Indiana Tribüne, Volume 26, Number 141, Indianapolis, Marion County, 5 February 1903 — Page 5
ZHndiana Trtdnue. S. Februar 19o3.
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Ist der Fclszng acacn den Mahdl ttdWf ? In einem Briefe aus Verbera weist ein Berichterstatter des Reuter'schen Bureaus auf die Schwierigkeiten hin. die einem Feldzugc gegen den Mahdi Abdullah entgegenstehen. Mit 250,00c Pfund Sterling würde man die Kosten nicht bestreiten können, sobald der Mahdi, wie er es leicht kann, sich in unzugängliche Gegenden zurückzieht. Ihn zu todten oder zu fangen, sei höchst unwahrscheinlich, man könnte ihn aller dings vernichten, aber nur wenn man gar keine Rücksicht auf die Kosten nimmt. Es heitzt dann weiter: Ter Somali ist ein geborener Handelsmann, und wenn wir uns damit begnügen, unser Anwbon in unserem Gebiet zu sichern und unsere HandelsPolitik auf die Entwicklung von Vulhar Zeila und Berbera, sowie die Oeffnung der Häfen zwischen Berbera und dem italienischen Schutzgebiet zu beschränken, so wird der Handel und Verkehr aus dem Innern fortfahren. )ich zu? Küste zu wenden, während die Brennpunkte des Handels in unseren Handln und unter unserem Schutze bleiben ... So komme ich zu dem Schluß, daß es vielleicht ebenso vortheilhafi ist. den Mahdi in seinem eigenen ?5ctt schmoren zu lassen, als das schwielige Werk zu beginnen, seine Macht unter Aufwand unverhältnißmäßiger Geldmittel zu brechen. Da d?r Mahdi seine eigenen Einnahmen ans dem Jnlandhandel zieht, so wird es ihm sehr verständlich sein, daß die Ordnung im Innern wieder hergestellt werden muß. und zwar derart, daß die Handelsbeziehungen zum Innern wieder hergestellt werden. Sobald wir uns damit begnügen, unsere Grenzen zu sichern und den Stämmen Schutz zu gewähren, die uns darum angehen, und wenn wir zu diesem Zwecke Posten errichten, die alle strategisch wichtigen Punkte beherrschen, würden wir auch die Brunnen beherrschen. Das Prestige käme bei einer derartigen Lösung gar nicht in Frage, da äugenblicklich die Somali überhaupt kein Volk als ihnen gleichbedeutend ansehen. Jede nachtheilige Seite dieser Lösung würde durch die praktischen Vortheile, welche die Entwicklung der Handelsbrennvunkte und die Beherrschung der Handelsstraßen bringen würden, aufgewogen werden. Der Kampf von Erego ist natürlich ein Unglück, und da man augenblicklich die Truppen bereits im Somali'and stehen hat. würde es ja auch nicht weiter schaden, wenn man eine Demonstration machte. Atr darüber hinauszugehen, wäre unklug, und wenn die Vorwärtsbewegung erst begonnen hat. ist eine Rückwärtsbewegung unmöglich. Jetzt aber schon die Kosten festsetzen zu wollen, wäre ein ganz verfehltes Unternehmen." Ruffischcs Sittenbild. Durch die lange Dorfstraße, erzählt ein russisches Blatt, zieht eine sonderbare Prozession. Zwei Frauengcstalten, ein junges Mädchen und eine jrcrn, Beide nur mit einem Hemd be bekleidet, befinden sich an derSpitze des Zuges. Ihnen folgte unmittelbar ein ernst dreinschauender Mann, der eine Peitsche in der Hand hält und sie mit
voller Kraft auf o:e zum Theil entblößten Rücken der beiden Frauen niedersausen läßt. Ein Haufen johlender Männer. Frauen und Kinder sieht dem rohen Schauspiel zu. Offenbar ist as Volk an derartige5zenen gewöhnt, denn keine Hand rührt sich, der brutalen Entehrung dieser beiden Frauen Einhalt zu gebieten. Eng aneinander gefesselt, sind die Bedauernswerthen genöthigt, lautlos die Mißhandlung zu ertragen, denn nach jedem Klagelaut, den sie von sich geben, saust die Peitsche mit dovpelier Kraft auf ihren Rücken nieder. Und die in so grausamer Weise Geschändeten sind keine Mörderinnen, keine Diebinnen, sie trifft nur der Vorwurf, einem ungeliebten Manne, den die Eltern ihnen aufgezwungen .entlaufen zu sein. Das Mädchen sollte auf den Wunsch der Mutter verheirathet werden, dreimal machte sie den Versuch, dem ihr aufgezwungenen Schicksal zu entgehen, das letzte Mal in Begleitung ihrer seit einem Jahre verheiratheten Leidensgenossin. die nicht länger die Mißhandlung ihres Mannes zu ertragen vermochte. In einen sieben Werst vom Dorfe befindlichen Wald hatten sich die beiden geflüchtet und dort in einer leer stehenden Heuscheuer Obdach gefunden. Doch schon nach drei Tagen hatte der Vater des Mädchens den Aufenthaltsoit der Entflohenen ermittelt; er erschien in der Scheuer, befahl den Beiden. sich bis auf's Hemd zu entkleioen, band sie aneinander, stieg auf ein Pferd und trieb du Frauen mit Peitschenhieben in das Dorf zurück, wo sich sofort dem sonderbaren Aufzug die halbe Dorfgemeinde anschloß. Noch der Beendigung der Prozession" wurde die Frau ihrem Manne übergeben, der sie sofort in das Zimmer sperrte und sie in unbarmherzgister Weise mißhandelte. Ihr Wehgeschrei war dabei so herzzerreißend, daß selbst die vor der Hütte versammelten Bauern die Belehrung" zu grausam fanden und dem Manne das blutüberströmte Weib entrissen. Das unglückliche Mädchen traf dasselb,- Schicksal; es wurde vom Vater in d s elterliche Haus gebracht und dort s lange mit Worten und Thaten bea beitet. bis sie dem Vate: versprach, den für sie bestimmten Mann zu heirathen. Die Heirath, schließt das Blatt, soll bereits am nächsten Tage ftet ig'funben haben.
Ioyann Crtlj lcvt nicht. In den letzten Tagen konnte man häufig lesen, daß Johann Orth, der einstige Erzherzog Johann Salvator, cm Leben sei. Leopold Wölfling," der frühere Erzherzog Ferdinand, selbst soll sich in diesem Sinne geäußert haben. Wie bekannt, hatte auch Johann Orth auf seine Erzherzogswürde verzichtet und war mit einer geliebten Frau als praktischer Seemann auf Reihen gegangen. Der Gedanke, daß Orth, der Weltmüde, auf irg?nd einem stillen Erdenfleck sein Dasein führe, war zu romantisch, als daß er die Einbildungskraft der Menschen nicht immer von neuem entzünden könnte. Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß der unglückliche Prinz mit seiner ganzen Mannschaft und dem Schiffe Santa Margherita'Mm furchtbaren Sturm, in den er, tme nachgewiesen, gerathen war, in den Wellen des Ozeans endete. Es hat ihn seit jener Zeit Niemand mehr erblickt. Auch seine vor vier Jahren hochdetagt dahingeschiedene Mutter, die Großhcrzcgin Antonia von Toscana, hat die lai-ggehegte Hoffnung, daß ihr Schn Johann, an dem sie mit ganzer Seele ying, noch lebe, schließlich aufgegeben. Es hat seit der Stunde, da Orth auf seinem Dampfer zu der verhäl:gnißvollen Fahrt ausgelaufen war, zwischen ihm und seiner von ihm so sehr verehrten Mutter jeder Verkehr gänzlich aufgehört. Hätte Orth, wenn er thatsächlich noch lebte, auch seiner Mutter gegenüber sich in Schweigen gehüllt? Wer ihn kannte, wer Zeuge dieser rührend zärtlichen Liebe war. mit der Mutter und Sohn aneinander hingen, kann, behauptet das Wiener N. T.." nur aufs entschiedenste und übcrzeugteste erklären: Johann Orth lebt nicht! Er hätte sonst seine Mutter nicht ohne Nachricht und sie nicht sterben lassen, ohne zu ihr geeilt zu sein. Davon abgesehen aber sind ja noch ganz andere Thatsachen in Betracht zu ziehen, nach denen Johann Orth's Tod zweifellos als feststehend zu betrachten ist. Es ist bekannt, daß die Versicherungsgesellschaft, bei der die Santa Margherita" versichert war, nach Abschluß der oon ihr äußerst sorgfältig durchgeführien Erhebungen die Aersicherungssumme ausgezahlt hat. Mehrere Vertreter wurden von der Gesellschaft Nlsgesendet. um allen Spuren Orths bis auf die letzten Älge, an denen ihn Menschen gesehen und gesprochen hatten. zu erforschen. Und die Spuren endeten am Kap der guten Hoffnung, dort, wo Johann Orth den Untergang fand. Aber auch die kaiserliche Familie ließ eingehende Nachforschungen anstellen. Alle divomatischen Stellen in Amerika beteiligten sich an diesen Nachforschungen, die auf das Einzehendste geführt wurden. Wieder verfolgte man alle Spuren Johann Orths bis zum letzten Tage und wieder enbeten sie am Kap der guten Hoffnung, wo er den Untergang fand. Jene Persönlichkeiten. mit denen er im rcgelmadigen Bricfverkehr stand, erhielten keine Zeile mehr von ihm. Und was zeschah mit allen jenen, die sich in sei-
ner Begleitung befanden? Es waren unter ihnen Matrosen aus Dalmatien. Die, wenn sie .wie erzählt wird, mit Orth irgendwo heimlich ans Land gestiegen wären, seither ihre Angehörigen sicherlich nicht so völlig im Dunkeln gelassen hätten. Der Dalmatiner lieot ;u sehr seine Heimaih, um sie gänzlich ?eraessen ?u können. Also Johann Orth ist todt. Ein Hoch cinco Papstvlattcs auf bta Kaiser. Kürzlich hatte eine päpstliche gcl tung in Rom, die Voce della ilicrna,' die Nachricht gebrach:, die aus Frankreich ausgewie,enen Ordensbrüder und Ordensschw.ftern würden in (5lsaßLothringen mit offenen Armen ausgenommen. Darauf wiederholte das römische Sonntagsblatt La Vera Roma" diese Nachricht, indem es das Verhalten Deutschlands als einen Triumph des Guten dem Triumph des Bösen in Frankreich gegenüberstellte und den französischen Premierminister Combcs mit Christcn'cerfolgern wie Julian, Nero und Diok.enan verglich. Weiter sagt dann das Papste vlatt La Vera Äome" Folgendes: Glücklich sind diejenigen Franzosen, welche 1871 mit Elsaß-Lothringen unter die Herrschaft Deutschlands kamen. Alles andere, nur keine Revanche? Dieser verständige und tapfere deutsche Kaiser begünstigt die katholischen Märtyrer, welche die Sanstultten von der Seine geächtet haben. Elsaß und Lothringen füllen sich mit verbannten Ordensbrüdern und from men Schwerern, und jene alten Franzosen sehen sich gezwungen, it.cem Vaterland unt-eu zu werden und ihren Eroberer zu segnen. Kürzlich hat Kaiser Wilhelm beim heiligen Vater die Errichtung einer katholischen theologischen Fakultät an der kaiserlichen Universität in Straßburg betrieben und erreicht. D'e für diese Errichtung festgesetzten und von Deutsch and unterschriebenen Bedingunaen sind von reinstem apostolisch-römisch-katholischen Gepräge. Wir sprechen davon noch enauer. Einstweilen unterhaltet Euch damit, aus vollen Lungen zu rufen: Es lebe Wilhelm der Zweite'.Nomanphrase. Die alte, dicke Köchin bildete nunmehr den Stroh hclm, an weichem Albert sich in seiner Einsamkeit kielt.
Dte LtffÄren TrensuS nd &um vcrt. Die nationalistischen Pariser Journale bemühen ilch nueroings. einen Zusammenhang zwischen ver Afsäre Humbert und der Affäre Dreysus herzustellen. Die Huiuoerts sollen durch ihren Einfluß im Ministerium des Acußern es erreicht haben, daß eine Depesche Panizzardi s bei der Dcchiffrirung zu Äunsten von Dreyfus gefälscht worden sei. Der Oberstleutnant du Paty de Clam. der als Untersuchungsrichter gegen Dreysus jungirte und ein Verwandter Earaignac's ist, wird benutzt, um diesen Zusammenhang zu bezeugen. Der Eaulois" berichtet, du Paty habe am 25. und 30. November bei dem Kriegsminister Andr um eine Audienz nachgesucht, um General Andr6 die Thatsachen darzulegen, welche eine Verbindung zwischen der Affäre Humbert herstellen. Der Kriegsminister habe es abgelehnt, den Oberstleutnant zu empfangen, indem er ihm mittheilte, er möge seine Enthüllungen schriflich an ihn gelangen lassen. Dazu habe aber du Paty de Clam sich nicht verstehen wollen, da er aus Erfahrung wisse, daß vertrauliche Dokumente vom Kriegsministcrium den Polemiken der Journale ausgeliefert werden. Du Paty de Clam mußte :lso einen anderen Weg betreten, um, vk der Eaulois" so sagt, die Wahrzeit zu enthüllen. Er hat verlangt, von dem Untersuchungsrichter Leydet vernommen zu werden, welcher mit der Untersuchung der Affäre Humbert betraut ist. Am 11. Dezember, vor der
Verhaftung der Humberts, von dem UntersuchunasriÄter empfangen, habe du Paty eine authentische Darstellung über die sogenannte Fallchung der Depesche Panizzardi gegeben, welche Fälschung der Frau Humbert und ihrem Einflüsse auf den Minister des Aeußern zuzuschreiben sei. der aber nicht Hanoiaur gewesen ist. Diese Fälschung der Depesche Panizzardi's habe den Zweck gehabt, bei der Techiffrirung im Ministerium des Aeußern einen den Drevfus entlastenden Tert festzustellen, während die Dechiffrirung des scneralstabes aus Panizzardi s 5)epesche den Beweis für die Schuld des Capitäns ableitete. Aus den Darlegungcn du Paty de Clam's erfahre man. daß die Archive des Generalstabes. insbesondere die hinterlassenen Vaviere des Obersten Sandher Beweise dafür enthalten, daß die Humberts für Dreyfus thätig waren. Musikcr'Nnc?dotcn. Aus dem unlängst erschienenen Buch Des Engländers Frederick Crowest, bc'i 100 Seiten mit der Erzählung vonGeschichten von berühmten Musikern, Komponisten, und Sängern ausgefüllt hat, seien einige Anekdoten von bekannten Musikern wiedergegeben. Wie sich manchmal Leute in ihrem Wunsche, den Berühmtheiten Artigkeiten zu erweisen, zum Narren machen, zeigt folzcndes Gcschichtchen: Eine Gräfin besuchte Gouiiod in sedltt Villa in St. Cloud, und da sie zur Frühstückszeit ankam, mußte sie durch das Eßzimmer gehen, wo die Diener geraoe oen Tisch deckten. Der Maestro hatte allein gespeist, denn seine Familie war an der See, und als die Gräfin auf :inern Teller Kirschkerne liegen sah, nahm sie einen davon und steckte ihn in den Handschuh. Nach einiger Zeit erwiderte Gounod den Besuch der Dame, wobei sie ihn auf eine Brosche, die sie trug, aufmerksam machte; es war der mit Diamanten besetzte Kirschkern. Die Gräfin erklärte ihm, wie sie dazu gekommen war, worauf Gounod kalt bemerkte: Ich esse niemals Kirschen: mein Diener Jean ißt alle Kirschen, die er auf den Tisch bringt." Als Verdi die letzte Hand an Jl Trovatore" legte, besuchte ihn ein Freund, der einer der tüchtigsten Musiker und Kritiker war. Verdi zeigte ihm die Partitur und spielte ihm auf demKlaoier einen Chor vor. Was haltenSie davon?" Unsinn," erwiderte derKenner. Verdi rieb sich die Hände, lachte und machte ihn auf eine andere Stelle aufmerksam. Dummes Zeug." sagte der Kritiker und drehte sich eine Zigarette. Der Komponist stand auf, umarmte ihn freudig bewegt und rief: Lieber Freund, ich habe eine vonuläre Cper gemach:; und ich war entschlösse i allen zu gefallen mit Ausnahme der Puristen, großen Richter und Klassizisten. wie Sie einer sind. Hätte ich Ihnen gefallen, so würde ich keinem anderen gefallen haben. Was Sie sagen, bestärkt mich in meiner Hoffnung auf Erfolg. In drei Monaten wird Jl Trovatore" in ganz Italien gesungen, gebrüllt, gepfiffen und auf den Leierkasten gespielt werden." Und er behielt Recht. Von dem jetzt so viel geplagten M a s c a g n i wird folgendes Gefchichtcben erzählt: Ein Leierkastenmann spielte eines Morgens unter Mascagni's Fenster das unvermeidliche Intermezzo" in so schnellem Tempo, daß der Komponist es nicht länger ruhig anhören konnte, auf die Straße stürzte, richtiges Tempo zu drehen begann und dem erstaunten Leierkastenmann erklärte, er sei der Komponist des Stückes und wolle ihm zeigen, wie es gespiM werden müsse. Als derMann. der zuerst ärgerlich war. begriff, welche Ehre Mascagni ihm anthat, kam ihm plötzlich ein Gedanke und ein breites Lachen überzog sein Gesicht. Am nächsten Morgen erschien er wieder vor dem Hause des Komponisten mit einem grchen Plakat an seiner Drehorgel, darauf stand zu lesen: .Sckiüler des berühmten Mascasni.
US dem cvcn vcs cuianfc von Btarolko. Allerhand Persönliches von dem jetzt in B?drä?gniß gerathenen Sultan von Marokko weiß ein englischer Zauberkünftler" Namens John Warrcn, der einige Zeit an seinem Hose gelebt hat. fl berichten. Als für den Sultan, so erzählt er, die Zeit gekommen war, selbst zu handeln, beschloß er, da er von seinem Oberbefehlshaber und vertrauten Sathgeber Kaid Sir Harry Maclean viel über die Christen gehört hatte, zu erfahren, was für Menschen die Engländer wären. Er bestellte daher groe Mengen illustrirter Zeitungen, die ihn in eine neue Welt einführten. Alles, was er auf diesen Blättern abgebildet sah. wollte er in Wirklichkeit sehen und besitzea. Sehr bald hatte er Zweiräder. Repeiieruhren, mechanische Spielzeuge, eine Dampfbarkasse, Billardtische, elektrische Klingeln. Feuerwerk und tauseno andere moderne Apparate. Da er sich für einen Boxtrick" interessirie, den zwei Leute einer Zirkustruppe zeigten, wollte er auch englische Magie" kennen lernen. Und so wurde ich an seinen Hof geschickt und kam in enge Berührung mit dem Sultan, so daß ich mir eine Meinung über seinen Charakter bilden konnte. Er interessirte sich für Alles, zeigte aber keine abergläubische Furcht bei dem verschiedenen Blendwerk, da er begriff, daß sie das Ergebniß sorgfältig geplanter, mechanischer Kunstgriffe oder Fingerfertigkcit waren. Der Sultan versteht nur Arabisch, seine Kenntniß des.Englischen beschränkt sich auf einige Sätze und die Namen einiger gewöhnlicher Gegenstände. Aber seine schnelle Auffassung macht die Verständigung durch Zeichen und Skizzen möglich, obgleich dabei manchmal lustige Irrthümer vorkommen. Fast jeden Abend meines dortigen Aufenthaltes wollte er gleich nach Sonnenuntergang Feuerwerk haben, dessen Hauptbestandtheil große, aus Mörsern gefeuerte Granaten waren.die in den Boden sanken. Einmal erplodirtcn zwei gleichzeitig abgefeuerteGranatcn in den Mörfern, rissen die umgebende Erde auf und gefährdeten den sie Bedienenden. Das gefiel dem Sultan ungemein, und er befahl, daß diese besondere Wirkung ejden Abend wiederholt würde. Zu meiner Zeit vor anderthalb Jahren waren die Motoren bei ihm noch nicht beliebt, aber er ließ mich sogleich fragen: Können Sie radeln? Sofort mußte ich meine Geschicklichkcit zeigen, aber obgleich ich ein-ziemlich guter Radler bin, mußte ich die Ueberlegenhcit des Sultans anerkennen, der trotz des langen losen
Gewandes, das er wie alle hochstehenden Mauren trägt, manchen europäischen Radler beschämen würde. Er lachte gutmüthig über einen Fall, was beim Fahren über Mühlsteine und andere absichtlich gelegte Hindernisse häufig! vorkam, aber er konnte auch einen Scherz vertragen. Er hatte die verwirrende Angewohnheit, Jemand von Kopf bis zu Fuß zu untersuchen, die Kleider, Schmucksachen, den Inhalt der Taschen u. s. w. genau zu prüfen, zu fragen, wo die verschiedenen Sachen gemacht, wie sie gebraucht würden u. s. w'., aber nicht aus bloßer Neugierde, sondern weil er den Wunsch hatte, es zu wissen. Tage nach dieser von ihm selbst vorgeschriebenen Anschauungsstunde wiederholte er die empfangenen Aufschlüsse wie ein Schulkind, und fast in jedem Fall war er bis ins einzelne korrekt. Man kam in den Palast wie in jedes Haus oder jede Stadt durch Jrrgänge. verschiedene Thore u. Höfe, in denen sich die LieblingsrHiere des Sultans befinden. Darunter fcefanden sicb ein Tiger im Käsig, besonders bösartige Bergschafe. Wildschmeine. Gazellen und ein Stier. Dieser letztere war nur ein elendes Thier, und kurz vor meiner Ankunft hatte man ein Stiergefecht arrangirt, das. aber sehr zahm verlief. Vor meiner Abreise kamen fünf oder sechs Thiere englischer Zucht an. unÄ der Sultan wollte den Versuch wiederholen, bn Gedanke fand jedoch nicht viel Beifall. Die Photographie war sein Steckenpferd, und der Sultan konnte nicht nur Negative und Abzüge auf Silberpapier machen, sondern er wurde auch mit 'dem Pigmentdruckverfahrn fertig. Auch den Kinematographen fand ich in vollem Schwünge. Die oroße Schwierigkeit war dabei das Licht; Sauerstoff, mit Aether gesättigt, erwies sich am praktischsten. Der Sultan interessirie sich nicht nur für dieHcrstellung desSauerstoffs, sondern half auch bein: Füllen der Gasbeutel. Währerrd einer Vorstellung in einem kleinen hölzernen Atelier war einst das einzige Gewicht des besagten Gasbeutels, der zur Verhinderung einerlrplosion ständigen kren Druck erfriert, der junge Franzose. der gewöhnlich das Feuerwerk besorote. Er hockte alse. mit üvcreinanderachlae.m:n?emen darauf, rollte aber in vlae l'.ner Schlafrigken etwa eine Stunde später herunter. Nur ein "naliscber Pbotoorph und ich bemerkten die Gefahr. Wir drangen kopfüber durch das Fenster, und zum Glück erfolgte keine Ervlosion. Der Sultan amüsirtc sich indessen sehr über unser plötzliches Fortlaufen und verlangte es in Zukunft für alle Vorstellungen. Ans einem Geschäftsbrief Nachdem in Gänsebrüsten jetzt eine schwache Slimmung herrscht, legcnSie sich nur ganz auf Eier!" Komisch. Gendarm: ..Geben Sie mir einmal Ihre Papiere!" Vagabund: Sie halten mich wohl für einen Rentier!-
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