 2 Grad unter Null. . m f " " q ,, m " Q m h " 7 m n n K " II O u II II II Null. 1 Grad über Null. 6 7 8 9 10 11 12 1 2 Vorm. Mittags Nachm. Marion Club. Für die am 4. März stattfindende Beamtenwahl ift folgendes reguläre Ticket aufgestellt worden : Präsident, William A. Walker; 1. Vice-Prüsi-dent, C. D. Bowen ; 2. Vice-Präsi. dent, Armin C. Koehne ; 3. Vice-Prä-sident, Thomas C. Whallon; Sekretär. Albert E. Uhl; Schatzmeister. Thomas A. Wynne ; Sergeant-at-Arms, Fred. Sheets ; Directoren, Leonord Quill. Harn? Wallace, Rodt. E. Davidson, James A. Collins und Gaylord Hawkins. In der Stadt cursiren wieder einmal Gerüchte über die Gründung von z.riei Kunstgas-Compagnien, die als Concurrenten der Indianapolis Gas Co. auftreten und das Kunstgas billiger verkaufen wollen, als die IndianapolisGasCo. General-Manager I. R. Pearion von der Indianapolis Gas Go. erklärte, seine Compagnie habe in der Hinsicht keinerlei Befürchtungen. Winterwetter. C i n c i n n a t i, 17. Februar. Das Ohiothal wurde gestern vom heftigften Schneesturm dieser Winterfaison heimgesucht. Nach dem starken Regenweiter von Samstag und Sonntag und einem Glatteissturm von letzter Nacht dsgann eZ heuk vor Tagesanbruch zu schneien und der Boden ift jetzt mit fünf bis sieben Zoll Schnee bedeckt. Allem Anscheine nach wird der Schneesturm die Nacht hindurch andauern. Der Eisenbahnverkehr ist stark behindert und alle Züge haben in Folge der starken Schneemaffen mebrere Stunden Verspätung. Der starke Regen am Sonntag und der darauffolgende Schneefall hat ein rasches Steigen des Ohio an allen Punkten von Pittsburg bis unterhalb Cincinnatis bewirkt. In Parkersburg ift der Fluß seit Sonntag um 9 Fuß gestiegen und von Point Pl?afant herunter bis veinzhe hierher stieg der Fluß wähnc der letzten Stunden um über 8 Fuß. Hier bei Cincinnati wird ein Wafferstand von 45 Fuß erwartet. Der Pegel 'zeigte gestern Abend 39.1 Fuß. Der Mörder geständig. Hamilton, O., 17. Februar. Sam. Keelar, welcher in der Samstag Nacht seine Frau ermordete, hat ein umfassendes Geftändniß abgelegt. Er beging den Mord zwischen 1 und 2 Uhr Morgens, während feine Frau in tiefem Schlafe lag. Er zerschmetterte ihr mit dem Hammer die Hirnschale und schnitt ihr sodann mit einem Brotmesser den Hals durch. Ueber den Grund befragt, aus welchem er die grauenhafte That beging, erklärte er, daß er am Samstag Abend sich mit seiner Frau über häusliche Angelegen heiten gezankt hatte. Seine Schmiegermutter. welche zur Zeit anwesend war, wollte seine Frau bewegen, ihn zu veranlassen. Dieses habe ' ihn zur Verzweiflung gebracht und veranlaßt, üe zu tödten. E. G. Goth, Ofteopath, 163 Lemcke, Locomotor Ataxia Spezialitt.

Aus den Gerichtshöfen.

Geiftesumnachtet. Martha Hohiesel, 28 Jahre alt, wohnhaft in Haughville, wurde von den Doctoren John Kolmer und S. S. Sherer auf ihren Geisteszustand geprüft und für irrsinnig befunden. Sie leidet an verschiedenen fixen Ideen über ihre Verbindung mit demPrinzen Heinrich; sie ift schwer zu controlliren und hin und wieder von Verfolgungswahn befallen. Sie wurde nach dem Union Jrrenasyl gesandt. Ein Receiver ernannt. Richter Carter ernannte die Marion Trust Co. zum Receiver eines Landcomplexes, welcher von Joseph Miller, I. W. Selvage und Alice Miller ge. eignet wird. Derselbe ist n 162 BauPlätze eingetheilt,, welche nahe Hangh ville belegen sind. Die Besitzer können sich über die Bedingungen, unter welchen dieselben verkauft werden sollen, nicht einigen und aus diesem Grunde reichte Herr Miller das Gesuch um Er. nennung eines Reivers ein. Derselbe soll dem Gericht innerhalb der nächsten zehn Tage einen Bericht betreffs des Werthes der Bauplätze einreichen. Dieselben sind mit einer Hypothek von $12,000 bis 15,000 belastet. Bedeutende Alimente derlangt. Ollie Karchner verklagte ihren Gatten Henry aufScheidung und Zahlung von 82000 Alimenten. Er soll dem Trunke ergeben sein und sie, wenn er in beduseltem Zustande nach Hause kam in brutaler Weise mißhandelt haben. Eines Abends zog er sie bei den Haaren aus dem Bette und maltraitirte sie in roher Weise. Clara Morrison, welche von ihrem Gatten Frank vor etwa fünf Monaten verlassen wurde verklagte denselben auf Unterstützung und Zahlung von 81000 Alimenten. Der Dudley Fall a n d a s Supreme Court appcll i rt. Bekanntlich hatte vor einiger Zeit der Gouverneur den Sheriff Dudley von Sullivan, Ind. seines Amtes entsetzt, weil derselbe nicht genug Energie zeigte als ein Mob ihm einen Farbigen entriß, der sich unter seiner Obhut befand. Der Nigger wurde bekanntlich später gelyncht. Der Coroncr des Countys sollte das Amt dZs Sheriffs übernehmen, allein derselbe wollte nicht zurücktreten. Hierauf wurde im Gericht ein .uo-War-ranto-Verfahrcn gegen Dudley eingrleitet, damit derselbe gezwungen werde, sein Amt aufzugeben. Der Richter ent schied jedoch zu seinen Gunsten. Gegen diese Entscheidung sie jetzt an das Staats-Qbergericht appellirten. Dasselbe hat zu enrscheiden, ob das sog. Lynch -Gesetze conftitutionell ift oder nicht. BedutenderSchadenersatz verlangt. Lewis Bolin verklagte gestern die Straßenbahn-Gesellschaft, resp, die In dianavolis Traction & Terminal Co. auf 20,000 Schadenersatz. Vor etwa 5 Monaten war an der N. Illinois Straße eine electrische Car, als er die Straße entlang fuhr, gegen fein Bugzy gerannt. Er wurde von seinem Sitz und direct vor die Car geschleul dert, deren Räder über sein rechtes j Bein hinweggingen. Dasselbe wurde : dermaßen zermalmt, daß es amputirt werden mußte. Nieten in der Ehestands L o t t e r i e Mary Löwe reichte gestern eine Schei?dungsklage gegen ihren Gatten e;n. i Das Paar vermählte sich im December 1891 und lebte bis zum 25. Januar zusammen. An diesem Tage soll er sie in solch brutaler Weise mißhandelt haden, daß sie sich von ihm trennte und seitdem hat sie nicht mehr mit ihm zu sammengelebt. Wm. Farley wünscht von seiner Gattin Jda geschieden zu werden. Er beschuldigt sie, ihn lieblos und brutal behandelt zu haben.

Geschieden. Richter McMaster bewilligte Frau Julia Alexander die Scheidung von ihrem Gatten Edgar. Im Polizeigericht wurden an die Großgeschworenen überwiesen: Floyd Deppert, welcher es versäumt hatte, einen in seiner Wohnung vorge kommenen Blatternfall anzuzeigen ; JohnVoungermann, Diebftahl; Leonard Staley, Diebftahl. Verschoben wurden folgende Fälle: Jacob Weber, thätlichen Angriffs, 20. Febr., Mike Dugan, desgleichen, 20. Febr.; Darby Greeley und Al. Vatterson, Einbruch in "eine Frachtcar, 20. Febr.; Al. Ladenberg, Diebstahl, 20. Febr.; John Carr, Diebstahl, 17. Febr.; Moses Trattner, Verletzung des Nicholson Gesetzes, 19. Febr.; Ralph Dean, Diebftahl. 20. Febr.

Immer langsam voran, Tie Hochbahn-Bill ist noch nicht fertig, soll'ö aber bald werden. In einer gestern Morgen abgehaltenen Conferenz haben Mayor Bookmalter, Hülfs-Stadtanwalt Hay und die Repräsentanten und Anwälte des Commercial Clubs und der KaufleuteVereinigung abermals die Einzelheiten der gemeinschaftlichen ConferenzHochbahnbill besprochen, welche wahrscheinlich der Legislatur als ein Amendement zu der Bamberqer'schen Hochbahn-Bill vorgelegt werden soll. Der Mayor hofft, diese Bill vor Ende der Woche in der Legislatur zu haben und arbeiten die Anwälte Hay und I. E. McCullough jetzt an ihrer Vollendung. Matior Bookwalter erklärte, er werde wenn möglich, die Bill mit der vollen Zustimmung der Bahn -Anwälte der Legislatur unterbreiten, hielten die Bahn - Vertreter aber mit ihrer Zustimm ung zurück, so würde sie trotzdem unterbreitet werden. Dies und Das. Morgen beginnt hier, im Grand Hotel die 25. jährliche Sitzung der Großloge der Knights of Labor." Die I n d i a n a R e t a i l HardwareDealers' Ass'n." hält heute, Mittwoch und Donnerstag im Tenison Hotel ihre 4. Jahres-Ver-sammlung ab. Es wird erwartet, daß sich etwa 400 Mitglieder einsinden werden. Gouverneur Durdin wird dieselben willkommen heißen. Der Zucker-Krieg" zwischen den hiesigen Engros-Groceristen, über den letzte Woche berichtet wurde, dauert noch immer an. Die Händler setzen ihre eigenen Preise und die Preisliste der Grocers' Association findet keine Beachtung meh.. Die Geflügel-, Hunde- und Katzen-Ausstellung der Jndiana Fanciers' Association in der GermaniaHalle hat einen Ueberschuß von $150 und mehr ergeben. Tie früheren Ausstellungen in der Tomlinfon-Halle en detcn stets mit einem Manco. D. I. Terhune aus Linton und Chas E. Shiveley aus Richmond, Mitglieder der Jndiana Reformatoriums - Verwaltungsbehörde, deren College McDonald sich vom Gouverneur so ohne Weiteres mitteist der Rip-per-Bill an die Luft setzen ließ, sind soweit noch nicht aufgefordert worden, zu resigniren, noch auch gewimmelt worden, hlveley's Termin endet am 1. April, Terhune's am 1. April 1904. Soweit zu ermitteln war, ist weder Terhune noch Shiveley bereit, ohne Weiteres zu resigniren, falls der Gouverneur es verlangen sollte. Morgen, Mittwoch. Abend findet an der Oft Washington und Denny Straße eine Maffenversammlunq der Bauschreincr und Zimmerleute statt, um eine neue Union zu organ'siren. St. Jacobs Oel heilt Rheumatismus. Neuralgie, Muskelschmerzen, Hexenschuß, Rückenfchmerzen. Zahn schmerz, Kopfweh, Halsentzündungen, Verbrennungen. -Hautabschürfungen, Anschwellungen, Verrenkungen, Geschwüre und Wunden . Es wirkt Wunder, besiegt die Schmerzen.

Legislatur.

Senat. Die Gard ..Gebühren und Saläre" Bill, durch welche die Einnahmen aller County - Beamten wesentlich erhöht werden, wurde nach einstündiger' animirter Debatte mit 31 gegen 12 Stimmen in dritter Lesung angenommen und wurde sodann dem Hause übersandt. Für die Bill stimmten : Barcus, Crumbaker, Crumpacker, Davis, DeHaven, Fleming, Fortune. Gard, Goodwine, Gray, Harrison, Hendee, Johnston, Kittinger, Layman, Lyons, Matson. Matthews, Milburn, Newhouse, Ogborn, Powell, Röche, Singer, Starr, Thompson, Ulrey, Wampler, Whitcomb, Aolcott, Wood 31. Dagegen Askren, Bell. Coats, Conlogue, Dausman, Gochenour, Lawler, Parks, Purviance, Smith, Thralls 12. Es wird angenommen, daß die Bill im Haus in seiner gegenwärtigen Form ebenfalls passiren wird. Senator Matson's Stimmmaschinen Bill wurde auf die Tagesordnung von Donnerstag Vormittag als Special Ordre gesetzt. Senator Röche hat eine Bill eingereicht, welche vorschreibt, daß derjenige, welcher Stimmen kauft bestraft werden kann. Senator DeHaven's Bill. welche vorschreibt daß die Namen von Candid?ten für Congreß auf das Staatsanstatt auf das County-Ticket gestellt werden, wurde zur Reinschrift beordert. Der Senat nahm gestern paffende Beileidsbeschlüffe anläßlich des Ablebens desSenators Burns an; es wurde ferner beschaffen, daß die Wittwe des Verstordenen Senators die Summe erhalten soll, welche derselbe noch bezogen haben würde, wenn er seinen vollen Termin ausgedient hätte, auch sollen ibr $100 zur Bestreitung der Begräbnißkosten ausbezahlt werden. Senator Gray's Eisenbahn-Conso-lidateon"-Bill wurde vom EisenbahnComite günstig' einberichtet; Senator Fortune hat einen Minoritäts - Bericht eingereicht. Senator Thompson's Bill, durch welche für Indianapolis ein Gericht für jugendliche Sünder geschaffen wird, wurde einstimmig, und zwar mit 35 gegen 0 Stimmen, angenommen. Senator Wrampler's Shot Firers' Bill" wurde gestern ebenfalls mit 23 gegen 16 auf unbestimmte Zeit verscho ben. Sowohl die Kohlengruben - Bifitzer, als auch die Arbeiter hatten der Bill opponirt. Gegen die Bill stimmten : Ball, Coats, Conlogue, Crumpacker, Dausman, De Haven, Gard, Gibson, Goodwine, Hendee. Kittinger, Layman, Lindley, Matson, Newhouse. Ogborn, Parks, Powell, Purviance, Smith, Thompson. Wolcott und Wood 23. Für die Bill: Barkus, Crumbaker, Fleming. Fortune, Harrison, Johnston, Lawler. Matthews, Milburn, Röche, Singer, Starr, Thralls, Ulrey. Wampler und Whitcomb 16. Folgende Senatoren stimmten nicht: Askren. Barlow. Bell. Darby, Davis, Gochenour, Gray. Lyons, O'Brien und Strickler 16. Senator Milburn beabsichtigt, eine Modification des GeneralanwaltsBill", welche in der letzten Woche geschlagen wurde, einzubringen. Der Kampf über die Kirkman'sche Naturgas-Bill, betreffend die Nothwendigkeit des Gebrauches von Pumpen, welche von den Naturgas-Gesellschaften unterstützt wird, wird von Senator Ogborn und einem zahlreichen Anhang geführt werden. Im Hause ist die Bill unter Suspendirung der Regeln angenommen worden. Haus. Repr. Stechhan reichte eine Bill ein, welche eine Reorganisation des Staats ArbeitsDepartement vorschreibt. Es soll ein Jnspections.Departement creirt werden; an der Spitze desselben soll ein Jnspector mit $1800 Gehalt p-r Jahr stehen, der Chef-Deputy soll $1500 erhalten, es sollen 7 Sub-In-

svectoren ernannt werden: die Gesammt Ausgaben für die Office sollen sich auf nicht mehr als $13,900 per Jahr belaufen. Repr. Stansbury reichte eine Bill ein. welche im Interesse dcr Besitzer von kleineren Druckereien abgefaßt ift.

Dieselbe schreibt vor. daß die Contracte für County Drucksachen. Schreibmaterialien etc. in vier Classen vergeben werden sollen. Die Evansville Taubstummen Bill hat die dritte Lesung passirt und wurde dem Senat übersandt. Für dieselbe wurden 55, dagegen 34 Stimmen abgegeben. Die County Superintendenten Bill wurde mit großer Majorität verworfen. Die Bill, durch welche das Salä des Gouverneurs von $6000 auf $3000 erhöht wird, wurde angenommen. Die demokratischen Mitglieder des Hauses haben in einem Caucus beschlössen, gegen Senator Egrd's ($e bühren und Salär-Bill zu stimmen. Die republikanischen Mitglieder des Hauses hielten einen Caucus, in welchem nach langer Debatte beschlossen wurde, für Stansbury's Schul-Mate-rialien Commissions Bill" zu stimmen. Von Arbeite r-Organisatio-nen befürwortete Bills. Die Mitglieder der Legislatur haben Briefe erhalten, in welchen ihnen mitgetheilt wird, daß folgende ArbeiterOrganisationen nachstehende Bills indossirt haben: Jndiana Arbeiter-Fö-deration", Brüderschaft der Locomotivführer", Brüderschaft der Locomo-tiv-Heizer" und ..Brüderschaft der Ei senbahn-Zugangestellten" : Wright's Stim, Maschinen - Bill; Van Fleet's Bill betreffend Anstellung von zwei Locomotivführern auf großen Locomotiven und eines Conducteurs auf allen Zügen; Slack's Bill, welche den Gouverneur ermächtigt, in Fällen, wo die Bevölkerung absolut Mangel an Kohlen etc. leidet, ein Con-demnations-V'rfahren einschlagen zu dürfen; Stechhan's Bill, welche die Anstellung von weiblichen Personen in Gießereien, Tabak - Fabriken und überhaupt in solchen Plätzen verbietst, wo die Ardcit Gefahren für die Gesundheit in sich trägt; Jackway's Bill, milche die Inspektion von allen Dampfkeffeln von zehn Pferdelraft und darüber vorschreibt; Hull's Bill, welche verbietet, daß Eisenbahnangestellte gezwungen werden, längec als 16 Stunden hintereinander zu arbeiten; Stechhan's Erbschaftsfteuer-Bill ; Muir's Bill, welche das Contract-Arbeits-Sy-stem im Reformatorium aufhebt und die Creirung einer Industrie StrafüN' stalt im westlichen Jndiana vorschreibt; Thompson's Primärwahlen-Bill. Des B r e m s e r's Opfer. Logansport. Der Landstrei' cher John Murphy von Rockport, N. V.. welcher angeblich von einem Bremser eines Kabash Frachtzuges, welcher in langsamem Fahren begriffen war, geschossen wurde, weil er sich weigerle, abzuspringen, ift imHospita! gestorben. Dr. Gu stav.Brühl. f C i n c i n n a t i, O., 17. Februar. Dr. Gustav Brühl, der berühmte Forschungsreisende, deutsch-amerikanischer Schriftsteller und Dichter ist gestern in Folge eines Herzschlaqs plötzlich geftorden. Er war 77 Jahre alt und und seit 1848 hier ansässig. Vor 15 Jahren gab er seine ärztliche I Praxis auf nnd seitdem widmete cr sich hauptsächlich ethnologischen Forschuni gen. Seine Hauptwerke sind Poe!sieen des Urwaldes", eine im Jahre ! 1369 erschienene Gedichtsammlung ; j Die Kulturvölker Altamerikas", Zwischen Alaska und dem Feuerland" (Reisefkizzen), Abendglocken" (Gedichtsammlung), das Epos ..Charlotte". lchteMmschaWche ,fMM. 1 1 ....r.. i. i. r u Miiui ren Manuscript Dr. Brühl fertiggestellt hatte, bebandelt das Thema: Die Herkunft der amerskanischen Urbevölkerung und ihre Kultur. An der Durchsicht dieses Manuskriptes arbeitete Dr. Brühl am gestigen Tage, bis ihn die Vorboten des Todes zwangen, seinen Schreibtisch zu verlassen u. sein Schlafj zimmer aufzusuchen, wo er den letzten ' Athemzug that.

Nachrichten aus Jndiana.

d i e Gegen Gas-Pumpen Bill. N e w C a ft l e. Im Court House wurde eine Massenversammlung von Bürgern abgehalten, in welcher einstimmig das Repräsentantenhaus getadelt wurde, daß es Repr. Kirkman's Bill, durch welche die Operation von Pumpenstationen in Gas - Feldern erlaubt wird, angenommen hat. Nach Annahme der Bill ift der Richmond Gas-Gesellschaft erlaubt, ihre Pumpen in Betrieb zu setzen und dieses würde den Ruin der Quellen von mehr als 30 kleineren Gesellschaften in Henry Countv, welche nicht die Mittel haben, kostspielige Pumpenstationen zrr etabl' ren, zur Folge haben. Es wurden Beschlüsse gefaßt, welchen zufolge der Vertreter des Countys im Senat aufgefordert wird, alle ehrenhaften Mitteln aufzubieten, damit die Bill im Senat geschlagen werde. Die Richmond Natural Gas Co." ist zur Zeit durch einen vom Madison Superior-Richter erlassenen Einhaltsbefehl verhindert, ihre Pumpen zu denützen. Der Wettlauf . Schwindel. R o b l e s v i l l e. Der Prozcß des farbigen Tyler Caruthers hat um Montag im Kreisgericht begonnen. Derselbe ift gemeinschaftlich mit dem County-Clerk Horace Carey angeklagt worden, den Farmer Louis Stout von Engletown bei einem Wettlauf, welcher im letzten Mai in Springsield. Jlls., stattfand, um S3100 beschwindelt zu haben. In Folge der Prominenz einiger Persönlichkeiten, welche in diese Schwindelaffaire verwickelt sind, erregt der Prozeß allgemeines Interesse im ganzen Staat und man ist auf den Ausgang desselben sehr gespannt. Erkennen die Union nicht an. C o l u m b u s. Reeves & Co., Fabrikanten von landwirthschaftlichm Artikeln, haben angekündigt, daß sie die Union der Holzarbeiter nicht aner kennen. Fünfzig Mitglieder derselben haben die Arbeit niedergelegt und die Firma hat dieselben aufgefordert, ihren Lohn und ihre Werkz:uge zu holen. Sie hat bereits Anzeigen erlassen, um neue Leute zu erhalten, welche die Plätze der Streiker einnehmen sollen. Bewaffnete Schuljungen. K o k o m o. Die Knaben in den öffentlichen Schulen wurden am Mon tag durchsucht, ob sie Waffen mit sich führten. Das Resultat war ein er staunlicheZ,denn eS wurden mehrere hundert Pistolen, welche mit Patronen von Caliber 22 geladen waren, bei dcnJungen gefunden. Auf kurze Entfernung kann eine Kugel aus einer solchen Waffe den Tod eines Menschen herbeiführen. Auf der Jagd verunglückt. B r a z i l. Der 63jührige Farmer Andreas Metz befand sich am Montag auf der Hasenjagd. Er hatte jedoch kein Glück und beschloß nach Hause zu rückzukehren. Bevor er den Heimweg antrat, wollte er seine Flinte entladen; durci irgend einen unglrcklichen Zufall aber entlud sie sich. ?ie Kugel drang in den Unterbleib des bedauenswerthen Mannes und verursachte eine Wunde, welche seinen Tod zur Folge hatte. Kohlen sür die Armen. N e w A l b a n y. Die Stadtbehörden haben Maßregeln getroffen, um Kohlen zu mäßigen Preisen an die Armen zu verkaufen, und die erste solche Ladung wird heute von der Jndianaer Mine eintreffm und für $2.60 bis $2.75 die Tonne von 2000 Pfund ver. kauft werden erheblich billiger, als die Händler es thnn. Die Stadt will und kaun natürlich kein Geld dabei verdienen. Man denet. dafc reden anfei eine Ladung von 25 Toni nen eintreffen wird; sobald der Vorrath erschöpft ist, wird eine weitere Befiel lung gemacht werden. Die Kohlen werden auf der städtischen Waage ge. wogen werden. Wenn sich die Sache als erfolgreich herausstellt, so wird die Stadt im nächsten Winte? permanent ..in's Kohlengeschäft gehen".