Indiana Tribüne, Volume 26, Number 144, Indianapolis, Marion County, 9 February 1903 — Page 7

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Anheim. I'zn'.tticnromsn von Hoctor Malot. 4-fHH4--H H-H4 H : (Fortsetzung.) .SNttt hierher." sagte er, aus den Rücksitz!" Und es war wirklich hinten ein klein?r Eitz für eine einzelne Person aru gebracht; sie stieg ein. und der Wagen rollte schnell davon. Als sie das Dorf hinter sich hatten, drehte sich Wilhelm, ohne sein Pferd langsamer laufen zu lassen, nach Perrine herum: Ist es wahr, daß Sie Englisch können?" fragte er sie. Ja." Xa werden Sie Gelegenheit haben, dem H?rrn Vergnügen zu machen." Sie erkühnte sicy, eine Frage zu siellen: Wie meinen Sie das?" Äeil H?rr Vulfran mit englischen Mechanikern zusammen ist, die eben angekommen sind, um eine Maschine aufzustellen, und er sich nicht mit ihnen verständigen kann, wie er meint; aber das Englisch des Herrn Mombleux ist nicht das der Mechaniker, so daß sie sich mit einander herumsirciten. ohne sich zu verstehen, und dann ist der Herr ganz wüthend es ist zum Todtlachen! Zuletzl, als Herr Mombleux mit seinem Latein zu Ende war, sagte er zum Herrn, den er damit zu beruhigen hoffte, es arbeite bei den Spulen ein junges Mädchen Namens Aurelie. das Englisch spräcbe, und da hat mich der Herr hergeschickt, Sie zu holen." Darauf folgte ein Augenblick des Schweigens, dann drehte er sich wieder zu Perrine herum: Wissen S!e, wenn Sie nicht geläufiger sprechen als Herr Mombleux, thäten Si? vielleicht besser, gleich wieder abzusteigen." Tann fragte er mit etwas spöttischem Tone: Soll ich anhalten?" Sie können weiterfahren." Ick sage das nur zu Ihrem Besten." Ich danke schön." Aber trotz ibrer festen Antwort hatte sie eine Bangigkeit ergriffen, die ihr das Herz zusammenzog; denn war sie auch ihres Englisch sicher, so wußte sie doch nacht, wie das der Mechaniker beschaffen war. das nickt mit dem des iöerrrt Mombleux übereinstimmte, wie WilHelm spottend gesagt hatte; außerdem wußte sie, daß jebes Gewerbe seine eigene Sprache oder wenigstens seine technischen Ausdrücke hat, und sie hatte noch niemals die Sprache der Mechaniler geredet. Wenn sie sie nicht verstünde, wenn sie stecken bliebe würde Herr Vulfran nicht ebenso wüthend auf sie werden, wie er es auf Herrn Mombleux gewesen war? Schon näherten sie sich den Fabriken von Saint-Pipoy, deren hohe, rauchende Kamine man über den Gipfeln der Pappeln erblickte; Perrine wußte, daß m amt-Plpoy Spinnerei und Weberer im Betrieb waren, wie in Marau court, und daß man dort überdies Taue und Bindfaden machte, aber ob sie das wußte oder nicht, was sie nun hören und sagen sollte, war damit nicht aufgeklart. Als man bei der Wendung des We ges auf einmal die in den Wiesen zerstreuten Gebäude überblickte, schien es ihr, ds ob sie, wenn auch weniger stattlich als dre m Maraucourt, doch ansehnlich genug wären; schon fuhr der Wagen durch das Thor und hielt gleich daraus vor den Bureaus an. Kommen Sie mit mir," sagte WilHelm. Und er führte sie in ein Gelaß, wo sich Herr Vulfran mit dem Direktor von Saint-Pipoy besprach. Hier ist das Mädchen," sagte WilHelm, den Hut m der Hand. Gut; Du kannst gehen." Ohne sich an Perrine zu wenden, machte Herr Vulfran dem Direktor ein Zeichen, sich zu ihm herabzubeuZen, und iprach dann lerse mit ihm. Der Direktor antwortete auf dieselbe Weise, aber Perrine hatte feine Ohren, sie verstand mehr noch, als sie es borte, daß Herr Vulfran fragte, wer sie sei. und daß der Direktor antwortete: Ein junges Mädchen von zwölf bis dreizehn Iahren, die gar nicht einfältig aussieht." Komm näher, mein Kind," sagte Herr Vulfran mit einem Tone, in dem sie ihn schon zu Rosalie hatte sprechen hören, und der in nichls dem glich, wo mit er seine Angestellten anredete. Perrine fühlte sich dadurch ermuthigt und konnte die Gemüthsbewegung, die sie ergriffen hatte, leichter bemeistern. Wie heißt Du?" fragte Herr Vulfran. Aurelie." Wer sind Deine Eltern?" Ich habe sie verloren." Seit wie lange arbeitest Du in meiner Fabrik?" Seit drei Wochen." Woher bist Du?" Ich komme von Paris." Du sprichst auch Englisch?" ,. Meine Mutter war eine Engländerin." Also verstehst Du das Englische?" Ich verstehe das Englische der Konversation und spreche es, aber" Da gibt's kein Aber Du verstehst es oder verstehst es nicht." Ich bin nicht mit der Sprache der verschiedenett Gewerbe vertraut, wo Wörter vorkommen, die ich nicht kenne." Sie sehen, Benoist, daß das, was

vlefe greine lagl, gar nicht 10 oumm ist," sagte Herr Vulfran, indem er sich zu seinem Direktor wandte. Ich versichere Ihnen, daß sie keincswcgö dumm aussieht." Nun, da können wir ja vielleicht Vortheil daraus ziehen." Er erheb sich, wobei er sich auf seinen vicd inle, nahm lernn den Arm des Direktors und sagte zu Perrine: Komm mit uns, mein Kind!" Sonst wußten Perrines Augen alles tvas ihnn begegnete, genau zu erfassen und festzuhalten, aber wie sie

jetzt so hinter Herrn Vuliran herging, sah sie nur in ihr Inneres: wie würde die Besprechung mit diesen englischen Mechanikern wohl ablaufen? Als sie vor einem großen, neuen, in weiß und blau glasirtcn Backsteinen aufgefuhrlcn Gebäude ankamen, sah Perrine Mombleux, der mit einem gclangweilten Gesicht aus und ab ging, und sie glaubte zu bemerken, daß er ihr einen übelwollenden Blick zuwarf. Man trat ein und stieg in daö erste Stockwerk hinauf, wo inmitten eines geräumigen Saals auf dem Fußboden große Kisten aus Hellem Holz aufgestellt waren, alle mit per Firma Matter & Platte. Manchester, in verschiedenen Farben gezeichnet; auf einer dieser Kisten saßen die englischen Mechaniker. und Perrine bemerkte, daß sie, wenigstens was die Kleidung betraf, wie richtig? Gentlemen aussahen: Anzüge aus Tuch, silberne Nadeln in den Krawatten; und das ließ sie hoffen, daß sie sich besser mit ihnen verständigen könne, als wenn es nur gewöhnliche Arbeiter wären. Beim Eintritt von Herrn Vulfran erhoben sie sich; dann wandte sich dieser an Perrine: Sag ihnen, daß I:: Englisch sprichst, und daß sie sich mit Dir auseinandersetzen können." Sie that, wie er ihr befohlen hatte, und bei ihren ersten Worten schon hatte sie die Genugthuung, die finsteren Gesichter der Fremden sich aufhellen zu sehen; freilich handelte sich's nur um etwas allgemein Gesprochenes, aber das halbe Lächeln der Fremden war von guter Vorbedeutung. Sie haben's vollkommen gut verstanden." sagte der Direktor. Nun, dann frage sie jetzt." sagte Herr Vulfran, warum sie acht Tage vor dem ausgemachten Termine eingetroffen seien; daher komme es, daß der Ingenieur, der sie anweisen sollte, und der Englisch spräche, abwesend sei." Sie übersetzte diesen Satz wortgetreu, und sogleich erfolgte die Antwort, die perrine wiedergab: Sie sagen, sie feien mit der Aufstellung von Maschinen in Cambrai früher, als sie gedacht hätten, ferrig geworden und deshalb gleich hierher gekommen, anstatt erst noch einmal nach England zurückzureisen." Bei wem haben sie diese Maschinen in Cambrai aufgestellt?" fragte Herr Vulfran. Bei den Gebrüdern Aveline." Was für Maschinen waren es?" Als die Antwort auf diese Frage erfolgt war. stockte Perrine. ..arum stockst Du?" .,eil es ein Kunstwort ist, das ich nicht kenne." Sage das Wort englisch." Hydraulic mangle.44 Gut, ich weiß." Er wiederholte das Wort englisch, sprach es aber ganz anders aus als die Arbeiter, was es erklärte, daß er sie nickt verstanden hatte; dann wandte er sich an den Direktor: Sie sehen, daß uns die Aveline zuvorgekommen sind; da haben wir keine Zeit zu verlieren. Ich werbe an Fabry telegraphiren, daß er sofort zurückkommen soll; inzwischen müssen wir aber diese Kameraden dazu bestimmen, sich an die Arbeit zu machen. Frage sie. Kleine, warum sie mit gekreuzten Annen dastehen." Sie übersetzte die Frage, worauf der. den man als ihren Oberen ansehen mußte, eine ausführlich: Antwort gab. Nun?" fragte Herr Vulfran. Sie antworten sehr verwickelte Sachen.für mich." Versuche demungeachtet, sie mir zu erklären." Sie sagen, der Fußboden aus Eisen sei nicht solid genug, ihre Maschinen, die hundertzwanzigtaufend Pfund schwer seien, zu tragen " 2ie unterbrach sich, um die englischen Arbeiter zu fragen: ,,0ne hirn(irel and twenty?'' Yes." Ja. es ist so, hunoertzwanzigtausend Pfund, und daß unier der Last der Boben durchbräche, wenn di: Maschine arbeitete." Die Träger haben eine Höhe von sechzig Centimeter," sagte Herr Vulfran. Sie übersetzte den Einwurf, hörte die Antwort der Arbeiter und fuhr fort: Sie sagen, sie hätten den Boden geprüft, ob er wagerecht sei, und hätten gefunden, daß er sich gebogen habe. Sie verlangen, daß man eine Berechnung der Widerstandskraft mache, oder daß man Stützen unter dem Boden anbringe." Fabry wird diese Berechnung nach seiner Zurückkunft machen; die Stützen sollen unverzüglich angebracht werden. Sag ihnen das. Sie sollen sich, ohne eine Minute zu verlieren, an die Ar-! bcit machen. Man wird ihnen alle Arbeitcr, die sie brauchen,.zu Gebot stellen, Zimmerleute und Maurer. Sie sollen nur "erlangen, indem sie sich an Dich wenden, die Du zu ihrer Verkügung bleiben und ihre Wünsche Herrn Benoist übermitteln wirst." Sie übersetzte diese Weisungen den Engländern, die befriedigt schienen, als sie ihnen sagte, daß sie ihre Dolmetscherin zu machen habe.

Du bleibst also hier," fuhr Her? Vulfran fort; man wird Dir eine AnWeisung für Kost und Wohnung in einem Gasthause geben, wo Du nichts zu bezahlen hast. Wenn man zufrieden mit Dir ist. bekommst Du nach Fabrys Rückkehr eine besondere Belohnung."

24. Kapitel, olmetscherin dieser Beruf war doch mehr werth als Wagenfchieberin, und als sie in dieser neuen Eigenschaft ihr 2 Tagewerk beendigt hatte, fübrte sie die Vonteure in das Gasthaus des Ortes, wo sie Wohnung für sie und sich selbst bestellte nicht in einer elenden Kammer, sondern in einem eigenen Zimmer für jede Person. Da die Engländer kein einziges Wort Französisch sprachen oder verstanden, wünschten sie, daß Perrine mit ihnen speiste, was ihnen gestattete, ein Essen auftragen zu lassen, das hingereicht hätte, zehn Picarden zu sättigen, und das mit sei-' nem Ueberfluß an Fleischgerichten dem so reichlichen Festmahl, das Perrine am Abend zuvor Rosalie gegeben hatte, in nichts zu vergleichen war. In der folgenden Nacht durfte sich Perrine in einem richtigen Bette ausstrecken und sich mit richtigen Betttüchcrn zudecken, aber doch konnte sie lange, lange keinen Schlaf finden, und selbst als ihr die Müdigkeit die Augenlider schloß, war ihr Schlummer so aufgeregt, daß sie hundert Mal wieder aufwachte. Da sammelte sie ihre Gedanken und zwang sich zur Ruhe, indem sie sich sagte, daß es ihre Aufgabe sei, dem Gange der Ereignisse zu folgen, ohne immer zu fragen, ob sie zum Glück oder Unglück ausschlügen. Am anderen Morgen, als die Fabrikpfeife ertönte, ging Perrine an die Thüren der zwei Monteure, um ihnen zu klopfen, daß es Zeit zum Ausstelln sei. Aber englische Arbeiter gehorchen weder dem Pfiff noch dem Glockenschlag, wenigstens nicht auf dem Festlande; erst nachdem sie sich sorgfältig angekleidet hatten, wovon die Picarden nichts wissen, und nachdem sie ungezählte Tassen Thee und eine Menge gerösteter Butterschnitten zu sich gcnommen hatten, begaben sie sich an ihre Arbeit, gefolgt von Percine, die sie bescheiden vor der Hausthüre erwartet hatte. Herr Vulfran kam erst am Nachmit tage, begleitet von einem seiner Neffen. vem zr.igeren, :rrn jtaiinm;, denn oa er mit seinen umschleierten Augen nicht sehen konnte, hatte er Jemand nöthig, der an seiner Statt sah. Kasimir warf aber nur einen geringschätzigen Blick auf die Arbeit der Monteure, die freilich bis jetzt nur aus Vorberettungen bestand. Wie mir scheint," sagte er, bringen diese Burschen nicht viel zu Stande, ehe Fabry zurück ist; übrigens kann man sich bei dem Aufseher, den Sie ihnen bestellt haben, nicht sehr darüber wundern." Er sprach die letzten Worte in kaltem, höhnischem Tone; aber Herr Vulfran war weit entfernt, dieser Spötterei beizustimmen, er nahm sie sogar übel auf. Wenn Du im Stande gewesen wärest," versetzte er, diese Aufsicht zu übernehmen, hätte ich mich nicht genöthigt gesehen, dieses kleine Mädchen aus der Spulerei kommen zu lassen." Perrine sah, wie sich Kasimir unter der ihm mit strenger Stimme ertheilten Rüge mit zornigem Gesicht aufbäumte; doch nahm er sich zusammen und erwiderte sast leichthin: Ja, wenn ich hätte voraussehen können, daß man mich eines Tags dazu bestimmen würde, das Verwalwngsfach mit der Industrie zu vertauschen, dann hätte ich eher Englisch gelernt als Deutsch. Es ist niemals zu spät zum Lernen," gab Herr Vulfran in einer Weise zurück, die dieser Erörterung, bei der die Worte auf beiden Seiten so rasch hinflogen, ein Ende bereitete. Perrine hatte sich ganz klein gemacht und sich nicht zu rühren gewagt, aber Kasimir würdigte sie keines Blickes und verließ, indem er seinem Onkel den Arm bot, gleich wieder den Saal. Nun konnte sie ungestört ihren Gedanken nachhängen: er war wirklich hart gegen seinen Neffen, der Herr Vulfran; aber wie hochmüthig war auch der Neffe, wie frostig und unliebenswürdig! Wenn die Beiden eine Zuneigung zu einander hatten, hier wenigstens zeigte cs sich nicht. Und warum war es so? Warum war der junge Mann nicht herzlich und aufmerksam gegen den durch Kummer und Krankheit niedergebeugten Greis? Warum war der Greis so streng mit einem von denen, die die Stelle seines Sohnes bei ihm vertraten? Während ihr diese Fragen im Kopfe herumgingen, kehrte Herr Vulfran in den Saal zurück, diesmal von dem Direktor geführt, der ihm erklärte, wie weit die Arbeit der Monteure gediehen war. Dann hörte sie den Direktor zwei Mal rufen: Aurelie! Aurelie!" Sie rührte sich aber nicht, denn sie hatte völlig vergessen, daß Aurelie der Name war, den sie sich beigelegt hatte. Ein drittes Mal rief er: Aurelie!" Und dann, wie vom Schlafe aufgeschreckt, eilte sie herbei. Bist Du denn taub?" fragte Benoist. Nein, mein Herr; ich hörte auf die Monteure." Sie können mich jctz4 allein lassen," sagte Herr Vulfran zum Direktor. Dann, als sich der Mann entfernt hatte, wandte er sich zu Perrine, die vor ihm stehen geblieben war: Du kannst lesen, mein Kind?"

Ja. Herr." -Englisch lesen?" Englisch wie Französisch; das eine oder das andere das ist mir ganz gleich." Kannst Du aber auch das. was Du englisch für Dich liesest, französisch sagen?" Wenn es keine ungewöhnlichen Ausdrücke sind, ja, mein Herr." Neuigkeiten aus der Zeitung?" Das habe ich noch nie versucht, denn wenn ich eine englische Zeitung las, hatte ich nicht nöthig, es für mich selbst zu übersetzen, weil ich den Inhalt verstehe." Wenn Du's verstehst, so kannst Du's auch übersetzen." Ich glaube schon, mein Herr, aber ich weiß es doch nicht ganz gewiß." Nun. wir wollen's einmal probiren; während die Monteure arbeiten. e Du erst davon unterrichtest, daß Du zu itzrer Verfügung bleibst und daß sie Dich rufen können, wenn sie Dich brauchen, wirst Du den Versuch machen, mir aus dieser Zeitung die Artikel zu übersetzen, die ich Dir bezeichnen werde. Geh und sag es ihnen, dann komm zurück und setze Dich zu mir her." Als der Auftrag ausgerichtet war, setzte sie sich in ehrerbietiger Entfernung von Herrn Vulfran, und er reichte ihr seine Zeitung: die Dundce News." Sie faltete die Blätter auseinander und fragte: Was soll ich lesen?" Suche den Handelstheil." Sie suchte ängstlich zwischen den

langen, schwarzen, endlos fortlaufenden Spalten und machte sich Gedanken, wie sie sich mit der ihr so neuen Arbeit abfinden sollte, und ob Herrn Vulfran ihre Langsamkeit nicht ungeduldig. ihre Ungeschicklichkeit nicht böse machen würde. Aber anstatt sie zu drängen, beruhigte er sie, denn mit dem feinen Gehör, das bei den Blinden so geschärft ist, hatte er ihre Aufregung aus dem Zittern des Papiers errathen: Nimm Dir Zeit, es hat keine Eile; überdies hast Tu wohl noch nie ein Handelsblatt gelesen?" Das ist wahr." Sie setzte ihr eifriges Suchen fort, und plötzlich entschlüpfte ihr ein leiser Schrei. Hast's Du's gefunden?Ich glaube." Nun suche die Rubrik: Linen, hcrnp, jute, sacks, twine." Aber, mein Herr, Sie können ja Englisch," rief sie unwillkürlich aus. Fünf oder sechs Wörter aus meinem Berufe, mehr nicht, und das ist schlimm genug." lz sie es gefunden hatte, fing sie ihre Uebersetzung an, mit einer entsetzlichen Langsamkeit, wie sie meinte, mit iinmerwährendem Stocken und Stottern, daß ihr der Angstschweiß ausbrach, obwohl Herr Vulfran sie von Zeit zu Zeit mit ein paar Worten ermuthigte: Das genügt, ich verstehe, fahre nur fort." Und sie nahm immer wieder einen neuen Anlauf und erhob ihre Stimme, wenn die Mechaniker sie mit ihren Hammerschlägen zu übertönen drohten. Endlich kam sie an den Schluß. So, nun sieh, ob es Nachrichten aus Kalkutta gibt." Sie suchte. Ja, hier: ,Von unserm eigenen Verichierstatter.' " Daö ist es; lies." Die Nachrichten, die wir aus Dakka " Sie sprach diesen Namen mit einem solchen Zittern der Stimme aus, daß es Herrn Vlfran auffiel. Warum zitterst Du?" fragte er. Ich weiß nicht, ob ich gezittert habe; es wird wohl die Aufregung sein." Ich sage Dir doch. Du sollst Dich nicht beunruhigen; was Du mir vorträgst, ist viel mehr, als ich erwartet habe." Sie las nun die Uebersetzung des Berichts aus Dakka, der von der Juteernte an den Ufern des Brahmaputra handelte; dann, als sie damit fertig war, hieß er sie unter der Rubrik ,.Nouvclles de mer44 nachsehen, ob sie eine Depesche aus Sankt Helena fände. ,,Saint Helena ist das englische Wort," sagte er. Sie fing wieder an, auf und ab in den schwarzen Spalten zu suchen; endlich sprang ihr der Name Saint Helena in die Augen. Abgegangen am 23. englisches Schiff ,Alma' von Kalkutta nach Dundee; am 24. norwegisches Sauf' ,Grundloven' von Naraingaudj nach Boulogne." Er schien befriedigt. Ganz gut." sagte er, ich bin zu frieden mit Dir." Sie hätte gern etwas erwidert, aber aus Furcht, ihre Stimme könnte ihre freudige Verwirrung verrathen, schwieg sie still. Er fuhr fort: Jaz sehe, Du wirst mir gute Dienste leisten können, bis der arme Bendit wieder genesen ist." Nun ließ er sich angeben, was die Monteure inzwischen fertig gebracht hatten, schärfte ihnen von Neuem ein, sich möglichst zu beeilen, und sagte dann zu Perrine, sie solle ihn in's Bureau des Direktors fuhren. Darf ich Ihnen dazu die Hand geden?" fragte sie schüchtern. Nun natürlich, mein Kind, wie solltest Du mich sonst leiten können? Mach mich auch aufmerksam, wenn wir auf unserem Wege ein Hinderniß antreffen sollten; und sei vor Allem nicht zerstreut." . ich versichere Ihnen, mein Herr.

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