Indiana Tribüne, Volume 26, Number 149, Indianapolis, Marion County, 14 February 1903 — Page 7
Jndiana Tribune, Aebruar 1903
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Anheim. jantilicnrornan ton cctor Malst. . ..,,..'., . . 4.--. (Fortsetzung.) 30. Kapitel. if?ns war c:, seine Briefschaften zu äffnen, die taglich ein Knabe von der Post k?ol:c und in zwei Stößen auf einen Tisch niederlegte: die aus Frankreich und die aus berrt Auslande. Vormals entsiegelte er U'mt ganze französische Korrespondenz selbst und diktirte einem Angestellten die Bemerkungen, die jeder Brief veranlage, als Nolizen zu den Antworten :,cr den zu ertheilenden befehlen; aber seit er blind geworden war, ließ er sich bei dieser Arbeit von seinen Neffen oder von Talouel helfen, die die Briefe laut vorlasen und die Bemerkungen beischrieben. Was die ausländischen Briefe betraf, so wurden seit Ber.dn Erkrankung, nachdem sie geöffnet waren, die englischen Fabry. die deutschen Mombleux zum Uebersetzen gegeben. An dem Margen, der auf jene Unterhaltung Fabrys mit Mombleux, die Perrine so heftig erregt hatte, folgte, waren Herr Vulfran. Theodor, Kasimir und Talouel mit der Durchsicht der Korrespondenz beschäftigt, da sagte Theodor, der die ausländische öffnete und den Absendungsort angab: Ein Brief aus Takka. vom 29. Mai." Französisch?" fragte Herr Vulfran. Nein, englisch." Und. die Unterschrift?" Ist nicht sehr leserlich, so was wie Feldes. Faldes. Fildes. und davor steht ein Wcrt, das ich nicht entziffern kann; vier Seiten sind's: Ihr Name kommt öfter darin vor. Herrn Fabry übergeben. nicht wahr?" Nein; mir geben." Theodor und Talouel sahen zu gleicher Zeit Herrn Vulfran an, als sie aber merkten, daß sie einander auf der unwillkürlichen Bewegung, die ihre beiderseitige Neugierde verrieth, ertappt hatten, setzten sie eine gleichgiltige Äciene auf. Ich lege den Brief auf Ihren Tisa" sagte Theodor. Nein, gib ihn her." Bald war die Arbeit gethan, dann 50g sich der Gehilfe zurück und nahm die mit Bemerkungen versehene Korrespondenz mit; Theodor und Talouel wollten noch von Herrn Vulfran verschiedene Anweisungen entgegennehmen, aber erschickte sie fort, und sobald sie hinausgegangen waren, klingelte er nach Perrine. Augenblicklich erschien sie. Was ist das für ein Brief?" fragte Herr Vulfran. Sie nahm den Brief, den er ihr hinhielt, und ließ die Augen darüber hingehen; wenn er sie hätte sehen können, würde er bemerkt haben, daß sie erblaßte, und daß ihre Hände zitterten. Es ist ein englischer Brief aus Takka vom 29. Mai." Die Unterschrift?" Sie drehte das Blatt um: Vater Fildcs." Bist Du ganz sicher, daß es so heißt?" Ja, Herr, Vater Fildes." Was steht in dem Briefe?" Möchten Sie mir erlauben, daß ich ein paar Zeilen lese, ehe ich antworte?" Natürlich, aber rasch!" Wie gern hätte sie diesem Befehle gehorcht, doch ihre Aufregung, anstatt sich zu beruhigen, war gewachsen, die Worte tanzten ihr vor den Augen. Wird's?" sagte Herr Vulfran ungeduldig. Herr, es ist schwer zu lesen, und auch schwer zu verstehen: die Sätze sind sehr lang." So übersetze nicht, gib einfach den Inhalt; um was handelt es sich?" (21 verfloß noch immer eine gewisse Zeit, ehe sie antworten konnte; endlich sagte sie: Vater Fildes theilt mit, daß Vater Leclerc, dem Sie geschrieben hätten. gestorben sei; ihn selbst habe Vater Leclerc beauftragt, Ihnen zu antworten, er sei aber durch Abwesenheit daran verhindert worden, wie auch durch die Schwierigkeit, die Erkundigungen, die Sie verlangen, alle einzuzieben; er entschuldigt sich, daß er englisch an Sie schreibe, aber er wisse sich nur unvollkommen in Ihrer schönen Sprache auszudrücken." Diese Erkundigungen!" rief Herr Vulfran heftig. Aber, Herr, ich bin ja noch nicht so weit." Obwohl Perrine auf's Allersanfteste erwidert hatte, merkte er doch, daß er nichts gewänne, wenn er sie so scharf drängte. Du hast Recht." sagte er. es ist ja kein französischer Brief, den Du liest, Du mußt ihn zuerst selber verstehen, bevor Du mir ihn erklären kannst, und das sollst Du jetzt thun; nimm also den Brief mit in Bendits Bureau, übersetze mir ihn dort, so treu als möglich, und lies mir dann die schriftliche Ueberfetzung vor. Verliere aber keine Minute. Tu siehst, ich möchte je eher je lieber wissen, was in dem Briefe steht." Sie wollte gehen, er hielt sie aber zurück: Merke wohl auf! Es handelt sich in diesem Briefe um persönliche Angelegenheiten. von denen Niemand et-
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was erfahren darf hörst Du, Nie mand! Was man Dich auch fragen sollt?, falls es sich Jemand beigehen ließe, Dich auszuforschen. Du darfst durchaus nichts aus dem Briefe fagen; nicht nur nichts sagen, sondern auch fHrMä enrr,tbir lssp Tj tM N?klcyes Vertrauen ich ni V?ky lene; icy rechne darauf, daß Du Dich dessen würdig zeigst, und wenn Du mir treu dienst, wirst Du Dich gut dabei befinden." Ich verspreche Ihnen. Herr, alles zu thun, was ich kann, um jjföt Vertrauen zu verdienen." So geh nur schnell und beeile Dich."
Trotz dieser Mahnung machte sie sich nicht sofort daran, die Uebersehung aufzuschreiben, sondern sie las den Brief von Anfang bis zu Ende, und las ihn wieder erst dann nahm sie einen grcßen Bogen Papier und fing an zu schreiben: D a k k a , 29. Mai. Sehr geehrter Herr! Mit lebhaftem Bedauern muß ich Ihnen die Nachricht geben, daß wir zu unserem großen Schmerze unsern ehrwürdigen Vater Le:lerc verloren haben, den Sie ersucht hatten, gewisse Erkundigungen einzuziehen, auf die Sie einen Werth zu legen scheinen, und der mich bestimmt, Ihnen an seiner Statt zu antworten, indem ich Sie um Entschuldigung bitte, dies nicht früher gethan zu haben, verhindert, wie ich war, durch Reisen in's Inner: des Landes, andererseits durch die Schwierigkeit, auf die ich gestoßen bin, nach Ablauf von mehr als zwölf Jahren, diese Erkundigungen mit einiger Genauigkeit zusammenzustellen; ich erlaube mir darum, Ihr ganzes Wohlwollen in Anspruch zu nehmen, daß Sie mir diese unliebsame Verspätung verzeihen mögen, wie auch dafür, daß ich Ihnen englisch schreibe; :ie unvollkommene, Kenntniß Ihrer schönen Spracde ist einzig schuld daran." Nachdem sie diesen Satz geschrieben hatte, der, wie sie vorhin Herrn Vulfran gesagt hatte, unleugbar lang war und darum allein schon eine klare Fassung schwierig genug machte, hielt sie an. um das Geschriebene durchzulesen und zu verbessern. Sie spannte dabei ihre ganze Aufmerksamkeit an. da ging die Thür ihres Bureaus, die sie zugemacht hatte, auf, , und Herr Theodor Paindaroine trat herein und verlangte von ihr ein englisch-französisches Wörterbuch. Gerade hatte sie dieses Wörterluch aufgeschlagen vor sich liegen; sie klappte es zu und reichte es Theodor hin. Haben Sie sich nicht eben selbst des Buches bedient?" fragte er und trat nahe zu ihr heran. Ja, aber tch kann es entbehren." jBk so?" Ich brauche es mehr wegen der Orthographie der französischen Wörter als wegen der Bedeutung der englischen; ein französisches Wörterbuch wird mir den gleichen Dienst leisten." Sie merkte, wie er sich tnr.ier ihrem Rücken vorbeugte, und obgleich sie seine Augen nicht sehen konnte, da sie sich nicht umzudrehen wagte, errieth sie doch, daß er über ihre Schulter weg zu lesen suchte. Ist das nicht der Brief aus Datka, den Sie übersetzen?" Sie war erstaunt, daß er von diesem Briefe, der so streng geheim gehalten werden sollte, etwas wußte. Aber gleich fiel ihr ein, er frage wohl nur, um den Inhalt des Briefes zu erfahren, was ihr um so wahrscheinlicher dünkte, als das Wörterbuch nur ein Vorwand zu sein schien; wozu sollte er auch ein eng-lisch-fcanzösisches Wörterbuch nöthig haben, da er doch kein Wort Englisch verstand? .Ja. mein Herr," sagte sie. ..Und geht es gut vorwärts mit der Uebersetzung?" Sie merkte wieder, daß er sich über sie herabbeugte, denn er war kurzsichtig; da drehte sie behende ihr Papier derart um, daß er es nur von der Seite sehen konnte. 0 bitte, mein Herr, lesen Sie N'cht es ist noch gar nichts ich bin erst es ist nur ein Konzept." Das thut nichts." Doch, Herr, das thut viel ich mußte mtch schämen. Er wollte nach dem Bogen greifen, aber sie legte ihre Hand darauf; wenn sie sich anfangs mit ?iner Ausrede zu vertheidigen gesucht hatte, jetzt war sie entschlossen, sich zu widersetzen, selbst einem Ehef des Hauses. Bis dahin hatte er in neckendem Tone gesprochen, nun fuhr er fort: Geben Sie mir doch Ihr Konzept; glauben Sie denn, ich sei der Mann, einem hübschen jungen Mädchen gegenüler den Schulmeister zu machen?" Nein. Herr, es ist unmöglich." Ei. geben Sie doch her!" Er wollte es mit Lachen wegnehmen, aber sie wehrte sich dagegen: Nein, mein Herr, nein, ich lasse mir's nicht nehmen!" Es ist ja nur ein Spaß." Niebt für mich, für mich gibt es nichts Ernsthafteres: Herr Vulfran bat mir verboten, diesen Brief irgend Jemand zu zeigen, und ich habe Hcnn Vulfran zu gehorchen." Ich habe ihn ja selbst geöffnet." ..Der englische Brief ist nicht die Uebersttzung." Mein Önkel wird mir diese wundervolle Uebersetzung selbst zeigen." Wenn Ihr Herr Onkel sie Ihnen zeigt, so bin es nicht ich; er hat mir seine Befehle gegeben und ich gehorche; verzeihen Sie mir." Es lag so viel Entschlossenheit in ihrem Tone und ihrer Haltung, daß Herr Theodor deutlich sah. daß er ihr
oas Papter nur mit Gewalt entreißen könnte; und würde sie dann nicht schreien? Er wagte es nicht, die Sache so weit zu treiben. Ich bin entzückt," sagte er, zu sehen, mit welcher Treue Sie die Befehle meines Onkels befolgen, selbst in so unbedeutenden Dingen." Als er die Thür hinter sich zugemacht hatte, wollte sich Perrine wieder an die Arbeit begeben, der Auftritt hatte sie aber so sehr außer Fassung gebracht, daß es ihr unmöglich war. Was sollte zuletzt aus diesem Widerstande werden, von dem er entzückt zu sein vorgab, während er doch wüthend darüber war? In diesem Augenblick öffnete sich die Thür von Neuem, ganz leise, und Talouel trat mit schleichenden Schritten, die Augen auf das Pult geheftet, wo der Brief und die angefangene Uebersetzung ausgebreitet lagen, herein und fragte: Nun. wie geht's mit der Uebersetzung des Briefes aus Dakka? Rückt's vorwärts?" Ich bin erst am Anfang." Herr Tbeodor hat Dich gestört. Was wollte er denn?" Ein englisch-französisches Wörterbuch." Was wollte er damit machen? Er versteht ja kein Englisch." Er hat es mir nicht gesagt." Hat cr Dich nicht gefragt, was in diesem Briefe steht?" Ich bin ja noch beim ersten Satze." Du wirst mir nicht weismachen wollen, daß Du ihn nicht gelesen hast." Ich habe ihn noch nicht übersetzt." Du hast ihn noch nicht französisch geschrieben, aber Tu hast ihn gelesen." Sie gab keine Antwort. Ich frage Dich, ob Du ihn gelesen habest; vielleicht wirst Du daraus antWorten?" Ich kann nicht antworten." Weil?" Weil mir es Herr Vulfran verboten hat, von diesem Briefe zu sprechen." Du weißt recht gut, daß Herr Vulfran und ich eigentlich nur eine Perfern ausmachen. Alle Befehle, die Herr Vulfran hier sibt. gehen durch mich, alle Gnaden, die er spendet, gehen durch mich, da muß ich doch von Allem
Kenntniß haben, was ihn betrifft." Auch von feinen persönlichen Angelegenheiten?" Ah. es handelt sich um persönliche Angelegenheiten?" Sie merkte, daß sie sich verschnappt hatte, und erwiderte: Das habe ich nicht gesagt; ich habe Sie nur gefragt, ob ich Ihnen auch dann den Inhalt dieses Briefes mittheilen müßte, wenn es persönliche Angelegenheiten wären." Ganz besonders, wenn es sich um persönliche Angelegenheiten handelt, muß ich Kenntniß davon haben, und zwar in Herrn Vulfrans eigenem Interesse. Weißt Du nicht, daß er in Folge von Kummernissen, die lhn das Leben hätten kosten können, krank geworden ist? Wenn er nun plötzlich eine Nachricht erhielte, die ihm neuen Kummer oder auch eine große Freude bereitete, wenn ihm diese Nachricht Knall und Fall, ohne Vorbereitung verkündet würde 0, das könnte sein Tod sein! Siehst Du, dar".m muß ich immer voraus erfahren, was ihn angeht, um ihn vorzubereiten, und das würde versäumt, wenn Du ihm Deine Uebersetzung so mir nichts dir nichts vorläsest." Er hatte diese kleine Rede in einem sattsten, einschmeichelnden Tone vorgetragen, der von seiner gewöhnlichen, so barschen und bärbeißigen Sprechweise auffallend abstach. Als sie stumm blieb und ihn. ganz blaß vor Gemüthsbewegung, ansah, fuhr er fort: Ich hoffe, Du bist gescheit genug, das zu verstehen, was ich Dir hier auseinandersetze, auch einzusehen, von welcher Bedeutung es für alle ist, für uns, für die ganze Arbeiterschaft, die von Herrn Vulfran lebt, ja für Dich selbst, die Du kaum erst eine so gute Stelle bei ihm angetreten hast, die sich mit der Zeit noch verbessern kann daß seine Gesundheit nicht durch heftige Schläge, denen sie nicht widerstehen könnte, erschüttert werde. Er hat zwar jetzt noch ein ziemlich kräftiges Aussehen, aber er ist nicht so wohl, wie es den Anschein hat; seine Kümmernisse nagen an ihm, und andererseits drückt ihn der Verlust seines Augenlichts tief danieder. Darum müssen wir uns alle hier bemühen, ihm das Leben zu versüßen, und ich obenan, da ich der bin, in den er sein Vertrauen gesetzt hat." Hätte Perrine nichts weiter von Talouel gewußt, so hätte sie sich ohne Zweifel durch seine geschickt auf ihre Verwnrung und Rührung berechneten Worte einnehmen lassen; aber nach dem, was sie über thn geHort hatte, nicht allein von den Frauen in der Schlafkammer, die freilich nichts wnter als schlichte Arbeiterinnen waren. sondern auch von Fabry und Mom bleur, die die Fähigkeit besaßen, Men schen und Dinge zu beurtheilen nach alledem konnte sie ebens.o wenig an die Aufrichtigkeit dieser Rede glauben, als Vertrauen zu der Ergebenheit des Ttrekiors haben. Er woljte sie zum Spu chen bringen, das war alles, und um das zu erreichen, war ihm jedes Mittel gut genug: Luge, Tauichunq. Oeuche lei. Vielleicht hätten ihr dennoch Zweifel aufsteigen können allein wie durfte sie nach dem Versuche, den Theodor bei trr aemacht hatte, ihnen noch Raum geben? Denn so wenig als der Neffe, so wenig war Talouel aufrichtig, der eine wie' der andere wollte wissen, was in dem Briefe aus Dakka stand, und Wetter, wollten sie nichts.
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stützt, gegen sie hingeneigt, sie fest in's Auge fassend, sie mit seiner ganzen Persönlichkeit beherrschend; da nahm sie all ihren Muth zusammen, und mit einer etwas heiseren Stimme, die ihre Gemüthsbewegung verrieth, aber doch nicht zitterte, sagte sie endlich: Herr Vulfran hat es mir verboten, mit Jemand über diesen Brief zu sprechen." Erbost über diesen Widerspruch, richtete er sich auf. aber fast ebenso schnell neigte er sich von Neuem gegen sie hin. indem er sich in Benehmen und Stimme zur Zartheit zwang. Ich btn aber kein Jemand," sagte cr, dieweil ich sein zweites Ich, sein anderes Selbst bin." Sie antwortete ihm nicht. So bist Du also dumm?" schrie er mit erstickter Stimme. Ohne Zweifel bin ich das." Nun. dann lerne begreifen, daß man gescheit sein muß, um die Stelle, die Dir Herr Vulfran neben sich eingeräumt hat. auszufüllen, und da Dir diese Gescheitheit abgeht, so kannst Tu auch die Stelle nicht behalten, und anstatt Dich zu unterstützen, wie ich gern gethan hätte, ist es jetzt meine Pflicht, dafür zu sorgen, daß Du den Laufpaß bekommst. Verstehst Du das?" Ja, mein Herr." Nun. so überlege Dir's. bedenke, was Deine Lage heute ist, stelle Dir vor, was sie morgen sein wird, wenn man Dich auf die Straße gesetzt hat. und fasse einen Entschluß, den Du mir heute Abend zu wissen thun wirst." Darauf, nachdem er noch einen Augenblick gewartet hatte, ohne daß sie nachgegeben hätte, entfernte er sich mit schleichenden Schritten, wie er hereingekommen war. 31. Kapitel. eberlege Dir's! Sie hätte sieh's gerne überlegt, aber dazu war jetzt keine Zeit, denn Herr Vulfran wartete. Sie machte sich darum wieder an ihre Uebersetzung und dachte, ihre Aufregung würde sich vielleicht beim Arbeiten legen. und dann wäre sie ohne Zweifel fähiger, ihre Lage zu überdenken und sich zu entscheiden, wie sie handeln müsse. Nun fing sie an zu schreiben: Die Hauptschwicrigkeit, auf die ich, wie ich Ihnen schon bemerkte, bei meinen Nachforschungen gestoßen bin, lag in der Länge der Zeit, die seit der Heirath des Herrn Edmund Paindavoine, Ihres geliebten Sohnes, verflossen war. Zuerst, ich muß es gestehen, befand ich mich, da ich der Aufklärungen unieres Vaters Leclerc. der diese Verbindung einqesegnet hatte, entbehrte, völlig im Dunkeln, und es bedürfte der Erkundigunqen nach verschiedenen Seiten hm, um die Bestandtheile zu einer Antwort, die Sie befriedigen könnte, zusammenzubringen. Aus diesen Bestandtheilen geht hervor, daß das junge Wesen, das sich Herr Edmund Paindavoine zur Gattin gewählt hat. mit den liebenswürdigsten Eigenschaften ausgestattet war: mit Verstand. Güte. Sanftmuth. Zärtlichkeit des Gemüths und Geradheit des Charakters, ganz abgesehen von den persönlichen Reizen, die. obwohl sie vergänglich sind, doch oftmals für solche eine entscheidende Bedeutung haben, die Herz und Sirn den Eitelkeiten dieser Welt nicht verschließen." Viermal fing sie die Uebersetzung dieser Stelle, unstreitig der schwierigsten in diesem Briefe, von Neuem an, aber sie befliß sich auf's Aeußerste. sie mit all der Genauigkeit, mit der sie bei dieser Arbeit zu Werke gehen konnte, wiederzugeben, und wenn es ihr trotzdem nicht gelang, sich ganz genugzuthun, so hatte sie wenigstens das Bewußtsein, ihr Bestes gethan zu haben. Sie fuhr nun in der Uebersetzung des Briefes fort: Die Zeit ist vorüber, wo alles Wissen der hindostanischen Frauen in der Kenntniß höfischer Sitten bestand, in der Kunst, sich unmuthig zu erheben oder niederzusetzen, und wo jeder Unterricht. de? über diese Hauptstücke hinausging, als eine Entartung angesehen wurde; heutigen Tages dagegen hat eine große Anzahl von Frauen, selbst aus den obersten Kasten, einen gebildeten Geist, und sie erinnern sich, daß im alten Indien das Lernen unter dem Schutze der Göttin Sarasvati stand. Das weibliche Wesen, von dem ich spreche, zählte zu diesen, und ihr Vater wie ihre Mutter, die aus brahmanischer Familie, das heißt von den zweimal Geborenen, wie der Hinduausdruck lautet. abstammen, hatten das Glück, durch unsern ehrwürdigen Vater Leclerc zu unsrer heiligen katholischen Religion, der apostolisch-römischen, bekehrt zu werden. Zum großen Nachtheil für die Ausbreitung unsres Glaubens in Hindostan ist der Einfluß der Kaste übermächtig, so daß der, der seinen Glauben aufgibt, auch seine Kaste verliert. das heißt, er geht seines Ranges, seiner Verbindungen, seiner gesellschaftliehen Stellung verlustig. Das war der Fall bei dieser Familie, die sich aus dem einzigen Grunde, daß sie zum Christenthum übergetreten war. gewissermaßen zu Parias machte. Da wird es Ihnen nun ganz natürlich erscheinen, daß sich diese Familie, einmal aus der Hinduwelt verstoßen, der europäischen Gesellschaft angeschlössen hat. so zwar, daß sie mit einer französischen Familie eine freundschaftliche und geschäftliche Verbindung einging zur Gründung und zum Betrieb einer großartigen Musselinfabrik unter der Gesellschastsfirma .Doressany' (der fnnbu) .& Vercber' lder Franzose).
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Der Grippe specifisches Heilmittel.
Tie rippe tritt wieder epidemisch aus. Alle Aerzte wissen, daß sich dieselbe in 5ol von Sr kältungen entwickelt. Sie greift stets die schwa chen Punkte de menschlichen Systems an, darin Htgt den a gefährliche dieser Krankheit. All.AugusbKaeuiK's Hamburger Brustthee
tft mit solch grogem Srsolg gegen diefe schmer,hafte Leiden angewandt worden, daß viele Aerjte dessen ertt, schä,n und denselben häusig ,er schreiben. ?r wärmt da Blut, beruhigt die erven, lindert de et,, stärkt da ganze System und beseitigt dadurch die Krankheit. Notiz! Nur in Originai.Aacketen verkauft, nd der echte tjc die Unterschris: von Dr. August önig auf jedem Umschlage. Er wird niemals lofe verkauft.
3 aue oer caoame ercher hat alsdann Herr Edmund Paindavoine das Fräulein Doressany kennen und lieben gelernt, und seine Schwärmerei für sie erklärt sich zuallermeist daraus, daß sie in der That und Wahrheit das junge Mädchen war, wie ich es Ihnen schon geschildert habe; alle Zeugnisse, die ich gesammelt habe, siimmen in der Bestätigung dessen überein, ich selbst kann aber nicht darüber urtheilen, weil ich erst nach Dakka gekommen bin, als sie die Stadt fchen verlassen hatte. ..Warum stellten sich nun der Heirath, die sie schließen wollten. Hindernisse entgegen? Das ist eine Frage, die ich nicht zu erörtern habe. Wie dem auch gewesen sein mag. der Ehebund wurde geschlossen, und der ehrwürdige Vater Leclerc gab in unsrer Kapelle dem Herrn Edmund Paindavoine und dem Fräulein Maria Doressany den Segen der Kirche. Die Vollziehung der Heirath ist am Tage der Trauung in unsre Kirchenregister eingetragen worden, und es könnte Ihnen, falls Sie es verlangen, eine Abschrift davon zuaestellt werdcj). (Fortsetzung folgt.) Die Waftrhcit über Sndnsr ka. Betreffs obiger Angelegenheit schreibt ein so verläßlicher Mann wie Karl Blind aus London: Zu dem Unbehagen, das sich seit Beendigung des südafrikanischen Krieges in steigendem Maße eingestellt hat, tragen die Nachrichten aus Pretoria, Bloemfontcin und Kapstadt fortwährend bei. Ein befreundeter Grotzkaufmann, der dort Beziehungen hat und während be. Krieges entschieden auf Seiten Englands stand, bekennt rnh, daß alle seine dortigen englischen Geschäftsfreunde tt von ärgerlichster Stimmung sind. Manche zweifeln hinterher, ob das ganze Verfahren, das heißt: der Krieg überhaupt, klug war. Schrieb doch selbst der südafrikanische Berichterstatter des Tory- und JingoBlattes Daily Mail" dieser Tage wörtlich: Auf Hunderte von Meilen kann man kaum einen Gutshof sehen, der nicht verlassen, oder ein Haus, das nicht dachlos oder menschenleer wäre. Je näher an dem Randbezirk, um so größer der Ruin und die äußerste VerWüstung. Das Land ist auf hundert Meilen südlich von Johannesburg eine unbedingte Wildnih. in der sich nur zerlumpte Kiffern, räudige Hunde und Schaaren herrenloser Pferde, Maulthiere und Esel herumtreiben, die losgelassen wurden, um sich irgendwie Futter zu suchen, oder auch zu verhungern und sonst zu Grunde zu gehend" BaronHenriv. Rothschild in Paris wurde wegen wiederholten Schnellfahrc is mit seinem Automobil zu drei Tagen Gefängniß und 20 Francs Bune derurtbeilt. Einträglicher Beruf. Ein unlängst in München gegen einen Maurer wegen Bettelns geführte VerHandlung gewährte einen interessanten Einblick in die Lebensweise einer Bettlerfamilie und deren Einkommen." Der Verdienst betrug während des Oktoberfestes 300 Mark. Am Sonntag gab's stets Geflügel, Gänse, Kaoaune u. s. w. Einmal putzte die Ehcfrau des Angeklagten am Brunnen eine fette Gans und rief dabei den Nachbarsleuten zu: Seht's, so fress'n d' Bettelleut'!" Der Bettler selbst machte sich hinterher des Oefteren übe? die Leute lustig, die ihn reich beschenkt hatten. Er wurde zu einer Woche Haft verurtheilt. Militärische Ehrung eines Hundertjährigen. In dem Orte Delkenheim bei Mainz, Großherzogthum Hessen, lebt ein Mann mit Namen Georg Becht, der im vorigen Herbst 100 Jahre alt geworden ist. Unter den Gratulanten befand sich damals auch der Oberst des 87. Regiments, in dem der Jubilar in den 20er Jahren des vorigeil Jahrhunderts als Unteroffizier gedient hat. Der Oberst versprach dem Jubilar, gelegentlich das Regiment in Parade an ihm vorbeizuführen. Diese Gelegenheit ergab sich letzthin bei einer Felddienstübung, die das Regiment in die Nähe des Ortes brachte. Stramm paradirte das ganze Regiment vor dem am Fenster stehenden Alten vorüber. Alle Offiziere begrüßten den ehemaligen Regimentsangehörigen durch Händedruck und der Oberst hielt eine Ansprache.
Feuer Signale. 4 Pennshiv nd Markt k Engl'sb'Oyr-HauA e East und Re f)ort 7 Noble und Michigan 8 N. Jnley u. Mass Ai 9 Pme und North 0 Mästet und Pine 11 Vermont nahe East 12 91$. 8 Spritzenhaus Mass. As nave Noble 13 Tewarc und Walnut 14 R. Jersey u Central A. 16 Mass. und CornekAve 1 Ash und H. Strafet '.7 Park Ave und 12 Etr .3 Columbia undHllllld 1 Highland v u. P,tt 21 JllinoiS und 9L Joe 23 Pennsvlv. und Pratt 24 Meridian und 11. Etr 25 No.k Sprint)aus l5. nahe Illinois 2 Senate Ave u. EtEIair 27 Illinois und Michigan 2? Pe esvlvania und 14. 2 Senate Ave. und 13. 31 No. 1 Sprvnbaus IndAvenah,ichigan 32 Meridian und Walnut 34 Calisorni u Bmnt 35 Blake und New Aort 3 Ind. Av. u. St. Clair 37 City Hospital 38 Blake und NortH 38 Michigan und Agnes 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nah Wst 42 scndorf u Wash. 43 Missouri u New jlrt 45 Meridian u Wash 4 JllmoiS und Obio 47 Capitol Av. u Wash 48 mgan'S Porkbau 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 51 R. l Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 Illinois u Louisiana 53 West und South 54 West und McEarty 55 Senate Ave. u Henrh 57 Meridian und Rav 58 No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMor-.-i 59 Madison Av. u Dunlcp 1 No 2 Haken Leitrrhaus South nahe Telawar, 2 Penn, u Merrill KS Telaware u. McEarttz s asl und ReSarty K New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bredsha 68 East und Prospekt 9 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Bir Ave. nahe Hur, 72 East und Georgia 73 Kkdar und eim 74 Davidson u Seorgi 75 vnglish Av. u Pin 7 Chcly und Bates 7k No, 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby 79 Fletcher Av. u Shelvy 8t Market u. New Jersey 92 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Yor? u.Davids 85 Taubswmmen Anstalt e Ber. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 89 rauen-Reformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Marvland nahe Mer. 92 Meridian u. Vcorqia. 93 Meridian und South 94 Pennsvlv u. Louisiana 95 Birftini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 rand Hotel. 98 Capital Ave und Obiv ,23 No. 16 Spritzenhaus 1. und Ash. 124 Alabama und 1. 125 Central Ave und 15. 126 Handes und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delaware nd 19. 131 Alabama und 11. i2 Belles.'ntaine u,,d W. 134 College Ave und 20. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 1. 138 College Ave und 14. 13 Cornell Ave und 13. 141 Jandes und 19. 142 Highland Av und 10. 143 Tecumseh nd I. 146 New Jersey und 22. 14 AWord und 17. 147 N. 2 Spritzenhaus Hiltside Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 2. 1 L E u. W Bahn u. 22. 1S4 Ramsey Av und 1. 156 Stoughton u Rewman 157 Atlas und Pik. 158 Bloyd und Patrvaw. 159 Ro. 21 Spritzenhaus Brigbtwood 12 Arde und Devot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Blovd 165 St. Elair u. lkeyftom 1? Arsenal Ave und 23. 163 Bellefontaine und 8. 169 Park Ave und 1. 212 apital Av nd 17. 213 Pennsylv. u.Mchiga 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian nd 1. 218 Capital Ave und 2. 21 Broadtta und 10. 231 Jllino und McLean 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 Illinois und 3L. 6 Annetta und 30. 237 Ro. 9. Cprtyenhiu Udell und Raoer 238 Udeil Ladder Works 239 Jsabel und 7. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u St. CleL, 243 Eldrioge nd 23. 312 West uud Walnut 813 Wcft und 12. 314 Howard und 1. 315 Torbet nd Park 316 Capital Ave und 1, 317 Northwestern Ave u 318. Gent und 18. 819 Kanal nd 10. 3 Cerealine Worts 324 Vermont und Lvnn 325 Bismarck u SrandvieU 326 No, 29 Epntzenha-us Haugbmtte. 327 Michigan u. Holmes, 328 Michigan u. Srncord 341 West und McJrt?r 412 Missouri u. Marvlant, 13 Missouri und Cl?i 415 Capital Aveu Seo?ga 416 Mifsour, u entuckv A 417 Senate Av u. Was?. 421 P und S Runi'ius W. Washwgton. 423 JrreHospital. 424 Mi.ev Ave u. I D u 425 Wash. und Harris 426 No. 18 Spritzenhaus W. Washington 427 Oliver und Birch 428 Oliver und Osgood 42 Ncrdvke und ?1ort 431 Hadlev Ave u. Morri 482 River Ave u. MorriZ IM River Ave und Ratz 435 Harving u. Big 4 R Si 436 Harding und Olrder 437 Ro. 19 Spritzenl? Morris und Hardina, 4 Howard wüWUÜBtaß 439 -lkrr 451 Neisner und VMkt 452 Howard und See 453 Morpis und AapX 45 Lambert nd et.n1 457 Rordhke Ave u. uac mon Works 612 West ad Ray 513 Äcntutf Ave u. Verre. 614 Meridian und Morrtz 51 Illinois nd anlas 517 Morrw und Dakota 518 Morris und Khurch 519 Cavital A. u McCarty 621 Meridian und Palmn 523 Pine un', Lord 524 Vadisor Ave u kinco! 26 Veridicul imd Belt AA 627 Carlos und Ratz 628 Meridian ud AriM 5Z9 Meridian u. Raymond 531 Meridian u. McCarty 632 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe Wett 7 McKernan unK Dough 18 Ean u. Lincoln 24 14 East und Beecher it Wnqht und Sander 17 McCarty und Beary 1 New Jersey u r 9i 712 Epruce und Prowecl 71 ngllsh Ar, u. Launk 714 State Aveu. BltK 715 Shelby und Beecher 716 Statt Ave nd Orange 71 Orange nd Laurel 7 Shelby u. Ct. .tage AM 7 Lexington A u Smuni 728 Flacher Ave. Cpru 724 State Av u. Pleasant 726 Prospekt und -leasar.t 726 Orange und HUi 728 Liberty und Veek 729 Rvle nd South 12 No. 16 Spritzenhaus Ost Washington Stt 1, arket und Noble 14 Ohio u. Highland X 16 Michigan u. Highlanl 1 artet u Arsenal Am 817 Oft Claa und Union Bahn Seltis. 21 Pan Handle ShspS 828 Vermont und Waleott 24 ash. und tat Atz, 826 Matden sLounge Zab. 82 Tucker und Dorsey 827 ash. und BevilK I Ro.l Svritzendaus Beville nahe Michigai, 881 Soutyeaster und Woodfid. 82 Wash. und Dearbor, 34 Totheastern und Arsenal Ares. 8 New Hork und DempK 12 Illinois und Maryl. ,1s Jkrnois und Markt 14 Penn, nd ?'tz. 915 Telaware und Spezial Signale. Srfte Schläge, poeiter Alan, Zweite 2 Schlage, dritter lärm. Dritten Schlage, viert lar. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch aufgerolt, 3 Schlag, Wasserdruck ab. 1 Schlöge. 1 Uhr Mittags. Die 0 bezeichneten Signale werden ur vom ! Wächter av gegeben da an den btnssende Etratz kreuhunge fctne Alarmkllsten angebracht sind.
