Indiana Tribüne, Volume 26, Number 146, Indianapolis, Marion County, 11 February 1903 — Page 7

Zndiank Tribnnc, 11 Februar 1903.

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Actheim. ?smilienromn von Hoetor Malst. m',.',.,..,m',.. ..., T ii.r I I U HWt (Fortsetzung.) Sie folgte ihm auf dem Fuße. Auf der Veranda angekommen, setzte er sich rittlings auf einen Stuhl und winkte Perrine zu sich her. Was hattest Du denn in Saint-Pi-pon zu thun?" sagte, wozu Herr Vulfran sie gebraucht hatte. Da hat Herr Fabry wohl falsches Zeug angeordnet?'' Ich weiß es nicht." Wie. Du weißt es nicht? So bist Du also nicht sehr gescheit?" Gewiß bin ich daö nicht." Freilich bist Du schlau, denn Du anlwortcst mir nicht, weil Du nicht antworten willst; erinnere Dich, mit wem Du sprichst. Was bin ich hier in der Fabrik?" Der Direktor." Das beißt der Herr, und da mir als solchem alles durch die Hand geht, muß ich auch alles wissen. Wer mir nicht gehorcht, den setz' ich vor die Thür, daß Du's weißt!" Das war also der Mann, von dem die Arbeiterinnen in der Kammer als von dem harten Herrn, dem Tyrannen, gesprochen hatten, der alles in den Fabrisen kommandiren wollte, nicht allein in Maraucourt, sondern auch in SamtPipoy, in Bacourt, in Flexelles, überall. und dem jedes Mittel gut genug war. seine Oberherrschaft auszubreiten und aufrecht zu erhalten, neben, ja über der von Herrn Äulfran. Ich frage Dich noch einmal." sagte er mit gedämpfter Stimme: was für Dummheiten hat Herr Fabry gemacht?" Ich kann es Ihnen nicht sagen, weil ich es nicht weiß; ich kann JhnLn aber die Bemerkungen, die mich Herr Vulfran ren Monteuren übersetzen .ließ, wiederholen." Sie theilte ihm nun diese Jemerkungen mit, ohne ein einziges Wort auszulassen. Und das ist alles?" Das ist illcs." Hat Dich Herr V.ilfran Briefe übersetzen lasten V Nein, Herr; ich habe nur Stellen aus den .Dunde? News' übersetzt, und ein Blatt der Dundee Ti. des Report Association. " Wisse, wenn Du mir nicht die Wahrheit sagst, die volle Wahrheit, so komm' icb bald dahinter, und dann marsch!" ) Eine Harldbewegung machte das letzte Wort, das schon deutlich genug in seiner Grobheit war, noch gröber. Warum sollte ich nicht die Wahr heit sagen?" Es ist nur eine Warnung, die ich Dir ertheile." Ich werde sie nicht vergessen, H'rr. ich versvrech' es Ihnen." Gut. Nun setze Dich da unten auf die Bank; wenn Herr Vulfran Deiner bedarf, wird er sich erinnern, daß er Dich herbefohlen har." ' Beinahe zwei Stunden blieb sie auf ihrer Bank sitzen; sie wagte nicht sich zu rühren, ja kaum zu denken, so lange Talouel da war, und sie faßte sich erst wieder, als er sich entftrnt hatte; aber anstatt sich zu erholen, beunruhigte sie sich nur noch mehr, denn zu glauben, daß sie von diesem schrecklichen Manne nichts zu fürchten hatte, dazu hätte ein dreistes Zutrauen gehört, das nicht in ihrem Charakter lag. Was er von ihr verlangte, war nur zu leicht zu errathen: sie sollte ganz einfach seinen Spion neben Herrn Vulfran machen, sollte ihm verrathen, was in den Briesen stände, die sie zu übersetzen bekäme. Wenn dies nun eine Aussicht war. ganz dazu angethan, sie mit Schrecken zu erfüllen, so war doch auch etwas Gutes dabei; denn sie durfte jetzt glauben, Talouel wisse oder hege wenigstens die starke Vermuthung, daß sie bei Herrn Vulfran Briefe zu übersetzen bekomme, und daß er sie bei sich behalten wolle, so lange Herr Bendit krank wäre. Schon fünf- oder sechsmal hatte Perrine Wilhelm auftauchen sehen, der. wenn er nicht in der Eigenschaft als Kutscher bei Herrn Vulfran beschäftigt war, in dessen persönlichem Dienstt zu thun hatte; sie hatte geglaubt, er käme, um sie zu holen, aber immer war er an ihr vorübergegangen, ohne mii ihr zu sprechen eilig, geschäftig, durch den Hof hinaus und wieder zurück. Einmal kam er in Begleitung von drei Arbeitern, die er in das Bureau von Herrn Vulfran führte, wohin ihnen Talouel folgte. Eine lange Zeit verstrich, manchmal durch lautes Stimmengetöse unterbrochen, das Verrines Ohr erreichte, wenn die Thür des Vorsaals aufging. Augenscheinlich hatte Herr Vulfran anderes zu thun, als sich mit ihr zu beschäftigen, oder sich nur zu erinnern, daß er sie bestellt habe. Endlich erschienen die Arbeiter wieder, begleitet von Talouel. Als sie das erste Mal an Perrine vorübergegangen waren, hatten sie den entschlossenen Gang von Leuten, die auf ihr Ziel losgehen und wissen, was sie wollen; jetzt aber drückte sich in ihrer Haltung UnZufriedenheit, Verlegenheit, Unsicherheit aus. In dem Augenblick, wo sie hin ausgehen wollten, hielt sie Talouel mit einer Oandbewegung zurück: Hat Euch

nun ver Herr etwas anderes gesagt, als was ich Euch schon selbst gesagt hatte? Nein, nicht wahr? Nur hat er es Euch weniger schonend gesagt, als ich. und darin hat er recht gehabt." Rechi gehabt? O Jammer!" sagte einer der Arbeiter, und fast zu Zeil ein anderer: Das könnt Ihr nicht im Ernst sagen." Doch-! Ich sage es, weil es oie Wahrheit ist. Ich. ich bin immer für die Wahrheit und die Gerechtigkeit. Zwischen Euch und den Herrn gcftcöt, bin ich wede auf Eurer noch auf seiner Seite, sondern auf meiner, das heißt, ich stehe mitten drin. Wenn Ihr Necht habt, so erkenn' ich's an; wenn Jbr Unrecht habt, so sag' ich's Euch. fftti heute habt Ihr Unrecht. Ihr fcnr Eure Ansprüche nicht durchsetzen. Jf-.r werdet rcn Anderen aufgehetzt und wißt nickt, wohin das fülct. Ihr sagt, der Herr beute Euch aus. aber die Leute, die Euch vorschieben, beuten Euch noch viel mehr aus. Herr Vulfran gibt Euch doch Euern Lebensunterhalt, und sie liefern Euch an's Hungertuch, Euch und Eure grauen und Kinder. Nun thut, was 3 wollt es ist Eure Sache, nicht die meine. Ich werde zum Ersatz neue Maschinen anschaffen, die, nrch ehe eine Woche herum ist, im Gange sein und Eu?2 Arbeit rascher, besser und billiger verrichten werden, als Ihr es könnt und ohne daß man seine Zeit mit Hin- und Herreden verlieren muß. Das will was heißen, nicht wahr? Und wenn Euch die Noth an den Hals geht und Jbr kommt, um klein beizugeben dann ist Eue: Platz besetzt und man hat Euch nicht mcbr köthia. Das Geld, das ick für meine neuen Maschinen auszugeben habe, werde ich schnell genug wicder hnauSschlgtt. So steht's. Gcnug der Worte." Aber" Wenn Ihr mich nicht verstanden habt, so seid Ihr dumm, und ich will nicht länger meine Zeit mit Euch verlieren." In solcher Weise verabschiedet gingen die drei Arbeiter gesenkten Kopfes ihrcS Wegs, und Perrine hatte von Neuem zu warten, bis Wilhelm endlich kam und sie holte. Er führte sie in ein geräumiges Bureau, wo sie Herrn Vufran vor einem großen Tische sitzend fand. Schriftstücke in Kartons bedeckteil den Tisch; sie waren beschwert und mit einem Reliefbuchstaben bezeichnet, so daß sie die Hand statt der erblindeten Augen unterscheiden konnte, auch standen sie durch Drähte mit elcttrischen und telefonischen Apparaten in Verbindung. Ohn? Perrine anzumelden, hatte Wilhelm die Thür hinter ihr zugemacht. Nach einer kleinen Weile glaubte sie Herrn Vulfran ihre Gegenwart kundgeben zu müen. Ich bin's, Aurelie." sagte sie. Ich habe schon Deinen Tritt erkannt; komm näher und hör' mir zu.

Was Du mir von Deinen unglückIichcn Erlebntjen erzahlt hast, ebenso die Willensstärke, die Du gezeigt hast, hat mich Antheil an Deinem Schicksal nehmen lassen. Auf der anderen Seite habe ich an Dir in Deiner Rolle als Dolmetscherin bei den Monteuren, bei den Uebersetzungen, die Du mir gemacht hast, überhaupt bei den Gesprächen, die ich mit Dir geführt habe, eine klare Verftändigkeit bemerkt, die mir gefallen hat. Seitdem ich in Folge meiner Krankheit blind geworden bin. brauche ich Jemand, der für mich sieht und der es ebenso gut versteht, das, was ich ihm bezeichne, zu betrachten, als mich auf das, was ihm aufsäll.t, aufmerksam zu machen. Ich hatte gehofft, dies alles bei Wilhelm zu finden, der auch ein verständiger Mensch ist, aber unglücklicher Weise ist er durch seinen Hang zum Trinken so verdummt, daß er zu nichts mehr taugt als zum Kutscher, und auch da nimmt er meine Nachsicht in Anspruch. Willst Du nun die Stelle, die Wilhelm nicht mehr ausfüllen kann, an meiner Seite übernehmen? Für den Anfang würdest Du monatlich neunzig Francs bekommen und noch besondere Belohnungen, falls ich. wie ich hoffe, zufrieden mit Dir bin." Sprachlos vor freudiger Ueberraschung konnte Perrine kein Wort erwidern. Du sagst nichts darauf?'' Ich suche Worte, meinen Tank caizzudrücken, aber ich bin so gerübrt, so verwirrt, daß ich keine finde; o, glauben Sie nicht " Er unterbrach sie: Ich glaube es, daß Du wirklich gerührt bist Deine Stimme sagt es mir, und das thut mir wohl; es ist wie ein Versprechen, daß Du thun willst, was in Deinen Kräften steht, um mich zu befriedigen. Aber nun zu etwas Anderem; hast Du Deinen Verwandten geschrieben?" Nein, Herr; ich konnte es nicht thun, ich habe kein Papizr." Gut, gut; Tu wirst es nun thun können und wirst im Bureau von Herrn Bendit, das Du bis zu seiner Genesung benutzen kannst, alles Nöthige finden. Und wenn Du schreibst, so theile Deinen Verwandten mit, welche Stellung Du in meinem Hause einnimmst; haben sie Dir dann etwas Besseres anzubielen. so werden sie Dich kommen lassen; wenn nicht, so werden sie Dich hier lassen." In jedem Falle bleibe ich hier." Ja, ich denke auch; ich bin überzeugt, daß es für jetzt das Beste für Dich ist. Da Du Dich nun in den Bureaus aufhalten und dort in Beziehung zu den Angestellten treten wirst, denen Du meine Befehle zu überbringen hast, da Du auch mit mir ausgehen sollst, so kannst Du Deine jetzige Arbeiterkleiduna nicht mehr tragen, die. wie mir

Benoist gesagt hat, schon recht verbraucht ist" Es sind Lumpen." sagte sie; aber ich versichere Ihnen, Herr, daß es weder durch Faulheit noch durch Vernachlässigung so weit gekommen ist leider!" Vertheidige Dich nicht, ich verstehe alles. Aber da die Sache nun doch in Ordnung kommen soll, so geh nachher an die Kasse, wo man Dir eine AnWeisung geben wird, auf die Du Dir bei Madame Lachaise anschaffen kannst, was Du zu Deiner Kleiduna nöibia hast: Leibwäsche, einen Hut, Schuhe u. s. w." Perrine horchte auf, als ob anstatt eines blinden Greists mit ernstem Angesicht eine schöne Fee. den Zauberstab in der Hand, zu ihr spräche. Herr Vulfran rief sie in die Wirklichkeit zurück: Du kannst Dir auswählen, was Dir gefällt; aber vergiß nicht, daß Deine Wahl mir zeigen wird, was ich von Deinem Charakter zu halten habe. Nimm dies Geschäft jetzt in die Hand. Für heute bedarf ich Deiner nicht mehr. Also aus morgen!" 27. Kapitel, ls man ihr an der Kasse, wo sie Jfl von Kopf zu Fuß gemustert wurde, die von Herrn Vulfran bestellte Anweisung eingehändigt hatte, verlicß sie die Fabrik und war nun zweifelhaft, wo sie den Laden der Madame Lachaise suchen sollte. Am liebsten wäre es ihr gewesen, wenn es die Besitzerin des Ladens wäre, wd sie ihren Schirting gekauft hatte, die ihr nun schon bekannt war und mit der sie sich ungezwungener über ihren Einkauf hätte berathen können. Die letzten Worte des Herrn Vulfran, Deine Wahl wird mir zeigen, was ich von Deinem Charakter zu halten habe," mühten die Kleidungsfrage noch schwierig?., als sie es ohnehin schon war. Sie hatte freilich diese Mahnung nicht nöthig, wenn sie sie abhalten sollte, sich einen ' auffallenden Anzug anzuschaffen; aber ob nicht schon das. was sie für angemessen hielt, Herrn Vulfran mißfiele? In ihrer Kindheit hatte sie fchöne Kleider getragen, und in einigen davon war sie cinherstolzirt wie ein Pfau; daß es nicht ein Anzug dieser An war, der sich jetzt für sie geschickt hätte, das wußte sie wohl, aber ob sich der allereinfachste, den sie finden konnte, besser für sie schickte? Hätte ihr am Abend vorher, als sie noch über ihre Herabgekommenheit so traurig und beschämt war. Jemand gesagt, man werde ihr morgen zu Kleidern und Weißzeug verhelfen, da hätte sie sicher nicht gedacht, daß ihr dies unverhoffte Geschenk etwas anderes als Freude bereiten würde, und nun überwogen Verlegenheit und Furcht bei Weitem alle anderen Gefühle in ihr. Auf dem Kirchenplatze hatte Madame Lachaise ihr Geschäft, unstreitig das schönste und feinste von Maraucourt, mit einer Auslage von Stoffen, Bändern, Weißwaaren, Hüten, Schmucksachen und Wohlgerüchen, die verführerisch lockten, die Begehrlichkeit der Schönen vom Lande erregten und sie lüstern machten, ihren Verdienst zu vergeuden, wie die Väter und Ehemänner den ihrigen im Wirthshaus vergeudeten. Diese Auslage erhöhte noch Perrines Schüchternheit, und da der Eintritt eines so schäbig aussehenden Geschöpfes weder die Dame des Hauses noch die hinten beschäftigten Arbeiterinnen zum Entgegenkommen veranlaßte, blieb sie eine Wecle unschlüssig in der Mitte des Ladens stehen, ohne zu wissen, an wen ste sich wenden sollte. Endlich entschloß sie sich, den Briefumschlag, den sie in der Hand hielt, hinzubieten. Was willst Du, Kleine?" fragte Madame Lachaise. Sie übergab ihr den Umschlag mit dem Firmastempel an einer Ecke: Fabriken von Maraucourt, Vulfran Paindavoine." Die Ladenbesitzerin hatte kaum den Umschlag geöffnet und die Anweisung gelesen, als das verbindlichste Lächeln ihr Gesicht erhellte: Und was wünsehen Sie, mein Fräulein?" fragte sie, hinter ihrem Pulte vortretend und Perrine einen Stuhl anbietend. Perrine antwortete, daß sie Kleidungsstücke nöthig habe, Weißzeug, Schuhe, einen Hut. Das finden Sie alles bei uns und in schönster Auswahl. Wollen Sie, daß wir mit dem Kleide anfangen? Nicht wahr, ja? Ich werde Ihnen Stoffe vorlegen, da können Sie ja sehen." Aber nicht Stoffe wünschte sie zu sehen, sondern ein ganz fertiges Kleid, das sie sogleich oder wenigstens noch am selbigen Abend anziehen könnte, um am nächsten Tage mit Herrn Vulfran ausgehen zu können Ah! Sie werden mit Herrn Vulfran ausgehen," versetzte die Dame lebhaft und mit einer Neugierde, die sich über diese seltsame Kunde höchlich verwunderte und ihr die Frage nahe legte, was nur der Allgewaltige von Maraucourt mit dieser Zigeunerin zu thun haben könne. Aber anstatt auf eine solche Frage zu antworten, fuhr Perrine fort, von dem Kleide, das sie brauchte, zu reden, daß es fchwarz sein müsse, weil sie in Trauer sei. Soll es zur Beerdigung getragen werden, dieses Kleid? " Nein." Sie verstehen. Fräulein, daß der Gebrauch, den Sie von dem Kleide machen wollen, feine Form, seinen Stoff und auch oer. Preis bestimmt." ftä möchte gern die einfachste ftorm.

einen haltbaren, leichten Stoff, unv alles zum billigsten Preise." Gut, gut," erwiderte die Verkäuferin, man wird Ihnen das zeigen. Virginie, versorgen Sie das Fräulein." Wie Madame Lachaise ihren Ton änderte, so hatte sie auch ihr Betragen geändert; sie nahm ihren Platz an der Kasse wieder ein, weit erhaben darüber, sich mit einer Kundin zu befassen, die derartigen Bedarf hatte: für irgend ein Dienstmädchen, dem Herrn Vulfran ein Almosen zur Trauer schenkte, hielt sie Perrine und was für ein Dienstmädchen! Und als nun Virginie ein Kaschmirkleid mit Borten- und Schmelzbesatz herbeitrug, hielt ihre Gebieterin sie mit den Worten zurück: Das stimmt nicht zu den Preisen, zeigen Sie den Rock mit Bluse von schwarzem Zitz mit Tupfen; der Nock wird etwas zu lana hie RTn zu weit sein, aber mit eintgen räumen und Falten wird es ganz gut passen; wir haben übrigens nichts anderes derart." Das war ein Grund, der weitere Gründe überflüssig machte; zudem fand Perrine diese Bluse und diesen Rock trotz ihrer Weite sehr hübsch, und da man sie versicherte, daß nach einigen Veränderungen das Kleid ganz gut passen würde, mußte sie es glauben. Was die Strümpfe und Hemden bctraf, so war die Wahl weniger schwierig, besonders da Perrine von den billigsten Sorten verlangte; als sie aber erklärte, daß sie nur zwei Paar Strümpfe und zwei Hemden wünsche, zeigte sich Fräulein Virginie ebenso geringschätzig wie ihre Herrin, und es war fast eine Gnade, daß ste sich herbeiließ, die Schuhe und den schwarzen StrohHut vorzuzeigen, die den Anzug dieses Gänschens vervollständigen sollten; hatte man je von solch' einer Albernheit gehört? Zwei Paar Strümpfe! Zwei Hemden! Und als Perrine zuletzt nach Taschentüchern fragte, die sie schon lange ledhast wünschte, und sich dieser neue Einkauf auf drei Stück beschränkte, konnte dies weder die Stimmung der Prinzipalin noch die der Gehilfin ändern. Weniger als nichts ist dieses kleine Ding," dachten sie. Und nun soll man Ihnen die Sachen zuschicken?" fragte Madame Lachaise. Ich danke Ihnen, Madame, ich werde sie diesen Abend abholen." Nicht vor acht Uhr und nicht nach neun!" Perrine hatte guten Grund, nicht zu wünschen, daß man ihr die Kleidungsstücke zusende, da sie ja noch gar nicht wußte, wo sie die Nacht zubringen werde. Auf ihrer Insel? Nein, daran war nicht zu denken. Wer nichts besitzt, kann Thüren und Schlösser entbehren aber wer reich ist! Denn trotz der Verachtung dieser Ladendame bildete das, was sie eben erworben hatte, einen Schatz für sie, der behütet werden mußte, und darum brauchte sie für die folgende Nacht eine Wohnung. Na türlich dachte sie zunächst daran, sie bei Rosaliens Großmutter zu nehmen, und als sie aus dem Laden getreten war, wandte sie ihre Schritte dem Hause der Mutter Francoise zu, um sich zu erkundigen, ob sie bei ihr das fände, was sie wünschte, nämlich ein Kabinett oder ein ganz kleines Zimmer, das nicht viel Miethe kostete. Als ste auf das Gatterthor zuging, fah sie eben Rosalie mit leichten Füßen herauskommen. Gehst Du über Land?" Und Tu Du bist also frei?" In einigen überstürzten Worten verständigten sie sich. Rosalie, die im Begriff war, nach Picquigny zu gehen, um einen dringenden Auftrag zu besorgen, konnte nicht, wie sie gern gewollt hätte, gleich mit Perrine zu ihrer Großmutter umkehren und die Wohnungsfrage bereinigen helfen; da jedoch Perrine den Nachmittag für sich hatte, warum sollte sie Rosalie nicht nach Picquigny begleiten und Abends wieder mit ihr zurückgehen? Das gäbe einen vergnüglichen Ausflug. Im Schnellschritt begann diese LustPartie! Als aber das Geschäft besorgt war, bot der Rückweg alle nur denkbaren Annehmlichkeiten gemüthliches Schwatzen, lässiges Hinschlendern, kleine Abstecher auf die Wiesen, Rasten im Schatten so daß sie nicht vor Abend nach Maraucourt zurückkamen, und erst am Eingang zum Anwesen ihrer Großmutter wurde sich Rosalie der späten Stunde bewußt. Was wird Tante Zenobia sagen?" Du liebe Zeit!" Ei was' Da kann man nun nichts machen! Ich bin scelenvergnügt gewesen und Du$" Wenn Du so vergnügt gewesen bist, die Du Dich den ganzen Tag mit Jemand unterhalten kannst bedenk doch nur, was da unser Spaziergang für mich sein mußte, die ich Niemand habe!" Das ist eigentlich wahr." Zum Glück war Tante Zenobia damit beschäftigt, die Kostherren zu bedienen, so daß die Sache mit Mutter Francoise abgemacht werden konnte, was ein rasches und billiges Abkommen zur Folge hatte: fünfzig Francs monatlich für zwei tägliche Mahlzeiten, zwölf Francs für ein einfensiriges Zimmerchen, ausgestattet mit einem kleinen Spiegel und einem Waschtisch. Um acht Uhr aß Perrine allein an ihrem Tischchen, eine Serviette auf den Knieen, im allgemeinen Speisesaal zu Nacht; um halb neun Uhr ging sie aus, ihre Kleidungsstücke zu holen, die

fertig waren, und um neun Ubr kam

Der Grippe specifisches Heilmittel.

Die Grippe tritt teder epidemisch aus. Ane Aerzte wissen, daß sich dieselbe in ffolg, von ?f kältungen entwickelt. Sie greift stet die schwa chen Punkte de menschlichrn Syftems an, darin 5tegt eben daS gefährliche dieser Srankhert. S.AlTusbKsen!K'K Hamburger llrostthee

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