Indiana Tribüne, Volume 26, Number 147, Indianapolis, Marion County, 12 February 1903 — Page 1

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Gr steint tattrmiitaa. Jahrgang 26 Indianapolis, Ind., Donnerstag, 12. Februar 1903 A. 17. i I ! 1 ?

Der Dr. Alerander-

Prozetz. Tie Plaidoyers ziehen sich in die Länge Die Geschworenen werden daher erst morgen über den Fall berathen. Anwalt Henry Svaan's Argumente. Der Gerichtssaal oar heute wieder bis zu semer äußersten Kapacität mit Zuhörern besetzt. Da dieselben wußten, daß Henry Spaan, der Hauptvertheidiger des Dr. Alexander sprechen würde und derselbe als vorzüglicher, schneidiger uno Mieren anler Neoner einen vortheilhaften Ruf befitzt, so konnte es daher kein Wunder nehmen, wenn die Besucher und Besucherinnen gerade heute in solch dichte Schaaren in den Gerichtssaal strömten. Sie waren im Voraus überzeugt, daß der ausgezeichnetc Kriminalist eine oratorische Leistung ersten Ranges bieten würde. Und sie hatten sich nicht getäuscht. Derselbe nahm zunächst Bezug auf eine Bemerkung des Staats - Anwalts, welche derselbe in seinem Plaidoyer fallen ließ, daß die Jury sich nicht dadurch beeinflussen solle, daß der Angeklagte Einfluß besitzt und ein Arzt ist. In glänzender Weise schilderteSpaan hierauf den Beruf eines Arztes. Er ist der Erste, welcher den Verwundeten auf den Schlachtfeldern zur . Hülfe kommt, der Erste, welche selbst in den schlimmsten Krankheitsfällen zur Stelle ist, er ist derjenige, den wir das liebste anvertrauen, wenn es sich um Leben und Tod handelt. Einem solchen Beruft anzugehören, sei von Kindheit an der Ehrgeiz des Dr. Alexander gewesen und mit eisernrf Energie gelang es ihm die Träume seiner Jdgendzeit zu verwirklichen Und wie war dieselbe beschaffen ? Er . w T 1 rr 1 111 . v . 1

wurde nicht mit einem silbernen Löffel im Munde geboren, seine Wiege stand nicht in glänzenden Räumen, sondern in einem einfachen Gemach in eine: Eottage auf einer kleinen Farm. Schon in früher Jugend verlor er seine Mutter und sein Vater war nicht im Stande, ihm eine sorgfältige ErZiehung zu theil werden zu lassen. Er mußte schon als Knabe auf der Farm mithelfen und doch fand er Zeit, sich derartig auszubilden, daß er bereits im 13. Lebensjahre Unterricht ertheilen konnte. Der Vertheidiger schilderte i hieraus die weitere Laufbahn seines

Clienten ; wie ?s ihm schließlich nach harter Arbeit und mit unermüdlichem . Fleiße gelungen war, sich eine sichere Lebensstellung zu erwerben. Das Amt eines Direktors des anatomischen Laboratoriums im Central College sei j mehr ein Ehrenamt als eine Stellung, welche viel Geld einbringt. Höchstens $300 per Jahr, und eS gäbe zahlreiche Priester hier in der Stadt, welche in einem Monat mit

weniger Arbeit mehr Geld verdienten. Der Doktor hätte die Stellung nur übernommen, um sich selbst weiter auszubilden. Pecuniärer Vortheil hätte sie ihm nicht eingebracht, wähund der vielen hundert Stunden, welche er im College zubrachte, hätte er mit Leichtigkeit seine Praxis ausdehnen können. Hierauf beschäftigte sich Spaan des Längeren mit Cantrell, welchen er als einen der verworfensten, abgefeimtesten Schurken darstellte, welcher ihm je im Leben vorgekommen wäre. Seit sechs Jahren habe er die Grabschändungen in professioneller Weise betrieben, und zu gleicher Zeit habe er als Prediger firnntY (5r hnhe firh anA weiter

9 immm r r " kein Gewissen daraus gemacht, die Gelder seiner Kirche zu unterschlagen. Während er seine Frau und sein Kind verließ und sich nicht weiter um sie bekümmerte, trieb er sich hier Tag für Tag, so lange der Leichenraub sich als einträglich erwies, mit lüderlichen Frauenzimmern umher. Cantrell sei die perfonifizirte Heuch. lerei. Sein ganzes Verhalten im Ge,sän.iniß,'sein Vorleben und sein Be-

nehmen auf dem Zeugenstande habe es

bewiesen. Die erfahrensten JrrenAerzte der Stadt Hütten übereinstimmend iu& gesagt, daß Cantrell an epileptischem Irrsinn leide. Jeder Sinn für Moralität fehle ihm. Und auf dem Zeugniß eines solchen Mannes, einer Ausgeburt der Menschheit, ruhe die ganze Anklage. Wäre es z. B. dem Cantrell gelungen, aus der Stadt zu entfliehen, so hätte der Prozeß nie geführt werben Können. Um aber Cantrell bei gutem Humor zu erhalten, habe, man ihm im Gefängniß mehr Freiheit erlaubt, als es hätte geschehen sollen. Von unbekannter Seite sei ihm Geld zugeschickt worden, in sinem Monat $45. Das Geld konnte nur von einer Seite kommen, welche ein specielles Interesse daran hatte, den Dr. Alexander zu verfolgen. (Die Staatsanwaltschaft legte Ver Währung ein, daß sie das Geld geschickt hätte.) Er läugnete auf das Entschiedenste, daß sein Client jemals gewußt hatte, daß die Leichen, welche Cantrell ablicferte, gestohlen waren. Es wäre absolut nicht bewiesen worden, in welcher Verbindung Dr. Alexander mit den vier Leichen stände, welche in den Holzkisten auf der Straße nahe dem Central College gefunden wurden. Konnten diese Leichen nicht überhaupt auch aus einem anderen College stammen, als aus dem Central ? Nichts sei in dieser Hinsicht bewiesen worden. Verborgen gehalten seien die Leichen auch nicht, denn als eine Durchsuchung des Hospitals stattfand, da mal es Dr. Alexander selbst, welcher die betreffenden Leute in das Erdgeschoß führte, wo die für Secirungszwecke bestimmten Leichen aufbewahrt wurden. Spaan beschäftigte sich hierauf mit der Jagdflinten-Geschichte und stellte dieselbe als ein Lügengewebe dar. Dieselbe war von Cantrell von Anfang bis zu Ende erfunden, und konnte auch von keinem der anderen Grabfchänder corroborirt werden. So sei es auch mit anderen Angabe des Cantrell der Fall. Die Geschichte, daß der Doctor selbst mit an einer Grabschändung theilgenommen hatte, sei ebenfalls erlogen. Wenn die anderen Grabschünder dieselben Aussagen machten, wie Cantrell, so kam es daher, daß Dieser i ihnen dieselben eingeimpft hatte. Eine Lüge, bestätigt von sechs Lügnern, würde dadurch noch nicht zur Wahrheit. Herr Spaan schloß seine Argumente erst gegen 3 Uhr Nachmittags. Er ermahnte die Jury noch einmal den Worten seinesClienten mehrGlauben zu schenken als den Aussagen eines erbarmliehen Monstrums, wie Cantrell. Anmalt W. F. Brown hielt sodann sür den Staat die Schlußrede. Morgen Vormittag wird der Richter seine Jnftructionen, welche sehr ausführlich sein werden, verlesen und um 10 Uhr werden die Geschworenen sich zur Berathung zurückziehen. Es wird allgemein angenommen, daß dieselben sich nicht einigen werden. Der Gas Fall abermals derschoben. Im Kreisgericht in Noblesville sind die weiteren Verhandlungen über die Klage der Stadt gegen die GasGesellschaft abermals und zwar auf zwei Monate verschoben, da die Anwälte für die Stadt augenblicklich keine Zeit haben, sich mit dem Fall zu beschäftigen. Personal-Notizen. Frau F r e o. Zwicker S r., empfing gestern anläßlich ihres Äeburtstages zahlreiche Gratulationen und manches sinnige Geschenk. Am Abend sand sich die Freundesschaar des liebenswürdigen Geburtstagskindes in dem freundlichen Heime desselben an der Orange Straße ein, um persönlich ihre Glückwünsche darzubringen. Die Gäste wurden in nobler Weise bewirthet. Tish-i-rningo.

Ans der Legislatur.

Senat. Eine neue Bill betreffend Baseball Spielen am Sonntag. Der Kampf um die Frage, ob am Sonntag das Baseballspiel erlaubt sein soll, wird auf's Neue ausgeführt werden. Senator Thrall hat eine Bill eingereicht, durch welche das Baseballspielen in allen Ortschaften im Staat am Sonntag erlaubt sein soll. In der amMittwoch abgemurck sten Bill war bekanntlich nur von Städten von 16,000 und darüber die Rede. Die Bill in ihrer neuen Abfassung hat Ausficht, angenommen zu werden. Senator Flemming's Bill, Ehescheidungen betreffend, wurde passirt. Die Garnishee" Bill wurde zur Reinschrift deordnet. Auf Antrag des Senators Ogborn wurde beschaffen fünf weitere Reinschrifts Clerks anzustellen. Angestellt wurden: Richard A. Durman, Connersville; Richard P. Neal, Ciceo; Joseph C. Kern, Richmond: Theophilus I. Moll, Indianapolis und I. I. Bravy. Anderson. HauS. Die Bill, durch welche oas Amt der Schulvögte abgeschafft werden sollte, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Bill, welche eine Consolidation von Schulen erlaubt, wurde!.' passirt.' Desgleichen die Bill, durch welche die Besitzer von Dampfkeffeln gezwungen werden, Sicherhitsvorrichtungen an denselben anzubringen. Die Bill, welche eine Erhöhung der Gehälter des Staatsanwalt vorschreibt, gelangte zur 3. Lesung. Dieselbe wurde bei der Abstimmung mit 64 gegen 31 Stimmen verworfen. Die zweite Lesung passirte hingegen Van Fleet's Bill, betreffs der Verstärkung des Personals auf Locomotiven. Die Indianapolis & Plainfield Electrijche Bahn - Gesellschaft" reichte das Gesuch ein Geleise über die Gründe der Reformschule für Knaben legen zu dürfen. Unterzeichnete Bills. Ter Gouverneur hat die Bill, welche $2000 für ein Denkmal über den Gräbern der Opfer des Pigeon Roost" Gemetzel bewilligt, unterzeichnet. Desgleichen die Bill, welche vor schreibt, daß die County-Beamten am 1. Januar nach der Wahl ihr Amt anzutreten haben. DieSenatoren sindwüthend . auf die Sun". Senator Johnson reichte eine Resolution ein, derzufolge der Redacteur der Indianapolis Sun" innerhalb drei Tage gewisse in seinem Blatte veröffentlichte Angaben über die Senatoren, welche für Verwerfung der Ge-neral-Anwalt-Bill stimmten, zurücknehmen soll. Geschieht dieses nicht, so sollen die Vertreter des Blattes keinen Zutritt mehr zu den Sitzungen des Senats haben. James S. McDonald summarisch entlassen. Da James S. McDonald, Mitglied der Verwaltungsbehörde des Jeffersonville Reformatoriums sich geweigert hat, der Aufforderung des Gouverneurs, feine Resignation einzureichen, Folge zu leisten, so hat derselbe ihn ganz einfach entlasten ohne einen Grund anzugeben. B a h n u n f a l l. Butte, Mont., 12. Febr. Fünf maskirte Männer überfielen heute in früher Morgenstunde etwa 8 Meilen von Burlington den ostwärts fahrenden Erpreßzug der Northern PacificBahn, sprengten den Geldschrank in der Expreß-Car und erbeuteten angeblich $5000. Die Banditen hatten mit dem Zugpersonal einen Kampf auszufechten, in deffen Verlauf ein Poft-Clerk verwundet wurde. Auf die Ergreifung der Burschen ist eine Belohnung von $5000 ausgesät.

Der Verkauf der Arsenalgründe

soll erst am 16. März ftattsinden. Wahrscheinlich werden noch andere Bieter als das Technische Institut auftreten. Der Kriegs-Secretär hat entschieden, daß der Verkauf der Arfenal-Gründ? nicht am 11. sondern erst am 16. März vor sich gehen soll. Major Miller vom Quartiermeister Departemen in Chicago ist von Secretär Root beauftragt worden, den Verkauf der Arsenalqründe in Zeitungen in. St. Louis, Cincinnati, Chicago, Pittsbürg, Detroit. Cleveland, Columbus. Ohio. Toledo, Louisville, Jndianapolis, Ft. Wahne, Terre Haute und Evansville anzuzeigen. Es ist also möglich, da sich Kaufliebhaber sinden, welche das Nationale TechnischeInstitut überbieten werden. Ausbreitung des Judenthnms. In der in Cincinnati abgehaltenen Sitzung der Executiv - Behörde der American Hebrew Congreqations" ist Samuel Woolnar von Peoria, Jll. zum Nachfolger von Julius Freiberg zum Vorsitzenden erwählt worden. Vorbereitende Schritte wurden gethan, um jüdische Gemeinden in allen Orten in den Ver. Staaten einzurichten. In jeder größeren Ortschaft will man Synagogen bauen, die unter Leitung eines eigenen Rabbiners stehen sollen. In Plätzen, in welchen die jüdischen Einwohner nicht die nöthigen Mittel zum Unterhalt einer Synagoge haben, wird man Wander-Rabbiner stellen, die in bestimmten Zeiträumen den Ort besuchen und Gottesdienst halten sollen. Ein Comite wurde eingesetzt, welches in der am 19. April stattfindenden Spezial-Sitzung der Exekutive über bürgerliche und religiöse Rechte der Juden hierzulande eingehenden Bericht erstatten soll. Zu Mitgliedern dieses Comites wurden ernannt : Simon Wolfe von Washington, Vorsitzender; Jacob Fürth von Cleveland, William B. Hackenburg von Philadelphia. M. W. Platzet von New York, Leo Wise von Cincinnati, Richter Cohen von Pittsburg und Lewis Seasongood von Cincinnati. Der Präsident und VicePräsident sind er officio Mitglieder dieses Comites. $20 tastete das Beten Und das Leben des unschuldigen Kindes, das mit ärztlicher Hülfe wobl hätte gerettet werden können. Coroner Tutewiler hat in seinem gestern bekannt gemachten Wahrspruche betreffend den Tod des 2 Wochen alten Säuglings des Ehepaares Hy. A. Knoop von der Downey Str., die Eltern von Schuld freigesprochen. .Als Todesursache des Kindes giebt der Coroner Lungenentzündung" an. Die Eltern werden von jeder Schuld entlastet, da sie, wie sie unter Eid aussagten, jedenfalls ärztliche Hülfe für ihr Kind herbeigeholt haben würden, falls ihnen die Betschwestern, die Christian Scientrfts", nicht hinderlich gewesen wären, die für ihr Beten von dem Ehepaar 820 collectirten. Coroner Tute wilcr wird deshalb den Staatsanwalt ersuchen, die Sache vor die Großgeschworenen zu bringen. Freundschafts-Bund. Der Verein F r e u n d s ch a f t sBund" veranstaltet heute Abend, 12. Februar, in der Columbia Halle einen großen Ball, für den die besten Vorbereitungen getroffen worden sind. Alle Besucher werden einen fidelen Abend verleben. Senator Burns schwer erkrankt. Das Befinden des im English Hotel schwer erkrankt darnieder liegenden Staats-Senators A. M. Burns von South Bend ist noch immer ein der artig critisches. daß die Aerzte das Schlimmste befürchten.

Polizeiliches Allerlei.

Nette Familie. Auf frischer That ermischt. Der Kleiderdieb ebenfalls dingfest gemacht. Allerlei Verdächtige in Haft. Bis zu später Stunde letzte Nacht war von dem aus dem Arbeitshause entsprungenen Red" Finley noch keine Spur entdeckt worden. Seine ehrenwerthe Mutter aber, die er verprügelt hatte, weshalb er auch im Pslizei-Gerichte verurtheilt worden war, wurde gestern zu früher Stunde wegen totaler Bezechtheit in Gewahrsam genommen. Vom Merchants-Poli-zisten Foltzenlogel wurde am Mittwoch Morgen zu früher Stunde der notorische James Reardon abgefaßt, als derfelbe versuchte die Cassenlae in I. Trautner's Wirthschaft an der West Washington Str. zu berauben. ' Ein sich Mikc Bowler nennender Bursche, der bereits mehrere Termine im Staatszuchthause abgebrummt hat, wurde gestern von den Detectivs Splan und Haley unter der Anklage verhaftet. neulich, wie berichtet, aus Jacob Cohen's Schneiderwerkstatt und Fürberei Kleidungsstücke im Werthe von $200 gestohlen zu haben. Ferner verhafteten die Detectivs Lancaster und Kurtz den Neger Wm. Burk und seine Rassegenossin Annie Smith. Dieselben sind beklagt, in Columbus, O., einen Weißen um 8125 gerupft zu haben, nachdem sie denselben gedoped" hatten. Fred. Fifer, ein auf Parole aus Michigan City entlassener Sträfling, wurde von den Detectivs Asch und Manning eingesteckt, weil die Beamten an ihm eine mit dem Silber-Mono-gramm R. K." beschlagene Börse fanden, die viele werthvolle europäische Silbermünzen enthält. Aus den Gerichtshöfen. Entscheidung indem G u n n's ch e n E r b s ch a f t sStreit. Richter Allen's Geschworene gaben in der Klage des John F. Gunn gegen den Nächlaß der Elisabeth Gunn einen Wahrspruch zu Gunsten des Klägers ab. Derselbe hatte Anspruch auf den dritten Theil des von der Verstorbenen hinterlassenen Vermögens von $8000 erhoben. Er behauptete, der legitime Sohn derselben zu sein, für welchen er auch seit vierzig Jahren in der Familie gegolten hatte. Im Laufe der VerHandlungen hatte es sich jedoch herausgestellt, datz er der illegitime Sohn des ältesten Sohnes der Elisabeth Gunn war. Ueber die Klage ist vor einigen Tagen schon ausführlich verhandelt worden. Ein neuer Bürger. Wm. Ratsch empfing gestern im Kreisgericht seine Bürgerpapiere. NeueSchadenersatzklage. George E. Galloway verklagte die Straßenbahn-Gesellschaft auf $15,000 Schadenerscch. Er befand sich am 9. December v. I. in einer electrischen Straßenbahn-Car, als dieselbe an der Ost Michigan Straße gegen einen Big-Four-Bahnzug rannte. Der Kläger wurde von seinem Sitz geschleudert und schwer verletzt. Jerome M. Meyers verlangt von der Gesellschaft $2000 Schadenersatz. Er wollte an der Ecke der Jndiana Ave. und North Straße eine electrische tear besteigen, als dieselbe sich, noch ehe er auf der Platform festen Fuß gefaßt hatt?, wieder in Bewegung setzte. Er stürzte auf das Straßenpflaster nieder und erlitt erhebliche Verletzungen. Ein grausamer Stiefv a t e r. Der Veterau Thomas Ray, welcher seinen 4-jährigen Stiefsohn, Lee Hattbaugh in solch' grausamer Weise behandeltc, wird am 14. Febr. sein Urtheil empfangen. Er hatte denselben, .um lhm üble Anwohnheiten abzugecuöhnen, des Nachts mit einer Kette in einer Ecke des Zimmer's angekettet. as Kind befindet sich jetzt in der Kiuderhüter-Anstalt.

Nachrichten aus Jndiana. Der reicheBrau Herr Walter Müßel des Meineids schuldig befunden. S o u t h B e n d. Walter Müßel, Schatzmeister und General - Betriebsleiter der ..Müßel Brauerei - Gesellschaft", einer der reichsten Männer im nördlichen Jndiana ist am Mittwoch Abend im Kreisgencht des Meineids schuldig befunden. Der Wahrspruch hat hier, angesichts der Prominenz des Angeklagten bedeutendes Aufsehen er regt. Vor etwa fünf Jahren miethete R. T. Powell von Alerandria das Grand View Hotel in South Bmd, welches dem Müßel gehört. Er möblirte dasielbe auf's Neue und stellte eine Hy. pothek für $3000 an Müßel aus. In dem Miethscontract war eine Clausel enthalten, welcher zufolge die 81000, für welche die Einrichtung des Hotels versichert war, im Falle eines Feuers von dem Betrage der Hypothek abgezogen werden sollte. Vor zwei Jahren brannte das Hotel total nieder. Müßel verklagte hierauf den Powell auf Zahlung der Hypothek, und er erhielt ein Urtheil für den ganzen Betrag, da er beschwor, die Versicherungssumme nicht erhalten zu haben. Später stellte es sich heraus, daß er dieselbe doch empsangen hatte. Ein Hospital unter Quar a n t S n e. T e r r e H a u t e. Frank McAdamS, ein Patient des Union Hospitals, ist von den Blattern befallen worden. Die Folge ist. daß das Hospital 15 Tage lang unter stricter Quarantäne gehalten werden wird. Neues Gerichtshaus für G r e e n c a st l e. G r e e n c a st l e. Am Mittwoch fand hier eine Specialwahl statt, in welcher abgestimmt wurde, ob das County ein neues Courthaus erhalten soll oder nicht. Das Resultat war eine Majorität von 1380 Stimmen für den Bau eines neues Courthauses. Das Meter-Syftem taugt nichts. Alexandria. Das Meter-Sy-stem, welches den Verbrauch von Naturgas controlliren sollte, hat sich als ein Fehlschlag erwiesen. Bei kaltem Wetter froren die Meter ein und versagten den Dienst. Die Cholera auf den PH i l i p p i n e n. P o r t l a n d. Deputy CountyClerk Hardy hat von Edward Hilf. dem Hafen-Collector von Zamboana, Philippinen, ein Schreiben erhalten. n welchem mitgetheilt wird, daß von

611 Cholera-Kranken 443 starben. Es ist unmöglich die Eingeborenen zu veranlasien, Vorsichtsmaßregeln gegen die Seuche zu ergreifen. Sie sind der Ansicht, daß die Amerikaner das Waffer der Bäche vergiftet haben. Dem Verdienste die Krone. Die Firma Schnull & Co. 'hat gestern in Anerkennung der trefflichen Dienste, welche das Feuermehr-Depar tement ihr gelegentlich des kleinen Feuers am Sonntag Morgen erwies, dem Feuerwehr-Chef einen Check für $25- für den Pensions-Fonds zugesandt. Junggeselleu-Tod. Wm. Stephen, ein 60 Jahre alter, in No. 222 N. Illinois Straße, logirenderJunggeselle, wurde gestern Mor gen von seiner Logiswirthin Frau K. Johnson todt im Bette gefunden. Er erlag einem Herzleiden. Seine in New Jork ansäfsigen Verwandten find benachrichtigt worden. Deutsche Theater Vorstellung, veranstaltet von dem Schwäbischen Damen Verein in der Südseite Turnhalle, am Sonntag Abend, den 13. Zyebruar. Eintritt 25 5ts.

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