Indiana Tribüne, Volume 26, Number 150, Indianapolis, Marion County, 16 February 1903 — Page 6

Jndiana Tribüne, 16. Februar 1903.

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(fiiroijiiililip Knnösd)an. rsv'.nz Oranienburg. Berlin. Criminalinslxctor Hoeft trat nach 48jähriger Dienstzeit in den Ruhestand. Dem Beamten wurde der Kroncnorden 3. Classe verliehen. Wittwe Charlotte Bechmann. die Lebensgefährtin des Begründers der Spandauer Bergbrauere:, ist gestorben. Die Greisin, die nahezu 94 Jahre alt geworden ist', wohnte in der WallnerThcaterstratze. Ihr Gatte starb schon vor einigen Jahren. Im Alter von 78 Jahren verschied hier der BildHauer Friedrich Ochs. In der medizinischen Fakultät der hiesigen Univer fität wurden außer den Professoren Dr. Oskar Lassar und Dr. Erich Lezer noch zu außerordentlichen Profcssoren ernannt: der Privatdocent für Dermatologie Professor Dr. med. Karl Posner, der Historiker der Medizin. Professor Dr. med. Julius Vagel, der Oberarzt Professor Dr. med. Alfred 5toblaiiu und der Oberarzt Privatdocent'Dr. med. Erich Bennecke. Aufsehen erregte hier in Künstlerkreisen der Selbstmord des Fabrikanten Fritz Miesler, eines der hervorragendsten Vertreter der Ansichtskartenindustr.e, der sich in seiner Fabrik am Luisenufer 44 erhängte. In der Stadtverordneten-Versammlung wurden Dr. Langerhans zum Vorsteher und Michelet zum Stellvertreter wiedergewähll. Gegenüber dem Grundstück Schöneberger Ufer 12 fiel der pensionirte BahnWärter Karl Thiele in den Landwehrcanal. Er wurde zwar noch lebend aus dem Wasser gezogen, starb aber !ld darauf. Von der Straßenbahn überfahren und sofort getödtet wurde der Reisende Theodor Zinoplch. Er sprang auf der HofjägerAllee im Thiergarten an dem Kreuzungspunkt vom Wagen, ohne den entgegenkamwenden Wagen zu bemerken, von dem er sofort erfaßt und niedergerissen wurde., Prof. Dr. Rudolf Franz, früher Oberlehrer am Gymnasium zum Grauen Kloster, ist gestorben. Er hatte ein Alter von über 76 Jahren erreicht. Schankwirth Ludw. Lechmann, 55 Jahre alt, der seit 18 Iahren in dem Hause Elsasserstraße No. 93 eine gutgehende Wirthschaft betrieb, verübte aus Lebensüberdruß Selbstmord. Ihr 50jähriges Geschäftsjubiläum feierte die Äandwaarenfirma Hermann F. Hahlo, Grünstraße 16. Auf dem Forckenveckplatz erhängte sich der 54 Jahre alte Arbeiter Albert Neye, dr in der Wäschefabrik von Rose und Stern in der Reuen Königstrahe 22 Jahre lang beschäftigt war. Als Veranlassung nimmt man F.amilienzwist an. Agent Leo Blumenthal, der im Hause Fricdrichstraße 207 wohnte, wurde in seiner mil Gas dicht gefüllten Schlafstube todt aufgefunden. Die Annahme eines Selbstmordes ist durch die Untersuchung der Wohnräume hinfällig geworden, und die Leiche wurde beschlagnahmt. Potsdam. Oberstabsarzt a. D. Dr. Nothnagel von hier ist zum Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung des Kreisarztöezirktes Leh?-Hadeln beauftragt worden. A d l e r s h o f. Erstickt aufgefunden wurde in ihrer Wohnung die Frau d.'s Ingenieurs Müller. Der Hahn der Kochgasanlage in der Küche stand offen. Es wird ein Unglücksfall angenommen. Brandenburg. Schumachermeiste? Friedrich Bcrndt feierte mit seiner Ehefrau Theref.'. geb. Becker, das Fest der goldenen Hochzeit. G r ü tz. Eine Feuersbrunst zerstörte die Hälfte unseres Dorfes. Gutsbesitzer Schulz, bei dem das Feuer ausbrach, erlitt schwere Brandwunden. K ü st r i n. Stadtrath a. D. Rentner Albert Massute und seine Frau feierten die goldene Hochzeil. Landsberg a. W. Die goldene Hochzeit feierte der hiesige ehemalige Gymnasiallehrer Joachim Tiedg? mit seiner Gemahlin. Die Einsegnung des Jubelpaares vollzog der eigene Sohn, loelcher Pfarrer in Kladow ist. H'rovinz Hstprcuyen. Königsberg. Geheimer Regierungsrath Tocrell ist zum Ober-Re-oierungsrathi ernannt worden. Die Stadtverordneten wählten zum Vorsicher Stadtrath a. D. Kaufmann Krohne wieder, zu seinem Stellvertreter wurdeJustirath Aogel, zu Schriftsichrem Oberlehrer Dr. Dirichlet und Kaufmann Michaelis gewählt. A l l e n st e i n. An einem Gehirnschlag starb plötzlich der Rechnungsrath Kadgier. B a r t e n st e i n. Im Alter von 100 Jahren ist die Arbciterwittwe Tolk, geb. Heppner, zu Gr.-Kärthen gestorben. Braunsberg. StadtrathVraunfisch, welcher sein 25jähriges Jubiläum als solcher feierte, wurde zum Ehrenbürger ernannt. Liebemüh l. Lehrer August ist als Lehrer an der Volksschule zu Osterode gewählt worden und wrd zum 1. April seine Stellung hier aufgeben. M e h l s a ck. Der hiesige Evangelische Verein feierte sein 50jähriges Bestehen. Neidenburg. Kaufmann Emil Jablonowski stellte seine Zahlungen ein. Osterode. Der ordentliche Lehrer an der hiesigen höheren Töchterschule Nilson ist an die höhere Töchterschule nach Thorn gewählt worden. Tischlermeister John Strehl meldete Concurs an.

P o n a r t h. Erschossen hat sich hier der 50 Jahre alle verwittwele Milchhändler Müller. R a st e n b u r g. Rathsherr Stellmachermeister Peppel wurde in sein Amt eingeführt. W a r t e n b u r g. Die Stadtverordneten wählten den Grundbesitzer Bricskorn zum Vorsteher wieder. Zum Stellvertreter wurde Gutsbesitzer W'rmter von Kl.-Wartenburg. zum

O'. chriftsührer Kanzhst Krer und zu dessen Stellvertreter Grumach sen. gcwarnt. W o r m d i t t. Holzhauermeister Anton Erdma.in ferte mit seiner Frau das Fest der goldenen Hochzeit. Fror".,rz W?;'tpreußen. D a n z i g. Auf dem Bahnhofe zu Olioa erschoß sich der 35 Jahre alte stellungslose Landwirth Konrad Klein von hier. Der frühere Cassirer des hiesigen Beamten - Consumgeschäfts, Betriebssecretär Hewder, der schon einige eit vom Amte suspendirt war, ist verhaftet worden. Briefen. Dem hiesigen Postschaffner Schmidt wurde das 25. Kind geboren. Deuts ch-E i l a u. In der HauptVersammlung der Kriegervereine wurde zum ersten Vorsitzenden Bürgermeister Grzywacz, zum zweiten Vorsitzenden Kaufmann und Oberleutnant d. L. Holzmann wiedergewählt. Als Commandeur wählte die Versammlung Steuereinnehmer Hauptmann d. L. Horstigall und als stellvertretenden Commandeur Kaufmann Oberleutnant d. R. Zollenkop. E l b i n g. Fischermeister Bruno Stecke! wollte ein Gewehr verpacken, hatte aber übersehen, daß das Gewehr noch geladen war. Vei einer unvorsichtigen Hantirung ging der Schuß los, und tödtlich getroffen sank Stecket um. Er war 37 Jahre alt und hatte 18 Jahre beim Militär gedient. K o n i tz. Aus Anlaß des 25jährigen Dienstjubiläums als Superintendent fand hier zu Ehren des Superintendenten Rübsamen ein Festessen statt. Im ?tamen der Mitglieder der Kreissynode überreichte Pfarrer Hammer dem Jubilar als Ehrengeschenk zwei Armleuchter. Zum Rektor der hiesigen Knabenvolksschule ist Adalbert Neumann von der Kapellenschule in Danzig gewählt worden. Die Wahl des hiesigen Kaufmanns Stockebrand zum Stadtrath wurde von der Regierung nicht bestätigt. 5t u l m s e e. Die Stadtverordneten wählten zum Vorsteher den Zucker-fabrik-Director Berendes, zum StellVertreter Amtsgerichtssecretär Dunker, zum Schriftführer Kaufmann Mittenberg und zum Stellvertreter Kaufmann C. v. Preetzmann. M a r i e n w e r d e r. In der ersten diesjährigen Stadtverordnetensitzung wurden Buchhändler Böhnke zum Vorsicher, Justi'ath Dr. Schrock als Stellvertreter, Apothekenbesitzer Weiß als erster, Färbereivesitzer Wagncr als zweiter Schriftführer gewählt. Marienburg. Durch Oberroitinfpector Döring aus Danzig fand die Uebergabe des hiesigen Postamtes an Postdirector Gade aus Bückeburg den Nachfolger des nach Danzig versetzten Postdirectors Augustin statt. R e H d o r f. Zum Vorsitzenden des hiesigen Kriegervereins wurde Hauptmann Otmann-Louisenwalde. zu dessen Stellvertreter Dr. Rosentreter, hier, zum Schriftführer Lehrer BraunMontauerweide und zum Cassirer Forster Werner, hier, gewählt. Strasburg. Rittergutsbesitzer Vieling auf Hochbeim ist gestorben. Er war lange Jahre in Ehrenämtern thätig. Z o p p o i. Einem Brande fiel das nzbegclegene Sommer - Etablissement Brauershöhe" zum Opfer. Provinz Zfornrnern. S t e t t in. Der Direktor der Stettiner Walzmühle, Herr E. Brunckow, ist zum Kommerzienrath er nannt. Dem Regierungsbaumeister Anton Kümmel ist die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienste ertheilt. Greifender g. Hier brannte das Stallgebäude des Malers Gusler vollständig nieder. Greifs wa ld. Ter bisherige kommissarische Direktor der Unibersitäts - Bibliothek. Ober - Bibliothekar Dr. Friedrich Milkam, ist zum Direktor der Bibliothek ernannt. Heringsdorf. Im gerichtlichen Zwangsversteigerungs - Termin wurde Graafs Hotcl für denPreis von 48.000 Mark an Herrn Steckner aus ! Stettin verkauft. Ncustcttin. Auf der Bahnstrecke Neustcttin - Belgrad wurde der im Dienste des Deputanten Kolpin in Kramerwinkel stehende Knecht Johann Abraham im Bahngraben liegend todt aufaefunden. S t r a ! s u n d. Der Regierungsrath Charles de Beaulieu ist zum Oberregierungsrath ernannt. T o r g e l o w. Der Arbeiter Karl Grunow hat die 5zjährige Tochter des Arbeiters Kurth In Alt - Torgelow vom Tode des Berbrennens gerettet. W a n g e r i e n. Es wurde bei dem Bauerhofsbesitzer Müller ein Einbruchsdiebstahl verübt, bei welchem den DiebenWerthpapiere in .öhe von mehreren tausend Mark in die Hände sielen. W o l t e r s d o r f. Das Grundstück des Schuh-nachers Diedrich brannte vollständig nieder.

Lvm Ausiandc.

In München hat s i ch kürzlich ein neu zugezogenes Dienstmädchen einen Separat - Briefkasten, der in die Thür eingelassen ist, für ihre Privat - Correspcndenz machen lassen. Verlangt es nun der Hausherr, so muß die Dienstherrschaft die Thür durch eine neue ersetzen lassen. Der künstlerische R a chlaß des österreichischen Malers G. Wertheimer gelangte unlängst in Paris zur Versteigerung. Man hatte der Auktion mit sehr geringen Erwartungen entgegengeblickt. Wertheimer, der vor Jahren eine kurze Berühmtheit als Thiermaler erlangt hatte, war zuletzt kaum mehr in der Oeffentlichkeit genannt worden. Hin und wieder nur erschien ein Bild von ihm im Salon. Die Ausstellung seines Nachlasses zeigte denn auch deutlich, wie sehr sein nicht unbeträchtliches Talent unter der Noth der letzten Lebensjahre zurückgegangen war. Doch hatten es sich die zahlreichen Freunde des Todten nicht nehmen lassen, ihm einen letzten Freundschaftsdienst zu erweisen, so daß die Versteigerung den unerwarteten Gesammterlös von 13,710 Francs ergab. Eine Verhaftung im Theater wird aus Madrid berichtet. Im Eslava - Theater wurde ein höchst distinguirt gekleideter Herr in dem Augenblick, als er im Begriff stand, sich vornehm, lässig und unauffällig aus seinem Fauteuil zu erheben, von der Polizei festgenommen. Unter den in der Nähe sitzenden Zuschauern, die Zeugen der kleinen Scene gewesen waren, entstand eine Aufregung, da man an Bombenwerfer und Anarchisten dachte, die ja in Spanien nicht aerade selten find. Als aber der DistriktsCommissär Don Perez Rochas in eigener Person erschien und den Verhafteten auf da Höflichste bat, ihm ohne Aufseiln Folge zu leisten, beruhigte sich das Pnblikum. Die Verhaftung war auf dringendes telegraphisches Ersuchen des obersten Gerichtshofs von Mexiko erfolgt, wo der distinguirte Herr einem bekannten spanischen Schauspieler, der dort gastirte, ganz bedeutende Summen unterschlagen hatte. Fast täglich finden in London jetzt Umzüge von Arbeitslosen statt. In langsamem Schritt, ohne eine Wort zu sagen, ziehen lange Menschenzüge, oft mehrere tausend Personen stark, durch die Straßen. Ein starkes Polizeiaufgebot geht voraus, lind in den Zügen selbst sieht man die Banner socialistischer Vereine. Neben denZügen gehen Sammler, die den Passanten die Büchsen vorhalten, soweit sich sehen läßt, fließen ihnen reichliche Gaben zu. Am Schlüsse eines ermlldenden Tagemarsches theilen sich die Arbeitslosen in die eingenommene Summe, und es kommt dann auf den einzelnen Teilnehmer an dem traurigen Marsche wohl ein Schilling. Die Bannerträger erhalten mehr, und die Sammler bekommen für ihre nicht gcrade angenehme Arbeit, die ihnen auch manche böse Bemerkung von seilen gefiihlloser Menschen einträgt, eine Haibe Krone (80 Cents). Natürlich wird es nicht zu vermeiden sein, daß sich unter die wirtlich Arbeitslosen manche L?ute drängen, die arbeitsscheu sind. Es wird aber anderseits darauf aufmerksam gemacht, daß diefe Leute auch wieder zu träge seien, um für einen Schilling den ganzen Tag in der Winterkälte durch die Straßen zu ziehen. In London selbst sollen über 30,000 Leute arbeitslos sein. A u f dem Caspischen Meer haben sich auf dem Wrack eines Schooners geradezu fürchterliche Scenen abgespielt. Nach der Abfahrt des Schiffes von Baku hatte sich ein starker Nordostwind erhoben, der das Fahrzeug mit solcher Gewalt hin. und her warf, daß' es in zwei Theile barst und zwei Masten in's Meer fielen. Der dritte Mast wurde von den Matrosen gekappt, um einem Kentern des Schiffes vorzubeugen. Drei Matrosen stürzten beim Bersten ds Schiffes in's Meer und ertranken, während es dem Capitän und sechs anderen Matrosen gelang, sich an der Wandung des Fahrzeugs festzuklammern. Das Wrack war nun ein Spielzeug des entfesselten Elementes; ohn? Steuer wurde es wie eine Nußschale bald au diese, bald aus jene Seite geworfen und drohte, jede Minute zu kentern. Wie durch ein Wunder widerstand es aber den Wellen und trieb mehrere Tage auf dem Meere. Die Matrosen wagten es nicht, ihrenStandort zu verlassen; von Hunger, Durst und Kälte gequält, bis auf die Haut durchnäßt, schwanden ihre Kräfte schnell dahin, u?ld schon am zweiten Tage erlagen drei den fürchterlichen Strapazen. Der entsetzliche Hunger erstickte in den Ueberlebendcn jedes menschliche Gefühl und s verzehrten ihre todten Kameraden. Am nächsten Tage starben auch die letzten Matrosen, so daß nur der Capitän am Leben blieb. Bis zum äußersten erschöpft, raffte er die Kleider der Todten mit Anspannung der letzten Kräfte an sich und erwartete den Tod. Als er am Morgen aus einem tiefen Schlaf erwachte, bemerkte er einen Dampfer auf sein Wrack zusteuern. Es war das Transportschiff Kasbek", von dem er an Bord genommen wurde. Nur langsasn vermochte sich der Capitän zu erhokn; als er zur vollen Besinnung gelangte, geverdete er sich wie ein Wahnsinniger bei der Rückerinnerung an die grauenhafte Fahrt.

W ä'hrendeinerT heute rVorstellung in Blüssel fiel kürzlich ein 20- bis 22jähriger junger Mann von der zweiten Galerie des Vlämischen Theaters aus einer -Höhe von ungefähr 100 Fuß in's Parkett. Er wollte aus der zweiten Reihe des genannten Platzes über die niedrige Lehne in die erste Reihe klettern, trat fehl und stürzte kopfüber in den Saal. An der elektrischen Lampe des zweiten Balkons blieb er mit seinen Kleidern hängen und fiel dann an der linken Seite zwischen iogen und Parkett in den schmalen Gang nieder. Im Fallen streifte er den Arm einer Dame, die ziemlich schwer verletzt ist, er selbst blieb besinnungslos liegen. Viele Damen wurden ohnmächtig. Nach zehn Minuten erst waren zwei Aerzte zur Stelle. Nach vielen Bemühungen gelang es, den jungen Mann wieder zur Besinnung zu bringen. Man führte ihn in's Krankenhaus St. Jean über, das er nach ungefähr 35 Minuten zu Fuß verließ. Der australische Continent ha immer noch unter andauernder Dürre zu leiden. Seit sechs Iahren ist nur wenig und ungenügend Regen in Australien gefallen, und in manchen Theilen des Landes überhaupt nicht. Infolgedessen ist die Dürre überall viel schlimmer als sie jemals zuvor gewesen ist; die unsäglich traurigen Folgen treten immer krasser zu Tage. Die großen Farmer oder ViehZüchter, die früher vielleicht über eine halbe Million Schafe und ungezähltes Vieh in prächtigster Form besaßen, sitzen jetzt machtlos und rcsignirt auf ihren verödeten Ranches und müssen in verzweifelter Unthätigkeit ihren Besitzstand dahinschwinden sehen. Die Weibegründe sind mit unzähligen Skeletten. Kadavern und sterbenden Thieren bedeckt. Der Ruin dieser unglücklichen Viehzüchter ist ein so vollständiger, daß Jahrzehnte unter den günstigsten VerHältnissen dahingehen können, ehe der Schaden auch nur annähernd ausgeglichen werden kann. Unter denFischern in der Bretagne herrscht die größte Noth, weil zum ersten Mal seit A!enschengedenken die Sardinen ausgeblieben sind. Durch die großen Dampfer, die die Tiefseefissierei .reiben, scheinen die Fanggründe allzu sehr erschöpft worden zu sein. Schon in den letzten Jahren hat die Sardinenfischerei nur geringe Erträgnisse ergeben, Heuer aber steht man geradezu vor einer Calamltät. Eine Fabrik, die sonst 30,000 Kisten (jede mit 100 Büchsen) Sardinen erportirte, hat Heuer nicht einmal 2000 herstellen können; eine andere Fa brik statt 1500 gar nur 37. Dadurch sind 40,000 Fischer fast brodlds geworden und auch andere Theile der Bevölkerung, die in den Fabriken mit der Herstellung der Blechbüchsen usw. beschäftigt waren, stark in Mtleidnschaft gezogen. Man macht sich darauf gefaßt, daß der frühere Zustand erst in einigen Jahren wieder eintreten wird, wenn die Vorbeugungsmaßregeln, die man jetzt zu treffen gedenkt, ihre Wirkung gezeigt haben werden. Paris wirdjetztendlich die berühmte Avenue erhalten, deren Führung Napoleon selbst entworfen hat, indem er auf einem Plan eine gerade Linie zog, die von der Place de la Concorde über die Place de l'Etoile (mit dem berühmten Triumphbogen, von dem aus zwölf Avenuen ausstrahlon) nach dem Carrefour de Noailles, mitten im Walde von Saint Germain, fuhrt. Der Generalrath des SeineDepartements bat jetzt den Bau dieser Straße beschlossen. Sie soll 120 Fuß breit werden und wird zweimal die Seine und zweimal die Eisenbahn überschreiten, das heißt die Eisenbahn wird untergeführt. Für den Ausbau der Straße wurde das Vorgartensystem bestimmt. Für jedes Haus wird ein Vorgarten von 18 Fuß vcrgeschrieden, so daß in Wirklichkeit die Breite Ux Avenue 156 Fuß beträgt. Für die elektrische Trambahn, für die Automobile und die Fahrräder werden eigene Fahrbahnen angelegt. Die enormen Kosten der neuenStraßendurchführung werden zum großen Theil durch Zuschüsse von Grundeigenthümern und Terraingesellschaften gedeckt. E i n erschütterndes Drama hat sich bor Kurzem in Kalkbers.e - Rübrsdors bei Berlin abgespielt. Dort sprang eine Mutte.- ihrem durch das Eis gebrochenen Söhnchen nach, und während es gelang, die Mutter zu retten, fand der Knabe den Tod. Ueber die Einzelheiten des traurigen Ereignisses wird gemeldet: Der siebenjährige Sohn des Bergsängers Gienapp tummelte sich mit mehreren Kameraden auf dem Eise des Verbindungskanals zwischen demKalksee und dem Finowsee, gerieth dabei auf eine dünne Stelle des Eises und brach ein. Auf das Geschrei der Kinder eilten von allen Seiten Menschen herbei, allen voran die Mutter des Kleinen. Ohne sich zu besinnen, sprang sie ihm nach. Sie erreichte ihn aber nicht und wäre mit ihrem Kinde ertrunken, mknn nicht ein Monteur der Elektrizitätswerke sich mit Todesverachtung vorgewagt und sie auf's Eis gezogen hätte. Es gelang ihm auch, den Knaben zu erreichen, aber dieser war bereits eine Leiche. Ein rasch herbeigerufener Arzt stellte Wiederbe lebungsversuche an, die jedocb htm Knaben erfolglos blieben. 5ne Mutter. die eben erst von einer Krankheit genesen war. liegt schwer krank darnie-der.

Durch königliches Edict .... foö . Rex der König, kündigt die Big Hour Bahn Halb Raten für die Run'ahrt zum

.... nach .... New Orleans, Mobile und Pensacola, Fla., an. Tickets zum Perkaufe von allen Stationen der Big Four" und D. 6c W. Babn, vom 17. bis 22. Februar 1 !:$ Ebenso am 23. Februar für Passagiere, welche an ihrem Bestimmungsort um 1 9 Nhr Mittags den 24. Februar ankommen. Tickets sind giltig für die R e t o u r f a h r t, New Orleans, Mobile oder Pensacola verlassend nickt später als 2. Februar 1903, auch können dieselben durch Deponirunq bei dem icket-Agent und zwar nickt früher als 18. Februar und nicht später als 28. Februar, bis zum 14. März 1903 verlängert werden und zwar durch Gablung von r0 Cents. Für weitere Informationen wende man iich an die Big Four Agenten oder schreibe an arrcn Z. tznch, . Ttf t, en. Pafsig,er u. Ticket ?gt. sftstent . P. u. T.A. Eineinati. C I) 1 o., oder H . vro son, A. 6. P. .. Indianapolis Dr. L. A. Greiner, - empfiehlt sich für die - Verpflegung kranker Thiere. kranke Vede werden enlararnaeno nd erhallen bessere bmartung ali in ihrer eigene Htallung. IS bis 24 Süd Cft Strahe. Telephon 905. Wohnung 179S. Dr. j. A. Sutcliffe, Wund Arzt, Geschlechts-, Urin undRectum Rrankheiten. Office : 155 Oft Marke(Stt. Tel. 941 t? fice-S'.unden : 9 bis 10 VLbz m. ; 2 bii 4 Udr m k l ! ! ! ! 1 S t I k ! 4 Mus, Hof und Zand rt- v ' Honigwasser erweist sich als ein vorzügliches Mittel zur Vcleitigung aufgesprungener Hände. Man gibt etwa einen Eßlöffel voll Honig auf ein Quart Wasser. Verstärken kann man die Wirkung noch, wenn man der Flüssigkeit einen Eßlöffel voll Glycerin zusetzt. Tiefe Mischung beseitigt rasch die Rauhigkeiten der Hautoberfläche und macht die Haut zart und geschmeidig. Blutflecke zu entfernen. Man rühre Weizenstärke mit wenig kaltem Wasser an. trage dieselbe dick auf den Fleck auf und lasse sie trocknen. Ist die Stärke von der linken Seite aus abgeklopft, so werden frische Flecke verschwunden sein; bei veralteten wiederholt man dieses Verfahren, es hat den Vortheil, daß es, auch bei zarten Stoffen angewendet, dieselben nicht angreift. Panadensuppe. Zwei Pfund zerkleinerte Rinderknochen werden mit Suppenkräutern, Wasser und einer Prise Salz eine gute Stunde gekocht. Vier Semmeln werden würfelia qeschnitten, in egrotz Butte? einige Minuten leicht nicht braun gerostet mit obiger durchgeseihter Bouillon angegössen, verkocht, mit Muskatnuß gewürzt, mit zwei Eiern legirt und mit zwei Theelöffelchen Maggiwürze gekräftigt. Verdorbene Luft ist schleichendes Gift. Daß verdorbene Nahrungsmittel schaden, weiß Jeder. Die Luft ist ober ebenso ein Nahrungsmittel, wie Speise und Trank. Man gewöhne sich also daran, jedesmal vor dem Schlafengehen, das Zimmer ordentlich zu lüften. Wenn man nicht zu nahe am Fenster und nicht im Windzuge liegt, ist sogar das Schlafen bei etwa.) geöffnetem Fenster anzurathen. Bei Erkältung bereite man sich baldigst ein heißes Fußbad, welches man so nimmt, daß man mit einem lauen Wärmegrad anfängt und diesen durch Zugießen heißen Wassers immer mehr steigert. Die Füße müs sen geröthet sein, dann ist die Wirkung am stärksten. Hierauf kühlt man die Füße durch wiederholtes Zugießen kalten Wassers wieder ab. bis endlich das Wasser ganz kalt ist. Nun gehe man zu Bett. Ein solches Fußbad beugt der ernstlichen Erkrankung meist vor. Behandlung der Zimmerpflanzen. Zimmerpflanzen fürchten den Staub. Derselbe verstopft die Poren der Blätter, welche die Athmungsorgane bilden, und erstickt sozusagen die Pflanzen. Man muß daher den Staub mit einem weichen Schwamm entfernen. Um der austrocknenden Wärme des Ofens vorzubeugen, wird ein mit Wasser angefülltes Gefäß auf den Ofen gestellt. Gaslicht, insbesondere wenn die Pflanzen demselben direkt ausgesetzt sind, ist ihnen schädlich.