Indiana Tribüne, Volume 26, Number 143, Indianapolis, Marion County, 7 February 1903 — Page 7

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Jndtana XrtDunc, 7 Februar 1903

I Acrheim.

Familienroman von jCjcitov M stlot. ' ' '' (Fortsetzung.) XM iay sie emes Borgens, als pc in die Fabrik ging, nahe beim Eingang in das Dorf an der Thür eines Hauses, wo Tags zuvor ein Auszug stattgefunden hatte, einen Haufen altes Stroh und allerlei Gerumpel liegen, das man an den Rand der Straße geworfen hatte; und unter diesen Trümmerstücken bemerkte sie eine Anzahl Blechbüchsen, die zum Einmachen von Fleisch, von Fischen und Gemüsen gedient hatten. Als das Blitzen ihrer glänzenden Außenseite ihr Auge traf, hielt sie unwillkürlich den Schritt an; doch brauchte sie sich nicht lange zu besinnen: die Kasserollen, die Schüsseln, die Löffel und Gabeln die ihr fehlten, hier lagen sie zu ihren Füßen! Und damit ihre Kücheneinrichtung so vollständig würde, als sie es nur wünschen mochte, hatte sie nichts zu thun, als einen Theil dieser alten Büchsen aufzulesen. In einem Sprunge hüpfte sie über die Straße und wählte flink vier Passende mis. die sie eiligst davontrug, um sie an ßiner Hecke unter dürrem Laub zu verstecken. Bei ihrer Rückkehr am Aend wollte sie sie hervorholen und mit einigem Fleiß und Geschick lßen sich dann gewiß alle Gerichte, die sie erfinden körinte, herstellen. Aber ivürde sie die Büchsen auch wieder antreffen? Tiefe Frage deschäftigte sie den ganzen Tag über. Wenn sie Jemand wegnähme, dann sähe sie alle ihre schönen Pläne in demselben Augenblick, wo sie glaubte, sie m's Werk setzen zu können, schon wieder zu Nichte gemacht. Glücklicher Weise fiel es keinem der Vorübergehenden ein. Perrines Schätze fortzutragen, und als sie nach vollbrachtem Tagewerk und nachdem sie den Strom von Arbeitern, die des Weges kamen, erst hatte vorüberziehen lassen, wieder an die Hecke kam, lagen sie noch an derselben Stelle, wo sie sie versteckt hatte. Da sie ebenso wenig Geräusch wie Rauch auf ihre? Insel machen durfte, schlug sie ihre Werkstatt in dem Steinbruch auf. Hier hoffte sie auch die Werkzeuge zu finden, die sie nöthig hatte, nämlich Steine, womit sie dos Weißblech hämmern könnte; ander?, platte, sollten ihr als Amboße dienen, oder gerundete zur Formgebung; noch andere müßten den Dienst einer Scheere verrichten, um das Blech damit zu schneiden. Diese Arbeit kostete sie die meiste Mühe, und sie brauchte nicht weniger als drei Tage dazu, einen Löffel zu formen; und da war es noch gar nicht gewiß, ob ihn auch die Person, der sie ihn zeigen würde, für einen Löffel kielte: dz sie aber nun einmal einen Löffel hatte verfertigen wollen, so mußte ihr das Ding auch für einen geltcn, und da sie allein aß, hatte sie sich nicht darüber zu beunruhigen, was für Urtheile man ücer ihr Tischgeräth fällen könnte. Nun fehlte ihr zur Bereitung der Suppe, wonach es sie so sehr gelüstete, nur noch etwas Butter und Sauerampfer. Was die Butter betraf, so verhielt es sich damit wie mit dem Brod und Salz: mit eigenen Händen konnte sie keine machen, weil sie keine Milch hatte, sie mußte die Butter also taufen. Aber die Ausgabe für Sauerampfer konnte gespart werden, da sie auf den Wiesen nicht allein wilden Ampfer fin den mußte, sondern auch Karotten und Lauch, und wenn diese Kräuter und Wurzeln auch nicht so gr?ß und schn toaren wie die im Garten gezogenen, so raren sie doch für sie immer noch gut genug. Dann gab es aber nicht blos Eicr u.d Grünzeug, woraus sie sich ihren Speisezettel zusammensetzen tonnte; jetzt, wo sie sich die Geschirre, um die Suppe darin zu kochen, ferner einen Löffel aus Weißblech und eine Gabel aus Holz, um damit zu essen, verfertigt harte, konnte sie auch ganz gut Fische aus ihrem Weiber zubereiten vorausgesetzt, daß sie geschickt genug wäre, welche zu fangen. Was war denn dazu erforderlich? Eine Angelruthe, an die sie Würmchen, die sie in einer Blcchfchale zusammensuchte, als Köder befestigte; Bindfaden, wie sie ihn zu ihren Schuhen gekauft hatte und wovon ihr ein gutes Stück übrig geblieben war: sie brauchte also nur noch einen Sou für Angelhaken aufzuwenden, denn die nöthigen Roßhaare sammelte sie vor der Schmiede. So genügte nun diese Angclruthe vollkommen, mehrere Arten Fische damit zu fangen, und wenn auch uicht die schönsten des WeiHers, die sie im klaren Wasser verachtungsvoll an dem zu geringen Köder vorbeischwimmen sah, so doch wenigstens einige der kleineren, weniger kostverächterisckien. die für sie noch von hinreichender Große waren. 22. Kapitel, llzusehr mit den verschiedenen jfl Arbeiten beschäftigt, die ihre (S' ganzen Abende in Anspruch nahmen, kam Perrine über eine Woche lang nicht dazu, Rosalie zu besuchen, und da sie durch eine ihrer Mit-

arbeiierinnen bei den Spulen, die bei Mutter Francoise wohnte, immer erfahren konnte, wie es ihr ging, und ihr auch bange war, oen der schrecklichen Tante Zenobia empfangen zu werden, ließ sie einen Tag nach dem anderen verstreichen; aber endlich entschloß sie sich doch eines Abends nicht sogleich aus ihre Insel zurückzukehren, wo sie dant einem von gestern übrig gebliebenen, schon zubereiteten Fische heute nichts zu kochen brauchte. Rosalie war gerade allein im Hofe; sie salZ unter einem Apfelbaume, und als sie Perrine herankommen sah, trat sie zu ihr an den Zaun und sagte mit halb beleidigter, halb freundlicher Miene: Ich dachte schon, Du würdest gar nicht mehr kommen." Ich war sehr beschäftigt." Womit denn ?" Da mußte Perrine antworten: sie zeigte ihre Schilfschube, und dann erzählte sie, wie sie sich ein Hemd geschneidert habe. Konntest Du Dir denn nicht bei Deinen Hausleuten eine Scheerc borgen?" Es gibt keine Leute in meinem Hause, die mir eine Schecre borgen könnten." Jedermann hat doch Scheercn." Perrine besann sich, ob sie das Eeheimniß ihrer Niederlassung noch derschweigen könnte, als sie aber bedachte, daß sie durch Zurückhaltung Rosalie noch inehr beleidigen würde, entschloß sie sich zu sprechen. Es wohnt gar Niemand in meinem

Hause." saqte sie lächelnd. Das ist unmöglich!" Und doch ist's wahr, darum konnt' ich mir auch keine Kasserolle verschaffen, um meine Suppe zu kochen, und keinen Löffel, um sie zu essen; ich mußte mir das alles selbst verfertigen, und ich versichere Ihnen, daß es mit dem Löffel eine schwierigere Sache war als mit den Schuhen." Das ist nicht Dein Ernst." Doch, doch, mein voller Ernst!" Und nun erzählte sie, ohne etwas zu verheimlichen, ihren Einzug in die Vogelhütte, wie auch von ihrer Bemühung, sich Handwerkszeug und Geräthe zu verschaffen, erzählte von ihrer Eieriagd, ihrer Fischerei im Weiher, ihrer Kocherei im Steinbruch. Alle Augenblicke brach Rosalie in helle Freudenrufe aus, als vernähme sie eine ganz ?underbare Geschichte. Wie lustig muß das sein!" rief sie. als ihr Perrine auseinandersetzte, wie sie sich ihre erste Sauerampfersuppe gekocht hatte. Ja, lustig." versetzte Perrine, wenn mir meine Sachen gelingen; wenn's aber nicht gehen will? Denke.". Sie, ich habe drei Tage u meinem il'ffel gerraucht; ich konnte die Höhluno nich 2:anbc bringen; ich kmbe dabei zwei Stücke Weißblech verpfuscht, so daß mir nur noch eins übrig blieb; denken Sie, ioie oft ich mir mit dem Kieselstein auf die Finger geklopft babe!" Ich denke jetzt an Deine Suppe." O ja, sie war gut " Das glaub' ich wohl." Für mich, da ich so lange keine mehr und überhaupt nichts Warmes gegessen hahe." Ich esse jeden Tag Suppe, aber das st nicht das Nämliche: wie spaßig, daß :s Sauerampfer und Karotten und Zauch auf den Wiesen gibt!" Ja. und auch Kresse. Schnittlauch, llckersalat, Pastinaken, Kohlrüben, Raounzeln, Zuckerrüben und noch viele indere eßbare Pflanzen." V!an muß sie aber kennen." Mein Vater hat sie mich kennen gelernt." Rosalie schwieg eine Weile mit nachdenklichem Gesicht; endlich entschloß sie ich zu fragen: Darf ich Dich einmal besuchen'?" Wird mich sehr freuen, wenn Sie nrir versprechen wollen, Niemand etwas Ion meine? Wohnstätte zu verrathen." Ich verspreche Dir's." Wann wollen Sie also kommen?" Ich werde am nächsten Sonntag zu einer meiner Tanten nach Saint Pi?oy gehen; wenn ich dann am Nachmittag zurückkomme, kann ich mich eine Aeile bei Dir aufhalten." Perrine zauderte jetzt ihrerseits ei::en Augenblick, dann sagte sie mit anmuthi;r Geberde: Machen Sie mir die Freude, bei mir zu Mittag zu speisen." Als echtes Landmädchen, das f.c war, machte Rosalie Umstände und antwortete weder mit ja noch mit nein; es war aber leicht zu sehen, daß sie ein lebhaftes Verlangen trug, die Einlaüung anzunehmen. Perrine redete ihr zu: Ich versichere Joneu, Sie würden mir große Verznügen machen, wenn Sie kamen, ich bin so allein." Das ist freilich wa&r." Nun denn, so bleibt's dabei; aber bringen Sie Ihren Löffel mit. denn ich werde keine Zeit finden und habe auch kein Weißblech mehr, einen zweiten zu machen." Ich werde auch mein Brod mitbrinen, nicht wahr?" Das ist mir schon recht. Ich werd? Sie im Steinbruch erwarten; dorr werden Sie mich mit meiner Kocherei beschäftigt finden." Perrine hatte es aufrichtig gemeint, als sie Rosalie sagte, sie würde sich herzlich freuen, sie bei sich zu sehen, ja sie machte sich schon im Voraus ein Fest daraus: einen Gast zu bewirthen, einen Speisezettel zu erfinden, die Vorräthe herbeizuschaffen welch ein Ereigniß! Und diese Wichtigkeit hatte etwas Rührendes für sie selbst; denn wer hätte ihr vor wenigen Tagen nock

propyezeren tonnen, vatz sie eme FreunDmjum Mittagessen einladen würde? Eine Hauptfrage war dabei die Jagd und die Fischerei; denn könnte sie keine Eier ausnebmen und keine Fische fangen, so liefe dieses Gastmahl auf eine

Lauchsuj?pe hinaus, und das wäre doch gar zu ärmlich. Seit Freitag suchte sie ! die benachbarten Tetchufer ab. wo sie auch die Freude hatte, ein Wasserhuhnnest zu entdecken; freilich waren die Wasserhühnereier kleiner als die der Wildenten, aber sie durfte nicht allzu wählerisch sein. In der Fischerei hatte sie übriaens mehr Glück: es aelang ihr mit ihrer Angel, an die sie einen rotken Wurur als Köder steckte, einen hübseben Barsch zu fangen, der wohl für Rosaliens und ihren Appetit genügen mochte. Sie wollte aber zum Ueberfluß auch noch einen kleinen Nachtisch haben, und den spendete ihr ein verzeMlter Stachelbeerbusch, der zwischen den Zweigen einer Kopfweide aufgeschossen war; vielleicht waren die Beeren noch nicht ganz reif, aber es ist ja eine der Eigenschaften diese? Frucht, daß man sie auch halbreif genießen kann. Als Rosalie am Spätnachmittag des Sonntags in dem Steinbruch ankam, fand sie Perrine vor ihrem Feuer sitzen, auf dem dn Suppe kochte. Ich habe auf Dich gewartet," begann Perrine auf Rosaliens Bitte mit vertraulichem Du mir zu hel fen, das Eigelb mit der Suppe zu vermischen; Du brauchst nur mit Deiner gesunden Hand zu rühren, während ich langsam die Brühe aufgieße; das Brod ist schon geschnitten." Obgleich sich Rosalie zu diesem Abendessen schön geputzt hatte, nahm sie doch keinen Anstand, sich zu dem Geschäfte herzugeben; es war ja nur ein Spiel, und das unterhaltendste, das sie sich denken konnte. Bald war die Suppe fertig, und man brauchte sie jetzt nur noch auf die Insel zu tragen, was Perrine that. Um ihre Freundin, die noch imme die Hand in der Binde trug, gut zu empfangen, hatte sie den Stamm, der als Brücke gedient hatte, wieder über den Graben geschoben. Ich springe hier an der Stange aus und ein," fagte sie, aber wegen Deiner schlimmen Hand wäre das nicht thunlieh für Dich gewesen." Als die Thür derVogelhütte aufging. bemerkte Rosalie. wie in den vier Ecken verschiedenfarbige Sträuße aufgesteckt waren der eine aus braunen Schilfblüthenkolben, der zweite aus rosa Binsenblüthen, der dritte aus gelben Wasserrosen, der vierte aus blauen Glockenblumen und auf der Erde war für Beide gedeckt. Der Jubelschrei, den Rosalie hören ließ, belohnte Perrine reichlich für ihre Mühe. Ach wie hübsch das ist!" Auf einem Teppiche von frischem Farnkraut lagen sich statt der Teller zwei große Wasserampferblätter gegenüber, und auf einem noch viel größeren Bärenklaublatte, das die Platte vorstellte, lag der Barsch, ringsum mit Kresse verziert; ebenfalls ein Blatt, doch ein viel kleineres, diente als Salzfaß. und wieder ein anderes ersetzte die Kompottschüssel für die Stachelbeeren; zwischen jeder Platte stak eine Wassermit, oie ryr menoenoes Wery aus Das frische Grün herableuchten ließ. Willst Du gefälligst Platz nehmen?" sagte Perrine, ihrem Gaste die Hand reichend. Und als sie sich Auge in Auge gegen2bersaßen, begann das Mahl. Wie hätt' es mich verdrossen, wenn ich nicht gekommen wäre!" sagte Rosalie mit vollem Munde; es ist gar so hübsch hier und schmeckt so gut!" Warum hättest Du vielleicht nicht kommen können?" Weil sie mich nach Piequigny zu Herrn Bendit schicken wollten, der krank ist." Was fehlt denn Herrn Bendit?" Er hat das Nervenfieber; wie fehr krank er ist, kannst Du daraus sehen, daß er seit gestern nicht weiß, was er spricht, und Niemand mehr erkennt; deshalb wollt' ich Dich auch gestern holen." Mich? Um was zu thun?" O. ich hatte nämlich eine Idee." Wenn ich etwas sür Herrn Bendit thun kann, bin ich gern bereit dazu: er ist so gut gegen mich gewesen; aber was vermag ein armes Mädchen? Ich kann mir's nicht denken." Gib mir, bitte, noch ein wenig Fisch mit Kresse, dann will ich Dir's erklären. Du weißt doch, daß Herr Bendrt der Beamte ist. der die ausländische Korrespondenz besorgt; er ist's, der die englischen und deutschen Briefe übersetzt. Da er nun jetzt nicht bei Besinnung ist, so kann er auch nichts mehr übersetzen. Man wollte zu seinem Ersatze einen anderen Herrn kommen lassen; da der Ersatzmann aber am Ende die Stelle behielte, wenn Herr Bendit wieder genesen ist falls er überhaupt wieder gesund wird so haben sich Herr Fabry und Herr Mombleux erboten, einstweilen seine Arbeit zu verrichten, so daß er später seine Stelle wieder einnehmen kann. Nun hat Man aber Herrn Fabry gestern nach Schottland geschickt, und Herr Mombleux ist dadurch in Verlegenheit gekommen; denn ! wenn er auch ziemlich gut Deutsch lesen und mrt Herrn Fabry, der mehrere Jahre in England zugebracht hat, die Uebersetzungen aus dem Englischen machen kann, so kommt er doch aLein nicht ebenso gut damit zu Stande, besonders wenn es sich um englische Briefe handelt, deren Handschrift man entzift fern muß. Er sprach sich bei Tische, wo ich aufwartete, darüber aus und sagte, er fürchte sehr, Herrn Bendit nicht länger ersetzen zu können. 'Da

hatte ich die Idee, ob ich ihm nrcht lagen sollte, daß Du ebenso gut Englisch wie Französisch sprächst" Ich sprach Französisch mit meinem Vater und Englisch mit meiner Mutter, und wenn wir zu Dritt mit einander sprachen, bedienten wir uns bald der einen, bald der anderen Sprache, ganz ohne Wahl und ohne Acht darauf zu geben." Ich hab' es aber doch nicht gewagt." fuhr Rosalie fort; aber jetzt erlaubst Du, daß ich's Herrn Mombleux sage?" Gewiß, wenn Du glaubst, daß ihm ein armes Mädchen, wie ich, von Nutzen sein kann." Es handelt sich nicht darum, ob Du ein armes Mädchen oder ein Fräulein bist, sondern zu wissen, ob Du Englisch spreche': kannst." Sprecken kann ich es wohl, aber einen Geschäftsbrief übersetzen, das ist was Anderes." , m9tut nicht, wenn Du s mrt Herrn Mombleux, der die Geschäfte kennt, zustimmen thun kannst." Ja, dann etwa. Also, wenn sich's so verbält, sage nur Herrn Mombleux, daß ich mich herzlich freuen würde, etwas für Herrn Bendit thun zu können." Ich werd's ihm sagen." Der Barsch war trotz seiner Größe ganz aufgegessen worden und die Kresse war auch verschwunden. Nun kam der Nachtisch dran. Perrine erhob sich und ersetzte die Blätter, auf denen der Fisch aufgetragen worden war, durch Blätter der Seerose in Form einer Fruchtschale. geädert - und glasirt wie die schönste Emaille; darauf bot sie ibre Stachel-

beeren an: Nimm doch," sagte sie lachend, wie beim Spielen mit der Puppe nimm doch von diesen Früchten aus meinem Garten." Wo ist denn Dein Garten?" Ueber unserem Kopfe: ein Stachelbeerstock hat Wurzel gefaßt im Gezweige einer der Weiden, die als Stütze des Hauses dienen." Weißt Du denn, daß Du Dein Haus nicht nnehr gar lange wirst bewohnen können?" Ich denke bis zum Winter." Bis zum Winter? Und wenn nun die Jagd im Moor bald angeht, was dann? Von diesem Augenblick an wird die Vogelhütte unfehlbar benutzt werden." O lieber Gott!" Te Tag, der so gut angefangen hatte, endigte mit dieser schrecklichen Drohung, und die darauffolgende Nacht war gewiß die fchlimmste, die Perrine. seit sie auf ihrer Insel wohnte, erlebt hatte. Wohin sollte sie sich wenden? Und was sollte sie mit all' den Ge räthschaften machen, die sie mit so vieler Mühe zusammengebracht hatte? 23. K a p i t el. ' enn Rosalie nur von der balvigen Eröffnung der Jagd im Moor gesprochen hätte. so wäre dieses Bedrohliche in seiner ganzen Schwere auf Perrine lasten geblieben, aber ihre Mittheilungen über die Krankheit des Herrn Bendit und die Uebersettunacn des 5errn commeux lernten ste von ryrer 'Aredcrgeschlagenheit etwas ab. Ach ja, ihre Jisel war gar so schön, und es wäre ein rechtes Mißgeschick, ste verlassen zu müssen; wollte sie aber immer hier bleiben, so käme sie jetzt und käme wohl niemals ihrem eigentlichen Ziele näher, dem Ziele, das ihre Mutter ihr vorgesteckt hatte und das sie im Auge behalten mußte. Wenn sich ihr aber nun eine Gelegenheit darbot, sich den Herren Bendit und Mombleux nützlich zu machen, so könnte sie vielleicht Beziehungen anknüpfen, die ihr möglickerweise Thüren öffneten, durch die sie späterhin eintreten dürfte; und das war freilich eine Erwägung, die ihr über alle anderen hinweghelfen mußte, selbst über den Kummer, aus ihrem Königreiche vertrieben zu werden. Nicht um dieses Spiel weiterspielen zu tönnen, so vergnüglich es auch war, dieses Nesterausnchmen, Fischefangen, Puppenmittagsessengeben nicht darum hatte sie die Mühseligkeiten ihrer traurigen Reise ertragen. Am Montagmitfag in der Feierstunde fand sie sich, wie mit Rosalie verabredet war, vor dem Hause der Mutter Francoise ein, um sich Herrn Mombleux zur Verfügung zu stellen, wenn er sie etwa nöthig hätte; aber Rosalie kam herab, ihr zu sagen, daß Montags keine Briefe aus England kämen; vielleicht würde es am nächsten Tage der Fall sein. Perrine ging in die Fabrik zurück und hatte schon ihre Arbeit wieder aufgenommen, als sie von Vater Holzbein auf dem Gange angehalten wurde: Du sollst schnell in's Bureau kommen," sagte er. Was soll ich da thun?" Geht das mich was an? Man hat mich geheißen. Dich in's Bureau zu schicken also geh hin!" Sie fragte nicht weiter, schon weil es zu nichts führte, den Stelzfuß auszufragen, dann aber auch, weil sie vermuthen konnte, warum man sie kommen ließ. Von seinem Wandelgange herab rief Talouel, der sie kommen sah: Komm hierher!" u vtst's also, dre Englisch sprechen kann?" fragte er: Antworte mir, ohne zu lügen." Meine Mutter war eine Engländerin." Und Dein Französisch? Du sprichst keinen Dialekt." Mein Vater war ein Franzose." So sprichst Du also beide Spra-chen?"

Der Grippe specifisches Heilmittel.

Die Srtppe tritt wieder epidemisch auf. Alle Nerzte missen, dach sieh dieselbe in Folge von r kältungcn entwickelt. Zie greift fktti die schwa chen Punkte des menschlichen Tyficmö an, darin Megt eben da gefährliche dieser Krankheit.

MAugusbKaema's

Hamburger Drastthee

ift mit folch große t?rfolg gegen diese schmer,hc:se Leiden angewandt worden, daß viele Aerzte dessen Wertb scbägcn und denselben häufig er schreiben. G?r wärmt da Blut, beruhigt die Skerven, lindert den Reiz, stärkt das ganze System und beseitigt dadurch die Krankheit. Sknti, ! Skur in Originat'Packetcn erkauft, und der echte ha. die Unterschrift von Dr. Zlugufi Konig auf jedem Umschlage. Er wird niemals lose verkauft.

Ja, mein Herr." Gut. Du wirst nach Saint-Pipoy gehen, wo Herr Vulfran Deiner bedarf." Als ste Herrn Vulfran nennen hörte, zeigte stch ein Erstaunen in ihrem Geficht, das den Direktor ärgerte. Bist Du so schwer von Begriff?" fuhr er ste an. Sie hatte schon Zeit gehabt, stch zu fassen und eine Antwort zu finden, die ihr Erstaunen erklärte: Ich weiß nicht, wo Saint-Pipoy liegt." Man wird Dich im Wagcn hinbringen Du kannst also nicht irren." Und) von der Freitreppe rief er hinab: Wilhelm!" Der Wagen des Herrn Vulfran, den Perrine im Schatten bei den Bureaus hatte stehen sehen, karil hcrangefahren. Hier ist das Mädchen," sagte Talouel, Sie haben ste zu Herrn Vulfran zu fahren, aber ohne Verzug, verstehen Sie?" Perrine war schon die Treppe hinabtestiegen und wollte stch zu Wilhelm auf den Bock fetzen, aber er hielt ste davon ab. (Fortsetzung folgt.) Napoleon tn ?cr Krieg von 170. Die Politik Napoleons III. kurz vor Ausbruch des Krieges von 1870 muß widerspruchsvoll erscheinen, da es feststeht, daß er mit Oesterreich und Jtalien wegen eines Bündnisses gegen Preußen verhandelte und daß er selber es doch war, der den Abschluß dieser Verhandlungen hinhielt. Hans Telbrück macht es im neuesten Heft der Preußischen Jahrbücher" höchst wahrscheinlich, daß zwei der nächsten und besten Kenner, Fürst Bismarck und Graf Veust, in ihren Aufzeichnungen das Richtige angeben, wmn ste behaupten, Napoleon habe gar nicht die Abstcht gehabt, den Krieg wirklich durchzufechten; vielmehr habe er, nachdem beiderseits mobil gemacht und vielleicht auch eine Schlacht geschlagen war, einen Vergleich anbieten wollen, des Inbalts: Süddeutschland an Preußen, Belgien an Frankreich. Nur so erklärt es stch, daß Napoleon mit Oesterreich und Italien nicht endgiltig abschloß, denn wenn er es gethan hätte, dann wäre er gezwungen gewesen, den Kriq bis zur völligenNiederkämpfung Preußens durchzuführen. So erklärt eS stch ferner, daß er am 21. Juli 1870 zu dem Marschall MacMahon, damaligem Generalgouverncur von Algier, bei dessen Durchreise durch Paris sagen konnte, der beginnende Feldzag werde für den Marschall nur eine Kurzweil (une petite distraction) sein, und in Algier werde er nur für kurze Zeit einen Stellvertreter nöthig haben. Man hat aus diesen Worten wohl geschlössen, der Kaiser habe die Auffassung des Pariser Mobs vom Spaziergang nach Berlin" getbeilt, aber davon, kann keine Rede sein. Nur darauf rechnete er freilich irrigerweise daß seine Armee durch schncllere Mobilmachung einen Vorsprung haben und ihn dadurch in den Stand setzen werde, für Ueberlassung Süddeutschlands an Preußen das belgische Staatsgebiet für Frankreich einzuziehen. Eine Riesen-Rothtanne wurde kürzlich am Fuße des MährenHorns im Kanton Bern gefällt. Es war einer der Größten Bäume, die im Oberhasli gestanden. T?r größte Durchmesser auf dem Stock betrug 1 Fuß, auf 49j Fuß Länge betrug der Durchmesser noch 38h Zoll, die ganze Länge bis zum Wipfel war 132 Fuß, der ganze kubische Inhalt betrug 911 Kubikfuß. Die Jahresringe konnten bis auf 275 gezählt werden. D i e Z a h l 1 4 hat in der Feldherrnlaufbahn Napoleons I. eine ganz eigenthümliche Rolle gespielt. So stegte er am 14. April 17S6 bei Dego, am 14. Juni 1800 bei Marengo, am 14. Oktober 1806 bei Jena und Auerstädt und am 14. Zuni 1807 bei Friedland. Ferner beendigte er am 14. Oktober 1809 mit dem Frieden von Wien seinen stegreichen Feldzug gegen Oesterreich- am 14. September 1812 zog Napoleon in Moskau ein, und am 14. Februar 1814 siegte er im Gefechte bei Vauchamp. Der trst?rittn?er. Bekannter'des HausHerrn (der mit diesem ausgehen will): Worauf warten Sie denn noch?" Ach, einen Augenblick, das Dienstmädchen hat eLen in Norderney bei meiner Frau angeklingelt, ob es trtr r.rt

1 Feuer - Signale. 1 Pennsdlv und Startet 5 English'K Oyern-Haus 6 Säst und New York 7 Noblc und Michlgan 8 91. Jersey u. Mass Ave 5 Pine und Notth 10 Mavkt und Pine I I Vermont nahe East 12 No.. 8 Spritzenhaus Ma. v nahe S!ob!e !3 Devaware und Walnut 11 R. Jersey uEcntral A. 15 Mafj.tmd Corncll Äve 6 Ash und II. Straße .7 Park Ave und 12 Str .8 Eolumbm undHlllsld 19 Higbland Ave u. P,att kl Illinois und St. I 22 Pennsylv. und Pratt U Nnidian und II. Str 25 No. 5 Spritzenhaus 15. nahe Illinois 2 Senate Ave u. StLlai? 27 Illinois und Michigan 28 Pe tsylvania und 14. Senate Ave. und IS. 3t No. 1 Spritzenhaus JndAvenahkichigan 32 Meridian und Walnut 34 California u Vermont 35 Blake m,d New York 56 Ind. Av. u. St. lair 37 City Hospital 38 Blake und Norty 39 Michigan und Agne 41 No. e Spritzenl'ans Washington nahe West 42 Gsendorf u Wash. 43 Missouri u New Kort 45 Meridian u Wash 46 JllmoiS und Chio 47 Capitel Av. u Wash 48 Krngan'S Porkhaus 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 51 No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 5? Illinois u Louistana 53 West und South 54WestundMcCarty 5 Senate Ave. u Henry 57 Meridian und Ra 68 No. 4 Spritzenhaus MadrsonAv.uMcr.-iS 69 Madison A. u Tunlop U No ü Haken LeiterhauS South nahe Delawar es Penn, u Merrill es Delaware u. McCarty 4 afi und NeEarty es New Jersey u. Merrill e? Birg. Av. u Bradsha 3 East und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Bir Ave. nhe Huron 72 Elst und Georgia 73 Eedar und Elm 74 Davidson u Georgia 75 Snglish Av. u Pine 76 Chelby und BateS 7? No, 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby H Fletcher Av. u Shelby 81 Market u. New Jersey 62 Delaware und Wash. 83 East Washington 84 New York u. Tavwsor 85 Taubstummen Anstalt 8 Bcr. Staaten Arsenal 7 Oncntal und Wash. 8g Frauen-Reformat. si No. 13 Spritzenhaus Marvland nahe Mer. 92 Meridian u. Scrqia. 92 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louisiana 95 Virini- Ave u. Alab. 9,', Hauptquartier. 97 Srand Hotel. 93 Capital Ave und Ohis .23 No. 16 Spritzenhaus 1. und Ash. 124 Alabama und I. 125 Central Ave und 15. 126 JandeS und 15. 127 Brookstde und Jupiter 128 Central Ave und 17. 120 Delaware und 19. 131 Alabama und II. 132 Bcllefontaine und . 134 College Ave und 2S. 135 Telaware und i3. 136 Alabama und !orth 137 Newmann und 1. 133 College Ave und 14. 133 Cornell Ave und 18. 141 Dandes und 19. Ili Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 2. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hilftde Äoe und is. 148 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 2. IN LCu. W Bahn u. tt. 154 Ramsey Ave und 10. 15 Stoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 155 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood l2 Arven und Depot 163 Brightwood und 25, 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. eyone 167 Arsenal Ave und 23. 163 Bellesontaine und 28. 169 Park ve und 10. 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u.Michiga 214 JllinmS und 2a. 215 Senate ve und N. 516 Pennsvlvania und 22. 217 Meridian und 1. 213 Capital Ave und 2. 219 Broabway und 1. 231 Illinoi und McLean 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 235 Jllnoi und 33. 2-36 Annetts und 30. 237 No. 9. Spntztnhwl Udell und ftavfr 233 1l5ea Ladd Wortt r.39 Jiebel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u Et. CUr. 243 Eldriog nd 23. 312 West und Walnut 13 West und 12. 214 Howard und 16. 315 Torbet und -acu 316 Capital Ave und 10. 817 Northwestern Ave u 2! ZI 3 Zcnt und 18. 319 Canal und 1. 324 Cerealine Work 3U Vermont und Lvnn 225 Bisn.ercl u (?ranvvien 326 Re. 20 Spritzenhaus Hauabville. 327 Michigan u. Helmes, 328 Michig.-n u. Concord 41 West und WcJnrp-, 412 Missouri u. Wrvlant 41Z Missouri und Dffc 415 Capital Ave (Scnrau 416 Missouri u fier.tutfö 417 Senate Ave u. Wasy. 421 P und G 9iiir.i.uJ 53. Washington. 423 Jrrm-Hospital. 424 Mi.ey Ave u. I D u 425 Wa'b. und Harris 26 0. 18 Spritzenhaus ?J. Washington 427 C'.ixx und Birch 428 Oliver und Osgood 429 Nordete und ?)ork 431 Hadley Ave u. Morris 432 River Ave u. MorriZ 4 1 Rirer Ave und 9taj 435 Harding u. Big 4 R 436 Harding und Olw 427 No. 19 Sprttzenb5 Morris und Hardwa, 8 Howard und WMank 429 StkyardS 451 Reisn und Miller 452 Howard nd Lee 452 Morris und KapxS 45 Lambett und Belrsnt 457 Rordyke ve u. War tnon Works 612 West uud Ray 613 entucky Av u. Merr 514 Meridian und Morrti 616 Illinois und lransaS 17 Morris nd Dakota 518 Morris und Church 619 Capital HL. u McCarttz 521 Meridian und Palm 622 Pme un'. Lord 624 Madzsot Ave u kinkSd 26 Mcrtdin un Belt RR 527 Carlos und Ray 628 Meridian und Arizona 629 Meridian u. Ravmond 631 Meridian u. McCarty 622 No. 17 Spritzenhaus Morris nahe West t'il McKernan und Lough. 612 East u. Lincoln L 614 East und Beecher 616 Wright und Sanders 17 McCarty und Beaty 18 Rew Jersey u V Ave 71 Epruce und Prospekt 71s glish Ave. u. LaunI 714 State ve u. elt R 716 Shelby und Beecher 716 State Av und Orang 718 Oranae nd Laurel 7 Shelby u. &aaae Avt 721 Lerington A. u Lau 723 Flttcher Aveu, Spri 724 State. Pleasant 726 Proswtt und leasat 726 Orange und Harla? 72 Liberty und Mcek 729 X&U UNd South 812 Ro. 16 Spritzenhaus Ost Washington tt 813 artet und Noble 14 Ohio u. Highland 815 Nicbigan u. Highland 1 Market u Arsenal Av 817 Ost Clair und Union Bahn Selklse. 821 Pan Handle ShcpZ 823 Vermont und Walcott 84 Wash. und State 1. 826 Madden S Loug Jak 82 Tueker und Dorsey 827 ash. uud Beville Ave 829 No. 12 SprihenbauS Beville nahe Michiga, 831 Southeafter Ave uud Wood sie. 85k Wash. und Dearvon, 854 Southeastern und Arsenal des. 8ib Rew Dork und Tempi 12 JllinoiS und Maryl. 12 MinoiS und Market. 14 Penn, und 15 Delaware uud Spezial-Sizuale. Ersten Schlag, zweiter Alarm, jiweit Schlag, dritter Alarm. Dritten Schlag, vierter Alarm. l--l, Feuer aus und Schlauch aufgerollt. 5 Schlag, Wasserdruck ab. 12 Schlage, 1 Uhr Mittags. Die Zo bezeichneten Signale werden nur vom Thun Wächter angegeben da an den betreffenden Straf? kreuzungen fefau Alarmkästen angebracht find.