Indiana Tribüne, Volume 26, Number 148, Indianapolis, Marion County, 13 February 1903 — Page 1

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TriKüne SSKMSKSSZ 1 ;s8 1 Caae und (Taac' und ' Sonntagsblatt 5onntagsblatt 10iicr Woche. 1 ; r lOoJifr Woche. n 4 I Erscheint seden QadjtnittaQ. Jahrgang 26 Indianapolis, Ind., Freitag, 13, Februar 1903 Ro. 148.

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Der Dr. Alexander Prozeß.

Das Schicksal des Angeklagten in den Handen der Geschworenen. Die Inftructionen des Mich tcrs lautete im Allgemeinen günstig für denselben. Nachdem die Vertreter des Staats vier und die Vertheidiger in dem Falle des Dr. Alexander acht Stunden plmdirt hatten, wurde derselbe endlich heute Vormittag 10 Uhr den Geschworenen zur Berathung übergeben. Zuvor verlas Richter Bailey seine Inftructionen. Dieselben umfaßten nicht weniger als 44 Folioseiten und die Verlesung nahm eine volle Stunde in Anspruch. Der Richter wies darauf hin. daß Dr. Alexander von den Großgeschworenen angeklagt war, die Leiche der Frau Rosa Neidlinger genommen, gekauft, verborgen und in seinem Besitz gehabt zu haben, um sie für Secirungszwecke zu gebrauchen. Diese Hauptanklage zerfällt wiederum in vier Abschnitte, resp. Nebenklagen : 1) an einer Grabschändung betheilijft gewesen zu sein ; 2) die Leiche verborgen zu haben ; 3) eine Leiche, von welcher er wußte, daß sie gestohlen war, gekauft zu haben ; 4) in seinem Besitz eine gestohlene Leiche gehabt zu haben. Nach den Gesetzen des Staates Jndiana müßte der Angeklagte schuldig befunden werden, wenn die Geschmorenen überzeugt wären, daß genug Beweike. für Anklage No. 1 herbeigebracht worden sind. Sollten sie aber berechtigte Zweifel hegen, so müßten dieselben den Angeklagten freisprechen. Die Inftructionen, welche das Gericht den Geschworenen ertheile, hätte mehr den Character von Rathschläge. Die Geschworenen mögen dieselben nicht beachten, aber sie haben dazu nicht! mehr Recht, als wenn sie die während der Verhandlungen zu Tage getretenen Thatsachen ignoriren wollten. Der Richter setzte hierauf der Jury auseinander, was unter berechtigtem Zweifel zu verstehen ist. Er machte dieselbe sodann darauf aufmerksam, daß sie in ihren Berathungen nicht weiter in Betracht ziehen sollten, ob der Angeklagte sich noch anderer Vergehen hinsichtlich anderer Leichen habe zu Schulden kommen lassen. Es handelte sich in diesem Falle einzig und allein um die Leiche der Frau Neidlinger. Der Staat ift nicht an das Datum gebunden, welches in der Anklage festgesetzt ift. Ter Angeklagte lanniftii das Verbrechen verantwortlich gemacht werden, wenn es innerhalb der letzten zwei Jahre bis zum 8. Dezember 1902 ausgeführt worden ift. Die Aussagen der Aerzte feien in Verbindung mit anderem Beweismaterial in Erwägung zu ziehen. Deßgleichen auch die Fragen, welche an die Experten gerichtet wurden und die Antworten derselben betreffend den Geieszuftand des Cantrell. Die Geschworenen haben zu bestimmen, wie viel Credit fie dem Zeugniß des Rufus Cantr?ll geben und tote viel fie von dessen Aussagen glauben wollen. Die Aussagen der angeblichen Genossen des Doctors sollten sorgfältig er wogen werden und wenn die Geschworenen überzeugt sind, daß dieselben auf Wahrheit beruhen, könnte eine Ueberführung des Angeklagten auf diese Aussagen hin erfolgen. Das Umstandsbeweis-Material sollte entscheidend sein. Betreffend die Anklage No. 3 müßten die Geschworenen entscheiden, ob die aus dem Grabe genommene Leiche der Frau Neidlinger für das College oder für eine Person bestimmt war. Hinsichitlch der Anklage No. 2 müßte bewiesen orden sein, daß der Angeklagte stimmte Handlungen beging,

um eine Nachforschung zu verhindern und einer Untersuchung auszuweichen. Stillschweigen allein sei nicht Beweis genug. (Dr. Alexander hatte bekanntlich, seinen Aussagen nach, nie nach dem Namen der Leichen gefragt, welche Cantrell im College ablieferte, noch sich erkündigt, woher dieselben kämeu.) Betreffend Anklage No. 4 müffe der Staat bewiesen haben, daß Dr. Alexander, als Professor der Anatomie die Leiche in seinem Besitz und daß er die Oberaufsicht über die Räume hatte, in welchen die für Secirungszwecke bestimmten Leichen aufbewahrt wurden. Die Geschworenen müßten sich darüber einig werden, welcher Werth den Aussagen verschiedener Zeugen zuzu messen sei; auch die Aussagen betreffs des geistigen Zustandes des Zeugen Cantrell müßten in Erwägung gezogen werden; auch der Character des Angeklagten käme in Betracht, da das Gesetz im Allgemeinen annimmt, daß ein Mensch mit gutem Character weniger geneigt ift, ein Verbrechen auszuführen, als einer mit schlechtem Character. Betreffs der anderen Leichen, welche gestohlen worden sind, müsse der Staat Beweise geliefert haben, daß die GeseZe des Staates verletzt wurden, in sofern die nächsten Verwandten ihre Einwilligung zur Entfernung der Leichen nicht gegeben hatten. Der Ausgang dieses Prozesses sei für die öffentliche Sicherheit von großem Werth. Dieselbe verlange, daß der Schuldige bestraft werde. Mitgefühl, und Rücksicht aus die öffentliche Billigung und Mißbilligung sollten die Geschworenen ganz bei Seite lassen, und sie sollten nur einen Wahrspruch abgeben, welcher auf dem herbeigebrachten Bemeismaterial ruht." Nachdem die Inftructionen verlesen

waren, zogen die Geschworenen sich zur Berathung zurück. Bis heute Nachmittag um 3 Uhr hatten die Geschworenen sich noch nicht aus einen Wahrspruch geeinigt. Vorsichtsmaßregeln zum Schutze des Dr. Alexander. Kurz nachdem die Geschworenen sich zurückgezogen hatten und Dr. Alexander und Frau den Gerichtssaal der.lassen wollten, drängte sich ein Mob in verdachterregender Weise heran, welcher sich namentlich aus Farbigen zusammensetzte. Aber der Sheriff, ein Deputy und drei mit Revolvern bewaffnete Detectivs waren prompt zur Stelle, und schützten den Doctor vorJnsultirungen. Sie escortirtcn ihn und seine Frau nach seiner Office im Newton Claypool Gebäude. Während des Morgens war von den auf den Corridoren und im Gerichtssaale versammelten Farbigen Drohungen gegen den Doctor ausgeftoßen wor den. Dieselben sind der Ansicht, daß er frei ausgehen wird, während ihre Rassengenossen ihrer Strafe nicht entgehen. Dem Sheriff war diese Gährung unter den Zuhörern nicht entgangen und er hatte daher rechtzeitig seine Maßregeln zum Schutze des Doctors getroffen. Er ist fest davon überzeugt, daß, wenn das Verdict zu Gunsten des Doctors ausfallen sollte, ein Tumult entstehen wird. Kolte Welle ! Der offizielle Wettermacher hat angekündigt, daß im Laufe der Nacht eine kalte Welle hier ihren Einzug halten und die Temperatur auf 10 Grad über Null fallen wird. Die Staats-Fair wird vom 14. bis 18. Septbr. abgehalten. Die Staats - Landwirthschafts Be. hörde hat beschlossen, daß die diesjährige Fair vom 14. bis 18. September incl. abgehalten werden soll. An Prämien find $9200 für die Pferderennen und $22,000 für andere Departements ausgesetzt.

s der Legislatur. Senat. Senator Gard's Gebühren- und Gehälter-Bill wurde mit einigen unwesentlichen Aenderungen zur Reinfchrift beordert. Dasselbe war auch mit Senator Thompson' Primärmahlen-Bill der Fall. Senator DauSman's Bill, welche vorschrieb, daß alle Friedensrichter im Staat feste Gehälter haben sollen, wurde verworfen. Senator Layman von Marion County reichte eine Bill ein, welche eine vollständige Revision der Jndiana Staats-Constitution vorschreibt. Er sagt, daß in vielen Sectionen der Conftitution Aenderungen nothwendig sind. Senator Thompson brachte eine Bill ein, durch welche das Gesetz widerrufen werden soll, welches einem Mann, der einen Stimmgebcr anzeigt, welcher seine Stimme verkauft. $100 Belohnung zuspricht; ferner soll derjenige, der Stimmen kauft, ebenso bestraft werden wie der Stimmenverkäufer. Sollte die Bill angenommen werden, so wird Marion County S2300 sparen, denn zur Zeit stehen 23 Leute unter der Anklage, ihre Stimmen verkauft zu haben. Die Garnishee-Bill" wird auf's Neue gedruckt werden, da derselben noch verschiedene Amendements zugefügt

werden sollen. Ueber dieselben wird sodann auf's Neue abgestimmt werden. Ein Antrag, sich zu Ehren von Lincoln's Geburtstag, welcher gestern war, auf heute zu vertagen, ging verloren. Haus. Die Kimball'Bill. welche vorschreibt. daß alle County'Clerks und Sheriffs, ohne Rücksicht auf die von ihnen collec tirten Gebühren ihre vollen Gehälter erhalten sollen, wurde mit 81 gegen 4 Stimmen passirt. Die Hume - Bill, welche vorschrieb, daß Thierärzte durch eine Staatsbehörde examinirt und von der selben lizensirt werden sollten, desgleichen die Bill, welche eine Staats-Bar-bierer-Behörde schaffen sollte, wurden verworfen. Die Bill, welche die Termine der gegenwärtigen Stadt - Beamten von Städten von 30.000 Einwohnern und darüber um 2 Jahre ausdehnen sollte, und welche bestimmt, daß in Zukunft die Amtstermine aller städtischen Beamten vier Jahre betragen sollte, wurde mit 59 gegen 31 Stimmen auf unbe stimmte Zeit verschoben. Die Bill, welche den Graduirten der Staats-Normal - Schule eine lebens längliche Lehrer - Licens verschaffen sollte, wurde verworfen. Die Bill, welche die Steuer-Umlage für den Unterhalt der drei StaatsSchulen erhöht, wurde passirt; desgl. die Bill, durch welche ein Taubftum-men-Asyl für Evansville creirt wird. Streit um eine Hanseinrichtnng. Vor Richter McMaster und Geschworenen wurde gestern über die Klage verhandelt, welche Frau Jda Milchel gegen ihre Tante Amanda L. Mahlon erhoben hatte. Vor vier Jahren war die Klägerin in eine Oeffnung am Highland Place gefallen und erheblich verletzt worden. Sie verklagte die Stadt auf Schaden ersatz und erhielt schließlich, nachdem der Fall zwei Jahre in den Gerichten geschwebt hatte, so viel zugesprochen, daß ihr nach Bezahlung ihres Anwaltes noch 3000 verblieben. Von dem Augenblick führte fie das Leben einer Verschwenderin. Sie hielt offenes Haus für ihre Freundinnen und beschenkte sie in reichlicher Weise. Heute ift vom Geld nicht viel mehr übrig. In der Klage gegen ihre Tante handelt es sich um eine Hauseinreichtung im Werthe von $500. Sie wünscht, daß ihr die. selbe ausgeliefert werde. Die Tante aber erklärt, daß ihre Nichte ihr die felbe geschenkt hatte.

Burger - Versammlung auf der Südseite.

Die am Donnerstag Abend von Bürgern der Südseite im O. P. Morton Club an der Shelby Str. abgehaltene Versammlung war sehr gut besucht. Den Vorsitz führte John F. White, als Secretär fungirte Charles B. Stiltz. Ueber die Boulevard-Bonds Ordinanz. welche nächsten Montag in der Stadtgesetzgebung ausgerufen werden wird, wurde des Längeren discutirt und es wurde eine Resolution angenommen, in welcher die Bürger auf ihrer früheren Stellungnahme zu der Ordinanz beharren und darauf bestehen, daß mindestens $30.000 für den Garfield Park Boulevard ausgesetzt werden. An der Debatte bctheiligten sich Stadtrath Meycr von der 14. Ward, William H. Leeoy, Harry C. Hubbard, Charles N. Leonard. William Bailey, John I. Wenner, Frank P. Baker, John F. White, John F. Geckler und Charles F. Stiltz. Es wurde ein aus den Herren H. C. Hubbard, Leonard, Bailey, Wenner. Baker, White und Gecklcr bestehendes Comite ernannt, welches dem Finanz Comite des Stadtraths vor der Sitzung desselben den Beschluß der Versammlung überbringen soll. Tasselbe soll auch der Behörde für öffentliche Werke seine Aufwartung machen, um dieselbe aufzufordern, doch unverzüglich etwas für die Verbesserung der Straßen der Südseite und nament lich der Straßenübergänqe vornehmen zu lassen. Im Eagle Creek ertrunken. Jähes Ende des 20jährigen Roy Valodin. Roy Valodin, der 20 Jahre alte Sohn des in No. 2410 Ashland Avenue wohnhasten Viehhändlers John F. Valodin. von der Firma Dye, Valodin, Parr & Co., kam gestern Nachmittag gegen 2 Uhr im Eagle Creek plötzlich um' Leben. Der junge Mann versuchte um die genannte Zeit, in Begleitung des Metzgers Christ. Lichtenberg von No. 1505 Shelby Str., an der Morris Str., aus dem Wege von den Union Stock Vards, den Creek zu durchwaten, doch wurde er von dem Hochwo sser plötzlich fortgeschwemmt, nachdem er einen Fehltritt von der Furt gethan hatte, und ehe sein Begleiter ihm zu Hülfe springen konnte, ward er von den reißenden Wassern verschlungen und weggeschwemmt. Die Polizei und die Angestellten einer Leichenbestatter-Firma suchten bis zu sväter Stunde nach der Leiche des Verunglückten, ohne dieselbe jedoch zu finden. Führte ein Doppel-Leben, Obschon er nur $7.50 per Woche verdiente. Die Detectivs Bray und Holtz verhafteten gestern den in Diensten der Ban Camp Hardware Comp. stehenden Kutscher James E. Puke unter der Anklage, die Firma seit längerer Zeit um Waaren bestohlen zu haben. Und bei der Verhaftung stellten die Beamten fest, daß Pyke seit 3 Jahren ! ein Doppel-Leben a la Jekyll und Hyoe geführt hat. Pyke wohnte nämlich mit seiner ihm rechtlich angetrauten Frau in No. 1019 Mulberry Straße, während er, wie die Untersuchung ergab, seit drei 'Jahren gleichzeitig ein Verhältniß mit einem Mädchen an der West South Str. unterhalten hatte, dem vor zwei Wochen ein Kind ent- ! sprossen ist. Dem Mädchen gegenüber hatte Pyke sich für einen ledigen Mann ausgegeben und ihm Heirath Versprochen, während er die Verdienste seiner rechtmäßigen Frau, die er überHaupt nicht unterstützte und die sich durch Wascharbeit für fremde Leute unterhielt, in gewissen Zwischenräumen abholte und durchbrachte, resp, zur Ausstattung des Heimes seiner Liebsten verwandte, wie auch die der Firma gestohlenen Waaren, Küchenutenfilien :c. Die Wohnung seiner Frau an der Mulberry Str. ist auf das Armseligste ausgestattet. Sein Lohn betrug S7. 50 per Woche.

Nachrichten aus Jndiana. Zur letzten Ruhe. W a b a s h. Unter zahlreicher Betheiligung fand am Donnerstag das Leichenbegängniß des Er - CongreßRepräsentanten Calvin Cogwill statt. Die Bahrtuchträger waren Mitglieder der Wabash Advocaten-Vereinigung. Eine sensationelle SchießAffaire. B l u f f t o n. Charles Fischer, ein wohlhabender junger Farmer liegt zur Zeit in seiner Wohnung in Nottingham Township in schwer verwundetem Zustand darnieder. Am Donnerstag Morgen wurden die Bewohner im Refidenz-Vicrtel an der Oft Market Str. durch Revolverschüsse in Aufregung versetzt. Dieselben waren in der Wohnung des Saln Risser, eines alten sich vom Geschäfte zurückgezogenen Kaufmanns, erfolgt. Anfänglich hieß es, daß Risser auf einen Einbrecher geschossen hatte. Dem war aber nicht so. Fischer hatte, nachdem der alte Mann sich auf sein Schlafzimmer zurückgezogen hatte, das Haus betreten und war während der Nacht der Gast der Frau Risser gewesen. Um 5 Uhr Morgens wachte ihr Mann auf und da er seine Frau nicht in ihrem Bette vorfand, so stellte er Nachforschungen an. Bald darauf fand er dieselbe in der Küche in Gesellschaft des jungen Fischer. Der letztere entfloh und der betrogene Ehemann sandte dem Liebhaber seiner Frau mehrere Kugeln nch, von welchen eine ihn schwer verwundete. S e l b st m o r d. B r o o k v i l l e. Bfoe" Schilling machte am Donnerstag seinem Dasein aus Aerger, daß seine Mutter, Julia Schilling, welche am Sonntag

starb, ihn enterbt hatte, durch Verschlucken einer Dosis Carbolsäure ein freiwilliges Ende. Sie hatte ihr aus einigen hundert Dollars bestehenden Nachlaß ihren anderen Kindern vermacht ; ihren jüngsten Sohn hatte sie ausgeschlossen, weil er ein Trunkenbold war. DieAnklage gegen Staatsanmalt Emrick. F t. W a y n e. Die G.oßgeschworenen beschäftigen sich noch immer mit den Anklagen gegen Staatsanwalt E. V. Emrick und den Affairen der SpielHäuser. Was die Untersuchung der Großgeschworenen erschwert, ist der Umstand, daß die Besitzer er der prominenten Spielhäuser es vorgezogen haben, die Stadt zu verlassen. Ein Terre Haute-Mann erwählt. Terre Haute. Die Canning Machinery & Supplies Association", welche in Washington, D. C., ihre Jahresversammlung abhielt, hat John T. Staff von hier zum Secretär und Schatzmeister erwählt. Ein neuer CollegePräsident. Ft. Wahne. Reverend Martin Lücke, welcher seit vielen Jahren Pa stor der Deutschen Lutherischen Kirche in Springfield, Illinois, war, in zum Präsidenten des hiesigen Lutherischen Concordia-College " erwählt worden. Er hat das Amt an genommen und wird dasselbe in nächfter Zeit übernehmen. Die Striker siegten. New A l b a n y Zwischen den sinkenden Drahtspannern der New Albany Gas und Electric Co. und der New Albanier Stlaßenbahn - Gesellschaft und ihren Vorgesetzten ist ein Ausgleich zu Stande gekommen, und nach einem Ausstande von etwas mehr als einer Woche gingen die Leute am Freitag Morgen wieder an die Arbeit. Mit ihren Hauptforderungen sind die Striker erfolgreich gewesen, denr es wurde ihnen nicht nur eine Lohnerhöhung, sondern auch eine Verwinderung der Arbeitszeit zugestanden. Auf der anderen Seite mußten sie jedoch einige Nebenforderungen fallen lassen. Der Ausgang des Strikes dürfte noch ernste Folgen haben, denn in New Albany arbeiten jetzt die j Drahtfpanner unter ungleich günstige-

ren Bedingungen, als in anderen Städten von der gleichen Größe, und man kann annehmen, daß ihre Collegen ihrem Beispiel folgen und auch um Lohnerhöhungen einkommen werden. Ein Schurkenstreich. & e l I City. Ein niederträchtiger.brutalerStreich wurde in der hiefigen Brauerei verübt, der nicht allein viel Aufsehen, sondern auch große Empörung bei jedem anständig Gesinnten hervorrief. Man fand, als man des Morgens die Stallung der Brauerei betrat, vier der besten Pferde durch Messerstiche und -Schnitte schwer verletzt. Die Thiere waren während der Nacht auf solche Weise schlimm zuge richtet worden und hatten besonders am Halse schlimme Schnittmunden. Jedes Thier hatte viel Blut verloren. Eine Zeit lang schien es. als ob die Pferde in Folge dieser Verletzungen untauglich geworden seien und abgethan werden müßten, dann aber wurden fie von einem Thierarzt in Behandlung genommen, der sich um die Wiederherftellmlg der Thiere bemühen wi.o. W , , , Zur Stadt des Heil. Ludwig. Die Herren Jos. Behringer, Franz Schaefer und Gustav Dongus vom Indianapolis Liederkranz" find gestern Abend nach der Probe nach St. Louis abgereist, um dort Quartier für den Verein beim nächsten Sängerfefte zu belegen. Sie werden in der Samstag Nacht zurückerwartet.

Lincoln's Geburtstag. Wie derselbe gefeiert wurde. In den off. Schulen der Stadt wurde gestern Abrahanl Lincoln's Geburtstag (12. Febr. 1809) durch Vortrage und Declamationen, bezw. Verlesung der Lebensgeschichte des am 14. April 1865 in Washington von dem Schauspieler Booth erschossenen Märtyrer-Präfiden-ten gefeiert. Am Mittwoch Abend hatten bereits die hiesigen farbigen Republikaner in der Allen Capelle des Befreiers ihrer Rasse vom Sclavenjoche in passender Weise gedacht. Gestern Abend, bei dem im Tenison Hotel veranstalteten Banquet der Indianu Lincoln Liga", der Vereinigung der rep. Clubs im Staate, wurde ebenfalls das Gedächtniß Abraham Lincoln's geehrt. Hr. I. Frank Hanlv brachte den Toast auf Lincoln" ans. Die anderen Banquet - Redner waren: Gouv. Durbin; Vice-Gouv. Gilbert; C. C. Lyons; Scn. I. R. Burton. Kanfasz Chas. W. Kittinger; Mayor Bookwalter; Thos. C. Whallon u. A. Frenndschafts-Vnnd. Erfolgreicher Verlauf des Valles. Der Damen-Verein FreundschaftsBund" veranstaltete gestern Abend in der Columbia Halle seinen Jahresball. Seit Wochen war das aus den Damen Frau Peter Hammcrle, Frau Hemmetgarn, Frau Klein und Frau Mary Rettig bestehende Arrangements-Comite unermüdlich thätig gewesen, damit den Besuchern des Balles einige fröhliche und unvergeßlich schöne Stunden zu Theil werden sollten. Nun, es weiß ja ein Jeder, wenn Damen sich einmal es in den Kopf gesetzt haben, dann führen sie es auch durch und zwar meistens gut durch. Das bewies auch der gestrige Ball. Derselbe war ausgezeichnet besucht und nach den fröhlichen Weisen, welche Prof. Freund's Capelle erklingen ließ, wurde von Alt und Jung munter das Tanzbein geschwungen. Von Anfang an herrschte eine gemüthliche Stimmung vor. Viel trug dazu der Umstand bei, daß ein jedes Mitglied des Vereins sich den Gästen gegenüber von der liebenswürdigsten Seite zeigte. Kein Wunder daher, daß Ve Besu cher des Balles in solch angenehmer Gesellschaft auch angenehme Stunden verlebten.

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