Indiana Tribüne, Volume 26, Number 147, Indianapolis, Marion County, 12 February 1903 — Page 7
Jndiantt Tribune, 12 Februar 1908.
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rrwv Anheim. I KmWeBnW von Cjcctov iUatot. ?..-. ....-.-- t..t..t..t.. , , , .... . . . . . . . i-l' (Fortsetzung.) 5Bo4 ''atte sie denn Böses geincrn, das mau ib? vorwerfen könnte? Bei dieser Frage, die sie an sich stellte, fand sie nur eine Antwort: ihre Smkause bei '.'.'caoame xiädjatie warcn übertrieben gefunden worden, und danach beurtheilte Herr Vulfran ihren Charakter. Und sie hatte sich doch oefckeidenes Maßhalten so angelegen sein lassen. Was hätte sie denn kaufen sollen. oder vielmehr nyf)t kaufen sollen ? Sie hatte aber nicht Zeit zu grübeln, da sie Herr Ä'lfran jetzt mit rauhem Ton anredete: ..Warum hast Du mir niä't die Wahrheit gejaqt?" Inwiefern hätte ich Ihnen nicht die Wahrheit gesagt?" fragte sie bestürzt. In Hinsicht Teiner Aufführung seit Deiner Ankunft in Maraucourt." Aber ich versichere Ihnen. Herr, ich schwör' es Ihnen zu, daß ich Ihnen die Wahrheit gesagt habe." Tu bast nür gesagt. Tu hättest bei Francoise gewohnt. Als Du aber von ihr wegzogst, wo hast Tu Dich da aufgehalten? Ich sag' es Dir im Voraus, daß Zenobia. die Tochter der Fran coise. die gestern von Jemand, der Auskunft über Dich haben wollte, gefragt wurde, ausgesagt hat, Du habest nur eine einzige Nacht bei ihr zugebracht, darauf seist Tu verschwunden, ohne daß Jemand wisse, wo Du Dich während dieser Zeit herumgetrieben habest." ' Perrine war am Anfang dieses Verhörs in großer Aufregung, aber nach und nach beruhigte sie sich und sagte: Ich kann Ihnen eine Persönlichkeit nennen, die weiß, was ich gethan habe, seit ich die Kammer der Mutter Francoise verlassen babe." Wer ist das V Rosalie. ihre Enkelin; sie kann es bestätigen, was ich Ihnen sagen werde, wenn Sie es der Mühe werth halten zu fahren, was ich seit jenem Tage gethan habe." Die Stelle, die ich Dir an meiner Seite eingeräumt habe, erfordert es, daß ich wisse, wie Da gelebt hast." Nun. mein Herr, das werde ich Ihnen also sagen. Wenn Sie es erfabren haben, so lassen Sie, bitte, Rosalie zu sich kommen, erkundigen Sie sich bei ihr, ehe ich sie wieder gesehen habe, und Sie werden die Ueberzeugung gewinnen, daß ich Sie nicht getäuscht habe." So will, ich es in der That machen," sagte er mit besänftigter Stimme; erzähle nun." Sie schilderte zuerst jene entsetzliche Nacht in der Kammer, ihren Ekel, ihr Uelelbefindcn, ihre Schwindel- und Erstickungsanfälle. Konntest denn Du nicht auch ertragen, was den Anderen gut genug ist?" Die Anderen haben gewiß nicht, wie ich. immer in freier Luft gelebt, denn ich versichere es Ihnen, ich bin in gar nichts und über gar nichts sonst empfindlich, da das Elend mich gelehrt hat, alles zu ertragen; aber ich wäre damals gestorben, und ich glaube nicht, daß es eine Feigheit ist, wenn man den Versuch macht, dem Tode zu entgehen." Ist denn die Kammer bei Francoise gar so ungesund?" O Herr! Wenn Sie sie sehen könnten, würden Sie nicht erlauben, daß Ihre Arbeiterinnen darin leben." Fahre fort." Nun kam sie auf die Entdeckung der Insel zu sprechen und auf ihre Idee, sich in der Vogelhütte häuslich einzurichten. Und Du hast keine Furcht dabei gehabt?" Ich bin daran gewöhnt, keine Furcht zu haben." Sprichst Du von dem Teiche, der sich dort hinten bei der Straße nach Saint-Pipoy, linker Hand, befindet?" .Ja. Herr." Diese Vogelhütte gehört mir und wird von meinem Neffen benutzt. Dort hast Du also geschlafen?" Nicht nur geschlafen, sondern auch gearbeitet, gegessen, ja sogar Rosalie zum Abendessen gehabt, was sie Ihnen erzählen kann. Ich bin erst an dem Tage von dort weggegangen, wo ich mich auf Ihren Befehl den Monteuren in Saint-Pipoy zur Verfügung stellte, und in der vorigen Nacht habe ich wieder bei Mutter Francoise geschlafen, denn jetzt kann ich ja ein Kabinettchen für mich allein bezahlen." Ei, da bist Du ja reich, wenn Du Deine Kameradin zum Mittagessen einladen konntest?" m Ij; - - (Vfcnan -ucnn iut ro luuycii uuijic, tiitu zu erzählen" Erzähle kecklich." Ist es denn erlaubt, Ihre Zeit für kindische Mädchengeschichten in Anspruch zu nehmen?" Die Zeit wird mir nur allzulang, seit ich sie nicht mehr verwenden kann, wie ich's gern möchte ja, lang, sehr lang und leer." Perrine sah über Herrn Vulfrans Gesicht eine dunkle Wolke hinziehen, die das Leid und die Trauer eines Daseins verrieth, das man für ein so glückliches bielt. und das von ft) Vielen beneidet wurde, und der Ton. mit
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dem er das Wort leer" auslpracy. ging ihr tief zu Herzen. Sie wußte es selbst so gut. seit sie Vater und Mutter verloren hatte, wie traurig es ist. aNein in der Welt zurückzubleiben, die langen, leeren Tage hinzubringen, die nichts ausfüllt, wenn es nicht tie Sorten, die Ansirenauncn. die Mübsale oer gegcnwarngeil stunde sind, ohne den Trcst cincsLeid?nsqefährten. eine? menschlichen S:ele. die einen stützen und erbeitern kann. Er zwar kannte weder Anstrengungen, noch Mangel oder Elend; aber gibt es nicht auch ncck andere Leiden, anderen Jammer in der Welt? Schmerzen, wie sie in jenen wc. niaen Worten, in diesem oebeuaten Kauple, tK)tn Kippen, diesen eingefallenen Wang?n, diesem ganzen ttcu rigen. durch die unaufhörliche Heraufbeschwörung qualvoller (Srinncrunrev!
veränderten Antlitz zum Ausdruck kamen? Wenn f:c es versuchte, ihn zu zer-streuen?-Wohl wär' es ein kühnes Unterfanscu von ihr. die ihn noch so wenig kannte. .Aber warum sollte sie es nicht wagen, da er sie ja selbst zum Sprechen aufforderten warum nicht wag , dieses düstere Gesicht zu erhcitern und lachen zu machen? Sie konnte es ja einmal drauf ankommen lassen und würde bald merken, ob sie ihn unterhielt oder langweilte. So begann sie denn in fröhlichem Ton. der den Aufschwung eines melodischen Gesangs hatte, ihre Erzählung: Was das Allerdrolligste bei unserem Abendessen war. das ist die Art, wie ich mir die Küchengeschirre, um es darin zu kcchen, verschärfte, und ivie ich ohne Unkosten, die ich ja nicht aufzuwenden hatte, die Gerichte unseres Speisezettels zusammenstellte. Das will ich Ihnen nun erzählen und mit dem Anfang anfangen, der Ihnen darthun kann, wie ich in der Vogelhütte von dem Tage an. wo ich mich darin niedergelassen hatte, gelebt habe." Während ihrer Erzählung ließ sie Herrn Vulfrans Gesicht nicht aus den Augen, bereit, abzubrechen, wenn sie Zeichen der Abspannung darauf wahrnähme, die ihr sicher nicht entgehen würden. Es war aber keine Langeweile, die sich darauf malte, sondern Neugierdc und Tbeilnahme. 2as hast Du selbst gemacht?" Mit diesen Worten unterbrach er sie mehrmals. Oder er ließ eine Bemerkung einfließen über etwas, des sie. um ihn nicht zu ermüden, kurz behandelt hatte, und worüber er gern Ausführlicheres hören wollte; er stellte da Fragen, die bewiesen, daß er sich genau unterricht ten wollte, nicht allein über ihre Thätigkeit, sondern noch mehr über die Mittel, die sie angeloendet hatte, das Fehlende zu ersetzen. Und vos hast Tu zuwegc gebracht ?" rief er dann txnomtrni aus. Als sie endlich mit ihrer Geschichte jfrtig war. legte er ihr sanft die Hand auf das Haar: Bei Gott. Tu bist ein tapferes Mädchen." sagte er; ich sehe mit Freuden, daß etwas Tüchtiges aus Dir zu machen ist. Nun aber geh auf Tein Bureau und beschäftige Dich da, wie Tir's gefällt; um drei Uhr gehen wir zusammen aus." 28. Kapitel.errines oder vielmehr VenditZ Bureau alicn weoer an Geräumigkeit noch in der Einrichtung dem von Herrn Vulfran, dos mit seinen drei Fenstern, seinen Tischen, seinen Mappen, seinen großen Lehnstühlen aus grünem Leder, den Plänen der verschiedenen Fabriken, die in vergoldeten Holzrahm:n an den Wänden hingen, sehr stattlich aussah und von der Großartigkeit der Geschäfte, über die hier entschieden wurde, einen guten Begriff geben konnte. Bendits Bureau dagegen war sehr klein, enthielt nur einen einzigen Tisch mit wei Stühlen. Bücherstänver aus geschwärztem Holz und eine Chart of the World, worauf die Hauptschifffhrtslinien mit bunten Fähnchen bezeichnet waren; aber doch machte das Gelaß mit seinem gewichsten Boden aus Pechtannenholz, seinem Fenster nach der Sonnenseite und dessen rothgemustertem Ziehvorhang aus Jutc einen freugidlichen Eindruck, und es gefiel Perrine umsomehr, wei: sie, durch seine offene Thür in die benachbarten Bureaus blicken, manchmal auch hören konnte, was darin verhandelt wurde. Rechts und links von Herrn VulfraniKabinett lagen die Bureaus seine: Neffen Theodor und Kasimir, dann die des Rechnungswesens und der Kasse, endlich gegenüber das ten H:nn Fabry. wo Gehilfen an frechen Tischen mit schiefen Platten zeichneten. Da Perrine nichts zu thun hatte und sich nicht getraute, Bendits Platz einzunehmen, setzte sie sich neben die Thür, und zum Zeitvertreib las sie in den Wörterbüchern, die die ganze Bibliothek dieses Bureaus ausmachten. Aufrichtig gesagt, hätte sie andere Bücher , vorgezogen, aber sie mußte sich wohl oder übel mit diesen begnügen, die ihr die Stunden etwas lang werden ließen. Endlich ertönte die Mittagsglocke, und Perrine war eine von den Ersten, die sich entfernte; aber unterwegs wurde sie von Mombleur und Fabry eingeholt, die sich, wie sie selbst, zu Mutter Francoise zum Speisen begaben. Der Tausend, kleines Fräulein, nun sind Sie ja unsere Kollegin," sagte Mombleux, der die 'Demüthigung von Saint-Pipoy noch nicht vergessen hatte und sie der heimzahlen wollte, die sie ihm zugezogen hatte.
Bitten Auaenblick brachten sie diese
Worte, deren Ironie sie herausfühlte, in -Verwirrung, aber sie faßte sich schnell und erwiderte mit sanfter Stirnme: Die Ihrige nicht, mein Herr, aber die von Wilhelm." Ter Ton dieser Entgegnung gefiel ohne Zweifel dem Ingenieur, denn indem er sich zu ihr wandte, sah er sie mit einem Lächkw an, das zu gleicher Zeit eine Ermuthigung und eine Anerkennung enthielt Ta Sie doch Bendit ersetzen." fuhr Mombleux fort, der, was Hartnäckigkeit betrifft, ein richtiger Picarde war. 6?aaen (Pi das? sch daS 5vräulin an Bendits Platz gesetzt hat." bemerkte Fabry. Das ist ja dasselbe." Keine-wegs; denn in zehn bis vierzehn agcn, wenn Bendit genesen ist. kann er wieder in seine Stelle eintreten, was nicht der Fall gewesen wäre, wenn sich das Fräulein nicht eingestellt hätte, um sie ihm aufzuhalten." Mir scheint eher, als ob Sie Ihrerseits und ich meinerseits dazu beigetragen hatten, sie ihm aufzubehalten." Wie das Fräulein seinerseits. So ist Bendit gewissermaßen uns allen Dreien einen Schmaus schuldig, wenn man es je erlebt hätte, daß ein Engländer seinen Schmaus für Jemand Anders anrichtete als für sich selbst." Wenn Perrine d-en wahren Sinn von Mombleux' Worten hätte mißverstehen können, so war die Art. wie man sie bei Mutter Francoise behandelte, ganz geeignet, sie darüber zu delehren; denn sie fand ihr Gedeck nicht auf dem Tische der Kostherren aufgelegt, wie wenn man es für eine Kollegin dieser Herren geihan hätte, sondern auf einem kleinen Nebentischchen, das sich, wenn es auch in demselben Sacile stand, doch in einen abgelegenen Winkel verwiesen fand; und hier bediente man sie nach den Anderen, indem man ihr die Platten zuleyt anbot. Das hatte aber nichts Verletzende für sie; was öerschlug es ihr denn, ob sie zuerst oder zuletzt bedient wurde, und ob die besten Bissen, wenn die Reihe an sie kam, verschwunden waren? Mehr Werth hatte es für sie. daß ihr Tischchen nahe qenua bei den Herren stand und sie also deren Unterhaltung mit anhören und sich ihre Reden für ihr Betragen unter den vielen Schwie rigkeiten, denen sie die Stirn zu bieten hatte, zur Richticknur nehmen konnte. Leider' sagten sie an diesem Morgen nichts, was sie interessirt hätte; ihre Unterhaltung drehte sich während des ganzen Frühstücks nur um allgemeine Geaenstände: um Politik, um die Jagd, um ein Eisenbahnunglück Üeberdies mußte sie sich beeilen, denn sie wollte von Rosalie herauszubekommen suchen, von wem es wohl Herr Vulfran erfahren habe, daß sie nur einmal bei Mutter Francoise über nachtet hatte. Von dem Dürren, war Rosaliens Antwort, der bei uns war, als wir nach Picquigny gingen; er hat Tante Zenobia über Dich ausgefragt, und Du weißt ja, es ist nicht schwer, Tante Zenobia zuni Schwatzen zu bringen, d sonders wenn sie voraussetzen kann datz ihre Aussagen den Betreffender Nichts Gutes einlragen; ste war es also, die gesagt hat, Tu seist nur eine Nacht hier gevliebcn und noch alle möglichen anderen machen." Was für andere Sachen?" Ich weiß nicht, weil ich nicht dabei gewesen bin, aber Tu kannst Dir das Schlimmste vorstellen; glücklicher Weise ist es Tir nicht zum Schaden ausgeschlagen." Im Gegentheil, es ist mir gut aus geschlagen, denn ich habe Herrn Vulfran mit der Schilderung meiner Erlebnisse Freude gemacht." Das will ich der Tante Zenobia erzahlen, es wird sie wuthend machen." Bringe sie nur nicht noch mehr ge gen mich auf." Sie gegen Dich aufbringen? O, da ist jetzt keine Gefahr mehr; wenn sie erfahrt, was für eine Stellung Herr Vulfran Dir einräumt, dann wirst Du keine bessere Freundin haben äußer lich; Du wirst es morgen selbst sehen Nur rathe ich Dir wenn Du nich willst, daß der Dür etwas von Deinen Angelegenheiten erfährt, so sprich nicht mit ihr darüber." Da fei nur ganz ruhig." Weißt Du. sie ist heimtückisch." Nun weiß ich ja. Um drei Uhr klingelte Herr Vulfran Perrine herbei, um mit ihr, wie er angekündigt hatte, auszugehen; und da machten sie die gewöhnliche Fahrt nach den verschiedenen Fabriken. Herr Vulfran ließ ja keinen einzigen Tag verstreichen, ohne alle seine Anstalten zu besuchen, eine nach der anderen, wenn auch leider nicht, um überall nnchzusehen, so doch röenigstens, um sich sehen zu lassen, um seinen Direktoren, nachdem er ihre Berichte angehört hatte, seine Befehle zu ertheilen; auch gab es außerdem noch viele Dinge, worüber er sich selber, crls ob er nicht erblindet wäre, durch allerlei Hilfsmittel, die seine umschleierten Augen ersetzen mußtess, Klarheit verschaffte. Heute nun fingen sie mit einem Besuch in Fleqselles an. einem großen Dorfe mit den Werkstätten zum Kämmen des Flachses und Hanfes. In der Fabrik angekommen, zog es Herr Vulfran vor, anstatt sich in das Bureau des Direktors führen zu lassen, auf Perrines Schulter gestützt, in einen riesig großen Schuppen einzutreten, wo man eben damit beschäftigt war, Hanfballen aufzuspeichern, die man von den Waggons, die sie hergebracht hatten, ablud.
Es galt als Regel, daß man sich
überall, wo er hinkam, nicht stören lassen durfte, um ihn zu begrüßen, auch dürfte Niemand das Wort an ihn richten, außer als Antwort auf eine Frage von ihm. Die Arbeit wurde also fortgesetzt, als ob er nicht gegenwärtig wäre, nur vielleicht etwas rühriger, innerhalb der allgemeinen Regelmäßiakeit. Nun höre genau zu, was ich Tir erklären werde," sagte er zu Perrine. denn ich will jetzt zum ersten Mal den Versuch machen, beim Prüfen dieser Ballen, die man ablädt, durch Deine Augen zu sehen. Du weißt doch, was man unter Silberfarbe versteht r . Sie zögerte mit der Antwort. Oder vielmehr unter perlgrauer Farbe?" Perlgrau, ja. das weih ich. Herr." gui. Ebenso wirst Du die verschiedenen Schattirungen von Grün unterscheiden können: dunkelgrün, hellgrün, dann bräunlichgrau, röthlich." Ja, mein Herr, wenigstens ungefähr." Ungefähr genügt. Nimm jetzt einen kleinen Wisch Hanf aus dem ersten Ballen dort und betrachte ihn genau, damit Du mir -sagen kannst, wie er aussieht." Sie that, wie ihr befohlen war, und nachdem sie den Hanf genau geprüft hatte, sagte sie schüchtern: Röthlich; mir scheint es röthlich." Gib mir den Hanf in die Hand." Er hielt ihn an die Nase und roch daran: Du hast Dich nicht getäuscht," sagte er, dieser Hanf sollte in der That röthlich sein." Sie sah ihn erstaunt an, und als ob er ihre Verwunderung erriethe, fuhr er fort: Rieche einmal an diesem Hanf; Du merkst gewiß einen Geruch nach gebranntem Zucker?" Ja, ganz genau so, Herr." Nun gut; dieser Geruch zeigt an. daß der Hanf im Ofen geröstet worden ist, woraus man auf seine röthliche Farbe schließen kann; der Geruch und die Farbe müssen sich also entsprechen, und das bewies mir, daß Du recht gesehen hast, und läßt mich hoffen, daß ich Vertrauen in Dich setzen kann. Nun laß uns zu einem anderen Waggon gehen und nimm hier auch einen Wisch Hanf heraus." Diesmal fand sie, daß die Farbe grün sei. Es gibt zweierlei Grün," fagte er; mit der Farbe von welcher Pflanze vergleichst Du das Grün, von dem Du sprichst?" Mit der Farbe des Kohls, will mir scheinen, und überdies sind braune und schwarze Flecken dazwischen." Gib den Hanf her." Anstatt ihn an die Nase zu bringen, strich er ihn mit beiden Händen auseinander und die Fasern zerrissen. Diesen Hanf hat man zu grün geerntet," sagte er, und überdies ist er im Ballen feucht geworden; auch diesmal ist Deine Aussage richtig. Ich bin zufrieden mit Dir; es ist ein guter Anfang." Sie setzten ihre Besuche in den anderen Dörfern fort, in Bacourt, Hercheux. zuletzt in Saint-Pipoy, und hier dauerte der Aufenthalt am längsten, weil von der Arbeit der englischen Monteure Einsicht genommen werden mußte. m Wie immer, war der Wagen, sobald Herr Vulfran ausgestiegen war, in den Schatten einer großen Zitterpappel gefahren worden, und Wilhelm, anstatt bei dem Pferde zu bleiben und es zu hüten, hatte es an eine Bank gebunden und war in's Dorf spaziert; er rechnete darauf, vor seinem Herrn wieder zur Stelle sein zu können, der dann nichts von seiner Flucht erführe. Aber anstatt nur einen Sprung in's Dorf zu machen, hatte er sich mit einem Kameraden in ein Wirthshaus gesetzt, wo dann die Stunde verpaßt wurde, so daß Herr Vulfran, als er zum Wagen zurückkehrte, um einzusteigen. Niemand antraf. Lassen Sie W'lhelm holen," sagte er zu dem Direktor, der sie begleitete. Es dauerte lange, bis Wilhelm gefunden war, zum großen Aerger von Herrn Vulfran, der es nicht ertrug, daß man ihn um eini Minute seiner Zeit betrog. Endlich sah Perrine. wie Wilhelm in einer ganz sonderbaren Gangart daherkam: den Kopf im Nacken, den Hals und die Brust steif, die Beine schwankend und in einer Weise vorwärts geschlenkert, als hätte er bei jedem Schritt ein Hinderniß zu überspringen. Das ist eine sonderbare Art zu gehen," fagte Herr Vulfran, der die ungleichen Schritte gehört hatte; der Kerl ist benebelt, nicht wahr. Benoist?" Man kann Ihnen nichts verbergen." Nun, ich bin nicht taub, Gott sei Dank!" Darauf wandte er sich zu Wilhelm, der vor ihm stehen blieb: Woher kommst Du?" Herr ich wollte Ihnen sagen" Dein Athem verräth Dich, Du kommst aus dem Wirthshause und bist betrunken; das Taumeln Deiner Schritte beweist es mir." Herr ich wollte Ihnen sagen" Während dieses Stammelns hatte Wilhelm dzs Pferd losgebunden, und als er das Leitseil in den Wagen legen wollte, lieh er die Peitsche zur Erde fallen; er wollte sich bücken, um sie aufzuheben, torkelte aber drei Mal drüber hin, ohne sie erfassen zu kön- ! nen.
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St. Aakobs heilt alle körperlich,
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Es besiegt Schmexzen
Das beste Heilmittel in der Welt. In 25 nd 50 Ich glaube, es wird besser sein wenn ich Sie nach Maraucourt zuriul kutschire," sagte der Direktor. Warum denn?" rief Wilhelm, der es gehört hatte, in unverschämter Art. Schweige!" befahl Herr Vulfran in einem Tone, der keine Erwiderung zulieh; von Stund an bist Du nicht mehr in meinem Dienst." Herr ich wollte Ihnen nur sagen" Aber ohne auf ihn zu hören, wandte sicb Herr Vulfran an seinen Direktor mit den Worten: Ich danke Ihnen. Jnoist, die Kleine wird diese Trunkcnbold ersetzen." Kann sie denn kutschircn?" Ihre Eltern waren reisende Kauflcute, sie hat ihren Wagen äst genug selbst geführt; nicht wahr. Kleine?" n ia. .frerr." (Fortsetzung folgt.) See Helm der französlsclkcn ?lrmee. Die Piou-Pious" sollen den Helm erhalten! Das ist die Nachrichi, die jetzt im französischen Heere und überall. wo man sich für militärische DingL interessirt, das Tagesgespräch bildet. Die Piou-Pious", das sind die Infanteristen. Bisher hat man nur für die Artillerie und für dic Kavallerie den Helm einführen wollen, nun soll ihn also die ganze Armee erhalten. Bei der Artillerie ist der Helm schon allgemein im Gebrauch seit etwa einem Jahre; und zwar ist das ein glatter Rundhelm aus geschwärztem Metall: bei Paraden wird ein kleiner rother Federstutz an der Seite angebracht. Man kann nicht sagen, dah es eine ästhetisch schöne Kopfbedeckung ist. Kürassiere und Dragoner haben schon immer einen Metallhelm mit antikisirendem Aufsatz und langemRohschweif getragen. Bei der letzten NationalfestParade sah man ein? Schwadron Jäger zu Pferde mit dem neuen Helm, der. wie es scheint, bei der gesummten Reiterei zur Einführung gelangen soll. Das ist ein runder Römcrhelm aus weißem Metall mit einer Raupe, wie sie früher in der bayerischen Armee üblich war. Bei der Menge fand dieser Reiterhelm keineswegs grosie Begeisterung. Nachdem ihn der Kriegsminier General Andr jedoch während des letzten Manövers einen ganzen Uebungstag hindurch zur Probe aufgesetzt hat. ist dies Modell angenommen. Die KomMission desKriegsministeriums, die sich mit diesen Fragen zu beschäftigen hat, schwankte lange, ob der Helm auch für die Fußtruppen vorgesehen werden sollte. Daß das jetzige Käppi abgeschafft werden sollte, darüber war man einig. Aber ein Theil der KommissionsMitglieder war sehr für das Barett eingenommen, das die AlvenjägerKompagnien tragen. Mit Bedauern hat man sich schließlich gegen das Barett uno für den 'Helm entschieden, ..weil diefe? einen mehr kriegerischen Anblick bietet und den Infanteristen besser gegen den Säbelhieb des Reiters schützt." Der Jnfanteriehelm soll entweder aus Pappleder oder aus Filz man wartet das Ergebniß der Versuche ab hergestellt werden; er soll thunlichst leicht und zugleich Widerstandsfähig sein. Was die Form betrifft, so hat man sich für eine entschieden, die der des englischen Konstablerhutes sehr ähnlich ist. Die Franzosen werden sich nur schwer an diese Neuerung gewöhnen. Gefälliger war das rothe Käppi jedenfalls. Sollte der Helm wirklick ein guter Schutz gegen den Säbelhieb werden, so hätte man ihm logischerweis? aub die Helmloitze geben müssen, die den Säbel absplittern läßt. Ohne die Helmspitze ist der runde Helm kaum wesentlich ein besserer Schutz, als das dicke Tuchkävpi. Aber die Helmspine hätte die neue Kopfbedeckung der Vickelbaube der PrussZens gar zu ahnlich gemacht! Denkmäler für Kaiser WilHelm I. gibt es in den deutschen Staaten bereits 318. Dieselben kosteten insgesammt über 20.000,000 Mark. Es sind übrigens noch so viele in Aussicht genommen oder bereits in der Errichtung begriffen, daß jene Ziffern gar bald eine erhebliche Steigerung erfahren werden. i? Zahl der preußischen Millionäre ist seit 1899 von 6016 auf 6601 gestiegen. Das Vermögen des verstorbenen Kanonenkönigs Krupp ging in den letzten drei Jahren um 17.750.000 zurück und wird nun auf Z46.750,000 aesckätit.
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Schmerzen, wie Etablirt seit 50 Iahren. Ten rösjro. Feuer - Signale. I Pnmshlv und artet 6 Eng lish 'S Opern HauS 6 Sast und New York 7 Noble und Michigan 5 91. Jerjey u. Maff 3b 9 Pine und North 10 Mavkrt und Pine II Vermont nah Last 12 R. 8 Spritzenhaus Waff. ve nahe Nobie !3 Dnuware und Walnut 14 R. Jersey u Central A. 15 Waff. und EornkU Av 6 Ash und Zi. Ttraße .7 Park Ave und 12 tr .3 Coluinbm und Hillfid '.9 Highland Ave u. P,att 51 Illinois und Et. Jo 23 Pennsylv. und Pratt M Meridian und ll. Srr 5 No.s Sprizenhaus lS. nahe JllinoiS 2 Senate Ave . StEla 27 Illinois und Vichigan 2k Pesylvania und 14. 9 Senate Ave. und 15. Zl No. 1 Spritzenhaus Jd Ave naheMichigan 32 Meridian nd Walnut 34 California u Vermont 35 Blake ud New Jork .6 Ind. Av. u. St tflair 37 Sit Hospital 38 Blake und Norty ZS Mich-.gan und Azne . 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nahe Weft 42 GAsendorf u Wash. 43 Missouri u New Mort 45 Meridian u Wash 4s Illinois und Ohio t? Capitol Av. u Wash 48 Ku-.gan'i Porkhaus 49 Straßenbahn StZll W. Washington Str 51 No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 52 JlttnoiS u Louisiana 5Z Weft und South 54 West und McCartp 5K Senate Aveu Henry b? Meridian und Rov 58 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u Mor.-is kö Madison Av. u Dunlop 1 R 2 Haken LeiterdauS South nahe Telawar 2 Penn, u Merrill öS Delaware u. McEarttz 4 Ikaft und RcSarty 55 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Bradsya 68 Saft und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Ouron 72 Last und Georgia 7Z edar und Qlm 74 Davidsoi u Georgia 75 Smzlish Av. u Pine 7 Ehelöy und Bates 78 No. Z Spritzenhau Prospect nahe Shelby 79 Fletcher Av. u Sbelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New York u. Davids 5 Taubstummen Anstalt 8 Ber. Staaten Arsenal 87 Qriental und Wash. 89 Frauen-Resormat. 91 No. 13 Spritzenbaus Maryland nahe Mer. 92 Meridian u. Gcrqia. 93 Meridian und South 04 Pennsylv u. Louisiana 95 Viraini? ve u. SUab. 96 Hauptquartier. 87 Grand Hotel. 93 Capital Av und Ohis .23 No. IS Spritzenhau 1. und Ash. 124 Alabama und 1. 12 Central Ave und 15. 126 7)andes und 15. 127 Brooksid und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. 1Z1 Alabama und 11. 132 Beltesontaine und fr. 134 College Ave und M. 125 Delaware und 13. 126 Alabama und North 137 Rewmann und 19. 138 College Ave und 14. 13s Cornell Ave und 13. 141 Dandes und 19. 142 Highland Ave und 10., 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 1 Alvord un 17. 147 No. 2 S?.-itzenbaus Hil.stde Ave und 16. 148 College Ave und 22. 149 College ve und 7. 152 Part Ave und 22. 15? LEU. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave nd 10. 156 Stsuzhton u Rewman 157 Atlas und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 12 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St.-Elair u. eystom 167 Arsenal Uve und 23. 168 Bellefvntaine und 28. 169 Park ve und 1. 212 Capital ve und 17. 213 Pennsylv. u. Mchiga 214 JUino und 2. 215 Senate ve und 21. 216 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian nd 16. 218 Capital Ave und 24 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLea 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 JllinoiS und 33. 36 Annetta und 30. 237 No. 9. Spritzend.! Udell und Raer 238 Udeil Ladder Worls 239 Jiavel und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u Et. & 243 Eldrioge nd 23. 312 West uud Walnut 513 Weft und 12. 514 Howard und 16. 815 Torbet und Pacc 316 Capital Av und S17 Northwestern Av 2 218 Gent und IS. 319 Kanal und 10. 3S1 Cerealinc VorkS 224 Dermont nd Lynn S25 Blsmarck u Grandvi 226 No. 2 SrntzenhauS Haughville. 327 Michigan u. Holmes, 828 Michigan u. Concord 341 West und McJnty 412 Missouri u. Mary land 13 Missouri und Ohio 15 Capital Ave u Seorgia 16 Missouri u enrueky 17 Senate Av u. Lasy. 421 P und E Run'aus W. Washington. 23 Jrrcn-Hospital. 24 Miley Ave u.JDuS 25 Wash. und Harris 426 No. 18 Epritzenhauß W, Washington 27 12 '.wer und Birch 428 Oliver und -sqood 4J Nordpke und Dort 31 Hadleh Ave u. Morris 32 River Ave u. orriö tM River Ave und Ratz 435 Hardwa u. Big 4 R 436 Harding und Olive, 437 No. 19 SpritzenhaZ Morris und Hardtna, 8 Howard d kÄllianB 39 toelvards l Reinr und Stiller 452 Howard und Ütt 53 Morris und AaV5 56 Lambert und Beinl 457 NordhK Ave u fcar mon Works 612 West u,d Ray 513 entucky Ave u. VerrK, 514 Meridian und Morrts 516 Illinois nd ansas 17 Vlorris und Dakota 518 Morris und Cburch 519 Capital A. u VcCarty 521 Meridian und Pale? 523 Pine un'. Lvrd 524 Madisor Ave u kincol 26 Meridian und Belt AK 52? Carlos und Ray 528 Meridian und Arizona 629 Merldia'l U. Raymond 531 Meridian u. McEarry 532 Ro. 17 Spritze nh2u Morris nahe Weft 1 McKetnan und Dough. 613 Caft u. Lincoln &m 614 Cait und Stecher 1b ffiright und Sanders 617 McCartY und Beaty 18 New Jersey u ir 712 Spruce und Prospekt 713 Engllsh re. u. Laurel 714 Stev 4.ltR 715 Shelby '..nd Beecher 71 State Ave nd Orange 718 Orange und Laurel 7 Shelby u. Ci.lag Ave 721 Leringtvn A. u Laurel 723 lcher Aveu. Oprun 724 State Ave u. Pleasant 726 Prospekt und leasan 72 Ow. ' und Harlan 728 Libei'.y und Meek 729 Nble nd South 812 Ro. 15 Spritzenhaut Oft Washington Str. 13 Market und Noble 81 Odio u. Highland Jto 816 Riangan u. Highland 1 Market u Arsenal ve 817 Ost Clair und Unter Bahn Selete. 81 Pan Handle S'.?2 823 Vermont und WaUott 824 Wash. und State Atz, Stt Madden'SLounge zav. 826 DuSrr und Dorsey 827 ash. und eville Av 829 Ro. 12 Spritzenba Beville nahe Ruh, 831 Southeastern Ave und oodsid. 83t ash. und Dearvor 84 Southeastern und Arsenal lves. 836 New Kort nd Dempl 12 Illinois und Maryl. II JLinvis und Markt 14 Penn, ad WrM 15 Delaware nnd Spezial-Siznale. krften 2 Schlage, zweiter Alarm. Zweiten 2 Schlag, dritter Alarm. Drtttm 2 Schlage, vierter Alarm. l-2-l, Feuer au und Schlauch aufgerollt. 3 Schlag, Wasserdruck ab. 12 Schlag. 12 Uhr Mittags, Die 'f bezeichnete Signale werden nur vom Dhuri Wachter angegeben da an den betreffenden Straße? fri jjW ktae Alarm lösten angebracht stnd.
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