Indiana Tribüne, Volume 26, Number 144, Indianapolis, Marion County, 9 February 1903 — Page 5
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Die schlafenden Baume. Von Th. Aemilius. Ja, die Bäume schlafen, stehn erstorben. Winter raubte, was der Lenz tmor.ben Tis zum letzten Saum. Nur bisweilen geht ein Schwanken. Sckweben Durcb's Geäsi, ein geisterhaftes Leben, Wie ein leiser Traum. Und die Zwciglein fangen an zu singen; Ein Geräusche wunderzarter Schwingen Flüstert durch den Baum. Golte-odem! D, ich kenn' dein We5n Fühlte manchmal durch mein Herz dich gehen. Wo es hoffte kaum. Knin.-. .
Eine Wintcrnacht im Norden von Carl Froh lich Brehm. TerMond stand spitzig und dünn im Osten, ein Stück über demWaldesäurn, und warf einen fahlgelben Schein über den schneebedeckten Thalweg. Oben auf den Höhen zu beiden Seileg des Thalwegs standen dunkle Bauernhüfe, die zumeist mit zwei hellen fZienftern wie mit einem Augenpaar ins Thal hinabscha-'.ten. Es war ganz still, nicht der allerleifeste Windhauch; nicht em Laut, bloß ab und zu ein turzer, knatternder, Hei ner Knall, wenn das Eis in der bittersatten Nacht sprang, oder ein Krach, wenn man in einem der Bauernhöfe eine Thür zuschlug. Es knarrte beinahe unmerklich oben am Waldhügel, wo ein schmaler Steig hinabführte. Es war ein regelmäßiges, taktfestes Knarren wie von den Schritten eines Menschen. Das liefe die Stille noch größer werden; es war, als horchte alles diesen Lauten, dem einzigen Zeichen von Leben. Man hörte sie immer stärker, sie wurden zu deutlichen Futztritten, diese einzigen Laute füllten das ganze Thal. Heraus aus dem Wald kam ein schwacher Schatten, der sich über den schimmerndenchnee schlangelte. Plötzlich machte er Halt, der Laut hörte auf. und ein Mann stand einen Augenblick still in dem Uebergang zwischen dem Schatten des Waldes und dem schwachen Mondlicht. Nur einen Augenblick; er sah sich mit geneigtem Kopf um, und im selben Augenblick setzte er den Auf; vor. Ein Schauder durchfuhr ihn,' als er das Knarren seiner eigenen Schritte hörte. Er ging hurtig weiter, aber nicht mehr im Takt; es war etwas Unslch.res und Schwankendes in sein: Schritte gekommen. Der Mond war immer höher hinaufgestiegen uird hatte das unbestimmte, flackernde Sternenlicht gedämpft; nun standen die Sterne wie bleiche Punkte auf dem hellen Himmel, und das Nordlicht hatte sich hinter den Bergwerken im Norden zurückgezogen, ur einen schwachen. bebendenLichtrand hinter sich zurücklassend. Der Mann hatte den Thalweg reicht. Seine Schritte wurden immer hurtiger, sie eilten beinahe über den glatten Weg. Sein Au.e war auf d?n dunklen Schlund geheftet, wo der Weg in den Wald mündete. Nun war er plötzlich drinnen im Schlund; sein Schatten vor ihm verschwand, sein Lücken beugte sich, und er blieb stehen und horchte. Kein Laut. Nur das dumpfe BeiZen eines Hundes weit weg. Er fuhr fort zu gehen, aber es war etwas wie lauschende Angst in seinem Gang. Es herrschte ein wunderliches Gemisch von Helligkeit und Dunkel dort drinnen; abwechselnd verwirrende schwarze Höhlen unter den reifbedecktn Tannen, lange dunkle Schatten quer über den Weg und dann plötzlich irgend ein glitzernde? Mondstreifen. Hier -und dort fiel wohl ein Klumpen von Reiffrost und riß andere im ftaU mit sich, so daß sie wie glimmende kalte Schneeflocken fielen und das ruhige Licht erbeben machten. Da blieo er unwillkürlich mit aufgehobenemFuß stehen, hielt den Athem an und sah s;ch um. Aber da war nichts zu sehen; nur ita undeutliche Fußspur eines Fuchses, der hartnäckig dem Weg gefolgt war und ihn mehreremale gekreuzt hatte. Jedesmal setzte er den Fuß behütfam wieder nieder, als fürchtete er. daß sein Knarren den ganzen Wald emporschrecken lassen könnte. Er ging und ging ins unendliche. Da machte der Weg mit einem Male eine Schwenkung nach innen, ein lichier Schlund zeigte sich. Er blieb stehen und horchte nach vorwärts. Er ricktete sich empor und sah sich um. Tann blieb er eine Weile stehen. Plötzlich ging es wie' ein Beben durch ihn, er beugte sich ganz vor und lauschte. Em dünnes Glöckchen sandte stoßweise einen gebrochenen Laut gegen d?n Wald hin. Der Laut kam in so gleichmätzigem Takt, als ginge ein Pferd im Schritt. Er stand eine Weile und lauschte; der Laut wuchs an, die Stöße wurden rascher. Der Fahrende mußte kurzen Trab eingeschlagen haben. Auf der Wegkrümmung unterhalb des Waldessaums tauchte ein Ueinec. zottiges Vferd auf, das in sanftem Trab kam und in den weiten Deiche
selstangen hin und her wackelte. Em groger streifiger Haarbüchsel hing ihn: über die Augen; die Schnauze und du langhaarigen Flanken waren roeiji vom Frost; es stand eine Dampfwolkc rings um das Pferd, und jedesmal, wenn es in seinem Trab die Vorderdeine niedersetzte, gab das kleine Glöckchen, das am Brustriemen hing, ein paar schwache, tonlose Klöppelschläze von sich. Es war ein Langschlitten mitStadtWaaren. Es funkelte und pfiff dei jedem Ruck unter den Stahlkufen. Vorn saß ein Mann, die Füße in eine Pferdedecke eingerollt, die Mütze tief über die Ohren gezogen. Er wurde hin und her geschleudert, .so daß der Kopf zwischen den Schultern wackelte und der reifbedeckte große, dunkle Bart dicht am Rock lag. Man konnte glauben, daß er schlief, aber hie und da riß er an den schlaffen Zügeln und steckt: seine mit Pelzfäustlingen '.'rsehenen Hände unter den Rock. Es ging langsamer und langsamer, das Tempo verminderte sich nach und nach, und als der Weg wieder in den Wald hineinging, war es nur mehr cbritt. Zu Mann sah auf und machte einen Griff, als wollte er die Zügel anreißen, dann bedachte er sich, und der Kopf sank wieder hinab. So ging es eine gute Weile, . Plötzlich sah der Mann auf das Pferd war stehen geblieben. Er schoo die Mütze zurück, wischte das Wasser aus den frostigen Augenbrauen und heftete ein paar treuherzige Augen au? einen Mann, der dicht an den Wegesrand gedrückt dastand. Das Pferd stand auch da. den Kopf nach der Sei te geneigt, wo der Mann war. Es war einen Augenblick still, niemand regte sich. Tann sagte der Mann im Schlitten: Bist dll's Petcr?" Keine Ankwort. Bist du's denn nickt, Peter?" .Ja." Es kam wie ein Flüstern von weit weg. Willst d'2 nach Norden oder nach Süden?" 9?ach Süden." Der Mann im Schlitten bewegte sicb. Willst du denn nicht aufsitzen?" Ja, Johann. Er setzte sich langsam mit gespreiztenBeinen hinten auf. Es dauerte lan--ge, bis sie zurückkamen, dann wurden die Zügel angezogen, und das Pferd humpelte wieder weiter. Es verging eine gute Weile, ohne daß etwas gesagt wurde. Dann wandle der. der vorn faß, ein wenig den fiept und sagte zum andern: 's ist doch was Eigenes mit dem Mondschein. Mir wurde ganz gruselig zu Muth, als ich dich traf. Du 'sahst so blaß aus wie ein Todter." Er hielt den Kopf ein bißckien gewendet, als wartete er auf Antwort. Es kam keine, und halb verwundert drehte er den Kopf wieder nach vorn. Keiner sprach etwas. Es war ganz still, während sie sachte über den lanzen Waldweg rasselten, bald im Mondliest und bald im Schatten. Der Mond begann sich gegen SBe sten zu neigen, die Lichter aus den Fenstern der Bauernhöfe zu beiden Seiten des Thalwegs starben langsam hin, eines nach dem andern, und erloscfcn endlich; es wurde so wunderlich leer nach ihnen. Bloß das eine Haus oben auf dem Hügel, zu dem der kleine Seitenweg hiraufführte, fah noch mit seinen ruhigen. hellen Augenfenstern hinaus übers Thal, ganz einförmig, ohne Blinzeln. Das Licht kam von einer Lampe, die an einem langen Stahldraht dort oben in der Stube von d:r Decke herabging und ihren Schein ir. einen runden Kreis hinaöwarf. jedoch so schwach, daß das Dunkel aus jeder Ecke des Zimmers guckte. Am stärksten leuchtete sie auf den schweren weißqe scheuerten Holztisch, der unter ihr stand, und auf das weiße Zifferblatt der Schlaguhr gerade gegenüber. Es war kein Feuer im Raum, es war im Herd erloschen, und die Ofenthür war geschlossen. Eine schwache Ofenwärme herrschte im Zimmer. Ueber dem einen Tischende lag weißes Leinenzcug ausgebreitet, und an jeder Seite der Tischplatte saß eine Frau und nähte. Die eirn war alt, etwas voll und kurzleibig, mit einem breiten Gesicht und bestimmten, wohlgeformten Zügen. Ein paar grobe Augengläser mit Messingeinfassung und einer Schnur rings um den Nacken saßen so weit vorn auf der Nase, daß die Frau ab und zu den Kopf h?ben mußte, um durch sie auf die Näherei sehen zu können; dann zeigten sich ein paar ruhige blaue Augen. Die andere war jung, hoch und üvpig. Es lag etwas Vollreifes über all ihren formen, dem großgeschnittenen Gesicht mit den seltsam festen, e& blauen Augen, dem breiten, kräftigen Mund und der großen Brust, die beinahe zu qroß war für den schmalen Oberkörper. Ihr Haar war hell und weich, aber A wirkte kaum licht, es stieg wie ein dunkler Flaum vom Hals auf. es schlich sich w'p ein Schalten über das ganze Gesicht und guckte beim Aermel h:rvor, bis hinab auf die kleine braune Hand, die ein wenig unsicher mit der Näherei hantirte. Es war ganz still, keine von ihnen sagte ein Wort. Die große Uhr ließ ihr gleichmäßiges, einförmiges Ticken boren, wäbrend der kleine .eiaer im
ien aus dem Zisservlatt xq wie ein schwacher Schatten vorschob. Hie und da krachte es in dem groben Linnen. wenn sie es mit der Nadel ritzten, um den Saum zu erleichtern. Die Alte sah bisweilen über die Brille zu der an dern auf; es war. als hätte sie Lust zu sprechen, doch sie senkte den Kopf wieder, da sie dem Blick der Jungen nicht begegnete. Und die Uhr tickte, und auf? neue krachte die Leinwand. Endlich sagte die Alte, ohne aufzusehen: Du bist heute so still und nachdenklich, Maria." S kam keine Antwort. Na ja. 's ist ja auch nicht zu ver--wundern, daß einem so die Gedanken kommen, wenn man an seiner BrautWäsche näht. Daran weiß ich mich auch noch zu erinnern."
Maria beugte den Kopf noch'tieferi über die Näherei, so daß die Alte nur den obersten Theil der Stirne sah, wo eine tiefe Nöthe bis zum Haaransa hinaufglitt. Sie fuhr fort: Ja ja. freilich, es ist ein eigen Ding, so in eine ganz neue Ordnung hineinzukommen, aber du sollst sehenwie gut wir's alle miteinander haben werden. Wir zwe: kommen schon gut Übereins, du und ich, und einen besseren Mann könntest du nicht kriegen. Johann ist so gefügig und treuherzig." Maria sagte nichts, und es entstand eine Pause; dann fuhr die Alte fort: Und euer Auskommen habt ihr ja auch; zum Frühling bekommt er ja den Hof." Wieder war es eine Weile still. Aber wohin kann nur Peter gegangen sein?" fuhr die Alte fort. Maria wandte plötzlich den Kopf zur Thür und bog ihn dann wieder hastig zurück. Ja. der Peter, der ist akkurat aus anderm Holz. Das würde kein Mensch glauben, daß die Brüder sind. Du, Maria, hörst Du?" Es kam etwasBertrauliches in die Stimme der Alten. Zum ersten Mal sah Maria auf, und die Alte stutzte ein wenig bei ihrem fremden abwesenden Blick. Ja?" Die Leute sagen, Peker wäre öfters bei euch draußen gewesen, so im Herbst. Hast du davon gehört?" Nein!" Der denkt gewiß an Deine Schw? ster. Sie soll ja den Hof kriegen, was? Glaubst Du, sie nimmt ihn?" Marie sah zerstreut vor sich hin und antwortete nicht. Hast Du denn nicht gehört, was ich gefragt habe?" Ach ja, wenn's der Vater will." Maria beugte sich ganz tief über die Arbeit. Die Alte betrachtete sie ein wenig, schob dann mißbilligend die Unterlippe vor und beugte sich auch hinab. Nach einer guten Weile sagte sie: Johann bleibt heut lang aus. Er muß jedenfalls vor Mitternacht zurück sein." Keine Antwort. Eine Weile später: Du wirst sehen, er hat vergessen, daß er in drei Tagen Hochzeit haben soll. Wir müssen wohl morgen die Staatstruhe zeitig packen, wenn wir fertig werden woll5n." Etwas später: Ach nein, vergessen wohl nicht; aber er ist so scheu, und da will er nicht, daß es aussehen soll, als hätte er es gar so eilig, heimzukommen. Der hätte wobl nimmer de.". Muth gefunden, zu werben, wenn Dein Vater nicht hergekommen wäre so daß ich ihm ein bißchen auf die Bei ne helfen konnte." Wieder ein Weilchen später: Aber Du wirst schon sehen, wen ihr eine Weile verheirathet seit, ist er nicht mehr so verzagt." Dann wurde es wieder still. Die Uhr tickte, und die Leinwand ' tct schelte; der kleine Zeiger schlich sich wie ein Schatten rings um die weiße Scheibe. Plötzlich hielten Marias Finger einen Augenblick inne, sie bewegte d?n Kopf nicht, aber es war. als lausche sie mit den Augen, dann arbeiteten die Finger wieder ein Weilchen etwas rascher, und dann lauschten die Augen aufs neue. Die Lippen schlössen sich ganz fest zusammen, der Kopf neigte sich liefer herab, die Finger bewegten sich krampfhaft. Eine Weile später hob die Alte den Kopf, strich ihr Kopftuch zurück und horchte. Nun vernahm man oeutlich das Knarren gleichmäßiger rascher Schritte auf dem Weg vor dem Fenster. Die Schritte wurden oben beim Hause langsamer, waren für eine Weile wie von der Eingangsthür verschwundcn. aber kamen dann schwer ins Vorzimmer. Die Klinke hob sich vorsichtig. Die beiden Frauen sahen zur Thür. die beinahe im Dunkel lag. Marias Blick fing den unteren Theil eines Gesichtes auf er hatte den Kopf geneigt, als er hereinkam. Die Alte hatte ihn noch nicht recht gesehen, als ein dünner, gellender Schrei Maria entschlüpfte, es klang wie mitten zwischen Lust und Schmerz. Die Alte schrie auch auf: Herr Jesus. wie Du mich erschreckt hast. Maria! Was ist denn?" Ich habe mich in den Finger gestochen." Ein paar rothe Blutstropfen perlten auf die Leinwand, sie steckte den Finger in den Mund und sog daran. Peter ging quer durchs Zimmer, legte die Fäustlinge langsam ab und aus die Herdröhre und setzte sich auf eine niedrige Bank in der dunklen Ecke
zwiscl-en Herd und Wand, so daß er zerade hinter seiner Mutter saß, das Besicht Msria zugekehrt. Nach einer Weile sagte die Alte: Bist Du draußen herumgegangen, Peter?" Ja". Willst Du denn nicht was essen? Es steht etwas drüben im Schrank. Nein". Zwischen jeder Frage und der Antwort verstrich eine kleine Weile, wäh rend das Rascheln der .Leinwand und das Ticken der Uhr vernehmbar war. Ist es heut Abend kalt draußen?" t" ,.a . Du hast Johann nicht gesehen?" Sie bekam keine Antwort, und es war auch nicht, als erwartete sie eine, denn sie fragte nicht noch einmal. Nach einer lanaen Weile sagte sie: Du kannst Dich niederlegen, Peter; wir zwei sitzen auf und warten, bis Johann nach Hause kommt." Die Zeit ging so langsam, so lang" sam. Da saßen die vrei in einer Reihe, und niemand rührte sich, niemand sagte ein Wort. Marias Hände waren hinab in den Schoß gesunken, die derAlten gleichfalls ; die Lame brannte so ruhig und gleichmäßig, ohne zu zucken; nur der kleine Zeiger schlich sich herum um die runde Scheibe bis ins Unendliche, still, wie ein Schatten. Plötzlich ging es wie ein Schauer buri die Alte, sie bewegte sich, rück'e unwillkürlich den Stuhl, wie um aus der Linie zwischen den beiden zu kommen, aber gab den Versuch auf und rutschte nur ein paar Mal auf dem Stuhl hin und her, drehte den Kopf und sah zu Peter hinüber, aber hörte auch damit auf. Dann saß sie wieder einen Augenblick still, um sich darauf unruhig auf dem Stuhl herumzurücken und sich nach einer Weile von neuem umzusehen. Dann sagte sie: Mir ilt so ängstlich geworden, wie Du geschrieen hast, Maria hier ist's auch so dunkel!" Sie erhob sich und tastete, um die Lampe heraufzuschrauben. Tann ging sie zum Schrank, um ein Licht l'crvorzunehmen; sie stellte es auf den Tisch, zündete es aber nicht an. Wieder war es eine lange Zeit still. Der Zeiger schlich sich herum. Nein, aber kommt denn Johann noch nicht?" Sie sank wieder zurück; es war, als hörte man es im Zimmer eine lange Weile wieder und wieder in vielfachem Echo: Nein, kommt denn Johann noch nicht?" Es war, als hätte das schwache Tickcn der Uhr dasselbe gesagt; es war, als läge diese Frage in der kurzen Bewegung von Marias Busen, wie er sich mit jedem Athemzug hob und senk', te.,. ,Es war. als hört sie sich selbst es wieder und wieder sagen, aber immer schwächer. Plötzlich brach sie los: ,,'(bn in des Herrn Namen, antwortet mir dock, ihr sitzt ja beide da, als wäret ihr todt!" Es kam keine Antwort. Eine kurze, atbemlose Stille. Mit cinmmal schob sieben Stuhl mitten ins Zimmer und blieb so sitzen, daß sie beide genau sehen konnte. Sie sah sie abwechselnd an; beide bitten das Gesicht zum Boden gewandt. Maria saß mit dicht zusammengezogcnen Lippen da und mit einer scharfen Röthe auf den vorstehenden Backenknochen. Weiter weg im Dunkel sah sie Peters Gesicht; es war geisterhaft blaß. Die Alte erhob sich, stützte sich für einen Augenblick mit den bebenden Händen auf die Stuhllehne, beugte den Oberkörper vor und glitt gleichsam rücklings gegen die Wand. Die Augen fuhren von dem einen zu dem andern der beiden, der Mund öffnete sich, als wollte sie schreien, aber es kam kein Schrei. Es war eine athemlose Stille. Sie glitt wieder zum Tisch hin. Peter, komm her!" Er erhob sich und kam langsam her-' über, aber sah nicht auf. Sie wandte sich nervös um e? war, als hätte sie Angst, Maria den Rücken zu wenden und sagte dicht an seiikem Gesicht, es kam wie ei.c schneidender Pfiff: . Peter, wo ist denn Bruder Johann, kommt er nie mehr?" Es war, als hätte er einen Schlaz in den Nacken erhalten, als sie das Wort sagte. Er fiel auf die Knie und schlug mit der Stirn gegen die Tischkante. Die Alte wandte sich an Maria. Und Du hast es gewußt!" Er hob den Kov und schrie in Angst: Nein. Mutter. Maria hat nichts gewußt." Maria bebte, so daß der Stuhl zitterte. Ich hab' es gewollt!" Die Alte sank hinab in den Stuhl. Peter lag mit der Stirn an der Tischkante. Maria war hinunter auf den Iluhvoden geglitten und stützte den Kopf an die Kante des Sessels. Es war Todtenstille nur die Uhr tickte, und der kleine Zeiger schlich sich ringsherum, still, wie ein Schatten. . . A h s o ! Ich hade gemeint, w wolltest auf die Jagd gehen?" Wollte ich auch, aber in altes Weib ist mir begegnet." Na. dadurch läßt sich doch ein Jäger von heute nicht mehr abhalten." Aber das Wib war meine Waschfrau, und der bin ich noch zehn Mark schuldig.-
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